Posts by Rastrelli

    Hier noch der Text der Pressemitteilung vom 2. September 2019:

    Unter Leitung der Staatsanwaltschaft Dresden haben heute sieben Beamte der SOKO Epaulette Wohn- und Gewerberäume in Berlin durchsucht. Die Beamten wurden dabei durch drei Beamte des Dezernats Kunstdelikte des Landeskriminalamtes Berlin und eine Hundertschaft der Berliner Bereitschaftspolizei unterstützt.
    Die Maßnahmen richteten sich gegen einen Mann, der auf fiktive Personalien registrierte SIM-Karten für Mobiltelefone vertreibt. Neben der Wohnung des Betroffenen wurden auch die Geschäftsräume seines Arbeitsgebers durchsucht. Nach den Ermittlungen besteht der Verdacht, dass der Betroffene den Tätern mehrere SIM-Karten verkauft oder diese zum Vertrieb an ein Internet-Café an der Hermannstraße in Berlin-Neukölln weitergegeben hat. Die fraglichen SIM-Karten wurden während der Vorbereitung der Tat und auch bei der eigentlichen Tatausführung für Absprachen zwischen den Tätern genutzt. Inwieweit der Mann den Verwendungszweck der SIM-Karten kannte, ist unklar. Er wird deshalb bislang nicht als Tatverdächtiger zu dem Diebstahl geführt.
    Bei den Durchsuchungen wurden umfangreiche Gegenstände, die als Beweismittel in Betracht kommen, sichergestellt, u.a. Geschäftsunterlagen, Mobiltelefone und Speichertechnik. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen davon aus, dass sich aus den Beweismitteln Hinweise auf die Identität der Käufer der SIM-Karten und der Täter gewinnen lassen.
    Die Ermittlungen dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
    Auskünfte erteilt allein die Staatsanwaltschaft Dresden.

    Auch hier der gleiche Schreibstil wie in der anderen Pressemitteilung:


    "Staatsanwaltschaft und Polizei gehen davon aus, dass sich aus den Beweismitteln Hinweise auf die Identität ... gewinnen lassen." Sowas schreiben Redakteure dann um zu: "Wir sind zuversichtlich, die Täter identifizieren zu können."

    Weil wir Rundfunkgebühren zahlen, dürfen wir diese Agenturmeldung auch werbefrei lesen.


    Hier der annähernd gleiche Text im MDR


    Doch einen Unterschied gibt es: Der von BautzenFan hervorgehobene Satz fehlt im MDR-Beitrag.


    Die zugrundeliegende Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Dresden enthält diesen Satz auch nicht. Hier der vollständige Text:

    Staatsanwaltschaft und Polizei haben am 9. und am 16. September 2020 erneut Gewerberäume in Berlin durchsucht.
    Durchsucht wurden mehrere Betriebsstätten, bei denen der Verdacht besteht, dass sie den als Fluchtfahrzeug genutzten und später in Brand gesetzten Audi S6 kurz vor der Tat im Auftrag der Täter foliiert haben, um dessen äußeres Erscheinungsbild zu verändern.
    Nach gegenwärtigem Stand der Ermittlungen ist davon auszugehen, dass die durchsuchten Betriebsstätten den Zweck der Foliierung nicht kannten. Deren Inhaber werden deshalb nicht als Tatverdächtige zu dem Diebstahl geführt. Sie wurden im Rahmen der Maßnahmen als Zeugen befragt.
    Bei den Durchsuchungen wurden umfangreiche Geschäftsunterlagen und Daten durchgesehen und teilweise sichergestellt. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen davon aus, dass sich aus den Beweismitteln Hinweise auf die Identität der Personen gewinnen lassen, die ggf. die Foliierung des Tatfahrzeugs in Auftrag gegeben haben.
    Die Ermittlungen dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
    Auskünfte erteilt allein die Staatsanwaltschaft Dresden.

    Man beachte: Zwei im MDR-Beitrag als Zitat gekennzeichnete Sätze finden sich exakt so in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft. Niemand hat diese Sätze gesprochen. Es handelt sich einfach um eine journalistische Bearbeitung der Pressemitteilung, die dazu dienen soll, den Text interessanter zu machen. Ich gehe davon aus, dass der von spiegel.de zitierte Satz, den "ein Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft" gesagt haben soll, eine reine Erfindung der Journalisten ist. Ziel war es, die Meldung aufzupeppen. Es wird sich um die Bearbeitung eines Satzes aus der hier wiedergegebenen Pressemitteilung handeln. Der Satz ist für das breite Publikum einfach zu dröge.


    Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden ist Oberstaatsanwalt Schmidt. Wir kennen ihn bereits aus dem MDR-Fernsehen. Herr Schmidt äußert sich stets korrekt wie ein Staatsanwalt. Journalisten wünschen sich andere Texte. Mehr Emotion, zum Beispiel "Zuversicht". Staatsanwälte äußern sich eher vorsichtig. Sie lieben Sätze wie diesen:


    "Die Ermittlungen dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen."

