Posts by Franka

    Das ist zwar ein beliebtes Bild, das v.a. von rechts kultiviert wird, dieser Graben liegt aber eher bei 10/90% der Gesellschaft, auch wenn sich das in den entsprechenden Echokammern immer anders anfühlt.

    Kurze Anekdote:


    Gestern am See gewesen und kam mit einer Jugendlichen aus Syrien ins Gespräch (Ich habe sie nach ihrer Herkunft gefragt. Sie kam Ende 2014 nach Deutschland, erklärte sie mir freimütig).


    Es war ein lustiges Gespräch. Ja, und leider kam auch das Thema Rassismus auf, das in aller Munde ist. Ja, sie hat Angst davor. Passiert ist ihr bislang nichts. Ihr großes Problem ist aber nicht der Rassismus, sondern ihrer Größe unter der sie litt. Sie fand sich zu groß für ihr Alter. Da ich selbst eine große Frau bin konnte ich sie aufmuntern, dass es toll ist groß zu sein. Man kann auf die Männer herunterblicken. Daraufhin mussten wir beide lachen. In Syrien sind die Männer eher klein, sagte sie mir. Dann musst Du einen von hier nehmen, hier gibt es viele große Männer entgegnete ich ihr. Daraufhin schüttelte sie den Kopf, Nein, das geht nicht. Ihrer Eltern wollen das sie mal einen Syrer heiratet


    Heinzer, das Problem dieser unüberwindbaren Heiratsschranken hörte ich schon so oft, von Türkinnen, Kurdinnen (ein Fall war sogar sehr dramatisch), Afghaninnen und jetzt auch von einer Syrerin. Glaube mir, der Graben ist nicht nur 90/10, oder Echokammer.


    In Amerika sind mir solche Probleme nicht bekannt. Man ist Amerikaner. In dieser Gesellschaft hat man gar keine andere Wahl. Amerika hat im 19. Jahrhundert innerhalb von 70 Jahren eine Einwanderung von fünfunddreißig Millionen Neuankömmlinge zu managen und zu integrieren. Das war der größte Zustrom unterschiedlicher Volksgruppen, den in der Menschheitsgeschichte ein einzelner Staat jemals verkraften musste. Deshalb musste ein gewaltiger Patriotismus etabliert werden. Ich werde hier noch einen Ausszug aus dem 19. Jahrhunderts veröffentlichen. Vielleicht als Erklärung warum es jetzt so rumort und ehemals patriotische Denkmäler eingerissen werden.

    Nicht, dass daran nichts Wahres wäre. Aber gehst du damit nicht auch ein klein wenig der Nomenklatura auf den Leim, gerätst in deren Fahrwasser? "Hass" ist doch längst zu deren Kampfbegriff geworden und steht schlicht für "Sorge" oder "abweichende Meinung". Und es gibt auch so etwas wie gerechtfertigte Empörung, und natürlich erst recht in unglücklich artikulierter Form.

    Und vergiss nicht, von wem solche Transparente geschwungen worden sind:

    "Unsern Hass, den könnt ihr haben!"

    Naja, es ist schon lange her als ich das Buch gelesen habe. Der Inhalt dreht sich die ganze Zeit um Euphemismen oder Neogolismen. Das Foltergefängnis heißt Ministerium der Liebe, politische Oppositionelle sind Gedankenverbrecher etc. Ja, eigentlich wäre es schlüssig gewesen, für die Hasswochen irgendeinen positiven Begriff zu finden.


    Franka: von wessen Twitterkanal sprichst du?

    Diese Höllenkanäle möchte ich ehrlich gesagt nicht noch bekannter machen. Beizeiten kann ich Dir per PN einen Link schicken.


    By the way, der ganze Bildersturz und das Tamtam drumherum ist doch reine Ablenkung.


    Amerika hätte weitaus größere Probleme, beispielsweise das Gefängniswesen. Die Gefängnisse sind ja in privater Hand. Im Vergleich sitzen sehr viele Schwarze ein. Ich kannte Gis die eingebuchtet waren. Das wäre ein weites Feld, um für Verbesserungen zu demonstrieren, auch für die ganzen Intellektuellen.

