Posts by Franka

    Also wenn das das angebliche Problem ist, ist ja alles super. Einfach immer alle Leute rechtzeitig warnen. Hammer. Wir haben endlich die Lösung auf die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte gefunden. Wahnsinn.

    ich glaube nicht, dass Deutschland es schafft, innovative CO2 arme Konzepte zu entwerfen, die Nachahmer im Ausland (beispielsweise China) finden. Sorry, da ist das Vertrauen nicht groß. Das Klima wird sich wandeln. Deshalb halte ich es nicht verkehrt, Maßnahmen zu entwickeln, mit dem Wandel umzugehen bzw. mit dem Wandel zu leben

    Ich finde es sehr faszinierend, wie immer noch von einigen mit aller Gewalt versucht wird, die Augen vor den Tatsachen zu verschließen. Das ist ja auch eines jeden Menschen gutes Recht. Viele tun sich mit Veränderungen und dem Einsehen eigener Fehler ja sehr schwer. Und Unbekanntes bzw. (mittlerweile) Unabwendbares ist immer mit großen Ängsten behaftet. Von daher kann ich verstehen, dass man immer und immer wieder betont, es gäbe keinen menschengemachten Klimawandel und früher hätte es ja auch schon geregnet (wenn ich das schon höre... Aber ich nehme an, diejenigen wissen es nicht besser und wollen es auch partout nicht besser wissen) bli bla blub. Es ist nur leider ziemlich erbärmlich und mittlerweile auch lächerlich. Konstruktiv wäre es, endlich auf die Wissenschaft zu hören und bei sich im Kleinen mit einem Wandel anzufangen.


    https://www.nationalgeographic…etter-seit-2012-jeden-tag


    P.S.: Oben genannte Fehler wie Flächenversiegelung, Ausweisen ungeeignete Baugrundes oder Zerstörung von Retentionsflächen durch Flussbegradigungen etc. potenzieren dies alles selbstverständlich!

    Kann ich Dir so nicht zustimmen. Das Problem ist, dass der Klimawandel mittlerweile stark für allerlei Themen/Akteuren missbraucht wird. Stichwort Neubauer vs. Maaßen. Geht es da noch um die Wissenschaft? Ich würde mir mehr Zurückhaltung wünschen.

    Und um beim Thema zu bleiben. Ich bin ein Flusskind und interessiere mich für Vögel. Für mich ist die bewusste Zerstörung von Retentionsflächen, Auenwäldern eine riesengroße Sünde gegen die Natur. Im Nahetal wurden deswegen Polderlandschaften angelegt, welches wiederum ein Ärgernis für die Bauern ist.


    Man sehe sich einmal dieses grauenhafte Luftbild an - sehr viel Sickerflächen gibt es da nicht mehr. Die Ackerböden werden auch entsprechend verdichtet sein. Letztlich eine "Landschaft" des Grauens.

    :thumbup: Eine Landschaft des Grauens. Ja, in vielen Gebieten Deutschlands. ;(;(;(;(;(

    Beides sehe ich anders. Je entwurzelter Jemand ist, desto weniger verbindet ihn die Geschichte und die bauliche akute Lage einer Stadt mit seiner Biografie. Warum sollte ich mich in einer mir völlig bis vor kurzem unbekannten Stadt, einem relativ unbekannten Land niederlassen und dann leidenschaftlich für den Erhalt von womöglich mir vollständig nicht eingängigen Bauformen mich einsetzen? Da hat auch der bildungsfernste Deutsche per Geburt hier ganz andere Voraussetzungen, dazu gehört aufwachsen in regionaltypischen Stilen, gute Kenntnis über örtliche Bedürfnisse, wie z.B. nach Nachhaltigkeit, etwas das in manchen Ländern heute noch völlig unbekannt ist, schulische Bildung zur lokalen und nationalen Geschichte, Schulbesuche in örtlichen Museen und insgesamt natürlich das ganz natürliche Selbstverständnis hier seine dauerhafte Heimat zu haben.

