Posts by Maecenas

    Leider hat sich die Ausgangslage für den Brunnen gegenüber den Wahlen 2021 im Bund und Berlin nicht verbessert. Für den Umzug des Brunnen waren früher und heute:


    Früher:

    Kulturstaatsministerin Grütters: dafür

    Haushaltsausschuss im BT: dafür

    Stiftung Humboldtforum: ???

    BM Müller: gleichgültig

    Baudirektorin Lüscher: dagegen


    Heute:

    Kulturstaatsministerin Roth: vermutlich dagegen (führt ja gerade einen Kleinkrieg gegen das Kuppelkreuz)

    Haushaltsausschuss im BT: ???

    Stiftung Humboldtforum: ??? (ausgehend von den schlossfeindlichen Reflexen ihres Chefs Dorgerloh wohl eher dagegen)

    BM Giffey: dafür

    Baudirektorin Kahlfeldt: höchstwahrscheinlich dafür


    Fazit: Die Karten sind neu gemischt worden, aber das Personal, das den Umzug des Brunnens ablehnt, ist weiterhin sehr einflussreich. Vermutlich passiert also erst einmal weiterhin gar nichts, da sich die Beteiligten nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können.


    Dabei müsste allen Beteiligten klar sein dass der Brunnen den gesamten Platz deutlich aufwerten würde. Selbst die langweiligen langen Steinbänke, die eine Rückkehr der Grüninseln blockieren, würden dann etwas mehr Charme gewinnen.


    51700-20220605-145311-jpg

    Kurzes, aber sehr schönes Drohnen-Video der Firma Fittkau, die die Kuppellaterne rekonstruiert hat:


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    Ich empfinde es als bemerkenswert reaktionär, wenn man jüngeren Kunstformen das Kunstsein abspricht, weil sie nicht dem eigenen ästhetischen Empfinden entsprechen.

    Du begehst den selben Fehler wie Herr Schaper vom Tagesspiegel, der den Förderverein Berliner Schloss als "reaktionär" bezeichnet hat. Der Begriff passt hier überhaupt nicht. Und Graffitis nicht für Kunst zu halten ist vollkommen legitim.

    Mir scheint dieser Herr Schaper nicht die hellste Kerze auf der Torte zu sein, sonst wäre er mit der Verwendung des Begriffs "reaktionär" in Bezug auf den Förderverein ein wenig zurückhaltender.

    Im Wörterbuch heißt es über "reaktionär": [politische] Verhältnisse erstrebend, die als überwunden und nicht mehr zeitgemäß empfunden werden.

    Was will Herr Schaper dem Förderverein eigentlich unterstellen? :gehtsnoch:

    Betrifft: Kulturstaatsministerin Claudia Roth.


    Wer findet den Widerspruch und die Fehlerhaftigkeit im Handeln von Deutschlands "Kulturchefin" ??


    Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) will sich nicht mit dem Kreuz und der umstrittenen Inschrift auf der Kuppel des Berliner Humboldt Forums abfinden. „Wir müssen uns dringend darüber verständigen, wie das Humboldt Forum zu einem Ort der Weltoffenheit werden kann. Da gibt es viel Gesprächsbedarf“, sagte Roth dem „Tagesspiegel“. Da seien Dinge passiert, die diesem Eindruck eher zuwiderlaufen. Ihr sei „schleierhaft“, wie man so eine Kuppelinschrift machen kann, sagte die Beauftragte für Kultur und Medien (BKM): „Und dann setzt man auch noch ein Kreuz oben drauf als Beleg der großen Weltoffenheit. Also, da will ich ran.“

    versus:

    Wie konnte die Bundesregierung DAS nur zulassen? Der offene Judenhass auf der bedeutenden Kunstmesse Documenta beschämt Deutschland. Ein Gemälde der indonesischen Künstlergruppe „taring padi“ zeigt einen Juden mit Dracula-Zähnen und SS-Runen auf dem Kopf. Daneben marschiert ein Schwein mit Davidstern auf dem Revers und der Aufschrift „Mossad“ auf dem Helm. Der Mossad ist der israelische Geheimdienst und wird von Judenhassern in aller Welt für antisemitische Verschwörungstheorien missbraucht. (...) Besonders bitter: Obwohl u.a. der Zentralrat der Juden bereits vor Monaten große Bedenken gegen die diesjährige Documenta geäußert hatte, griff die zuständige Kulturstaatsministerin Claudia Roth (67, Grüne) nicht ein! (…) Ein Alarmsignal! Aber nicht für Claudia Roth: Noch am 11. Juni erklärte die Grüne im „Spiegel“, dass sie nicht „als Kulturpolizistin den Daumen hebe oder senke über einzelne Kunstwerke“. Für sie sei die Documenta „ein freudiger Anlass“.

    Es ist einfach eine unglaubliche Tragödie dass dieses einst blühende Land zu nichts weiter als einer Raketenabschussrampe für ein verbrecherisches Regime degradiert wurde. Die Äcker sind meist versteppt, die letzten Dorfkirchen eingestürzt, und dazwischen immer wieder runtergekommene Plattenbausiedlungen, in denen propagandaverseuchte Unterschichten sich literweise den Wodka reinkippen. Die paar westlich orientierten Gebildeten fallen da leider kaum positiv ins Gewicht. Eine Insel des Elends und der Tristesse in einem in den letzten zwanzig Jahren ansonsten massiv aufgeblühten östlichen Ostseeraum.

    Mir gefällt die Architektur auch. Zeitlose Monumentalität, die auch einen Philipp Amthor oder Anton Hofreiter würdig in Szene zu setzen weiß. :wink:

    Ein Abriss des Gebäudes stand ja tatsächlich zur Diskussion, dürfte aber mittlerweile vom Tisch sein. Dennoch ist die Sanierung der löchrigen Bodenplatte wohl weiterhin ein sehr zeit- und kostenintensives Problem.

