Posts by Maßwerk

    Also, es geht doch offensichtlich darum, dass FW4 mit diesem Spruch deutlich machen wollte, dass sich auch der Herrscher dem Gebot Gottes unterwerfen muss. Gleichzeitig hat derselbe Herrscher die Kaiserwürde abgelehnt, die ihm von der Frankfurter Nationalversammlung übertragen werden sollte.


    Man kann dort leicht einen Zusammenhang sehen (in dem Sinne: wer legitimiert einen Herrscher) -- auch wenn sich dieser nach Lektüre des Wikipedia-Artikels als komplexer darstellt als ich mal in der Schule gelernt habe. Und auch wenn natürlich der Bibelspruch und damit die Verantwortung des Herrschers gegenüber dem (christlichen) Gott noch ganz andere, eindeutig positive Dinge aussagt.


    Insofern ist dieser Spruch, insbesondere seine Wiederherstellung keineswegs unpolitisch. Ich persönlich hatte von Anfang an das Gefühl: "Das ist aber provokant, diesen Spruch mit zu rekonstruieren" -- ich kann sowas aber auch als historisches Zeugnis aushalten und so stehen lassen, so wie viele andere Dinge auch (Reiterstatuen, sozialistische Wandmosaike, Nationaldenkmale, Marx und Engels etc.), solange, wie hier offensichtlich, auch positive/idealistische Anteile vorhanden sind, und es eben als geschichtliches Zeugnis tauglich ist.


    Aber gerade deshalb darf man sich nicht wundern, wenn sich an der geschichtlichen Komponente eine Diskussion entzündet, und ich finde, man muss sowohl diesen Spruch aushalten können, als auch das Laufband, das ja den Spruch darunter erkennbar und unzerstört lässt.

    bin ich recht sicher, dass Gründerzeitler z.B. sich kaum Sorgen machen müssen.

    Nur, wenn 2 Voraussetzungen gegeben sind:


    1. Das neue Gesetz wird mit Sinn und Verstand aufgesetzt. Solange ganz bewusst vor allem die wirklich ineffizienten Gebäude in die Pflicht kommen (50er/60er), mag das sein.


    2. Die Hauseigentümer müssten etwas nachdenken, bevor sie sanieren. D.h. sie müssen ausdrücklich ermutigt werden, bei gestalterisch hochwertigen Gründerzeit-Gebäuden nicht gerade die Fassade zu zerstören, sondern eher Dächer, Rückfassaden, Heizungsanlagen zu sanieren, bei entsprechender Qualität der Ersatzes ggf. auch Fenster auszutauschen. Mir schwebt zusätzlich vor, gestalterisch hochwertige Gebäude schon im Gesetz ausdrücklich auszunehmen. Das müsste niederschwellig, auch gebietsweise, von der Denkmalbehörde oder dem Bezirksparlament festgelegt werden können, also als Instanz zwischen gar keinem Schutz und dem strengen eigentlichen Denkmalschutz.

    Vorschlag ist der Einsatz eines energetischen Mindeststandards für alle Gebäude

    Wenn man diesen Standard in etwa auf das Niveau eines durchschnittlichen Gründerzeitlers setzt, wäre viel gewonnen: die hässlichen Energiefresser aus den 60ern könnten eine bessere und deutlich effizientere Fassade bekommen, und die energetisch schon recht ordentlichen Gründerzeitler dürfen ihre schönen Fassaden behalten, denn

    Manche Altbauten, wie einzelne aus dem 19. Jahrhundert im Portfolio haben übrigens durch ihre dicken Ziegelwände nur neue Fenster und Heiztechnik bedurft, um ausgezeichnete Standards zu erreichen

    Andersdenkender

    Das ist allerdings wirklich missverständlich. Wenn dort bei Facebook Mitglieder der Facebook-Gruppe begrüßt werden, sollte es auch genau so geschrieben werden. Ich bin da mal runtergescrollt, und bei der Begrüßung davor hat sich sogar jemand bemüßigt gefühlt, ausdrücklich klarzustellen, dass er nicht etwa dem Verein beigetreten sei. Also etwas Klarheit bei der Formulierung ist manchmal hilfreich, man muss den Gegenspielern ja nicht jede Möglichkeit zur Diffamierung mit dem Tablett servieren.