    Findest Du? Es liegt doch immer an dem Einwanderer selbst ob er sich in einem Land engagieren möchte oder nicht, genauso auch der Alteingesessene. Es kommt natürlich auf das Motiv an, warum man in einem Land einwandert. Ist es das Geistesleben, was einen fasziniert und man unbedingt dazugehören möchte oder ist es die herrliche unberührte Natur? Oder ist es das einzige Verlangen, sich materielles Wohlergehen zu schaffen? Oder beschränkt sich das nur auf den Konsum, was einem mit dem Land verbindet. - das beste Schnäppchen beim Aldi gemacht zu haben, da kenne ich einige Alteingesessene, trotz schulischer Bildung.

    Man könnte fast einen eigenen Strang dazu eröffnen. "Graswurzelbewegung" versus "man fegt die Treppe von oben herunter"

    Ihr habe ja alle Recht.

    Ich denke dass eine Graswurzelbewegung Sinn macht, wenn man ein Gebäude retten möchte, wenn es gegen Abriss geht oder Erhalt.


    Aber eine (in unserem Sinne) "Kultureigentümlichkei" zu entwickeln, die grundsätzlich auf schönes Bauen, auf neue Ideen setzt, kann nur Wurzeln schlagen, wenn es von oben bestimmt und verlangt wird.

    Dazu sind die Politiker, egal welches Colour viel zu selbstzufrieden, nicht bereit. Ja, man lässt vielleicht eine schöne Fassade zu, wenn es Geld bringt. Aber ansonsten begrüßt man das Aufgerissene und Unharmonische. In Nürnberg sitzt leider der gleiche Filz.

    Aber über diese Punkte kann man zumindest diskutieren. In Deinen Ausführungen gehst Du aber im wesentlichen darauf ein, was vom Kaiserreich aus Deiner Sicht heute zu übernehmen wäre.

    Dazu zitiere ich Heimdall


    Ich verstehe die Elemente heute nur etwas anders. Bzw. sie müssten neu definiert und entwickelt werden

    Ich sehe auch das Kaiserreich als Ideengeber, die man weiterentwickeln könnte. Natürlich könnte man den Staat, so wie er damals war, nicht auf die BRD aufpfropfen.

    Aber man könnte diese positive Grundhaltung aufgreifen, wie auch immer, anstatt diese Epoche als Wurzel allen Bösen zu sehen. Wobei es auch böse Elemente gab.


    Das sind doch - allein schon von der Umsetzung - vollkommen utopische Vorstellungen und Anforderungen.

    Wer soll die mitbringen? Etwa ein tatsächlich im Zölibat lebender katholischer Priester, Nichtraucher mit Alkoholabstinenz. Dazu noch Mut und Demut...wohl klingende, unbestimmte Begriffe, über die es in der Gesellschaft völlig verschiedene Vorstellungen gibt.

    Also ich habe Heimdalls Ausführungen nicht als zu Ende gedachten Vorstellungen verstanden, die man jetzt sofort konkret umsetzen könnte.

    Ich habe auch den Wunsch von mehr "adelige Seelen" in unserer Gesellschaft, Zweifler, Lichtsucher ;)

    Nein, das kann man in Deutschland heute eben nicht mehr. Man riskiert seinen Job und seine Karriere, wenn man das tut und darf dann ggf. von Hartz4 leben. Das hat mit "Widersprechen" nichts zu tun. Ich kann, ehrlich gesagt, diesen Müll nicht mehr hören: "Wir haben Meinungsfreiheit. Man muss halt damit rechnen, dass andere einem widersprechen."
    Das ist pure Ideologie. Die Realität sieht so aus, dass einem nicht widersprochen wird, sondern dass man seinen Job, seine soziale und berufliche Existenz verliert.

    Da ich Philon persönlich kenne, muss ich ihm schmerzlich Recht geben. Ich arbeite in der IT und kann mir meine Meinungsfreiheit erlauben. In anderen Bereichen geht es leider nicht mehr. Ich habe es damals mitbekommen, die E-Mails gelesen und weiß was Philon meint. Und es ging damals nicht um krasse Ansichten. Natürlich kann man sich freuen, dass es einen selbst nicht betrifft, aber man trägt es mit und es belastet.

