Posts by Konstantindegeer

    Die Aufenthaltsqualität des Schlossplatzes ist für mich auch noch schlecht zu beurteilen. Wie ist das mit der Interaktion zwischen Schloss und Platz? Das Hufo wird natürlich viel frequentiert werden. Aber wie belebt wird dann der Schlossplatz sein? Aufgrund des kleineren Platzraumes und der Fassade im Rücken des Neptun würde der Brunnen dort jedoch sicher besser wirken, als am derzeitigen Standort. Und der Brunnen würde die Aufenthaltsqualität des Schlossplatzes erhöhen.

    Der Schloßplatz war vor seiner Zerstörung eine Paraphrase auf die Piazza Navona in Rom, das ist am Bildprogramm deutlich ablesbar. Das Problem mit dem "neuen Schloßplatz" begint damit, daß dieser keine Platzwände besitzt: im Osten fehlt die Bebauung des Palais Wartenberg und der Burgstraße und im Westen diejenige des Roten Schlosses. Allein deshalb stellt sich kein Platzgefühl ein: es fehlt schlicht die Geschlossenheit eines Platzes.


    Zudem stellt sich durch die bizarre Trassenführung der Straße auch kein Platzgefühl ein, sondern der Eindruck einer verlorenen Straße. Es wird also vorerst bei einer Freifläche vor dem (ehemaligen) Haupteingang des Schlosses bleiben - die Front orientiert sich heute auf die Garten- bzw. Rückseite des Schlosses. Natürlich wird der Schloßbrunnen auch auf dem Vorplatz gut aussehen, das Konzept eines richtigen Platzes ist aber vorloren, solange man die Platzwände nicht schließt.

    Manchmal ist das Forum schon wirklich erstaunlich konsequent in der Weigerung Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen. Steinwüste, Durchgangsstraße - das ist wirklich die Welt als Wille und Vorstellung.

    Das Land Berlin will und wird hier nicht rekonstruieren und stützt sich hierbei auf eine übergroße Mehrheit sowohl im Abgeordnetenhaus (R2G) als auch in der BVV Mitte. Die schon umgesetzen Rekonstruktion sind ausschließlich deshalb zustande gekommen, weil der Bund investiert hat. Das wird er aber östlich der Spree nicht tun.

    Wer heute mit offenen Augen durch den "großen Freiraum" zwischen Spree und Fernsehturm geht wird die unter Denkmalschutz stehende ehem. Staatsachse der DDR unschwer erkennen. Die restlichen Freiflächen werden auch noch saniert und der Anteil des Pflasters geht angesichts der Menschenmassen im Sommer schon in Ordnung. Ich sehe keinen Anlaß, warum das Land Berlin seine Haltung ändern sollte und auch keinen Hinweis darauf, daß sich die politischen Mehrheiten ändern.

    Das liegt auch daran, daß es für eine Wiederbebauung des großen Freiraums weder verführerische Nutzungen noch ein pittoreskes Bild der Vergangenheit gibt - wie in Dresden oder Frankfurt. Um die Wohnungsnot zu lindern ist die Fläche zudem zu klein.


    Der Schloß- oder Neptunbrunnen wertet aber die DDR-Gestaltung der großen Freiraumes enorm auf, deshalb will ihn der Senat nicht versetzen. Ohnehin wird am Schloßplatz der potenzielle Aufstellort gerade frisch gepflastert. Insofern wird sich da vorerst nichts tun.


    Handlungsdruck könnte nur die schon vor zehn Jahren notwendige Sanierung des Brunnens entfachen - hierzu muß der Brunnen ja abgebaut werden. Aber das läßt sich sicher noch bis nach der nächsten Wahl verzögern, wie auch die eigentlich beschlossene Rückführung der Generale der Befreiungskriege vor die neue Wache.


    Ich denke als nächstes kommen erstmal Marx und Engels zurück an ihren alten Platz - die hälfte ist ja schon wieder frei. Dann wird die Grünfläche etwas aufgehübscht und das war es dann mit den großen Veränderungen am "Großen Freiraum". Das Mendellsohn-Denkmal, in das viele große Hoffnungen gesetzt hatten, ist ja auch schief gegangen und heute kaum erkennbar. Das Luther-Denkmal am ehem. Neuen Markt ist auch - gottlob - auf unbestimmte Zeit verschoben.


    Es geht ja nicht darum ob die Fahrradabstellanlagen schön findet oder nicht sondern um die gesetzliche Vorschrift. Nach der AV Stellplätze des Berliner Senats müssen selbstverständlich bei öffentlichen Gebäuden Fahrradstellplätze errichtet werden:

    "Abstellplätze müssen so hergestellt werden, dass
    - sie von der öffentlichen Verkehrsfläche aus mögl
    ichst ebenerdig erreichbar sind, wobei maximal eine Stufe zulässig ist,
    - leicht zugänglich sind,
    - sie durch ihre Lage oder entsprechende Wegweisung auffindbar sind,
    - dem Fahrrad ein sicherer Stand durch einen Anlehnbügel gegeben wird, der mindestens 0,80
    Meter hoch und 0,80 Meter lang ist und
    - der Mindestabstand zwischen den Abstellplätzen 0,90 Meter beträgt, sofern Anlehnbügel beid-seitig nutzbar sind; dienen sie nur zum Anschließen eines Fahrrades ist ein Abstand von 0,60 Metern ausreichend.
    - sie einen jeweils notwendigen Erschließungsgang mit einer Breite von 1,80 Metern (Bewegungsfläche für ein Standardfahrrad) haben
    - sie in der Regel Fahrrädern einen Schutz gegen Witterung bieten
    - 5 Prozent der Abstellplätze den Anforderungen von Sonderfahrrädern (z.B. Lastenräder) bzw. Fahrrädern mit Anhängern entsprechen (Bügelabstand 1,80 Meter; Tiefe der Fläche: 2,50 Meter; Breite des Erschließungsgangs 2.30 Meter).
    Alternativ zu Anlehnbügeln sind Abstellanlagen in mehreren Ebenen (Doppelstockanlagen) zulässig, die eine einfache und leichte Bedienung ermöglichen. Zur Erhöhung des Abstellkomforts ist eine Erweiterung der Abstände in Abhängigkeit der Differen-zierung der Nutzergruppen und Abstellbedürfnisse anzustreben.Die Herstellung einfacher Vorderradständer jeglicher Art ist unzulässig."

