Posts by Konstantindegeer

    Die Stiftung Garnisonkirche muss bis dahin nur die Ruhe bewahren und sich die Option auf den Bau eines Kirchenschiffes offenhalten. Dann macht man nach dem Abriss erstmal ein paar Staudenpflanzungen (gut für die Artenvielfalt) und wartet ab, wie die Situation in 10 Jahren ist.

    Richtig. Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass die Kirche "Ruhe bewahrt".

    Wenn man eine temporäre Begrünung mit Bäumen macht, sollte man die Bäume so platzieren, dass sie weit genug außerhalb des Grundrisses stehen. Damit ein Wiederaufbau später ohne Entfernung von Bäumen problemlos möglich ist. Diese "kritische Rekonstruktion mit Bäumen" macht immer nur Probleme und wird dann irgendwann verteidigt, siehe Hotel Stadt Rom am Dresdner Neumarkt.

    Der Stiftung gehört nur das Areal des Schiffes, und zwar aussenmauerscharf. Die Stadt wird das sicher nicht machen. Tatsächlich aber wird darüber gar nicht diskutiert, da es nur Menschen gibt, die meinen dass das Schiff vom Himmel fällt oder Menschen, die glauben der Staat müsse das Haus der Demokratie bezahlen. So passiert eben nichts. Auch kein Beinbruch.

    Weder die Stiftung noch die Stadt haben auch nur ansatzweise eine Finanzierung für ihre Vorhaben. Die Stiftung bastelt nach wie vor am Turm herum, die Stadt steuert auf einen Haushalt zu, der nur durch ehebliche Rückgriffe auf die Rücklagen ausgeglichen werden kann und mit der Biosphäre, der Krankenhausfinanzierung sowie den Mehrkosten für den öff. Dienst noch eine lange Reihe von Problemen aufweist. Zudem wird für den Plenarsaal der SVV ein Raum am Rathauscampus geplant.


    Deshalb ist es völlig abseitig heute Geld und Zeit für ein "Haus der Demokratie" auszugeben, in Brandenburg ist es der öff. Hand sogar untersagt konkrete Planungen für nichtfinanzierte Vorhaben zu veranlassen. In diesen Zeiten wird es auch keinen neuen Bau für das Potsdam-Museum geben.


    Beim Rechenzentrum laufen die Mietverträge zum 31.12.23 aus. Eine erneute Verlängerung der Mietverträge bedingte, dass bei dem Bau der Grundwärmeschutz nach dem Gebäudeenergiegesetz hergestellt werden müsste, mithin also eine Grundsanierung. Den mittleren zweistelligen Millionenbetrag hat die Stadt ebenfalls nicht.


    Deshalb bleibt als einzig realistische Varianten das RZ mit Fördermitteln abzureissen, die "Kreativen" im Kretaivquartier anzusiedeln und das Areal des Kirchenschiffs als temporäre Grünfläche und ggf. zu bespielen. 25 Pyramideneichen hätten nach fünf Jahren die gleiche Höhe wie das Schiff. Offenbar aber ist niemand daran interessiert, sich mit realistischen Szenarien zu befassen.

    Man kann außerdem einen Parlamentssaal auch in einem Kirchenschiff unterbringen - da gibt es sogar ein Vorbild dazu: die Paulskirche in Frankfurt, wo das erste deutsche Parlament tagte.

    Erstens ist die Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt Potsdam kein Parlament, sondern eine Exekutivorgan.

    Zweitens wird der neue Sitzungssaal für die Stadtverordneten aktuell im sog. Rathauscampus an der Friedrich-Ebert-Straße geplant, wie es die SVV beschlossen hat. Einen zweiten Sitzungssaal benötigt Potsdam nicht.

    Sehr erfreuliche Nachricht:

    Der Abriss des Staudenhofs wurde heute in der SSV final bestätigt. :daumenoben:

    Nein, eine "finale Bestätigung" der SVV gab es im Mai 2022. Auf der Januarsitzung der SVV fand jetzt lediglich eine Rückholantrag der Anderen und der Sozialisten keine Mehrheit, der das Thema erneut diskutieren wollte. Solche Anträge werden wir sicher noch ein paar Mal bekommen.


