Posts by Rastrelli

    Und in der rechten Bubble wie immer substanzlose Kritik.

    Wieso Bubble und wieso substanzlose Kritik? Maecenas hatte den "Spiegel" zitiert. Ich füge noch die Einschätzung von Jörg Häntzschel in der "Süddeutschen" an.

    Es kommt nicht oft vor, dass Festredner ihren Auftritt zu einer Grundsatzkritik an dem zu feiernden Ereignis nutzen.

    Journalisten, die zweifellos nicht "in der rechten Bubble" sitzen, schreiben zu Steinmeiers Rede "verbreitete schlechte Laune" und "Grundsatzkritik", was, wie sie selbst konstatieren, ungewöhnlich ist für eine Eröffnungsrede. Zudem geht es um die Eröffnung eines kulturellen Großprojektes des deutschen Staates. Da ist die Einschätzung von Maecenas

    Tendenziell klang es so, als empfinde er das HuFo als architektonischen und konzeptionellen Unfall, zumindest jedoch als ein ungeliebtes und ungewolltes Kind.

    . . . eine, wie ich finde, zutreffende, zumindest aber zulässige Reaktion und keinesfalls substanzlos. Tegula, du bestätigst das doch im Grunde mit deiner Äußerung:

    Sie beschreiben die Bedeutung und Symbolkraft des Ortes in der Mitte Berlins, im Zentrum der deutschen Republik und eines geeinten Europas. Das Schloss ist ein Bau, der seine Stellung in der Geschichte, seine Rolle in einem demokratischen Gemeinwesen erst noch finden muss.

    Das heißt, es bestehen grundsätzliche Zweifel an dem Projekt. Warum muss das Schloss seine Rolle in unserem demokratischen Gemeinwesen erst noch finden? Es wurde jahrelang vor dem Beginn über dieses Projekt diskutiert und dann wurde der Bau demokratisch beschlossen. Breit gestreutes bürgerschaftliches Engagement hatte einen wesentlichen Anteil am Wiederaufbau des Schlosses. Der Bundespräsident, der sonst bürgerschaftliches Engagement immer lobt, verliert in diesem Falle kein einziges Wort darüber. Ich finde das nicht normal. Es deutet darauf hin, dass ihm in diesem Falle das bürgerschaftliche Engagement nicht recht war oder heute nicht mehr recht ist. Warum soll verschwiegen werden, dass die rekonstruierten Fassaden spendenfinanziert sind? Für einen Satz dazu wäre in der Rede ohne Weiteres Platz gewesen. Tatsächlich vermeidet es Steinmeier, sich überhaupt positiv zu dem Gebäude und seiner Architektur zu äußern. Ein Satz zum bürgerschaftlichen Engagement hätte wohl positiv ausfallen müssen. Vielleicht hat er es deshalb nicht erwähnt. Steinmeier arbeitet Ambivalenzen heraus, erwähnt Kritik, stellt Fragen. Wer das Schloss bejaht, dem wird das in einer Eröffnungsrede nicht reichen. Wer gegen das Schloss ist, wird sich durch die Rede des Bundespräsidenten bestärkt fühlen.


    Außerdem: Die Eröffnung der Museen im Humboldt Forum ist nicht nur ein Anfang, wie Steinmeier sagt. Sie ist ein bedeutender Zwischenschritt. Das bis hierhin Erreichte ist beachtlich. Dies zu würdigen, ist normalerweise eine der Aufgaben einer Eröffnungsrede.


    Eine der ganz großen Reden deutscher Bundespräsidenten.

    Ich finde es interessant, wie unterschiedlich diese Rede bewertet wird.

    Bundespräsident Steinmeier hat, wie das bei ihm zu erwarten war, schwere Kost geboten. Eine Rede - deutscher als deutsch.


    Es empfiehlt sich, das Redemanuskript nachzulesen:

    bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2021/09/210922-Humboldt-Forum


    Ihr könnt euch den gesamten Festakt auf youtube ansehen (der Film geht erst bei Minute 27:30 los):

    Festakt zur Eröffnung des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst


    Die dazu passende Seite im Webauftritt des Humboldt Forums ist diese hier:

    humboldtforum.org/de/programm/termin/eroeffnung/festakt-31422


    Das Programm der Eröffnungstage (23.-26. Sept.):

    humboldtforum.org/de/programm/event/eroeffnung/begegnungen-in-vielheit-29716


    Zur Pop-up-Architektur im Schlüterhof:

    humboldtforum.org/de/programm/laufzeitangebot/installation/pop-up-architektur-25364



