Posts by Franka

    und darüber findet sich ein in den Himmel strebendes Metallgestänge (zu sehen im zweiten Marktplatz-Entwurf).

    unterdessen ich dieses vertikal gerichtete Element honoriere.

    Nürnberg hatte einst mal eine so feingliedrige Silhouette, wie ein Spitzengewebe :love:

    Der nach 1945 begonnene Wiederaufbau hat korrekt begonnen und wurde für vielleicht 10 Jahre beibehalten. Wichtige Denkmäler wurden wiederhergestellt und die wesentlichen Plätze und Silouetten kamen ins Stadtbild zurück.


    Ab Mitte der 1950'er verwarf man immer mehr Rekonstruktionen zugunsten eines zeitgemäßen Neubaus (bspw. das Pellerhaus, aber auch Grolandhaus, etc). Das bis dahin geleistete konnte in vielen Fällen seine Wirkung nicht mehr entfalten, da durch fehlende Rekos der historische Bezug fehlte. Gleichzeitig sind ja sogar noch weitere historische Häuser weg gekommen. Die Weiterverfolgung des vielversprechend begonnenen Wiederaufbaus war zu dieser Zeit im Grunde verworfen worden.

    Meinst Du? Meiner Meinung stand da schon längst die Ära gesichtsloser globalistischer Rasterarchitektur in den Startlöchern. Es gab zwar 1947/46 einen Architekturwettbewerb in der der Architekt Gutschkow den Hauptmarkt orginalgetreu wiederaufbauen wollte, das Rennen machte beim Rathausneubauwettbewerb (1951) der Architekt Kurt Schneckendorf.


    Ein Rasterformiger Kubus (zumindest noch mit Sockel!+ flachem Walmdach)



    Hier der preisgekrönte 2. Sieger. Standartmuster zeitgenössischer Architektur. (Architekt Bickel)



    (die Metallzinken gefallen mir sogar)

    Trotzdem ist Nürnberg für mich, in seiner Gesamtheit gesehen, eine schöne Stadt, die in ihrer Bedeutung und mit ihren Bauwerken sich immer noch weit über viele andere Städte erhebt. Und man spürt einen "Geist der Geschichte", den man nur in uralten, bedeutenden Städten erlebt (ich spüre ihn z.B. auch in Köln).


    Ich erlaube mir, hier nochmal auf meinen letzten Rundgang dort vom April 2019 zu verweisen: RE: Nürnberg (Galerie)

    Die Galerie ist wirklich sehr schön, die Du eingestellt hast. Ja, man kann sich daran erfreuen. Die gleiche "Masse" an Bildern bekomme ich aber auch, wenn ich durch Weißenburg spaziere oder durch Spalt.

    Man darf nicht vergessen, dass bis zur Zerstörung 1945 die Altstadt von Nürnberg die besterhaltene mittelalterliche deutsche Großstadt war mit dem riesigen Areal von 160 Hektar. Nürnberg hat anderthalb Jahrhunderte lang geradezu als Verkörperung der alten deutschen Stadt gegolten. Das Wort "Alt-Nürnberg" war ein Begriff für Generationen von Bildungreisenden - nicht anders als Florenz für Italien steht, als Variante der europäischen Kultur.

    War es bereits Anfang 2000 als in den Medien das Schreckgespenst einer schrumpfenden Bevölkerung ausgerufen wurde?. Das habe ich nie so empfunden. In einem hochtechnisierten Land ist der einzelne Mensch viel produktiver als früher. Um 1800 haben ca 80% noch in der Landwirtschaft gearbeitet.

    Zeiten ändern sich.

    Ich wohne in einer Boomregion und mein Kind (1.Klasse) geht in einem neu aufgestellten Container in die Schule bzw. in den Hort, weil die Infrastruktur mit dem Zuzug nicht mehr mithalten konnte. Was ist jetzt besser?

    (Aus einem Artikel der NZ am 30. 01.1993)von Eckehard Meister: Die dritte Zerstörung Nürnbergs - Erst kam der Krieg, dann die Abrißbirne - und dann die Bauwut der Stadtplaner)


    "Die Konzeption der Stadtverwaltung seit dem städtebaulichen Ideenwettbewerb von 1947 war klar:


    1: Wiederaufbau der total zerstörten Teile der Altstadt unter Berücksichtigung der sozialen und hygienischen Forderungen nach modernen Gesichtspunkten.

