Posts by Maßwerk

    Hab gerade den Artikel überflogen ... dort wird auch das Flussbad erwähnt, das selbst nach konservativen Schätzungen zwischen 70 und 90 Millionen Euro kosten würde. Damit sind wir locker im Bereich der gesamten Schlossfassaden. Absurd.

    Vor allem muss man sich fragen, wenn ein Gebäude in der Erbauungszeit schon überwiegend als hässlich empfunden wird, und 50 Jahre später immer noch (bzw. weiterhin nur von einer Avantgarde wertgeschätzt wird), warum denkt man, das würde sich schon irgendwann ändern?


    Das werden vermutlich Gebäude sein, die zwar einen gewissen künstlerischen Wert aufweisen, aber eben trotzdem auf Menschen unangenehm wirken. So wie Zwölftonmusik, die in keiner Musikgeschichte fehlen darf, die sich aber keiner ernsthaft anhört, wenn er nicht gerade sehr theoretisch oder aber sehr experimentell drauf ist.


    Es ist doch so, die meisten Gebäude oder allgemein Kunstwerke, die langfristig breite Wertschätzung genießen, sind auch schon in der Erbauungszeit allgemein als gut oder zumindest als bedeutsam empfunden worden.

    Ja, aber dort, wo die Straßen wirklich fahrradfreundlich sind, also Radstreifen asphaltiert ohne Schlaglöcher, breit genug, gut einsehbar für Autofahrer, mit klarer Trennung zu den Fußgängern, und noch die Ampelphasen wenigstens halbwegs ans Fahrradtempo angepasst, wirst du auch wesentlich weniger Regelverstöße feststellen.

    Leute, am Ende zählt doch vor allem, ob das Ergebnis künstlerisch und handwerklich überzeugend ist, und ob man klar im Konzept ist und bleibt. Viele Formen der Adaption sind doch grundsätzlich akzeptabel und können auch als authentisch angesehen werden, ob jetzt in letztlich typisch Potsdamer Tradition eine Fassade an den aktuellen Bauzweck angepasst wird, ob man im alten Baustil weiterbaut (wie im 19. Jahrhundert üblich), ob man eine Hommage an das alte macht, wie beim Blobelhaus, oder ob man Häuser an anderer Stelle wieder aufbaut (Nicolaiviertel, Leibnizhaus, Magdeburg). Ich schaue mir immer das Ergebnis am Ende an, und frage mich: wenn ich nichts weiß darüber, wirkt es überzeugend auf mich? Das ist z.B. beim Leibnizhaus der Fall. Natürlich, es wirkt wegen des völlig anderen Standorts auch künstlerisch vollig anders, und es ist somit nicht mehr wirklich das alte, aber letztlich ist es doch ein künstlerisch hochwertiger Beitrag zu Stadt und Stadtgeschichte, oder nicht? Auch dies übrigens in typisch hannöverscher Tradition des Umsetzens von alten Häusern.


    Natürlich, um nicht falsch verstanden zu werden, ich meine jetzt eben keine Beliebigkeit, sondern den Fokus eher auf die Umsetzung und die künstlerische Qualität zu legen.

    So ganz verstehe ich das noch nicht. Zunächst mal, was sollte die HU dagegen haben, dass die Figuren gescannt werden? Das geht doch genau in die Richtung die die wollen, also dass die Originale in Berlin bleiben. Oder fürchten sie, dass sie dann genötigt werden, diese zu erwerben? Aber gegen das Erwerben hat sich gar nicht die HU ausgesprochen, was ich verstehen würde, sonden die SPSG, die finanziell gar nicht involviert wäre?

    Der entscheidende Punkt, der das ganze unglaubwürdig macht, ist doch, dass hier ein Platz unter Schutz gestellt wurde, der erhebliche Umbauten hinter sich hat, was andernorts das Hauptargument ist, ein zu erhaltendes Gebäude eben nicht unter Schutz zu stellen.


    Genau darauf zielt auch die Pressemitteilung der GHND. Wenn man das ernst meint, nicht mehr die Substanz, sondern die Idee unter Schutz zu stellen, muss man die Gebäude zwingend rückbauen, da die ursprüngliche Symmetrie bereits erheblich gestört ist. Und man muss sich fragen, warum andernorts nicht auch die Idee im Vordergrund stehen sollte.

    Eine Menge Zeitungsartikel finden sich jeweils im Archiv auf den Webseiten der Gesellschaft Historischer Neumarkt und des Schlossbauvereins Berlin. In der ZEIT Nr. 23 vom 2.6. gibt es einen aktuellen Artikel zur Hamburger Bornplatz-Synagoge. Falls was aus der Anfangsphase beim Neumarkt interessant ist: Dresdner Hefte 44 4/95, hrsg. vom Dresdner Geschichtsverein, ISBN 3-910055-33-8, Der Dresdner Neumarkt oder etwas allgemeiner über Dresdens Baupolitik damals archithese 3/93, z.B. Dresden

    Wie ich schon mal vorschlug, eine Rekonstruktion zunächst nur der Brunnenschale auf dem Schlossplatz wäre ein denkbarer und mE sinnvoller erster Schritt. Die Schale könnte zunächst mit einer einfachen Fontäne versehen werden. Das hätte den Vorteil, dass sie leichter zu finanzieren und weniger konfrontativ wäre. Mittelfristig öffnet es den Weg für eine Kopie oder je nach künftigen Senaten für eine Versetzung.

