Posts by Oberbaumbrücke

    Ich glaube, da irrst Du, die Perspektive kann nicht stimmen. Das Berolinahaus stand direkt neben dem Warenhaus Tietz, was man auf der rechten Bildhälfte im Hintergrund sieht. mit der Berolina davor (man sieht den Kopf)

    Hier mal ein Blick aus der Gegenrichtung mit der rechteckigen Grünfläche, die leider später beseitigt wurde. Rechts die Häuserzeile, nach der Du gefragt hast, das war nicht nur ein Gebäude, sondern mehrere.


    P.S. Dort steht heute ungefähr das Haus Alexander.

    das ließe sich ja noch umplanen - dann geht die eben quer durch den Treptower Park >;-}

    Der Treptower Park wird dann ohnehin zum ParkPLATZ, weil die ganzen Pendler schließlich irgendwo ihre Autos tagsüber unterbringen müssen. Und die Autotouristen aus dem In- und Ausland werden auch dumm schauen. wenn sie dann mit ihrem Gepäck in die Öffis umsteigen müssen.
    Aber wahrscheinlich müsste es dann ohnehin 1101 Ausnahmregelung geben, für Taxis, Lieferanten, Ärzte, Feuerwehr, Krankenwagen, Gehbehinderte, Anlieger, Besucher der Anlieger und vor allem die Dienstwagen der Abgeordneten. Der Preußische Landtag liegt schließlich auch innerhalb des S-
    Bahnrings. Aber gerade die müssten gezwungen werden, ihre Kutschen am Ring stehen zu lassen.

    Ich stelle mir gerade vor, Biden oder Macron kommen auf Staatsbesuch und Angie sagt am BER zu ihrem Gast: Wir nehmen jetzt die S-Bahn. :tongue::tongue::tongue:

    .... Dass es unter Denkmalschutz gestellt wurde, finde ich in Ordnung, zumal es an diesem Ort kaum stört oder Besserem im Wege steht.

    ????

    Am alten Dorfkern von Lichterfelde mit der Pauluskirche und der mittelalterlichen Dorfkirche stört es nicht? Sicherlich, es gibt auch noch andere Bausünden gleich nebenan, aber besser geht gerade in diesem Fall immer.

    Müssen wir eigentlich jeden Dreck unter Denkmalschutz stellen, weil er eine bestimmte Architekturepoche repräsentiert, noch dazu mit so einem hässlichen Klotz? Ich fand es schon schrecklich, als ich vor fast 50 Jahren wöchentlich zum Konfirmationsunterricht gegenüber ins Gemeindehaus musste und über zwei Jahre lang gesehen habe, wie es errichtet wurde...

    Vielleicht wirkt auf uns der Dom im Augenblick trotz Restaurierung so "schäbig", weil nebenan das Schloss mit seiner doch sehr freundlichen Farbgebung dagegen hält. Sieht man Farbfotos aus den 30er und 40er Jahren wirkte dieses doch eben auch eher wie ein großer grau-schmutziger Kasten. Da war der Unterschied nicht so eklatant. :lehrer:

    ... bevor das Brandenburger Tor restauriert wurde...standen vor dem Tor sogar vier "Abstimmungsurnen" mit entsprechenden Bildern, wodurch Passanten sich für eine Farbvariante (alle im seriösen Bereich) entscheiden konnten.

    Und ich erinnere mich, wie strahlend schön das Brandenburger Tor nach seiner Restaurierung auf mich wirkte, sodass ich feuchte Augen vor Freude bekam, als ich es dann unmittelbar vor mir sah.

    Weshalb kann man den Molkenmarkt "wohl dabei getrost vergessen"? Weil Du selbst kaum eine Chance siehst, angesichts der derzeitigen Machtverhältnisse "wirklich historische Strukturen" durchzusetzen.

    Aber weshalb glaubst, Du, dass das nun beim Marienviertel oder Heiliggeist-Viertel ganz anders laufen würde?

    Die Planung für den Molkenmarkt ist doch längst beendet, oder wie sagt man immer : Der Drops ist gelutscht. Dort wurde in bekannter Manier die Öffentlichkeit vor beinahe vollendete Tatsachen gestellt.

    Und wie die bisherige "Bürgerbeteiligung" beim Marien/Heiliggeistviertel bisher aussah, wissen wir doch auch zur Genüge. Nur, dass dort eine Bebauung und Veränderung verweigert wird aus teilweise lächerlichen Gründen. Da ist ein viel größeres Potential für einen Umschwung als es je beim Molkenmarkt gegeben hat.

    Aber das ist eine Lebensaufgabe für Persönlichkeiten eines Hans Wall oder Wilhelm von Boddien.

    Viel Spaß bei der Untertunnelung der gerade eröffneten Verlängerung des U5 und des Bahnhofs Rotes Rathaus.