    Ich würde sogar bis zu 1 Euro für einen Artikel zahlen, solange ich kein Abo abschließen und mich jedesmal einzeln registrieren muss. Am besten wären bundesweit gültige Guthabenpakete, die man in jeder Onlinezeitung und jedem Kiosk kaufen kann, mit sinkendem Preis je nach Menge.

    Ich gehöre auch zu den Menschen, für die das Huthmacherhaus identitätsstiftend genug ist, um es trotz des zwischenzeitlichen Umbaus im Zweifel zu erhalten. Ich finde, alleine dass ein Gebäude für eine relevant große Gruppe identitätsstiftend ist, zeigt schon eine gewisse architektonische Qualität an. Das Europacenter gehört wahrscheinlich auch zu dieser Sorte Gebäude, die Gedächtniskirche in der heutigen Form sowieso (zum Vergleich, die Hochhäuser um die Urania gehören eher nicht dazu, das Postbank-Hochhaus am Halleschen Ufer auch nicht). Geschichte, Ort, Erlebnisse etc. spielen halt auch eine Rolle. Es ist bei sowas immer die Frage, was käme denn stattdessen, wäre das besser, hat es dasselbe emotionale Potenzial wie der Altbau.


    Es gibt ja andere Fälle, wo das eine Rolle spielt. Der PdR hatte eine mindestens ähnliche emotionale Qualität, aber das Stadtschloss eben auch, und letzters deutlich stärkere andere Qualitäten, daher wurde es zu Recht rekonstruiert. (Ich hätte mir dort z.B. einen stärkeren Bezug der neuen Teile, bzw. der Ostfassade zum PdR gewünscht, wenn man denn schon nicht vollständig rekonstruiert.) Anhalter Bahnhof noch mal anders: da kann es kein Neubau mit der emotionalen Qualität des Altbaus aufnehmen. Selbst der Portalrest hat noch so viel emotionale Qualität, dass ein Abriss das Portals selbst im modernistisch geprägten Wettbewerb undenkbar war.

    Für den Entwurf kriegt man eh nicht viel, lt. HOAI ...


    Das Vorentwurf von 2015 war deutlich besser (wenn auch etwas Retro 50er Jahre). Mit dem hätte man leben können. Jetzt ist es nur noch belanglos, ein Abrisskandidat schon bevor der Bau losgeht. Da fragt man sich wieder, wie es dazu kommen konnte.

    Kungu iela 5 find ich gar nicht entsetzlich, nur etwas zu dunkel. Im Grund mag ich solche kritischen Rekonstruktionen. Der Altbau war natürlich schöner, aber auch nichts herausragendes (außer da gabs noch Innenräume, die ich nicht kenne).


    Bei den anderen Gebäuden hab ich auch nicht den Reflex "schrecklich" gehabt, sondern eher "ob das wohl gut geht?"


    Der dekorative Ansatz ist doch schon mal besser als diese Rasterödnis, die sich anderswo breit macht. Nur leider ist man hier wieder dem aktuell modernen Ansatz verfallen, die Fenster und sonstigen Bauteile, in diesem Fall auch die Ornamentik, wild über die Fassade zu streuen statt ihnen Form und Struktur zu verleihen. Sowas kann noch halbwegs gut gehen, wenn die Materialien sehr hochwertig sind, aber wahrscheinlich wird man daran sparen, und dann wird es ziemlich schrottig wirken.