    Der Artikel in der Samstagszeitung vom 16. März 2020 meldet eine weitere gute Tat des Berliner Immobilienunternehmers Andreas Schrobback (AS Gruppe). Er hat das ehemalige Hotel am Bahnhof Neustadt gekauft und will es sanieren.


    Magdeburg, Alte Neustadt, Gröperstraße 2, ehemaliges Hotel am Bahnhof Neustadt, erbaut 1906/07

    (Foto: RonGoo, 29. September 2015, CC-BY-SA-4.0)


    Die damalige Nutzung als Wohnhaus mit Hotelnutzung nebst einem Café und Restaurant im Erdgeschoss wurde schon seit Ende der 1990er Jahre eingestellt. Seit dieser Zeit verfällt das Gebäude mehr und mehr und steht seit sehr langer Zeit leer. Ein Schutznetz muss Passanten vor möglicherweise herabfallenden Bauteilen schützen – 2012 wurde eine Absperrung aufgestellt, damit ggf. auf den Gehweg fallende Fassadenteile niemanden verletzen. Den ehemaligen Eigentümer scherte das alles wenig – er überließ das Gebäude seinem Schicksal und kam auch nicht für die Kosten der Sicherungsmaßnahmen auf. 2016 wurde daher das Objekt zwangsversteigert. Letztes Jahr schließlich wurde die aktuelle Fassadensicherung angebracht, damit die bis dahin gesperrte Straße freigegeben werden konnte. Umso mehr freut es nun die Stadtverwaltung, dass ein so renommiertes und in Objektaufwertungen erfahrenes Unternehmen sich des Gebäudes angenommen hat. Die Pläne für das Gebäude sind mittlerweile schon weit entwickelt: Die ca. 1.600 m² Gesamtwohnfläche sollen in 20 bis 22 Wohneinheiten aufgeteilt werden und damit viel Platz für künftige Bewohner bieten.

    Das freut nicht nur die Stadtverwaltung. Ich mag gerade solche Häuser. Einfach wunderbar, wenn sie erhalten bleiben!

    Das schrieb Löbenichter am 14. Juni 2018:

    Im Magdeburger Stadtteil "Alte Neustadt" wird derzeit in der Sieverstorstr. 43 ein Gründerzeitgebäude von 1900 saniert. Auch die Nummern 56 & 57 sollen bald folgen.

    Hier die Fortsetzung der Geschichte:


    Alle drei Häuser gehören seit 2017 dem Berliner Immobilienunternehmer Andreas Schrobback.


    Artikel in der Volksstimme (vom 17. Januar 2019)


    Die Sanierung des Hauses Sieverstorstraße 43 wurde 2019 abgeschlossen. Es handelt sich um einen Putzbau aus der Zeit um 1880/90 mit einem für Magdeburg charakteristischen Mezzaningeschoss.


    Magdeburg, Alte Neustadt, Sieverstorstraße 43 (Foto: Olaf Meister, 26. Oktober 2019, CC-BY-SA-4.0)


    Die beiden anderen Häuser waren im Oktober 2019 noch nicht fertig.


    Ein Artikel in der Samstagszeitung bringt uns auf den Stand vom 16. März 2020: Schrobback besaß zu diesem Zeitpunkt in der Sieverstorstraße die drei genannten Häuser. Von denen war eines bereits bewohnt, die beiden anderen sollten demnächst fertiggestellt werden.


    Sieverstorstraße 57 (Foto: Olaf Meister, 26. Oktober 2019, CC-BY-SA-4.0)


    Sieverstorstraße 56 (Foto: Olaf Meister, 26. Oktober 2019, CC-BY-SA-4.0)


    Das Haus Nr. 57 wurde 1895 gebaut. Die rechts anschließende Nr. 56 stammt von 1893. Rechts daneben ist auf dem Bild oben noch ein kleines Stück der sanierten Fassade von Nr. 55 zu sehen. Das 1898 erbaute Haus gehört anderen Eigentümern. Hier der Zustand vor der jüngsten Restaurierung:


    Sieverstorstraße 55 (Foto: Greifen, 29. Oktober 2013, CC0)


    Hier ein Foto des Hauses nach der Fassadenrestaurierung


    Und ein weiterer Artikel der Volksstimme zur Sieverstorstraße (vom 24. Februar 2017).


    Seit Jahren wartet die Sieverstorstraße darauf, aus der Bedeutungslosigkeit geholt zu werden. Nach der Wende verlor die einstige Handwerkermeile in Magdeburg immer mehr an Stellenwert, erst zogen die Betriebe weg, dann die Bewohner. Heute sind die meisten Häuser im Umfeld des ehemaligen Brauerei-Geländes baufällig und so gut wie leergezogen.

