Umfeld Berliner Schloss - Allgemeines

  • Ich habe keine Einwände gegen die Konzeption, die Beete nach Klima- und Vegetationszonen zu bepflanzen. Von mir aus. Aber es ist doch völlig sinnfrei, Pflanzen, die zwangsläufig zu großen Bäumen werden direkt vor die Schlossfassade zu setzen. Hoffentlich sind die Bäume - wie von Classica vermutet - die für die Tundra typischen Zwergbirken. Vom Wuchs her scheinen mir die Birken vor der Schlossfassade aber "normale" Birken zu sein.

  • Birken sind Pionierarten, bei denen ein fachgerechter Schnitt notwendig ist, damit sie im Alter (meistens deutlich unter 100 Jahren) keine Ausbrüche von Ästen aufweisen. Auch, wenn man sie natürlich wachsen lässt, ist damit zu rechnen.


    Birken sehen auch bei viel Schneiden immer ziemlich "wild", zumindest natürlich aus, sie lassen sich also nicht z.B. wie Platanen zu Kuben schneiden. Die werden also ziemlich intensiv gepflegt und nach ein paar Jahrzehnten ersetzt werden müssen.


    Pionierarten werden übrigens nach und nach von anderer Vegetation verdrängt, sie besiedeln gern Brach- und Freiflächen. Vielleicht ist das ja auch ein Symbol - erstmal was hinstellen, bis der Boden für was gescheites bereit ist :smile:. Im Rheinland wären sie sowieso jeden Mai gefährdet.

  • Da das Thema auch Eurasien ist, hoffe ich, dass es Himalaya-Birken sind. Ich sah sie mal in einem Park. Sie sind wunderschön und die Stämme sind schneeweiß, fast künstlich, wie aus einem DDR-Märchenfilm.

    Beauty matters!

  • Borealer Wald ist der Wald der nördlichen Zone. Tundren- oder alpine Vegetation ist damit nicht gemeint. Hier geht es schon um richtige Bäume. Ich mag Birken. In der modernen Landschaftsgestaltung werden sie eingesetzt, um den Eindruck von Natürlichkeit zu vermitteln. Birken gibt es in Deutschland auch als Stadt- und Parkbäume. Wie die Schlossterrassen konkret wirken werden, lässt sich bei der derzeitigen Baustellensituation kaum beurteilen. Dass sich aber bbz Landschaftsarchitekten an Konzepten moderner Gartenkunst orientieren, ist schon klar. Dabei geht es um ein Miteinander von Elementen, die natürlich wirken (wie Birken) und solchen, die künstlich wirken (wie Hecken) sowie um das Setzen von Höhenakzenten (Bäume im Wechsel mit niedrigerer Vegetation).


    Erst wurde hier im Forum endlos lamentiert, "Regula" plane eine "Betonwüste" rund um das Schloss, weil sie die Schlossfreunde ärgern wolle. Nun kommt doch einiges an Grün, und dann ist es auch wieder nicht recht. Der Entwurf stammt übrigens gar nicht von "Regula" persönlich.


    Der Berliner Dom ist an drei Seiten von Bäumen umgeben und man sieht ihn trotzdem. Ein paar Birken bilden keinen blickdichten Dschungel. Das zarte Grün der Birkenblätter und das zarte Gelb der Barockfassade könnten einen interessanten Dialog eingehen.

  • Der Grünstreifen ist schon sehr schmal. Ich verstehe nicht, dass man dort so knausrig war. Aber besser als nichts.

    Beauty matters!

  • Erst wurde hier im Forum endlos lamentiert, "Regula" plane eine "Betonwüste" rund um das Schloss, weil sie die Schlossfreunde ärgern wolle. Nun kommt doch einiges an Grün, und dann ist es auch wieder nicht recht.

    Ja, Regula bekommt einfach nicht den Dank, den sie verdient. :wink: Im Übrigen werden die meisten Teile des Schlossumfelds tatsächlich zu einer monotonen Steinwüste degradiert, das ist mittlerweile keine Neuigkeit mehr. Und das wenige Grün, das es geben soll, wird in Beton eingepfercht und ist oft nur wenig zu einem Barockbau passend.