    2. Ergänzung und Wiederinstandsetzung schwer beschädigter Gebäude bei genügend alter Bausubstanz

    3. Kein Wiederaufbau total zerstörter Gebäude. Verzicht auf Kopien.


    Aber! Da es nie einen Mengenbegriff gab, wieviel Orginalsubstanz zur Wiederherstellung nötig sei, es nie zu einer genauen Definition des Begriffes "erhaltenswert" kam (die Mühe der Erstellung eines genauen Punktekatalogs machte man sich erst nicht), nie strenge Ortssatzungen aufgestellt wurden, niemals bedeutende Zuschüsse der öffentlichen Hand an Privatbesitzer von historischen Gebäuden gezahlt wurden, ihre Häuser wieder denkmalgerecht instandzusetzen, Baugenehmigungen verweigert und unzulässig verzögert wurden, entstand am Restbestand der historischen Altstadtgebäude ein unermesslicher Schaden. Selbst bei höchstem historischen Wert wurde oft nicht restauriert. "


    Er zählt dann auf:

    Keine Rekonstruktion des Pellerhauses, keine Rekonstruktion des berühmten Welserhofes, die Fleischhalle wurde nicht wiederaufgebaut.

    1963 fiel eines der größten erhaltenen Fachwerkhäuser aus dem Jahr 1484 für das Amtsgebäude der Stadt in der Theresienstraße/Tetzelgasse der Spitzhacke zum Opfer, 1963 musste für den Neubau der Deutschen Bank das einzige Nürnberger Haus mit erhaltener Rokokofassade und weltberühmten Arkadenhof mit Skulpturen von Adam Kraft aus dem Jahr 1498 weichen, Höfe, Chörlein, Türen, Fassaden, einfach alles zerstört. von 330 geretteten historischen Einzelhäusern fielen bis heute etwas 90 dem Abbruch zum Opfer. Erst durch die Altstadtfreunde konnte seit 1973 diesem brutalen Vorgehen Einhalt geboten werden.


    Ein Architekt und Mitglied im Kuratorium für den Wiederaufbau der Stadt Nürnberg erklärte 1953:


    "Wir können keine Nürnberger Architektur betreiben. Diesen Begriff hat es noch nicht gegeben und wird es auch nicht geben"


    Es gab nur eine maßstäbliche Anpassung, also eine Anpassungsarchitektur die gekennzeichnet ist, durch "eintönig wirkende Fassadenfolgen, gesichts- und charakterlosen Neubauten, armselige Dacharchitektur, Abkehr von Sprossenfester, Missachtung der Umfeldgestaltung und einen fatalen Hang zu spießiger Mediokrität...."


    Die Bautradition des Nürnberger Altstadthauses:


    - traufseitig zur Straße gestelltes Haus

    - zwei - bis dreigeschossig

    - steiles Satteldach

    - Fassade Sandstein oder Teilfachwerk

    - Erker

    - Dachgauben

    - Chörlein

    - Innenhof mit Laubengängen

    - Rückgebäude)

    wurden nur selten in hohger Qualitiät fortgeführt.


    Er führt dann noch auf:

    "Welche Möglichkeiten für den modernen Wohnbau hätten sich dabei eröffnet: zum Beispiel Dachausbau im steilen Satteldach, wobei ein gut dimensionierter Erker für diese Dachwohnung einen unschätzbaren Wert hätte - Schaffen ruhiger, intimer, begrünter Räume in den "Hinterhöfen" - offene Laubengänge - usw. usw...

    Diese Grundidee



    Will man echte Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung, muss man neue Wege gehen. Wir machen Befragungen unter den Anwohnerinnen und Anwohnern, Veranstaltungen und Workshops vor Ort, bieten ergänzend digitale Formate an, die zeit- und ortsunabhängig sind. Schwer ansprechbare Gruppen werden auch gezielt angesprochen und Begehungen mit ihnen gemacht, um auch ihre Perspektive einbeziehen zu können. Sogenannte Sozialraumanalysen im Vorfeld von Platzumgestaltungen ergänzen das Ganze. Auch muss man das Verhalten der Nutzenden nach der Realisierung beobachten. Halten sich jetzt beispielsweise mehr Mädchen oder Frauen dort auf? Wir haben auch einen Wegekettencheck für unterschiedliche Alltagsmuster entwickelt, um städtebauliche Entwürfe zu überprüfen.

    unterstütze ich.

    Ich verstehe nur nicht, dass mit solchen Vorsätzen so etwas dabei herauskommt. Das passt nicht zusammen.


    Ich besichtigte gerade von aspern development die Barbara-Prammer-Allee. Einfach grauenhaft. (hier)

    Ich würde mir dann wenigstens Argumente erhoffen, wie es ohne Anreize, Regulierung oder Marktmechanismenförderung gehen soll.

