Posts by newly

    Ich gehe davon aus, es war von Goldstein satirisch gemeint.


    Wie auch immer: ich fände es gut, wenn man bei den einzelnen Themen bleibt, und hier nicht über Gott und die Welt schreibt, vom Ablästern über die angeblich ach so schlechte Berliner Mentalität bis zum "Philosphieren" über die allgemeinen gesellschaftlichen Zustände ist wirklich alles ausgiebig dabei, gerade in den Berliner Threads.

    Das Thema hier heißt Karstadt am Hermannplatz (gilt für andere Themen, z.B. das Marienviertel aber genauso).

    Es wäre doch ein Wunder, wenn Libeskind nicht mit einem harten Kontrast sein Markenzeichen setzen würde. Da wird man keinerlei Rücksichtnahme auf die Historie erwarten können.


    Und dies ist doch eigentlich eine Unverschämtheit gegenüber allen, die mit viel Mühe den barocken Turm wiederstehen lassen ...und denjenigen, die dafür gespendet haben.

    Dein Wort in Gottes Ohr, Maecanas. Die Option wird in der heutigen Ausgabe der MAZ nämich leider erschreckend realistisch dargestellt, quasi fast beschlossen:


    "Ein Durchbruch im Streit um die Garnisonkirche steht bevor. Die Stiftung für Wiederaufbau setzt sich öffentlich für einen architektonischen Bruch unter Einbeziehung des Rechenzentrums ein – und der New Yorker Architekt Daniel Libeskind will zur Neugestaltung beitragen."


    Link zu dem Pay-paper:

    https://m.maz-online.de/Lokale…ind-will-Neubau-entwerfen

    @Helge Vor dem Hintergrund was Architekten hierzulande seit Jahrzehnten bauen: Das ist wirklich Unsinn.


    Ich bin mir sicher, der großen Mehrheit der Anklamer wird es gefallen. Und für den Tourismus ist es allemal förderlich.

    Wenn man bei einem solchen Projekt nur ablästern kann, hab ich tatsächlich den Eindruck,Waldorf und Statler sind hier unterwegs.

    Krieg ist keine Kitch... der Schaden sollte bleiben.

    In einer Diskussion über die moderne Architektur in Berlin meinte jemand mal - allen Ernstes - zu mir: "Berlin muss hässlich sein, da von der Stadt der hässliche Krieg ausging".

    Spätestens da nimmt diese Art der Geschichtsaufarbeitung schon pathologische Züge an.

    Wie mehrere schon angemerkt haben, ist die Grünfläche viel zu beliebt und eine Rekonstruktion an dieser Stelle absolut unrealistisch.

    Aber wie wäre es an einer anderen Stelle? Am öden Marx-Engels-Forum beispielsweise.

    Als Kompromiss könnte im Inneren ein Museum für die Geschichte des Marxismus entstehen.

    Ich kann mir langfristig durchaus eine Einführung der konstitutionellen Monarchie vorstellen, ...

    Superidee, nur wer soll's machen? Am besten wir holen jemand von außerhalb, Willem und Maxima aus den Niederlanden oder wen aus Skandinavien.

    Im Ernst: der Zug für eine parlamentarische Monarchie ist hierzulande spätestens im November 1918 abgefahren, als Prinz Max von Baden das Angebot Eberts ausschlug, Nachfolger von Willy Zwo zu werden.

    Frau Lompscher ist Bausenatorin und ist wie ich in der DDR aufgewachsen. ....Man müsste aber erst mal die tief sitzenden Verletzungen ausheilen und überwinden. Dann könnte auch ein Brunnen umziehen.

    Bei allem Verständnis, Du interpretierst da viel zu viel rein. Es geht um die Umsetzung eines historischen Brunnens an seinen ursprünglichen Ort. Nicht mehr und nicht weniger.

    Wenn "tief sitzende Verletzungen" nach zig Jahren noch nicht ausgeheilt sind, dann wird auch dieser Brunnen nichts daran ändern, egal wo er steht. Und wer ideologische Grabenkämpfe führen will, der tut dies, mit oder ohne Brunnen.

    Viele Grüße aus Brandenburg

    Die Verweigerung der Rückkehr des Brunnens auf den Schlossplatz durch den verlüscherten Senat bezeichnet Hans Stimmann (Lüschers Vorgänger) in der Welt sehr treffend als "Rache des Senats am Berliner Schloss" (Link).

    Oder weniger pathetisch ausgedrückt: ein albernes Rumgezicke auf Kindergartenniveau.


