Posts by Wikos

    Das Ganze ist ein weites Feld. Das Klima hat sich nachweisbar verändert (und das übrigens schon seit Jahrzehnten Stichwort "Kohleöfen" und Autos ohne Kat). Wurde diese Klimaveränderung durch Menschen ausgelöst? Wenn ja, wie können wir es wieder zum "Guten" bringen? Darüber lässt sich n.m.E. streiten. Im Moment liegt der Fokus auf das Thema Autos. Man könnte sich genauso gut auf Kreuzfahrtschiffe oder den Energieverbrauch von Rechenzentren stürzen. Letztere verbrauchen in manchen Städten mehr Energie als alles andere in der Stadt zusammen. Trotzdem gibt es bisher keine großartigen Proteste von FfF oder Grüne politische Bekundungen zu diesem Thema. Auch der Abriss von historischen Häusern verbraucht "graue Energie". Aber auch bei diesem Thema kommt kaum Unterstützung von FfF oder von den Grünen.

    Das ist eine gute Nachricht. Darmstadt z. B. das gerade das Welterbe für das Jugendstilensemble Mathildenhöhe erhalten hat, plant diverse Bauprojekte mit massiven Eingriffen in die historische Bausubstanz. So ist z. B. geplant beim charakteristischen Maschinenhaus aus der Jugendstilzeit, das Portal aufzubrechen: https://www.echo-online.de/lok…e-am-herrngarten_23875695 Die Stadt steht jetzt bei solchen Bauprojekten unter Beobachtung.

    Ich hoffe, dass dieses (nicht historische), aber pittoresk-bizarre Kleinod (Kaiserkeller/Marco Polo) in der Paradiesgasse erhalten bleibt. Ich hatte es schon mal unter "Kurioses und Skurriles" erwähnt. Sicherungsplanen wurden angebracht. Das Haus ist offenbar leerstehend. Die Gefahr eines Abrisses ist gegeben. Es wäre ein herber Verlust...


    Frankfurt

    Ja, als Gaslight war es mal eine Ausgehinstitution in Alt-Sachs. Mittlerweile gehört das Gebäude wohl zum Rothenberger-Immobilienimperium. Ausgang der weiteren Planungen mit dem Kleinod offen.

    Die Autoproblematik in den Städten dürfte sich bald von alleine erledigt haben. Ab 2035 werden laut EU-Kommission wohl keine neuen Diesel- und Benziner mehr zugelassen. Wir werden also in spätestens 20 Jahren leise, emissionssaubere PKWs auf den Straßen haben. Durch Personenerkennungssoftware etc. dürfte bis dahin auch die Zahl der von Autos verursachten Verkehrstoten auf nahezu Null gesunken sein. Das Auto wird dann als saubere und sichere alternative zu Rad und Fuß weiterhin in den Städten präsent sein.

    Hallo Leute, das ist Frankfurt am MAIN, wir befinden uns in WESTDEUTSCHLAND. Wir glauben immer noch, dass ALLES was vor dem Krieg gewesen ist schlecht und undemokratisch war. Wir glauben sogar, dass die Häuser vor dem Krieg undemokratisch waren. Und wir glauben sogar, dass erst die Häuser, die nach dem Krieg gebaut wurden, demokratisch sind. Ja, wirklich, das glauben wir hier in Frankfurt an Main, über alle Fraktionen hinweg. Der Beton- und Glasklotz Schauspielhaus aus den 60ern wird ja explizit als offen und demokratisch bezeichnet. Im Westen ist es unchic, derlei anzuzweifeln. Parallelen zum Pellerhaus in Nürnberg sind übrigens rein zufällig und nicht von mir beabsichtigt :thumbsup:

    Das kann natürlich sein.

    Komplette Architektur vor 1945 = Naziarchitektur

    Architektur nach 1945 = Demokratisch, weltoffen, schützenswert

    Die Unzulässigkeit des Bürgerbegehrens wurde vom Ausschuss danach mit der großen Mehrheit von Grünen, CDU, SPD, Linke, FDP, Volt und Ökolinx festgestellt.


    Frage: was bewegt all diese Leute um das Bürgerbegehren gemeinsam zu verweigern....... Man kann doch nicht gemeinsam gegen gute und schöne Architektur stimmen??? Meistens ist 50% dafür und 50% dagegen. Unlogisch und nicht rational.

    Es ist in der Tat verstörend, unlogisch und wirft kein gutes Bild auf den demokratischen Diskurs wenn alle Parteien geschlossen dagegen votieren. Die GRÜNEN z. B. müssten alleine schon wegen der "grauen Energie", die bei einem Abriss des historischen Bestandes verloren geht, eine andere Position einnehmen. Die CDU scheint keine konservative Partei mehr zu sein, wenn sie die Substanz des geschichtsreichen Schauspielhaus noch nicht einmal ansatzweise bewahren möchte. Aber in Zeiten in denen sogar die F.A.Z. geradezu verbohrt gegen die Wiederherstellung des Alten Schauspielhauses wettert, muss man sich nicht mehr wundern...

    Ein Neubau für das Frankfurter Schauspielhaus rückt immer mehr ins Unrealisierbare. München wollte ein neues Konzerthaus. Vor fünf Jahren wurde es auf 350 Mio. Euro Baukosten taxiert. Mittlerweile wird von 700 Mio. ausgegangen und es wird nach Sponsoren gerufen. In weiteren fünf Jahren ist vermutlich von einer Schätzung von 1 Milliarde Euro auszugehen. Am Ende werden es dann wahrscheinlich 1,5 Milliarden sein. Mit anderen Worten, solche Großprojekte kann wahrscheinlich keine der hochverschuldeten Städte mehr stemmen. Ob die Mäzene da helfen, wage ich zu bezweifeln. Einen Neubau für das Frankfurter Schauspielhaus halte ich mittlerweile für absolut unrealistisch.