    Dietrich Brauckmann hat das negative Image der Straße nicht abgeschreckt, „obwohl mich alle gewarnt haben“, wie er sagt. Ende 2016 erwarb der Bauunternehmer aus Stemmern das baufällige Rayonhaus im Westen des Brauerei-Geländes, einst Sitz des Inhabers, sowie das Nachbargrundstück. Die Entkernung des baulichen Schmuckstücks aus dem Jahr 1870 ist bereits abgeschlossen, jetzt wartet er auf die Baugenehmigung.

    Es handelt sich um das Haus Sieverstorstraße 5, dessen Sanierung hier im Forum noch nicht registriert wurde. Hier ein Foto des Hauses vor der Sanierung:


    Sieverstorstraße 5 vor der Sanierung (Foto: Greifen, 29. Oktober 2013, CC0)


    Hier ein Foto der Sieverstorstraße 5 nach der Sanierung (von Stadtbild Magdeburg)

    Zum ersten Foto: Fußgängertunnel am Neustädter Markt


    Der Uniformierte ganz links ist ein Leutnant (лейтенант), der mittlere Untersergeant (младший сержант). Das ist der unterste Dienstgrad der Unteroffiziere. Alle drei gehören zu einer Streife (Armbinde патруль) und essen Eis.


    Im Hintergrund dieses Fotos sieht man die Plattenbauten am Neustädter Markt. Die hatte ich irgendwie schöner in Erinnerung.


    Interessant auch das Bild Zwickauer Straße


    Da sieht man einen "Sabberosch". Manchmal sagte man auch "Sabberfrosch". Wohl das eigenartigste Automobil, das bei uns herumfuhr. Der offizielle Name war "Saporoshez", nach der Stadt Saporoschje in der Ukraine. Das hat man umgangssprachlich aber nie gesagt. Ich bin nie mit einem Sabberosch mitgefahren, weil es niemanden gab, der einen hatte. Ich hab als Kind überlegt, ob der sabbert. Es soll ein schlechtes Auto gewesen sein.


    Das Bild Hinterhof Görlitzer Straße finde ich sehr charakteristisch. So sieht für mich Heimat aus.


    Das Foto Plattenbaugebiet Gorbitz in Bau finde ich auch schön. Ein Skoda und im Hintergrund ein Turmdrehkran, wie er vielerorts zu sehen war. Man freut sich, dass man eine neue Wohnung kriegt, bald einziehen kann.


    Damals waren wir noch jung.


    Edit: Nach Korrekturhinweis von Reik habe ich den Anfang geändert.

    Zu dem von Civitas fortis ermitelten historischen Foto vom Händel-Haus passt der Torbogen in seiner Schlichtheit doch gut.


    Als Beifang findet sich auf einigen Fotos aus meinem vorigen Beitrag die Sanierung eines Altbaus, die parallel zu den Arbeiten am Händel-Haus erfolgte. Ein Foto dieses Hauses nach der Sanierung konnte ich nicht ermitteln. Es ist nur auf einigen Bildern vom Händel-Haus mit drauf. Ich meine das weiße Eckhaus links vom Händel-Haus. Auf dem folgenden Foto ist die Sanierung im Gange, auf dem nachfolgenden ist sie beendet.


    Foto des Architekten Fromme vom Umbau, Herbst 2019


    Foto des Händel-Hauses nach Abschluss der Bauarbeiten, September 2020


    Es handelt sich um das Haus Kleine Ulrichstraße 1. Es steht unter Denkmalschutz, stammt ursprünglich aus dem 18. Jahrhundert und wurde Ende des 19. Jahrhunderts umgebaut.


    Das Haus Kleine Ulrichstraße 1 vor der Sanierung, rechts die Kleine Ulrichstraße Blick nach Norden. Ganz rechts, außerhalb des Bildes, steht das Händel-Haus, das ja ein Eckhaus zur Kleinen Ulrichstraße ist. Links die Große Nikolaistraße Richtung Domplatz. Ganz im Hintergrund ist der Dom zu erahnen (Foto: Catatine, März 2016, CC-BY-SA-3.0)


    Kleine Ulrichstraße 1 vor der Sanierung (Foto: Catatine, März 2016, CC-BY-SA-3.0)

    Am 3. September 2020 wurde der neue Eingang zum Händel-Haus eröffnet. Ich hatte seit November 2019 mehrfach über diese Baumaßnahme berichtet. Die Arbeiten wurden doch deutlich später abgeschlossen, als ursprünglich geplant. Geschaffen wurde ein barrierefreier Zugang (ebenerdig und mit Hubliften zu den Obergeschossen). Geöffnet wurde eine Toreinfahrt, die erst in den 1930er Jahren verschlossen worden war. Der Architekt des Umbaus ist Johann-Christian Fromme.


