Posts by Maecenas

    In der "Welt" wurde heute ein wirklich überaus lesenswerter Artikel über Städtebau und Architektur der Wiederaufbaujahre veröffentlicht. Die Erkenntnisse des Artikels sind für Leser dieses Forum eigentlich wenig neu, aber in der breiten Öffentlichkeit immer noch wenig bekannt. Es waren in erster Linie Städteplaner und Architekten des Nationalsozialismus, die nach 1945 unseren zerbombten Städten ihren Stempel aufbrückten. Diese "Visionäre" hegten schon in den 30er Jahren einen tiefen Hass gegen die Kleinteiligkeit historisch gewachsener deutscher Städte, besonders aber gegen die angeblich zu "protzige" Architektur der Wilhelminischen Zeit. Im Zentrum des Artikels steht Rudolf Wolters, der zum Planungsstab von Albert Speer gehörte und nach 1945 in der jungen BRD Karriere machte. Bereits in den 30er Jahren lieferte Wolters Pläne für eine "ideale Stadt", deren Grundgedanken nach 1945, und besonders nach dem schleichenden Verabschiedung vom Satteldach vielerorts grauenhafte Realität wurden. Eines der bekanntesten Gebäude von Rudolf Wolters ist das Hotel Königshof in Bonn, das stark an die Formensprache der NS-Architektur erinnert (z.B. Prora) und das hinsichtlich seiner öden monolitischer Strenge und Rasterfassaden bis in die heutige Zeit prägend ist.


    Leider hinter einer Zahlschranke, aber sehr interessant. >> Link

    Sehr gute Nachrichten zur Villa Baltic: Ein neues Gutachten hat ergeben, dass diese grundsätzlich sanierungsfähig ist. Vielversprechende Pläne zur künftigen Nutzung sind in Arbeit:

    Ein durch Dr. Jan Aschenbeck beauftragter und durch das Architekturbüro Angelis & Partner Oldenburg/ Wismar erstellter Bericht zum bisherigen Stand der Gutachten wurde vorgestellt. Daraus ergeben sich wichtige Aufschlüsse über den baulichen Zustand der Villa Baltic und die geschätzten Baukosten. So wurde der Baugrund, die Statik und die Schadstoffbelastung genauestens analysiert. Ebenso liefert ein 3D-Bestandaufmaß sowie ein Holzschutzgutachten wichtige Informationen. “Auch wenn die Analysearbeiten der Fachgutachten teilweise noch andauern und Laborergebnisse noch ausstehen, lassen die bisherigen Ergebnisse den wichtigen Schluss zu, dass die vorhandene Bausubstanz der Villa Baltic grundsätzlich sanierfähig ist,“ erläutert Dr. Jan Aschenbeck (...).
    Sehr anschaulich präsentierte Alexis Angelis die Vision einer zukünftigen Nutzung der Villa Baltic, die zusammen mit dem Eigentümer Dr. Jan Aschenbeck entwickelt wurde. „Lassen Sie uns zurück auf die Anfänge der Badekultur schauen und uns auf Traditionen besinnen. Die Villa Baltic bietet alles, was es dafür braucht und kann der Anker für einen neuen Kurs sein“, führt Alexis Angelis seinen Ausführungen voran. Als Leitidee bringt Angelis die Goldenen Zwanziger Jahre ein, in denen das gesellschaftliche Leben durch Tanz, Kultur und einem besonderen Stil geprägt war. Unter dem Titel „mondäne Sommerfrische“ stellte er einen Nutzungsmix aus öffentlicher Gastronomie, kulturellen Veranstaltungen und Eventlocation für besondere Anlässe dar. (...)

    Das klingt alles sehr gut! :applaus:

    Was mich schon lange umtreibt, wozu man aber nahezu null Informationen im Netz findet: Wie geht es eigentlich mit der geplanten Bebauung der Nordseite der Breiten Straße weiter? Seit etlichen Jahren klaffen dort riesige Brachflächen, ohne das sich mal irgendetwas verändert. Irgendwann habe ich mal gelesen dass die letzten Baurelikte aus DDR-Zeiten (wie der Anbau der Staatsratsgebäudes und der Rest des DDR-Bauministeriums) abgerissen werden sollen. Weiß jemand genaueres ??


    Ich wäre Euch dankbar, wenn Ihr das Thema hier nicht mehr mit sachfremden Beiträgen zumüllen würdet...und dem Moderator wäre ich sehr dankbar, den Müll zu entfernen.