    Vielleicht sollte man - um eine Umsetzung des Neptunbrunnens schmackhaft zu machen - erstmal einen konkreten Entwurf (samt Finanzierung ) für einen anderen Brunnen vor dem Roten Rathaus ausarbeiten. Heimdalls Idee einer Art "Brunnen der Einheit" fände ich dort sehr passend.

    Gut wäre eine Attraktion (ein kleines Wasserspiel, nachts farbig beleuchtet, stündlich mit Musik untermalt oder ähnliches), die es jedem leicht macht, auf den Neptunbrunnen dort zu verzichten

    Die Prozentzahlen stammen vom Anfang des 20. Jahrhunderts, also nach der massiven deutschen Einwanderung nach 1871 aus anderen Teilen des Reiches (Militärs, Beamte usw.)

    Im lothringischen Teil machten diese deutschen Einwanderer beispielsweise am Ende 25% der Gesamtbevölkerung aus, in Metz gab es etwa zuvor nur eine deutschsprachige Minderheit.

    http://www.deuframat.de/gesell…voelkerung-im-elsass.html


    I.Ü. war die deutsch-französische Sprachgrenze über Jahrhunderte relativ stabil, das frankophone Territorium war dabei sicher größer als 12% des Reichslandes.

    Die Franzosen feiern auch heute noch den Sieg über ihr östliches Nachbarland. ... Hätten doch die Franzosen nur damals "Danke für Sedan. Wir wollen mitfeiern" gerufen. Vielleicht wäre uns der 1. Weltkrieg erspart geblieben. :zwinkern:

    In Frankreich ist auch sogar der 11. November Feiertag.

    Neben den klitzekleinen Unterschieden zwischen 1870/71 und 1939-45 ist aber wohl entscheidend, wie man diese Tage begeht: als Jubelfest, das Nachbarland besiegt zu haben oder als Gedenktag für Millionen Tote im Zeichen der Versöhnung.


    Im Kaiserreich- einschließlich der Einweihung des Nationaldenkmals- war von Versöhnung jedenfalls nicht die Rede und nichts zu spüren.

    Hätte man dies nur anders gemacht und die Franzosen eingeladen. :wink:

    Aber der sogenannte deutsche Militärismus unterschied sich doch kaum vom Bellizismus anderer europäischer Nationen. . ...

    Hatte ich auch nicht behauptet. Es macht ihn dadurch aber auch nicht weniger schrecklich.


    Die sogenannte Erbfeindschaft wurde v.a. von französischer Seite geschürt, sie beruhte nicht zuletzt auf dem Komplex der französischen Könige, nach der fränkischen Reichsteilung nicht in den Besitz der Kaiserwürde gekommen zu .

    Mir erzählte einmal ein befreundeter und in der Historie bewanderter Gendarm, dass für die Franzosen die "Erbfeinde" über die Jahrhunderte eigentlich die Engländer waren und nicht die Deutschen.

    Von dem Versuch, die Ergebisse der französischen Revolution von 1789 auch durch deutsches Militär umzukehren bis zur Zerstörung von Paris und der Annexion rein französischsprachiger Gebiete 1871 könnten wir hier (an falscher Stelle) einen langen Diskurs führen, welche Seite mehr Schuld auf sich geladen hat.

    Die "Erbfeindschaft" wurde jedoch sicherlich auch von deutscher Seite gepflegt wo immer es ging (z.B. mit den pompösen jährlichen Feierlichkeiten zum "Tag von Sedan"), zumal das deutsche Kaiserreich und die französische Republik sich auch als Staatsformen konträr gegenüber standen.


    Davon abgesehen verlief die Schlacht von Gravelotte für die Truppen des Norddeutschen Bundes weitaus blutiger als für die Franzosen. Insofern kann man in der Einweihung des Denkmals auch einen Akt der Gefallenenehrung sehen.

    Wenn man die Truppenstärken mit in den Vergleich nimmt, war die Schlacht auch für die Franzosen sehr blutig.

    Man kann natürlich alles Mögliche wohlwollend hineininterpretieren, fraglich ist, wie glaubwürdig dies nach innen und außen damals war.

    Eine "Gefallenenehrung" einer gewonnenen Schlacht quasi als zeitliche Grundlage für das Nationaldenkmal zu nehmen zeugt jedenfalls vom fatalen Stellenwert des Militärs und dem mangelnden Willen, sich mit seinem Nachbarland auch nach Jahrzehnten auszusöhnen.