Posts by Snork

    Es ist nicht genehmigungspflichtig. Man kann mit der mehr als 100 Jahre alten Fassade nach der gegenwärtigen Rechtslage machen, was man möchte. Und das ist ein Problem, wie man sieht. Es ist ein Vergehen am Stadtbild und an der Allgemeinheit, und es gibt dafür keine Strafe oder Sanktion, keine Wiedergutmachung. Das sollte sich ändern. Stadtbild Deutschland muss sich dafür einsetzen, von anderer Seite kommt da anscheinend nichts.

    Das Problem bei diesem Haus war nicht nur, dass es, obwohl praktisch im Originalzustand erhalten, trotz Prüfung und Bitten der BVV und des Bezirksamt nicht als Einzeldenkmal anerkannt wurde, sondern dass es auch das Pech hatte, knapp außerhalb des Denkmalbereichs Köpenicker Altstadt zu liegen. So konnte es ungestraft abgestuckt und verunstaltet werden, obwohl es nach §105 GEG (Gebäudeenergiegesetz) keineswegs Pflicht ist, besonders erhaltenswerter Bausubstanz eine Außendämmung zu verpassen - vom unpassenden Anstrich ganz zu schweigen. Es fällt in der Tat auf, dass das Berliner Landesdenkmalamt kaum noch Initiative beim Schutz gründerzeitlicher Häuser zeigt, sondern sich fast nur noch mit Unterschutzstellungen von Bausünden der 1960er und 70er Jahre brüstet.


    Bei der Sanierung solcher gründerzeitlichen Häuser herrscht nach wie vor (und eigentlich mehr denn je) Orientierungslosigkeit und Willkür, wie man schon an der Farbwahl erkennen kann. Den wenigen denkmalgeschützten Altbauten in Berlin steht auch heute noch eine große Mehrzahl komplett ungeschützter, quasi vogelfreier Gründerzeithäuser gegenüber, die, obwohl inzwischen auch mehr als 100 Jahre alt, weiterhin nach Belieben des Eigentümers abgestuckt und verhunzt werden dürfen. Der Berliner Stadtbild-Ortsverband wird noch in diesem Jahr eine Broschüre für Hauseigentümer mit Gestaltungsempfehlungen bei anstehenden Sanierungen nicht denkmalgeschützter Gründerzeitler herausgeben. Es ist eigentlich traurig, dass dieses Thema in den Medien und der Öffentlichkeit bisher praktisch überhaupt nicht wahrgenommen wird und auch von Seiten der Denkmalbehörden diesbezüglich kein Engagement erkennbar ist.

    Für ein Broschüren-Projekt des Berliner Ortsverbands von Stadtbild Deutschland werden zwei oder mehr historische Fotografien benötigt, die nachweislich lizenz- und kostenfrei verwendet werden können. Hierfür möchten wir die versierten Forumsteilnehmer gerne um Hilfe bitten.


    Das erste Foto, welches benötigt wird, wäre eine historische Fotografie eines gründerzeitlichen Straßenzuges mit typischer Berliner Mietshaus-Bebauung, bei der insbesondere die harmonische Fassadengestaltung in einem größeren Straßenbild-Zusammenhang erkennbar wird.


    Das zweite Foto sollte ein typisches, originales Erdgeschoss eines gründerzeitlichen Mietshauses mit Eingang, Schaufenster und historischer Werbe-Beschilderung oberhalb der Schaufensterfläche sein, beispielsweise als Email-Schild.


    Eventuell wünschenswert wären weiterhin die historischen Fotografien einer typischen schlichten gründerzeitlichen Hausfassade, sowie einer typischen Jugendstil- und einer Heimatstil-Fassade (beispielsweise mit Fachwerk-Erker) bei 5-geschossigen Mietshäusern.


    Auch wenn es nicht gleich perfekt zu passen scheint, wären wir für jede diesbezügliche Hilfe dankbar! :daumenoben:

    Meiner Erfahrung nach macht es einen großen Unterschied bei den Besucherzahlen von Museen, wie "legendär" und allgemein bekannt sie sind, wobei dieses eigentlich nur mässig stark mit der Einzigartigkeit der dort ausgestellten Kunstwerke korreliert. In Florenz zum Beispiel sind die Uffizien total überlaufen, während im mindestens genauso bedeutenden Museo Bargelo nur wenige Besucher sind. Es macht quantitativ einen sehr großen Unterschied, ob ein Museum für den Durchnittstouristen als Must-See erscheint wie die Eremitage in St Petersburg, oder ob es doch eher nur die wirklichen Kulturtouristen dorthin zieht wie auf die Museumsinsel in Berlin.

    Das Problem der international recht schwachen Besucherzahlen der Museen wird übrigens in Berlin schon lange diskutiert und ist eigentlich nur unbefriedigend erklärt. An der Qualität der Sammlungen liegt es eher nicht. Übrigens hat ja auch München herausragend gute Museen, die auch eher schwach besucht sind.