    Die Beiträge deiner Forumskollegen als "Müll" zu bezeichnen finde ich reichlich daneben. Die Diskussion hier ist interessant und ergiebig, auch wenn wir vom Thema abgekommen sind. Allerdings wäre eine Verschiebung sinnvoll, vielleicht in einen neuen Strang, z.B. "Diskussion um wilhelminische Nationaldenkmäler".

    Ich finde es allgemein erstaunlich, dass die "ollen Kamellen" der Deutschen Nationalgeschichtsschreibung, die in den letzten 70 Jahren doch zum Großteil widerlegt worden sind, in diesem Forum wie auch andernorts fröhliche Urständ' feiern.

    Naja, so manche Thesen der 68-er-Historikerzunft (Deutscher Sonderweg, preußischer Militarismus etc.) sind ja mittlerweile selber "olle Kamellen" und vielfach glänzend widerlegt (z.B. von Christopher Clark). Von daher gleicht sich wohl so manches mit der Zeit aus.

    Tatsache ist dass seit Ludwig XIV. und dem Pfälzischen Erbfolgekrieg, über Napoleon I. und III. bis zum Versailler Vertrag von Frankreich eine permanente Aggression und Unterdrückungswut gegen Deutschland ausging. So viel historische Differenzierung muss sein.

    Netzfund:

    Das Bezirksamt Mitte über seine "Wünsche" für die Zukunft der Honecker-Brache. Inhaltlich eigentlich nichts Neues. Der Status quo soll im Wesentlichen erhalten bleiben, der Neptunbrunnen nicht zum Stadtschloss zurückkehren, die Spandauer Straße zurückgebaut werden, um das Marx-Engels- mit dem Rathausforum zu verbinden.


    der evangelische Pazifismus

    Die Bezeichnung „pazifistisch“ scheint mir in Bezug auf die heutige EKD nicht sonderlich passend zu sein. Pazifismus sollte eigentlich für eine christliche Kirche eine Selbstverständlichkeit sein.

    Nein, das Problem der EKD ist ihre Werte-Beliebigkeit und v.a. ihre extreme Anbiederung an den jeweiligen Zeitgeist. In der Hitler-Ära waren sie antisemitisch, nationalistisch und nannten sich „Deutsche Christen“, in der Gegenwart sind sie selbsternannte Bessermenschen und programmatisch eine Vorfeldorganisation der Grünen. Statt sich auf ihre christlich-lutherischen Grundlagen zu konzentrieren, huldigt die EKD wie besessen der neuen Ersatzreligion "Klima-Apokalypse", betätigt sich nach der Anschaffung eines „Flüchtlingschiffs“ als Schlepper, beschäftigt sich mit der Herausgabe von Bibeln in Genderprache (wie überhaupt alle EKD-Kommunikation „gegendert“ wird) und führt Kirchentage durch, in denen die Besucher esoterische- oder Seminare wie „Vulven malen“ (kein Scherz!) aufsuchen können. Sören Kiekegaard sagte einst: „Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, wird bald Witwer sein!“ Für die EKD hat dieser Spruch mehr denn je Bedeutung. Jedes Jahr nehmen die Kirchenaustritte massiv zu und es ist der EKD sch***egal, der Kurs bleibt derselbe.

    Von daher ist wohl kaum zukünftig von (keinem Flügel) der EKD irgendein nennenswerter Rückenwind für die Garnisonkirche zu erwarten. Im Gegenteil. Dass die EKD bisher wenigstens den Turmbau unterstützt hat ist eigentlich nur Altbischof Huber und seinen Mitstreitern zu verdanken, also EKD-Vertretern, die noch ein Minimum an theologischer Substanz vorweisen konnten.

    Der Regierende Müllermeister sprach ja sogar schon von einer "Alternativlösung" an der Marienkirche. ... Da sitzen die Bremser eher bei den Sozialisten. Die Sache wird ja schlicht durch Zeitablauf virulent, da der Neptunbrunnen bei einer Grundsanierung ohnehin weitgehend abgebaut werden muß. Aber eine Hoffnung auf eine schnell Lösung habe ich auch nicht,

    Tatsächlich scheint sich hinter den Kulissen durchaus langsam etwas zu bewegen, was ich bisher nicht für möglich gehalten hätte. Schließlich ist die Verlegung der Fernwärmetrasse nur mit Zustimmung des Bausenats möglich. Im Nachbarforum DAF hat ein Forumer geschrieben, dass er "aus sicherer Quelle" wisse, dass "die Leitungsverlegung mit Blick auf die Möglichkeit einer zukünftigen Rückverlegung des Brunnes beschlossen wurde."