    Infos des Händel-Hauses zur Eröffnung


    Hier einige Bilder:


    Große Nikolaistraße 5, das Händel-Haus vor dem Umbau (Foto: Tilman2007, Juli 2017, CC-BY-SA-4.0)


    Foto des Architekten Fromme vom Umbau, Herbst 2019

    Man beachte auf diesem Foto links vom Fahrrad den elektronischen Schaukasten, der in der zweiten Jahreshälfte 2017 oder Anfang 2018 angebracht worden ist. Ganz genau weiß ich es nicht. Ich empfand ihn aber als ziemlich störend - sowohl an dem alten Haus als auch in Bezug auf das städtebauliche Umfeld.


    Foto von "Du bist Halle" vom Einbau der Glastür, 8. April 2020


    Foto von der feierlichen Eröffnung des neuen Eingangs, 3. September 2020

    Die Personen von links nach rechts: der Kulturminister des Landes Sachsen-Anhalt Rainer Robra, die Kulturbeigeordnete der Stadt Halle Judith Marquardt, der Architekt Johann-Christian Fromme und der Direktor der Stiftung Händel-Haus Clemens Birnbaum.


    Foto des Händel-Hauses nach Abschluss der Bauarbeiten, September 2020

    Man beachte: Der elektronische Schaukasten links ist verschwunden. Er war noch während der Bauarbeiten vorhanden gewesen. Das Händel-Haus hatte ja geöffnet. Die Baustelleneinrichtung endete vor der alten Haustür. Offensichtlich hält man den Schaukasten jetzt, wo die einladende Glastür da ist, nicht mehr für erforderlich. Das ist auf jeden Fall eine Verbesserung.

    Wiedererrichtung der Mariensäule auf dem Altstädter Ring (Teil 10)


    Es gibt nun wieder Neuigkeiten zu vermelden. Gute Neuigkeiten!


    Am 15. August 2020, zum Fest Mariä Himmelfahrt, fand die Segnung der Mariensäule statt. Es war eine beeindruckende und schöne Veranstaltung, die mich sehr bewegt hat. Ich konnte sie im Fernsehen verfolgen.


    Bei den Ansprachen im Rahmen dieser Feier standen der Rückblick und die Freude über das Erreichte im Mittelpunkt. Aussagen zum weiteren Vorgehen wurden nicht gemacht. Lediglich in einem Nachrichtenbeitrag des Privatsenders Televize Nova sagte der Bildhauer Petr Váňa am Rande der Veranstaltung zu einem Reporter in Bezug auf die Mariensäule: "Sie ist noch nicht fertig. Da fehlen ja noch die Engel." Und am Ende des Beitrags ergänzte der Reporter, die Anfertigung der Engel könnte acht Jahre dauern.


    Am 6. September nun veröffentlichte die Gesellschaft zur Wiedererrichtung der Mariensäule eine Mitteilung zum weiteren Vorgehen:

    marianskysloup.cz/clanky/aktuality/a-co-bude-dal


    Es lohnt sich für euch nicht, den Link anzuklicken. Er dient nur als Quellennachweis. Der Text ist - wie alles Material zur Mariensäule - nur auf Tschechisch verfügbar. Ich gebe den Inhalt aus dieser und anderen Quellen hier wieder:


    Den Verein hatten in der letzten Zeit zahlreiche Anfragen bezüglich des weiteren Vorgehens erreicht. Am 26. August war dies Gegenstand einer Sitzung des Vereinsvorstandes. Es überwog die Meinung, dass die Säule nun um die Engelgruppen ergänzt werden müsse. Dazu wird eine Kommission unter Leitung von Jan Bradna gebildet. Bradna ist stellvertretender Vereinsvorsitzender, akademischer Bildhauer und Restaurator. Er hatte bereits die restauratorischen Recherchen und die Modellentwicklung für die Rekonstruktion der fertigen Teile der Mariensäule geleitet.


    Die Reste der historischen Mariensäule, einschließlich der Engelgruppen, befinden sich im Lapidarium des Nationalmuseums auf dem Prager Ausstellungsgelände (výstaviště). Es wird zu klären sein, ob man wieder Gipsabgüsse anfertigt oder mit moderner Technik (Scan und 3D-Druck) arbeitet. Ferner stellt sich die Frage, wie lange die Arbeit an den vier Engelgruppen insgesamt dauern wird. Váňa schätzt sie auf acht Jahre. In der Vereinsmitteilung heißt es nun, es könnte zehn bis zwölf Jahre dauern, wenn Váňa allein an dem Projekt arbeiten würde. Ausgangspunkt für diese Annahme ist die Tatsache, dass Váňa an der Marienfigur drei Jahre gearbeitet hatte (neben seinen laufenden Aufträgen). Johann Georg Bendl hatte seinerzeit drei Gehilfen. Es wird erwogen, weitere Bildhauer zur Mitarbeit einzuladen. Würden vier akademische Bildhauer an den Sandsteinkopien der Engelgruppen arbeiten, so könnte sich der Zeitaufwand auf vier bis fünf Jahre verkürzen. Die Vorarbeiten Bradnas bei der Modellentwicklung müssen da noch hinzugerechnet werden.


