Posts by Heimdall

    Ich war in Mathematik nie sonderlich gut. Jetzt lehrt mich "Strelizius" zu meinem Erstaunen, dass max. 3 = 5 ist. :zwinkern:


    Also eigentich finde ich solche "Lieblings"-Fragen ziemlich doof. Heute gefällt mir dies, morgen das. Wie soll ich da solche ausschließenden Wertungen vornehmen? Zumal diese sehr subjektiv geprägt sind, also auch mit persönlichen Erinnerungen behaftet.


    Aber aus reiner Spaß an der Freud´ gebe ich mal ein paar Antworten. Zur Unterhaltung der Corona-Geschädigten. Auch um diesen Faden zu beleben.


    Meine Lieblingsstädte in Deutschland (max. 5 Antworten):

    Hamburg, Berlin, Heidelberg, Nürnberg


    Meine Lieblingsstädte außerhalb von Deutschland (max. 5):

    Paris, Budapest, Wien, Madrid, Riga


    Meine Lieblingsbauten in Deutschland (historisch, max. 3):

    Völkerschlachtdenkmal Leipzig, Nibelungenhalle Königswinter, Walhalla Regensburg


    Meine Lieblingsbauten in Deutschland (modern, max. 3):

    Messeturm Frankfurt


    Meine Lieblingsarchitekten (max. 3):

    Michail Eisenstein, Antoni Gaudi, Ulisse Stacchini


    Meine Lieblings-Architekturbücher (max. 3):

    Leon Krier: Freiheit oder Fatalismus; Volker Mohr: Der Verlust des Ortes; Hier fällt ein Haus, dort steht ein Kran und ewig droht der Baggerzahn oder Die Veränderung der Stadt


    Was sollte in Zukunft in Deutschland noch rekonstruiert werden? (max. 3):

    Schumann-Theater Frankfurt am Main, Schauspielhaus Frankfurt am Main, Toplerhaus Nürnberg


    :trommeln:

    "Maecenas", die Steinschotter-Gärten sind natürlich eine Katastrophe. Sie sind weder sonderlich schön, noch ökologisch. Auch sind die nicht so pflegeleicht, wie es scheint, denn zwischen den Steinen kriecht gerne das Unkraut hervor. Das ist eben eine fatale Mode und Geschmacklosigkeit, an der aber Gartenbaufirmen gut verdienen.

    "Modern" bedeutet in der Landschaftsarchitektur heute leider vor allem wenig Grün, viel Stein (möglichst perfekt geometrisch verlegt) und oft in bestimmte Formen gezwängte Pflanzen; alles letztlich einem pervertierten Bauhaus-Rationalismus folgend.

    Das allerdings trifft zu nicht unerheblichem Maße auch auf die Barockgärten zu. Viele Kieswege, wenig Grün, Geometrie, auch die Pflanzen zu solchen Formen zurechtgeschritten. (Beispiele siehe hier, hier, hier)


    Ich will die aktuellen Bepflanzungen, von denen ich mir noch kein rechtes Bild machen kann, gar nicht bewerten. Aber das Schlossumfeld war ja in der Geschichte, vielleicht abgesehen von der begrünten Ostfassade, nie eine Öko-Oase oder ein Urwald. (Vgl. hier) Insofern ist es für mich einfach relativ unerheblich, ob da nun diese Büsche oder jene, 13 Bäumchen oder nur 12 gepflanzt werden. Sie machen es jetzt ohnehin, und in 10, 20 Jahren kann man sich Gedanken über weitere Begrünungsmaßnahmen machen, wenn man denn will.


    Wenn die jetzt Mammutbäume da hinsetzen würden, würde wieder kritisiert, dass diese die Fassaden verdecken oder verschatten können. Also, man kann immer die Fliege in der Suppe finden. Aber irgendwie sollte jetzt mal Freude vorherrschen, dass sich das Schloss seiner Fertigstellung zuneigt und das Umfeld hergerichtet wird. Und dass in Zukunft vermutlich einige Skulpturen und später vielleicht sogar ein paar Räume hinzukommen. Letzteres finde ich viel wichtiger, als die Frage, wie groß nun drei Sträucher oder eine Trauerweide sind, die gerade gepflanzt werden.

    Tote Sträucher, die keinerlei ökölogischen Effekt haben.

    Abgesehen mal davon, dass es bei dieser Bepflanzung wohl weniger um die ökologischen Aspekte geht (dann wäre es wohl besser, das Areal ganz mit Bäumen und Hecken zu bepflanzen, statt Pflasterarbeiten vorzunehmen). Was sind "tote Sträucher"? Plastik? Also, welche Sträucher werden da gepflanzt und warum sind die (ökologisch) schlecht? Und was wäre denn ein lebendiger Strauch, der stattdessen besser gepflanzt werden sollte?