    Ein weiterer Grund für die sehr hohen Besucherzahlen mancher Museen ist, dass in anderen Ländern Museumsbesuche von Schulklassen viel häufiger sind als bei uns. Gerade vormittags sind zB im British Museum in London sehr viele Schulklassen mit Führungen, was sich natürlich auch auf die Zahlen auswirkt. Bei uns sieht man eigentlich nur Kunstklassen von Gymnasien in den Museen, in anderen Ländern überwiegend Grundschüler.

    Eine Frage an die kunstgeschichtlich bewanderten Foristen: als welchen Neo-Stil kann man die nachfolgend gezeigten, typischen Gründerzeitfassaden am ehesten bezeichnen? Neo-Barock? Gar Neo-Renaissance, da spitze und runde Fensterverdachungen ja durchaus nicht untypisch für die italienische Renaissance sind? Oder einfach ein Mischstil - der allerdings zu "rein" aussieht, um ihn als eklektizistisch zu bezeichnen. Was meint Ihr?


    Berlin August 2021


    Berlin August 2021

    Der Neubau in der Knesebeckstraße N°62 von Nöfer ist bald fertiggestellt. Wäre ja bombig, wenn jemand in den nächsten Wochen Fotos liefert...

    Bitteschön:


    Berlin August 2021


    Berlin August 2021


    Berlin August 2021


    Sieht gut aus, wertige und elegante Fassade. Mal wieder ein exzellentes Stück Stadtreparatur von Nöfer Architekten.

    Folgend die Antworten des Senats auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Frank Jahnke vom 30. Juni 21 zu "Bebauung und Architektur am Molkenmarkt und im Klosterviertel".


    Insgesamt muss man die Antworten als ausweichend und wenig erhellend bezeichnen. Ohne entscheidende Änderung in der Senatsbesetzung nach den Wahlen wird es wohl nichts werden mit einer dem bedeutenden Ort gerecht werdenden Bebauung von Molkenmarkt und Klosterviertel, auf die die Berliner in späteren Zeiten anerkennend blicken werden. Potsdam leistet Hervorragendes mit seinem Leitbautenkonzept für die historische Mitte, in Berlin sieht es beim prinzipiell vergleichbaren Baugebiet am Molkenmarkt und im Klosterviertel nach einem Totalausfall aus. Schuld hieran ist nicht nur die von den LINKEN besetzte Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, sondern letztlich auch Gleichgültigkeit und mangelnder Einsatz der Senatsspitze.


    Quelle


    Drucksache 18 / 28 052
    Schriftliche Anfrage
    18. Wahlperiode
    Schriftliche Anfrage
    des Abgeordneten Frank Jahnke (SPD)
    vom 30. Juni 2021 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 30. Juni 2021)
    zum Thema:


    Bebauung und Architektur am Molkenmarkt und im Klosterviertel
    und Antwort vom 16. Juli 2021 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 19. Juli 2021)


    1
    Senatsverwaltung für
    Stadtentwicklung und Wohnen
    Herrn Abgeordneten Frank Jahnke (SPD)
    über
    den Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin
    über Senatskanzlei - G Sen -
    A n t w o r t
    auf die Schriftliche Anfrage Nr. 18/ 28052
    vom 30.06.2021
    über Bebauung und Architektur am Molkenmarkt und im Klosterviertel


    Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre Schriftliche Anfrage wie folgt:


    Frage 1. Im Auftrag des Senats sollen die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) und die Degewo bei der
    Bebauung des Molkenmarktes tätig werden. Hat der Senat dafür eine rechtliche Vereinbarung mit der WBM
    und der Degewo geschlossen bzw. beabsichtigt dieses zu tun? Wenn ja, welche Leistungen sollen die
    beiden Wohnungsbaugesellschaften auf Grundlage der Vereinbarung am Molkenmarkt und im Klosterviertel
    erbringen?


    Antwort zu Frage 1.
    Die rechtliche Vereinbarung des Landes Berlins stellt grundsätzlich die Einbringung der
    Flächen in die jeweilige Wohnungsbaugesellschaft im Rahmen der Übertragung in das
    Gesellschaftsvermögen dar. Dieser Vertrag beinhaltet darüber hinaus einen „Projektteil“,
    dessen Inhalte sich ausschließlich auf die qualitativen Vorgaben der Quartiersentwicklung
    für die Wohnungsbaugesellschaften beziehen. Diese Inhalte werden in einem laufenden
    mehrstufigen städtebaulichen Qualifizierungsverfahren mit den Gesellschaften,
    verschiedenen Verwaltungen des Landes Berlin und der Senatskanzlei, begleitet durch
    einen intensiven Beteiligungsprozess schrittweise differenziert und dann in die
    Vertragsverhandlungen überführt (s. Antworten zu Fragen 2, 3 und 4).


    Frage 2. In den Leitlinien der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen zur Bebauung des
    Molkenmarkt-Gebietes wird ausgeführt, dass mit dem Molkenmarkt ein neues Stück Innenstadt für Berlin
    entstünde, das mit hohem städtebaulichem, architektonischem und prozessorientiertem Anspruch an die
    Baukultur gestaltet werde. Erhalten die WBM und die Degewo dafür gesonderte Finanzmittel vom Senat
    oder müssen sie diese besondere Bebauung aus ihren originären Mitteln leisten? Sofern WBM/Degewo
    gesonderte Mittel erhalten: In welcher Höhe?

