Posts by Bautradition

    Sowohl am Dreieck Saatwinkler Damm / Siemensbahn (letztere die bewaldete untere Begrenzung mit den alten Bahnsteigdächern der Endstation "Gartenfeld") im ersten Bild als auch auf der Insel Gartenfeld selbst (2. Bild) sollen rund 20.000 Wohnungen entstehen. Es geht langsam, aber es geht voran.


    Beides wird angeschlossen durch den Wiederaufbau der Siemensbahn (S-Bahn) zwischen Station Jungfernheide und (vorerst End-) Station Gartenfeld. Es gibt auch Überlegungen die S-Bahn über oder unter der Insel Gartenfeld weiter bis nach Hakenfelde zu verlängern / alternativ könnte aber auch eine Straßenbahn von Spandau via Hakenfelde nach Gartenfeld und weiter zum ehemaligen TXL (ich weigere mich diesen dusseligen Anglizismus von der "Urban Tech Republic zu verwenden) geführt werden.

    Habe mir vor Ort nochmal die Stühle unter den Bäumen vom Apothekerflügel angeschaut.


    Ist echt ne nette, Sache, schönes Plätzchen zum Sitzen im Schatten.


    Die Stühle sind immer paarweise zusammengebunden. Es gibt zwei Versionen, welche zum aufrechten Sitzen, welche zum eher "Lümmeln".


    Sitzen


    Lümmeln


    Auch ein Stuhlkreis ist möglich


    Die ersten "Verschönerungen" wurden bereits angebracht und entfernt

    Ich lebe mit meiner Familie im Speckgürtel von Frankfurt am Main, wir haben eine recht gute S-Bahnverbindung nach Frankfurt. Mein Arbeitsplatz ist aber nicht in Frankfurt sonder ein Stück außerhalb. Wir haben ein Auto, das steht 6 Tage die Woche nur in der Garage. Meine erwachsenen Töchter studieren beide und brauchen und wollen kein Auto. Hauptverkehrsmittel sind Öffis und Fahrräder.


    Da es leider keine Ringbahn wie in Berlin gibt muss ich auf der Fahrt zur Arbeit in Frankfurt umsteigen und wieder ein Stück rausfahren. Eine Art Ringbahnverbindung ist in Frankfurt seit Äonen irgendwie geplant, aber natürlich nie umgesetzt worden, kostet ja Geld! Gleichzeitig hat man es aber längst fertiggebracht einen fetten Autobahnring zu schaffen, der jetzt nochmals ausgebaut wird. Geld spielt bei den Straßen halt auch in Frankfurt keine Rolle.


    Mit den Öffis bin ich in rund 40 Minuten am Arbeitsplatz. Ich empfinde die Fahrt mit der S-Bahn als angenehm, die Wagen sind modern, klimatisiert und videoüberwacht, schwieriges Publikum ist selten darunter. Ich genieße Hin- und Rückfahrt, weil ich dabei zeitungslesend entspannen kann. Über Störungen und Verspätungen ärgere ich mich natürlich auch - wer nicht.


    Die Tickets im ÖPNV in Frankfurt sind absurd teuer. Das ist sicher auch ein Grund, warum viele Leute hier das Auto benutzen. Zudem haben hier viele steuerlich privilegierte "Firmenwagen".


    Mein Nachbar hat die gleiche Strecke, fährt aber mit dem Auto, weil er dann angeblich innert 20 Minuten am Arbeitsplatz ist. Das habe ich noch nie mit dem Auto geschafft, übrigens auch nicht, wenn ich mit ihm gefahren bin. Aber das erlebe ich oft, das Autopendler behaupten, mit den Öffis dauert's ne Stunde, mit dem Auto seien sie in 20 Minuten am Ziel.


    Autopendeln kommt für mich überhaupt nicht infrage. Das Gedrängel und Gegurke im Berufsverkehr empfinde ich als stressig und häufig richtig aggressiv. Entspannung kommt dabei nicht auf.


    So hat jeder seine Wahrnehmung. Was sicherlich niemand bestreiten kann, ist, dass wir mit der aktuellen straßenfixierten Verkehrspolitik in vielerlei Hinsicht auf dem Holzweg sind. Da helfen auch "intelligente" und elektrische Autos und LKWs nicht. Die Dinger verschwenden zuviel Platz, verbrauchen viel zu viel Energie und ruinieren das Klima.


    Das bedeutet, solange uns "Scotty" nicht "beamen" kann, müssen wir alle mehr zu Fuß gehen, Radfahren und brauchen für längere Strecken einen zuverlässigen und bezahlbaren ÖV. Und wo's gar nicht anders geht, gerne auch das Auto.


    Dass das geht, zeigt uns die Schweiz. Man muss nur endlich damit anfangen.

    Der Straßenverkehr ist mitnichten zum "Nulltarif". Ich zahle KfZ-Steuer, Mineralölsteuer, Ökosteuer, CO2-Steuer (als Anteil der KfZ-Steuer), Mehrwertsteuer auf Kraftstoff. All diese Steuern muss ein Radfahrer, Fußgänger oder S-Bahnnutzer (zumindest direkt) nicht zahlen.