    Und das ist der springende Punkt. Welche Regulierungen sind sinnvoll. Ich lebe mit meinen beiden Kindern in einem viel zu großem Haus. Mein Großvater baute es. Energetisch ist es eine Katastrophe. Dazu kann ich es nicht Teilvermieten, da sich die Zimmer galerieförmig am Treppenhaus anordnen. Es ist ein offenes Treppenhaus (welches aber wunderschön ist).

    Ich würde mich liebend gerne verkleinert. Alle meine Freunde sagen, dass das Haus viiiiiiel zu groß ist. Ich will raus und kann es nicht, da ich auf dem Mietermarkt mit dem Sozialstaat konkurriere und den Kürzeren ziehe. Für eine teure Wohnung fehlt mir die Kohle, auch wenn ich mein Haus vermieten würde, da ich Rücklagen bilden muss, um mein Haus zu sanieren. Und das Ganze wird in Zukunft nicht billiger werden.


    ( Zeno das beantwortet auch Deine Frage. Ich will weg aus dieser Gegend (Richtung Altmühltal :love:) und habe die Hoffnung den Absprung zu schaffen, von daher ist mir Amazon egal).

    Fachwerkliebhaber über die zersiedelte Landschaft habe ich bereits ein Strang im petto. Bayern erfuhr ein extremen Bevölkerungszuwachs und das wirkt sich sichtbar auf die Landschaft aus. Mini-Dörfer fangen zu wuchern an, wo sich Neubaugebiet an Neubaugebiet aneinanderreihen. Am Rande gibt es dann ein Getränkemarkt und ein Rewe mit großem Parkplatz. Auf der anderen Seite steht dann vielleicht ein Gemeindehaus.

    Marktplatz? Orte für Begegnungen? Fehlanzeige.

    Hier ein Link von Synagogen Synagogen (alemannia-judaica.de)


    "Auf dieser Seite findet sich eine Übersicht über die (früheren und bestehenden) Synagogen und Betsäle unserer Region. Von hier aus gelangen Sie durch Anklicken der Ortsnamen zu Unterseiten zu den einzelnen Gebäuden dieser Orte mit Fotos und weiteren Informationen bzw. über direkte Links zu Informationen auf anderen Seiten im Internet. "

    ja, aber ich muss Tegula insofern Recht geben, dass man immer auch an den Verein denken sollte, wenn man in die Tasten haut. Die Meinung der Forumsmitglieder entspricht nicht der Meinung des Vereins. Das steht so in den Forumsregeln. Trotz allem bewertet man uns auch, welche Aussagen wir zulassen und welche nicht. Deshalb wäre es mir lieber, dass die Forumsmitglieder auf Aussagen ohne Themenbezug und ohne Begründung verzichten.

    Quote from Frank Steinmeier

    Wir Deutschen stehen dem Kaiserreich heute so beziehungslos gegenüber wie den Denkmalen und Statuen von Königen, Kaisern und Feldherren aus dieser Epoche. Sie sind hier in Berlin und an vielen anderen Orten zwar im Stadtbild präsent, aber sie entfalten keine prägende Kraft. Es scheint eine stumm gewordene Kulisse zu sein, die den meisten nichts mehr sagt.


    Ich arbeitete als junge Frau jahrelang als Hostess und Chauffeur auf der Frankfurter Messe und hatte auch die Aufgabe, nach der Messe noch paar Tage Zeit mit meinen ausländischen Gästen zu verbringen. Es war immer ein voller Erfolg: Denn ich zeigte ihnen den Rhein, das Niederwalddenkmal, das Deutsche Eck, preußische Burgen und ALLE, - ob Norweger oder muslimischer Indonesier, wirklich alle waren sie vom Kaiserreichs begeistert. Diese Statuen

    haben sie sehr beeindruckt. Nur den Wein wollten nicht alle trinken ("No, No, Allah sees everything ").

    Wie auch immer, meine Erfahrung war, dass Relikte des Kaiserreichs etwas Verbindendes, etwas Integratives hatten und nichts Trennendes.


    (Komischerweise gab es auch einige Kohl-Fans, da ging es dann weiter nach Deidesheim..., aber das ist wieder eine andere Geschichte).

    Liebe Forumsmitglieder,


    es ist wieder so weit, wir brauchen Euer Schwarmwissen das Gebäude des Jahres für 2020 zu finden.

    Bitte reicht Eure Vorschläge bis zum 14. Dezember hier ein.


    Nebenbei bemerkt, der Preis für das Gebäude des Jahres 2019 (Herrnhut) wird coronabedingt erst am 9. Januar 2021 vor Ort übergeben.


    Ich bedanke mich jetzt schon für Eure Hilfe!

    Wir freuen uns auf Eure Vorschläge. <3

    Ja, die Architektur hat sowas Michael Endes - mäßiges. Das "Nichts", das sich um den ganzen Globus ausbreitet.