Posts by Konstantindegeer

    Im Klosterviertel um den Molkenmarktes hat es seit jeher - die Diskussion über die Wiederbebauung dauert jetzt etwa 20 Jahre - eine Reihe von Rekonstruktionskandidaten gegeben:


    1. Die Spitze der Parochialkirche. Das ist durch eine Spende von Hans Wall und dem Verein "Denkmal an Berlin" , bei dem auch Sozialdemokraten mitmachen, möglich geworden. Ich werde das erste Glockenläuten und den Volksauflauf der Berliner bei der Weihe der Glocken nie vergessen, die Stadt hatte mit über tausend spontanen Besuchern nicht gerechnet.

    2. Der Jüdenhof, der ausgerechnet von Nazis in den 1930er-Jahren saniert wurde. Grund hierfür ist, daß im gründerzeitlichen Eingangseckhaus gerade Horst Wessel, der NS-Märtyrer, geboren wurde. Für mich ist das immer gelebte Geschichte: Horst Wessel am Jüdenhof geboren - so liesse sich Geschichte totografisch erzählen.

    3. Die Ruine der Klosterkirche der Franziskaner, die zum Gymnasium am Grauen Kloster gehört, das noch heute an den alten Standort zurück will. Hier wurden die mittelalterlichen Ruinern im 19. Jahrhundert in den Schulkomplex integriert. Der Senat aber will die Ruinen als "Kriegsdenkmal" halten, als wenn es davon nicht in Berlin genug gäbe.


    4. Der Krögel ist schon durch die Wasserbetriebe des Landes überbaut.


    5. In der Parochialgasse ist das Haus pazifistischen "Antikriegsmuseum" der 1920er Jahre eine Reko-Kandidat. Das Museum wurde von den Nazis geschlossen. Nach aktuellen Planungen soll der Nachfolger des Museums zurückkehren, das Haus natürlich nicht.


    Darüber hinaus schreibt der B-Plan bei allen straßenseitigen Bauten wegen der 60.000 KfZ/Tag (wollte das nicht die Grüne Verkehrssenatorin verringen?) bis auf die Penthäuser reines Gewerbe vor. Wird sicher sehr kietzig.

    92 (zweiundneunzig) beteiligten Bürger! Das ist wirklich repräsentativ. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wird sich davon kaum beeindrucken lassen.

    Wie sich an über 40 Meter breiten Straße mit - bis auf die Dachgeschosse - ausschließlich gewerblicher Nutzung eine "kleinteilige Kiezkultur" entwicklen soll bleibt im Dunklen. Die staatliche Wohnungsbaugesellschaft, die große Teile bebauen soll, ist auch nicht als große Reurbanisiererin aufgefallen.

    ^Die MAZ und PNN-Artikel sind bekannt. Diese beziehen sich allerdings ausschließlich auf Äußerungen des "FÜR e.V.", der sich anmaßt die Nutzer des Rechenzentrum zu vertreten. Ich war da ein paarmal bei den Versammlungen, mehr als 20 People waren da nicht anwesend.


    Die angeblich 170 Mitglieder stammen größtenteils aus linken Szene und keineswegs aus dem RZ. Vorsitzender Voesgen ist Prof. an der FH Potsdam und kein Nutzer des RZ, Michael Rosin ist Zahnarzt in Potsdam, nur Co-Vorsitzende Harder gehört zu den Nutzern. Das Wort führt häufig Carsten Linke, der Angestellter im öff. Dienst und Vorsitzender des Vereins der Opfer des Militarismus ist (und mit Kunst gar nichts zu tun hat). Linke schreibt solche Geschichten wie http://potsdam-stadtfueralle.d…ekommt-paedophilen-treff/, die so peinlich sind, das diese nicht mal in den linken Medien zitiert werden.


    Das, was der Verein äußert hat mit dem Mehrheitswillen der RZ-Nutzer wenig zu tun.


    Die halbwegs professionell arbeitenden Künstler haben sich schon früh unter der Website http://architektur-potsdam.de/ zusammengeschlossen und wollen sich schon länger nicht vor einen politischen Karren spannen lassen. Den Künstlern ist an einer langfristigen Lösung unter professionellen Bedingungen gelegen und nicht an einem linken Kulturzentrum.