    Pagentorn bitte bleib! Lass Dir doch den Spaß nicht verderben. Das Kaiserreich hat eben im Mainstream ein ultra schlechtes Image (Militarismus, Machtstreben....) Deshalb fand ich erfrischend, mal etwas anderes zu lesen, auch wenn ich nicht jeden Beitrag/Hypothese verstanden habe. Mir hat die Kaiserreichparty gefallen, trotz Bedenkenträger :wink:

    Nicht böse sein, wenn ich den oder anderen Beitrag zensiere. Aber man kommt sonst vom Hundertste ins Tausendste.

    Ich stelle mir immer die Frage: Was war das Markenzeichen des Kaiserreiches?

    Dabei streite ich nicht ab, dass es widerliche Hotelbesitzer gab, auch ignoriere ich nicht das Unrecht von grausamen imperialistischen Taten.

    Der Imperialismus ist eine Geisel der Menschheit und alles demonstrieren nützt bis heute nichts.

    Aus heutiger Sicht hätte man Minderheiten besser behandeln können. Wobei ich das Gefühl habe, dass sich in dieser Zeit keiner groß etwas schenkte. Man beachte die panslawistische Bestrebungen.

    Und damals würde ich lieber als Angehöriger der wohlhabenden jedoch missachteten polnischen Intelligenz in Kaiserreich leben, als ein Ruthener unter der polnischen Oberschicht in Galizien. Auch möchte ich nicht wissen, wie das Leben als Pole unter russischer Herrschaft verlief.

    Bitte nicht wieder Würzburg.

    Apropo Statistik:

    Aus dem Buch: Pünktlich wie die Eisenbahn? Johann-Günther König

    "Für die preußische Eisenbahnen, über die ausführliche Statistiken vorliegen, galten bis zum Ersten Weltkrieg nicht etwas sekundengenaue Werte oder die heute von der Deutschen Bahn genutzten 5:59 Minuten als Grenzmarke zum Befund einer Verspätung, sondern für Schnell und Coupierzüge gleich zehn Minuten, für Personenzüge zwanzig Minuten und für gemischte Züge dreißig Minuten.

    1857 zum Beispiel wurden auf den preußischen Bahnen 206371 Züge in 779656 Stunden Fahrzeit expedirt. Ihre Verspätungen betrugen in dem ganzen Jahr 7027 Stunden, 41 Minuten oder 1 Prozent der Gesammtfahrzeit inkl. Aufenthalte. Heutzutage sammeln sich bei der Deutschen Bahn täglich über 7900 Stunden Verspätungen an und werden seit Jahren gut zwanzig Prozent aller Halte der täglich rund 40000 Züge nicht pünktlich erreicht. Der Vergleich steht hier gleichsam auch zur Demonstration dafür, wie schwer die In-Beziehung-Setzung historischer und aktueller sowie übrigens auch nationaler und internationaler Pünktlichkeitsquoten"

    Dies als Aufhänger was die Kriminalstatistiken betrifft. Und ja, ich erwarte, dass die Kriminalität bei einem Sozialstaat wie dem unseren zurückgeht. Jeder Mensch in Deutschland hat ein Anrecht auf ein Dach über dem Kopf ( und sei es nur ein kleines Zimmer in einem ehemaligen Hotel weit draußen) und ein Anrecht auf genügend Nahrungsmitte. Die Grundversorgung ist gegeben und für Habenichtse ist es heute sicherlich weitaus besser als im Kaiserreich. (Ich möchte aber nicht wissen was passiert, wenn der Sozialstaat wackelt, wird es dann auch Gated communitys geben wie in den USA?).. Amokläufer gab es damals jedenfalls noch nicht, aber andere Formen von Kriminalität. Die Frage ist nur die, ob man das hier behandeln muss?

    Ich habe alle Beiträge entfernt, die auf Pagentorns provokanten Beitrag eingegangen waren. (Fragen zur Wahl) Sowohl auch alle Beiträge entfernt, die aktuelle politischen Ereignisse beleuchten. Die Beiträge über irgendwelche (???) Schusswaffen ohne Belege/Beispiele wurden auch entfernt. Wir drehen uns Kreis. Es tut mir leid, wenn auch erhellende Beiträge deaktiviert werden mussten. Sie können gerne an einer anderen Stelle gepostet werden.