    Antwort zu Frage 2.
    Die Anforderungen an die städtebaulich-architektonische Gestaltung stehen in enger
    Verbindung u.a. zu den sozialen, umweltbezogenen, kulturpolitischen und verkehrlichen
    Ansprüchen an ein zeitgemäßes, innerstädtisches Quartier. Diese Anforderungen werden
    derzeit gemeinsam in einem städtebaulichen Qualifizierungsverfahren schrittweise
    erarbeitet (s. Antwort zu Frage 1). Die Höhe der somit entstehenden zusätzlichen
    projektrelevanten Kosten sowie die Finanzierbarkeit von Qualifizierungsbausteinen wird
    anschließend verbindlich geklärt. Zur Umsetzung der Anforderungen aus dem
    Qualifizierungsprozess ist eine finanzielle Entlastung der Wohnungsbaugesellschaften
    durch Projektzuschüsse der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnungsbau
    sowie die Einwerbung weiterer fachbezogener Fördermittel notwendig.


    Frage 3. Gemäß der Überschrift der Leitlinien („Wie gestalten wir gemeinsam den Molkenmarkt“) ist es Ziel
    des Senats, den Molkenmarkt gemeinsam zu gestalten. Inwiefern berücksichtigen die Leitlinien bezüglich
    der Architektur das Ergebnis der Bürgerbeteiligung vom vergangenen Jahr, bei der sich 82 Prozent der
    Beteiligten für die Rekonstruktion quartierprägender Leitbauten ausgesprochen haben?


    Antwort zu Frage 3.
    Die Beteiligungsprozesse der letzten Jahre haben gegensätzliche Erwartungen an die
    Gestaltung des Quartiers deutlich gemacht, eine klare Präferenz für die Rekonstruktion
    von Leitbauten lässt sich jedoch nicht belegen. Die Leitlinien spiegeln diese vielschichtige
    Ausgangslage wider und bilden den Rahmen für weitere städtebauliche Konkretisierung in
    diesem Jahr. Der anstehende Qualifizierungsprozess startet mit einer großen Offenheit
    gegenüber verschiedenen Konzepten und Planungsansätzen. Er wird EU-weit und als
    offenes Verfahren ausgeschrieben.
    Während der städtebauliche Wettbewerb zunächst analog eines Ideenwettbewerbs zu
    verstehen ist und überprüfen soll, wie sich die große Vielzahl an Anforderungen umsetzen
    lässt, ist es das Ziel des Werkstattverfahrens die Kriterien und Qualitäten für die
    anschließenden Realisierungswettbewerbe in Bezug auf konkrete Gebäude abzustecken.
    Die Bürger*innen werden zu gegebener Zeit eingeladen, sich in weiteren Formaten z. B.
    einer Bürgerveranstaltung vor dem Preisgericht, als Bürger*innenvertreter im Verfahren
    sowie im anschließenden Werkstattverfahren anhand von Planungswerkstätten
    einzubringen.


    Frage 4. Die Leitlinien führen weiterhin aus, dass die historische Stadtstruktur mit kleinteiliger Parzellierung,
    die sich nicht nur in den Fassaden, sondern auch in einer angemessen kleingliedrigen Struktur der
    Raumangebote widerspiegelt, unter anderem Ausgangspunkt für Gestaltungsqualitäten sei. Inwiefern findet
    sich dieser „Ausgangspunkt“ Eingang in die Kriterien des städtebaulichen Wettbewerbs zum Molkenmarkt?


    Antwort zu Frage 4.
    Grundlage für die Aufgabenstellung des städtebaulichen Wettbewerbs bilden der
    rechtskräftige Bebauungsplan sowie die Leitlinien. Eine kleinteilige Bebauung und
    Parzellierung ist somit bereits durch die Festsetzungen gemäß B-Plan als Grundprämisse
    der weiteren Planung zu verstehen und soll im Wettbewerb sowie dem Werkstattverfahren
    anhand von Lösungsvorschlägen diskutiert und konkretisiert werden.

    Frage 5. Gibt es – jenseits der Beschlussfassung zum Bebauungsplan Molkenmarkt/Klosterviertel im Jahr
    2016 - zur Frage der zukünftigen Gestaltung und Architektur am Molkenmarkt einen Senatsbeschluss?
    Wenn ja, wann ist dieser gefasst worden? Wenn nein, warum hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
    und Wohnen nicht die Beschlussfassung durch den Senat beantragt, obwohl dieses gemäß § 10 der
    Geschäftsordnung des Senats bei Angelegenheiten von all-gemeiner politischer, sozialer, finanzieller,
    wirtschaftlicher oder kultureller Bedeutung geschehen soll?


