Posts by Heimdall

    So, jetzt können wieder einige aufschreien. Aber ich sehe nicht ein, warum das nicht gepostet werden darf.

    Eine interessante Diskussion von AfD-Vertretern zu Architektur und Städtbau.

    (Es steht ja jedem frei, ähnliche Diskussionsrunden der SPD oder der Linken zu posten.)


    Architektur – Die europäische Stadt – Bauen für die Zukunft | Dresdner Gespräche | Maximilian Krah


    offline gelesen.


    Ich finde, der (übrigens auch bei uns gerne vorgenommene) Vergleich der Zeit des Großen Kurfürsten mit der heutigen trifft es auf den Punkt. Schon in vorfriderizianischen wurden im fortschrittlich-preußischen Schulsystem vor allem Kinder mit solch altertümlich klingenden französischen Namen wie Avneet, Efthimia oder Wajeeha unterrichtet. Den UrBürgern tat dies überhaupt keinen Abbruch, war doch in den Schulklassen gewöhnlich stets ein Kleiner von ihnen ebenso vertreten. (Vgl. hier) Also, nur ewige Meckerer konnten damit unzufrieden sein oder eine Auflösung der UrBürger (denen ich mittlerweile kaum noch eine Träne nachweine) verbinden. Gut, Potsdam hinkte der Entwicklung stets um zwei Jahrzehnte hinterher, aber auch dessen rückständige besitzbürgerliche Bewohner wurden irgendwann zu der Erkenntnis gezwungen, dass solche Entwicklungen zu Toleranz und Miteinander stets zwangsläufig zu einem Mehr an Bewusstsein und Interesse zur Pflege historischer Bausubstanz geführt haben. Hauptsache, der Nationalismus, das größte Problem unserer Zeit, ist endlich überwunden, wie "Manuel Re" es richtig bemerkt hat.

    ^Das müsste man psychologisch ergründen. Es überwiegt wohl der Mehrwert des Neuen. Neue Fenster, moderne Bäder, ausreichend Elektroanschlüsse, große Fenster, kein feuchter Keller, kein großer Sanierungsbedarf. Das übt wohl große Anziehungskraft aus. Und die Anerkennung von Bekannten, die in alten, unsanierten Bruchbuden hausen.

    Zum Essen gehen sucht man sich auch mal ein uriges Fachwerkambiente aus. Aber wohnen wollen die meisten doch nicht darin. Und für den Bau von Neo-Gründerzeit-Häusern fehlt vielen Bauherren die Phantasie, zumal sie vermutlich auch nur wenige Architekten finden, die das explizit umsetzen können/wollen. So bleibt es bei 08/15 von der Stange.

    Stalin war nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 von seinem antipolnischen Kurs abgerückt. Er hatte die politischen Verhältnisse im befreiten Polen unter Kontrolle und keine Veranlassung, Polen wieder zugunsten Deutschlands zu verkleinern.

    Real wurde das Staatsgebiet Polens aber gegenüber dem Vorkriegszustand verkleinert. Die Aussage stimmt nur in Bezug auf "zugunsten Deutschlands", wie Du auch schreibst. Große Gebiete im Osten blieben allerdings bei der Sowjetunion (heute Weißrußland, Ukraine, Litauen). (siehe hier) Indes waren diese Gebiete auch mehrheitlich von Nicht-Polen besiedelt. Das war allerdings in Ostpreußen, Schlesien und Pommern bis 1945 auch der Fall. Polen konnte also ein deutlich über das Kongress-Polen des 19. Jahrhunderts hinausgehendes Territorium eigentlich nur durch Vertreibungen oder Unterdrückung großer ansässiger Bevölkerungsgruppen sichern.


    Daher ist der Abbau des Nationalismus nach wie vor vorrangiges Ziel, weil er stets der Völkerverständigung wie auch konkreten Projekten wie dem Wiederaufbau des Königsberger Schlosses immer nur im Wege stehen wird.

