Posts by Novaearion

    Architektonische Rundschau 1907.

    Doppelwohnhaus in Karlsruhe:


    ... und ich durfte einst drin wohnen! Das Treppenhaus ist auch eine Wucht. Leider habe ich keine Bilder davon.

    In der Zwischenzeit wurde das Haus im Vergleich zu St. Petris Foto allerdings saniert und das Dachgeschoss mit einer Maisonette-Wohnung ausgebaut. Glücklicherweise wurden keine modernen Gauben gewählt, sondern das Äußere gewahrt.

    Guter Artikel zur Regionalentwicklung Deutschlands, natürlich als Prognose mit Vorsichtig zu genießen:

    https://www.spiegel.de/wirtsch…50-481e-8c99-1ba0c9dde4c4


    Das Land entvölkert sich weiter, viele Klein- und Mittelstädte verlieren ebenfalls.

    Ein Trend, der deshalb unausweichlich scheint, weil insbesondere junge Frauen, die potenziell Kinder bekommen könnten, eher in die Metropolen ziehen. Der Weg zurück mag jetzt pandemiebedingt wieder verlockend erscheinen, aber viele werden auch in den Städten bleiben und dort ihre Kinder bekommen.


    Was sicher hilft (eigentlich ein perverser Trend): Das Zweithaus der Städter, oft auch gerade der wohlhabenden Ökos: Einerseits eine Chance für die Kommunen, andererseits auch das Gegenteil von Kultur, wenn es nicht naturnah bewirtschaftet wird. Und wer macht das schon, wenn er dort nur alle zwei Wochen vorbeischaut?

    Ein "Bahnhofsviertel" ist mir als gebürtigen Köpenicker noch nie als Begriff untergekommen. Und tatsächlich wurde durch das neue Einkaufszentrum am Bahnhof (das Forum hätte gereicht und steht in Teilen leer) dort eine Ecke zum negativen entwickelt.

    Ansonsten blüht der Bezirk, vieles wurde revitalisiert, zum Teile leider auch schlecht saniert. Überwiegend dominiert jedoch der Bevölkerungszuwachs und eine gute Durchmischung von Familien und Alteingesessenen. Die Mieten sind im Berliner Vergleich noch angemessen, vor allem in teilweise tollen Wasserlagen.

    Alleine Friedrichshagen und die Altstadt + Drumherum lohnen für einen Tagesausflug auf jeden Fall. In den letzten Jahren wuchs auch die Kneipen- und Kulturszene, ich hoffe, die Pandemie würgt das nicht langfristig ab.

    Ich weiß wirklich nicht, ob diese Antworten Satire sein sollen. Lustig sind sie jedenfalls nicht. Und nein, ich poste den Link nicht zum dritten Mal.

    Vielleicht beschäftigen Sie sich ein bisschen mit städtebaulichen Entwürfen, bevor ich in die Bringschuld gerate, im Namen von sechs Architekturbüros detaillierte Planungen zu liefern. Mein Geld verdiene ich jedenfalls nicht mit dem Projekt Pankower Tor.

    Und nochmal, Renderings und städtebauliche Rahmenpläne sind keine Skizzen. So hat man die Revitalisierung der Potsdamer Innenstadt geplant, so dieselbe in Dresden (Alt- und Neustadt). Auf diesem Detaillierungsgrad werden eigentlich auch alle Neuplanungen entwickelt. Aber klar, vermutlich sind auch Bebauungspläne und Flächennutzungspläne "Skizzen" und man darf darüber nicht diskutieren, sondern nur über Fassadenentwürfe im Maßstab 1:100...

    Egal wie man zu der Initiative steht: Lest euch doch wenigstens trotzdem den Gesetzentwurf durch. Selbstverständlich werden auch dort Politiker, Handwerker, Mobilitätseingeschränkte, ... berücksichtigt.


    Ich werde sicherlich auch nicht unterschreiben, aber weniger Autos in der Berliner Innenstadt wären keine schlechte Sache. Ob es dafür Verbote braucht? Vermutlich nicht. Aber um eine Citymaut und den konsequenten Rückbau mehrspuriger MIV-Trassen kommt man langfristig nicht umhin.

