Posts by Heimdall

Achtung! Heute (28.02.21) ist der letzte Tag zur Abstimmung "Gebäude des Jahres 2020" Zur Abstimmung

    Durch Nürnberg ging eine echte Abrisswelle

    Nicht nur durch Nürnberg. Auch z.B. durch Frankfurt am Main. Man denke nur an das dortige Schauspielhaus, das Schumann-Theater, das stattliche Fachwerkhaus in der Biebergasse, viele Westend-Villen. Das war ein modernistischer Zeitgeist in jenen Jahren, und es ist zu befürchten, dass dessen Brutalität womöglich wieder zunimmt.

    Hallo "S.E.",

    schicke mir mal per persönlicher Nachricht Deine Telefonnummer.

    Ich habe gerade mit einem Mainzer Bekannten telefoniert, aber der war nicht so der Bowling-Fan. Er sagte aber, dass er mal in nächster Zeit zwei Bekannte fragen wird, ob die das Bowling-Center seinerzeit besucht haben. Denen könnte er dann Deine Nummer geben, dass sie sich eventuell bei Dir melden.

    Ohne Gewähr. Es kann sein, dass keiner bei Dir anruft. Aber ich würde Deine Nummer einfach mal an meinen Bekannten weiterleiten. Vielleicht hast Du ja Glück.


    P.S.: Mein Bekannter kannte Viktor Brüchert übrigens persönlich.

    In der Kombination beider Entwürfe erkenne ich ein Muster des gegenwärtig existenten Pellerhauses. Über einem Sandstein-Sockel mit Rundbögen (im Falle des neuen Pellerhauses aus dem alten Original) erhebt sich eine Rasterfassade. Und darüber findet sich ein in den Himmel strebendes Metallgestänge (zu sehen im zweiten Marktplatz-Entwurf).

    Soll diese innerstädtische Fläche jetzt für alle Ewigkeit unbebaut bleiben, weil sich da ein paar Tierchen angesiedelt haben?

    Man kann das Areal ja ein bisschen begrünen, ein paar Bäume pflanzen. Dann ist es eine Grünanlage. Es gäbe schlimmeres.

    Das neoklassizistische Haus ist gelungen. Aber schade, dass ausgerechnet ein Gründerzeitbau dafür abgerissen werden musste. Es gibt ja in Düsseldorf genug hässliche Nachkriegskisten, deren Ort eine Verbesserung vertrüge.

    Viele hier verfügen gedanklich über privates Eigentum mit dem gleichen Furor wie jeder Sozialist. Das ist wirklich erschreckend.

    Bei einigen Diskutanten mag das in ihrem idealistischen Eifer vielleicht so sein. Aber einem Eigentümer ein Kaufangebot zu machen, mit ihm über eine Rekonstruktionskooperation zu reden oder eventuell auch über Nießbrauchnutzungen einer neuen Etage zu sprechen ist auch unter marktwirtschaftlichen Gegebenheiten völlig legitim.

    Zwei bereits etwas vernebelte Erinnerungen:


    1. Vor vielen Jahren sah ich einen Film über Nürnberg und womöglich die Anbringung des Bodenmosaiks. Da wurde am Ende ganz eindeutig gesagt, dass die Rekonstruktion der Moritzkapelle und des Bratwurstglöckleins nun Aufgabe künftiger Generationen sei. Es wurde also explizit diese Aufgabe genannt. Und eine Generation ist seitdem sicher verstrichen. Es wäre also Zeit.


