Posts by Bautradition

    Nein, ich erinnere mich an einen ähnlichen Effekt bei einer Reko am Dresdner Neumarkt.


    Dort hieß es dann seitens eines Foristen, dass die aufsteigende Feuchtigkeit im Sandsteinsockel durchaus "historisch" und unproblematisch sei.


    Das sei bei den Originalen ebenso gewesen...

    Immer wieder freue ich mich über die wunderbaren Bilder aus Dresden.


    Die Anzahl der Kröten, die am Dresdner Neumarkt geschluckt werden mussten ist deutlich geringer als jene, die wir beim Dom-Römer Projekt in Frankfurt am Main schlucken mussten.


    Glückliches Dresden!

    Ach Gott, ist der "Standard" jetzt doch so weit unten, dass er sich seine Artikel aus "baunetz.de" holen muss (15.12.2020)?


    Inhaltlich das übliche Schlossbashing, nebenbei wird auch noch Schinkels Bauakademie aufgewischt und am Ende der geradezu verzweifelte Schlusssatz: "Architektur kann, nein muss mehr können als Rekonstruktion! " - heute eben leider nicht.

    Ich befürchte einfach nur, dass mit einer Verlagerung von Kunst-Objekte nach Afrika deren dauerhafter Bestand nicht gesichert werden kann...


    Wenn man mal nach Afrika, Indien oder Ostasien reist und sich außerhalb touristischer Enklaven bewegt, dann stellt man leider sehr schnell fest, dass an allen Ecken und Enden ein Ausverkauf historischer Kunstobjekte keine Seltenheit ist.

    Da hast Du zwar recht, es muss ja nicht nur sein, dass die wertvollen Exponate einfach verscherbelt werden. Könnte ja auch sein, dass sie von irgendwelchen Extremisten zerstört werden, siehe Palmyra, siehe Bamian ... you name it.


    Ist aber trotzdem kein wirklicher Grund, sie hier festzuhalten. Wenn sie unrechtmäßig hier her gekommen sind, gehören sie "uns" einfach nicht und die rechtlichen Eigentümer haben letztlich das Recht selbst zu entscheiden, was sie damit machen - dazu gehört auch verkaufen und kaputtmachen.


    Mit Letzterem (kaputtmachen von Kunstschätzen) kennen wir uns übrigens selbst am besten aus: Oder haben wir nicht Schlösser, Kirchen und Synagogen im Wahn in die Luft gejagt?

    Ich denke schon jetzt rückt das Humboldt-Forum die Ausstellungsstücke außereuropäischer Kulturen ins Rampenlicht. Allerdings anders als seinerzeit gutmenschlich gedacht - es durfte ja keinesfalls etwas deutsches in die Schlosshülle, bloß jein preußisches Identitätstäterätä! Es musste weltoffen sein. Die in Dahlem im renovierungsbedurftigen Museumsbau schmachtenden außereuropäischen Sammlungen kamen gerade recht. Also herbei damit ins Schloss, das Problem schien gelöst.


    Denkste!


    Nicht zuletzt die Tatsache des barocken Gewands des HuFos lässt allerhand KritikerInnen auf den Plan treten. Die Schlosshülle bleibt natürlich reaktionär und alles was darinnen ist kann ja nur von Übel sein. Das befeuert nun eine Restitutionsdebatte, die ohne HuFo sicher nicht in diesem Umfang stattgefunden hätte. Aber das Humboldtforum will ja so gerne ein Forum der Diskussion und Kontroverse sein... nun, das ist es ja jetzt!


    Wie ich uns Deutsche kenne sind wir ja gerne Weltmeister, und ganz besonders im Büßen. Das bedeutet im konkreten Fall, dass wir sicher als erste (Weltmeister!) und viel umfassender als alle anderen europäischen Kolonialisten die Exponate restituieren werden. Dann ist das gerade so bedeutungsvoll gefüllte Schloss auf einmal wieder leer... 😭


    Aberdann ist endlich Platz für die Rekonstruktion der Prunkräume 😂

    Ja, es ist tatsächlich so, dass der Boden in diesem Bereich im Vergleich zum alten Schloss abgesenkt wurde und dadurch der Effekt entstanden ist, dass man im Saal die ovalen Fenster und darüber die "richtigen" hat.


    Ist mir auch bei den Tagen der offenen Tür aufgefallen vor Ort, es wirkt in der Tat echt seltsam von innen.


    Da man es aber von außen nicht erkennt ist es mir wurscht.


    Von innen ist es sowieso zeitgenössisch und Museum. Letztendlich ist es ja im ganzen Gebäude so, dass innen und außen verschieden sind.

    Man muss sich das man vorstellen: Damals gab es mehr Platz für Autos, und die Aufenthaltsqualität war trotzdem besser!

    Es sieht ganz klar schöner aus, früher gab es aber auch weniger Autos. Hätte der Schlossplatz in seiner Form von 1920 überdauert, wäre er nun umgeben vom üblichen, üppig und hässlichen Verkehrsschilderwald, die breite Fahrbahn mit Parkbuchten, Abschraffierungen, Pfeilen usw bemalt, die Fahrbahnränder mit Blech zugeparkt.