    War es bereits Anfang 2000 als in den Medien das Schreckgespenst einer schrumpfenden Bevölkerung ausgerufen wurde?. Das habe ich nie so empfunden. In einem hochtechnisierten Land ist der einzelne Mensch viel produktiver als früher. Um 1800 haben ca 80% noch in der Landwirtschaft gearbeitet.

    Zeiten ändern sich.

    Ich wohne in einer Boomregion und mein Kind (1.Klasse) geht in einem neu aufgestellten Container in die Schule bzw. in den Hort, weil die Infrastruktur mit dem Zuzug nicht mehr mithalten konnte. Was ist jetzt besser?

    Das sind aber Ausnahmen. Die demographischen Verhältnisse in einigen Großstädten und florierenden periurbanen Regionen werden u.a. durch den Zuzug aus weniger florierenden und oft ländlichen Regionen Deutschlands "erkauft".


    Heinzer hat das oben wunderbar erläutert. Noch merkt man von den demographischen Entwicklungen relativ wenig, denn der Wegzug in Ostdeutschland seit den 1990er Jahren wurde oft ausschließlich mit dem wirtschaftliche Niedergang erklärt. In wenigen Jahren schon werden zwangsläufig die geburtenstarken Jahrgänge "kleiner", schlicht und einfach weil diese Menschen sterben.

    Der Niedergang des ländlich geprägten Raumes wird sich in den nächsten Jahren verstärken, es sei denn, es gibt bedingt durch mobiles Arbeiten einen temporär begrenzten Zuzug. Auf Dauer lässt sich das aber auch nicht lösen, außer durch Einwanderung. Und auch hier hat Heinzer gut dargestellt, dass die Geburtenrate in Osteuropa teilweise noch niedriger ist als in Deutschland.

    Ich sehe das alles auch nicht als Problem: Weniger Geburten weltweit sind die einzige Möglichkeit, unseren Planeten langfristig zu retten. Aber so tun, als ginge es für immer so weiter wie bisher, wird nicht funktionieren. Wie der Klimawandel ist der demographische Wandel ein sehr langsamer, sehr schleichender, aber in der Konsequenz kaum aufhaltbarer Prozess. Und über kurz oder lang wird es in Deutschland neue Wüstungen geben und die Natur kann und wird sich diese Räume zurückholen. Vermutlich wäre es finanziell günstiger und sozial ehrlicher, wenn Dörfer geplant aufgegeben werden und dafür in anderen Kleinstädten und Dörfern, die ebenfalls mit einem Bevölkerungsrückgang zu kämpfen haben, günstige oder gar kostenlose Wohnungen angeboten werden.

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    Ok, ich gebe mich Ihrem Diskussionsniveau geschlagen. Sie haben voll und ganz Recht. Jeder Entwurf sieht gleich aus, darüber kann man nicht diskutieren und es sind alles nur "Skizzen". Ich werde den Link jetzt nicht zum dritten Mal posten.


    Die eigenartigste "Diskussion" in meiner bisherigen Internetlaufbahn (> 21 Jahre). Aber vielleicht halluziniere ich ja.

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    Sie sehen nicht den Unterschied zwischen den sechs teilweise völlig verschiedenen städtebaulichen Entwürfen, die in Zukunft darüber bestimmen, wo Häuser gebaut werden dürfen und wo nicht, wo Straßen langführen und wo nicht und wo man im Zukunft in den Park gehen kann und wo nicht?
    Dies ist das Grundgerüst, auf deren Basis später die Parzellen bebaut werden. So wie einst bei den preußischen Fluchtlinienplänen oder der Hobrecht'schen Planung. Dieser hat auch nicht den Fassadenstuck ausgewählt, wohl aber eine solide städtebauliche Planung vorweggenommen.


    Und nein, das sind auch nicht nur Skizzen, sondern teilweise sehr detaillierte (je nach Büro) Pläne, in denen Monate an Planungen stecken.

    WO kann man die Entwürfe betrachten? Das hier gezeigte sagt doch nun wirklich überhaupt nichts aus.


    WO ?


    Danke im voraus.

    Den Link habe ich doch im vorherigen Beitrag gepostet: https://www.pankower-tor.de/node/1577/
    Wir reden hier selbstverständlich von städtebaulichen Entwürfen. Und diese münden, natürlich nicht zu hundert Prozent, nach der Entscheidung für den Gewinner in den B-Plan und werden damit verbindliches Baurecht. Weniger konkret geht es dann nicht. Danach kommt die Architektur.