    Die Vervollständigung der Mariensäule um die vier Engelgruppen wird nochmal ein großer Kraftakt. Ich bin sicher, dass Petr Váňa wieder dabei sein wird. Für Kontinuität und hohe Qualität steht zudem Jan Bradna. Die Arbeiten werden mit der Prager Denkmalpflege abgestimmt.


    Engel im Kampf mit dem Teufel, Kopie (Kunststein) einer Figurengruppe von der Mariensäule auf dem Altstädter Ring, aufgestellt vor dem Eingang zum Lapidarium des Nationalmuseums, Výstaviště, Praha 7 (Foto: Luděk Kovář, Juni 2010, CC-BY-SA-3.0)

    Nun, die Viktoria führt den Kaiser, der den Frieden mit sich bringt.


    Die Krone liegt zwar auf den Stufen vor dem Sockel der Reiterfigur, aber erreichbar für jedermann ist sie deshalb noch lange nicht. An der Front des Denkmals ist ein hoher Absatz. Erst danach folgen die Stufen, die doch eher dekorativ gemeint sind. Frontal kann man gar nicht hinaufsteigen. Die Bronzedraperie würde zudem eine würdevolle Annäherung an die Krone unmöglich machen. An den Seiten vom Festplatz aus ergäbe es keinen Sinn, die Stufen am Denkmalssockel zu besteigen.


    Eine "Staatsgewalt zum Anfassen" kann ich bei dem Denkmal nirgends erkennen. Wo soll man da was anfassen?


    Nationaldenkmal Kaiser Wilhelm I., Ansichtskarte um 1900


    Der Arc de Triomphe ist ein Siegesdenkmal Kaiser Napoleons. In späterer Zeit hatte Frankreich keinen Bedarf, ein Nationaldenkmal zu errichten, anders als Deutschland, Italien oder Ungarn. Man kann die Denkmäler schlecht vergleichen.


    Und was hat Wilhelm II. am Berliner Nationaldenkmal nicht gefallen?

    Die Wippe ist also ein bewusster, von Thierse und anderen Entscheidern tolerierter Akt der Zerstörung des Ensembles zwischen Berliner Schloss, Eosanderportal, Schinkelplatz und Bauakademie, und ebenso des Nationaldenkmals, das 1871 an den Sieg-Frieden gegen Napoleon III, und auch an die Befreiungskriege gegen Napoleon I erinnert hat.

    Für den Akteur hält Bauaesthet hier Milla und Partner. Die Darstellung ist aber verkehrt herum. Zuerst waren die Politiker da und haben sich überlegt: Es wäre doch ganz schön, ein Denkmal zu haben, das an die Friedliche Revolution in der DDR und die dadurch möglich gewordene Wiedervereinigung erinnert. Dann hat man überlegt, wo dieses Denkmal in Berlin stehen könnte und kam auf den Sockel des alten Nationaldenkmals. Für diesen konkreten Standort und das konkrete neue Denkmal wurde dann ein Wettbewerb ausgeschrieben. Und infolge dieses Wettbewerbs wird nun das Freiheits- und Einheitsdenkmal (FED) von Milla und Partner gebaut.


    Was in Stuttgart diskutiert wird, sollte in der entsprechenden Abteilung unseres Forums besprochen werden.


    Die beiden Napoleon I und III hatten ihre permanent aggressive Politik gegen deutsche Länder betrieben.

    N III forderte die westrheinischen Gebiete. Deshalb war das Nationaldenkmal durchaus ein historisches Beispiel für die nach 1806 wieder gewonnene deutsche Einheit im 19. Jhd. Es geht heute wirklich nicht darum, "Siegen gegen N huldigen zu wollen", sondern es geht darum, aus Denkmalen, auch aus pompösen, von Geschichte und von Sichtweisen der Vorfahren selbstkritisch zu lernen

    Das alte Nationaldenkmal war unverkennbar ein Herrscherdenkmal. Wilhelm I. war zur Zeit der Befreiungskriege minderjährig. Das Denkmal kann also nicht an die Befreiungskriege erinnern. Es ist ein Denkmal für Wilhelm I. und die Reichseinigung. Für die Befreiungskriege gibt es andere Erinnerungsorte (z.B. Generalsstandbilder an der Neuen Wache, Denkmal auf dem Kreuzberg)