    Es besteht also offenbar durchaus Grund zu leichter Hoffnung, denn wenn der Bausenat konsequent bei seiner bisherigen Haltung in dieser Causa geblieben wäre, hätte es wohl kaum eine Verlegung der Fernwärmetrassse gegeben. Merkwürdig ist nur dass man beim Förderverein Berliner Schloss rein gar nichts über etwaige Gedankenspiele zur Brunnenverlegung weiß.

    Ich kann deinen Standpunkt nicht teilen, Rastrelli. Du hebst den Teufel Hitler auf einen Thron der Unantastbarkeit, nach dem Motto "du sollst neben dem Teufel keinen weiteren Teufel haben".

    Tatsächlich verharmlosend ist das ständige inflationäre "Nazi", das mittlerweile in allen möglichen Kontexten irgendjemand einem anderen um die Ohren haut.

    Und das soll jetzt wofür als Argument taugen? Dass es die Moslems eher verdient haben? Achtung Sarkasmus!

    Was "verdient" haben?? Was willst du mir "sarkastisch" unterstellen? Ich habe von Islamkritik gesprochen, von sonst nichts! Bleib mal sachlich und v.a. fair, lieber Tegula!

    Maecenas

    dein Stichwort "Erdolf". Mal abgesehen von der schlampigen Wortbildung (Adolf ist ein Vorname, der andere Vorname ist Recep, es müsste also wenn dann "Redolf" heißen).

    Danke für diese unglaublich wichtige Exegese. Ohne deine Erläuterung hätte man "Erdolf" nicht verstanden.

    Ich gebe zu, ich habe die Wortschöpfung aus "Tichys Einblick" geklaut. Aber wo ist dein Problem Rastrelli? Muss der Kerl erst Millionen Menschen umbringen und einen großen Krieg führen (einen "kleinen" führt er ja schon), damit man mit einer Wortschöpfung auf seine autoritäre und aggressive Herrschaftsweise anspielen "darf"? Sorry, aber ich brauche deine Belehrungen nicht, Rastrelli.

    Fremde und Minderheiten dienten schon immer dazu, um ihnen die Verantwortung für negative Entwicklungen anzudichten. Seit dem Mittelalter die Juden, jetzt die Moslems. Ich kann diese armseligen Narrative nicht mehr hören. Ansonsten wurde alles gesagt. Ich würde mich nur wiederholen.

    Tegula: Während die Juden in Deutschland eine völlig integrierte Minderheit waren, trifft dies auf einen Großteil der Muslime eben nicht zu. Du musst wohl kaum erst nach Marxloh oder Neukölln reisen um zu erkennen dass dein Vergleich ziemlich hinkt. Unterschwellig setzt du damit auch jegliche Islamkritik mit der Pest des Antisemitismus gleich. Das ist argumentativ unterste Schublade. Wie gesagt, ich habe oben einige Links gesetzt, die auch deinen Horizont ein wenig erweitern könnten, Tegula.

    Welche Relevanz angeblich im 15. Jh. geköpfte Kinder für die Hagia Sophia haben, das ist in der Tat meine Frage, die bisher niemand beantworten wollte oder konnte.

    Tja, dann musst du einfach mal oben ein wenig lesen bzw. die Bereitschaft haben, dich mit anderen Argumenten als den deinen konstruktiv zu beschäftigen.


    Ich weiß nicht, wie uns Schauermärchen über geköpfte Kinder hier voranbringen. Solche erfundenen, unbewiesenen oder überzogenen Geschichten kennt fasst jede Kultur, die die Grausamkeit einer anderen belegen möchte

    Die "Schauermärchen" sind durch den Zeitzeugen Georgios Sphrantzes überliefert, Tegula, hier kannst du den Bericht in kleinen Teilen lesen (ansonsten tut es auch jede Universitätsbibliothek). Dass Henry diesen Aspekt in die Diskussion eingebracht hat mag dir nicht passen, aber es ist dennoch durchaus relevant im Gesamtkontext dieses Strangs.

    Und da du gerade Karl den Großen und dessen überlieferte Blutbäder angesprochen hast: In deinem Sinne müsste man fragen, ob das vielleicht nicht alles nur halb so schlimm und nur übertriebene Propaganda der Sachsen war?? Man kann jede Quelle in Zweifel ziehen, die einem nicht in den Kram bzw. das eigene ideologische Weltbild passt, Tegula.

    Ich sehe in den Geschehnissen von 1453 und der Tatsache, dass heute hunderte Moscheen in Deutschland nach dem brutalen Sultan benannt sind durchaus einen Zusammenhang: Einen unveränderten Religionsimperialismus und eine Respektlosigkeit gegenüber den Christen.