    Eines ist auf jeden Fall sicher. Der Schlossbau ist das Beste, was dem Zentrum passieren konnte. Eine riesige Bereicherung. Wer das nicht erkennt,...

    So ist es! Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, die "riesige Bereicherung" füllt einen Teil der gigantischen Schneise zwischen Fernsehturm und Kupfergraben endlich wieder mit raumprägender Baumasse. Die historische Mitte hat wieder ihren unbestreitbaren Mittelpunkt, ihr Herz zurück. Und selbst die Freunde der Erhaltung des Status quo um den Fernsehturm / das Marx-Engels-Forum müssten eigentlich erkennnen, dass das neue Schloss auch "ihren" Stadtraum erheblich aufgewertet hat.


    1621px-Humboldt_Forum_Juli_2021.jpg

    Von Kasa Fue - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=116768898

    Am Erweiterungsbau des Marie-Elisabeth-Lüders-Haus verzögern sich die Bauarbeiten weiter, während die Baukosten explodieren. Sogar ein Abriss ist nicht ausgeschlossen. Über etwaige wütende Artikel eines gewissen Philipp Oswalt dazu im Tagesspiegel war bisher noch nichts zu vernehmen, aber es fehlt ja in diesem Falle auch eine bei ihm und seinem Gesinnungsgenossen massive Schnappatmung hervorrufende Barockfassade.


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    JF-TV über Rekonstruktionen und deren Gegner:


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    Eindrucksvolle Ausblicke gibt es auch von der Dachterrasse des Humboldtforums - auf die Museumsinsel, Unter den Linden, das Nikolaiviertel, den Schinkelplatz als auch auf Sankt Walter und dessen Umfeld. Die Dachterrasse ist wirklich ein erhabener Ort, an dem man trotz zeitweiser Besuchermassen genussvoll bei viel Freiraum die Blicke schweifen lassen kann. (bitte wieder den Vollbild-Modus anklicken)


    Und das siehst Du als "Chance"? Also vor jedem historischen Denkmal und Kunstwerk, an dem sich in Zukunft womöglich irgendjemand aufgrund des aktuellen Zeitgeistes stört, werden nun distanzierende, abwertende, ideologische und neunmalkluge Erläuterungen angebracht, die erklären, wie der brave Bürger sich dazu zu stellen und zu verhalten hat?....

    Na, dann sehe ich schon demnächst die Tafeln vor jedem Bismarckdenkmal stehen, in denen sich von dessen "antidemokratischen, kolonialialistischen, militaristischen, sexistischen..."

    Das ist alles richtig. Es geht aber nicht um "uns", die weder ein Problem mit der Kuppelinschrift noch mit einem Kaiser Wilhelm haben. Der Zeitgeist in nun mal wie er ist, hypermoralisch, bigott und inquisitorisch. Das gilt besonders für Berlin, wo es keine Martin-Luther-Straßen mehr geben soll, Ernst-Thälmann-Straßen aber schon, und wo Straßen nach dem Krawallbruder Rudi Dutschke benannt werden. Absurd, aber Realität.

    Solange man diese Realitäten nicht ändern kann heißt es sich ihnen anzupassen, sprich: Bildersturm zu verhindern. Wenn die ach so schreckliche Kuppelinschrift am Berliner Schloss nur "geduldet" werden kann wenn daneben eine "anklagende Erklär-Tafel" steht, dann ist das natürlich unendlich infantil, aber dennoch hundert mal besser als der Bildersturm. Das gleiche gilt für das Hamburger Bismarck-Denkmal.


    Und im Fall Wittenberg halte ich die "Erklär-Tafel" sogar für sehr sinnvoll. Denn in einem Land, in dem 6 Millionen Juden ermordet werden ist ein antisemitisches Relief nun einmal keine Nebensächlichkeit oder Bagatelle, auch nicht wenn es aus dem tiefsten Mittelalter stammt.

    ^ Naja, eine Handykamera macht eben keine hundertprozentig perfekten Fotos. Allerdings habe ich überwiegend die Super-Weitwinkel-Kamera des Handys verwendet, die zwar ein wenig verzerrt, allerdings unglaublich grandiose Panoramen liefert. Wie gesagt: Am besten in den Vollbild-Modus switchen.

    ich werde das Schlossinnere nicht betreten !

    So einen Rigorismus kann ich nicht nachvollziehen. Ohne das "Humboldt-Forum" würde es keine barocken Schlossfassaden geben, und ohne Franco Stella auch deutlich weniger davon. Mein Eindruck: Die Symbiose von Modern und Barock ist Stella überwiegend gut gelungen, und selbst an die semioptimale Ostfassade kann man sich durchaus gewöhnen, ohne sie zu lieben. Ganz zu schweigen davon dass man im Humboldt-Forum - abgesehen von der banalen Berlin-Ausstellung - erstklassige Museen mit Weltkunst geboten bekommt. Geduld ist gefragt. Die Zeit für die Rekonstruktion einiger herausragender Schlossräume wird irgendwann kommen.

    Ich verfolge diesen Sachverhalt und speziell die juristische Auseinandersetzungen schön länger und bin froh über den Ausgang am BGH.

    Ich auch. Vielleicht liegt darin sogar eine Chance und ein wegweisendes Procedere für andere Bauwerke und Denkmäler, wie die Kuppelinschrift am Berliner Schloss oder die zahlreichen Bismarck- und Wilhelm-Denkmäler im Lande. Statt Bildersturm kontextualisiernde Erläuterungen.