    Antwort zu Frage 5.
    Inwieweit nach dem erfolgten Senatsbeschluss zum Bebauungsplan weitere
    Senatsbeschlüsse sinnvoll sein werden ist noch offen. Der Senat pflegt im Allgemeinen
    Zurückhaltung bei der Herbeiführung guter Gestaltungskonzepte im Vertrauen auf
    qualifizierte Lösungen, die erfahrungsgemäß am besten aus Gestaltungswettbewerben
    oder Beratung im Gestaltungsbeirat „Baukollegium“ hervorgehen.
    Frage 6. Der sog. Block C des Molkenmarkt-Areals, d.h. der Große Jüdenhof, ist teilweise im Eigentum des
    Landes Berlin, teilweise im Eigentum des Bundes. Das Bestandsgebäude Klosterstraße 44 befindet sich in
    Privateigentum. Welche Pläne für den Block bzw. für die in Bundeseigentum befindlichen hat der Bund
    gegenüber dem Land Berlin geäußert?


    Antwort zu Frage 6.
    Nach Darstellung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), wird sie ihre Flächen
    gem. den Vorgaben des rechtsgültigen Bebauungsplans 1-14 entwickeln. Auf Grund der
    anspruchsvollen Eigentumssitutation und zur Abstimmung mit den Vorgaben für die
    Entwicklung der landeseigenen Flächen sowie zur Vorbereitung der zukünftigen
    Realisierungsphase nimmt die BImA auf eigenen Wunsch an den städtebaulichen
    Qualifizierungsverfahren in einer Gastrolle teil.


    Frage 7. Mit Drucksache 18/27557 hat der Senat mitgeteilt, dass es sich bei der Stiftung Berlinisches
    Gymnasium zum Grauen Kloster, die die Restitution von Teilflächen des Blocks D beantragt hat, gemäß
    Entscheidung der Senatsverwaltung für Justiz (Stiftungsaufsicht) um eine Stiftung des bürgerlichen Rechts
    handelt, die auf Grund des Berliner Stiftungsgesetzes zu beaufsichtigen ist. Auf welchen inhaltlichen
    Gründen beruhte ausweislich der bei der Stiftungsaufsicht geführten Akten die Entscheidung, dass die
    Stiftung Berlinisches Gymnasium zum Grauen Kloster eine Stiftung bürgerlichen Rechts ist?


    Frage 8. Gemäß § 5 des Berliner Stiftungsgesetzes hat die Stiftungsaufsicht bei der Änderung der Satzung
    einer Stiftung zu prüfen, dass der Stifterwille berücksichtigt wird; der Stifter einer Stiftung muss der
    Stiftungsaufsicht also bekannt sein. Wer ist ausweislich der bei der Stiftungsaufsicht geführten Unterlagen
    der Stifter der Stiftung Berlinisches Gymnasium zum Grauen Kloster?


    Antwort zu Fragen 7und 8.
    Der Vorgang zu der heute von der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und
    Antidiskriminierung beaufsichtigten Stiftung Berlinisches Gymnasium zum Grauen Kloster
    nimmt seinen Anfang mit der Aufnahme der Aufsichtstätigkeit über ein im Westteil Berlins
    belegenes Zweckvermögen im Jahr 1951. Die sich bei der Aufsicht über rechtsfähige
    Stiftungen des bürgerlichen Rechts stellenden Fragen sind bereits aus
    Zuständigkeitsgründen ausschließlich unter dem auf die jeweilige
    stiftungsaufsichtsrechtliche Fragestellung bezogenen Blickwinkel zu betrachten. Wie
    bereits in der Beantwortung der Schriftlichen Anfrage zu Abghs. Drs. 18/27557 ausgeführt,
    fällt die Prüfung und Entscheidung der vor dem Hintergrund der Geltendmachung zivilbzw. vermögensrechtlicher Ansprüche zu betrachtenden Frage, ob die Stiftung mit dem historischen Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster rechtlich identisch ist, nicht in die Zuständigkeit der Stiftungsaufsicht.


    Berlin, den 16.7.21
    In Vertretung
    Lüscher
    ................................
    Senatsverwaltung für
    Stadtentwicklung und Wohnen

    Die Berliner Morgenpost berichtet über den Stand der Dinge an der Nordseite.

    Für Nicht-Abonnenten hier eine kurze Zusammenfassung wesentlicher Punkte in dem Artikel von Isabell Jürgens:


    Der Artikel erinnert an die Textpassage aus dem RRG-Koalitionsvertrag von 2016: "Das Umfeld des Humboldt-Forums wird verkehrsberuhigt und der Straßenraum bis zum Brandenburger Tor fußgängerfreundlich umgestaltet. Dabei wird der motorisierte Individualverkehr unterbunden zugunsten des Umweltverbundes".

    Wie man sieht: passiert ist in dieser Legislaturperiode praktisch nichts. Es ist auch anscheinend nichts Konkretes geplant. Antwort der Behörde der grünen Verkehrssenatorin Regine Günther auf die dbzgl Anfrage der Morgenpost: "Insgesamt wurden aufgrund der anhaltenden städtebaulichen Entwicklungen im Umfeld des Humboldt Forum noch keine abschließenden verkehrlichen Aussagen getroffen."

