Berliner Schlossplatz - Schlossbrunnen - Breite Straße

  • (...) Wie erwähnt soll sich das neue Quartier trotz der Vorgabe, die Wohnungen zu einem niedrigen Preis zu vermieten, in die hochwertige Bebauung rund um die Schloss-Rekonstruktion einfügen. (...)

    Das bedeutet ja rein gar nichts. Bekanntlich stehen in der Nachbarschaft folgende hochwertige Bauten:


    https://www.fsb.de/static/scal…/2/schinkelplatz-7628.jpg


    Und in der Breiten Straße das hier:


    https://www.stadtentwicklung.b…/medium.php?MediumID=8925


    https://live.staticflickr.com/…67972729_e3bf7be06d_b.jpg


    Woran will man sich also orientieren?

  • Der Berliner Senat plant in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss, genauer gesagt an der Breiten Straße, ein Wohnquartier mit Sozialwohnungen zu errichten. Die Gestaltung des Quartiers soll angeblich der historischen Bedeutung des Standortes gerecht werden. Mal schauen... https://entwicklungsstadt.de/m…m-humboldt-forum-geplant/

    Na wenn dort eine ähnliche banale Zeitgeistarchitektur wie am Schinkelplatz entsteht(,die sogenannte"Wohnresidenz am Schinkelplatz") wird es auch dort nicht seiner Architektonisch hist.Bedeutung des Standortes gerecht.

  • eine ähnliche banale Zeitgeistarchitektur wie am Schinkelplatz entsteht

    Ich vermute, dass das noch das Beste ist, das zu erwarten wäre. Es könnte auch viel schlimmer kommen.


    Warten wir eben ab. Ich hoffe, wenigstens die GHB ist wachsam.

  • Der Berliner Senat plant in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss, genauer gesagt an der Breiten Straße, ein Wohnquartier mit Sozialwohnungen zu errichten. Die Gestaltung des Quartiers soll angeblich der historischen Bedeutung des Standortes gerecht werden. Mal schauen... https://entwicklungsstadt.de/m…m-humboldt-forum-geplant/

    Das Startbild mit der Fassade mit schmiedeeisernen Balkonbrüstungen sieht nicht schlecht aus. Aber sieht er aus wie ein Beispielfoto und nicht nach einer konkreten Visualisierung oder?

  • Nachfolgend im Direktzitat die im Internet verfügbare Drucksache 18/27 584 in der Berliner Parlamentsdokumentation


    "Schriftliche Anfrage
    des Abgeordneten Sebastian Czaja (FDP)
    vom 12. Mai 2021 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 14. Mai 2021)
    zum Thema:
    Kann der Neptunbrunnen zum Schlossbrunnen werden?
    und Antwort vom 28. Mai 2021 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 01. Juni 2021)

    1
    Senatsverwaltung für
    Stadtentwicklung und Wohnen
    Herrn Abgeordneten Sebastian Czaja (FDP)
    über
    den Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin
    über Senatskanzlei - G Sen -
    A n t w o r t
    auf die Schriftliche Anfrage Nr. 18/27584
    vom 12.05.2021
    über Kann der Neptunbrunnen zum Schlossbrunnen werden?
    Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre Schriftliche Anfrage wie folgt:
    Vorbemerkung des Abgeordneten: Die vom Abgeordnetenhaus am 2. Juli 2016 angenommenen zehn
    Bürgerleitlinien wurden im Juni 2017 durch die Festlegung eines Denkmalensembles „ehemalige
    sozialistische Zentrumsfläche“ auf einem 20 Meter breiten Streifen zwischen Fernsehturm und Spree
    wesentlich verändert.


    Frage 1:
    Warum wurde diese wesentliche Entscheidung der Denkmalschutzbehörde nach Verabschiedung der
    Bürgerleitlinien durch das Abgeordnetenhaus nicht im Abgeordnetenhaus behandelt?


    Antwort zu 1:
    Die Unterschutzstellung des Neptunbrunnens als ortsgebundenes Denkmal erfolgte
    bereits vor der Beschlussfassung zu den Bürgerleitlinien. Fachliche Entscheidungen des
    Landesdankmalamtes dazu unterliegen den Regelungen des Berliner Denkmalschutz–
    gesetzes. Der Senat geht deshalb davon aus, dass diese bei der Entscheidung zur
    Festlegung des Denkmalensembles eingehalten wurden. Dem Berliner Abgeordnetenhaus
    steht es im Rahmen seiner parlamentarischen Kontrollbefugnisse selbstverständlich frei,
    inhaltliche Entscheidungen einer zuständigen Fachbehörde zur Besprechung im
    Abgeordnetenhaus aufzurufen.