    Einige Medienreaktionen auf die Eröffnung:


    spiegel.de/kultur/steinmeier-eroeffnet-berliner-stadtschloss-bloss-nicht-jubeln


    deutschlandfunkkultur.de/steinmeiers-rede-zum-humboldt-forum


    zeit.de/2021/39/humboldt-forum-berliner-schloss-eroeffnung-ethnologisches-museum-ausstellung/komplettansicht

    Wir haben hier zwar schon erstklassiges Bildmaterial zum Langen Gang, aber ich denke, es kann nicht schaden, noch einige weitere Aufnahmen zu zeigen. Lichtverhältnisse, Farbwirkungen und Perspektiven sind doch immer wieder anders.


    Der Lange Gang in Richtung Johanneum (Foto: SchiDD, 21. August 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Der Lange Gang in Richtung Johanneum (Foto: SchiDD, 21. August 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Langer Gang, Blick zur Decke in Richtung Johanneum (Foto: SchiDD, 21. August 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Langer Gang, Blick zur Decke in Richtung Georgenbau (Foto: SchiDD, 21. August 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Langer Gang, Malereien an einem der Fenster zur Augustusstraße (Foto: SchiDD, 21. August 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Die Rekonstruktion des Langen Ganges hat sich wirklich gelohnt. Seit einem Monat ist diese wunderbare Raumschöpfung der Renaissance der Öffentlichkeit wieder zugänglich.

    Die Plattenbauten an der Berliner Wilhelmstraße an der einstigen Grenze zwischen Ost und West sind unter Denkmalschutz gestellt worden. Die Häuser in der früheren Otto-Grotewohl-Straße wurden von 1987 bis 1992 unter Chefarchitekt Helmut Stingl errichtet und gelten als Spätwerk des DDR-Städtebaus.
    [. . .]
    Laut Landeskonservator Christoph Rauhut war das Viertel ein wichtiger Baustein im Wettbewerb der politischen Systeme: "Als Leuchtturmprojekt der Ost-Berliner Hauptstadtplanung setzte es die Leistungsfähigkeit und Qualität des großen Wohnungsbauprogramms der DDR in äußerst prominenter und historisch aufgeladener Lage öffentlichkeitswirksam in Szene."

    In Anbetracht der Äußerung des Landeskonservators müssen wir uns wohl die Frage stellen, welches der politischen Systeme den Wettbewerb gewonnen hat? Vor einigen Jahren noch wäre die Antwort klar gewesen. Aber wenn Herr Rauhut nun SED-Propaganda zum Besten gibt . . .


    Als Zeitzeuge mit DDR-Hintergrund kann ich sagen, dass die Häuser an der Otto-Grotewohl-Straße zu ihrer Entstehungszeit zwar eine gewisse Beachtung in der Öffentlichkeit fanden, aber "ein wichtiger Baustein" waren sie nicht. Von der "Leistungsfähigkeit und Qualität des Wohnungsbauprogramms" zeugten vor allem Großwohnsiedlungen wie Marzahn und Hellersdorf. Das ist nicht ironisch gemeint. Marzahn war damals wirklich beeindruckend. Ein besonderer Stellenwert in der Propaganda kam dem Ensemble Ernst-Thälmann-Park mit Hochhäusern, Thälmann-Denkmal, Großplanetarium und Grünanlagen zu.


    Die Otto-Grotewohl-Straße gehörte hingegen zur Gruppe der innerstädtischen Lückenschließungen, die in einer Reihe von Städten der DDR damals entstanden und Beispiele angepasster Plattenbauten bieten. Diese Häuser waren ziemlich konventionell und grau. Ich fand sie damals nicht besonders interessant, geschweige denn wegweisend. Richtig schöne Neubauten entstanden zu jener Zeit an der Friedrichstraße und rund um den Gendarmenmarkt. Übrigens befand sich die DDR bereits 1988 in ihrer finalen Krise. Damals klang das Wort "Leistungsfähigkeit" wie Hohn.

    Treverer

    Deine Wortwahl in deinem vorletzten Beitrag war derart rechtslastig, dass es dir nicht gut ansteht, nun gleich wieder gegen nichtlinke Forumskollegen auszuteilen. Sitzt du nicht letzten Endes mit Heimdall im selben Lufboot (oder sollte ich besser sagen: Wikingerboot)?


