Posts by Fachwerkliebhaber

    Ich bin da Außenstehender und weiß nicht viel. Aber mein Eindruck ist dies ganz jedenfalls. Es hat mich immer beeindruckt, mit den Bürgern in tschech. und ungarischen Städten zu reden - mit DDRlern kam unsereins nicht zusammen, für das Land galten rigorose Reisebestimmungen. Und im Ausland gaben sich die eher zugeknöpft. Aber ich war beeindruckt von diesen Persönlichkeiten, wie mir die Bevölkerung im Ganzen ungleich gebildeter vorkam als bei uns, auch, ja gerade einfachere Schichten. Übrigens hat man da gelernt, einen Menschen nie nach dem Äußeren zu beurteilen. Auch diese Erfahrung hat mir gefallen. Ich weiß, dass sich die Ostler immer gegenüber dem Westen "geniert" haben. Aber ich hatte immer viel eher den Eindruck, wir müssten uns vor den Ostlern genieren, für unsere infantilisierende Werbung, für die ganze Kommerzscheibe etc für unsere Plebeisierung. Für mich hatten die einfachen Ostler einfach viel mehr Würde. Ich bin jedenfalls gern mit fremden Menschen aus dem Osten zusammengesessen auf ein Bier oder was. Mir hat auch gefallen diese Mischung aus Ablehnung des Regimes bei grundsätzlichem Patriotismus. Ich bin auch so: unsere jeweiligen Regierungen mag ich nicht, habe aber ein gewisses Bewusstsein für kulturelles Erbe. Heute ist das umgekehrt, Stichwort Verfassungspatriotismus, für mich eine erbärmliche Angelegenheit. Man kann fast sagen, dass sich diese Menschen damals politisch einig waren darin, auch das hat mir gefallen. Ein ganzes Volk gegen die Regierung. Ich hab nie im Osten politisiert, wollte niemanden in die Bredouille bringen. Ich war Gast und hab den Mund gehalten, aber die haben selber angefangen. Was sich die alles zu sagen getrauten! Wenn ich an den Opportunismus bei uns denke!

    Ich hab nie den Ton gemocht, mit dem gegen die Ostler gespöttelt wurde.

    Das ist eine recht interessante Beobachtung Ursus!

    Es erklärt auch, warum dieser Teil Deutschlands immer noch deutlich vom Wesen her "konservativer" ist als der Westen, dass praktisch aus der Not des Regimes heraus und die Abschottung zur Alt-BRD sich manche Traditionen und Redewendungen (kein "Denglisch") teilweise besser erhalten haben als hier. Es erklärt vielleicht auch die Restaurierungswelle nach 1990 als man endlich Geld bekam um seine Schmuckstücke zu sanieren. Man hat vielleicht mehr Demut vor dem Alten, Gewachsenen und daher wird nicht alles wie bei uns zt leider als "Schandfleck" tituliert. Durch die weiße Wäschewerbung seit den 70er Jahren haben wir in der Hinsicht vielleicht einen zu extremen Hang zum Perfektionismus, dass jede Patina schädlich ist, es muss alles neu sein und "modern'...

    Sehr geehrter Eryngium,


    ich kann manche Reaktionen ja verstehen! Es tut manchen "Ostalgiker" sehr weh dass das tolle sozialistische System gescheitert ist und vom pöhsem Klassenfeind im Westen "übernommen" wurde. Dieser Minderwertigkeitskomplex der daraus entstand ist sehr schade, aber es ist sowas von lächerlich, mir zu unterstellen, "ostdeutsche Biografien" (was ist das eigentlich?) schlechtzureden!

    Ich bewundere die mitteldeutschen Bürger! Wie sie ihr von der DDR heruntergewirtschaftetes Land (ich sage nur Quedlinburg das beinahe dem Erdboden von den DDR-Schergen gleichgemacht würde) so vorbildlich so wunderschön saniert haben, schöner als es teilweise je bei uns passiert ist. Das ist großartig und die Rekowelle ist natürlich auch eine geniale Errungenschaft die in Dresden entstand und die mich erfreut jedes Mal wenn ich Neuigkeiten zum Thema Neumarkt hier im Forum entdecke!


    Die Menschen "im Osten" sind wunderbare Leute und auch kritischer als im Westen was die Politik angeht denn sie wissen durch ihre frische Erfahrung mit einer sozialistischen Diktatur, wie sehr man eine Demokratie schätzen sollte und über die Freiheit dankbar sein sollte, was wir im Westen als"Selbstverständlichkeit" sehen. Ihre friedliche Revolution im Herbst 89 war ein Wunder und verdient größte Anerkennung!


    Wo ich nur ein Problem habe ist die immer mehr stattfindende Verklärung der DDR-Dikatur, die im Grunde in der Rezeption vieler hier doch eine "Wohlfühldiktatur" wohl war denn das meiste war doch viel besser als "beim Klassenfeind". Sicher gab es wenige Aspekte die vielleicht besser waren wie der medizinische Bereich und der gesunde Patriotismus, aber im Großen und Ganzen war die DDR ein Unrechtsstaat und wer das anders sieht, der hat die Wiedervereinigung einfach nicht verdient tut mir leid ...

    Manchmal frage ich mich was diese themenfremde spalterische Diskussion eigentlich soll? Bei manchen ist offenbar die Mauer immer noch im Kopf. Wenn man übrigens die Statistik genauer liest zb bei Konzertbesuchen dann sind unter den mitteldeutschen Ländern Sachsen-Anhalt mit 63 und MV mit 58 pro 1000 Einwohnern sowie Brandenburg mit nur 44 sogar hinterm so "bildungsfernen" Saarland mit 68...

    Das zeigt doch dass es absoluter Käse ist zu behaupten, dass das ach so tolle DDR-Erbe würde immer noch zu höherer Bildung führt!

    Zudem hat es also nicht mit der DDR zu tun warum Sachsen und Thüringen so weit vorne sind sondern wegen ihrer viel tiefer gehenden Kulturgeschichte von der Weimarer Klassik über die Semperoper in Dresden, das sind wahrlich keine Erfindungen der "Zone" ...;-\

    Trier, ebenfalls in der Neustraße, Nr. 23 von 1595 mit einer wunderschönen Bemalung ("Lebensbaum"). So sah das im Zweiten Weltkrieg vernichtete gotische Viertel am Weberbach auch aus nur noch geschlossener mit mehr Häusern):









    Neustr. 91 hat auch gotische Elemente, im Kern ist das Haus sogar aus dem 12. Jahrhundert!






    Rückseite:


    Ich denke, es ist Zeit, dass der Mensch wieder ins Zentrum der Stadt gerät, nicht die Funktion.

    Saubere Luft, geringere Gefahr, niedriger Lärmpegel und gewonnener Raum kommen allen zugute.

    Der niedrige Lärmpegel ist schon teilweise da, habe mehrere Nächte in Charlottenburg verbracht in einer Dachwohnung und ich muss sagen, es war sogar ruhiger als bei mir Zuhause (auf dem Land...) Die Fenster waren zum Hof, da haben die Vögel gezwitschert, man hat sogar Fischreiher gesehen! Ein echtes Biotop...

    Deshalb verstehe ich den Vorschlag nicht... Berlin ist zudem von der Grünfläche her eines der grünsten Metropolen* Europas. Wer halt an einer Bundesstraße wohnt hat mehr Lärm aber gut, das gehört zu einer Stadt auch dazu und es gibt Leute die mögen das.



    *https://www.t-online.de/leben/…uptstaedte-in-europa.html

    Quote

    Berlin landet auf Platz 9 des Rankings. Die Stadt hat mit knapp 86 Prozent im Vergleich zu den anderen europäischen Hauptstädten den höchsten Anteil an Menschen, die zur Arbeit laufen, ein öffentliches Verkehrsmittel nutzen oder mit dem Fahrrad fahren.


    Letzteres bietet sich bei 620 Kilometern an Fahrradwegen auch an. Kein Wunder also, dass die durchschnittliche Menge an CO2, die jede Person durchschnittlich im Jahr produziert, mit 408 Kilogramm vergleichsweise gering ist. Nur die Einwohner von Wien und Kopenhagen haben einen niedrigeren Schnitt (309 und 377kg). Bei der Bewertung der allgemeinen Lebensqualität in der Stadt landete Berlin auf dem 8. Platz.


    und

    https://www.in-berlin-brandenb…uenste-Stadt-Europas.html


    Quote

    Fast sieben Prozent der Stadtfläche sind Wasserflächen und mehr als achtzehn Prozent sind Wald.


    [...]


    Etwa 29.000 Hektar Wald befinden sich auf dem Stadtgebiet

    Die "Blue Banana" Europas reicht nun einmal von Norditalien über die Alpen/Rheinschiene nach Benelux und Südengland, und zwar schon seit mindestens 150 Jahren.

    Es gibt aber auch noch die sogenannte " gelbe Banane" von Paris über Brüssel nach Berlin und ein gestricheltes Herz fasst diese mit der "blauen Banane" zusammen. Darunter ist praktisch ganz Deutschland zusammengefasst... Daher sieht es für unser Land wirtschaftlich innerhalb Europas doch sehr gut aus von der Geographie her...

    Frankreich, Skandinavien, Osteuropa, etc... haben da schon mehr Probleme bei der "Vereinsamung"...


    https://diercke.westermann.de/…aftliche%20Herz%20Europas.

    Beide Seiten kann ich verstehen! Natürlich sind die Garagen nicht wirklich erhaltenswert, aber ich sehe das Bauvorhaben dennoch kritisch weil mir die Neubauten für Rothenburg viel zu billig erscheinen. Für diese Traumstadt muss man einfach allerhöchste Ansprüche haben in Sachen Fassadenqualität die selbst teilweise die Nachkriegsbauten nicht erfüllen. Deshalb: ja ich wäre auch für eine Nahverdichtung, nur eben muss sie auch wirklich qualitativ hochwertig sein!

