Posts by Neußer

    Das mit der Blamage ist natürlich wieder nur eine Übertreibung der Zeitung. Das wichtigste Museumsstück sind ja tatsächlich die Fassaden. Und die sind nun da.


    Ob die Ausstellungsstücke in ihren Herkunftsländern unbedingt besser aufgehoben sind, als in einem Museumsneubau einer europäischen Hauptstadt, darf allerdings bezweifelt werden.


    Vielleicht gibt es ja noch für eine große Anzahl der Exponate einen Kassenbon, der den ordnungsgemäßen Erwerb dokumentiert. Dann lassen sich die Räume schon füllen. :lachen:


    Sonst bliebe ja noch die Rekonstruktion der Schlossräume. Die würden sicher auch einige Besucher anziehen. :wink:

    Artikel aus dem SPIEGEL.

    (...) Das Stadtschloss droht zur Jahrhundertblamage zu werden. Rettung ist möglich – wenn das Bekenntnis zur Aufarbeitung und die Absicht, Werke nach Afrika zurückzugeben, nicht nur bis zur Wahl gelten. (...)

    Es geht wieder um Kunstwerke, die nicht rechtmäßig erworben wurden. - Wenn aber nun alles an die Ursprungsländer zurückgegeben wird, bleibt dann noch etwas übrig, um ein so großes Museum für die Weltkultur zu eröffnen? :tongue:


    Man denkt offenbar darüber nach, Repliken der Kunstwerke auszustellen, wenn die Originale wieder abwandern.

    (...) Die Rekonstruktion des Schinkel’schen Akademiegebäudes gegenüber dem Berliner Humboldtforum wird vom Bund mit 62 Millionen Euro gefördert. (...)

    Das ist wohl die wichtigste Aussage des Textes. :biggrin:


    Dieser Herr Prof. Dr. Spars scheint ein ganz sympathischer Typ zu sein. Bei YouTube gibt es Vorträge von ihm zu sehen. Außerdem hat er einiges vorzuweisen:


    https://www.oekonomie-arch.uni…/prof-dr-guido-spars.html


    Warten wir mal ab, wie sich das Projekt weiter entwickelt.

    Daran sieht man, daß es den Leuten in der Zeit des Wirtschaftswunders, und danach, einfach zu gut ging. Sonst wäre man sicher nicht auf die Idee gekommen, ein bereits instandgesetztes Gebäude nochmal umzubauen.

    (...) Der Hauptbahnhof Mönchengladbach mit seiner Empfangshalle, den Grundstrukturen, dem Bahnhofstunnel mit den erhaltenen originalen Wandfliesen, die Treppenaufgänge mit den Geländern und die tragenden Teile der Bahnsteighalle sind bedeutend für die Geschichte der Stadt Mönchengladbach. Er ist daher unter Nr. E 029 am 6. Februar 1991 in die Denkmalliste der Stadt Mönchengladbach eingetragen worden. (...)

    Mit der tollen Leistung des Wiederaufbaus, lässt sich der Denkmalschutz jedenfalls nicht begründen. Denn der Wiederaufbau erfolgte ja zunächst mit dem Erhalt der zwei Giebel. Die Verstümmelung wurde erst später durchgeführt.

    Ja krass. Was habe ich mich darüber schon gewundert/geärgert. Völlig ohne Not wurde das intakte Bauwerk verschandelt. Seltsam nur, daß man das große Fenster nicht auch noch eckig gemacht hat.


    Aber mein Auto ist mir auch irgendwie zu "geleckt". Da werde ich mir morgen mal ein paar Kratzer und Beulen reinfahren. :gehtsnoch:

    Die Ausmaße finde ich gar nicht so gewaltig. Zumindest sind die Fassaden nicht monoton, wie vom Bezirk behauptet. Auf der einen Seite sind Erker, auf der anderen Seite Balkone. Auch durch unterschiedliche Farbtöne wurde hier aufgelockert.


    Da habe ich eher den Eindruck, daß wieder mit zweierlei Maß gemessen wird und die Baugenehmigungen nicht neutral, anhand festgelegter Kriterien vergeben werden.


    Bei einer kurzen Suche im Netz, stieß ich sofort auf das Bauprojekt Sachsendamm 67-70. Na, wenn das nicht viel monotoner ist,...


    https://www.gewobag.de/bauen-i…ojekte/sachsendamm-67-70/

    Danke. An die kostensparende Sanierung hatte ich auch schon gedacht. Wenn man statt der aufwändigen Haube nur noch eine platte Dachfläche hat, muss man sich natürlich zukunftig nicht mehr um die Reparatur/Standfestigkeit der Hauben und Kuppeln kümmern.


    Die heutige Abwesenheit ist also eine Mischung aus Kriegsverlust und vereinfachter Renovierung.

    Das Herzstück des Stadtteils. Die Kirche St Josef. Leider wurde sie nach dem Krieg notdürftig wieder aufgebaut und der Turmhelm wurde erheblich verkürzt. (...)

    Erinnert mich an die Neusser Marienkirche. - Heute:


    https://upload.wikimedia.org/w…/St._Marien_Neuss_334.JPG


    Früher:


    https://static3.akpool.de/images/cards/1021/10211580.jpg


    Rekonstruktionen dieser Turmhelme werden wahrscheinlich für alle Zeit ein Wunschtraum bleiben. Städte und Kirchen werden dafür kein Geld ausgeben. Höchstens ein edler Spender. Doch mittlerweile ist dieser verstümmelte Zustand ja sogar geschützt. Als Wiederaufbauleistung oder Mahnmal. Das musste ich leider erfahren, als ich bei der Duisburger Salvatorkirche nach einem eventuellen Wiederaufbau der Turmspitze fragte, als der Turm gerade saniert wurde.