    Jetzt fehlt nur noch eine 'tolle' Rede von Herrn Steinmeier am Mittwoch bei der Eröffnung. Im Mai 2020 sagte der gute Mann: „Man kann dieses Land nur mit gebrochenem Herzen lieben“, am Mittwoch wird es dann vielleicht heißen: „Man kann das Humboldt-Forum nur mit gebrochenem Herzen lieben“.

    Er wird dich sicher nicht enttäuschen. Aber warum sollte man das Hufo mit einem gebrochenen Herzen lieben? Ich lasse mein Herz lieber ganz und verzichte darauf, das Hufo zu lieben. In der Sache teile ich die Enttäuschung und Kritik Treverers. Ich hätte sie nur anders formuliert.


    Interessantes Detail der Pressekonferenz: Das Hufo besitzt kein Rednerpult. Was ist der Grund? Tropenholzbelastet? An die Herkunftsgesellschaft restituiert?


    Danke für das Verlinken des Videos aber ich kann mir das nicht länger als bis zu Minute 25 geben.

    Du hast danach auch nichts verpasst.

    Ein ungewöhnliches Baudenkmal


    Wittenberge, Rathausstraße 13-15, ehemalige Neuapostolische Kirche (Foto: Yoursmile, 10. September 2016, CC0)


    Dieses 1933/34 errichtete Gebäude war früher eine Neuapostolische Kirche. Seit einigen Jahren gehört es einem Ehepaar, das beruflich mit Architektur und Kunstgeschichte zu tun hat. Die beiden kümmern sich vorbildlich um den Erhalt des Baudenkmals. Vieles machen sie in Eigenregie. Es gibt einen großen, relativ schlichten Betsaal, der für Veranstaltungen genutzt wird. Darüber befindet sich die Wohnung der neuen Besitzer. Alle Innenräume sind erstaunlich gut erhalten. Besonders bemerkenswert ist das durchdachte Farbkonzept. Die heutigen Besitzer wissen solche historischen Details zu schätzen. Für ihr Engagement wurden sie kürzlich ausgezeichnet. Es gab dazu einen Bericht in "Brandenburg aktuell", der aber nicht mehr verfügbar ist.


    Hier der zugehörige Eintrag in der Datenbank des Landesamtes für Denkmalpflege

    Ich hoffe immer noch auf die Kollonaden, aber spätestens wenn die Verschaukelungswippe in Betrieb geht und die folgenden jährlichen Kosten anstehen wird man sich besinnen das es mal einen Beschluss des " Deutschen. Parlamentes" gab zum Aufbau der Kollonaden der dann jedoch aus alten Ego gekänzelt wurde.

    Du irrst dich. Der Deutsche Bundestag hat die Errichtung des Freiheits- und Einheitsdenkmals beschlossen. Es war nur der Haushaltsausschuss des Bundestages, der später versuchte, die Gelder für die Wiedererrichtung der Kolonnaden umzuwidmen. Das konnte nichts werden, da dem ja der eigentliche Bundestagsbeschluss entgegenstand.

    Verstehe ich gerade nicht, ist doch im Strang Berlin-Grunewald eingeordnet

    War es aber erst nicht, sondern im Strang "Werden wir das schöne Bauen noch erleben?" Wurde danach offensichtlich hierher verschoben, was sinnvoll ist. Die Trabener Straße verläuft in Grunewald parallel zur S-Bahn.

    Das Foto gehört nach Buchara, und da ich es nachher ohnehin in meiner Buchara-Galerie zeigen werde, habe ich es nicht hier in meinen Beitrag zum Grab eingebaut.


    Die Aufnahme entstand übrigens auf Wunsch von Prokudin-Gorski, nicht im Auftrag des Emirs.

    Wir hatten das Thema schon einmal Ende Juni. Damals hat die Forumsleitung die Diskussion dazu ausgegliedert und - politisch korrekt - in den unsichtbaren Bereich verbannt. Anlass waren damals Äußerungen von Frau Ackermann, die sehr bedrohlich wirkten. Jetzt sieht es so aus, als ob Frau Ackermann etwas zurückrudert. Selbst in unserem Heimatsender gab es kritische Töne dazu:


    mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dresden-radebeul/dresden-kunstsammlungen-umbennung-kunstwerke

    (hier bitte den zweiten Radiobeitrag, Interview mit Ackermann, anhören)


    Alles halb so schlimm, weil es lediglich um die Bezeichnung in der Datenbank geht und die bisherigen, sehr verschiedenen Titel sichtbar bleiben.