    Das zarte Grün der Birkenblätter und das zarte Gelb der Barockfassade könnten einen interessanten Dialog eingehen.

    Sorry, aber das kann ich nicht nachvollziehen. Eine dürre hohe Birke direkt vor der Schlossfassade ist keine optische Bereicherung, sondern schlichtweg ein Störenfried, der für optische Unstrukturiertheit sorgt. Das passt einfach nicht, genauso wenig wie Erdbeersauce auf dem Schweinebraten.

    Zudem ist das Konzept, die Vegetationszonen der Erde vor dem Schloss nachzubilden ohnehin eine totale Farce, denn subtropische und tropische Pflanzen werden die knackig kalten Berliner Winter wohl kaum schadlos überleben können. eye:)

  • Zudem ist das Konzept, die Vegetationszonen der Erde vor dem Schloss nachzubilden ohnehin eine totale Farce, denn subtropische und tropische Pflanzen werden die knackig kalten Berliner Winter wohl kaum schadlos überleben können. eye:)

    Wer redet denn von tropischen Pflanzen? Südamerika ist ein sehr großer Kontinent mit unterschiedlichsten Klimazonen und Vegetation, wenngleich Humboldt auch nur den Norden bereist hat (Karte). Allein Ecuador, wo Humboldt selbst den Chimborazo fast bis zum Gipfel (6263m) bestiegen hat, finden sich zahlreiche Klimazonen aufgrund der vorhandenen Höhenvarianten, von 0 bis über 6000 m ist alles dabei. Eben so ist in Venezuela (Erkundung des Orinoco) von tropisch feuchtem bis hin zu alpinem Klima alles zu finden.

    Da wird schon was für das in Berlin herrschende gemäßigte kontinentale Klima dabei sein an Pflanzen. :daumenoben:

  • Der Grünstreifen ist schon sehr schmal. Ich verstehe nicht, dass man dort so knausrig war. Aber besser als nichts.

    Der Grundriss der heutigen Schlossterassen ist genau der der historischen Schlossterassen. Ich finde es gut, dass zumindest soweit die Schlossterassen wiederhergestellt sind. Hoffentlich werden zukünftige Generation sie aber wieder exakt rekonstruieren. Mit Balustrade, Rossebändigern, Adlersäule und allem drum und dran. :)

  • Das ist richtig, wenn man optimistisch in die Zukunft blickt . Ich hatte in meiner Bewertung diese Visualisierung. (Beitrag 43) mit Rossebändiger etc. im Kopf. Selbst die Stella Fassade wirkt aufgelockert, da die Treppen von der Mitte der Fassade Richtung Ufer führen.

    Beauty matters!

  • Heute wurde die Fläche um und zwischen den 13 Bäumen auf der Lustgartenseite wieder mit einem grauen Material belegt und mit einer Walze verdichtet. Weiß jemand was das für ein Material ist? Feiner Steinschotter? Kann da überhaupt genug Wasser für die Bäume durchkommen??

    https://cam05.berlinerschloss-webcam.de/

    Gestern war ich in dem Bereich vor dem ehemaligen Staatsratsgebäude an der Stelle, wo ebenfalls Bäume gepflanzt und der Boden mit dem grauen Material belegt wird. Es besteht aus einer Art hellgrauem Split, der aber z. T. relativ fein gemahlen ist.


    Das ist jedenfalls in gewisser Weise wasserdurchlässig.


  • Die Höhe der Balustrade an der Ostseite lässt sich nun, da die Bodenarbeiten fortgeschritten sind, tatsächlich besser abschätzen. Nach Augenmaß würde ich eine Höhe von ca. 100 - 120 cm über dem (zukünftigen) Bodenbelag schätzen. Blick durch den Bauzaun bei Portal I, Richtung Südostecke:



    Ein paar frische Blicke auf die Beete der Nordseite:



    Ich persönlich finde die Beete und auch die dahinterstehende Idee bezüglich der Bepflanzung sehr schön und freue mich auf den Tag, an dem alles fertig sein wird - es fehlen ja noch die großen Beete westlich von Portal IV.





