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    Frankfurts OB Peter Feldmann im FAZ Interview: "Die Stadt hält an den Beschlüssen fest, die Paulskirche in der von Rudolf Schwarz und anderen in der Nachkriegszeit geschaffenen Form zu sanieren. Das ist die Aura, die wir uns vorstellen. Nüchterne Formsprache, aus der eine neue Bescheidenheit spricht, als bewusster Gegenentwurf zum Gigantismus der Nazi-Diktatur."

    Hab ich was verpasst? Stammt die Paulskirche aus der Nazizeit?

    Eine tolle Initiative, das Gebäude gehört auch zum jüdischen Erbe in der Stadt. Aber vermutlich werden Stadt und Architekten auf eine moderne Lösung bestehen und wie bei der geplanten Synagogen-Reko in Hamburg den jüdischen Mitbürgern eine historische Reko erst einmal verwehren.

    Der Denkmalschutz lebt in Deutschland nicht von festen Regeln oder Bestimmungen, sondern von den persönlichen architektonischen Vorlieben und Präferenzen der jeweiligen Personen, die die Ämter bekleiden. Da Ausbildung und ideologischer Zeitgeist bei den Denkmalschützern das Interesse überwiegend auf die Nachkriegsarchitektur legen, liegt auch das Engagement auf diese Architekturperiode.

    Beispiel gefällig? Ein Investor wollte 2011 auf dem Areal des ehemaligen Bundesrechnungshofes in Frankfurt am Main ein Bauprojekt verwirklichen. Ein baustatisches Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass der denkmalgeschützte Bau von 1957 einsturzgefährdet ist und statische Mängel hat, dass alleine aus wirtschaftlichen Gründen eine Sanierung ausgeschlossen werden kann. Zudem gab es durch zahlreiche Ein- und Umbauten so gut wie keine Originalbausubstanz aus den 50iger Jahren mehr: https://www.fr.de/frankfurt/de…noch-retten-11365126.html

    Wir alle wissen was nun bei einem historischen Baudenkmal geschehen würde. Der Denkmalschutz würde den Abriss abnicken und auf die mangelnde Originalbausubstanz verweisen und zudem aus wirtschaftlichen Gründen dem Abriss zustimmen. Doch was geschah? Das Landesdenkmalamt und die Frankfurter Denkmalschützer kämpften hartnäckig und engagiert um den desolaten Nachkriegsbau und stellten sich dem aussichtslosen Unterfangen. Am Ende wurde zumindest ein Kompromiss erkämpft, bei dem ein Teil der Fassade in den Neubau integriert wurde.

    Mal auf die Idee zu kommen, das Haus unter Schutz zu stellen und wieder das historische Dach zu verpassen... Nö, geht kein Weg rein, aber hey, Kempten ist ja arm, liegt wirtschaftlich am Boden und Geld lässt sich dort auch nicht verdienen, weil die Wohnungen schwer zu vermieten sind...

    Zwei Dinge sind zudem bezeichnend:

    1. Der Abrissrgrund: "laut Investor, „einsturzgefährdeten“ Gebäudes". Der Investor sollte sich vielleicht mal in Leipzig oder Halle umschauen, welche Ruinen dort noch sanierungsfähig waren.

    2. Die Ablehnung des Denkmalschutzes: "...Bayerische Landesamt für Denkmalpflege nicht würdigt und das Gebäude wegen Veränderungen am Originalzustand als nicht schützenswert einstuft." Dafür wurden zig Bauten aus den 50iger und 60iger Jahren unter Schutz gestellt, die erheblich verändert wurden.

    Interview mit dem Initiator des Brückenbauvereins und des Langen Franz-Projektes Christoph Mäckler: https://www.skylineatlas.de/in…/prof-christoph-maeckler/?

