Posts by Heimdall

    Tolle Häuser. :daumenoben:

    Ein Wohnhaus mit einem Erker, zwar aus dem Jugendstil, aber auch mit barocken Formen:

    Ist das grüne Haus daneben ein Kriegsschaden? Oder hatten die da einen Eingeschosser hingestellt, der auf dem Dach eine Terrasse mit Pergola hat?

    Nun, vermutlich ist das nur noch durch die Bewohner beantwortbar. Ich wollte aber mal darauf hinweisen.

    Die Neubauten sind eigentlich halbwegs passabel, wenn man nicht zu viel erwartet.


    Hier bin ich anderer Meinung...

    Der Neubau Wollankstraße N°101; gegenüber den vorigen Planungen eigentlich noch eine Verschlechterung - und das will schon etwas heißen...

    Ich halte die Neuplanung für viel ruhiger und angenehmer. Und... sie ist in Zukunft verbesserbar. Denn, wenn man genau hinsieht, dann wurde die Geschosshöhe exakt an den Altbau daneben angepasst. Das heißt, theoretisch könnte dieses Gebäude in Zukunft sogar einmal mit Gesimsen und ähnlichem bestuckt werden, sich somit optisch dem Altbau in einer gewissen Harmonie annähern. Das wäre mit der vorherigen exzentrischen Planungen kaum möglich gewesen.

    Schießt mich tot, aber ich finde, dass es schlimmere Raum-Gestaltungen gibt. So unangenehm finde ich die Freifläche nicht. Besser als wenn sie mit weißen Dämmstoffklötzen samt Schüttelfenstern zugestellt wäre. Und man kann angesichts mancher historischer Entwicklungen eher froh sein, dass der Brunnen überhaupt noch existiert und so prominent im öffentlichen Raum präsentiert wird. Manch anderes Kunstwerk ist zerstört worden oder wurde ins Depot abtransportiert. Die Pflastersteine sind auch in Ordnung. Und mit Taubenkot bekleckerte Bänke haben wir hier in jedem Park herumstehen. Das ist Natur und kein Berliner Spezifikum. Gleichwohl ist eine Reinigung von Zeit zu Zeit angebracht.

    Oder ein PKW im Schlossumfeld steht schon seit mehr als 10 Sekunden rum, in der Nacht, nachdem vier Menschen ausgestiegen sind.

    Ok, schon zehn Sekunden darf man nicht mehr anhalten und nachts pinkeln? Ist so wie in der Nachbarschaft eines Freundes, wenn ich da im Dunkeln vor der Haustür parke und gerade noch mal ein paar SMSen lese, dass gleich irgendwelche Nachbarn mit der Taschenlampe erscheinen. ;-\


    Ist es nicht viel wirksamer, von frühester Jugend an, allgemeine Kultur und moralische Kategorien konsequent und umfassend zu vermitteln ?

    Was ist denn "allgemeine Kultur"? Und von welchen "moralischen Kategorien" reden wir denn? Und soll das Studienrätin Lena-Annliese Kleinbein-Schönlechner bei einer Klasse machen, von bereits 50% "ey, isch lass mir von einer H*re gar nichts sagen" denken? Da braucht es eine andere Lehrergeneration, die der Kultur der Schüler entsprungen ist und deren Kultur vermittelt und auch den Respekt dieser Schüler hat.

    Nun gut, wir reden da momentan noch von der Situation in Teilen Berlins, in NRW, Rhein-Main usw. In Dresden ist das noch nicht so weit. Aber die Täter waren ja wohl auch keine Dresdner, weshalb der Appell, dortiger Jugend "allgemeine Kultur" beizubringen ohnehin hinsichtlich der Dresdner Verbrechensprävention ins Leere laufen würde.

    Zitat aus dem oben verlinkten Artikel:

    Quote
    Die Witwe von Franz Weiß ist als langjährige Eigentümerin des ‚Bavaria‘-Hauses wenig pfleglich mit dem Kulturerbe umgegangen. Gerät ein wertvolles historisches Gebäude erst einmal in einen bemitleidenswerten Zustand und mangelt es an einer übergeordneten Strategie der Kommune, ist Spekulanten Tür und Tor geöffnet. Genau dies ist geschehen, als das Haus 2018 öffentlich zum Kauf angeboten wurde.

    Leider tragen solche verwahrlosten Zustände mit fragwürdigen "Modernsierungen" (man schaue sich nur den misratenen Eingangsbereich des Hauses an) dazu bei, solche Häuser in den Augen einiger Bürger als "Schandflecke" oder zumindest verzichtbar wahrzunehmen, wenn profitorientierte Bauunternehmer die Bühne betreten. Hoffen wir, dass dieses Schicksal bei diesem schmucken Eckbau abgewendet werden kann.

