Posts by Heimdall

    Nur noch 16% der jungen Türken halten Fasten und das regelmäßige Beten für wichtig, eine für ein islamisches Land ungeheuerliche Zahl von knapp 30% nennen sich selbst "ungläubig".

    Die Frage ist, ob das wirklich gut ist. Das Fasten ist ein abgesteckte Zeit, in der man Verzicht üben soll, um sich der spirituellen Dinge klarer zu werden. Das Beten soll einen in Verbindung zu Gott bringen. Also etwas, das über einem als reine individuelle Existenz steht.


    Was bietet die westliche Welt denn als Alternative an? Döner und Burger essen sowie Bier saufen, auch wenn die jungen Leute immer adipöser werden? Oder vegan wegen der Tiere und so? Und weil es unter urbanen Hipsters irgendwie angesagt ist? Genussbefriedigung und Konsum statt spiritueller Suche? Rockmusik und Fernreisen, aber hauptsache irgendwie gegen Populismus?


    Ich weiß nicht so recht.


    Also, ich habe kein Problem damit, wenn in der Hagia Sophia Gebetsstunden stattfinden, sofern es Touristen auch weiterhin möglich ist, in den Pausen einen Blick hinein zu werfen. Ich gehe nicht davon aus, dass Erdogan irgendeinen Ikonoklasmus vorhat. Das ist derzeit ein (hausgemachtes) Problem in unserern Ländern. Hier ist genug im Argen. Insofern sollten sich die nicht-islamischen Europäer mal an die eigene Nase fassen und im eigenen Stall aufräumen, statt nun wegen der Hagia Sophia zu jammern.

    Mit Respekt und Toleranz.

    Das ist auch der Hauptgrund, weshalb in Europa seit 75 Jahren kein Krieg mehr tobte – mit Ausnahme des Balkankrieges.

    Kriege werden nicht unten begonnen, sondern oben. Und dann für die Leute unten begründet. Dass Europa 75 Jahre keinen Krieg hatte, hatte etwas mit der Blockkonfrontation zu tun, mit der Atombombe, mit Glück (es waren durchaus Ideen für einen begrenzten Kurzstrecken-Einsatz in der Mitte Europas in der Diskussion) und damit, dass oben damit nach gegenwärtigem Stand nichts zu verdienen war. Klassische Kriege zwischen Staaten finden in einer globalisierten Welt ohnehin immer weniger statt. Der Krieg wird asymetrisch, zeigt sich auch als Wirtschaftskrieg und Bürgerkrieg. Wenn es irgendwann gar keinen Krieg/massiven Konflikt mehr gibt, haben wir Orwell erreicht.

    Diesen Akt Atatürks werte ich persönlich als Akt der Toleranz.

    Von Atatürk intendiert war aber eher die Verwestlichung der Türkei und die Bekämpfung der islamischen Tradition im Zuge der Säkularisierung. So wurde ja auch das Sultanat abgeschafft. Es kam zur Hutpflicht und dem Verbot des Fez. Die Schrift wurde lateinisch, statt arabisch. In diesem Zusammenhang muss man das sehen. Mit Toleranz hat das nichts zu tun, denn Atatürk vertrieb im gleichen Zug die griechische Minderheit aus seinem Staat.

    Zunächst aber sehe ich diese Aktion einfach als Populismus an

    Und schon werden völlig unterschiedliche politische Phänomene aus diversen Kontinenten unter einem beliebten Schlagwort vermengt. Erdogan, Trump, Orban, Gauland...zur Soße verrührt... und das Feindbild ist perfekt.

    Nun an anderer Stelle wird das doch gemacht. Stichwort Aufspüren und Restitution von Raubkunst (natürlich primär nur in eine Richtung). Stichwort Reparationsforderungen Polens (natürlich nur in eine Richtung). Stichwort Entschädigungsforderungen Herero/Namibia nach 120 Jahren. Mit Entschuldigungen hochrangiger deutscher Politiker. Da kann man doch auch von den Franzosen Entschädigungen für den Pfälzischen Erbfolgekrieg verlangen. Oder von den Schweden die Rückgabe der Exponate des Prager Kunstraubs von 1648. :zwinkern:

    Dass die Hagia Sophia möglicherweise nicht mehr der Allgemeinheit offen steht, sondern nun fortan wieder aktiv als Moschee genutzt werden soll

    Da hat "eryngium" Recht. Gegenüber der Hagia Sophia befindet sich die Blaue Moschee. Ich habe sie wie andere Touristen innen besichtigt. Allerdings geht das nur außerhalb der Gebetszeiten. Und man kann nicht mit Straßenschuhen hinein.

    menschliche Gestalten, bei denen aber zumeist die Gesichter bis zur Unkenntlichkeit zerkratzt worden sind.