    Frage 2:
    Warum wurden Meinungsäußerungen des Regierenden Bürgermeisters und Gesamtberliner Meinungs–
    umfragen, die mit überwältigender Mehrheit für eine Verlegung des Neptunbrunnens als Schlossbrunnen auf
    den Schlossplatz votierten (Berliner Woche), bei der Entscheidung zu einem Denkmalschutz nicht
    berücksichtigt?


    Antwort zu 2:
    Bei der partizipativen Erarbeitung der Bürgerleitlinien aber auch bei konkretisierenden
    Beteiligungsverfahren zur Vorbereitung der Wettbewerbsausschreibung wurde kein
    mehrheitliches Votum für eine Entfernung des Neptunbrunnens von seinem heutigen
    Standort abgegeben.
    Der Regierende Bürgermeister und die Senatskanzlei waren an der Abstimmung der
    Wettbewerbsausschreibung beteiligt und sind in der Jury vertreten. Die Vorgabe, den
    Neptunbrunnen an seinem jetzigen Standort zu belassen, wurde dabei zu keinem
    Zeitpunkt infrage gestellt.


    Frage 3:
    Bei der Ausschreibung des Wettbewerbs „Freiraumgestaltung Rathaus-und Marx-Engels-Forum im März
    diesen Jahres wurde eine Verlegung des Brunnens noch nicht einmal alternativ ausgeschrieben. Warum wird
    auf eine Alternativlösung für den Freiraum vor dem Roten Rathaus im Ausschreibungsverfahren schon am
    Anfang verzichtet?


    Antwort zu 3:
    Die „Bürgerleitlinie 2“ zur Berliner Mitte sieht vor, dass die vielschichtige Historie des
    Freiraums und der früher hier bestehenden Quartiere durch sichtbare, wie auch durch die
    Freilegung von im Erdreich verborgenen historischen Zeugnissen, stärker erlebbar
    gemacht werden soll. Diese Leitlinie bezieht sich auch auf die Gestaltungsphase der
    Nachkriegsmoderne, die den Neptunbrunnen hier integriert hat.
    Die Berücksichtigung dieser Prämisse in der Wettbewerbsauslobung für das Rathaus- und
    Marx-Engels-Forum muss nicht als grundsätzlich Absage an die Wiedererrichtung eines
    Neptunbrunnens auf dem Schlossplatz verstanden werden. Kongenial zu den hochwertig
    kopierten Schlossfassaden kann dort auch ein gleichartig gestalteter Brunnen als qualitätvolle Replik entstehen. Bisher fehlen jedoch die politischen Beschlüsse zur Planung eines
    Brunnens am Humboldtforum sowie eine auskömmliche Finanzierung.


    Frage 4:
    Warum wurde die kontroverse Diskussion zwischen Standortbewahrern und Verlegungsbefürwortern nicht
    im Abgeordnetenhaus behandelt?


    Antwort zu 4:
    siehe Antwort zu Frage 1


    Frage 5:
    In welchem Umfang hat das Land Berlin die zur Verfügung stehenden Bundesmittel abgerufen und zu
    welchem konkreten Zweck und wann wurde vom Land Berlin die Auflösung dieses Haushaltstitels
    veranlasst?


    Antwort zu 5:
    Das Land Berlin hat keine Mittel abgerufen. Bereits im Bundeshaushalt 2018 waren keine
    Mittel für den Neptunbrunnen mehr eingestellt gewesen. Das Bundesministerium der
    Finanzen hatte unter Hinweis auf die fehlende Etatreife mangels Konsens mit dem Land
    Berlin die Veranschlagung im Regierungsentwurf 2017 abgelehnt.


    Frage 6:
    Wer ist für die Sanierung des Neptunbrunnen zuständig?

    Antwort zu 6:
    Für die Sanierung ist das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirksamtes Mitte von Berlin
    zuständig.


    Frage 7:
    Ist derzeit eine Sanierung geplant und wann ist mit Sanierung zu rechnen?


    Antwort zu 7:
    Es ist derzeit keine Sanierung geplant.


    Frage 8:
    Wie hoch werden sich die vom Landeshaushalt zu tragenden Kosten sein?
    Antwort zu 8:
    Es liegen keine Kostenansätze für eine Sanierung vor.


    Frage 9:
    Ist ein aktuelles zeitnahes Gutachten von der Denkmalpflege, der Senatsverwaltung für Kultur und Europa,
    und dem Tiefbauamt Mitte geplant?
    Antwort zu 9:
    Das Landesdenkmalamt Berlin plant derzeit kein Gutachten.


    28.5.21, in Vertretung

    Lüscher"

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Meines Erachtens ist besonders diese Aussage der Senatsbaudirektorin bemerkenswert (kursive Hervorhebung von mir):


    "Die „Bürgerleitlinie 2“ zur Berliner Mitte sieht vor, dass die vielschichtige Historie des Freiraums und der früher hier bestehenden Quartiere durch sichtbare, wie auch durch die Freilegung von im Erdreich verborgenen historischen Zeugnissen, stärker erlebbar gemacht werden soll. Diese Leitlinie bezieht sich auch auf die Gestaltungsphase der Nachkriegsmoderne, die den Neptunbrunnen hier integriert hat.
    Die Berücksichtigung dieser Prämisse in der Wettbewerbsauslobung für das Rathaus- und Marx-Engels-Forum muss nicht als grundsätzlich Absage an die Wiedererrichtung eines Neptunbrunnens auf dem Schlossplatz verstanden werden. Kongenial zu den hochwertig kopierten Schlossfassaden kann dort auch ein gleichartig gestalteter Brunnen als qualitätvolle Replik entstehen. Bisher fehlen jedoch die politischen Beschlüsse zur Planung eines Brunnens am Humboldtforum sowie eine auskömmliche Finanzierung."


    Somit kann man wohl die Schlussfolgerung ziehen, dass, wenn die Abgeordnetenhauswahl im Herbst keinen Machtwechsel bringen wird (und danach sieht es derzeit aus), nicht damit zu rechnen ist, dass in absehbarer Zeit mit einer Rückversetzung des Schloßbrunnens von seinem derzeitigen Aufstellungsort auf den Schloßplatz gerechnet werden kann. Der Senat ist dagegen. Auch durch den Denkmalschutz wurde die jetzige Situation ja inzwischen zementiert - und in Berlin ist es anscheinend generell schwer, gegen Festlegungen des Landesdenkmalamts anzukommen.

    In Zukunft könnte sich für den bedeutenden Teil der Bürgerschaft, der eine Wiederkehr des Neptunbrunnens auf den Schlossplatz wünscht, also womöglich nur die von der Senatsbaudirektorin genannte Möglichkeit ergeben, dort Nachgüsse der Brunnenfiguren in einer rekonstruierten Brunnenschale (das Original der Brunnenschale ist ohnehin verloren) aufzustellen. Hierfür könnte es gegebenenfalls eine Spendenkampagne geben. (Vielleicht wäre dies ein zukünftiges Projekt für den Berliner Stadtbild-Ortsverband.) Berlin hätte dann zwei Schlossbrunnen - einen auf dem Rathausforum, einen 300 m entfernt auf dem Schlossplatz.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Wie ich schon mal vorschlug, eine Rekonstruktion zunächst nur der Brunnenschale auf dem Schlossplatz wäre ein denkbarer und mE sinnvoller erster Schritt. Die Schale könnte zunächst mit einer einfachen Fontäne versehen werden. Das hätte den Vorteil, dass sie leichter zu finanzieren und weniger konfrontativ wäre. Mittelfristig öffnet es den Weg für eine Kopie oder je nach künftigen Senaten für eine Versetzung.

  • Auf Grund der zunehmenden Differenzierung und Neugestaltung des Schlossumfelds sollen in diesem Strang Beiträge gesammelt werden, die sich mit dem südlichen Schlossumfeld befassen: Schlossplatz, Schlossbrunnen, bis hin zur Breiten Straße. Der Neue Marstall wird in einem eigenen Themenstrang behandelt.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Kongenial zu den hochwertig kopierten Schlossfassaden kann dort auch ein gleichartig gestalteter Brunnen als qualitätvolle Replik entstehen.

    "Gleichartig" ist ja etwas nebulös, darunter könnte nicht nur eine 1:1 Umsetzung fallen.


    Statt Neptun könnte Salacia auf dem ansonsten identischen zweiten Brunnen thronen - natürlich im gleichen Stil und keinerlei moderne Interpretation.


    Das würde diese etwas absurde Situation zweier absolut gleicher Brunnen in unmittelbarer Nähe vermeiden. Statt der Eintönigkeit gebe es ein harmonisches Wechselspiel, das über das unmittelbare Schlossumfeld hinausreicht.


    Drei Links zu Beispielen..