    Es stimmt nicht, dass die beiden französischen Kaiser eine besonders aggressive Politik speziell gegen deutsche Länder betrieben hätten. Napoleon I. führte gegen ganz Europa Krieg. Auch Napoleon III. war mit vielen anderen Themen beschäftigt (Krimkrieg, Savoyen, Kolonien in Übersee usw.) Auslöser für den Deutsch-Französischen Krieg war eine mögliche Thronkandidatur eines Hohenzollernprinzen in Spanien. Wilhelm war nicht bereit, als Chef des Hauses Hohenzollern gegenüber Napoleon III. eine dauerhafte Verzichtserklärung seines Hauses auf eine Kandidatur in Spanien abzugeben. Für Monarchien sind solche Fragen von größter Wichtigkeit. Das konnte man so lesen, und so las man es in Frankreich, dass Wilhelm und damit Preußen nicht bereit war, sich einer französischen Vormachtstellung in Europa unterzuordnen. Es ging also, wie bei so vielen Kriegen, um reine Machtfragen, um Rangordnung und Prestige. Territoriale Forderungen wurden nach Kriegsbeginn nachgeschoben.


    Geschichtliche Zusammenhänge lassen sich in Denkmalform kaum darstellen. Das alte Kaiser-Wilhelm-Denkmal informierte den Betrachter über das Aussehen mehrerer Tierarten (deshalb ließen sich die Löwen für den Tierpark so schön zweitverwerten) sowie über das Aussehen Wilhelms I. Es informierte knapp über die Bedeutung Wilhelms und erinnerte mit weiteren Figuren an die Reichseinigung. Ein Geschichtsbuch konnte und wollte das Denkmal nicht ersetzen. Den verwaisten Denkmalsstandort an der Schlossfreiheit nun mit einem neuen "Nationaldenkmal" zur Erinnerung an die erneute "Reichseinigung" zu besetzen, ist eigentlich nicht abwegig.

    Der Städte- und Gemeindebund hat sich gegen eine frühzeitige Absage von Weihnachtsmärkten ausgesprochen. Info des MDR


    Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch will Weihnachtsmärkte ermöglichen. Dazu passt aber meines Erachtens die Absage der Herbstmärkte in Leipzig und Dresden nicht. Die sind doch im Vergleich zu den riesigen Weihnachtsmärkten in beiden Städten geradezu läppisch. Mehrere Städte, darunter Magdeburg und Dresden, wollen den Weihnachtsmarkt ein paar Tage früher beginnen lassen.


    Den Striezelmarkt müsste man so eindampfen, um ihn Corona-konform zu machen, dass er nicht mehr der Striezelmarkt ist. Eventuell wird man irgendwie tricksen und schummeln und ein bisschen Etikettenschwindel betreiben, sodass die Weihnachtsmärkte irgendwie doch stattfinden. Oder man erklärt, dass sich das Corona-Problem plötzlich in Luft aufgelöst hat. Wie will man Abstandsregeln auf Weihnachtsmärkten durchsetzen?


    Ich finde es schade um die Herbstmärkte, die immer etwas Gemütliches hatten. Aber die Welt dreht sich nur um die Weihnachtsmärkte.


    Nachtrag: Der Dresdner Stadtrat hat am 3. September beschlossen, die Dresdner Weihnachtsmärkte schon am Montag nach Totensonntag beginnen zu lassen. Info des MDR


    Schon alles sehr seltsam.

    Das Pendant zu den Leipziger Markttagen ist in der Landeshauptstadt der Dresdner Herbstmarkt. Der wurde auch abgesagt. Man sehe sich die entsprechende Pressemitteilung der Landeshauptstadt an!


    Wer da noch glaubt, der Striezelmarkt könnte stattfinden, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.


    Schade. Ich fand sowohl die Leipziger Markttage als auch den Dresdner Herbstmarkt immer sehr schön. Da fehlt schon was im Leben einer solchen Stadt. Die aktuelle sächsische Corona-Schutzverordnung gilt bis zum 31. Oktober. Das dient den Verantwortlichen wohl als Vorwand, sich um eine Absage der Weihnachtsmärkte herumzudrücken.

    Heimdall , volle Zustimmung! Aber Reik weist auf ein interessantes Phänomen hin: die Arbeit ausländischer Architekten und Baufirmen in sozialistischen Staaten. Das gab es ja nicht nur in der DDR, sondern auch in anderen Ostblockstaaten. Wobei ich nur die Architektur der sieben Warschauer-Pakt-Staaten einigermaßen überblicke. Vielleicht starte ich dazu mal in einigen Tagen ein eigenes Thema. Dabei gibt es auch Bezugspunkte zu anderen anspruchsvollen Bauprojekten in diesen Staaten, die mit nationalen Kapazitäten bewältigt wurden.


    In jedem Falle wurde nur gebaut, was die jeweilige Staats- und Parteiführung wünschte. Und es wurde auch nicht allzu laut in die Welt hinausposaunt, dass ausländische Planer und Baufirmen beteiligt waren. Diese Bauten sollten schon als Teil des sozialistischen Aufbaus wahrgenommen werden. Und das waren sie ja auch.