    Mir erscheinen sie doch meist von einem sehr naiven Geschichtsbild zu zeugen. Eine Aneinanderreihung von Einzelnen für sich durchaus positiven Errungenschaften des Kaiserreiches, aus dem Zusammenhang gerissenen Äußerungen von historischen Personen und fiktiven alternativen Geschichtsverläufen hat eher etwas mit einer Dauerwerbesendung als mit quellenbasierter historischer Forschung gemein.

    Um ehrlich zu sein, darüber zerbreche ich mir auch den Kopf. War das Kaiserreich eine glückliche Gesellschaft? Ab wann ist eine Gesellschaft glücklich. Oder gab es je in der Geschichte eine glückliche Gesellschaft? Das wäre eine philosophische Frage an Philon :wink:

    Lokale Paradiese gab es ja schon immer, sei es in irgendwelchen Gemeinschaften, Klöster... etc. Ich habe nur das Gefühl, dass im Kaiserreich besonders viele kleine Miniaturparadiese möglich waren, über die irgendwie eine schützende Hand gehalten wurde. Und ja, es ist eine Aneinanderreihung von Emotionen, wenn man an dieser herrlichen Architektur vorbeischlendert oder ein schönes Buch aus dieser Zeit aufschlägt.

    Mich fasziniert vor allem diese unglaubliche Lebensfreude aus dieser Zeit.

    Beispielsweise, wenn man "Besonnte Vergangenheit" von Carl Ludwig Schleich liest, ist man zwar erschlagen von Pathos und Kitsch, aber seine Kindheit muss in absoluter Glückseligkeit verlaufen sein. Und zwar nicht im materiellen Sinn, sondern in seiner liebevollen Umgebung und in seinen Naturerlebnissen.


    Auch im Buch von Hans Graf von Lehndorrff "Menschen, Pferde, weites Land" schimmert das Kaiserreich ab und zu durch.


    Drei Brüder Lehndorff


    Landstallmeisterhaus, Trakehnen

    Wenn ich den Strang lesen möchte, dann erwarte ich einen Rückblick aufs Kaiserreich. Niemand hat etwas dagegen, wenn man geschichtlich ausholt. Aber teilweise ist es echt eine Zumutung irgendwelchen Unterstellungen nachzugehen, die reihenweise hier gepostet werden.

    Elbegeist dann kannst Du ja nachfragen, wie das gemeint ist oder der nach Beispielen fragen. Es wurde ja bereits darauf eingegangen. Aber pures Dampfablassen will ich im Forum nicht haben.

    Bitte kommen wir wieder zur Architektur und Schönheit zurück. Gegen kleine Hintergrunddiskussionen sagt kein Mensch was. Aber alles mit Maß und Verstand.

    Beitrag entfernt. Es geht im Strang um Betrachtungen. Nicht darum, ob man negativ oder positiv betrachten darf/soll. @Elbgeist ich bitte Dich dies zu berücksichtigen. Deine Beiträge wiederholen sich.

    Beiträge mussten wieder entfernt bzw. verschoben werden. Bitte gibt Euch mehr Mühe mit Euren Beiträgen!

    Zweisatz-Beiträge alla "früher war alles doof und heute ist alles besser" (oder umgekehrt) oder allgemein politische Aussagen werden entfernt. Reines Dampfablassen/Gejammer langweilt.

    Vergleiche sind erlaubt, aber bitte mit Themenbezug, Quellen und Beispielen.

    Die ganze Diskussion über Schuldfragen, gibt es eine Kollektivschuld? Haftungenetc. hatten wir bereits. Link füge ich noch ein.

    Bitte Diskussion darüber beenden.

    Ich denke mal, dass keiner hier - egal welcher politischen Richtung - will, dass Menschen unschuldig sterben.

    Ach, nach gehöriger Forumsabstinenz meinereits muß ich feststellen, daß hier es wie eh und je abläuft.