    Und das Geld sieht man dem Gebäude noch nicht mal an

    Ich fürchte, das ist einer der Gründe, warum die hohen Baukosten unter der Wahrnehmungsschwelle laufen. Bei schönen Gebäuden läuft bei vielen der Reflex "sieht aufwändig aus, muss also teuer sein", mit der Schlussfolgerung "hätte man es einfacher gehalten, weniger protzig, hätte man viel Geld sparen können", bei optisch einfach gestrickten Gebäuden geht man davon aus, dass es so oder so eine kostengünstige Lösung ist, und achtet nicht mehr auf den Preis. (Wenn die Leute mehr drauf achten würden, würde sich hier freilich auch Protest regen.)


    Um das zu überwinden, muss man 2 Schritte gehen: erstens, dass gute Gestaltung einen höheren Preis wert ist, und zweitens muss man wahrnehmen, dass klassisch schön wirkende Gestaltungen auch nicht unbedingt teurer sind als aufwendig hergestellte einfache Gestaltungen.

    Nur ein Hinweis: der Kommentar wehrt doch nicht gegen das Bild an sich, sondern gegen dessen veränderten Kontext, wegen der Antragstellung durch die AfD. Er möchte vor allem nicht, dass das Bild in diesem Kontext wahrgenommen wird.

    Also ich finde die Verwendung des Wortes "talmudisch" in diesem Zusammenhang mindestens grenzwertig. Es handelt sich ja offensichtlich nicht einen theologischen Text, der den Unterschied zwischen altem und neuen Testament behandelt. Was hat denn der Talmud mit der politischen Entwickung zwischen den Weltkriegen zu tun, außer man möchte gerade auf einen vermeintlichen jüdischen Einfluss hinweisen? Passender wäre es gewesen, man hätte von "archaischen Rachegedanken" oder so gesprochen. Davon abgesehen kann ich an dem Ende des Krieges 1870/71 auch nicht viel von christlichem Vergeben und Vergessen erkennen, eher einen deutlichen Zug von Demütigung des Gegners.

    Sauerbruch/Hutton ist der einzige, der überhaupt was taugt ... der zurückhaltende Entwurf in Anlehnung an die 50er Jahre passt ganz gut nach München, finde ich. (Immer vorausgesetzt man kann überhaupt mit zeitgenössischen Entwürfen leben.) Allerdings kenne ich den konkreten Ort auch nicht gut genug, um dies abschließend beurteilen zu können.

    Heimdall: Ja doch, dem Sieger kann ich wenig abgewinnen, der ist mir zu unterkühlt, speziell auch für diesen recht bunten Ort (hier beginnt ja z.B. das Szeneviertel rund um den Winterfeldtplatz, mit vielen Kneipen und einem recht großen Altbaubestand). Der zweitplatzierte hätte etwas skulpturales, lebendigeres reingebracht, was m.

    E. eben besser zum Ort passt. Dass auch der nur mittelprächtig ist, hab ich ja schon erwähnt. Dein Favorit wäre aber auch ok an der Stelle ;)

    Ich möchte apellieren, bei bestimmten Reizworten wie z.B. Degeneration, bestimmten Formulierungen und bestimmten Themen möglichst vorher zu überlegen, wie diese auf andere wirken. Natürlich hat das auch mit Empfindlichkeiten auf der anderen Seite zu tun, aber auch damit, dass damit assoziierte Denkmuster der anderen Seite einfach sehr fremd sind. Ich verstehe immer nicht, warum man nicht auf beides Rücksicht nehmen sollte.


    Und von mir zum Kulturforum: vor allem das gläserne Eingangsgebäude mit der Rampe ist missglückt. Wenn hier was wirklich repräsentatives stünde, würde der gesamte Ort schon ganz anders wirken. Wie Grimmiger schon sagte, die Innenräume der Gemäldegalerie sind sogar ziemlich gut.

    Na ja, halt die übliche Langeweile. Einen Bezug zum Nachbarn kann ich in keiner Weise entdecken, eher kühle Distanz. Der 2. Platz ist zwar auch nicht der Bringer, passt aber besser an den Ort.