    Wie der MDR mitteilt, wurden die Leipziger Markttage abgesagt. Die traditionsreiche Veranstaltung sollte vom 25. September bis zum 4. Oktober stattfinden. Die Einhaltung der Corona-Schutzregeln sei nicht möglich. Diese Entscheidung hatte ich nicht erwartet. Eigentlich hieß es, man wolle sich wieder an größere Veranstaltungen herantrauen. Im August gab es die "Leipziger Marktmusik" als erste besondere Veranstaltung nach dem Corona-Lockdown. Derzeit gibt es ein Weinfest auf dem Markt. Beide Veranstaltungen sind abgezäunt mit Einlasskontrolle und begrenztem Sitzplatzkontingent.


    Der reguläre Wochenmarkt findet seit längerem wieder statt, mit größeren Abständen zwischen den einzelnen Markthändlern. Die Markttage sind eigentlich nur ein etwas größerer und gehobener Wochenmarkt und im Vergleich zum Leipziger Weihnachtsmarkt winzig. Es hieß zwar aus dem Leipziger Marktamt, aus der Absage der Markttage seien keine Rückschlüsse auf den Weihnachtsmarkt zu ziehen. Ich ziehe sie aber trotzdem. Für mich lässt sie nur den Schluss zu, dass der Weihnachtsmarkt nicht stattfinden wird. Der Dresdner Striezelmarkt wird auch ausfallen. Beides sind nicht beherrschbare Großveranstaltungen. Man hätte sich meines Erachtens an die Markttage herantrauen müssen, um für den Weihnachtsmarkt zu üben. Ein Weihnachtsmarkt hat genau die Eigenschaften, die eine Veranstaltung in Corona-Zeiten als nicht beherrschbar erscheinen lassen. Viele Menschen, keine Wegeführung möglich, keine Zugangskontrolle. Außerdem sind die öffentlichen Verkehrsmittel in der Adventszeit oft überfüllt.


    Ich glaube, man hofft auf ein Wunder, dass sich das Corona-Problem bis Ende November in Luft auflöst. Der wirtschaftliche Schaden für Sachsen wird immens sein.


    Der Leipziger Weihnachtsmarkt ist im Grunde nichts anderes als die Markttage, nur in der Adventszeit und viel viel größer.

    Das ist das Denkmal der Großherzogin Alexandrine (1803-1892). Sie war eine Tochter der berühmten preußischen Königin Luise und wurde nach Mecklenburg verheiratet. Von 1822-1837 lebte sie zusammen mit ihrem Gemahl Paul Friedrich in Ludwigslust. Nach dem Regierungsantritt verlegte das Paar jedoch seine Residenz nach Schwerin.


    Ludwigslust, Alexandrinenplatz, "Reitende Alexandrine", Denkmal der Großherzogin Alexandrine (Foto: Ruchhöft-Plau, 2011, CC-BY-SA-3.0)


    Alexandrinenplatz, "Reitende Alexandrine", Denkmal der Großherzogin Alexandrine (Foto: Ruchhöft-Plau, 2011, CC-BY-SA-3.0)


    Das Reiterstandbild wurde 2003 von Andreas Krämmer geschaffen. Krämmer war einige Jahre bei Jürgen Weber in Braunschweig, dem wohl profiliertesten Vertreter der realistischen Richtung unter den Bildhauern Westdeutschlands. Künstlerisch stand Weber der Halleschen Bildhauerschule nahe. Auch bei Krämmer sind Bezüge zur Halleschen Schule, namentlich zu Bernd Göbel, nicht zu übersehen. Göbel zog dann gewissermaßen 2017 mit seinem Denkmal der Herzogin Luise Dorothea in Gotha nach.


    Das Pferd der Alexandrine erinnert mich an Redefin, das ja nicht weit von Ludwigslust entfernt ist. Dort befindet sich das mecklenburgische Landgestüt. (Der Name Redefin wird übrigens auf der ersten Silbe betont. Leute, die nicht aus der Region sind, betonen die Ortsnamen oft falsch.)

    Danke, Heimdall ! Ich kann Kaorus Diffamierungsstrategie überhaupt nicht nachvollziehen. Selbst die einschlägigen linken Architekturideologen würden nicht behaupten, in Italien sei der Faschismus dem Barock vorausgegangen. Der Rundbogen ist ein uraltes architektonisches Motiv und kehrt hier in einer modernen Interpretation wieder.


    Die Zeichnung, die Konstantindegeer präsentiert hat, sagt noch relativ wenig aus. Und an dem Entwurf wird ja auch noch gefeilt. Die andere Fassade ohne die Rundbögen sieht aber trostlos aus.