    Im Interview sagt er "Dieser Brückenbauverein hat mittlerweile eine Viertelmillion Euro eingesammelt von über 350 Spendern...". Keine Ahnung wie der auf die Viertelmillion Euro kommt, auf der Seite stehen ja nur 178.980 Euro. Vielleicht stammt der erhöhte Betrag aus der Verdopplung von Bethmann für Einzelspenden bis 120 Euro. Im Interview sind auf jeden Fall keine Verschleißerscheinungen für das Projekt sichtbar. Dieser Tage habe ich auch wieder bezahlte Werbung für das Projekt bei Facebook gesehen. Also es läuft, wenn auch sehr sehr langsam.

    tegula In der Tat, wir alle haben keinen Einblick in die Ermittlungsarbeit. Trotzdem ist es ja wohl klar, dass die Erfolgsmeldung der Justiz hinterfragt wird, denn der jetzt in der Razzia aufgescheuchte Clan wurde bereits vor einem Jahr in der Presse mit vielen Fakten als sehr wahrscheinlicher Täterkreis identifiziert. Pauschal die hier geführte Diskussion als Stammtischniveau zu disqualifizieren halte ich nicht für fair.

    Wie wahr ursus carpaticus Anmerken möchte ich noch die Respektlosigkeit mit der der Staat von den Clans gerade zu verhöhnt wird. Während kriminelle Organisationen wie die Mafia eher im verborgen operieren, suchen die Clans ja geradezu die Öffentlichkeit. Wieviele Hinweise sollten die Clanjungs denn noch geben, bis die deutsche Justiz endlich eine Razzia durchführt?

    Nein Bautradition andersrum wird ein Schuh draus. Die historische Fassade muss wieder hergestellt werden. Im Inneren kann zunächst eine moderne Gestaltung sein. Das moderne Glasfoyer hat keinen besonderen architektonischen Wert und kann, wenn es sein muss, als banales austauschbare Element jederzeit an einer anderen Stelle wieder eingebaut werden oder im Hessenpark eingelagert werden.

    Das Ganze ist ein einziger Witz und zeigt das vollkommende Versagen von Justiz und Ermittlern. Einer der verdächtigen Clanmitglieder, die am Dienstag festgenommen wurden, war im Februar wegen des Diebstahls der Goldmünze Big Maple Leaf aus dem Bode-Museum verurteilt worden. und war noch auf freiem Fuß.

    Aber das ist nicht das Einzige: Ende 2019 fanden bayerische Beamte bereits Einspruchswerkzeug im zur Fahndung ausgeschriebenen Fahrzeug. W. Remmo war damals damit auf dem Weg zu einer anderen Gerichtsverhandlung! Ende November soll er in einer Firma für Hydraulik-Schneider und Rettungsscheren eingebrochen sein: https://www.spiegel.de/panoram…76-4494-9092-330964b5bc5c

    Am 12.12.19 !!! berichtete der Merkur und andere Medien vom im Grünen Gewölbe benutzten Spezialwerkzeug und zogen eine Verbindung zum Remmo-Clan und dem verwendeten Spezialwerkzeug beim Münz-Klau. Warum hat es daraufhin noch einmal fast ein Jahr gebraucht, bis die Polizei die jetzige Razzia durchgeführt hat? Alles deutete schon Tage nach dem Gewölbe-Einbruch auf die Clan-Mitglieder. Hätte man zu diesem Zeitpunkt zugegriffen, hätten wahrscheinlich noch einzelne Schmuckstücke gerettet werden können. Ob man jetzt noch was findet, darf bezweifelt werden.

    Die Weisheiten von Loos sind mir zu einfach gestrickt und entsprechen schlicht nicht der Wahrheit. Es gibt eine Untersuchung, dass schön gestaltete Gebäude eine höheren Zuspruch https://www.tu-chemnitz.de/wir…WDP_130_Fassaden_2017.pdf besitzen. Zudem ist die Nachhaltigkeit z. B. der Gründerzeitbauten nicht zu übertreffen. Auch nach über 100 Jahren werden diese verzierten und reich ausgestatteten Bauten von allen sozialen Schichten genutzt.