Posts by Wikos

    Ich habe den Eindruck, dass dieses Gebäude im EG 'Arkaden' hat, so dass man in irgendeiner Zukunft, wenn die Nachbarn mitziehen, durchaus am Ufer, bzw. durch die Arkaden an der Spree entlang laufen kann. Werde mir das dann mal anschauen, wenn man dort hinein darf und hier posten.

    Kann gut sein. "An der Spreeseite soll es einen öffentlich zugänglichen Uferweg unter Arkaden geben." stand in einem älteren Tagesspiegel-Artikel

    Ist schon traurig, wenn man in einer der größten Finanzmetropolen der Welt es seit 70 Jahren nicht auf die Reihe bekommt, ein neues Dach auf den Rathausturm zu setzen. Wie kann man so knausrig sein? Das an die Bürger sowiedie Riesenbanken der Stadt gerichtet.

    Geh einmal quer durch Frankfurt und spreche wahllos 20 Leute an: Etwa 15 davon wohnen nicht in Frankfurt am Main. Der Rest ist noch keine 10 Jahre in der Stadt. Wenn Du jemanden in Frankfurt am Main triffst, der dort geboren ist oder auch nur zur Schule gegangen ist dann herzlichen Glückwunsch! Von diesen 20 Leuten hat noch keiner etwas vom Langen Franz gehört. Frankfurt am Main ist ein globaler Durchlauferhitzer. Architektur in der Altstadt ist bei den Menschen in der Stadt ein absolutes Nischenwissen.

    Zitat aus dem Artikel

    "WELT: Herr Mäckler, vor zwölf Jahren bekamen Sie im Architektenwettbewerb zum Wiederaufbau des Berliner Schlosses einen 3. Preis. Wenn Sie heute das fertige Bauwerk betrachten: Wie ist es geworden?


    Christoph Mäckler: Bis auf die moderne Spreefront sind die Fassaden beeindruckend."


    :thumbsup:

    Wow, tolle Beiträge in meinem eröffneten Thread. Da soll noch einer behaupten, wir können hier im Forum nicht zu kontroversen Themen sachlich, differenziert und fair diskutieren 👍 Ganz anders dagegen im Moment die aufgeregten Diskussionen bei Twitter & Co. Da werfen Angehörige von Coronatoten Liefers & Co. vor, sie seien Schuld an dem Verlust. Das Liefers und die anderen keine Coronaleugner sind, sondern nur einige Maßnahmen der Regierung kritisieren (die einige Leben gekostet haben), wird dabei nicht erkannt.

    Es ist ein gewaltiger Unterschied, sowohl technisch als auch gestalterisch. Der Handlungsspielraum auf einer nicht eigenständigen Seite ist sehr stark eingeschränkt. Das beginnt beim Corporate Design und setzt sich beim Layout fort. Wenn man sich über eine "Website" kritisch äußert, sollte man das wissen und bedenken, erst recht, wenn man daran inhaltlich Kritik anknüpfen lässt.

    Es gibt zu Genüge ästhetisch gestaltete Unterseiten. Bei dieser Unterseite kann ich weder eine optisch ansprechende Struktur noch eine überzeugende Gestaltung erkennen. Tietz hat völlig recht mit seiner Kritik.

    Wer über die Ästhetik einer Website sinniert und damit seine Kritik am Projekt verknüpft, sollten zumindest rudimentäre Kenntnisse mitbringen. Das Projekt besitzt gar keine eigene Website, sondern wird lediglich auf einer Unterseite der Europäischen Union präsentiert. Insofern sind dem Gestaltungsspielraum extrem enge Grenzen gesetzt. Die Website der europäischen Union präsentiert sich - der Institution entsprechend - sehr nüchtern. Hier stehen Inhalt und Information im Vordergrund.

    Ich glaube jeder weiß was er damit meint. Ob nun eine eigene Website oder eine Unterseite freigeschaltet wurde, spielt entsprechend keine Rolle. Das die Unterseite banal gestaltet ist - da hat der Tagesspiegel-Autor Tietz völlig recht. Das entspricht weder dem heutigen Standard, noch wird es dem Bauhaus gerecht.