    Valjean Ich weiß ja, dass man George Orwell für alles und gegen alles zitieren kann, ich muss aber zugeben, dass ich auch häufiger an 1984 denke und zwar an den Umstand, dass Menschen tatsächlich ihren Zwei-Minuten-Hass wohl brauchen oder ihre Hasswochen. :aufdenkopf::kopfwand:Der Twitter-Kanal mit seinen ganzen Vulgärausdrücken und Hashtags spricht Bände.

    Columbus wird weiter landesweit entfernt.

    Robert Hughes schreibt es in dem Buch "Political Correctness" ganz gut, wie man Columbus - einst ein Mythos, eine Heldengestalt des 19. Jahrhunderts (überall wurden Statuen errichtet), heute zum einem Art Hitler in der Karavelle stilisiert - der raffgierig und von apokalyptischen Phantasien erfüllt, wie ein Virus über die arglosen Menschen der neuen Welt herfiel. Natürlich waren die Folgen der Ankunft der Europäer für die Völker verheerend. Er führte Europa nach Amerika. Aber trifft ihn persönlich Schuld daran? Hat er die Ausrottung durch Schwert und Krankheiten geplant? Zumal er aus einer Kultur Spaniens des fünfzehnten Jahrhunderts entstammte, zu dessen gottesfürchtigen Obsessionen wir keinen Zugang mehr haben.

    Zu Cooks Zeiten (Zeit der Aufklärung - 300 Jahre später) machte man bereits einen Unterschied zwischen Entdeckung und Eroberung. Zu Kolumbus Zeiten gab es das nicht. Auch bringt Robert Hughes viele Beispiele, dass es die heile Welt auch im präkolumbianischen Mittelamerika nicht gab. Mord, Folter, Materialismus, Umweltzerstörung, Sklaverei gab es schon vor der Ankunft der Europäer (Mayas, Azteken). Was die Gräueltaten der Eroberung/Besiedlung nicht in Abrede stellen soll.


    Wie auch immer: Geschichte ist nicht statisch und wird wohl immer neu interpretiert werden. So etwas wie ein letztes Wort gibt es nicht.

    Um ehrlich zu sein, habe ich schon lange gewartet, dass die Taten des Leopolds II (Belgien) aufgearbeitet werden. Millionen Menschen starben im Kongo, gestorben nur durch skrupellose Gier. Sorry, ihn muss man nicht mit Statuen ehren. Mir tut es nicht leid, wenn sie abgebaut werden.

    Anders ist die Forderung des Professors Jürgen Zimmerer

    . Das erschreckendste Beispiel hierfür ist der Hamburger Historiker Jürgen Zimmerer, der gestern in der 3Sat-Kulturzeit erneut den aktuellen Bildersturm rechtfertigte.

    Ich habe mal seinen Twitter-Kanal quer gelesen. Anscheinend wird er von den Medien jetzt durchgereicht.

    So wie ich es rausgelesen habe, geht es ihm nicht um eine Aufarbeitung, die ja schon längst statt fand. Ich wusste schon lange vorher was mit den Aufständischen in Namibia passiert ist, sondern um Sichtbarmachung in der Öffentlichkeit. Meine Güte, was ist in einem Museum nicht transparent?

    Ich bin absolut gegen seine Vorschläge.

    Was macht es mit einem Schulkind, welches jeden Tag an einer besudelten Figur, das auf dem Kopf steht, zur Schule gehen muss?

    Sieht es tatsächlich immer nur den bösen Sklavenhalter oder dringt es nicht irgendwann ins Unterbewusstsein ein, dass man einen Menschen geschändet darstellen darf?

    Ist das seine Idee zu einer humanistischen offenen Gesellschaft?

    Ach was, jetzt George Washington


    Ich zitiere einen Bericht eines Auswanderers in Amerika aus dem 19. Jahrhundert (dies zum Zeitgeist):


    "....Wenn ich in amerikanische Theatern gesessen und, weil ich mich langweilte, die Anzeigen im Programmheft gelesen habe, ist es mir oft passiert, daß ich durch den plötzlich einsetzenden Beifall der Zuschauer - rasendes Händeklatschen und Bravorufe, die das ganze Theater erschütterten - aus meiner Gleichgültigkeit herausgerissen wurde. Was geht davor? Ich blicke zur Bühne hinauf - nein, nichts Ungewöhnliches; ein Mann steht da und hält einen Monolog, eine halbe Meile lang.