    Dabei sind wir ja gerade. Die große Richtung der westlichen Politik geht in One World, globale Vernetzung, Bezugsgröße "Mensch", Abbau nationalstaatlicher Strukturen, Weltstaat. Schauen wir mal, wie das Projekte zum Wiederaufbau von einstigen Kulturgütern der alten, sich langsam auflösenden Völker dienlich ist. Bzw. wen das von der neu entstehenden Bevölkerung überhaupt noch interessiert.

    Eigentlich ist die Bergstraße sehr lieblich. Weinheim ebenso. Und eigentlich ist Weinheim abseits der Altstadt teils recht verbaut und von stark frequentierten Auto-Straßen durchzogen. Und eigentlich ist in der Innenstadt gar nicht so wenig los. Es gibt Restaurants, Weinlokale, junge Leute mit Wegbier.


    Das alles spielte aber bei meinem kleinen Besuch gar keine Rolle. Ich geriet in die kalte Dämmerung und in fast unbelebte Gassen. Und durch meine nicht so ganz hochqualitative Handy-Kamera entstanden pixelige Pics, die - so sagte eine Freundin - eine düstere Romantik ausstrahlen würden. Bilder aus leeren Gassen, durch die auch ein Nosferatu huschen könnte. Eigentlich gar nicht so typisch für Weinheim... oder?....


    Weinheim


    Weinheim


    Seine Majestät, Wilhelm I., blickte gnädig auf mich herab...


    Weinheim


    Weinheim


    Weinheim


    Angepasster Neubau mit Rundbogen-Arakaden...


    Weinheim

    die Stadtgalerie am Platz des alten Kaffehauses Trömel

    Unmittelbar dahinter, am Klostermarkt, gibt es ein neues Café Trömel. Habe mir dort schon Kuchen und einen "Pfeffi" zu Gemüte geführt. Im Café-Raum finden sich auch alte Fotografien des Vorgängerbetriebes.

    Ich meinte natürlich mit "Reiseland" die Urlaubsreise jenseits der Pilgerreise. Und als Urlaubsgebiet dürfte es auch für Muslime bereits ausreichende Konkurrenz in anderen Ländern geben.


    Ich habe nichts gegen Tourismus in Saudi-Arabien, glaube aber nicht, dass das in absehbarer Zeit bzw. mittelfristig zu relevanten Zahlen unter westlichen Reisenden führen wird. Was in 30 Jahren sein wird, weiß natürlich nur der Herrgott.


    Außerdem ist derzeit hierzulande Klimaschutz angesagt. Flugreisen sind im Visier der Moral und werden künftig teurer. Inflation kommt hinzu. Da werden sich die Deutschen dreimal mehr überlegen, ob sie ausgerechnet nach Saudi-Arabien fahren sollen, um dort ihre Urlaubszeit zu verbringen.

    Vielleicht mag Saudi-Arabien für einige Muslime ein Reiseland sein, zumal es ja nicht weit nach Mekka ist. Aber welche westlichen Touristen, von Exotik-Liebhabern abgesehen, möchten in ein Land reisen, in dem derzeit noch derartige Gesetze und Sitten herrschen?...


    Zitat Wikipedia:

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    Die Einfuhr, der Druck und der Besitz nicht islamisch-sunnitischen religiösen Materials, wie z. B. Bibeln, sind verboten. Es ist bei Strafe verboten, einen christlichen Gottesdienst zu feiern, die Sakramente zu empfangen, sowie christliche Symbole und Devotionalien (z. B. ein Kreuz, eine Bibel, einen Rosenkranz oder ähnliches) mit sich zu führen...

    Zitat Redaktionsnetzwerk ("erbses" Link):

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    Darüber hinaus schränken zahlreiche Verhaltensregeln noch immer das öffentliche Leben ein – und müssen selbstverständlich auch von Touristen eingehalten werden. Profane Sprache und lautes Verhalten etwa gelten als „respektlos“, wie es in den Reisehinweisen heißt, die die staatliche Tourismusbehörde in mehreren Sprachen auf ihrer Internetseite zum Download bereitstellt. Auch das öffentliche Zurschaustellen von Zuneigung, das Musikhören während der Gebetszeiten oder das Tragen von kurzen Hosen beziehungsweise hautengen oder schulterfreien Kleidungsstücken sind unerwünscht. Selbst Fluchen und Vordrängeln können bestraft werden. Bei Missachtung droht ein Bußgeld von bis zu 1500 Euro.

    Da kann schon ein um den Hals hängendes Kreuz-Kettchen oder eine Short zu einem großem Problem werden. Das dürfte die meisten Reisenden dazu bewegen, doch lieber nach Thailand oder auf die Kanaren zu fliegen.

    "Andreas", habe ich das als unwahr bezeichnet? Ich kann mich nicht mehr erinnern. Wenn ja, dann habe ich etwas pauschales und falsches geschrieben.


    Aber, solche Veranstaltungen, wie die von Dir verlinkte, sind zum Einen reine Folklore-Veranstaltungen ohne gesellschaftliche Relevanz. Es folgt nichts mehr daraus. Politiker treten dort auf, weil sie sich etwas beim älteren Wahlvolk sehen lassen wollen. Das betrifft zahlreiche von derlei Empfängen, ob Jubiläum vom Roten Kreuz, Jahresfeier des Karnevalvereins oder Enthüllung einer Gedenkplakette für irgendeinen Veteranen des Sportvereins. Zum Anderen erfahren die Vertriebenen seit einigen Jahren eine "Aufwertung", weil sie als Begründung für die gebotene Aufnahme von Einwanderern aus Asien und Afrika herangezogen werden. Auch das ist in Deinem Link zu finden. Ich denke, das meint "thommystyle".


    Das hat aber mit dem Humboldt-Forum nun gar nichts mehr zu tun.

    Ich hab´s mal offline gelesen, weil online ja nicht geht. Reaktion vorhersehbar.


    Übersetzt:


    " realitätsverfremdend" = Es gibt die eine Realität.

    "Opfer" - "Täter" = Festgelegte Rollen. Schwarz-weiß, Gut-böse.

    "Leute wie Heimdall", "Geschichte zurecht zu biegen", "persönlich angegriffen fühlen" = abwertender Gruppenkontext; "unseriös"; agierend aus persönlichen Befindlichkeiten

    "Historiker", "verantwortungsvoll deutsche Geschichte aufarbeiten" = positive Darstellung; "seriös"; nicht agierend aus persönlichen Befindlichkeiten, sondern aus Verantwortung für "das Ganze"


    Lasse ich einfach so stehen.

    Leute wie Aly haben offenbar einen ganz tiefen inneren Drang, allein Gewalttaten, die von Vertretern eines Volkes (in diesem Fall des deutschen) ausgegangen sind, anzuklagen. Das wird man irgendwann tiefenpsychologisch erklären müssen. Nachdem das Thema NS-Kriegsschuld, Holocaust und Euthanasie von Aly abgegrast wurde (und scheinbar nicht mehr ausreichend Stoff zur eigenen Profilierung bietet), nebenbei noch die 68er-Bewegung als "Hitlers Kinder" und Antisemiten angeschwärzt wurde, hat sich ein Aly zeitgeistkonform nun auf das Thema "Kolonialverbrechen" verlegt.


    Da kann er sich wieder als moralische Instanz aufspielen. Zitat "Süddeutsche":

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    "Der Historiker Götz Aly hat eine grundlegende Überarbeitung der gerade erst eröffneten Präsentation des Ethnologischen Museums im Berliner Humboldt Forum gefordert. "Die Ausstellung ist wirklich skandalös", sagte Aly am Mittwochabend während einer Diskussion zu Kolonialismus und Ethnologie im Pazifik im Humboldt Forum. (...) "Sie können dieses Boot begaffen", kritisierte Aly. Es gebe keine Informationen über das Leben und die Kultur auf Luf. "Sie erfahren nichts über die Vernichtung dieser Kultur durch zwei deutsche Kriegsschiffe."

    Ich lese mal bei "Preußischer Kulturbesitz":

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    Durch von Europäern eingeschleppte Krankheiten, durch Überschwemmung und Hungersnot starb ein Großteil der Bevölkerung von Luf. 1881 errichtete die Handelsgesellschaft Hernsheim & Co auf der Insel eine Handelsstation. In dieser Zeit wehrte sich die Bevölkerung gegen die Europäer, die sich auf der Insel niederließen. Auf Betreiben Hernsheims überfiel 1882/83 ein deutsches ‚Strafkommando‘ Luf. Die Soldaten der kaiserlichen Marine zerstörten eine große Anzahl von Häusern und Booten und töteten Bewohner*innen. Mindestens drei Menschen fielen dem Angriff unmittelbar zum Opfer. Die Besetzer plünderten zudem die Dörfer und gaben die gesammelten Gegenstände weiter an das Berliner Museum für Völkerkunde (dem Vorgänger des heutigen Ethnologischen Museums). In den Jahren nach dem Strafkommando starben weitere Menschen, wahrscheinlich sowohl durch den Mangel an Nahrung und Unterkünften als auch an Krankheiten. Der Bevölkerungsrückgang war dramatisch. Anfang des 20. Jahrhunderts lebten nur noch ca. 70 Personen auf Luf.

    Acht Jahre nach dem Überfall der deutschen Kriegsmarine begannen die Männer von Luf ein großes Auslegerboot zu bauen. Der Kaufmann Franz Emil Hellwig berichtet, dass die Bootsbauer in diesem Boot – so entschieden sie 1895 nach fünfjähriger Bauzeit – ihren kurz zuvor verstorbenen Anführer Labenan auf dem offenen Meer bestatten wollten. Sie waren aber zu wenige, um das riesige Boot zu Wasser zu lassen. Die nächsten Jahre blieb es wohl im Bootshaus.

    1903 wurde es durch Max Thiel von Hernsheim & Co erworben und an das Berliner Museum für Völkerkunde verkauft. Es gibt keine Dokumente darüber, wie die Firma Hernsheim das Boot erwarb.

    Man achte immer auch auf das jeweilige Framing. Das Deutsche Strafkommando ist ein "Überfall", das Verhalten der Eingeborenen ist ein "sich Wehren". Bei "Wikipedia" steht zu Luf wenigstens (noch) geschrieben: "Diese (= Die Eingeborenen) hatten zuvor mehrere Male die Handelsniederlassung und Schiffe von Hernsheim & Co überfallen."


    Bei der deutschen Strafaktion ist von "mindestens drei Menschen" die Rede, die ums Leben kamen. Das sind so viele wie bei jedem größeren Autounfall hierzulande, der morgen schon nicht mehr in den Schlagzeilen auftaucht. Dann ist von der Bevölkerungsreduktion in der folgenden Zeit die Rede, die durch Krankheiten und Hunger ausgelöst wurde. Wobei völlig offen ist, ob nicht Krankheiten und Hunger sowie Bevölkerungsrückgänge auch durch unterschiedliche Ursachen und in der vorkolonialen Zeit zu verzeichnen waren.


    Ausgeblendet bzw. nicht erwähnt ist zudem, wie die vorangegangenen Überfälle auf die Handelsniederlassung aussahen. Gab es Plünderungen, gab es Tote auf deutscher Seite?


    Zudem finde ich die Vorstellung immer wieder lustig, dass die deutschen Kolonialisten als Kunstplünderer betrachtet werden. Wir reden hier von einer Zeit, in der in Deutschland eine Überfülle von Gemälden, Skulpturen, Palästen, Kunst jeder Art geschaffen wurden, zudem technische Innovationen en masse. Und es wird ein Bild erzeugt, als hätten es die damaligen Deutschen nötig gehabt, irgendwelche Holzboote von Eingeborenen zu klauen, um etwas Kultur in ihre barbarischen preußischen Wälder zu bringen.


    Bei den Überführungen solcher Artefakte dürfte es sich vielmehr zum Einen um reine Kriegs-Souveniers gehandelt haben (so wie die US-Soldaten irgendwelche Uhren nach dem zweiten Weltkrieg geklaut haben oder eine Vase aus dem Palast Saddam Husseins in den Rucksack gesteckt haben). Zum Anderen dürfte das wirklich ethnologische Interesse einiger Forscher eine Rolle gespielt haben, die sich ehrlich mit der Kultur fremder Völker beschäftigten.


    Schließlich: Wir reden in Bezug auf Luf von Zahlen, die - so bedauerlich jedes einzelne menschliche Schicksal ist - summarisch gering im Vergleich selbst zu dem sind, was z.B. Verwandte von mir gesehen haben. Wenn sich ein Aly wegen drei gesicherten Toten bei einer Strafaktion aufbläst, kann ihm entgegen gehalten werden, dass allein auf dem Hof meiner Großmutter 12 tote deutsche Soldaten lagen, ohne dass da irgendwo auch nur eine drei Zentimeter große Gedenktafel hängt. Bei den Bombenangriffen 1944 nur auf Frankfurt wurde locker das Zehnfache an Menschenleben im Vergleich zur Insel Luf ausgelöscht, ohne das ein Götz Aly überhaupt mit der Wimper deswegen zuckt.


    Es geht eben nicht um Tote, sondern um eine sadistische Lust am "in Wunden bohren", am Zersetzen, am Menschen "betroffen machen", um dies dann als Triumphator beobachten zu können. Und dieser Effekt funktioniert derzeit nur, wenn es in eine Richtung geht. Dabei müssen bewusst Wechselwirkungen, also wie sich Gewalt auch hochschaukeln kann, weggeblendet werden.


    Und, diese polemische Frage sei erlaubt: Warum haben sich die Eingeborenen überhaupt gegen die Fremden gewehrt und eine Gewaltspirale in Gang gesetzt? Zeugt das nicht von ethnozentrischem Geist, von Rassismus gar? Ist es nicht sogar verwerflich Krankheiten mit Einwanderung gedanklich zu verknüpfen? Hätten sie sich nicht darüber freuen sollen, dass ihr Leben durch Menschen anderer Hautfarbe bunter geworden ist? Hätten sie sich nicht über neue kulturelle Impulse freuen müssen? Zumal noch eine "Startup"-Company auf ihre Insel kam, die sie mit Billigjobs versorgte? Das wäre auch mal ein Thema, wie sich - in diesem Fall südseeinsulanische - Wutbürger gegen Innovation und Globalisierung gestemmt haben und dabei vor fremdenfeindlicher Gewalt nicht zurücksteckten.


    Natürlich ist meine Frage polemisch. Denn die Zeit des Kolonialismus brachte unzweifelhaft unter anderem Unruhe, Leid, Tod mit sich. Jedoch Unruhe, Leid, Tod sind die Begleiterscheinungen fast jeder Episode menschlicher Geschichte. Will man diesen nicht begegnen, muss man vor den biblischen Sündenfall, in den Garten Eden, zurückgehen.


    Leute wie Aly greifen sich immer und immer wieder nur eine Gruppe heraus, die sie dieser Begleiterscheindungen anklagen möchten. Das ist der Nektar, aus dem ihre Psyche Saft zieht. Hinter diesem Moralismus steckt meistens ganz anderes. Dass das Ganze bei Götz Aly eine große, schief gelaufene Selbstbewältigung der Familiengeschichte sein dürfte, kann natürlich nur spekuliert werden. Alys Vater war jedenfalls Funktionär der Hitler-Jugend und Oberbannführer. Er war in der Reichsjugendleitung Abteilungsleiter für die Erweiterte Kinderlandverschickung. Da könnte also bei Aly ein Familienkonflikt, ein klassischer Ödipus-Komplex, dahinter stehen, unter dem nun aber nicht nur er oder sein Vater, sondern das ganze deutsche Volk zu leiden haben soll.

    Aber oberhalb des Grenz-Masses ist eben kein Aufenthalt möglich

    Das war mir eigentlich bewusst. An welchen dauerhaften Aufenthalt in der Kuppelhöhe war denn gedacht gewesen? Ein dauerhafter Aufenthalt oberhalb des Fußbodens würde ja bedeuten, dass man doch wieder Zwischendecken einzieht. Nein, ich dachte eigentlich nur, dass es dann eben eben der Raum ohne abgehängte Decke wäre, sich die Musik aber natürlich schon auf dem Fußboden abspielt. Und der wäre ja noch im Feuerwehr-Maß. D.h. die umlaufende Empore würde eben wegfallen, zumindest für eine Nutzung.

    Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/…tadtschloss_berlin-01.jpg