Posts by newly

    Diese Art Unterhaltungsarchitektur, wie du es nennst, kam dem Umfeld der Friedrichstraße als historischer Vergnügungsmeile jedenfalls mehr entgegen bzw. zeigte mehr Gespür für den Ort als die sterilen Büropaläste, die nach der Wende gebaut wurden. Hochwertig war dieser DDR-Historismus natürlich nicht gerade, aber irgendwie einfallsreicher.

    Volle Zustimmung. Und an der Friedrichstraße wären durch die teilweise Zurücksetzung der Gebäude so kleine Plätze entstanden.

    Stattdessen kamen wohl die für die enge Friedrichstraße viel zu monströsen Klötze Q205, Q207, also ein kastenartiger Wohn-Geschäftshausblock und der danebenstehende dunkle Block der Galeries Lafayette.

    So gesehen: schade, dass diese historisierenden Platten nicht vollendet wurden.

    ...Es geht darum den Schlossplatz attraktiv zu machen...

    Wenn es allein darum ginge, den Schlossplatz - völlig losgelöst vom Umfeld - attraktiv zu machen, hättest du sicher recht.

    Noch wichtiger ist aber doch, diesen gesamten kleinen Kernbereich der Stadtmitte attraktiv zu machen.

    Und da bleibt es nunmal bei den schon oft genannten Nachteilen zweier identischer Brunnen.

    Dieser eigenartige Denkmalschutz, er scheint mir ideologisch beeinflusst, muss I.Ü. ja nicht ewig Bestand haben.

    (bei der Diskussion um die "Staatsachse" oben wurde übrigens das DDR Außenministerium hinter dem PdR vergessen, auch dieses ist schon längst abgerissen).

    Die Frage ist doch, wie man die Entscheidungsträger am besten zu einem Umdenken bewegt.

    Und da erscheint mir ein sehr guter, überzeugender Entwurf für eine alternative Brunnenanlage vor dem Roten Rathaus samt Finanzierung aus Spendengeldern ehrlich gesagt erfolgsversprechender als Spendengelder für eine Kopie zu sammeln. Letztere ist doch schon hier unter uns umstritten.

    Man sollte vielleicht berücksichtigen, dass in der Gegend möglicherweise keinerlei Gestaltungsvorschriften vorliegen und auch kein "Rekonstruktionsgedanke" einzuhalten ist.

    Nun ja, § 9 der brandenburgischen Landesbauordnung gilt immer:

    Bauliche Anlagen müssen nach Form, Maßstab, Verhältnis der Baumassen und Bauteile zueinander, Werkstoff und Farbe so gestaltet sein, dass sie nicht verunstaltet wirken. Bauliche Anlagen dürfen das Straßen-, Orts- und Landschaftsbild nicht verunstalten.

    Also ich verstehe die durch diesen seltsamen Denkmalschutz entstandene Zwangslage und den Wunsch diese zu überwinden und endlich mal "zu Potte zu kommen".

    Es bleibt jedoch das Problemchen der zwei identischen Brunnen in unmittelbarer Nähe durch Anfertigen einer Kopie.

    Es tut mir leid, aber ich finde die Nachteile überwiegen: der Brunnen als Kunstwerk wird entwertet und das Ganze offenbart eine unglaubliche Phantasielosigkeit bzw. wird an einen bürokratischen Schildbürgerstreich erinnern.

    Ein lesenswerter Artikel in der Berliner Zeitung.

    Brandenburger Tor: Reinigung beendet – ist die Farbe wirklich ganz weg?
    Die Spuren der Farbattacke der Letzten Generation wurden bei wochenlangen Arbeiten entfernt. Für einen nächsten Angriff wurden Vorkehrungen getroffen.
    www.berliner-zeitung.de

    Die gute Nachricht vorab "Auf Anfrage der Berliner Zeitung teilt York Rieffel vom Landesdenkmalamt mit:

    „Man sieht nichts mehr.“

    Ich finde Weihnachtsmärkte direkt an mehrspurigen, stark befahrenen Straßen generell ungemütlich, so auch diesen (wie z.B. auch den an der Gedächtniskirche).

    M.E. wäre doch der Schlossplatz besser dafür geeignet. Da könnte die Straße für den Durchgangsverkehr für die Wochen dann auch leichter gesperrt werden.