    Die Trauerweide macht noch einen - verzeiht mir den Kalauer - etwas traurigen Eindruck. Aber das wird schon:





    Das Problem des Schlossplatzes ist aus meiner Sicht eher die Straße, die den Gesamteindruck doch beeinträchtigt. Wenigstens eine Natursteinpflasterung wäre an diesem Abschnitt der Straße hilfreich gewesen, alleine schon um den Autoverkehr etwas zu bremsen. Gegen die Pflasterung vor dem Schloss habe ich keine Einwände. Für Beete wie an der Nordseite fehlt auf Grund der Straßenführung eigentlich der Platz, und die gerade an der Südseite in der ursprünglichen Intention beabsichtigte Monumentalität der Fassade würde womöglich beeinträchtigt. Vielleicht kann man dort Kübelpflanzen hinstellen, so wie im Lustgarten. Der Neptunbrunnen wäre natürlich schön, trotz der Straße.



    Mit Domkuppel:


    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Eine Straße gab es dort auch schon früher und trotzdem passten Brunnen und Grünanlagen auf den Platz. Also kein Problem, oder?

    Schlossplatz mit Neptunsbrunnen, Berlin. Im Hintergrund das Rote Rathaus. 1900

    .Vielleicht kann man dort Kübelpflanzen hinstellen, so wie im Lustgarten. Der Neptunbrunnen wäre natürlich schön, trotz der Straße.


  • Vielen Dank für die tollen und aufschlussreichen Bilder.


    Die Sandsteinverkleidungen der Mauern an der Ostseite sehen ja grauenhaft aus.

    Man kann Ausblühungen und massive Verfärbungen erkennen, die Fugen sind unregelmässig.

    Das habe ich den Photos entnommen, wer weiss, wie es aus der Nähe aussieht.


    Ich bin mal gespannt, wie es da weitergeht.

    Auckland bei Nacht

  • Die Kuppellaterne soll übrigens Ende April/Anfang Mai aufgesetzt werden. Die Webcam soll dann wohl auf 5-Minuten-Takt geschaltet werden. Also seid wachsam!

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Während der Recherche bin ich auf folgendes aktuelles Video gestoßen: Es setzt sich einleuchtend mit der Geschichte des ehemaligen Nationaldenkmals auf der Schlossfreiheit auseinander und präsentiert einen Entwurf für die Wiedererrichtung der Schlosskolonnaden.

    Ein solcher Kompromissvorschlag (wie es beim Berliner Schloss auch einer war) könnte vielleicht sogar Erfolg haben! Denn alle hier wissen, dass eine Wiederkehr der Skulpturen vorerst finanziell leider unmöglich sein wird.

    Ich bin mir sicher, dass Lüscher und die anderen Zuständigen diesem Entwurf sogar einiges abgewinnen könnten.

    Aber seht selbst:


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  • Skulpturen können ruhig später kommen.......es wird so gesehen (tüchtig ?) weiter geplannt für die Beiseitigung der Ödniss in der Mitte.


    Wie die Frauenkirche in Dresden wird dieses Schloss bald auch sein architektonisch historisches Umfeld wiederbekommen. Ein einzelnes Schloss ist noch kein Ensemble.

  • Der Berliner Tagesspiegel hat sich am 21.04.2020 mit einem möglichen Baubeginn des Denkmal für Einheit- und Freiheit beschäftigt. Zwischen Naturschützern gibt es Streit um ein Gutachten zu Fledermäusen am Schlossplatz. Der droht, den Baubeginn des Einheitsdenkmals erneut zu verzögern.


    https://www.tagesspiegel.de/be…urschuetzer/25757090.html


    "Sobald nur eine Fledermaus mit einem Jungen in den Sockel zurückkehrt, darf nicht gearbeitet werden." Hoffentlich bleibt eine Fledermaus immer vor Ort.