Posts by Maßwerk

    Sauerbruch/Hutton ist der einzige, der überhaupt was taugt ... der zurückhaltende Entwurf in Anlehnung an die 50er Jahre passt ganz gut nach München, finde ich. (Immer vorausgesetzt man kann überhaupt mit zeitgenössischen Entwürfen leben.) Allerdings kenne ich den konkreten Ort auch nicht gut genug, um dies abschließend beurteilen zu können.

    Heimdall: Ja doch, dem Sieger kann ich wenig abgewinnen, der ist mir zu unterkühlt, speziell auch für diesen recht bunten Ort (hier beginnt ja z.B. das Szeneviertel rund um den Winterfeldtplatz, mit vielen Kneipen und einem recht großen Altbaubestand). Der zweitplatzierte hätte etwas skulpturales, lebendigeres reingebracht, was m.

    E. eben besser zum Ort passt. Dass auch der nur mittelprächtig ist, hab ich ja schon erwähnt. Dein Favorit wäre aber auch ok an der Stelle ;)

    Ich möchte apellieren, bei bestimmten Reizworten wie z.B. Degeneration, bestimmten Formulierungen und bestimmten Themen möglichst vorher zu überlegen, wie diese auf andere wirken. Natürlich hat das auch mit Empfindlichkeiten auf der anderen Seite zu tun, aber auch damit, dass damit assoziierte Denkmuster der anderen Seite einfach sehr fremd sind. Ich verstehe immer nicht, warum man nicht auf beides Rücksicht nehmen sollte.


    Und von mir zum Kulturforum: vor allem das gläserne Eingangsgebäude mit der Rampe ist missglückt. Wenn hier was wirklich repräsentatives stünde, würde der gesamte Ort schon ganz anders wirken. Wie Grimmiger schon sagte, die Innenräume der Gemäldegalerie sind sogar ziemlich gut.

    Na ja, halt die übliche Langeweile. Einen Bezug zum Nachbarn kann ich in keiner Weise entdecken, eher kühle Distanz. Der 2. Platz ist zwar auch nicht der Bringer, passt aber besser an den Ort.

    Man man, hier geht es wieder heiß her... dabei ist doch offensichtlich, dass hier von Weltrang bis Provinzposse alles dabei ist. Dass die Exponate hohen Rang haben, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren und das bestreitet hier doch auch keiner. Und dass die Gebäude ein ziemlicher Gemischtwarenladen sind, ist doch auch klar erkennbar (und auch außerhalb dieses Forums bekannt). Natürlich, wie so oft, wer mit der Moderne gar nichts anfangen kann, wird auch die Philharmonie nicht mögen (welche m.E. tatsächlich ein Gebäude von Weltrang ist), und umgekehrt kenne ich aber auch keinen Anhänger der Moderne, der das Kunstgewerbemuseum gut fände.

    Es ist halt ein Sammelsurium. Philharmonie und Nationalgalerie sind beide für sich geniale Gebäude (finde ich zumindest), passen aber überhaupt nicht zusammen. Ob das die Scheune retten kann, bleibt fraglich, da sind auch schon andere Entwürfe dran gescheitert. Das Kunstgewerbemuseum ist unterirdisch (kann man ruhig wörtlich nehmen, es wirkt innen wie ein Bunker.) Klarer Fall für die Abrissbirne. Die Gemäldegalerie ist sogar ganz schön, aber für ein Museum zu kleinteilig. Der Eingangsbereich mit der schrägen Plattform will verbinden, wirkt aber vor allem hilflos. Und dazwischen steht dann etwas verloren die Kirche.

    Tja, da wohn ich ja auch irgendwo, werd das also in Zukunft öfters ansehen (müssen)... bei der grauen Kiste weiß nicht nicht recht, ob ich mich über das Dach und die rudimentäre Oberflächenstruktur freuen oder über die einfältige Gliederung und die Schmutzfarbe ärgern soll. Und bei Aldi befürchte ich das schlimmste. Da hilft es auch nichts, dass die Schuhschachteln dahinter dann nicht mehr zu sehen sind.

    Hab gerade den Artikel überflogen ... dort wird auch das Flussbad erwähnt, das selbst nach konservativen Schätzungen zwischen 70 und 90 Millionen Euro kosten würde. Damit sind wir locker im Bereich der gesamten Schlossfassaden. Absurd.

    Vor allem muss man sich fragen, wenn ein Gebäude in der Erbauungszeit schon überwiegend als hässlich empfunden wird, und 50 Jahre später immer noch (bzw. weiterhin nur von einer Avantgarde wertgeschätzt wird), warum denkt man, das würde sich schon irgendwann ändern?


    Das werden vermutlich Gebäude sein, die zwar einen gewissen künstlerischen Wert aufweisen, aber eben trotzdem auf Menschen unangenehm wirken. So wie Zwölftonmusik, die in keiner Musikgeschichte fehlen darf, die sich aber keiner ernsthaft anhört, wenn er nicht gerade sehr theoretisch oder aber sehr experimentell drauf ist.


    Es ist doch so, die meisten Gebäude oder allgemein Kunstwerke, die langfristig breite Wertschätzung genießen, sind auch schon in der Erbauungszeit allgemein als gut oder zumindest als bedeutsam empfunden worden.

    Ja, aber dort, wo die Straßen wirklich fahrradfreundlich sind, also Radstreifen asphaltiert ohne Schlaglöcher, breit genug, gut einsehbar für Autofahrer, mit klarer Trennung zu den Fußgängern, und noch die Ampelphasen wenigstens halbwegs ans Fahrradtempo angepasst, wirst du auch wesentlich weniger Regelverstöße feststellen.

