Posts by Maecenas

    Die Stiftung Garnisonkirche begrüßte die Entscheidung in einer Mitteilung am späten Abend: „Auf der Grundlage des heute getroffenen Beschlusses kann nun bei allen Beteiligten mit der Klärung und Beantwortung offener Fragen und mit der Schaffung von weiteren Voraussetzungen begonnen werden“.

    Quote from Tacitus

    "Verräter sind selbst denen, deren Sache sie dienen, verhaßt."

    Die Berliner Zeitung widmet der Kahlfeldt-"Kontroverse" in ihrer Wochenendausgabe mehrere ganzseitige Beiträge. Der Berliner Stadtbild-Ortsverband hat einen von ihnen verfasst:

    Link Berliner Zeitung

    Leider hinter einer Zahlschranke verborgen. Könnte vielleicht kurz jemand zusammenfassen was da geschrieben wurde? Bzw.: Den Beitrag des Ortsverbands könnte man doch hier einstellen, oder? stickpoke:)


    Übrigens hat Frau Kahlfeldt heute dem RBB heute ein Radio-Interview gegeben, worin sie betont, sich in einer Rolle als "Brückenbauerin" zu sehen. Sehr souverän und gelassen, an der Dame dürfte sich die Oswalt-Trüby-Clique die Zähne ausbeißen.

    Die Hamburger AfD schlägt den Wiederaufbau des Kirchenschiffs der Hamburger Nikolaikirche vor, Link zur Meldung. Da dieser Wunsch von den Parias kommt regt sich natürlich schon eine heftige Empörungswelle, so dass das Vorhaben von vornherein ein Hirngespinst bleiben dürfte. Als Motiv für die Ablehnung kommt sicherlich auch noch die unverändert kaum vorhandene Wertschätzung für Bauten des Historismus hinzu.


    Nikolaikirche001.jpg

    Von Ajepbah - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21788798

    Aus dem Wörterbuch über "Hass".

    Quote

    „Hass“: Feindselige Abneigung, starkes Gefühl der Ablehnung und Feindschaft.


    Der Psychologe Georg Juckel über Hass:

    Wut ist ein allgemeines Gefühl, eher eine Stimmung. Hass ist auf ein ganz bestimmtes Objekt gerichtet, in der Regel auf eine Person. Es handelt sich um ein sehr starkes, negatives Gefühl der Aggression, gekennzeichnet durch einen Vernichtungswillen.

    Das kulturpolitische Totaldesaster namens "Humboldt Forum" tritt nun, so scheint es, in eine Phase der High-End-Bizarrerie ein. … Man muss es so deutlich formulieren: Das wichtigste deutsche Kulturprojekt seit der Wiedervereinigung ist in die Hände einer Mesalliance von Reaktionären und Planlosen geraten. Es braucht in Deutschland neben neuer politischer Entschlossenheit wohl nun vor allem auch schweres Gerät, um sich den symbolpolitischen Zumutungen ultrakonservativer Stadtbildlobbyisten zu erwehren.

    Hm, wie sind solche Äußerungen einzuordnen? Was ist das nun? Hass auf das Schloss, Wut, Abneigung oder sachliche Kritik? :/ Ach wär' ich doch Psychologe... :wink:


    Wie auch immer, der o.g. Psychologe hat einen Tipp zur Überwindung von Hass:

    Quote

    Bei starken Hassgefühlen kann man sich vorübergehend Luft verschaffen, etwa durch Musik hören, Bewegung oder durch andere Reize, die ablenken.

    Das ist doch die ultimative Lösung für alle Schlosshasser … äh Schlosskritiker! Sobald man an den schrecklichen Kuppelspruch, den provokativen absolutistischen Fürstenprunk oder die entführten Südseeboote denkt und die Emotionen wieder so richtig hochkochen: Einen Waldlauf machen, den Garten umgraben oder Modern Talking oder Florian Silbereisen hören. Vielleicht auch „Highway to hell“. Alles wird gut!:ueberkopfstreichen:

    Eigentlich erstaunlich, dass sich die Mitarbeiter des Humboldt Forums von Trüby und Co. derart herunterputzen lassen.

    Das ist das eigentliche Problem, die permanente Ängstlichkeit und Defensive. Eigentlich ist der Dropsch längst gelutscht, das Schloss steht, die Debatte für oder gegen dessen Wiederaufbau ist mittlerweile genauso historisch wie jene um die Neue Ostpolitik oder den Nato-Doppelbeschluss. Auch weitere "rechte Spender" werden sich vermutlich nicht mehr finden, so dass auch dieser Aspekt der Debatte allmählich im Sande verlaufen wird. Das wird Trüby aber nicht daran hindern seinen privaten Hass- und Rachefeldzug gegen das Schloss fortzusetzen. Vermutlich auch weiterhin tatkräftig unterstützt vom links-grünen Medienmainstream a la Kulturzeit und Spiegel.


    Geistiges "Querdenkertum" gibt es in allen gesellschaftlichen Bereichen, in einer pluralistischen Gesellschaft ist deren Existenz eigentlich kein Beinbruch. Problematisch ist dass die Stiftung Humboldtforum ängstlich über jedes Stöckchen springt, das ihnen von Trüby, Oswalt oder anderen Protagonisten aus dieser Szene hingehalten wird. Man lässt sich im Grunde den Diskurs und die Deutungen diktieren. Das ist der große Fehler. Mit Appeasement und Beschwichtigungen kommt man bei solchen Leuten nicht weiter, sondern nur mit klarer Kante.

    Da hast du Recht, Philon. Das Problem ist nur in diesem Fall dass Trüby diese Diskussion "angestoßen" hat mit seinen Behauptungen, die ich lieber nicht wiederhole.

