Posts by Konstantindegeer

    Der "Stadtbaurat" ist der Baustadtrat von Berlin-Mitte, Ephraim Gothe. Gothe war Büroleiter des ehem. Senatsbaudirektor Hans Stimman und ist ein unideologischer Mann, der Sachargumenten zugänglich ist.


    Leider ist Gothe jedoch für den Molkenmarkt und den Großen Freiraum nicht zuständig, der Bebauungsplan und das Verfahren werden auf Landesebene geführt. Zuständig ist hier Senator Scheel (Linke) und die Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, die angekündigt hat auszuscheiden. Ob die Sozialisten wieder den bausenatr stellen dürfen (Scheel würde gern weitermachen) wird sich in den Koalitionsverhandlungen erweisen.

    Der entscheidende Punkt sind ja wirklich nicht die Hochhäuser sonder der Verkehr. Durch die partielle Zuschüttung der Neustädter Bucht mit dem Weltkriegsschutt sind die Breite Straße und der Lustgarten zur Verkehrsachse mit ca. 50.000 Kfz/Tag geworden. Das ist das Problem, vor dessen Lösung jede kosmetische Maßnahme sinnlos ist.


    Die Causa "Schwarzes Pellerhaus" muß man sich übrregional merken, denn sie steht exemplarisch für eine Lüge seitens des Modernimus. Stets wird von Zeitgenossem behauptet in Gründerzeitgebieten oder neben anderen historischen Bauten, auch Baudenkmalen, müssen man deshalb "modern" bauen, damit ein "spannender Kontrast" entstünde.


    Ist es einmal umgekehrt, soll also ein historisches Haus (Schwarzes Pellerhaus) als Rekonstruktion neben einem Denkmal der Moderne (Pellerhaus) ist Kontrast plötzlich nicht mehr gefragt sondern das Baudenkmal der Moderne würde in seiner Wirkung beschädigt.


    Der Sachverhalt illustriert überdeutlich, daß die Ideologie des Kontrastes nur zu Lasten der Historie gemeint ist, vice versa gilt sie nicht.

    Zunehmend mehr Menschen sind der Ansicht, daß der Genannte in seiner eigenen Welt lebt, ausdrücklich auch aus der SPD. Immerhin haben wir in diesem Herbst Halbzeit bei den Kommunalwahlen. Wenn man sich die Verabredungen der Rot-rot-grünen Kooperation in der Stadt anschaut ist nichts erledigt. Der Vorteil der Kommunalpolitik ist aber, daß jeder die Dinge beurteilen kann. Wenn das so weiter geht glaube ich nicht, daß Schubert wiedergewählt wird.


    R2G Rathaus-Koop.pdf

    Die Gründe für die Zuschüttung lagen nicht in wirtschaftlichen Errwägungen sondern in politischen Momenten. Da der Kanal sehr populär war hat die SED-Stadtspitze fast acht Jahre benötigt, um dieses Relikt des Preußentums zuzuschütten. Das ging nur indem man entscheidende Stellen sperrt und der unterbrochene Kanal begann zu stinken und Ratten anzuziehen. Immerhin entwässerte noch die Hälfte der Altstadt in den Kanal. Mit diesen Vorurteilen haben wir noch heute zu tun, dabei kann keder am Kellertor einen Kanal besichtigen, der nicht stinkt.


    Die Verkehrsströme sind vom Kanal nicht berührt. An den historischen Querungen liegen auch heute Straßen und künftig bei einer Instandsetzung wieder Brücken - welcher Architektur auch immer ist ein übernächstes Thema.


    Vielleicht nochmal etwas deutlicher, Meister Lampe, der Potsdamer Stadtkanal wird nicht "rekonstruiert". Der Kanal ist ein Denkmal, das z. Zt. im Boden liegt und überwiegend erhalten ist. Nur weil man es nicht sieht ist es nicht nicht vorhanden. Das hat mit Rekonstruktionsprojekten wie dem Stadtschloß oder der Garnisonkirche gar nichts zu tun. Hier geht es um eine Freilegung und Instandsetzung. Diesen Punkt scheint Mike Schubert auch nicht nicht verstanden zu haben. Natürlich kann man ein Baudenkmal auch, wo die Substanz unwiderbringlich verloren ist, ggf. zeitgenössich ergänzen - dazu müsste man aber erstmal den Kanal im nächsten Abschnitt aufgraben, sichten und sichern.


    Sinnvoller Weise ist der nächste Abschnitt nach 1 und zwei der 3. BA, weil nur hier Havelwasser in den Kanal strömen kann. Weitere Trockenabschnitte in der Stadt zu errichten ist ja wenig sinnvoll, wenn man einen Kanal will.


    Daß der OB in irgendeinem Zugzwang ist glaube ich nicht. Er will durch den Studentenwettwerb am BA 4, der gar nicht zur Realisierung ansteht, nur presseöfefntliche Aktivität zeigen. Da ist dem Ob bis dazu immer genug gewesen, seit seinem Amtsantritt hat die Verwlatung jede Aktivität rund um den Stadtkanal, die auf konkrete bauliche Schritte hinführte, aktiv sabotiert.