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    Sorry, aber das ist doch einfach Polemik.

    Es gibt sehr wohl differenzierte und angenehm urbane Entwürfe, die eine Blockrandbebauung mit großzügigen Parkräumen aufgreifen.

    Über Hochhäuser kann man immer streiten, gerade auch an dieser Stelle.


    Den Nöfer-Entwurf finde ich beispielsweise ausgezeichnet:


    20210207_pat_vogelperspektive_1.jpg


    Quelle: https://www.pankower-tor.de/si…at_vogelperspektive_1.jpg, (c) Planerteam Nöfer Gesellschaft von Architekten mbH, CKSA l Christoph Kohl Stadtplaner Architekten, Fugmann Janotta Partner Landschaftsarchitekten, STADT+VERKEHR Ingenieurbüro Terfort, Buro Happold


    Kein Vergleich bspw. zu dem 80er Jahre-Entwurf von 03 Architekten, die die Postmodernen Großstrukturen wieder aufleben lassen.


    Hier kann man sich alle Entwürfe anschauen und wichtig, auch kommentieren und bewerten (und nur bis 23. Februar möglich!).


    https://www.pankower-tor.de/node/1577/

    "Die von CTI geplanten Häuser werden nach Angaben des Architekten Michael Kny keine Kopien des historischen Vorbilds sein, sondern ein zeitgenössisches Aussehen haben. Sie sollen den Monbijoupark und den Monbijouplatz wieder deutlich voneinander abgrenzen" heisst es im Tagesspiegel vom 10.11.2000.


    Das Architekturbüro Kny & Weber läßt nichts Gutes vermuten.

    Der Artikel ist 20 Jahre alt!
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das noch die gleichen Bauträger sind.

    In der Werkschau von Kny Weber-Architekten taucht ebenfalls im Jahr 2000 auf:

    "Neubau von zwei Torhäusern Monbijouplatz, Berlin – Mitte

    CTI Capital – Treuhand AG, Lph 1 – 4"

    -> Es kam also nicht einmal zur Ausführungsplanung, weil das Vorhaben damals grundsätzlich abgewiesen wurde.

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    Den Hausnummer entsprechend müsste es sich tatsächlich um die ehemaligen Torhäuser des Schlosses Monbijou handeln:


    https://www.openstreetmap.de/k…lon=13.3986&layers=B000TT


    Das wäre vermutlich dieser Eingang:


    https://upload.wikimedia.org/w…Schloss_Monbijou_1903.jpg


    Keine Ahnung, ob hier uns eine kleine Sensation erwartet oder ein Neubau; die Formulierung "Torhäuser" erwägt natürlich Hoffnungen.

    Ebenfalls positiv stimmt mich die Tatsache, dass es dazu KEINERLEI Vorabinformationen gab. Wenn hier jemand hinter den Kulissen tatsächlich einen historisierenden Neubau plant, dann Chapeau. Im Rampenlicht der Berliner Öffentlichkeit wäre solch Vorhaben schwierig umsetzbar.

    Harren wir gespannt der Dinge .:)

    was ist denn der Sinn daran, einen Altbau zu zerstören um einen Neubau zu bauen, wenn Ein Sanierter Altbau viel billiger wäre, und vor allem

    Beliebter bei Einwohnern ist?

    Es werden vier- bzw. fünfstöckige Gebäude abgerissen und durch bis zu siebenstöckige (Staffelgeschoss) Neubauten ersetzt, die ohnehin in der Regel deutlich teurer vermarktet werden können.
    "Ganz normaler" Druck auf einen Markt, der nicht genug Angebot hergibt. Bei den Beispielen ist es ja noch harmlos, es wird nicht lange dauern und es werden auch original erhaltene Fassaden fallen. Leider. Der Bezirk ist hier in der Tat machtlos, will er die Häuser nicht selbst kaufen.

    ????

    Am alten Dorfkern von Lichterfelde mit der Pauluskirche und der mittelalterlichen Dorfkirche stört es nicht? Sicherlich, es gibt auch noch andere Bausünden gleich nebenan, aber besser geht gerade in diesem Fall immer.