    Allerdings sollte man als Auswärtiger wissen, dass insbesondere der grüne Verkehrssenat noch nicht einmal die selbst favorisierten Wünsche und Pläne wesentlich ihrem Ziel entgegenzubringen vermag, abgesehen vielleicht von ein paar Pop-Up-Radwegen. Auf eine verkehrliche Attraktivierung des Schlossumfelds braucht man da wohl in der gegenwärtigen politischen Konstellation nicht zu hoffen.


    Weitere Punkte:

    Bis zum Frühjahr 2022 sollen die noch fehlenden, 80 m langen westlichen Schlossterrassen an der Lustgartenseite fertiggestellt werden. Grund für die zögerliche Fertigstellung seien laut Hans-Dieter Hegener, Bauvorstand der Stiftung Humboldt-Forum, die derzeit stattfindenden bis zu 100 m tiefen Bohrungen der Geothermieanlagen für die Wärme- und Kälteversorgung des Schlossbaus. Diese Arbeiten wiederum konnten erst nach Fertigstellung des U-Bahnhofs Museumsinsel begonnen werden.


    Dankenswerterweise wird in dem Artikel noch erwähnt, dass "viele Berliner sich gewünscht hätten, dass die Rossenbändiger, die seit 1844 vor dem Portal IV die Schloss-Terrasse zierten und 1945 in den Kleistpark nach Schöneberg versetzt wurden, wieder an ihren angestammten Platz zurückkehren". Ganz ausgeschlossen sei das nicht, denn die Fundamente für die Rückkehr seien gelegt.


    In diesem Zusammenhang erlaube ich mir noch einen Hinweis auf die Adlersäule, die bis 1950 an der nordwestlichen Ecke der Schlossterrassen aufgestellt war, und deren kunstvoll gearbeitetes, 1846 fertiggestelltes Bronzekapitell noch existiert. Man kann nur hoffen, dass neue politische Konstellationen nach den Berliner Abgeordnetenhauswahlen im September Bewegung in die Sache bringen. Derzeit gibt es einfach keinen politischen Willen im Senat, das Schlossumfeld weiter zu verbessern. Eher hat man den Eindruck, dass hinhaltend Obstruktion betrieben wird.

    Es kann nicht schaden, wenn Flutopfer erfahren, welches infames Spiel hier getrieben wurde und wird.

    So ist es. Andere Quellen im Internet sehen den Text nämlich als "Kreativen Scherz gegen die Antifa" - "Ein vermeintliches Bekennerschreiben der linken Szene entpuppt sich als Fake von Neonazis" (beispielhafte Quelle).


    Etwas (selbst-)kritische Distanz bei solchen Zuschreibungen wäre sinnvoll, Elbegeist. Ich sehe auch nicht, dass die Diskussion der hier von Dir an den Haaren herbeigezogenen Frage, ob die Justiz hierzulande auf dem linksextremen Auge blind ist, diesen Themenstrang inhaltlich weiterbringt. Es wäre schön, jetzt mal zum eigentlichen Thema zurückzukehren: "Regenunwetter in Westdeutschland im Juli 2021".

    Das wurde aufgrund der Brisanz vom Forum gelöscht

    Nein, der von Elbegeist verlinkte "Aufruf" der Antifa von 2013, sächsische Deichbauwerke zu zerstören, um (sinngemäß) das "scheisz-deutsche Volk zu vernichten", erscheint zum einen so plakativ überzogen und plump, dass man auch auf den Gedanken kommen kann, es handelte sich um eine vermeintlich geschickte Aktion von rechter Seite, die damals verzweifelte Situation vieler Menschen in den Flutgebieten zu nutzen, um Stimmung gegen die Antifa zu machen. Es konnte ja anscheinend auch bis heute die Autorschaft nicht ermittelt werden. Solche zweifelhaften Quellen sollten hier nicht verlinkt werden.


    Zum anderen hätte Elbegeist als langjähriger Forumsteilnehmer auch selbst darauf kommen können, dass es dem Forumsfrieden nicht zuträglich ist, aus einem Themenstrang über die Flutereignisse in Westdeutschland eine Diskussion darüber zu machen, ob 2013 die Antifa in Sachsen Hochwasserschutzanlagen zerstören wollten, um das "scheisz-deutsche Volk zu vernichten". Ich fand das auch ein wenig respektlos gegenüber den realen Opfern der aktuellen Überschwemmungsereignisse.

    Auf dem Grundstück der vor rund 2 Jahren in der Elisenstraße in Binz unter unter skandalösen Umständen abgerissenen Villa Merlin wurde dieser Tage ein Bauschild aufgestellt:


    Binz, Elisenstraße


    Binz, Elisenstraße


    Sicherlich wurde hier eine Bezugnahme auf den Bäderstil versucht, und ich würde nicht einmal sagen, dass es völlig missglückt ist. Dennoch lehrt einen die vergleichende Betrachtung alter und neuerer Bauten im Bäderstil, dass es bei den originalen Häusern praktisch nie Störungen in den Proportionen gibt. Die damaligen Baumeister hatten die Gesetze von Harmonie und Schönheit einfach noch von Grund auf gelernt, ja vollkommen verinnerlicht, während man sich heutzutage schon über einzelne nicht verunglückte Teile bei Bäderstil-Neubauten freuen muss. Alleine so etwas wie der völlig überhöhte schmiedeeiserne Balkon links im obersten Geschoss der "Villa Chloe" wäre einem Baumeister des 19. Jahrhunderts nicht unterlaufen.