    "Ursus", ich bin ja nun sicherlich kein Typ, der fortwährend nur gute Laune präsentiert, immer "positiv" (also naiv) drauf ist und mit einem dummen Grinsegesicht in der Gegend herumläuft. Mir wird sogar bisweilen eine Schwere und stete Melancholie meiner Gedanken vorgeworfen. Selbst ein Bekannter, der stark zu Hypochondrie und übertriebener Grübelei neigt, äußerte mir gegenüber diesen Sommer: "Das ist mir jetzt wirklich zu düster." Aber deshalb halte ich es trotzdem mit dem Humor und einer gewissen Lockerheit. Wenn Lachen und mal "Alle Fünfe gerade sein lassen" amerikanisch ist, dann haben die Amis ja doch etwas gutes getan. Ich denke aber, dass man nur etwas in den Süden fahren muss, wo mehr Sonne und Vitamin D vorhanden sind, und findet das auch dort.

    Nein, vor allem scheint mir das System-bedingt. Man musste sich ja nur Erich H. angucken. Wäre er nicht Staatsratsvorsitzender, sondern Schauspieler geworden, wäre er optisch die perfekte Besetzung für die Rolle des verspießten Mecker-Rentners gewesen, der die Nachbarskinder vom Küchenfenster beschimpft, weil sie einen Fuß über den Maschendrahtzaun in seine Rabatten gesetzt haben. Und dieses ganze realsozialistische Herumgeklemme, kein falsches Wort sagen zu wollen, kehrt ja heute mit der political correctness wieder. ;-\ Zum anderen kann es natürlich auch etwas mit der deutschen Mentalität zu tun haben. Diesbezüglich haben dann die 68er wohl doch eine positive Veränderung bewirkt. Ihre Bilanz halte ich insgesamt für negativ, aber alles haben sie doch nicht schlecht gemacht.

    ...zumal das Interesse an solchen Dingen bei einem Großteil der Bevölkerung gering ist. Selbst in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, der zum größten Teil aus Akademikern besteht, geht nur eine kleine Minderheit von Zeit zu Zeit in ein Museum oder eine Ausstellung. Wie das beim Rest der Bevölkerung, der draußen auf der Straße ständig ins Phone quatschend und tippend herumläuft, aussieht, möchte ich mir erst gar nicht ausmalen. Die Leute haben die Spielkonsole, netflix-Abo und vielleicht noch eine Dauerkarte im Fußballstadion. Das reicht ihnen. Eine Meldung, wie die vom Juwelenraub, ist für sie ein Tagesthema aus den Boulevard-Medien, das morgen schon durch Pressemeldungen vom Wendler, einem spektakulären Autounfall oder den neuesten Corona-Zahlen überlagert wird.

    "Reik", ich glaube in dem Strang reden alle irgendwie aneinander vorbei. Es ging mir nicht darum, zu behaupten, dass sich in den östlichen Bundesländern nichts getan hätte oder dass die Situation heute noch so wäre wie in der DDR. Ich rede auch nicht von den Stalinbauten in Magdeburg und Dresden, sondern von den Verhältnissen und der Stimmung, die in dem oben gezeigten Film präsentiert wurden. Und meinen diesbezüglichen (natürlich subjektiven) Eindrücken dazu.

    "Henry", das stelle ich überhaupt nicht in Frage. Es ist ja alles gut dokumentiert. Ich sprach allein von meinen Eindrücken aus dem Westen, weil "Reik" die beiden Situationen mir zu sehr gleichgesetzt hatte.

    Ein sehr gelungenes Ensemble. Auch mit dem Zwischenbau gefällt es mir besser als mit dem vorher dort existierenden, in den Proportionen zu kleinen Fachwerkgebäude. Eine Wiedererrichtung des Eckturms wäre zu wünschen.

    "Reik", ich finde, dass man das nicht ganz miteinander vergleichen kann.

    Diese Fernsehfilme sind zuerst auch inszeniert, also wollen einen bestimmten Stil vermitteln. Dann ist klar, dass Essen und Duisburg (vielleicht auch einige Ecken Hamburgs) auch heute noch nicht die Schmuckstücke der Republik sind. Aber der Alltagszustand der Stadtlandschaften, Gebäude usw. war in den 70er/80er Jahren, die ich ja miterlebt habe, keinesfalls mit dem vergleichbar, was ich da in der DDR sehe. Der Lebensstandard war ja auch viel höher. Wir hatten in den 70ern auch eine Hochhauswohnung, aber mit zwei WCs, Bad, Dusche, Bidet, Glasbauwand im Wohnzimmer, Müllschlucker draußen vor der Tür, großes Auto in der Tiefgarage.

    Vor allem aber herrscht für mich selbst bei den Spielfilmen eine irgendwie andere Stimmung im Westen. Vielleicht hat das etwas mit dem Wohlstand zu tun, vielleicht mit der Abwesenheit einer derart kontrollierenden Staatsgewalt, vielleicht mit den (in diesem Fall positiven) Folgen des 68er-Kulturbruchs. Die Leute im Westen waren nicht so verkrampft und verklemmt, wie ich sie in dieser DDR-Dokumentation erfahre. (Wohlgemerkt immer unter der Berücksichtigung, dass Laien vor einer Kamera immer nervös agieren.) Ich erinnere, wie hier in den 70ern von den Erwachsenen gefeiert und gelacht wurde. Mein Cousin hatte langes Haar und spielte in einer Rockband. Mit meiner Cousine raste ich mit der Ente zum Kino, während ich unangeschnallt auf dem Sitz stand und während der Fahrt durch das offene Verdeck lugte. Was es noch nicht so gab (das kam erst Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre) waren Cocktailbars und Außengastronomie (abseits von Biergärten, die es natürlich schon gab).

    Kann natürlich sein, dass diese ganze Verklemmung wiederkehrt. Wir sehen ja, wie immer verkrampfter auf die richtige, politisch-korrekte Sprache geachtet wird. Die Verwaltung bekommt Richtlinien, in den Medien soll das Gendersternchen mitgehaucht werden usw. Warten wir´s ab.

    Danke für das Filmchen. Was mir auffällt, ist diese für mich erschreckende Piefigkeit fast aller gezeigten Aufnahmen. Dieser (Real-)Sozialismus erscheint mir dabei wie ein riesiges Spießbürgerprogramm.

    Nun muss man einschränken, dass viele Menschen vor Kameras steif agieren, wenn sie das nicht gewohnt sind. Und bei dem Film spielte sicher auch bei einigen die Sorge mit, nichts falsches zu sagen, um keine negativen Auswirkungen zu erfahren.

    Ansonsten aber, abgesehen vom Plattenbau und dem teils abstoßenden Ambiente, wirken alle Leute völlig steif und freudlos. Keiner lacht, außer dem ein wenig grinsenden Familienvater, als er über die Auswahl seiner Wohnungseinrichtung gefragt wird. Die Bürokraten sprechen angestrengtes Bürokratensprech und beten die staatlichen Vorgaben herunter. Gut, das machen sie heute genauso. Die Bürger aber wirken alle stumpf, wie Sprechpuppen. Alle scheinen nur auf das Funktionieren dieses Systems mit seiner übergriffigen Bürokratie ausgerichtet. Nichts ist schön, nichts begeistert... ;-\

    Wie weiß nicht, wie ich in einer solchen Welt hätte leben können. Entweder hätte ich es mir irgendwie schön geredet oder getrunken. Oder mir den Kopfschuss verpasst.

    Das erwähnen die ZEIT-Autoren interessanterweise nicht.

    Sie suggerieren es aber.


    Da erinnere ich mich an folgende Episode. Nicht ausgedacht, sondern wahr.

    Vor ca. 3 Jahren wurde bei einem mit mir befreundeten älteren Ehepaar in der Frankfurter Innenstadt-Wohnung eingebrochen. Es wurde Schmuck gestohlen, ein Silberbesteck/-Service. Vielleicht noch mehr. Was aber auffällig war, und auch die Polizei seltsam fand: Es fanden sich überall in den Zimmern auf dem Boden (und ich glaube auch der Anrichte) verteilt vertröpfelte Linien einer öligen Flüssigkeit. Die Polizei rätselte nur, was das zu bedeuten hat, wollte die Flüssigkeit wohl untersuchen. Ich habe nicht nachgefragt, ob es Speiseöl war. Ich werde es mal bei Gelegenheit nachholen.


    Bestand ein Zusammenhang mit der Wewelsburg? Übte Herr Hildmann hier bereits für das Pergamonmuseum? Im Kühlschrank des Paares befanden sich vegane Lebensmittel. Ein Zusammenhang also scheint gegeben. Vielleicht gebe ich das mal an die "Zeit" weiter.