    Äußerst erstaunt frage ich meinen Nachbarn, was denn da geschehen sei.

    Ja, sagt mein Nachbar und applaudiert so begeistert, daß er kaum sprechen kann, ja sagt er also, George Washington! sagt er. - Es kommt manchmal tatsächlich vor, daß der Mann oben auf der Bühne im Lauf einen Monologs den Namen George Washington nennt. Mehr nicht. Das genügt schon. Das genügt, um ganze Menschenmassen zu elektrisieren, um sie lauter lärmen zu lassen, als es in einer Kesselfabrik lärmt. Man ruft, johlt, stößt mit Schirmen und Stöcken auf den Fußboden, schießt mit Papierkugeln auf diejenigen, die nicht mitlärmen, wirft mit Taschentüchern und pfeift auf Hausschlüsseln - alles wegen des Namens George Washington! Nun sollte man doch meinen, daß man diesen Namen hören kann, ohne gleich fünf Minuten lang den Verstand zu verlieren; aber das kann man nur glauben, solange man den amerikanischen Patriotismus nicht kennt. Die Amerikaner sind in ihrem Patriotismus nämlich so eifrig, daß nicht einmal ihre Schauspielkunst der Entstellung durch diesen abgeschmackten Einfluß entgeht. Es ist Kunst, einen Monolog durch die Nennung des Namens George Washington aufzuputzen! Und es ist die selbstverständliche Bürger- und Menschenpflicht, bei diesem Namen zu klatschen, sobald man ihn hört..... "

    Haben wir schon die Mäusetürme?

    Der Binger Mäuseturm. Ein Zollwachturm Anfangs des 14. Jahrhunderts.


    Von Brego, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2048124


    (ist aber nicht stadtbildprägend. Ist es eine Themaverfehlung?)


    Der Name rührt von dieser Sage:


    Nach einer Sage ließ ihn der Mainzer Erzbischof Hatto II. im 10. Jahrhundert erbauen. Damals soll der hartherzige Bischof, als eine Hungersnot im Land herrschte, den Armen Hilfe aus seinen gefüllten Kornkammern verwehrt haben. Als sie weiterbettelten, soll er sie in eine Scheune gesperrt haben, die daraufhin von seinen Schergen angezündet worden sei. Die Schreie der Sterbenden soll er höhnisch mit den Worten „Hört ihr, wie die Kornmäuslein pfeifen?“ kommentiert haben.

    In diesem Moment kamen der Sage nach tausende Mäuse aus allen Ecken gekrochen und wimmelten über den Tisch und durch die Gemächer des Bischofs. Die Masse der Nagetiere habe die Bediensteten in die Flucht geschlagen, und Hatto soll mit einem Schiff den Rhein hinab zur Insel gefahren sein, wo er sich sicher wähnte. Doch als er sich dort eingeschlossen hatte, sei er von den Mäusen bei lebendigem Leibe aufgefressen worden.

    Diese ätiologische Erzählung war weitverbreitet und sollte den Namen des Turmes erklären. Josef Virgil Grohmann weist allen Sagen eine gemeinsame, heidnische Grundlage zu. In der Zeit der Rheinromantik inspirierte das oft gemalte Bauwerk durch seine grausige Sage auch Schriftsteller wie Clemens Brentano, Victor Hugo und Ferdinand Freiligrath. Seit dem 19. Jahrhundert wird die Sage zunehmend auch Hatto I., einem Amtsvorgänger Hattos II., zugeschrieben. Eine ähnliche Sage rankt sich – allerdings bezogen auf die Stadt Kruszwica – auch um den polnischen Fürsten Popiel.



    P.S.


    Weil in diesem Beitrag (hier) der Lauinger Schimmelturm erwähnt wurde.

    Hier die Sage dazu (Quelle)


    Die Sage erzählt: es war um die Zeit des Albertus Magnus, als im unteren Brunnental ein außergewöhnliches Fohlen zur Welt kam. Aus dem Füllen wurde ein gewaltiges Roß. Fünfzehn Schuh soll es lang gewesen sein. Und merkwürdig: Niemand durfte sich ihm nähern, nur von einem kleinen verkrüppelten Knecht ließ es sich pflegen und reiten.