    Letztered wäre auch hinsichtlich der Sicherheit besser.

    ... Wäre gesetzlich geregelt, dass Altmieter und Neumieter in einem Objekt dieselbe Miete zahlen müssten, hätte sie sich längst was Kleineres gesucht. Und ihre jetzige Wohnung könnte wieder für den Zweck genutzt werden, für den sie eigentlich gedacht ist: Als Wohnstätte für eine Familie...

    Also ich weiß nicht wie du das in der Realität lösen willst.

    Stärkere staatliche Regeln hinsichtlich der Höhe von Neumieten wird schon aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht gehen.

    Damit läuft es darauf hinaus, den Mieterschutz hinsichtlich der Miethöhe aufzuheben, faktisch also z.B. die alten Damen in o.g. Beispielen aus ihren Wohnungen herauszudrängen indem sie sich die stark gestiegenen Mieten dann nicht mehr leisten können.

    Die Vermieter mag es freuen und deine Schwiegermutter mag damit vielleicht kein Problem haben. Andere hingegen umso mehr und es wird für diese wie eine Vertreibung aus ihrem Zuhause, in dem sie Jahrzehnte gelebt haben. Menschen sind nunmal keine Bauklötzchen, die sich nach belieben verschieben lassen.

    Und das in einer Zeit in der viele durch die gestiegenen Energiepreise ohnehin verunsichert sind.

    Lasst doch die alten Leute in ihrem Lebensabend in Ruhe.

    Wir haben seit meiner Geburt fast gleichbleibend viele Einwohner im Land. ..

    Ich weiß natürlich nicht wie alt du bist, aber die Einwohnerzahl hat zugenommen, von z.B.

    1985 77,6 Millionen auf 2022 84,4 Millionen.

    Fast gleichbleibend würde ich das nicht nennen.

    Ein Lehrer hatte bei uns damals (es könnte um das Jahr 1985 gewesen sein) schon seltsamerweise die negative Bevölkerungsentwicklung verkündet.

    Da sind wir uns doch einig.

    Erst ziehen die Kinder aus, dann segnet der Gemahl das Zeitliche, und zurück bleibt irgendwann eine einsame Dame auf durchschnittlichen 70m2 (s. oben verlinkte Statistiken).

    Nur warum sucht sich diese Dame nicht besser passende 30m? Neben oft vorhandenen emotionalen Aspekten wohl auch deshalb, weil für besagte 30m2 in Ballungsräumen mehr gezahlt werden müsste als für den Altvertrag über 70m2....

    Ich glaube ersteres, also die "emotionalen" Aspekte werden dabei sehr unterschätzt.

    Und wer entscheidet und beurteilt, dass 30 qm für diese Dame besser "passend" sind?

    Bei der Auswertung von Statistiken in Behörden und Unternehmen ist die Sache klar.

    Ich kenne einige Fälle, in denen alte alleinstehende Frauen (meist von ihren Kindern, Enkeln) dazu überredet bis gedrängt wurden, in eine kleinere "passendere" Wohnung zu ziehen. Es sei ja "nur zu ihrem besten".

    Tatsächlich wird faktisch oft schon zu Lebzeiten die Immobilie verwertet, in der diese ein Großteil ihres Lebens verbracht haben.

    Die alten Damen sitzen dann unglücklich wie Heimatvertriebene in für sie ungewohnten, viel zu engen Raum.

    Also wirklich stilvoll wirkt es noch nicht. Vielleicht muss man den Veranstaltern aber auch zubilligen erst noch ihre Erfahrungen zu sammeln, es ist schließlich der erste Weihnachtsmarkt am Schloss.

    Kleiner Trost: 1. Im Dunkeln sieht es nicht mehr so schlimm aus.

    2. Es kommt bald wieder weg.

    Wobei...das schwarze Gebilde links könnte auch eine moderne Interperation des Sanchi-Tores sein, wollen wir mal nicht hoffen, dass es bleibt.

    Arbeitest du auch in einer Notaufnahme

    Also ich bin bei der Polizei.

    Du meinst weil im Bericht steht, dass sie "nebenbei in einer Intensivstation" arbeitet?

    Also Intensivstation ist zum einen etwas ganz anderes als Notaufnahme, zum anderen wird sie dafür bezahlt. Ich weiß nicht, was das automatisch mit "sozialem Engagement" zu tun haben soll.