    Frankfurt und Umgebung hat einige sehr reiche Bürgrer, da müsste doch der eine oder andere Mäzen zu gewinnen sein...

    Der Reichtum einer Stadt speist sich nicht aus dem Reichtum der Bürger, sondern aus der Verbundenheit zur Stadt. Unter den Reichen sind leider einige dabei, denen die Stadt egal ist. Dafür hat diese entlokalisierte Oberschicht einige Landhäuser, Villen und Adelshäuser in der Schweiz, Italien und Südfrankreich liebevoll restauriert.

    Langsam komme ich zu dem Gedanken, dass das Glasfoyer des Schauspiels doch erhalten bleiben muss. Die rekonstruierte Fassade des alten Schauspielhauses wäre nämlich weniger leicht für wichtige politische Stellungnahmen nutzbar.


    Z.B. diese aktuelle...


    https://twitter.com/SchauspielFFM/status/1362364211926597632

    Nachdem am Schauspielhaus die Glasfassade mit einem riesigen "Deutsch mich nicht voll" beklebt wurde, gibt es jetzt noch ein riesiges Banner am Historischen Museum. Eine enttäuschte Künstlerin protestiert mit dem Text "Alltagsrassismus bekämpfen Auch Deinen Eigenen" gegen das planmäßige Ausstellungsende der Schau über Rassismus. Warum das Stadtbild in Frankfurt jetzt mit solchen Statements zugehangen wird erschließt mich nicht so recht. Die deutsche Bevölkerung ist in Frankfurt am Main deutlich in der Minderheit. Polizeigewaltszenen wie bei George Floyd Stichwort "Black Matters" gibt es nicht. Rechte Aufmärsche auch nicht. Der Wohnungsmangel betrifft alle in der Stadt. Und Alltagsrassismus wie z. B. willkürliche U-Bahn-Fahrscheinkontrollen bei Migranten sind auch eher selten, weil die Kontrolleure auch meistens einen Migrationshintergrund haben. Wie dem auch sei, nach Betonsperren, Pop-Up-Radwegen und Leihbikes sind nun als nächste Neuerung großflächige Banner mit politischen Statements ins Stadtbild eingezogen.

    Es geht ja nicht darum, sein Werk zu schmälern. Sondern die Verflechtungen und die damalige Entwicklung besser zu verstehen und realistischer einzuordnen, als es etwa das Bauhaus-Jubeljahr 2019 machte.

    Ja, das stimmt. Er hat zwar großartiges geleistet, muss sich aber natürlich auch einer kritischen Nachsicht stellen. Sehr empfehlenswert ist folgender Artikel (leider Bezahlschranke) von Lampugnani: https://www.zeit.de/1984/05/we…aktionaer/komplettansicht

    Gerade Peter Behrens müssen wir uns genauer anschauen. Er ist DIE Schlüsselfigur für die Bauhäusler, deren Protagonisten alle bei ihm lernten, mit ihm arbeiteten. Wenn wir Behrens verstehen, verstehen wir Bauhaus und die ganzen nachfolgenden Verirrungen rund um den internationalen Stil, Corbusier und die 1933er CIAM-Charta von Athen viel besser. Es wäre töricht, die Wurzel dieser Entwicklungen aus den Betrachtungen auszuklammern.

    Für mich ist Behrens nicht mit Gropius oder Le Corbusier vergleichbar. Bei Behrens folgte nicht die Form der Funktion. Er war ein universeller Ästhet, der zwar gerne als Inspirationsquelle für Modernisten diente, aber eigentlich viel klüger und weitsichtiger (vielleicht auch gebildeter) den gewachsenen Kanon der Architektur und der Kunst mit der Industrie verband. Ich finde sogar, dass er einen wichtigen Beitrag dazu geleistet hat, funktionellen, industriegefertigten Dingen eine ganzheitliche gestalterische Qualität zu verleihen.