    Müssen wir eigentlich jeden Dreck unter Denkmalschutz stellen, weil er eine bestimmte Architekturepoche repräsentiert, noch dazu mit so einem hässlichen Klotz? Ich fand es schon schrecklich, als ich vor fast 50 Jahren wöchentlich zum Konfirmationsunterricht gegenüber ins Gemeindehaus musste und über zwei Jahre lang gesehen habe, wie es errichtet wurde...

    Nein, nicht "jeden Dreck". Aber ein für die Zeit markantes Gebäude diesen Formates schon.


    Egal, wie die Stile sich auch wenden mögen: Es hat so oder so sein Gutes, die Architektur vergangener Epochen am realen Beispiel erforschen zu können. Für die einen wird das Gebäude in 100 Jahren ein Faszinosum sein, andere werden den Kopf schütteln und wie du argumentieren. Vielleicht ist es auch trotz der Unterschutzstellung dann abgerissen, wer weiß?

    So oder so sollten auch vermeintlich hässliche Bauten unter Denkmalschutz gestellt werden. Mir wäre es übrigens auch lieb gewesen, hätte man in den 1960er Jahren mehr Gebäude erhaltenswürdig empfunden.

    Geht ja grundsätzlich alles in die richtige Richtung. Selbst der von Konstantindegeer verlinkte, auf den ersten Blick monströse, Plan ist im Vergleich zum Status Quo ein kleiner Schritt nach vorne.

    Trotzdem ist es mehr als ärgerlich, dass die geplante Reduktion des MIV auf der Straße irrsinnigerweise von künftig einer Spur pro Fahrtrichtung (plus ÖPNV) auf der Mühlendammbrücke auf drei Spuren pro Fahrtrichtung ab dem Molkenmarkt und nördlich des Nikolaiviertels aufgeweitet wird. Hier würden allemal zwei Spuren pro Richtung reichen und es könnte deutlich mehr Aufenthaltsqualität geschaffen werden. Auch könnte die geplante Bebauung näher an das Rathaus und das Nikolaiviertel rücken. So bleibt es irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes.

    Die kriegen es noch fertig und reißen daß altehrwürdige Kino Tivoli (ein paar Meter weiter) weg, welches zwar in den Nachkriegsjahren äußerlich arg verhäßlicht wurde, jedoch ein historisch wertvolles Rekoprojekt wäre.

    Ist das Ironie? Das Tivoli wurde Anfang der 2000er abgerissen und durch einen LIDL ersetzt. Dort erinnert nur noch ein Mosaikpflaster und eine Gedenktafel an das alte Kino.

    Lustig, während ich gerade nebenbei den Livestream vom SpaceX-Gelände in Texas anschaue, wo ein weiterer Prototyp für Testflüge zur Startrampe gefahren wird, stolpere ich über diesen Thread. Und ja, er hat mit Stadtbild Deutschland nichts zu tun, aber ich bin ganz bei HelgeK... Wir stehen kurz davor, bahnbrechende Entwicklungen zu erleben. Die Menschheit könnte erstmals in ihrer Geschichte multiplanetar Leben und selbst bei Musk ist der Mars nur der erste Schritt (der Mond kam dann irgendwie später noch dazu, weil die NASA es selbst nicht hinbekommt, schnell, sicher und vor allem günstig erneut Menschen dort hinzuschicken).


    Ich verstehe auch ein Stück weit die Skepsis hier. Auf der anderen Seite ist es das, was uns Menschen ausmacht: Erst verließen wir die Höhle, dann bauten wir Flöße, dann segelten wir über die Weltmeere und entdeckten neue Kontinente. Und immer war dabei die Kunst, später dann auch in der Architektur, unsere Ideen, unsere Gedanken und unsere Gesellschaft abstrakt auszudrücken. Das gleiche wird auf dem Mars passieren, vielleicht eines Tages auf dem Jupiter-Mond Europa und in ferner Zukunft auf einem Exoplaneten.


    Abgefahren? Unmöglich? Dachten sich wahrscheinlich die Menschen auch, wenn man ihnen vor 100, vor 1.000 oder 10.000 Jahren gezeigt hätte, wie fortschrittlich unser Leben für viele Menschen heute aussieht. Alleine, dass wir uns auf dieser Plattform virtuell austauschen ist doch eigentlich ein Wunder.