    Also meine bessere Hälfte war vier Monate auf einer Intensivstation und ich war da von morgens bis abends.

    Die hatten im Schnitt weniger Stress als die Kollegen bei mir auf der Dienststelle.

    Und da gab es genauso Leute, die lustlos ihren Job gemacht, oder gar rumgeschlampt haben wie in anderen Berufen.

    Sorry, war jetzt "off topic". Kurzum: diese Frau könnte echtes "soziales Engagement" in aller möglichen Freiwilligenarbeit leisten, z.B. Graffitis entfernen.

    Der Gendarmenmarkt ist bereits im Norden und Süden von Parkanlagen inklusive Bäumen eingefasst.

    "Parkanlagen" ist aber ein großes Wort für die paar Bäume.

    ...Aber ich hab wahrscheinlich heute gut reden...damals war man wahrscheinlich sehr froh, etwas Grün im verrußten, stickigen Großstadtmoloch zu haben.

    Es gab auch schon damals den nicht allzu weit entfernten Tiergarten.

    Statt verrußten Moloch haben wir dafür heute immer häufiger Hitzetage. Die Sonne ladet

    dann besonders zubetonierte oder zugepflasterte Plätze auf und macht einen Aufenthalt dort wenig angenehm bis unerträglich.

    Stadtgrün macht da einen merklichen Unterschied.

    Ich bin persönlich kein großer Freund davon, dass man im 19. Jahrhundert aus vielen Stadtplätzen praktisch Parks gemacht hat.... Sieht zwar schick und elegant aus, aber man hat den ursprünglichen Sinn der Plätze komplett auf den Kopf gestellt und viele der Gebäude waren auch nicht so gedacht, dass sie an oder sogar in einem Park stehen.

    Es ist natürlich eine Geschmacksfrage.

    Ich würde die o.g. Grünanlagen auch nicht gleich als Parks ansehen.

    Aber ist es wirklich maßgebend vom ursprünglichen Sinn bzw. der Funktionsweise dieser Plätze auszugehen?

    Ich denke - wie im 19. Jahrhundert - die Aufenthaltsqualität in den Mittelpunkt zu stellen ist der richtige Weg (solange es mit der Ästhetik vereinbart ist natürlich).

    Konsequenterweise dürften I.Ü. dann ansonsten auf dem Schlossplatz auch kein Brunnen oder Blumenrabatte wiederentstehen.

    Das bedeutet, dass die Botschaft in der Konzeptkunst nicht nur im Vordergrund des Kunstwerks steht, sondern das Kunstwerk fast ausschließlich aus Botschaft besteht und die künstlerischen Mittel, mit denen in den Jahrhunderten und Jahrtausenden europäischer Kunstgeschichte zuvor gearbeitet wurde, um eine künstlerische Aussage zu erreichen, ihrerseits vollkommen in den Hintergrund wandern oder gar nicht mehr von Bedeutung sind.

    Ich bin zwar kein Liebhaber dieser "Konzeptkunst" habe aber prinzipiell auch nichts dagegen.

    Wem es gefällt soll dafür seinen Raum haben.

    Das Entscheidende ist jedoch, wo diese Kunst ausgestellt wird bzw. ihre Botschaft oder was auch immer verbreitet.

    Und hier will man anscheinend den Mangel an Ästhetik oder künsterlischem Können dadurch ausgleichen, dass man sie gern vor Kunstwerken anderer Epochen bzw. historischen Bauwerken platziert.

    Dieser erzeugte schrille Bruch ist letztlich Effekthascherei. Als ob sie erst dadurch zu irgendeiner bedeutenden Kunst oder zu Kunst überhaupt wird....ohne Rücksicht auf Verluste.

    Vergleichbar eines quängelnden Kindes oder eines Viertplatzierten, der sich bei der Siegerehrung auf das Podest des Goldmedaillengewinners dazudrängelt.

    Man sollte wirklich auf dem Alex - ganz ohne Ironie - einen Ort für diese Konzeptkunst schaffen.

    Der öde Platz würde aufgewertet, die Architektur wäre passend, historische Plätze blieben dagegen verschont.

    Und die enttäuschten Touristenmassen, die die dieser Platz aus unerfindlichen Gründen magisch anzieht, hätten dort etwas zu sehen.