    Der Hintergrund sind die Kommunalwahlen im Mai 2024 - nach der Vorstellung von Linken und Anderen sollte das Thema soweit wie möglich in die Wahlkampfzeit gezogen werden. Die Stadt ist letztendlich selbst Schuld an der erneuten Debatte - ab Sommer 2022 hätte sie den Abbruch schon längst vergeben können. Das soll jetzt im Februar 23 passieren und im Juni 23 losgehen.


    Bis zum physischen Abbruch werden wir zudem - wie bei der FH - noch viele Aktionen erleben, die einzig und allein Linke und Andere als einzige Kämpfer für die gerechte Sache und den Klimaschutz und die Potsdamer Grünen als fahnenflüchtige Wortbrecher brandmarken sollen. Es handelt sich also um einen innerlinken Kannibalismus, der uns leidlich egal sein kann. Meine These ist ohnehin, dass die neue SVV-Fraktion der Grünen nach links rücken wird.


    Die Presse, vor allem die kleinen PNN (ca. 5.000 verkaufte Exemplare) macht bei den Aktion immer mit und berichtet stets bestenfalls halbwahr. So hat z.B. selbst Prof. Schellnhuber gesagt es gebe neben der Bestandssanierung auch die Möglichkeit eines Abriß/Neubau nach ökologischen Maßstäben - das unterschlagen die PNN stets. Und in der PNN kommen immer neue Stimmen zu Wort (Grüne Jugend, Migrantenbeirat etc.) - letztendlich bröckeln bei der Mehrheit von SPD, CDU, FDP, Bürgerbündnis und Grünen nur die letzteren, weil sie wiederaufgestellt werden wollen.

    Spreetunnel


    Früher: Am Alten Markt 13/14


    Heute: Alter Markt 5/6

    Richtig. Das ist alles verwirrend, weil die Stadt Potsdam die Sache mit der Hausnummerierung nicht packt.


    Die Ostseite des Marktes heisst heute "Am Alten Markt" und ist eine Straße, die mit der Nummer 1 Am Kanal beginnt und mit der Nummer 6, dem Lehmannschen Haus, an der Ecke Brauerstraße endet.


    Der Landtag trägt die Straßenbezeichnung "Alter Markt 1" und befindet sich in Sichtweite zum Wohnhaus "Am Alten Markt 1".


    Dann geht es mit dem Klingnerschen Haus weiter (Alter Markt 2) und nummeriert bis zum Hellmund-Piernschen Haus (ein Doppelhau, man sieht das auf den historischen Bildern mit unterschiedlichen Farbfassungen) Als "Alter Markt 5/6.

    Die Linken sind sich einig; sie bevorzugen sozialistischen Städtebau. Alles andere ist ihnen ein Gräuel. :--)

    Im Bauausschuß sagt André Tomczak für die linksalternativen "Anderen" "kleinteiliger Städtebau" sei abzulehnen, weil er "ineffizient" sei. Das hatte auch die Plankommission zur Wohnraumversorgung des Bezirks Potsdam 1979 schreiben können.

    Das ist leider nicht der Fall. Die Anderen bezeichnenen den Kanal nach wie vor als "Rebarockisierungsprogramm" und die Sozialisten fabulieren vom "Stinken" des Kanals, was für die 1960er-Jahre ja auch stimmt, da die halbe Altstadt noch in den Kanal entwässerte. Da ist eine einheitliche Front, auch weil der Kanal ein Denkmal ist, was man nicht beliebeig modern überformen kann.

    Mit Bezug auf das Mikro-Klima macht eigentlich nur die Wiederherstellung als Fliessgewässer Sinn - dann kann der Kanal Starkregenfälle aufnehmen, im Sommer tags kühlen und das warme Wasser nachts in die Havel abführen. Hinzu kommen 200 neue Bäume der Allee - und das alles in der besten Innenstadtlage.

    Die Stadt reflektiert allerdings momentan eher auf die Wiederherstellung des Kanal als grüner Spazierweg mit Büschen, die das Regenwasser speichern können. Damit hofft man die Kosten für die Brücken umgehen zu können. Solche "Green Walk"-Fantasien würden allerdings im Sommer verdorren und bei Starkregen schlicht absaufen. Letztendlich wird das von Fachgutachtern untersucht. Allerdings wird noch viel Wasser die Havel herunterfliessen, bis sich hier Substanzielles tut.