    Mag manchen von Euch dies auch als Jammern auf hohem Niveau erscheinen, so muss man doch feststellen: gäbe es in diesen Orten nicht die nach wie vor das Bild bestimmende alte Bäder-Baukunst, sondern nur noch "Neubauten im Bäderstil", so wäre der Zauber des Ortsbilds verloren. Man würde vielleicht noch wegen des Strandes herkommen oder der Landschaft, so wie in die weitgehend verhunzten, als mahnende Beispiele geeigneten Schleswig-Holsteinischen Seebäder (z.B. Westerland auf Sylt, Timmendorfer Strand), nicht mehr jedoch wegen der besonderen Baukultur.

    Es wäre zu wünschen, dass es in den hiesigen Ostseebädern zu keinen weiteren Abrissen kommt. Ich sehe es inzwischen auch so, dass ein übergeordneter Schutz der Bäderstil-Architektur notwendig ist, beispielsweise als UNESCO-Weltkulturerbe. Die lokalen Kräfte in Politik und Verwaltung sind erkennbar nicht stark genug, um ihre wertvollen Ensembles ausreichend zu schützen. Wenn es so weitergeht, werden diese Orte, die noch über viele Bäderstil-Bauten in der 1. und 2. Reihe verfügen, nach und nach ihren Charakter verlieren, und spätere Generationen werden uns übelnehmen, auch dieses Kulturerbe nicht ausreichend geschützt zu haben.

    Moderationshinweis: ich lasse den Beitrag erstmal stehen. Vielleicht hat ja der eine oder andere noch etwas zum durchaus interessanten Thema minimalistisches Bauen beizutragen.

    Beim Architekturwettbewerb für das neue Besucherzentrum am Schloss Charlottenburg wurde kürzlich ein Siegerentwurf nach nichtoffenem Wettbewerb ausgewählt.


    Seite der SPSG mit Visualisierungen


    ausführliches Juryprotokoll mit denkmalpflegerischen Stellungnahmen (PDF)


    Zusammenfassender Bericht der Berliner Woche zu den Bau- und Sanierungsplanungen am Schloss Charlottenburg


    StreetView-Blick auf den zukünftigen Baubereich


    Grundsätzlich muss man sich wohl fragen, warum dort, nur einen Steinwurf westlich des Wachhäuschens am Eingang zum Ehrenhof des Schlosses, überhaupt etwas gebaut werden soll bzw darf. Besser wäre es doch wohl gewesen, die benötigten Funktionsbereiche in die reichlich vorhandenen Räumlichkeiten der direkt benachbarten nichtmusealen historischen Bestandsbauten zu integrieren. Auch wenn die Jury sich, der genannten grundsätzlichen Problematik anscheinend durchaus bewusst, für einen der filigraneren, gestalterisch zurückhaltendsten Entwürfe entschieden hat, erscheint die Höhe und Breite des zweistöckigen Glas-Stahl-Baus doch monströs in Relation zum benachbarten Schlosskomplexes und wird von denkmalpflegerischer Seite auch entsprechend kritisiert.

    Besser wäre es gewesen, an dieser Stelle - derzeit befindet sich dort eine baumbestandene Parkplatzfläche - eine historisch dokumentierte Gartengestaltung denkmalgerecht wiederherzustellen. Dank des Sonderinvestitionsprogramms des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg wären auch hierfür die nötigen Mittel vorhanden gewesen.


    Edit: Auszug aus der denkmalpflegerischen Stellungnahme im Juryprotokoll:

    Quote


    Der Entwurf mit der zweigeschossigen Glasfassade überschreitet allerdings die im Wettbewerb genannten Maximalhöhen und muss daher dringend in Höhe und Proportionierung umgearbeitet werden.

    Hallo Iroc, bezüglich der Farbauswahl bei der Sanierung gründerzeitlicher Häuser lohnt sich sicherlich die Lektüre des Leitfadens zum Umgang mit historischer Bausubstanz im Erhaltungsgebiet Schillerpromenade in Berlin:


    Link zur PDF-Datei


    Auf Seite 41 ff findest Du Erläuterungen zu den historischen Farbgebungen gründerzeitlicher Häuser in Berlin - diese gelten aber sicherlich im Prinzip auch für viele andere deutsche Städte.


    Einige Prinzipen der Farbgebung gründerzeitlicher Bauten:


    Einheitliche Farbe auf der gesamten Fassade, also keine farbliche Absetzung von Erdgeschossen und Erkern. Die Plastizität der Stuckfassade wird allein durch den Schattenfall sichtbar.


    Gedeckte Farben im Spektrum von Weiß bis ockerbraun.