    Eure Vorschläge werden immer "lustiger". Gegen eine Einengung der Spandauer Straße ist ja nichts einzuwenden, aber genauso sollte immer und immer wieder die Wiedergewinnung der Urbanität rund um das Rote Rathaus angemahnt werden. Dass es kein Ding der Unmöglichkeit ist, zeigt das Beispiel Frankfurt am Main und wie wir schon des Öfteren festgestellt haben, böte sich der südliche Teil des Heiliggeist-Viertels trefflich an, gab es doch dort eine Anzahl attraktiver Fassaden, deren Rückkehr die historische Mitte enorm aufwerten würde. (Beitrag #904 von Mantikor)

    Dass hinter den Fassaden trotzdem eine zeitgemäße Nutzung stattfinden kann, beweisen die Alte Kommandantur genauso wie das Schloss mit dem dahinter befindlichen Humboldt-Forum.
    Friedrich II., der seine Residenz aufhübschen wollte, befahl damals wohlhabenden Bürgern, schmucke Häuser zu errichten (Der Kerl hat Geld, der Kerl soll bauen). Wobei es ihm weniger um den Inhalt als um die äußere Erscheinung ankam. So verbarg sich hinter so mancher glänzender Fassade ein schlichtes Haus. Außen hui, innen pfui. Diese Bauweise der repräsentativen Fassade nannte man auch "Vorhemdchen".
    Natürlich müsste man dies politisch wollen (augenblicklich so gut wie unmöglich in Berlin) wie auch die allmächtige Dikatatur moderner Klötzchen-Architekten soweit einschränken, dass es umsetzbar wäre.


    Ich persönlich werde es wohl nicht mehr erleben, dass mir das Areal rund um das Rote Rathaus auch nur einen Hauch von Aufenthaltsqualität vermittelt wie beispielsweise der Marienplatz in München, der Rathausmarkt in Hamburg oder der Römer in Frankfurt/Main. Das nenne ich zumindest Urbanität und nicht diese inzwischen zum Sammelsurium verkommene, fast uferlose Fläche, auf der einst die Wiege Berlins stand. das Nikolaiviertel war ein , nicht in allen Punkten gelungener Anfang, nun muss nach dreißig Jahren, die seit der Wiedervereinigung vergangen sind, auch langsam mal weiter Dampf gemacht werden muss. Den Molkenmarkt kann man wohl dabei getrost vergessen bei der Rückgewinnung wirklich historischer Strukturen.

    Deswegen aber, wie hier auch von Befürwortern einer Bebauung zu lesen ist, alles auf "später" zu verschieben, ist verkehrt.

    Und viel zu oft werden von der Politik nicht ungeschickt die Kräfte immer wieder umgelenkt. Was nutzt uns ein rekonstruierter Anhalter Bahnhof mit einem wie auch immer gearteten Emigrantenmuseum, wenn über die Freifläche zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Schloss der Wind der Monotonie und Drittklassigkeit pfeift?

    Warum wird das Projekt Bauakademie immer wieder aufgeschoben? Auch dort politische Fallstricke und Befindlichkeiten der Architekten, die ihr Revier markieren wollen, ohne auf das Umfeld und die Historie zu schauen bzw. zu achten und wertschätzen.

    Besonders auf dem ersten Bild vom Schlossplatz ist ganz augenscheinlich, was für ein Gewinn der Brunnen und die Rabatten sind. Darauf zu pochen, dass diese im 18. Jahrhundert ja auch nicht vorhanden waren, und dass man die heutige Steinwüste gefälligst zu akzeptieren habe, ist schon sehr "kühn".
    Die Vertreter dieser Forderung vergessen dabei, dass damals die kleinteiligen Häuser und Gebäude gegenüber den Platz einrahmten und auch die Häuser der Burgstraße, die heute fehlen und somit ein Blickfang fehlt. Dazu noch die modern gehaltene, von jeglichem Schmuck "amputierte" Kurfürstenbrücke und als optisches Gegenüber der mächtige Kasten des Marstalls und rechter Hand das völlig unpassende "Staatsratsgebäude".

    Da braucht es schon als Minimum eine gestalterische Aufwertung durch den Neptunbrunnen . Und da die Fahrbahn an der Schloßseite ohnehin nicht wiederkehrt, gibt es auch noch genügend Platz für die Besucher zum Flanieren (sofern sie nicht über die an den Fahrradbügeln mehr oder weniger ordentlich angeketteten Vehikeln stolpern)

    Das Problem scheint mir zu sein dass der Neptunbrunnen sehr nahe an der Straße stehen würde. Diese Problematik war mir bisher nicht so bewusst.

    Er stünde doch nur "zu nahe" an der Straße, weil, wie ich bereits an anderer Stelle erwähnte, der Schlossplatz keine 2 Fahrbahnen mehr hat, sondern nur noch eine. Brunnen und Blumenbeete bildeten früher eine Art Mittelinsel.


    https://static3.akpool.de/images/cards/214/2145651.jpg

    Auch wenn es im Prinzip natürlich Cölln war... da habt ihr die echte Altstadt von Berlin, die man nach dem Krieg hätte restaurieren können (was ja auch mal angedacht war, soweit ich weiss), und die man jetzt wieder aufbauen könnte.