    Klar, abreißen hätte die Situation natürlich auch verbessert 8) ... aber ohne Abreißen und mit dem Neubau ging es mir so wie beschrieben: endlich ergab die Situation mit den beiden 60er-Jahre-Hochhäuser und dem Nicht-ganz-Hochhaus aus den 80ern einen Sinn. Und ich kenne den Nollendorfplatz gut und seit langem (und ausschließlich von unten :smile:).


    Dass der höhere Teil überkragt, stört in dieser Umgebung nicht, finde ich. Wahrscheinlich ging es vom Grundstück nicht anders, wenn man wie intendiert die Symmetrie herstellen möchte.

    Nee, gerade nicht! Der Turm ist exakt in der richtigen Position, so dass der Platz jetzt symmetrisch von 4 Hochhäusern eingerahmt wird. (Nun gut, nicht ganz, im Uhrzeigersinn das nächste Haus hat zwar einen entsprechend gedrehten Ansatz, der aber nur Berliner Traufhöhe erreicht.)


    Das war das beste, was man aus dieser modern geprägten Situation machen konnte.

    Dann schreibt doch mal einen Brief an den Russischen Botschafter, ob man die beiden Rossebändiger aus Petersburg, die es in Berlin noch NICHT gibt, abgeformt und in Bronze wiederholt werden dürfen. Das Geld wäre schon aufzutreiben.


    Entweder man tauscht dann mit den Originalen im Kleistparkt oder stellt das "neue" Pärchen im Lustgarten auf.

    Die anderen beiden Rossebändiger haben ja eine etwas andere Körperhaltung. Hier hab ich die Idee mit diesen knienden Rossebändigern mal visualisiert. (Hauptfoto von mir mit ein paar Retuschen, Bändiger von Mattias Kabel, CC-BY 2.5)


    Alternative Rossebändiger vor dem Berliner Schloss

    Das wirkt architektonisch sehr stimmig und passend für den Ort. Klar, viele Details sind nur wegen des hohen Preises möglich, aber mit der grundsätzlichen Linienführung könnte man gerne auch außerhalb des Luxussektors weitermachen.

    Bei den Proportionen des neuen Kreuzes fiel mir spontan ein: das müsste schlanker werden, also der Querbalken etwas kürzer. Von daher kommt m.E. der Eindruck von Wuchtigkeit, der im Filmbeitrag zur Sprache kommt.


    Dann könnte es auch so hoch bleiben wie es ist. Dass das Kreuz noch im Detail gestaltet wird, davon können wir wohl ausgehen.

    Na ja. Leider kann ich mit der Bauhofstraße nicht ganz warm werden. Immerhin fügt es sich ganz gut in die Straße ein, und es ist eine klassische Grundidee. Die Gliederung gefällt mir hingegen gar nicht, die ist nicht zuende gedacht: Der Erker wirkt viel zu schwer, unten wie abgeschnitten. Der Durchgang ist nur ein großes Loch. Da hätten Säulen drunter gehört oder ein ordentlicher unterer Abschluss. Das Gesims (eher der Streifen) über dem EG wirkt völlig unmotiviert. Wenn das Haus rechts vom Eingang zuende wäre, ok, aber dass das einfach links gegen den Erker stößt, ist nicht wirklich gelungen. Über dem Eingang hätte es einer senkrechten Gliederung bedurft, überhaupt ist im Gebäude eine 3-teilige Gliederung Erker, Eingang, Fensterfront angelegt, die dann im Detail nicht weiterverfolgt wird.


    Und noch ein Detail bei grundsätzlich richtigem Ansatz: Die Fensterumrahmungen hätten noch stärker reliefiert sein sollen, so wirkt es noch etwas halbherzig (sowas sehe ich auch oft bei Fassadensanierungen in Berlin mit klassischem Ansatz, und da stört es mich genauso.)

    Wäre es nicht eine Idee, wenn die Nordostberliner, die hier im Forum unterwegs sind, zusammenlegen und einen Stein kaufen? Das müssten außer mir ja noch mindestens 3-4 Leute sein. Vielleicht kommen ja auch noch ein paar mehr zusammen. Z.B. 7 x 50 € oder 10 x 35 €= ein Baluster

    Vielen Dank für diese Serie, Mattielli. Es ist interessant zu sehen, wie man versucht hat aus verschwommenen Fotos die Statuen nachzuerschaffen. Mir kommt oft der Ausdruck der modernen Fassung aufrechter, wissender vor und die Originale demütiger und verklärter -- worin sich das veränderte Menschen- und Heiligenbild über die Jahrhunderte widerspiegelt.

    Für mich war das Haus eindeutig ziegelsichtig. Wenn man das sw-Bild vergrößert, kann man die Ziegelstruktur erkennen, einschließlich einzelner herausgebrochener Ziegel. Wäre doch auch ortstypisch. Das ist wohl nur zwischenzeitlich überstrichen gewesen.