    PSK 200127 Christl Schutzstatus.pdf

    Vom Potsdamer Stadtkanal sind zwei Abschnitte wiederhergestellt: der BA 1 an der Yorckstraße (500 Meter, ohne Wasser) und der BA 2 am Kellertor (150 Meter, mit Havelwasser). Der nächste Abschnitt wäre der BA 3, der an den BA 2 anschließt und so das Havelwasser bis zur Berliner Straße führen würde. Diese BA war 2016 schonmal genehmigt und könnte sofort begonnen werden. Die etwa vier Millionen Euro für diesen Abschnitt, für den es bis zu 50 % Fördermittel gäbe, meint Potsdam nicht zu haben.


    Der Abschnitt, über den Studenten philosophieren sollen ist der BA 4 vor dem "Zentrum Süd" zwischen Berliner Brücke und Hauptpost. Hier gibt es eine lange Reihe von Problemen mit der Straßenbahn.


    Der BA 3



    Und BA 4



    In den heutigen Landeshauptstadt Potsdam ist es Konsens sich beim Wiederaufbau der Stadtmitte ästhetisch und künstlerich an der friderizianischen Zeit zu orientieren, nicht an der Kaiserzeit. Das ist für die barocke Innenstadt die prägende Zeitschicht. Gründerzeit haben und hatten wir wenig - diese Zeitschicht ist eher für unsere Nachbarstadt relevant.


    Die Gestaltungssatzung für Potsdam von 1925 drückt es so aus: wenn rekonstruiert wird ist "der Zustand der höchsten künstlerischen Ausprägung" relevant - das ist in der Regel die Zeit Friedrichs des Zweiten.


    Die Lange Brücke allerdings, eine Spannbetonbrücke aus DDR-Tagen - wird in den nächsten zehn Jahren ersetzt werden, die Planungen sind schon im Gange. Konsens ist hier bis dato sich gestalterisch an der schon errichteten, parallel verlaufenden Fußgänger und Straßenbahnbrücke als Stahl zu orientieren. Diese ist modern jedoch trotzdem filigran, optisch leicht und qualitätvoll, sodaß wir an diesem Havelübergang eine zeitgenössische Querung bekommen werden. Das Werden dieser Brücke wird uns hier sicher noch länger beschäftigen und vermutlich zu einem eigenen Strang führen.


    Also die Information über den Anschluß an das Schloß stimmt jetzt: Feuerwehr kein Problem, Führung der Kolonnade leicht versetzt, so daß sie trotz leicht verändertem Wiederaufbau des Schlosses wieder ein Pilaster trifft. Hier ist noch Originalmaterial vorhanden, das ergänzt werden müßte. Kostenpunkt nach Schätzung der Steinbildhauer ca. 250.000 Euro. Die beiden Fechter, die linke und rechts des Durchgangs gestanden haben sind zerstört oder verschollen. Wenn man diese wiederhalben will kostet das sicher rund 150.000 Euro pro Figur.


    Was die Lücke für die Straßenbahn betrifft ist dies keine Straßen sondern eine Straßenbahntrasse (die allerdings auch von Bussen genutzt wird). Von der Höhe her könnte man den Architrav problemlos bis zum Leibreitstall (vulgo Marstall vulgo Fimmuseum) wiedererrichten, das seht nur ohne Säulen bescheiden aus.


    Östlich der Straßenbahn passte noch ein Säulenpaar hin, das hat der Fahrradbeauftrage der Stadt verhindert. Schließlich setzt sich der Weg in Potsdams einzigem 4-Meter-Radweg fort. Diese Fragen werden alle beim notwendigen Nebau der Langen Brücke wieder hochploppen.


    Im westlichen Teil der Kolonnade fehlt auch noch eine verschollene Figur.


    Also kann man den Anschluß an das Schloß plus drei Figuren - wenn man das Geld hat - sofort realisieren. Sind zusammen ca. 600.000 Euro. Das wäre aus meiner das wünschenswerte Ziel.


    Langsam habe ich hier keine Lust mehr. Wenn alle zu faul sind wenigstens die letzten Posts zu lesen und alle drei Monate die ewig gleichen und hier mehrfach richtiggestellten Latrinenparolen wiederholen sollen sie dumm sterben.

    Was "mit der Feuerwehr" ist "total traurig"? Zwischen den Bedürfnissen der Potsdamer Feuerwehr und der Kolonnade gibt es keine Widersprüche. Die Feuerwehr kommt gut unter der Kolonnade durch, weil die Mindestdurchfahrtshöhe von 4 Metern eingehalten ist: die Unterkante des Architraves hat eine lichte Höhe von 5,55 Metern. Was fehlt ist das Geld für die Rekonstruktion des Anschlusses an das Schloß.


    Was die Straßenbahn betrifft bin ich froh, daß das Zentrum gut mit der Straßenbahn erschlossen ist.

    Die kommunale Denkmalpflege und das Landesdenkmalamt haben versucht mit den vier verbliebenen Figuren ein simmiges Ensemble zu schaffen, da die Wiederherstellung der fehlenden Figuren ungewiß ist.

    Nein. Früher ging eine Linie vom Hbf in die Stadt, heute sind es zwölf (plus Busse). Das kannst Du nicht mehr über den schönen Alten Markt abwickeln. Hier der Netzplan, der Haltepunkt an der Kolonnade heißt "Alter Markt/Landtag".