    Steuern sind bekanntlich nicht zweckgebunden. Sonst müssten durch die Brandweinsteuer auch Schnapsfabriken finanziert werden.


    Der ÖPNV zahlt übrigens genauso Energiesteuern bzw. Mineralölsteuer für ihre Fahrzeuge, das bezahlen die Nutzer mit durch die Tickets. Trotzdem kriegt die Bahn ihr Schienennetz nicht umsonst, wie die Autofahrer ihre Straßen, sondern muss nicht unerheblich Streckengeld (Maut) bezahlen, und zusätzlich ein Nutzungsentgelt für jeden Bahnhofshalt.

    Der Nulltarif ist bei uns ja eine Forderung der "Linken" gewesen. Natürlich ist es eine Mogelpackung. Denn von irgendwem müssen kostenlose Fahrtickets ja bezahlt werden. Schließlich kostet der ÖPNV viel an Gehältern, Wartungen, Säuberungen, Neuanschaffung von Fahrzeugen, Benzin, Strom usw.


    Du musst bei einem Nulltarif dann also kein Ticket mehr am Automat ziehen, Dir wird der Fahrpreis einfach mittels erhöhter Steuer direkt aus der Geldbörse gezogen. Und zwar unabhängig davon, ob Du überhaupt mit Bus und Bahn fährst.

    Beziehe Deine Argumentation doch einfach mal auf den Status quo im Straßenverkehr.


    Der IST nämlich schon jetzt zum Nulltarif. Oder bezahlst Du als Autofahrer irgendwo in Deutschland eine Maut oder Nutzungsgebühr? Die Straßen und dazu das Verkehrsregelungsbrimborium aus Ampeln und Schildern sind einfach da - weil sie ganz banal aus dem großen Steuertopf bezahlt werden. Und in den Steuertopf zahlen alle ein, inklusive der vielen Menschen, die kein Auto haben. Nur da stört es offenbar niemanden.


    Das Qualität und Netzwerk des öffentlichen Nahverkehrs zu wünschen übrig lassen ist eine Konsequenz aus 70 Jahren Vernachlässigung und Sparwahn parallel zu einem gepäppelten Straßenverkehrswesen in dem es nach wie vor einfach an nichts fehlt.


    Dass es anders geht zeigt ein Blick über die Grenze in die Schweiz. Dort findet man ein mustergültigiges, dichtes ÖV Netz mit attraktiven Tarifen, sauberen Verkehrsmitteln. Und die Schweiz ist trotzdem oder vielleicht gerade deshalb alles andere als pleite.

    Wenn man den gewaltigen Subventiosbetrieb Straßenverkehr nicht verteuern möchte muß man eben die öffentlichen Verkehrsmittel genauso subventionieren. Das fängt beim Nulltarif an und erfordert massiven Netztausbau. Dann kann sich das hier so oft angeführte prekäre Lieschen Müller überlegen, ob es billigst und vielleicht etwas indirekter ans Ziel kommt, oder weiter im SUV vorfährt.

    Natürlich kann man über 70 Jahre konsequente Bevorzugung des motorisierten Straßenverkehrs bei ebenfalls 70 Jahren konsequenter Vernachlässigung der Öffentlichen Verkehrsmittel nicht von heute auf morgen korrigieren.


    Aber man muss endlich damit anfangen. Und der Zeitpunkt ist jetzt.

    Also bitte: Frankfurt kann mit Dresden und Potsdam überhaupt nicht mithalten!


    In Frankfurt hat man es gerade so geschafft ein dutzend von zuvor über tausend Fachwerkhäusern in der Altstadt zu rekonstruieren, mit beachtlichem Ergebnis!


    Der große Rest der Altstadt ist und bleibt leider der übliche BRD Wiederaufbauschrott, Notdächer und Verkehrsschneisen.

    Hier sieht man mal wieder das Ost-West - Gefälle bei Rekonstruktion und Stadtbildwiederherstellung:


    Das geht, wenn überhaupt einfach nur im Osten … Postdam, Dresden, (Ost-) Berlin...


    Die alte BRD klammert sich immer noch lieber an ihren elenden Wiederaufbauschrott. Die Teilreko der Frankfurter Altstadt war eine kleine Ausnahme aber ansonsten konserviert man doch lieber mit viel Geld die Scheußlichkeiten aus der Nachkriegszeit (Schauspielhaus, Bundesrechnungshof...).


    Einfach nur traurig

    ^Da hast du grundsätzlich Recht!


    Ich finde auch nicht, dass die Straßenbahn in der Greifswalder nach dem U Bahn—Bau verschwinden sollte. Und wenn sie verschwindet, sollte der freie Platz nicht für neue Autofahrspuren verschwendet werden.


    Hier scheint es aber so zu sein, dass die Tram offenbar die derzeitigen Massen nicht mehr bewältigen kann und deshalb eine leistengsfähige U-Bahn helfen könnte.