    Um das teure Thema wollten sich die regierenden Politiker schon lange herumdrücken. Nun ist mit dem Corona-Virus und den folgenden finanziellen Belastungen der gesuchte Vorwand gefunden, die Neubauplanungen für das Erste ad acta zu legen. Soviel mal zu den Auswirkungen von Corona auf die Architektur. Allerdings könnte das für die Städtischen Bühnen bedeuten, dass irgendwann der Betrieb eingestellt werden muss. Denn aus Gründen der Sicherheit und des Brandschutzes ist ein Weiterbetrieb eigentlich kaum noch zulässig.


    Geplanter Neubau der Frankfurter Bühnen

    Corona-Krise in Frankfurt: OB Feldmann stoppt Milliarden-Projekt

    https://www.fnp.de/frankfurt/c…-buehnen-zr-13636285.html

    Im Bereich Römerberg wurde fast alles unlängst saniert. Und woher nimmst Du die Vermutung, dort wäre die "Möglichkeit zur Rekonstruktionen gegeben"?

    Kennst Du die Hausbesitzer? Hast Du mit ihnen gesprochen? Haben sie gemeint, dass sich das Sanieren nicht lohne, weil es zu teuer sei, weshalb man lieber sein Haus abreiße und durch eine eventuell kleinere Rekonstruktion ersetze?

    Hallo Benni, jedes Bauwerk hat seine Zeit, die es verkörpert.

    Das ist richtig, aber eine Binsenweisheit. Doch was soll sie uns sagen? Alles ist gleichwertig? Alles ist erhaltenswert, wenn es nur irgendeine Bauepoche anschaulich verkörpert? Mir ist das von der dahinter liegenden Aussage zu relativistisch.


    Meine Äußerung bezieht sich allerdings auf die allgemeine Aussage, nicht auf den Bierpinsel im Spezifischen. Den kenne ich nicht. Und ich habe nichts dagegen, einzelne Bauwerke einer Epoche denkmalschützerisch als Anschauungsmaterial zu erhalten. Generellen Relativismus aber halte ich nicht für weiterführend, sondern lähmend, wenn ich die Absicht habe, Stadtbild für die Zukunft ästhetisch zu gestalten.

    Grobschlächtig, zu große Fenster, das alberne, aber nicht gekonnte Spiel mit Asymetrien. Im Inneren das übliche Architekten-Sichtbeton-Interieur. So haben sie es gelernt, so weit reicht ihr Horizont.

    Immerhin aber ist das Gebäude giebelständig und passt sich von den Dimensionen (und hinsichtlich des Fassadenmaterials) in den Straßenzug ein.

    Man kann dem Gebäude nicht eine gewisse Lebendigkeit absprechen.

    Darüber wurde im Forum schon berichtet. Das Haus ist ein Skandalgebäude. Baufehler, marode, jahrelanger Rechtsstreit, dazu in einem sozialen Brennpunkt gelegen...


    Spreewald-Schule in Schöneberg

    20 Jahre vor Gericht

    https://www.tagesspiegel.de/be…vor-gericht/24223280.html


    Probleme mit dem Brandschutz in Berlin-Schöneberg

    Marode Schulanlage gesperrt

    https://www.tagesspiegel.de/be…ge-gesperrt/19582936.html

    Datteln. Wirxel-Haus.


    Seit 1993 gibt es Ärger mit der historischen Immobilie. Sie steht leer und verfällt. Der alte Besitzer behauptete, er hätte beim Kauf nichts vom Denkmalschutz gewusst. Er wollte abreißen und einen Parkplatz samt Neubau errichten. Dann wurde das Haus endlich 2016 vom neuen Eigentümer erworben. Doch, ist es wieder ein falsch spielender Immobilieninvestor, der sich nur den Baugrund um eine Denkmalimmobilie sichern wollte? Angeblich steht das Haus wieder zum Verkauf...


    Marktstraße

    Das „Wirxel-Haus“ hat einen neuen Besitzer

    https://www.24vest.de/datteln/…en-besitzer-12534691.html


    Gebäude unter Denkmalschutz

    Das "Wirxel-Haus" in Datteln steht im Internet zum Verkauf - Eigentümer handele nicht aus Kalkül

    https://www.24vest.de/datteln/…net-verkauf-13009378.html


    Währenddessen gab es einen Polizeieinsatz, weil dort angeblich eine Frau mit einer Waffe bedroht worden wäre. Es stellte sich als Fotoshooting heraus. Die Shooting-Bilder sieht man hier in der Fotostrecke, somit erhält man Eindrücke vom Inneren des alten Hauses:


    Besorgte Bürger

    Einsatz im Horror-Haus: Darum bedrohte ein Mann eine Frau mit der Pistole

    https://www.24vest.de/datteln/…rau-pistole-13235320.html


    Vielleicht wäre das Haus nach einer behutsamen Sanierung etwas für die Einrichtung eines Horror-Museums? :zwinkern:

    Die Vorderseite gefällt mir sehr gut. Die Rückseite ist mir zu schlicht und zu wenig gestaltet.