    Und: Es ist nötig. Wir können nicht auf der Erde bleiben, unabhängig von Naturkatastrophen oder Viren. Unser Planet ist von Natur aus nicht endlich bewohnbar und das Leben, in welcher Form auch immer, wird stets einen Weg finden, sich auszubreiten.

    Der Mars ist also nur der Anfang. Später wird es ein Wimpernschlag in der Geschichte sein von dem Zeitpunkt heute zur Besiedelung des roten Planeten morgen. Und diese wird dann auch eine ganz eigene Architektur mit sich bringen, vermutlich jedoch aus praktischen Gründen ohne Stuck und Schnörkel. ;)

    Abriss zweier gründerzeitlicher Bauten in Berlin-Pankow, rund um die Vinetastraße.


    An der Ecke Berliner Straße / Vinetastraße wurde ein entstucktes, aber sonst sehr gut erhaltenes und bis vor kurzem noch teilweise bewohntes Eckgebäude abgerissen. Das Dachgesisms war sogar noch erhalten.


    Vorzustand (Google Street View):


    https://www.google.de/maps/@52…zr-3fg!2e0!7i13312!8i6656


    Laufender Abriss, Freitag, 11.12.2020 (Eigene Aufnahme, Copyright liegt bei mir).


    ACtC-3dxmFAr_wBeh92K3QwPKLWYW8zzg51recn1x7VxQmdVGS3hDF2VVhsbRXdNFRnhhax8mfrzr8Zjx_XmbuozpD74t_vjqNUSL7kdVd7v9IDGbgCjImOpSjclQ3IX3E9bQhVzOFVW3WqDVh8iXcihEd1U=w1786-h1339-no?authuser=0


    Besonders ärgerlich, neben dem unnötigen und auch nicht-nachhaltigen Abriss eines alten Gebäudes: Unmittelbar westlich schließen drei sehr gut erhaltene Gründerzeitbauten an, die zusammen ein kleines Ensemble ergeben. Das Eckgebäude hätte wiederbestuckt in einer an dieser Stelle recht zerstörten Berliner Straße eine tolle Szenerie ergeben. Ich bezweifle, dass ein Neubau auch nur annähernd an den Ursprungsbau anknüpfen kann.


    Wenige Straßen weiter wurde ebenfalls ein nur dreigeschossiges, aber äußerlich im Originalzustand befindliches Gründerzeithaus abgerissen. Es war das letzte historische Gebäude der östlichen Mühlenstraße zwischen Florakiez und Vinetastraße.


    Vorzustand (leider nur Luftbild Google Maps, das Gebäude rechts der Durchfahrt / links der Baulücke):


    https://www.google.de/maps/@52….51h,52.82t/data=!3m1!1e3


    Geplanter Neubau (51 Eigentumswohnungen, Frank Schiffer Architekten GmbH:


    Vermarktungsseite:

    https://www.pan-co.de/


    bzw. Architekten:

    https://www.frankschiffer.com/projekte/wohnhaus-in-pankow/


    Ich finde diesen Trend bedauerlich und zunehmend bedrohlich: Vorhandene Altbausubstanz muss dem Marktdruck weichen. Selbst fünfstöckige Altbauten werden (vermutlich) durch sechsgeschossige Neubauten plus Staffelgeschoss ersetzt, weil der mittlerweile hochpreisige Immobilienmarkt in Berlin trotz der Abbruchskosten Rendite verspricht. Eine Entwicklung, die in Wien und London seit Jahren zu beobachten ist und selbst vor intakten und stadtbildprägenden Gebäuden keinen Halt macht.

    Kunsthistorisch und architektonisch gibt es selbstverständlich "bessere" Rekonstruktionen. Nur wenige davon würden jedoch eine solche Nachnutzung erhalten wie das Hamburger Beispiel.
    Auch hier macht es die Mischung - Schlösser, Gründerzeitwohnhäuser, Reformarchitektur, auch gute und interessante moderne Architektur und selbstverständlich auch Synagogen, die einen Teil jener weltoffenen Vielfalt Deutschlands ausmachten, die ab den 1930er Jahren vernichtet wurde. Kein entweder / oder, sondern ein klares "auch"!