Posts by Maecenas

    Der ist aber gar kein Historiker, sondern Philosoph und Soziologe.

    Ach, sach' bloß. Erstaunlich nur dass sich der Mann dann immer wieder selbstherrlich in die Diskussionen von Historikern eingemischt hat (Historiker-Streit etc.).


    Zudem dürften die meisten Schreiber dieses Threads keine "Laien" gemäß deiner Vorstellung sein, deine arroganten Abqualifizierungen hat Pagentorn gerade schon zurecht kritisiert. Du weist doch gar nicht wer hier einen Hochschulabschluss in Geschichte hat und wer nicht?! Da kann man doch mal kleinere Brötchen backen, oder? Und selbst wer nicht Geschichte studiert hat kann hier qualifiziert mitreden, genauso wie ein "Laie" beurteilen kann ob die Suppe eines Sternekochs versalzen ist.

    tegula

    Dass mit der "Roten Geschichtsschreibung" seit 1945 ist natürlich etwas ungenau, aber seit den 68-ern und ihrem Marsch durch die Institutionen / Historischen Seminare ist das tatsächlich so. Leute wie Winkler, Wehler, Ullrich, Conze etc. dominierten (und dominieren) die Diskussion, sekundiert vom Ober-Guru Habermas.

    Gottseidank ist in den letzten Jahren mit Clark, Münkler, Neitzel und Baberowski deutlich mehr frischer Wind und Differenzierung in die deutsche Geschichtsschreibung gekommen.

    Ein Filetstück neben dem Anbau des Staatsratsgebäudes an der Breiten Straße soll neu bebaut werden:

    In dem Straßenblock an der Breite Straße zwischen Scharrenstraße und Neumannsgasse sollen neben Wohnungen gewerblich und kulturell genutzte Fläche entstehen. Dabei ist geplant, die Achse zwischen Petriplatz und dem neuen Berliner Schloss (Humboldt Forum) durch „publikumswirksame Erdgeschosszonen“ zu beleben, wie es in der Ankündigung heißt. Die Architekten sind aufgefordert, „im Sinne eines vielfältigen, lebendigen Stadtquartiers“ eine Gebäudekonfiguration zu entwickeln, die sich am historischen Stadtgrundriss orientiert. Damit ist die kleinteilige historische Bebauung mit Bürgerhäusern gemeint, die noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhalten war.

    Das klingt soweit erst mal sehr gut. Mal sehen was Frau Lüscher und ihre Clique am Ende von diesen guten Ansätzen übrig lässt ...


    Um diese große Brache geht es:

    28713-berlin-breite-strasse-png


    Die Alfstraße, m.E. die "schwächsten" Neubauten des Viertels (abgesehen vom bildmittigen Haus Nr. 21):

    Ein Blick auf die kriegsunversehrten Häuserzeilen der parallelen Mengstraße zeigt dass (einzelne) Rekonstruktionen sinnvoll gewesen wären bzw. schlichtweg bei einigen Neubauten mehr Gestaltungswille nötig gewesen wäre:

    Vor wenigen Tagen habe ich mir endlich mal selber ein Bild gemacht vom Gründungsviertel. Mein Eindruck ist zwiespältig. Einige Neubauten sind wirklich gelungen und greifen gekonnt die regionaltypische Formensprache bzw. Formensprache eines hanseatischen Kaufmannshauses auf, andere Bauten hingegen sind erschreckend banal und ausdruckslos und könnten genauso gut „irgendwo“ stehen (besonders auffällig ist das in der Alfstr.). Unangenehm auf fielen mir auch die Bestandsbauten aus den 50-er Jahren in der Braunstraße und den beiden Querstraßen, die irgendwie „billig“ und ein wenig schmuddelig wirkten. Hier also ein paar aktuelle Eindrücke:


    An dieser Stelle sei auf die schon im TV-Thread genannte neue ARD-Doku „Das Humboldt Forum – Ein Schloss für Berlin und die Welt?“ verwiesen:

    >> Link zur ARD-Mediathek


    Es gibt interessante Einblicke. Bemerkenswert ist das ständige Missverhältnis zwischen Anerkennung und Nörgelei. Einerseits wird gelobt, dass man mit den außereuropäischen Völkern und deren Kunstwerken auf Augenhöhe tritt, anderseits nörgelt man rum, dass der Inhalt des Museums nicht zur pompösen Barockfassade passe. In dieses Horn tutet auch besonders der Generalintendant Harmut Dorgerloh, der von seinem „Kind“ wenig begeistert zu sein scheint: Heute würde man andere bauliche Antworten für den Standort finden (was im Zeitalter von Cancel-Culture, Diversity und Great Reset wahrscheinlich sogar zutrifft), zudem gäbe es keine „unschuldigen Rekonstruktionen“. Die übliche Selbstbeschäftigungstherapie der Protagonisten des Zeitgeists also, alldem Geschwafel zum Trotz wird die Bevölkerung das Humboldtforum lieben.


    P.S. Vor wenigen Tagen berichteten diverse Medien über die offenbar hundsmiserablen Arbeitsbedingungen für das Personal im Humboldtforum. Hierbei könnte Herr Dorgerloh als "Chef" ja mal seinen Humanismus unter Beweis stellen.

    Wenn ihr es ganz genau wissen wollt: 16 % der Altstadthäuser wurden 1944 zerstört. Besonders betroffen war die o.g. Semlower Straße und jeweils einzelne Flecken in deren Nähe (das Rathaus und die Nikolaikirche mit ihren einmaligen Kunstschätzen hatte ein riesen Glück). Insgesamt gab es im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Städten keine hektargroßen Flächen, die komplett ausradiert wurden. Die entstandenen Lücken wurden für DDR-Verhältnisse insgesamt gut (Stil der "Nationalen Bautradition") wiederaufgebaut, und die wenigen Plattenbauten mit Giebel fallen auch nicht unangenehm auf. Derzeit gibt es nur noch eine Kriegsbrache direkt vor der Jakobikirche. Die o.g. Mühlenstraße war gar nicht von Zerstörungen betroffen, sie gehört zu den schönsten Bauensembles der Stadt.

    Meinem Eindruck nach fallen die Zerstörungen beim Gang durch die Stralsunder Innenstadt heute kaum noch auf, das Stadtbild wirkt insgesamt sehr geschlossen, harmonisch und hanseatisch. Und im Gegensatz zu Lübeck gibt es hier auch keine 70er-Jahre-Kaufhausklötze, Parkhäuser und offensichtliche Billigarchitektur.

    Super Idee, die Preußen-Sache.

    Ich wäre auch dafür. Dann gäbe es endlich wieder die preußische Provinz "Westfalen". Für uns Westfalen ist es ein Ur-Trauma dass wir seit 75 Jahren aus dem pseudo-frohsinnigen Rheinland regiert werden. Und dann noch aus einer Landeshauptstadt die "Dorf" im Namen trägt. :.-[

    Kulturministerin Barbara Klepsch sagte: "Ich bin zuversichtlich, dass der Verbleib der gestohlenen Juwelen aufgeklärt werden kann."

    Ich bin da nicht so optimistisch. Optimismus muss auch eine realistische Grundlage haben, und die scheint mir derzeit in diesem Fall nicht vorhanden zu sein. Die Remmos sind ein riesiger, weit verzweigter und vernetzter Mafia-Clan. Solange nicht irgendjemand aus diesem Spinnennetz "auspackt" (vielleicht unter Zuhilfenahme von millieugerechten Lockmitteln wie Lamborghinis, Nutten und Koks) wird die Suche nach den Juwelen weiterhin der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleichen.