Posts by Fachwerkliebhaber

    Danke für das interessante Video Ostwestfale . Wirklich dramatisch!


    Habe es mir mehrmals auch in verringerter Geschwindigkeit angeschaut. Auf dem ersten Blick wirklich furchtbar wie viel Häuser schon abgetragen wurden oder stark beschädigt waren. Das "_Vorher" Video ist aber auch schon einige Jahre alt. Einige hässliche Neubauten im Schuhkarton-Stil sind danach entstanden leider haben viele davon es überstanden (min 6:04 links der schwarze Anbau, 7:38 wurde ein angepasster 90er Jahre Bau grundlos abgerissen, etc...) . Insgesamt sind einige Häuser älter (Kern Gründerzeit und noch mehr...)wurden aber vor allem in den Wirtschaftswunderjahren stark verhunzt (entstuckt, Glasbausteine, stark vereinfacht die Fenster, typisch westdeutsches Phänomen...). Die wenigsten davon stehen deshalb auch unter Denkmalschutz (die Listen sind sehr karg auf Wiki). Der Tourismus hat dann noch dazu viele Wintergärten und Cafés, Schilderwälder, dazugeklatscht die aber alle durch die Flut zerstört wurden da sehr fragil. Man könnte daher diese Katastrophe als Chance sehen, einige dieser noch erhaltenen Altbauten wieder ursprünglicher herzurichten. Ich fürchte aber eher, man bleibt beim eingeschlagenen Kubismus, der das Landschaftsbild ruinieren wird,...


    Interessant wäre ein Video über den aktuellen Stand (dieses hier ist ja noch vom Sommer 21 kurz nach der Katastrophe). Wie viel von den damaligen Ruinen noch steht?

    Nein, es war mittelalterlich und frühneuzeitlich geprägt. Das Viertel war schon durch die Stadtmauer von 1250 mit umfasst, dürfte also im Hochmittelalter entstanden sein. Laut dem Artikel war es seit dem 19. Jahrhundert ein Viertel der Arbeiter und kleinen Gewerbetreibenden gewesen. Die Gründerzeitbauten dürften einige wenige Solitäre innerhalb einer mittelalterlich-frühneuzeitlichen Bebauung gewesen sein. Von daher führt die Gründerzeitdiskussion gerade völlig vom Thema weg.

    Offenbar hatte es schon vor dem Krieg die Idee gegeben, das Viertel zumindest teilweise abzureißen und neu zu bauen.

    Als ich die Stadt mehrmals besucht hatte, war ich auch begeistert von dem guten Erhaltungszustand speziell der Kernaltstadt ( innerhalb von Kornpfortstraße, Entenpfuhl, Am Plan, Altengraben). Nur vom Kastorviertel (und südliche Innenstadt = Totalverlust) war ich enttäuscht. Wenn man jedoch alles östlich von der Kornpfortstraße dazuzählt, dann gibt es doch noch eine nahezu komplett erhaltene Straße, nämlich die Eltzerhofstraße. Diese ist jedoch vollständig gründerzeitlich bebaut!

    In Worms, in der Nähe von der berühmten Brandmauer des romanischen Hauses, zwischen Peterstraße und Torturmstraße sehen von oben die Wohngebäude auch sehr lang aus.

    IN Freiburg, ganz im Norden der ehem. Altstadt, in der Wasserstraße.

    Sicher findet man noch mehr wenn man noch intensiver sucht (Teile von Hildesheim sind auch in dieser Bauweise...)

    Ja die Gedankengänge von Linksaußen sind immer absurder. Das würde bedeuten, nur noch "einheimische" Kunstrichtungen ohne irgendwelche "ausländischen" Einflüsse dürfte man als "Copyright" nutzen, um nicht die "Gefühle" anderer Völker zu "verletzen"...


    Also wir haben nur ein Anrecht auf die Kunst der alten Germanen zb.


    Witzig wenn man es weiterdenkt: man "säubert" Deutschland von "fremden" Einflüssen damit man keine "Schuld" aufbaut. Dass man damit aber sogar Gemeinsamkeiten mit seinen größten Gegnern hat, welche aber selbst nichtmal so konsequent sind im Alltag (bei der NPD wird sehr gerne Cola getrunkendrink:)), ist die größte Realsatire überhaupt!

    Ein ganz schlimmer Verlust ist der Hauptbahnhof sowie der Gründerzeit-Eckbau rechts von der Bahnhofstraße (Beginn des Videos. )...

    Ebenso die gotischen Häuser am Weberbach (min 13) und angeschnitten links das alte gotische Rathaus am Kornmarkt (16:10)


    Aber es gibt auch Erfreuliches wie das postmoderne Commerzbank-Haus in min 15:30!

    Ein sehr schöner Kurzfilm mit Vorher-Nachher-Ansichten von Trier. Leider auch in der ältesten Stadt Deutschlands einige herbe Verluste:


    Beide Seiten kann ich verstehen, aber dennoch fehlt mir bis auf die typisch "düsteren" Dresdner Sandsteingebäude, wo man auch die Patina lässt, ein guter Vergleich einer Kathedrale der Bedeutung von Köln, die ebenso dunkel geblieben ist...