    2. In der Phase der Postmoderne sah ich eines der berüchtigten Fernsehmagazine. (Heute schaue ich mir das ganze Zeug im TV aus Gründen der seelischen Hygiene gar nicht mehr an.) Ich vermute, es war das linke Kulturmagazin "Aspekte". Damals wurde mit der Postmoderne abgerechnet und eine "neue technoide Architektur" gefeiert. Das waren damals irgendwelche futuristisch gestylten Gestänge. Sachen, die in solche und solche Richtung gingen. Damals wurde mir schlagartig klar, dass jetzt das modernistische roll-back kommt. Denn sie hatten schon in den 80er Jahren die weitgehende bis vollständige Kontrolle über das Fernsehen und vor allem den kulturellen Überbau. Sie waren nur noch nicht so dreist und aggressiv wie heute. Und die Medien hatten eine enorme Kraft, die Leitlinien des Denkens festzulegen und dann massiv zu pushen. Das sah ich bereits als junger Teeny sehr sensibel bei der großenteils vom Ostblock gesteuerten "Friedensbewegung", deren Initiierung durch die tägliche Medienberichterstattung (gerade als noch gar nichts real existierte) ich ganz bewusst miterlebte, während ich die extremen Folgen durch die Corona-Berichterstattung wiederum heute anschaulich erleben kann. Somit, um den Bogen zu spannen, spürte ich damals als ganz junger Kerl, dass nun die Postmoderne beseitigt wird.

    Inwiefern es in Nürnberg eine Mietpreisbremse im Falle eines Neubaus gibt, vermag ich nicht zu sagen. Aber Abrisse von Bestandsbauten und Neubauten oder Kernsanierungen, bei denen die Mieter raus müssen, sind zum Beispiel in Frankfurt keine extreme Seltenheit. Das sollte in Nürnberg möglich sein. Aber ich setze ohnehin auf das Modell eines Eigentümerwechsels.

    Haus und Grundstück bleiben im Besitz des Eigentümers, aber die Altstadtfreunde finanzieren einen Abriss des bestehenden und eine Rekonstruktion des ursprünglichen Gebäudes. Der Eigentümer erhält so ein gegenüber seinem ursprünglichen Objekt wesentlich aufgewertetes Gebäude und Nürnberg eine wichtige Rekonstruktion.

    Aber irgendwie muss es sich auch für die Altstadtfreunde refinanzieren. Das rekonstruierte Toplerhaus wäre ein Stockwerk höher. Somit müssten dann dieses Dachgeschoss in das Eigentum der Altstadtfreunde übergehen. Zumindest müssten sie dessen Mieteinnahmen erhalten.

    Zweitens würde der Platzhalter sofort zu einer unbedingt schützenswerten Wiederaufbauikone erklärt werden

    Das schließe ich angesichts der völligen Belanglosigkeit und Austauschbarkeit des Gebäudes aus. Es ist kein Vergleich zu einem öffentlichen Gebäude wie dem heutigen Pellerhaus. Der Rest hinsichtlich der "Bewunderer" Nürnbergs ist ursussche Polemik. Ich denke, wirklich niemand würde diesem Nachkriegsgebäude eine Träne nachweinen, wenn dafür das Toplerhaus rekonstruiert würde. Von einigen eingefleischten Reko-Hassern abgesehen, aber denen ginge es auch nicht um den Bestandsbau. Nein, die Rekonstruktion des Toplerhauses ist alles andere als unrealistisch, sofern es mal zu einem Besitzerwechsel kommt. Und begrüßenswert ist es allemal.

    Schade, dass der Bau nicht entkernt und in das Neubauvorhaben integriert wird. So wird es vermutlich das übliche 08/15-Reihen-/Mehrfamilienhaus-Einerlei.

    damit einem eventuellen Wiederaufbau des Breiten Weges ja nichts im Wege steht.

    Dann könnte man die Gebäude ja einfach wieder "re-translozieren". :zwinkern:



    Vielleicht sind es das krunkelige Kopfsteinpflaster

    Es hat auf jeden Fall mit dem Kopfsteinpflaster zu tun, das ich im Falle des Frankfurter Dom-Römer-Areals für nicht sehr gelungen halte.

    Da das Gebäude ganz offenbar das Landschaftsbild stört ordne ich es in die Kategorie "pure Wichtigtuerei".