    Salacia Skulptur in Dänemark

    https://www.skulptur-faaborg.dk/Afritrite-Holstenshuus.html


    in Wien, hier Neptun und Salacia vereint

    https://thumbs.dreamstime.com/…n-oostenrijk-43778439.jpg


    Amphitrite

    https://images2.wikia.nocookie…_of_Amphitrite,_Aosta.jpg

  • Snork: im meinem Beitrag 101 wurde bereits auf die Anfrage des FDP Abgeordneten Sebastian Czaja hingewiesen.


    Wir müssen uns auf jeden Fall auch bei der Rückkehr der Rossbändiger und des Neptunbrunnen in Geduld üben. Es wird im wesentlichen damit zusammenhängen, wer der Senatsbaudirektorin Regula Lüscher folgen wird. Denn Frau Lüscher steht Rekonstruktionen ja kritsch bzw. ablehnend gegenüber.

  • ^Da dürfte kaum eine Besserung eintreten, da der nächste Bausenator entweder wieder Scheel (Sozilaisten) heißt oder Antje Kapek von den Grünen. Mit beiden Senatoren wird es keine Rekonstruktionen oder Rückversetzungen gebn.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Frau Lüscher wird aller Voraussicht nach aber nicht für eine weitere Amtszeit als Staatssekretärin zur Verfügung stehen, ein personeller Wechsel wird also vollzogen. Außerdem besteht rechnerisch auch die Option auf eine Schwarz-Rot-Gelbe-Koalition (oder Grün-Schwarz/Schwarz-Grün-Gelb) und plötzlich könnten die Karten auch gesamtstädtisch wieder neu gemischt werden.

  • Nur mit Rot-Schwarz-Gelb (wogegen sich Grün , obwohl stärkste Kraft, nicht durchsetzen könnte) hätte Rot die Möglichkeit auch weiterhin den "Regierenden" zu stellen.

    Gleichzeitig wäre nur so eine realpolitische Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik denkbar !

    Bei Grün-Rot-Rot würde die Berliner SPD also nur die zweite Geige spielen und endgültig untergehen !


    Leider reichen die Zahlen derzeit dafür noch nicht ganz.

  • Diese Vorab-Zahlen sind einen Sch... wert - siehe Sachsen Anhalt.

    Manipulationen sind nicht vorherzusagen.

  • Also eine weitere Duplikation im Hinblick auf den Schlossbrunnen lehne ich klar ab. Ich habe aber für den namenlosen Platz ein Ersatz entdeckt, der sich nur einen Steinwurf vom heutigen Standort befand sich darüber hinaus als recht kostengünstig darstellen dürfte.


    Bild aus dem Jahr 1956:

    Bundesarchiv_Bild_183-41736-0002%2C_Berlin%2C_Rotes_Rathaus%2C_Springbrunnen.jpg


    Das schöne daran ist, dass der Brunnen unter der Ägide des "Demokratischen Magistrats von Groß-Berlin" entstanden ist und allein deshalb geht den Gewählten und Entscheidungsbefugten dieser Stadt doch sicher vor Begeisterung das Herz in der Hose auf - von der hübschen Gestaltung ganz zu schweigen. Dann kann auch endlich der olle Kaiserbrunnen weg vom Roten Rathaus - Win-Win, alle wären zufriedengestellt.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Sind das Gehwegplatten ?

    Trotzdem.... lobenswert, auch unter Material- und Zeitnot, stadtbildnerische Elemente nicht ignoriert zu haben.

  • Senatsbaudirektorin Lüscher hat kurz vor ihrem Abschied in den Ruhestand erneut den Vorschlag gemacht den Schlossplatz mit einer Kopie des Neptunbrunnen auszustatten. "Das würde wunderbar passen, das Schloss ist ja auch eine Kopie", so Lüscher in der BZ. Deutet sich da wohl so langsam ein Umdenken des Senats in der Causa Neptunbrunnen an?


    PS. Die Berliner Zeitung schreibt Frau Lüscher (zurecht) einen ziemlich unfreundlichen Abschiedsgruß

    „Die Freiheitsliebe ist bei den Deutschen nicht entwickelt“ (Madame de Stael)

    „Die Frage ist nicht, was wir dürfen, sondern was wir mit uns machen lassen“ (Nena)

  • PS. Die Berliner Zeitung schreibt Frau Lüscher (zurecht) einen ziemlich unfreundlichen Abschiedsgruß

    Sehr treffender Beitrag und schon ziemlich hart, aber dafür ehrlich (wie die Architektur, die sie uns quasi aufzwang). Ich nehme mir das nun einmal heraus: Es ist wieder Zeit für einen (richtigen Stim-)Mann in Berlin!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)