    Wir können nun beide Fotos von Ostwestfale des schönen Denkmals im Westfalenpark untereinander zeigen:


    Text von Ostwestfale, 11. Juni 2020 (leicht bearbeitet):


    Das Denkmal für Kaiser Wilhelm im Dortmunder Westfalenpark ist eine wirkliche Augenweide! Platziert am Rande des Kaiserhains sitzt seine kaiserliche Majestät auf einem ausladenden Stuhl und empfängt freudig seine Untertanen:


    Dortmund, Westfalenpark, Denkmal für Kaiser Wilhelm I. (Foto: Ostwestfale, 11. Juni 2020)

    Und ist das nicht der Ort, wo die leckeren Schaumküsse herkommen?

    Doch, ist es.


    Leider wirkt es, wie vieles im "Osten", etwas unbelebt.

    Ein Städtchen mit 5.000 Einwohnern. Der Landkreis drumherum hat eine Bevölkerungsdichte von 45 Ew. je km2. Sieht man denn im Westen im ländlichen Raum, da wo die Bevölkerungszahlen auch sehr niedrig sind, mehr Leben?


    Es gab vor einigen Jahren eine ähnliche Diskussion im Forum zu Gransee in Brandenburg. Zwischen diesen Kleinstädten und Metropolen wie Hamburg oder Berlin liegen Welten.


    Für mich ist die Ostprovinz der Normalfall. Was du als "leider" wahrnimmst, habe ich auf den Bildern gar nicht so gesehen. Ich denke nur: schöne kleine Stadt, wunderbar saniert.


    Nun ist Grabow auch einfach nur eine kleine alte Stadt und kein Tourismuszentrum. Das schöne Ortsbild ist eher ein Geheimtipp.

    Stifter des Glockenspiels war die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel e. V. (siehe Wikipedia). Die Stiftung Preußisches Kulturerbe hat 2006 das Vermögen der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel übernommen (siehe SPKE - Wir über uns). Es handelt sich schon um zwei verschiedene Organisationen. Aber "rechtsradikal" sind sie sicherlich nicht. Die Dämonisierung Preußens ist schon irgendwie grotesk.


    Bei der SPKE steht übrigens, dass sie nicht mehr die Möglichkeit haben, den Wiederaufbau der Garnisonkirche zu fördern, zumindest nicht mit dem Vermögen der Traditionsgemeinschaft.


    Ich fürchte in den Augen von Oswalt & Co. war die ganze Wiedervereinigung ein rechtsradikales Projekt

    Ja, das ist wohl so. Es hinderte den Wessi Oswalt aber nicht daran, in der Ex-DDR Karriere zu machen: 2009-2014 Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, davor zeitweilig in Cottbus und Berlin (Ost) tätig.


    Man fragt sich, was in Köpfen wie Oswalt vorgeht. Bei fanatischen Rekogegnern ist die Argumentation häufig so bizarr, dass man den Eindruck gewinnen kann, sie sind geisteskrank. Das habe ich zum Beispiel bei der Prager Mariensäule auch erlebt. Es ist kein rein deutsches Phänomen.

    Potsdamer Neuste Nachrichten (PNN) schreibt in ihrer Ausgabe vom 04.09.2020 das im Rechenzentrum (RZ) eine Ausstellung stattfindet. Diese übt scharfe Kritik an der Garnisonkirchen-Stiftung. Sie befasst sich insbesondere mit der Entstehungsgeschichte des umstrittenen Glockenspiels.


    Ich möchte den Bericht weitgehend nicht kommentieren, weil auch hier immer die gleichen Akteure zu Wort kommen und diese kennen wir ja inzwischen. Wenn jemand die Ausstellung besucht, kann er aber gerne mal seine Meinung schildern.


    https://www.pnn.de/potsdam/neu…emismus-vor/26160048.html

    Ich antworte mal in dem richtigen Strang.


    Das ist die altbekannte Masche von Philipp Oswalt, die GK in die rechte Ecke zu stellen. Von dem Glockenspiel der Traditionsgemeinschaft hat sich die Stiftung Garnisonkirche Potsdam (SGP) so sehr distanziert, wie dies nur irgend möglich ist. Die SGP hat keinen Kontakt mehr zu der Gruppierung um Herrn Klaar. Das Glockenspiel wird nicht verwendet, sondern es wird ein neues hergestellt. In der SGP wirken hochangesehene Persönlichkeiten mit, die über jeden Verdacht einer Nähe zu rechten Kreisen erhaben sind.


    Mit einem negativen Unterton wird in dem PNN-Bericht Jörg Schönbohm erwähnt. Der CDU-Politiker starb vor anderthalb Jahren. Er war hoher Offizier der Bundeswehr, später zehn Jahre lang Innenminister des Landes Brandenburg. Herr Oswalt hat offenbar vergessen, dass die CDU eine Volkspartei und in der Mitte des demokratischen Spektrums angesiedelt ist.


    Es bringt nichts, sich diese Ausstellung anzusehen. Da wird einem nur platte, altbekannte Propaganda geboten. Versuche mit solchen Leuten wie Oswalt ins Gespräch zu kommen, sind sinnlos. Es dürfte das beste sein, sie und diese Ausstellung zu ignorieren.