    Das kulturpolitische Totaldesaster namens "Humboldt Forum" tritt nun, so scheint es, in eine Phase der High-End-Bizarrerie ein. … Man muss es so deutlich formulieren: Das wichtigste deutsche Kulturprojekt seit der Wiedervereinigung ist in die Hände einer Mesalliance von Reaktionären und Planlosen geraten. Es braucht in Deutschland neben neuer politischer Entschlossenheit wohl nun vor allem auch schweres Gerät, um sich den symbolpolitischen Zumutungen ultrakonservativer Stadtbildlobbyisten zu erwehren.

    Was soll das für ein "schweres Gerät" sein, mit dem man gegen ein demokratisch beschlossenes Kulturprojekt vorgeht??

    Doch selbst die Leuchtschrift-Hilflosigkeit bringt Wilhelm von Boddien noch aus der Façon. Wer laut von Boddien christliche Insignien heute infrage stelle, riskiere "einen kulturellen Bruch, wie wir ihn in unserer Geschichte noch nie hatten – die Herrschaft der Säkularisierung über unsere 2000 Jahre alten Wurzeln im Christentum". Möge ihm irgendwer erklären, dass es sich bei dem Bau nicht um eine Kirche, sondern um einen in der Tat säkularen Ort handelt. Und dass Aufklärung nur gegen religiöse Mächte durchgesetzt werden konnte und kann.

    Warum spricht Herr Trüby nicht mal mit deutschen Salafisten, Muslimbrüdern, DITIP-lern oder Scharia-Anhängern in deutschen Schulen über die Themen Aufklärung und Säkularisierung? Ich glaube die hätten deutlich mehr "Beratungsbedarf" als Herr von Boddien.


    Quote from Stephan Trüby

    Das kulturpolitische Totaldesaster namens "Humboldt Forum"

    450.000 Besucher allein bis November 2021, trotz Pandemie und Zeitfenstertickets, sprechen nicht dafür dass das Humboldtforum ein "Totaldesaster" ist. Im Gegenteil.

    Sind eigentlich alle (16???) Statuen vom Weißen Saal erhalten geblieben?

    Ich meine ja (Angabe ohne Gewähr). Aber es sind nicht alle erhaltenen Figuren ausgestellt.

    Auf den palettenähnlichen Sockeln kommen die Figuren jedenfalls überhaupt nicht zur Geltung. Früher standen sie im Marmorsaal des Neuen Palais in Potsdam (Foto) in einem traumhaften Kontext. Jetzt wirken sie wie irgendein unbedeutender großer Marmorkitsch in Carrara, der gerade auf ein paar Paletten zum Weitertransport in die Villa eines russischen Oligarchen zwischengelagert wird. Unwürdige Performance, aber vermutlich genau nach Dorgerlohs Geschmack. :sad:

    Danke für die Info an euch. Ich denke der Raum ist ein Muss, genau wie die Paradekammern oder der kleine Ballsaal. Nach ein paar Runden googlen fand ich diese Aussage zum letzten Stand der Dinge (Juni 2021):

    Quote

    Für die Rekonstruktion der historischen Orgel in der Schütz-Kapelle des Dresdner Residenzschlosses gibt es offenbar doch noch eine Chance. Das weitere Vorgehen zur Gestaltung des geschichtsträchtigen Kirchenraumes sei zwar noch offen, sagte Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) am Freitag bei einem Besuch der Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich. Das Traditionsunternehmen Jehmlich hatte aber bereits zu DDR-Zeiten Pläne für einen Nachbau der Fritzsche-Orgel von 1612 erarbeitet. „Momentan ist man inhaltlich noch gar nicht so weit, um die Entscheidung über eine Orgel treffen zu können“, sagte Klepsch dem Evangelischen Pressedienst. Dazu bedürfe es noch einer Vorarbeit. (...) Träger sind die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

    Dann wäre es doch wunderbar wenn Frau Ackermann zeitnah eine Entscheidung zur Vollendung des Torsos fällen würde.

    Ja, der Madama in Rom war definitiv das Vorbild! Das ist bekannt.


    Interessant ist, dass es in Turin ebenfalls einen Palazzo Madama gibt, der dem Schlüterhof und den Schlossplatz-Fassaden in der Formensprache ausgesprochen ähnlich sieht (ich wüsste kein Barockbauwerk, das eine so große Ähnlichkeit zum Berliner Schloss hat). Während das Berliner Schloss in den Jahren 1699-1706 von Schlüter umgestaltet wurde, wurde der Barockflügel des Turiner Madama in den Jahren 1718-1721 erbaut. Ob die Architektur Schlüters das Vorbild dafür war?? Das habe ich mich schon öfters gefragt, aber in der Literatur noch nirgends eine Antwort bekommen.


    1280px-Luce_di_fine_settembre_su_Palazzo_Madama%2C_Torino.jpg

    Palazzo Madama, Turin

    (Wikipedia: Von Andbog - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=51936333)

    Am Schloßplatz selbst hat sich die frühere städtebauliche Figur auch (noch) nicht wieder eingestellt. Ein Platz lebt ja von Platzwänden und diese hat der Schloßplatz nicht. Im Osten wie im Westen fehlen die Bregrenzungen des Platzes, die einen Platz zum Platz werden lassen.

    Daran wird sich ja nichts mehr ändern. Trotzdem ist der Brunnen ein "Muss" und würde die Gesamtsituation deutlich aufbessern und beleben. Auch die Tatsache dass der Brunnen deutlich näher an das Schloss "ranrücken" müsste als früher sollte kein Problem sein. Babber50 hatte ihn vor einiger Zeit schon mal platziert:


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    (C) Babber50, Beitrag 149