    Einmal wurde der Lauinger Bürgermeister plötzlich schwer krank. In der ganzen Stadt war aber kein Arzt. In der Not dachte man an den heilkundigen Pater Severin in Donauwörth. Wie aber sollte man ihn hierher bringen? Da bot der Knecht seine Hilfe an. Sofort schwang er sich auf das riesige Tier und sprengte durch die Straßen, dass die Funken stoben. Da versperrte ein mit Heu beladener Wagen das Stadttor gegen Dillingen. Schnell besonnen riss das Knechtlein das Pferd zur Seite, feuerte es an und mit gewaltigem Sprung setzten Roß und Reiter über die Stadtmauer und den Graben hinweg. In wildem Galopp ritt der Knecht nach Donauwörth, nahm den Klosterbruder hinter sich aufs Pferd und sprengte zurück. Die Hilfe kam eben noch zur rechten Zeit, der Bürgermeister wurde gerettet. Zum dauernden Gedenken ließen die Lauinger das Bild des Wundertieres an den Hofturm malen.

    Kreisheimatpfleger i.R. H.J. Seitz deutet die Sage als Erinnerung an den achtfüßigen Schimmel Sleipnir, auf dem Wodan, der oberste Gott der Germanen, ritt. Wenn zur Winterszeit, vor allem in den zwölf Rauhnächten, der Sturm durch die Nacht tobte, dann sprengte nach dem Glauben der Alten Wodan an der Spitze der Toten im wilden Gejäg durch die Lüfte. Als nach der Völkerwanderung Missionare ins Germanenland kamen und das Christentum brachten, wurden die heidnischen Gottheiten zu Kobolden und Hexen. In unserem Falle verwandelte sich Wodan in den kleinen missgestalteten Knecht und aus dem Pferd Sleipnir wurde der Riesenschimmel.

    Maecenas die Farbe blau ist die Farbe der Moderatoren. (Deinen Beitrag habe ich editiert).


    Vielleicht ist einfach auch nur die Zeit vorbei, in der man Menschen durch ein Denkmal würdigt. Welche berühmte Person hat denn zuletzt ein Denkmal in Form einer menschlichen Gestalt bekommen.?Mir fällt nur das Willi-Brandt-Denkmal in Nürnberg ein. Der Platz hat aber nichts ehrfürchtiges an sich.

    Betrüblich ist, dass man solche radikalen Ansichten wie sie der Hamburger Professors vertritt, als Einzelmeldung auf der Seite stehen lässt. So hat man das Gefühl, dass diese Meinung tatsächlich breit getragen wird.

    Ich muss in dieser Hinsicht Heimdall Recht geben. Bitte so wenig Drittes Reich wie möglich, außer es hat konkret mit Architektur zu tun. Eine offene Diskussion bringt uns da in Teufels Küche. Da reicht ein herausgerissenes Zitat und das Forum muss geschlossen werden.

    Die „Amazone zu Pferde“ erschuf der Berliner Bildhauer Louis Tuailllon. Sie hält mit der rechten Hand eine Doppelaxt. Die Amazone rührt von einem kriegerischen Frauenvolk der Antike her, die auf ihren Rössern ohne Sattel dahinjagten.


    (By the way, in der nordischen Mythologie ist die Frau engstens mit dem Pferd verbunden. Das sieht man in den Bestattungen von Königinnen mit ihren Pferden, den reitenden Göttinnen Holda, der Stallgöttin oder Gode, als wilde Jägerin oder die Botin Gna mit ihrem Ross „Hufwerfer“. Die Walküren waren die Schildjungfrauen Wodans und seine Lieblinge und Kampfgenossinnen. Laut Völuspa hielten sie Schilder und warfen Lanzen. Die berühmteste Walküre ist Brundhild.. die Maid unter Helme, die vom Walfelde Wingskornin ritt.")

    Kaoru Danke für Deinen Mut! Graffiti empfinde ich ja immer als bedrohlich, weil sie so schrill und laut wirken. Mit dem Chaos kommt der Verfall. Als Fotomotiv sind sie natürlich toll.

    Früher wollte ich immer die Beelitz-Heilstätten fotografieren. Leider habe ich es nie geschafft. Zum Teil wurden sie verkauft und das Areal kann nicht mehr betreten werden. Der andere Teil zerfällt wohl, so die letzten Informationen, die ich darüber habe.