    Und mich ärgert es, wenn man sonst im Forum architektonisch nichts beiträgt, dann hereinschneit und solch ein Fass aufmacht.

    Soll man alle darauffolgende Beiträge entfernen oder lässt man sie stehen? Es geht ja um einen Rückblick im Guten wie im Schlechten.

    Allerdings ist es ja nicht so, dass das Thema ein heißes Eisen wäre. Und man darf nicht vergessen, wir sind ein Architekturforum. Ich möchte wissen wie die Parameter gestellt waren, dass gute Architektur damals möglich war.

    Und das andere, wiki hin oder her, ich teile jedenfalls nicht die Erfahrung, dass man Gegner oder Befürworter des Imperalismus einer politischen Richtung zuordnen kann. Das Thema ist bis heute aktuell.


    Es wäre auch ein Wunsch, nicht auf bereits veraltete Beiträge einzugehen. Wenn man die Diskussion verpasst hat, selberschuld. Dann muss man sich vorher überlegen, wenn man in eine Diskussion einsteigt. Dieses ständige Springen von einem Thema zum anderen ist anstrengend zu lesen.

    Und auch ich bin wieder auf's Kaiserreich gestoßen (ohne danach konkret zu suchen) Ausgelöst durch die Diskussion Autogerechte Stadt die mich brennend interessiert.


    Mir war es gar nicht bewusst, welch ein großes Eisenbahnparadies das dt. Kaiserreich gewesen sein musste. Während dieser Zeit wurden die Hauptbahnen der Städte und Regionen miteinander vernetzt. Aber auch verästelte Neben- und Kleinbahnen, abgelegene Dörfer sowie touristische Zentren mit den Hauptlinien verbunden. Es wurden damals so viele Bahnknotenpunkte geschaffen wie in keinem anderen europäischen Land.



    Betrug die deutsche Streckenlänge im Jahre 1840 circa fünfhundert Kilometer, waren es 1870 schon mehr als 20 000.

    1873 rief Otto von Bismarck wurde das Reichs-Eisenbahnamt ins Leben. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, mit dieser Behörde ein einheitliches Eisenbahnnetz, nebst einheitlicher Staatseisenbahn aufzubauen. Der Versuch, den Ländern ihre Staats- und Privateisenbahnen abzukaufen, scheiterte jedoch am Widerstand von Baden, Bayern, Sachsen, Württemberg, Hessen, Elsass-Lothringen, Mecklenburg und Oldenburg. Nichtsdestotrotz, 1911 hatte das Eisenbahnnetz Deutschlands – einschließlich der nebenbahnähnlichen Kleinlängen – eine Gesamtlänge von 72 400 Kilometer. Eine Engmaschigkeit von 134 km Bahnen auf tausend Quadratkilometern. Die Beförderungsleistung der deutschen Eisenbahnen wuchs nicht minder beeindruckend– zwischen 1840 und 1913 allein im Personentransport von 62 Millionen auf knapp 41 Milliarden Personenkilometer. (Quelle: Winfried Wolf, Eisenbahn und Autowahn).


    Zwischen 1850 – 1890 – also in nur vier Jahrzehnten wurden mit über 200 000 Schienenkilometern gut neunzig Prozent des europäischen Gesamtnetzes fertig . Das deutsche Kaiserreich erwies sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts als absolut vorbildliche Eisenbahnnation. So verfügen die überwiegend effektiv geführten Zügen ausgestatteten deutschen Bahnen bei weitem den größten Überschuss in Relation zu dem verwendeten Anlagekapital bei im europäischen Vergleich außerordentliche günstigen Tarifen und standen generell für die ökonomische Leistungsfähigkeit und die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft, der deutschen Industrie, die sich anschickte England zu überflügeln. (Lothar Gall und Manfred Pohl: Die Eisenbahn in Dschl.)