    Gibt es dafür, das ausgerechnet die Gesichter betroffen sind, einen Grund? War das eine Attacke gegen die Herrscherfamilie und deren Vorfahren? Wer verübte das?

    Normalerweise kann ich "tegulas" Wortmeldungen nicht lesen, da er auf meiner Ignore-Liste steht. Da ich aber gerade nicht eingeloggt war und die Seite trotzdem angeklickt hatte, habe ich zufällig einen Blick auf diesen Beitrag geworfen.


    Da las ich: "Dann würden wir uns nämlich mit unseren Forderungen nach klassischer Architektur ebenfalls auf ganz dünnes Eis begeben. Man könnte uns entgegenhalten, dass es reine Funktionsbauten auch tun."


    Darauf antworte ich dann doch etwas, obwohl das meinen Prinzipien eigentlich widerspricht. Denn die Forderung "Babbers" führt keinesfalls auf dünnes Eis.

    Erstens sprach "Babber" nicht von Museen und (meist privaten) Kulturveranstaltern, sondern von Freelancern im Rechenzentrum. Die haben sich für ihren Beruf entschieden und müssen eben gucken, ob sie diesen wirtschaftlich betreiben können oder sich eben bei Aldi an die Kasse setzen. Nichts ist gegen manche maßvolle Förderungen zu sagen. Es ist aber nicht Aufgabe der Allgemeinheit, irgendwelche Leute, die sich durch das Nähen bunter Taschen oder kreative Tattoos selbstverwirklichen wollen, finanziell auszuhalten. Von Pseudo-Politrebellen ganz abgesehen.

    Zweitens, wie häufig erfüllt denn der Staat Forderungen nach klassischer Architektur oder Rekonstruktion? Wer hat denn in Potsdam die Schlossfassaden finanziert? Wer hat sie in Berlin finanziert? Wer hat das Barberini gebaut? Wer hat denn die Kellertorwache errichtet? In den meisten Fällen sind das Privatinvestoren, Mäzene und Bürgerspenden. Denen kann es in einer Marktwirtschaft wohl erlaubt sein, mit ihrem Geld zu tun und zu lassen, was sie möchten, sofern das den städtebaulichen und gestalterischen Vorgaben entspricht. Bei anderen Fällen, wie der Frankfurter Altstadt, war die öffentliche Geldausgabe eine Investition, die langfristig mehr Geld in die öffentlichen Haushalte zurückspült als es ein Funktionsbau hätte tun können. Für die anderen Bereich habe ich gegen reine Funktionsbauten gar nichts einzuwenden. Sie brächten nämlich eine Ersparnis gegenüber manchen modernistischen Hirnpfürzen, die dem Stadtbild 0,0 Prozent Vorteile bringen, aber eine Menge Geld kosten. Von mir aus hätten sie die neue BND-Zentrale in Berlin als billigsten Plattenbau errichten können. Auch das Museum des 20. Jahrhunderts auf dem Berliner Kulturforum würde mir als Containerbau im Stil von Ikea-Shops völlig ausreichen. Der ästhetische Unterschied wäre minimal. Die Kostenersparnis für die öffentliche Hand sicher enorm. Dafür könnten im Gegenzug gerne zwei Arbeitsplätze für gelangweilte Gardrobieren eingerichtet werden.

    Besteht denn für Stadtbild-Freunde in Bremen noch eine Möglichkeit der Intervention? Zumindest in die Richtung, dass das neue Gebäude sich in der Höhe mehr der umliegenden Bebauung anpasst? Und dass es eine helle Fassade erhält? Können einige der Bremer Diskutanten vielleicht die Stadt und den Bauherren zumindest anschreiben?

    gelangweilte Vorstadtjugend

    So kann man den Personenkreis natürlich auch bezeichnen.

    Das sind alles Probleme einer autogerechten, funktional differenzierten Wirtschaftswunderaufbaustadt.

    Wobei sich doch gerade die Schulstraße rühmt, die erste Fußgängerzone der Stadt gewesen zu sein. Zitat aus dem verlinkten Artikel der "Stuttgarter Zeitung": "Die Schulstraße genoss eine Vorreiterrolle: Sie war als eine der ersten Straßen in Deutschland autofrei."

    Es fehlt an positiver Identifikation und organischem Leben im öffentlichen Raum.

    Das ist richtig. Aber hat die Stuttgarter Stadtplanung daraus etwas gelernt? Wenn ich mir z.B. das dortige Europaviertel anschaue, habe ich meine Zweifel.

    Ein Hochhaus hat nur eine kleine Grundfläche und bietet dafür aber nach oben hin eine sehr hohe Anzahl an Wohnungen.