    Quelle: § 2.3. der AV des Berliner Senats, zuletzt geändert am 15. Juli 2020


    Die Zahl der herzustellenden Stellplätze ergibt sich aus Anlage 2: Bei Museen 1 Stellplatz/200qm Ausstellungsfläche.


    Da können ja alle jetzt mal rechnen...

    ^ Das ist doch Unsinn, Meister Lampe. Die Brandenburgische Bauordnung gilt eben für alle, das Baurecht ist nicht gerade deine Stärke. Und der Architekt hat ja die Aufstellung von 76 Attikafiguren, 12 Trophäen und vier Adlergruppen ausdrücklich zugestimmt. Mit der jetzigen Kampagne sind gerade einmal 15 Figuren von 76 auf dem Dach und drei Trophäen sowie eine Adlergruppe. Da müssen wir erstmal noch etwas näher an das Ziel kommen, bevor sich der Landtag auch bewegt.


    Man kann sich darüber aufregen, daß das alles durch die Bürger bezahlt werden muß, fast 20 % der Gesamtkosten des Landtags sind bald durch Spenden aufgebracht worden. Sonst hätten wir aber einen üblen Neubau als "Landtag" bekommen.


    Der Stadtkanal ist ein völlig anderer Fall. Bei den Figuren spielt die Stadt ja keine Rolle, beim Kanal schon.

    Ja, für die Figuren des Außenrings, deren Aufstellung der Architekt Kulka vor Baubeginn noch zugestimmt hat (auf Druck vieler Bürgervereine), sind Anker in den Rohbau eingeplant worden. Nicht immer an der richtigen Stelle - aber: immerhin. Diese Anker müssen allerdings nach Rückbau des Bleches erstmal gesucht werden. Ansonsten hat Graf Cylinar völlig recht.

    Der erste Hub ist auf Freitag, den 20.11.2020 verschoben - die PNN sind mal wieder nicht aktuell. In der Woche drauf geht es weiter bis die vier Musen und Perseus mit Andromeda auf der Attika sind.


    Minerva, Euridike und Odysseus mit Penelope kommen erst im Dezember.

    Ich denke,die letzte Reko wird irgenwann einmal die Bauakademie sein.So viel wie mir einfällt wären es nach der Wende in Berlin bis jetzt dann nur zwei äußerliche Vollrekos,Kommandantenhaus und Schloss, die auch umgesetzt wurden,


    Das Berliner Schloß vulgo Humboldtforum ist keine "äußerliche Vollreko" sonder lediglich eine dreiseitige Fassadenrekonstruktion in einem Hybridbau. Wie im übrigen auch das Kommandantenhaus - auf der Südseite wurde eine moderne Glasfassade eingebaut. In beiden Fällen hat die Politik erfolgreicht darauf hingewirkt, daß "Vollrekos" mit aller Kraft verhindert werden.


    Der Lustgarten kommt noch mit einer fasthistorischen Interpretation hinzu, wie das Adlon. Bei der Denkmalskirche des Domes kommt - wenn das Geld zusammenkommt - sicher ein Hybrid heraus.


    Sonst stehen die DDR-Rekonstruktionen von der Staatsoper über das Schauspielhaus bis zum Prinzessinnen- und Kronprinzenalais in ihrer vollen Schönheit da.

    Bei der Wohnungssituation reißt niemand etwas aus rein ästhetischen Gründen ab, außerdem müßte man dann halb Berlin abbrechen. Spielereien gab es zum großen Freiraum zwischen Bahnhof Alexanderplatz und der Spree seit 100 Jahren immer wieder. Was realisiert wurde ist ja bekannt.


    Es gibt bei keiner der vier "großen" Parteien nenneswerte Stimmen, die eine Wiebebauung des Freiraums fordern. Das liegt auch daran, daß entstehende Wohnungen in der Summe wegen der mangelnden Masse kaum Einfluß auf den Wohnungsmarkt hätten. Ansonsten ist die Erinnerung an die früheren Qualitäten der Altstadt ja vollständig verschwunden, man kann sich mit den meisten Planern nicht einmal mehr darüber einigen, daß die Zerstörung ein Verlust war. Zudem wartet man erstmal ab, was am Molkenmarkt mit den modernen Konzepten herauskommt.


    Empfehlenswert ist der schöne Film über die Berliner Altstadt.

    Rathausforum? So nennt der Senat den Platz zwischen der Liebknechtstraße und der Rathausstraße. Vermtlich sind die Rathauspassagen gemeint, die der WBM gehören und voll vermietet sind. Die reißt niemand in Berlin ab, warum auch.


    Das Rathausforum, das die Innenstadtfreunde Marienviertel nennen, ist seit vielen Jahren Stück für Stück vom Büro Levin Monsigny modernisiert worden, in kleinen Abschnitten, damit kein öffentlicher Wettbewerb für den Auftrag nötig war. Dabei hat der Senat alle Wünsche nach einer zumindest städtebaulichen Wiederherstellung des Neuen Marktes abgewehrt. Da die jetzige Gestaltung mit Fördermitteln realisiert wurde gilt nun ohnehin eine Veränderungssperre.