    Da der Investor des neuen Kunstquartiers, Christopher Weiß, sich beim Kauf des Areals des langen Stalls hat schriftlich zusichern lassen, daß das RZ abgerissen wird, bin ich ganz guter Dinge. Bei der derzeitigen Entwicklung von Preisen in der Gewerbevermietung wird Weiß immer auf der Schließung des RZ bestehen. Die Mittel für eine "Sanierung" des RZ sind auch im Etat der LHP gar nicht vorhanden.

    Der originale Lange Stall war ein Fachwerkbau, da er als Exerzierhalle gedacht war. Für die beabsichtigte Nutzung - Flächen für Kreative zum Selbstausbau für möglichst wenig Geld - wäre das nach wie vor eine sinnvolle Option, da zudem der Boden die potsdamtypischen Probleme hat und so ein leichter Bau eine Pfahlgründung vermeiden könnte.


    Jetzt ist die Tragstruktur eine vorgefertigte Metallkonstruktion. Das Dach ist im Entwurf mit nicht näher defierten Platten verkleidet. da wegen der Lage im Denkmalgebiet "Potsdamer Stadtkern" sowieso die Denkmalpflege zum Einsatz kommt gehe ich davon aus, daß diese noch durchsetzen wird das Dach in Potsdamer Biber zu decken. Das Thema Gaupen/DFF ist sicher auch noch entwicklungsfähig - vermutlich kommen aber einfache Blecheinsätze zur Ausführung. Da wird sicher sicher noch etwas tun.

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    Man sollte die Färbungen der Säulen und Balustraden vielleicht doch ein wenig harmonisieren...


    Bei der Wiederaufstellung der Ringerkolonnade an ihrem historischen Ort ist das thematisiert worden. Bauherr war hier der Sanierungsträger der Stadt Potsdam.


    Tenor war seinerzeit, daß die unterschiedlichen Farbigkeiten die Zeitschichten abbilden und sich ähnlich dem "Frauenkircheneffekt" langsam angleichen.


    Das ist natürlich Unsinn - die braune Färbung kommt vom starken Mangangehalt des Gießwassers, das über einen Brunnen am Neptunbecken zu DDR-Tagen verwendet wurde. Wir haben auch - nicht weit entfernt - einen eigenen Brunnen im Garten und den gleichen Effekt. Da die Kolonnaden an ihrem neuen alten Standort nicht mehr mit Brunnenwasser beregnet werden gleicht sich da gar nichts an. Die Braunfärbung ist auch schwer zu beseitigen.


    Für die Attika gibt es gute Nachrichten - ein Spender für die Figuren auf dem Architrav ist gefunden und der Schmuck wird Ende 2021 wieder komplett sein. Die Figuren der Ringer, Fechter und des Schleuderers hingegen sind noch immer schwer beschädigt im Depot.


    Derweil haben sich die Kolonnaden als Sitz- und Wartebank für die Straßenbahngäste etabliert. Wenn da wieder filigrane Figuren aus Sandstein zwischen den Säulen stehen sehe ich ein akutes Vandalismusproblem. Zur Illustration einmal drei der Figuren:


    Ja, und so wird auch der Turm im finanziellen Desaster enden, da die Kirche jeden Spender ablehnt, der sich in irgendeinem Detail einmal konservativer als Angela Merkel geäußert hat. Solange die große Koalition in Berlin noch steht wird das allerdings mit Bundesmitteln aufgefüllt: schließlich lassen Sozis Sozis nicht im Stich und Frank Walter ist auch noch Schirmherr.


    Das ist vor allem deshalb ärgerlich, weil dieses Verhalten die vielen hundert erfolreichen Spendenprojekte diskreditiert.


    Unter einer schwarzgrünen Bundesregierung wird - so fürchte ich - da nichts mehr kommen.

    Ich glaube nicht, daß das selbstverständlich sein sollte, weil ich die Haltung für grundfalsch halte. Ich kenne jedenfalls viele Christen, die sich wehren, wenn sie angegriffen werden und nicht den Möchtegern-Ghandi spielen.

    Aber - ehrlichgesagt - habe ich diese Debatte mit meinem 16 Lebensjahr abgeschlossen und bin aus der ev. Kirche ausgetreten. Da die EKD heute politisch keine Rolle mehr spielt und dies künftig auch nicht tun wird halte ich diese Debatte auch für verschwendete Zeit. wir können uns nach der Eröffnung des Garnisonkirchenturm genug aufregen, wenn da im ersten Stock ein Kirchenmodell setht, das die Besucher mit Knete bewerfen können, um ihre Agressionen loszuwerden (tatsächlich geplant).