    Wenn man Stadtplanung funktional betrachtet, hat man hier die Lösung gefunden: Menschen aufeinander stapeln. Wurde ja bereits in den 1960er Jahren gemacht. Die langfristigen Auswirkungen interessieren da nicht. Anonyme Hochhaussiedlungen entwickeln sich nämlich gerne zu sozialen Brennpunkten. Das kann sich drastisch oder schleichend zeigen. Hat natürlich auch etwas mit der Bevölkerungsstruktur zu tun. Und da hat Potsdam offenbar noch ein bisschen zeitlichen Spielraum gegenüber anderen Städten.

    "zeitlos", Du hast in dem Kontext Recht. Die Dachgauben sind zu groß. Besonders störend ist die Mauer-Optik. Ich hatte gedacht, es führt zu einer verputzten Fassade in angepasster Farbgebung.

    Bloß ist eine Sanierung keine Rekonstruktion.


    Der Einbau eine künstlichen Hüftgelenks ist ja auch nicht die Geburt eines neuen Erdenbürgers.

    Da es jetzt um Hochwasserschutz geht, mal zwei Fragen.


    1. War in der Historie das betreffende Gebäude auch häufig Opfer von Überflutungen? Wenn ja, wie hat es die Jahre bis 1945 überstanden?


    2. Ca. 200 bis 300 Meter von dem projektierten Bauplatz entfernt befinden sich Zeilenbau-Mehrfamilienhäuser auf ähnlichem Höhenniveau. In unmittelbarer Nähe des projektierten Bauplatzes befindet sich das Hotel am Terrassenufer und das Gymnasium Dresden-Plauen. Sind diese Gebäude akut gefährdet und werden deshalb im Zuge des Hochwasserschutzes in absehbarer Zeit evakuiert und abgerissen?

    Das Problem ist wenn man das alles einmal erkannt hat, dann sieht man überall die Probleme und Vieles wird zum Ärgernis.

    Das Problem ist, dass man das alles in der Vergangenheit bereits häufig erkannt hat (von Paul Schultze-Namburg bis Leon Krier), aber die Probleme und Ärgernisse trotzdem unbeirrt von den Modernisten weiterverfolgt werden.

    Mainstockheim (Lkr. Kitzingen, Unterfranken)


    Oberes Torhaus (Oberes Maintor, Koppentor)


    16./17. Jahrhundert

    Dem etwas lieblosen Tor würde eine kleine Renovierung gut tun. Gemalte Fensterumrahmung. Sprossenfenster. Fensterläden. Schon hätte der Bewohner daraus ein kleines Schmuckstück gemacht.

    fürchterlich-widerliche Neubau

    So schlimm ist dieser Neubau ja gar nicht. Aber schlimm ist, dass sie dafür (wenn auch in schlechtem Zustand befindliche bzw. verunstaltete) Altbausubstanz abgerissen haben. Am Ortsrand könnte man mit dem Neubau problemlos leben.

    Zum Vergleich vor der Renovierung:

    Kirchplatz 2

    Blöd, dass sie die Grünfläche vor dem Haus beseitigt haben. Und was ist das für Denkmal hinter den Klötzen? Gay-Pride oder Telekom-Werbung in Margenta?

    Ich verstehe nicht ganz, wieso das Wießner-Projekt hier so verrissen wird.

    Tja, und wenn aus dem Projekt nichts würde, hieße das ja keinesfalls, dass stattdessen auch nur eine andere Rekonstruktion gebaut würde. Eher im Gegenteil. Denn den Leuten würde wieder einmal vorgeführt, dass solche Vorhaben ja irgendwie unrealistisch, "gar nicht möglich", Spinnerei seien, somit kein Gedanke daran verschwendet werden sollte. Dort oder woanders.


    Stattdessen wird dann möglichenfalls irgendwann dort das übliche gebaut. (z.B. so) Damit sind dann profitorientierte Investoren, Baupolitiker und auch einige APH-Foristen wieder zufrieden. Wie bestellt, so eben geliefert. :unsure:

    Und vermutlich wird es das Haus zerstören. Wenn das Holz unter der Dämmung ungleichmäßig feucht wird und nicht mehr richtig trocknen kann, verfaulen die Balken. Dann können die ihr Haus abreißen.


    Vgl. https://www.ubakus.de/daemmung-von-fachwerk/#


    Wenn die dieses Haus in Styropor einpacken, ist das eigentlich dämlich. Und von der entsprechenden Firma natürlich unverantwortlich. Vielleicht solltest den Link mal ausdrucken und den Leuten in den Briefkasten werfen?


    Geeigneter wäre eine Innendämmung mit Lehm: https://www.energie-experten.o…nendaemmung/fachwerk.html