    Hab mir wieder alle Kathedralen von Frankreich reingezogen, das Mutterland schlicht der Gotik: selbst bei der etwas "fleckigen" Reimser Kathedrale wurde da beim rechten Seitenportal angefangen, es schön rauszuputzen:



    Reims_Kathedrale.jpg


    Johan Bakker CC BY-SA 3.0





    Und ich nehme ein weiteres Bsp einer Kathedrale, die ich seit der Kindheit kenne: die Kathedrale von Metz. Sie war noch vor 10 Jahren teilweise ähnlich verrußt wie der Kölner Dom: der örtliche Jaumont-Stein ist nämlich durchaus empfindlich für jeglichen Dreck von Abgasen, aber auch generell scheint dieser Stein extrem schnell zu oxidieren, was historische Aufnahmen, wo es ein schwarzer Kasten war, bezeugen.



    Ein Bild von 2004:


    Cathedrale_Saint-Etienne_de_Metz.jpg


    Ghislain Sillaume — Travail personnel CC BY-SA 3.0


    Hier jedenfalls eigene Bilder von 2011, wo die Westseite mit dem Südportal bereits wunderbar saniert wurde und in einem wahnsinnigen Glanz erstrahlte:



    DSCI5710.jpg


    DSCI5711.jpg


    Abgedüste linke Seitenkapelle:


    DSCI5683.jpg


    Vs. "oxidierte" rechte Seitenkapelle:


    DSCI5682.jpg


    Der Chor ähnlich düster wie Köln:


    DSCI5680.jpg


    DSCI5679.jpg



    Und ein paar Jahre später, als der Südturm enthüllt wurde: ein ganz anderer Eindruck wie ein strahlendes Schmuckstück:


    IMG_20160908_143908.jpg


    Und die Details erst:


    PICT6065.jpg


    PICT6049.jpg


    PICT6045.jpg


    PICT6044.jpg


    Also: es ist auch bei problematischen Steinsorten möglich!


    besteht der dortige Dom wieder aus dutzenden verschiedenen Sand- und Kalksteinen

    Hab doch noch ein ähnliches Bsp ganz in der Nähe gefunden: der Aachener Dom besteht auch aus verschiedensten Kalk- Sansteinsorten (u..a. Blaustein) und dennoch hat man einzelne Partien schön herausgeputzt)


    https://upload.wikimedia.org/w…Imperial-Cathedral-01.jpg

    Das würde bedeuten, dass sich auch dort die moderne Stadtplanung durchgesetzt hätte. Die Schlossruine von Dresden wäre abgeräumt worden für irgendein Riesenkaufhaus, da sie so schön zentral liegt. Diese Entwicklung könnte ich mir auch bei der Ruine der Frauenkirche vorstellen.

    Das denke ich nicht! Selbst im heutigen Nürnberg, die Stadt welche man ja hier im Forum immer wieder kritisiert, aber auch die anderen nicht sehr gelungenen wiederaufgebauten Städte wie Köln, Mannheim, Ulm, Mainz, etc... haben die meisten ihre wichtigen sakralen Bauwerken und Schlösser weitgehend rekonstruiert. Nur bei den "einfachen" Bürgerbauten hat man sich natürlich schwergetan und großräumig abgeräumt das stimmt...


    Königsberg sähe vielleicht wie Nürnberg oder ein norddeutsches Bsp, Hildesheim heute aus: dichter bebaut mit langen Mietskasernen eventuell aus Backstein und leicht geneigten Dächern, die wichtigsten Kirchen und stadtbildprägenden Bauten rekonstruiert in den 1950-60er Jahre, im Zentrum vielleicht mehr Betonkästen für Kaufhäuser dazwischen.


    Das ist der entscheidende Unterschied zwischen "West" und "Ost": in der BRD hat man die Innenstädte schnellstmöglich nach dem Krieg neu hochgezogen und sehr dicht bebaut, in der DDR hat man versucht zunächst traditionell angelehnt zu bauen "Stalinbarock, sozialistischer Klassizismus". Da man aber nicht genug Geld hatte und letztendlich die ideolgische Wende nach dem Tod Stalins und spätestens Ende der 1950er Jahre, einen baulichen Bruch verursachte, ließ man die meisten Zentren locker mit Plattenbauten und viel Brachen bebauen!

    Hallo Frank,


    echt der Wahnsinn! Dagegen können sogar einige professionelle Modellbauer einpacken! Du könntest es zu einem echten Beruf entwickeln lassen und ne eigene Firma gründen, die so Bausätze herstellt! Vor allem das Innere der Kirche echt der Hammer:applaus:Der Fliesenboden spiegelt sich unheimlich realistisch, die Leuchten, der filigrane Altar sowie die Kanzel!

    Eine Frage: was machst du gegen Staub? Weil die Schicht kartoniert ist, kann man den leicht dann abwischen?


    Schönes Wochenende dir auch