    Leute, am Ende zählt doch vor allem, ob das Ergebnis künstlerisch und handwerklich überzeugend ist, und ob man klar im Konzept ist und bleibt. Viele Formen der Adaption sind doch grundsätzlich akzeptabel und können auch als authentisch angesehen werden, ob jetzt in letztlich typisch Potsdamer Tradition eine Fassade an den aktuellen Bauzweck angepasst wird, ob man im alten Baustil weiterbaut (wie im 19. Jahrhundert üblich), ob man eine Hommage an das alte macht, wie beim Blobelhaus, oder ob man Häuser an anderer Stelle wieder aufbaut (Nicolaiviertel, Leibnizhaus, Magdeburg). Ich schaue mir immer das Ergebnis am Ende an, und frage mich: wenn ich nichts weiß darüber, wirkt es überzeugend auf mich? Das ist z.B. beim Leibnizhaus der Fall. Natürlich, es wirkt wegen des völlig anderen Standorts auch künstlerisch vollig anders, und es ist somit nicht mehr wirklich das alte, aber letztlich ist es doch ein künstlerisch hochwertiger Beitrag zu Stadt und Stadtgeschichte, oder nicht? Auch dies übrigens in typisch hannöverscher Tradition des Umsetzens von alten Häusern.


    Natürlich, um nicht falsch verstanden zu werden, ich meine jetzt eben keine Beliebigkeit, sondern den Fokus eher auf die Umsetzung und die künstlerische Qualität zu legen.

    So ganz verstehe ich das noch nicht. Zunächst mal, was sollte die HU dagegen haben, dass die Figuren gescannt werden? Das geht doch genau in die Richtung die die wollen, also dass die Originale in Berlin bleiben. Oder fürchten sie, dass sie dann genötigt werden, diese zu erwerben? Aber gegen das Erwerben hat sich gar nicht die HU ausgesprochen, was ich verstehen würde, sonden die SPSG, die finanziell gar nicht involviert wäre?

    Der entscheidende Punkt, der das ganze unglaubwürdig macht, ist doch, dass hier ein Platz unter Schutz gestellt wurde, der erhebliche Umbauten hinter sich hat, was andernorts das Hauptargument ist, ein zu erhaltendes Gebäude eben nicht unter Schutz zu stellen.


    Genau darauf zielt auch die Pressemitteilung der GHND. Wenn man das ernst meint, nicht mehr die Substanz, sondern die Idee unter Schutz zu stellen, muss man die Gebäude zwingend rückbauen, da die ursprüngliche Symmetrie bereits erheblich gestört ist. Und man muss sich fragen, warum andernorts nicht auch die Idee im Vordergrund stehen sollte.

    Eine Menge Zeitungsartikel finden sich jeweils im Archiv auf den Webseiten der Gesellschaft Historischer Neumarkt und des Schlossbauvereins Berlin. In der ZEIT Nr. 23 vom 2.6. gibt es einen aktuellen Artikel zur Hamburger Bornplatz-Synagoge. Falls was aus der Anfangsphase beim Neumarkt interessant ist: Dresdner Hefte 44 4/95, hrsg. vom Dresdner Geschichtsverein, ISBN 3-910055-33-8, Der Dresdner Neumarkt oder etwas allgemeiner über Dresdens Baupolitik damals archithese 3/93, z.B. Dresden

    Wie ich schon mal vorschlug, eine Rekonstruktion zunächst nur der Brunnenschale auf dem Schlossplatz wäre ein denkbarer und mE sinnvoller erster Schritt. Die Schale könnte zunächst mit einer einfachen Fontäne versehen werden. Das hätte den Vorteil, dass sie leichter zu finanzieren und weniger konfrontativ wäre. Mittelfristig öffnet es den Weg für eine Kopie oder je nach künftigen Senaten für eine Versetzung.

    Klar, abreißen hätte die Situation natürlich auch verbessert 8) ... aber ohne Abreißen und mit dem Neubau ging es mir so wie beschrieben: endlich ergab die Situation mit den beiden 60er-Jahre-Hochhäuser und dem Nicht-ganz-Hochhaus aus den 80ern einen Sinn. Und ich kenne den Nollendorfplatz gut und seit langem (und ausschließlich von unten :smile:).


    Dass der höhere Teil überkragt, stört in dieser Umgebung nicht, finde ich. Wahrscheinlich ging es vom Grundstück nicht anders, wenn man wie intendiert die Symmetrie herstellen möchte.

    Nee, gerade nicht! Der Turm ist exakt in der richtigen Position, so dass der Platz jetzt symmetrisch von 4 Hochhäusern eingerahmt wird. (Nun gut, nicht ganz, im Uhrzeigersinn das nächste Haus hat zwar einen entsprechend gedrehten Ansatz, der aber nur Berliner Traufhöhe erreicht.)


    Das war das beste, was man aus dieser modern geprägten Situation machen konnte.

    Dann schreibt doch mal einen Brief an den Russischen Botschafter, ob man die beiden Rossebändiger aus Petersburg, die es in Berlin noch NICHT gibt, abgeformt und in Bronze wiederholt werden dürfen. Das Geld wäre schon aufzutreiben.


    Entweder man tauscht dann mit den Originalen im Kleistparkt oder stellt das "neue" Pärchen im Lustgarten auf.

    Die anderen beiden Rossebändiger haben ja eine etwas andere Körperhaltung. Hier hab ich die Idee mit diesen knienden Rossebändigern mal visualisiert. (Hauptfoto von mir mit ein paar Retuschen, Bändiger von Mattias Kabel, CC-BY 2.5)


    Alternative Rossebändiger vor dem Berliner Schloss