    Ja so wie es aussieht wohnt er in der im WK 2 zerstörten östlichen Altstadt, in der Galgengasse. Hier blieb wirklich nichts mehr stehen... Auch die Umgebunjg alles ab 1950ff


    Zu den geplanten Neubauten: ja die sehen wirklich furchtbar aus gerade im Detail. Klar sie haben Satteldach und Sprossenfenster, es wirkt aber alles so aufgesetzt und wie nicht gekonnt. Insbesondere die Giebel sind verfehlt...

    VonSalza völlig richtig neben den barocken Kirchen in Süddeutschland sind die rheinischen romanischen Kirchen meine Lieblingskirchen!


    Die drei romanischen Kirchen von Koblenz sind mit ihren doppeltürmigen Westfassaden einfach großartig:


    Liebfrauenkirche:


    St. Florin:


    St. Kastor:


    Dann natürlich der Limburger Dom! Ein echtes Meisterwerk der rheinischen Romanik:







    St. Peter in Merzig:


    IMG_20171027_135916.jpg


    Vor allem diese rot-weiße Farbigkeit finde ich beeindruckend bei diesen Kirchen:


    Bacharach:


    IMG_20140923_142425.jpg


    Sinzig:


    IMG_20160704_141525.jpg


    IMG_20160704_141324.jpg

    Im Strang Kurioses und Skuriles hat sich eine Diskussion ergeben, die hier weitergeführt werden kann.

    Die Überschrift "Zersiedelte Landschaften" wird eventuell noch angepasst. (Moderation)



    Ich bin zwar wahrhaftig kein Grüner, aber solangsam finde ich reicht es schon mit den Neubaugebieten. Gerade in Westdeutschland bestehen doch manche Ortschaften so gut wie nur noch aus Siedlungen ab 1945. Diese "Zersiedelung" geht teilweise so weit, dass die Dörfer dadurch sich immer näher kommen und teilweise schon ineinander übergehen... Gerade in der Region Stuttgart, in NRW, Rhein-Main-Gebiet, Rhein-Neckar aber auch im Saarland... habe ich das bemerkt schon heftig! Deutschland ist so dicht besiedelt wie kaum ein anderes Land auf der Erde! Es braucht wirklich nicht jeder ein NEUES EFH, zuerst sollten die Leute, wenn es in der Gemeinde alten Hausbestand gibt, der heruntergekommen ist, diesen sanieren. Das wäre dann wirklich nachhaltiger als jedes Jahr neue (gesichtllose) Häuser zu bauen (auch wenn die meisten ein Satteldach haben sehen die doch alle gleich aus). Da sollte der Staat wirklich was machen, eine Prämie erteilen oder was weiß ich, Anreize jedenfalls schaffen, damit unser Baukulturerbe nicht weiter verfällt statt den Siedlungsbrei noch zu fördern...

    Ich bin zwar wahrhaftig kein Grüner, aber solangsam finde ich reicht es schon mit den Neubaugebieten. Gerade in Westdeutschland bestehen doch manche Ortschaften so gut wie nur noch aus Siedlungen ab 1945. Diese "Zersiedelung" geht teilweise so weit, dass die Dörfer dadurch sich immer näher kommen und teilweise schon ineinander übergehen... Gerade in der Region Stuttgart, in NRW, Rhein-Main-Gebiet, Rhein-Neckar aber auch im Saarland... habe ich das bemerkt schon heftig! Deutschland ist so dicht besiedelt wie kaum ein anderes Land auf der Erde! Es braucht wirklich nicht jeder ein NEUES EFH, zuerst sollten die Leute, wenn es in der Gemeinde alten Hausbestand gibt, der heruntergekommen ist, diesen sanieren. Das wäre dann wirklich nachhaltiger als jedes Jahr neue (gesichtllose) Häuser zu bauen (auch wenn die meisten ein Satteldach haben sehen die doch alle gleich aus). Da sollte der Staat wirklich was machen, eine Prämie erteilen oder was weiß ich, Anreize jedenfalls schaffen, damit unser Baukulturerbe nicht weiter verfällt statt den Siedlungsbrei noch zu fördern...


    Moderation:


    Daraus ergaben sich zwei Diskussionen:


    Zersiedlung der Landschaft


    und


    Stadtplanung

    Allendorf, Amorbach, Arnis, Backnang, Bad Arolsen, Bad Langensalza, Bad Wildungen, Brakel, Cottbus, Deidesheim, Erbach, Eschwege, Flensburg, Freinsheim, Glückstadt, Gräfrath, Hameln, Hirschhorn, Hofgeismar, Homberg (Ohm), Konstanz, Korbach, Landshut, Liebenau, Limburg, Mayen, Meißen, Meisenheim, Melsungen, Minden, Montabaur, Münzenberg, Neustadt, Northeim, Ochsenfurt, Passau, Rosenheim, Speyer, Stolberg (Harz), Straubing, Tangermünde ,Unna, Warendorf, Weinheim, Wetzlar, Wittenberg, Witzenhausen, Zierenberg

    Binj mal die Liste durchgegangen und habe ein paar Fotos im Archiv gefunden die du gerne verwenden darfst, wenn du willst (weiß nicht welche HD-Quali haben)


    Freinsheim:



    Speyer Maximilianstr wohl gemeint?





    Hirschhorn:




    Backnang:






    Deidesheim: