Posts by Maecenas

    Aber auch Marx und Engels hatten einen entscheidenden und positiven Einfluss auf die deutsche Gesellschaft. ... Diktatoren haben ihre Lehre Jahrzehnte nach ihrem Tod missbraucht.

    Genau, der arme Karl Marx wurde völlig falsch verstanden und missbraucht von diesen Diktatoren... Mit Diktatur und Grundrechteverweigerung in Permanenz, mit dem Roten Terror gegen die "Bourgeoisie", mit Millionen Sklaven und Toten in Gulags, mit Zwang zum Kollektivismus und Denken im Gleichschritt, mit Stacheldrahtgrenzen und roten Geheimdiensten a la Mielkes Stasi, mit all dem hat Marx nichts zu tun, davon steht nichts in seinen Schriften und dazu haben sie auch keinerlei Interpretationsgrundlage geboten ...

    Quote from Karl Marx

    Das Proletariat wird seine politische Herrschaft dazu benutzen, der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital zu entreißen, alle Produktionsinstrumente in den Händen des Staats, d.h. des als herrschende Klasse organisierten Proletariats, zu zentralisieren und die Masse der Produktionskräfte möglichst rasch zu vermehren. Es kann dies natürlich zunächst nur geschehen vermittelst despotischer Eingriffe in das Eigentumsrecht und in die bürgerlichen Produktionsverhältnisse ...

    (...)

    Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionären Umwandlung der einen in die andere. Der entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Staat nichts anderes sein kann als die revolutionäre Diktatur des Proletariats. (...) Diese Diktatur selbst bildet den Übergang zur Aufhebung aller Klassen und zu einer klassenlosen Gesellschaft...

    ~:-[]

    tegula, irgendwie habe ich den Eindruck, dass du nur etwas in diesem Forum schreibst, wenn es darum geht auf vermeintlich rechte Umtriebe zu antworten.


    Die Sprache wird nicht gesäubert? Von Anne Will bis Claus Kleber, überall in der Glotze hört man diese strunzdoofe Gendersprache, und an den Universitäten werden Studenten geradezu dazu gezwungen. Dass die Mehrheit der Deutschen von diesem Gesinnungsterror angekotzt ist interessiert die selbsternannten Sprachpolizisten nicht. Aber Sprache "entwickelt sich" eben einfach so, nicht wahr Tegula?


    Zum Terminus "Goldstücke" oder auch "Fachkräfte": Ja, in regierungskritischen Kreisen verwendet man diese oft ironisierend für "Flüchtlinge" oder Migranten, die hier kriminell oder auf sonstige Weise zum Problem werden, so wie jener Afghane, der neulich eine 83-Jährige vergewaltigte. Auch wenn sich die Mehrheit der Migranten nicht zu solchen Problemfällen entwickeln, gibt es von solchen in gewalttätigen, archaischen und frauenfeindlichen Strukturen sozialisierten Typen leider mittlerweile dank der GröKaz reichlich in Deutschland, und ihr rückgratloser Minister Drehhofer setzt keine Abschiebungen durch...


    Von daher: Auf das Wort "Goldstücke" muss man natürlich als staatliche Institution und Fäisbuck ganz hart reagieren, das ist Hassrede pur, und es gilt frei nach Mao einen zu bestrafen, um Tausende zu erziehen... Wenn aber eine dahergelaufene TAZ-Trulla Polizisten mit Müll vergleicht, dann ist das Satire und sowieso grundsätzlich im Sinne der Pressefreiheit... In diesem Land läuft mittlerweile so viel schief, dass man sich wundert, dass immer noch so viele Deutsche blind sind und sich diesen undemokratischen Ungeist durch eine kleine Minderheit gefallen lassen.

    Gestern fand ich in meinem Bücherwust ein altes Merian-Heft wieder, „Hauptstadt Berlin“, 1991. Ich war damals blutjung, aber der Leitartikel in diesem Heft hatte in mir das Feuer für das Berliner Schloss und Rekonstruktionen entfacht. Seitdem nervte ich nicht nur meine Eltern, im Osten alles sehen zu wollen, sondern auch meinen rauschebärtigen Geschichtslehrer, einen Alt-68-er, der auf meine Begeisterung für das Berliner Schloss und meinen vorgebrachten Wunsch nach dessen Wiederaufbau ziemlich knurrig reagierte. Vermutlich dachte er sich „das Kind wird schon noch zur Vernunft kommen“, aber so ist es nicht gekommen.


    Das Merian-Heft beinhaltet den berühmten Aufsatz von Wolf Jobst Siedler „Das Schloss lag nicht in Berlin, Berlin war das Schloss“ und ein kleines Papiermodel des Schlosses. Wenn man die entsprechende Heftseite mit einem Luftbild des damaligen Marx-Engels-Platzes aufschlägt, dann steigt daraus wie Phönix aus der Asche das Schloss auf. Immer noch herrlich! Eine Zeitschrift mit einem Leitartikel mit der Forderung „Das Schloss soll wieder her“ war damals im Jahr 1991 geradezu revolutionär!



    P.S. das Merian-Heft ist immer noch antiquarisch zu bekommen.

    Seitens des Stiftungskuratoriums gibt es (noch) keinen Beschluss vom originalgetreuen Wiederaufbau des Kirchenschiffs abzuweichen. Aber zumindest der Vorsitzende des Fördervereins, Mathias Dombert scheint neuerdings "flexibel" zu werden. In der MAZ (erstaunlicherweise ohne Zahlschranke) ist zu lesen:

    Matthias Dombert, Vorsitzender der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche, hat die Einladung von Libeskind nach Potsdam ebenso wie Altbischof und Stiftungschef Huber mitgetragen. „Wir konzentrieren uns weiter auf den Turm und halten uns an das Prinzip, wonach die äußere Form der Funktion folgen sollte. Aber mir gefällt, dass mit Daniel Libeskind ein international tätiger Architekt Interesse an diesem Ort hat. Das macht deutlich, dass die Bedeutung der Garnisonkirche weit über die Stadt hinaus reicht. Der Name Libeskind ist dabei eher programmatisch, als dass es darum geht, dass er hier am Ende tatsächlich bauen soll“, sagte Dombert am Donnerstag der MAZ.

    "Ein Durchbruch im Streit um die Garnisonkirche steht bevor. Die Stiftung für Wiederaufbau setzt sich öffentlich für einen architektonischen Bruch unter Einbeziehung des Rechenzentrums ein – und der New Yorker Architekt Daniel Libeskind will zur Neugestaltung beitragen."

    Ich bin entsetzt über den Sinneswandel der Stiftung. Hoffentlich setzen sie sich jetzt wenigstens dafür ein, dass der zu erwartende Zickzack-Bau des Meisters den barocken Turm nicht (z.B. mit irgendwelchen scharfen Spitzen) beeinträchtigt. Mir schwant nichts Gutes.

    Libeskind zu engagieren ist aus der Sicht jener, die ein rekonstruiertes Kirchenschiff verhindern wollen sicherlich kein unkluger Schachzug. Dennoch glaube ich nicht dass ein Libeskind-Bau an dieser Stelle eine realistische Perspektive ist, denn die Bauten des Meisters sind alleine schon aufgrund des Namens "Libeskind" und deren Extravaganz wohl kaum zu einem Preis zu haben, den der Bürgermeister rechtfertigen könnte und Lutz Boede nicht wieder auf die Barrikaden treiben würde.

    Sicherlich entscheidet sich keine Wahl an der Gestaltung der Honecker-Brache zwischen Spree und Fernsehturm. Gleichwohl sind zwei Drittel der Berliner mit der Politik der doppelrot-grünen Landesregierung unzufrieden. Eine Änderung der Wahlentscheidung resultiert daraus aber offenbar nicht, wie aktuelle Umfragen belegen. Von daher wird alles beim alten bleiben und Lüscher und Lompscher werden weiter machen was sie wollen.

    In Berlin hat der Bürgermeister keine Richtlinienkompetenz, und die jeweiligen Senatsbereiche können als nahezu autonome Behörden agieren. Wenn dann noch, wie im Falle des Bausenats mit den Damen Lompscher und Lüscher starrsinnige und notorisch beratungsresistente Ideologen regieren, dann kann man sogar von einer autokratischen Regierungsweise sprechen.

    Hinzu kommt dass der Berliner OB Müller zu jenen Politikern gehört, deren einziges Lebensziel ist, möglichst lange an einem Amtssessel zu kleben, ohne irgendetwas gestalten oder bewegen zu wollen (so wird der unbeliebte OB jedenfalls in Berlin in letzter Zeit wahrgenommen).

    Gleichzeitig sorgen die radikalen Deutungsmonopolisten schon fleißig dafür, dass jetzt ihre Idole ein Denkmal bekommen. In Gelsenkirchen gibt es jetzt neuerdings ein Lenin-Denkmal. Als nächstes in ein Marx-Denkmal geplant. Sodann könnten eigentlich noch Honecker und Mielke folgen...

    Aus deinen Beiträgen sehe ich nur beleidigte Leberwurst. Auch aus den Meinungen anderer, die keine Kritik am Projekt mögen, lese ich nur heraus, dass ein Projekt grundsätzlich gut ist, sobald es keine Kisten gibt und Kleinteiligkeit herrscht.

    Wieso ist Lupi eine "beleidigte Leberwurst", wenn er die Fundamentalkritik einiger Forumskollegen nicht teilen kann? Da macht sich jemand große Mühe und stellt einen informativen reich bebilderten Beitrag über ein Provinznest, das sein Stadtbild massiv verbessern möchte hier ein, und schon wird aus allen Kanonen geschossen, spricht das ganze Projekt in Bausch und Bogen verdammt. Alles, was für uns hier im Forum Qualität im Städtebau ausmacht, Kleinteiligkeit, Wille zur traditionellen Fassadengestaltung abseits von Rastern und Schießscharten, Hinwendung zur traditionellen Bauformen bei gleichzeitiger Ausschließung von "Kisten", das alles ist beim Hansequartier erfüllt. Wie gesagt, Kritik im Detail ist sicher teilweise gerechtfertigt, aber das gesamte Projekt als "Kitsch" und "Freizeitparkkulissen"-architektur zu beschimpfen finde ich schon reichlich befremdlich, zumal ich solche polemischen Bezeichnungen im Kontext von Städtebau eigentlich nur aus den Mündern von Leuten wie Trüby und Oswalt kenne.


    Einfach mal zum Vergleich: Im Lübecker Gründungsviertel mangelt es (zu) vielen Bauten offensichtlich an Gestaltungswillen, mancher Bau sieht aus wie ein belangloses Vorstadtsmietshaus:

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    (Bildquellen: Frank1204)


    Ich meine da ist das Anklamer Hansequartier (gewiss nicht im Ganzen, aber doch zumindest teilweise) qualitativ deutlich überlegen:

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    Ja, es sind radikale Minderheiten von denen dieser neujakobinische Tugendterror ausgeht. Am schlimmsten ist jedoch dass dessen Träger vielfach keine ungebildeten Wirrköpfe sind, sondern Leute, die sich selber zur Bildungselite ihrer Länder zählen. Das erschreckendste Beispiel hierfür ist der Hamburger Historiker Jürgen Zimmerer, der gestern in der 3Sat-Kulturzeit erneut den aktuellen Bildersturm rechtfertigte. Es ist unglaublich und tragisch, dass solche Extrempositionen an unseren Hochschulen nicht nur geduldet, sondern mittlerweile fast der Mainstream geworden sind. Der Marsch durch die Institutionen war eben sehr erfolgreich...

    Also ich kann beim besten Willen in den Fassaden weder Kitsch noch Freizeitparkkulissen erkennen (solche Bezeichnungen sind wohl eher in Bezug auf Elbing zutreffend). Viele Städte würden sich die Finger nach einem solchen Bauprojekt wie in Anklam schlecken. Explizit lobenswert finde ich auch den deutlich erkennbaren Gestaltungswillen bei den Fassaden, den ich bei vielen Fassaden im Lübecker Gründungsviertel eben nicht erkennen kann. Lediglich das gelbe Gebäude mit den Fensterläden scheint mir nicht so recht in einen norddeutsch-hanseatischen Kontext zu passen.

    Das Gemeckere einiger Forumskollegen über dieses neue Bauprojekt finde ich wirklich reichlich weltfremd.