    Für die deutliche Ablesbarkeit des Fassadenablaufs im Straßenbild unterscheidet sich die Farbgebung eines einzelnen Hauses jeweils leicht vom Nachbarbau.


    Glückwunsch zu Deinem Engagement für ein schönes Stadtbild! :harfe:

    Ein weiteres Beispiel für eine intellektuell abgehobene, akademische Diskussion, die mit der Lebenswirklichkeit der Menschen in den Städten wenig zu tun hat: https://rotary.de/kultur/denkm…ngsarchitektur-a-671.html

    Fast könnte man meinen, bei dieser recht polemisch formulierten Abrechnung mit Rekonstruktionen sei es darum gegangen, eventuell sentimental-konservativ gestimmte, naiv dem Schönen zugeneigte potenzielle Spender von Rotary davon abzuhalten, für das Berliner Stadtschloss zu spenden. Dabei hätte von Buttlar schon damals wissen und erwähnen können, dass es sich bei dem geplanten Berliner Schloss sehr wohl um eine von ihm zähneknirschend akzeptierte "kritische Rekonstruktion" handelt, nämlich mit moderner Ostseite.

    Es erscheint widersprüchlich, dass der Autor einerseits die Absolutheit und intellektuelle Überlegenheit seines Urteil anhand abwertender Begrifflichkeiten ("Augentrost") herausstellt, andererseits ausführlich begründet, warum es bei Rekonstruktionen eben entscheidend doch auf die Umstände des Einzelfalls ankommt. Wir haben die Zeitgebundenheit und die regionale Bedingtheit denkmalpflegerischer Dogmen ja bereits eingehend im Strang "Denkmalschutz in der Kritik" diskutiert.

    Seitdem die Denkmalpflege ihr Herz für die 1960er und 70er Jahre entdeckt hat, beschleicht mich regelmäßig ein flaues Gefühl, wenn ich von neuen Unterschutzstellungen lese. Das war bis vor wenigen Jahren noch anders. Allzu oft werden nun mittels Denkmalrecht städtebauliche Brutalitäten auf alle Zeiten quasi in Kunstharz gegossen, während der Großteil der wesentlich älteren Gründerzeitbauten weiterhin nach Belieben verhunzt und abgebrochen werden darf, insbesondere in Berlin.

    Bei dem Film fällt auf, dass es vor allem die Bewohner und Nutzer der Betonkästen und die Denkmalschützer sind, die von diesen Bauwerken schwärmen. Alle anderen finden es nur grauenhaft.

    Eine Brache war es zuvor meines Wissens nicht, sondern dort befanden sich, nur wenige 100 m südlich des Kurfürstendamms, Kleingärten.

    So einen zurückgezogenen Eingangshof nennt man auch Ehrenhof.

    Haus Straße zum Löwen 1 in Berlin Wannsee


    StreetView (verpixelt) mit Umgebung


    In Berlin Wannsee wurde vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf die Abrissgenehmigung für ein 1871 erbautes Sommerhaus der Villenkolonie Alsen, Straße zum Löwen 1, erteilt. Der Tagesspiegel berichtete darüber am 12.5.21 in einem ausführlichen Artikel von Boris Buchholz, der leider derzeit nicht online verfügbar ist.

    Die Denkmalwürdigkeit des im Krieg unzerstört gebliebenen Hauses sei vom Landesdenkmalamt geprüft und wegen erfolgter Umbauten als nicht gegeben angesehen worden. Da es für diesen Bereich, so wie für den Großteil der ausgedehnten historischen Villengebiete im Berliner Südwesten, keinen Denkmalschutz und keine Erhaltungssatzung gibt, hatte der Bezirk keine rechtliche Möglichkeit, den Abrissantrag abzulehnen. Protestiert haben zahlreiche Initiativen und Vereine, so die Pückler-Stiftung, der Heimatverein Zehlendorf, der Verein für Geschichte und Kultur Wannsee, der BUND Südwest. Der Berliner Ortsverband von Stadtbild Deutschland hat sich nun auch mit einem Schreiben an die Bezirksverordneten, die zuständigen Bezirksverwaltungen und die Abgeordneten des Berliner Parlaments gewendet, da wir der Meinung sind, dass es im gesamten Stadtgebiet städtebauliche Erhaltungsverordnungen nach § 172 Abs 1 S.1 Nr.1 Baugesetzbuch oder andere geeignete, in der Kompetenz von Politik und Verwaltung liegende Rahmenbedingungen geben müsste, um auch in Zukunft die weiterhin schleichend stattfindenden Abrisse historischer Gebäude in Berlin wirksamer zu verhindern:


    "An die

    Damen und Herren Abgeordneten im Abgeordnetenhaus von Berlin, Niederkirchnerstraße 5,10117 Berlin

    Die Bezirksverordneten von Steglitz-Zehlendorf


    Alte Häuser sind in Berlin nicht ausreichend vor Abrissen geschützt – es liegt in Ihrer Hand, mit Hilfe von Erhaltungssatzungen daran etwas zu ändern.


    Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des Berliner Parlaments, sehr geehrte Bezirksverordnete,


    über Abrisse von Gebäuden des 19. Jahrhunderts wird in Berlin meist nur, wenn überhaupt, in bezirklichen Lokalseiten von Zeitungen berichtet – aktuell im Tagesspiegel vom 12.5.21 über die „Conrad-Villa Nr. 3“, 1871 als eines der ersten Sommerhäuser der Villenkolonie Alsen in Wannsee erbaut. Für dieses Haus wurde vom bezirklichen Bauamt eine Abrissgenehmigung erteilt, Proteste mehrerer Vereine und Initiativen blieben bislang erfolglos. Eine Unterschutzstellung des 150 Jahre alten Hauses wurde durch das Landesdenkmalamt abgelehnt - mit der Begründung, das Gebäude sei wegen durchgeführter Umbauten nicht mehr schutzwürdig.


    Dieser Fall ist beispielhaft auch für andere Abrisse im Berliner Stadtgebiet. Viele baukulturell, in ihrer Ensemblewirkung oder bereits auf Grund ihres Alters wertvolle Gebäude sind in den letzten Jahrzehnten durch Neubauten ersetzt worden - und das Abrissgeschehen setzt sich auf Grund letztlich unveränderter Gesetze und des anhaltenden Verwertungsdrucks auf dem Immobilienmarkt schleichend, aber kontinuierlich fort. Manche Abrisse hat man später bereut, viele fast schon vergessen. So haben sich manche stadtgeschichtlich bedeutenden Quartiere Berlins, die Krieg und Verfall mit Glück überstanden haben, bereits irreversibel verändert und zeigen sich heute in weiten Bereichen inhomogen und überformt, die ursprüngliche Ensemblewirkung ist kaum mehr erlebbar.


    Doch aus den Verlusten wurden keine ausreichenden Lehren und Konsequenzen gezogen. In Berlin gibt es Denkmalschutz weiterhin nur für wenige, kulturell bedeutende Bauwerke. Das Erkennen früherer Fehler sollte normalerweise Anlass dazu geben, diese fortan zu vermeiden, ja eine Wiedergutmachung zu erwägen – nicht jedoch, diese weiterhin zu ignorieren oder gar fortzusetzen. Es wäre ein Zeichen von Respekt für die baukünstlerischen Leistungen der Menschen früherer Zeiten, nachträgliche Umbauten an jahrhundertealten Gebäuden nicht als Begründung zu nehmen, diese ganz zu beseitigen - sondern einen Erhalt dieser Häuser als Selbstverständlichkeit anzusehen, vielleicht gar Unterstützung dafür zu bieten, das Erscheinungsbild des Hauses in Anlehnung an seine ursprüngliche baukünstlerische Intention wiederherzustellen. Es liegt in unseren Möglichkeiten und ist Teil unserer Verantwortung gegenüber früheren, aber auch in Zukunft hier lebenden Menschen, das Abrissgeschehen zu beenden und zu retten, was noch zu retten ist. Zu viel ist schon verloren gegangen.


    Hierfür müssen jedoch auch von Seiten der Gesetzgebung die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Unserer Meinung nach ist es der falsche Weg, wenn der Abriss eines Hauses grundsätzlich zulässig ist, sofern nicht im Einzelfall Denkmalschutz, quartiergebundene Erhaltungssatzungen oder das Zweckentfremdungsverbot dem entgegenstehen – und die Bezirksämter mit den Abrissgenehmigungen quasi allein gelassen werden. Für eine an Nachhaltigkeit orientierte, der Baukultur aller Zeiten Respekt entgegenbringende Stadtgesellschaft wäre der umgekehrte Weg besser: Abrissen stadtweit einen wirksamen Genehmigungsvorbehalt entgegenzustellen, beispielsweise durch die Ausdehnung von Geltungsbereichen des §172 Abs. 1 S.1 Nr. 1 Baugesetzbuch (Satzung zur Erhaltung der städtebaulichen Eigenart des Gebiets auf Grund seiner städtebaulichen Gestalt) im gesamten Stadtgebiet, oder durch andere gesetzliche Maßnahmen. Dies sollte verbunden werden mit einer geeigneten Bezuschussung von bauhistorisch angemessenen Sanierungen der zu erhaltenden Bausubstanz - auch wenn diese nicht als Baudenkmal anerkannt ist, so wie der Großteil der Berliner Altbauten.


    Wenn Bezirksverwaltungen keine Möglichkeiten haben, Abrisse baukulturell wertvoller Häuser zu verhindern, zeigt sich darin letztlich ein Mangel in der gesetzlichen Regelung, oder auch ein nicht ausreichender Geltungsbereich anwendbarer Erhaltungsverordnungen. Unser Appell lautet daher: bitte setzen Sie Ihre Gestaltungsmöglichkeiten in Gesetzgebung und Verwaltung dafür ein, die Voraussetzungen für einen dauerhaften Erhalt bisher ungeschützter historischer Gebäude und Quartiere in Berlin zu schaffen.


    Mit freundlichen Grüßen


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