    Geld stinkt nicht - oder doch? Nachdem einige Stararchitekten schon für zweifelhafte Despoten auf der Welt bauen, gibt es jetzt eine Diskussion zur Finanzierung der diesjährigen Biennale in Venedig durch eine Organisation aus Katar. Das Motto der diesjährigen Biennale ist übrigens "How will we live together?" Vielleicht wie in Katar? Laut des Artikels steht Katar weltweit an der Spitze beim Co2-Ausstoss. 2018 betrug er pro Kopf mehr als 31 Tonnen!

    Ich bin etwas überrascht über die scharfe Kritik. Finden an einem Denkmalgebäude neue Ergänzungen statt, so werden diese heute doch auch genauso abgesetzt? Außerdem wurde zumindest von meiner Erinnerung her an der Fassade nichts gemacht, was einer kompletten Rekonstruktion später im Wege stünde, es wurde lediglich das Gebäude auf diese Weise vor dem Abriss bewahrt. Die Ästhetik leidet natürlich, keine Frage, aber die grundsätzliche Ausprägung des Gebäudes ist viel besser erhalten, als bei irgendwelchen Kirchenruinen u.ä. Erinnerungsorten.

    Ja, Konservieren statt Restaurieren - so wie es Dehio wollte und es später sogar in der Charta von Venedig Eingang gefunden hat. Klar wird das mit den Schichten absetzen und zeigen oftmals so gemacht - aber man muss es ja nicht gut finden. Bei einer Haussanierung und bei Wiederaufbauten brauche ich keine Zeitschichten zu sehen. Das sieht künstlicher aus, als wenn man es ohne Zeitschichten restauriert.

    Wenn ich mir die Unterzeichner der Charta von Venedig anschaue, dann sehe ich vor allem viele Vertreter aus Italien, Frankreich und Spanien. War dort wirklich die damalige Elite des Denkmalschutzes zusammengekommen? Oder war es eher eine italienisch-französisch-spanisch dominierte Konferenz? Was war der Grund das kein Unterzeichner aus den USA dabei war und auch kein Unterzeichner aus den kriegszerstörten Ländern England, Deutschland und Japan?

    Warum fehlt in Frankfurt eigentlich in letzter Zeit so oft das Geld? Haben sie sich mit dem Dom-Römer-Prokjekt übernommen? Die Einnahmen durch die Gewerbesteuern müssten doch trotz Corona recht hoch sein und die meisten Städte legen für schlechtere Zeiten doch auch etwas zurück oder?

    Das DomRömer-Projekt trägt an der finanziellen Misere keine Schuld. Im Gegenteil: Es generiert Mieteinnahmen, Arbeitsplätze und Touristen. Die laufenden Schulden der Stadt Frankfurt am Main sind, wie bei allen Städten in Deutschland, immens: "...dürften die Schulden aus investiver Kreditaufnahme schon kommendes Jahr die Marke von drei Milliarden Euro übersteigen und Ende 2024 bereits bei fast vier Milliarden Euro liegen."

    Exakt. Das ist im Vorfeld der denkmalpflegerisch begleiteten Wiederherstellung des Potsdamer Stadtschlosses als Landtagsgebäude entstanden und gilt auch für alle Leitbauten in Potsdam sowie für eine Zahl privater Erinnerungsbauten wie der Villa Jakobs, der Kellertorwache, der Matrosenstation "Kongsnäs", dem Schweizerhaus, dem Griebnitztor oder dem Persiushaus.


    Auch die Schlösserstiftung, der Gral der Denkmalpflege, hat ja eine große Zahl an Erinnerungsbauten erstellt wie das Borkenhäuschen, der königl. Mühle von Sanssouci, der Gotischen Bibliothek am Heiligen See und natürlich des Babelsberger Parks im Bereich der ehem. Mauer.

    Die Definition ist von Andreas Kalesse, Stadtkonservator der Landeshauptstadt Potsdam von 1994-2019.

    Wenn das so ist, dann eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten für die Rekonstruktionsbewegung und für den Verein SBD.

    Hier die Definition eines führenden Denkmalpflegers für diese Form des Bauen:


    "Eine Erinnerungsarchitektur ist ein Ausdruck aktuellen Bauens, welche am originalen Standort eines materiell weitgehend untergegangenen Bauwerks durch Rückgewinnung bzw. Bezugnahme auf wesentliche Gestaltungselemente der verlorenen Architektur an diese zu erinnern versucht, ohne sie zu kopieren. Dabei hängt einerseits der erzielbare Näherungswert an das Original von der Überlieferungsqualität und -menge ursprünglicher Dokumente, zeichnerischer, schriftlicher, fotografischer und baulicher Art, ab. Andererseits kann in den meisten Fällen nur eine den aktuellen Nutzungsbedürfnissen und den aktuellen Baunormen angepaßte neue Architektur entstehen und so ist eine Rekonstruktion im klassischen Sinne von vornherein weitgehend ausgeschlossen und wird auch gar nicht erst angestrebt.


    ...

    Was bedeutet das? Heißt es das man ein verlorenes Gebäude auch aus Sicht der Denkmalpflege nahezu 1:1 wieder aufbauen darf, wenn man es nicht Rekonstruktion nennt, sondern als Erinnerungsarchitektur betitelt?