    Was auch auffällt, ist die große Anzahl der fehlenden Hauben, Spitzen und Küppelchen auf Gründerzeithäusern (in ganz Deutschland). Die können doch nicht allesamt im Krieg verloren gegangen sein. Zumal die Häuser darunter oft völlig unversehrt erscheinen. Hat jemand dafür eine Erklärung?

    Heimdall, - natürlich gibt es auch Projekte, bei denen die Altbausubstanz integriert wird. Das Ergebnis ist dann auch oft wirklich ansehnlich.


    Aber viel zu oft wird einfach alles plattgemacht und die gesamte Fläche bis zum letzten Zentimeter bebaut.


    Andreas hat es schon richtig gesagt. Das Haus ist ein Traum. An beiden Seiten ein Erker, in der Mitte eine Terrasse/Balkon und ein riesiges Dachgeschoss. In diesem Haus kann man super schöne und gemütliche Wohnungen einrichten. Die Außenseite sieht auf dem Bild auch nicht übel aus. Einige Fenster könnte man austauschen und der Fassade frische Farbe gönnen. Dann ist dieses Gebäude ein Schmuckstück (ist es eigentlich jetzt schon).


    Der Heimatbund sollte sich tatsächlich schämen. Anstatt ein Stück Heimat zu erhalten, wird das Grundstück samt Haus aufgegeben. Man hätte sicher an jemanden verkaufen können, der das Haus weiter nutzt.

    Ich kann sowas einfach nicht verstehen. Das Haus wird für Neubauten abgerissen. - Der ehemalige Garten bietet doch genug Platz für Neubauten. Da hätte man das schöne alte Haus doch als Glanzpunkt dieses Areals erhalten können. Das kann man doch sanieren und ebenfalls vermieten. Aber so weit reicht die Vorstellungskraft der Bauherren scheinbar nicht. Es muss immer alles abgerissen werden. Niemals wird darüber nachgedacht, wie man Altes mit einbeziehen kann.

    Bei dieser ganzen Geschichte platzt mir langsam wirklich der Kragen. Die Stadtpolitiker sind keine Reko-Freunde. Das ist ja schon beim DomRömer deutlich geworden. Weil sie aber in der "Neuen Altstadt" den Kürzeren gezogen haben, versuchen sie hier, beim Schauspielhaus, offenbar jedes erdenkliche Mittel, um bloß nicht schon wieder gegen die Befürworter wiederaufgebauter Architektur zu "verlieren".


    Was die Bürger der Stadt dabei denken, ist ihnen, den "Volksvertretern" (ich liebe diesen Begriff, weil er so gar nichts mit der Realität zu tun hat), aber vollkommen wurst. Tausende gesammelte Unterschriften zählen für sie nicht. Denn diese könnten ja den persönlich favorisierten modernen Neubau unterbinden. Das will man ja nicht. Schließlich ist man in die Politik gegangen, um seine eigenen Interessen durchzusetzen. Das wäre ja auch noch schöner, wenn die blöden Bürger bestimmen, was mit der Stadt passiert. - Es wird ja unterstellt, daß die Bevölkerung zu dumm ist um zu erkennen, für welches Gebäude sie unterschrieben haben. Das ist ganz schön überheblich. Nun muss halt eine unglücklich formulierte Überschrift dafür herhalten, daß der Bürgerentscheid nicht durchgeführt wird. Puh, Glück gehabt. Am Ende hätten sich die Bürger vielleicht tatsächlich noch für die Verschönerung der Stadt eingesetzt.


    Ein Shitstorm wäre bei so dreist verhinderter direkter Demokratie aber das Mindeste. Besser wäre es, die Entscheider direkt aus ihrem Amt zu entfernen.


    Wenn der Neubau am Ende wieder teurer und teurer und teurer wird, ist das Geheule groß und niemand will dafür verantwortlich sein. So, wie es immer läuft. Hauptsache die Stadt kann mit einem tollen modernen Bau prahlen.

    Man sollte das Haus in einer Nacht-und-Nebel-Aktion weiß streichen und Fachwerkimitationen aufpinseln. Dann wäre es vielleicht noch erträglich.

    Hamburg könnte das Stadtbild noch deutlich aufwerten, indem man verstümmelte Altbauten wieder vervollständigen würde (so wie in allen anderen deutschen Städten).


    Damit kann man noch viel an Schönheit rausholen. Das gilt auch ganz besonders für Frankfurt am Main. Da stehen recht viele alte Bauten, die man mit Flachdach erschlagen hat.


    Es mag jetzt absurd erscheinen, aber ich mache mir echt Sorgen um die Zukunft der Hansestadt Hamburg. Das betrifft den Klimawandel. Wenn die Meeresspiegel steigen, wird Hamburg sicher in Teilen überschwämmt. Ich hoffe nur, daß die Stadt diese Gefahr im Blick hat und ihren Reichtum nutzt, um Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

    Der jetzige Zustand stellt ja kein Notdach dar. Man hat sich eher beim Wiederaufbau (war das Tor überhaupt beschädigt?) an der Form vor dem hohen Treppengiebel orientiert. Vielleicht haben da auch Kostengründe eine Rolle gespielt.


    https://2020.freiburg.de/pb/si…iv-Freiburg-M75-13_Nr.jpg


    Aber wenn ich mir jetzt verschiedene Bilder des hohen Turmes ansehe, gefällt er mir eigentlich auch recht gut. Er war halt viel schmuckvoller und majestätischer.


    https://i.pinimg.com/originals…2785ccae5b9124ab29903.jpg