    Mit dem Nachkriegs-Erweiterungsbau ist wohl der Flügel auf dem fünften Bild gemeint? Der andere Flügel auf dem letzten Bild sieht mir eher nach Postmoderne aus. Den finde ich übrigens ziemlich interessant.


    P.S.: Kann es sein, dass Du nicht im Uhrzeigersinn, sondern entgegen des Uhrzeigersinns gegangen bist? :zwinkern:

    Das kann doch nicht wahr sein. Das sind zumindest äußerlich völlig intakte und schmucke Gebäude. Eine Zierde für das Stadtbild. Wie können die auf die Idee kommen, das abreißen zu wollen?


    :kopfwand:

    Angeblich soll das abgerissene Gebäude rekonstruiert werden. Herr Shobeiri erzählt ja viel, wenn der Tag lang ist.

    Eine Rekonstruktion wird das nicht, allenfalls eine "kritische Rekonstruktion".

    In dem WZ-Artikel steht es ja:

    "In der Inverstechnik haben sich Stadt und Shobeiri nun auf eine Variante der Rekonstruktion geeinigt, bei der zwar alle Hauptmaße des historischen Gebäudes wie Geschosshöhen, Dachausbildung, Traufe, First und Fensteraufteilung originalgetreu nachkonstruiert werden, die Fassade jedoch nicht rekonstruiert wird. Sie wird vielmehr invers, also umgekehrt, in den Putz eingelassen. Dort, wo im Original ein Sims oder ein Vorsprung war, entsteht ein Abdruck in gleicher Größe. Diese Technik ist von Trieschmann in Gießen bereits an einer Fassade in der Ludwigstraße (Hausnummer 27) angewendet worden."


    Hier kann man die Ludwigstraße 27 sehen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…wigstrasse_27_61082_d.png

    "Eryngium", deine polemischen Vorschläge ignoriere ich mal.


    Ich stelle aber mal die Gegenfrage: Was möchtest Du denn? Du befindest Dich hier in einem Forum, dass sich um Ideen einer besseren architektonischen Gestaltung unserer Städte Gedanken macht. Lese ich Deine Zeilen, dann bekomme ich nur mit...

    ... das geht doch nicht...

    ... das ist zu teuer...

    ...Steile These. Man kann doch keine Vorschriften oder Gesetze erlassen...

    ...Diese Normen machen Sinn... andere Normen sind völlig utopisch...

    ...dann müsst ihr wie in Delhi leben...

    ...Plattenbau und Großblock sind nun mal billiger...

    ...da kann man nichts machen...


    Würdest Du in alledem Recht haben, könnten wir dieses Forum einfach einstellen. Denn alles ist nun einmal, wie es ist. Und etwas daran zu ändern ist marktwirtschaftlich unsinnig.

    Selbstverständlich hat das etwas mit wirtschaftlicher Prosperität zu tun. In Zwickau wird mit der Substanz sicher sparsamer umgegangen, weil eben das Geld fehlt. Aber ich will damit ausdrücken, dass es stets eine Frage des Haushaltens ist, wofür Geld ausgegeben wird. Es ist eine freie Entscheidung.


    Zugleich müssen wir trennen. Die angesprochenen Kindergärten vs. Straßenarbeiten sind Bauarbeiten der öffentlichen Hand. Hierfür werden öffentliche Haushalte verabschiedet. Die angesprochenen "Kisten" sind in der Regel private Bauprojekte. Und zu diesen kann die Politik, wenn sie möchte, gewisse Gestaltungsvorschriften erlassen. Dann kann sich der Bauherr entscheiden, ob er diese umsetzt oder eben nicht baut. Da aber mit Immobilien Geld zu verdienen ist, wird das Bauwesen nicht zum Erliegen kommen. Es geht darum, die Weichen in die Zukunft zu stellen. Somit würde mit gewissem Druck eine Entwicklung angelegt, der die Bauherren auch heute schon freiwillig folgen könnten. Sie tun es aber nicht, weil eben der dritte SUV, das neueste Smartphone und das Bad mit Marmor-Auskleidung derzeit als Status-Symbole mehr im Fokus des Denkens stehen, als eine ansprechende Hausfassade. Das alles sind freie Entscheidungen, und sie haben nur etwas mit Gruppendynamik, also Prestige, und mangelnder Phantasie zu tun.


    Zu Frankfurt. Die abgerissene postmoderne Zeil-Galerie zugunsten einer Neubebauung wurde genannt. Ein anderes Beispiel ist ein Abriss in der Neuen Mainzer Straße (ebenfalls postmodern) und die Ersetzung durch das Opernquartier vor wenigen Jahren (hier im DAF kann man beide Objekte sehen).