    Werner Somart pries das Geschehen als größte produktive Tat wohl aller Geschichte – im Wortlaut: Was nun aber den Nationalökoomen, der sich in das Problem der Eisenbahnen versenkt, immer wieder zum Nachsinnen anregen wird, ist die Frage: wie war es denn überhaupt möglich, dass in der kurzen Spanne Zeit von zwei Menschenaltern so etwas unglaublich Riesenhaftes entstehen konnte, wie das Eisenbahnsystem in einem modernen Kulturstaat. Als größte produktive Tat nicht nur des neunzehnten Jahrhunderts, sondern, wie mir scheint, aller Geschichte sollten die Eisenbahnen immer in erster Linie gewürdigt werden. Machen wir uns einen Augenblick klar, was sie an Arbeitsleistung darstellen! Die deutschen Eisenbahnen haben bis zum Schlusse des Jahres 1910 rund 17 Milliarden Mark gekostet. Rechnen wir davon auf Arbeitslohn auch nur drei Viertel (…), so würden wir auf eine Arbeitsleistung von rund 25 Millionen Arbeitsjahren oder etwas 7 ½ Milliarden Arbeitstagen kommen (..) Auf die geschichtliche Zeit berechnet: in den 70 Arbeitsjahren sind jährlich 100 Millionen Arbeitstage auf den Bau von Eisenbahnen verwendet worden, eine Drittelmillion Menschen hat Jahr für Jahr nichts anderes getan, als Eisenbahnen gebaut oder hergestellt, was zum Eisenbahnbetrieb gehört: Bahnhöfe, rollendes Material usw. Das setzt einen sehr hohen Produktivitätsgrad der nationalen Arbeit voraus, der sich selbst wiederum nur erklärt aus der beständigen Produktivitätssteigerung, die die Eisenbahnen selbst im Gefolge hatten.


    Nicht zu vergessen, die herrlichen Bahnhöfe, die damals gebaut wurden.


    Ulrich Land über den 1894 eingeweihten Kölner Hauptbahnhof, in dessen gigantischer Bahnsteighalle ein zweistöckiges Wartesaalgebäude entstand: Die mittleren Gleise stoppten vor einem orientalisch anmutenden Palast: bunt gekachelt, mit Stuckschmuck, Türmchen und Erkern ausstaffiert, bekrönt von zahllosen Kuppeln, eröffnet von opulenten Portalen, verziert mit glasierten Terrakotten und farbigen Glasrosetten. Oben unter der Dachzone die Wappen all jener Städte, die man Anfang der 1890 Jahre von Köln aus erreichen konnte. Ein Taj Mahal des Wartens in der Tag für Tag, Zug um Zug rußiger werdenden Bahnsteighalle. Und unter den großen Oberlichtern aus Kathedralglas mit mattierten Verzierungen, unter den Agrafffen und Fruchtgehängen in Stuck: ein nicht weniger erlesenes Salonmobiliar.




    Nach dem 2. Weltkrieg musste durch den Versailler- Friedensvertrag, die dt. Eisenbahnen einen heftigen Aderlass hinnehmen. Einzug von 8000 Lokomotiven, 13 000 Personenwagen, 280 000 Güterwagen – die mehr als vierzig Prozent des Bestandes abforderten. Da Reparationsverpflichtungen nicht termingerecht erfüllt wurden, besetzten 1923 französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet und entzogen der Reichsbahnverwaltung mehr als fünftausend Kilometer hochfrequentierter und ertragreicher Strecken. 1924 setzte die Reperationskommission die dt Staatsbahn Schachmatt, durch Umwandlung in eine Reichsbahn-Gesellschaft mit privatwirtschaftlichen Charakter (DRG). Mitglieder des Parlaments wurden im Verwaltungsrat nicht zu gelassen. Die DRG musste den Großteil der verlangten Reparationen beschaffen, welche sich in sieben Jahren auf fünf Milliarden Mark summierte. Durch die hohen jährlichen Geldabflüsse waren keine notwendigen Investitionen möglich. Gewinner am Bedeutungsverlust war die Automobilindustrie, die keinen Pfennig für die Reparationsverpflichtungen zu entrichten hatten. Zumal der Staat schon damals außerordentlich den Straßenbau subventionierte. Mit dem Diktator H. und der Autobahn nahm dann alles seinen Lauf…