    Ja, die Generaldirektorin der SKD hat das in dem Interview so gesagt, aber es stimmt nicht.


    Und Ackermann weißt darauf hin, dass das Reichsmuseum in Amsterdam deutlich weiter geht und sogar die Titel in der Präsentation umbenannt hat, was man in Dresden nicht plant.

    Was das Rijksmuseum macht, weiß ich nicht. Und wie die Werke in den Ausstellungsräumen aktuell beschriftet sind, kann ich auch nicht sagen. (Dresden ist im Würgegriff der Coronaseuche, deshalb fahre ich dort jetzt nicht hin.) Aber eines weiß ich: Es ergibt überhaupt keinen Sinn, in der öffentlich zugänglichen Online-Datenbank einen anderen Werktitel anzugeben als in der Ausstellung. Die Werktitel müssen konsistent sein. Egal ob elektronische Auskunftsmedien, gedruckte Materialien oder Beschriftungen in Museumsräumen - die Problematik der angeblichen Diskriminierung besteht ja in allen Kontexten gleichermaßen oder eben nicht.


    Es gibt auch eine Pressemitteilung der SKD dazu. Daraus das folgende Zitat:

    Quote from SKD

    Konkret beinhaltet das die Verwendung von Asterisken zur Ausblendung diskriminierender Begriffe. Mit Asterisken versehene Begriffe werden nicht gelöscht, sondern erst nach der bewussten Überwindung der Sternchen-Barriere angezeigt, so auch beim „**** mit der Smaragdstufe“. Mit einem Mausklick öffnet sich ein Feld, das dieses Vorgehen erklärt und die Möglichkeit eröffnet, sich den Begriff anzeigen zu lassen.

    Für die Google-Suche ist der Begriff "Mohr" mit dieser Vorgehensweise gelöscht. Die Suche nach "skd mohr mit smaragdstufe" findet den Eintrag in der Online Collection nicht mehr. Suche ich hingegen nach "skd **** mit smaragdstufe" führt mich Google sofort zur Online Collection.


    skd-online-collection.skd.museum/Details/Index/117440


    "**** mit der Smaragdstufe" - diese Formulierung mit vier Sternchen ist jetzt der offizielle Werktitel bzw., wie es in der Online Collection behauptet wird, die "historische Bezeichnung". Auf die Idee, dass ich die Sternchen anklicken und mir dann das Wort "Mohr" anzeigen lassen kann, wäre ich nie gekommen. Es gibt in der Online Collection keinen Hinweis darauf. Dass den Museumsleuten dieses Kindergartenspielchen nicht selber peinlich ist! Ich als freier, erwachsener und selbständig denkender Mensch fühle mich dadurch beleidigt. Nicht durch das Wort "Mohr", sondern durch den kindischen, völlig unsouveränen und bevormundenden Umgang mit der Sprache. Das ist unwürdig.


    Nächstes Beispiel:

    Google-Suche "skd negerjunge mursi" führt mich zum Wikipedia-Artikel (de.wikipedia.org/wiki/Negerjunge_Mursi), aber nicht zum Eintrag in der Online Collection.


    Ich muss suchen: "skd bildnis eines jungen mursi". Dann komme ich zur Online Collection.

    skd-online-collection.skd.museum/Details/Index/323981


    Seht selbst! Der alte Werktitel ist dort nicht zu finden. Die SKD halten alle früheren Werktitel nur in einer internen Datenbank für die Forschung bereit. Sowas darf aber kein Geheimwissen sein. Die alten Titel sind ja in älteren Medien öffentlich zugänglich.


    Nächstes Beispiel: skd-online-collection.skd.museum/Details/Index/176885

    Das Gemälde "Landschaft mit betenden Muslimen", alter Name "Landschaft mit mohammedanischen Pilgern". Der alte Name ist gelöscht. Ich finde das Bild nur, wenn ich den neuen Namen kenne. Dementsprechend müsste der neue Name auch in der Ausstellung neben dem Bild stehen, und auch in den gedruckten Katalogen. "Pilger" ist für so ein Landschaftsbild eigentlich der bessere Begriff. Er betont, dass es um Personen geht, die unterwegs sind, auf einer Reise.


    Letztes Beispiel: skd-online-collection.skd.museum/Details/Index/278653

    "Hund, Zwerg und Knabe" war ein Bildtitel von literarischer Qualität. "Hund, kleinwüchsiger Mann und Junge" ist plump. Auf die Frage des MDR-Moderators, warum das Wort "Knabe" nicht bleiben durfte, antwortet Frau Ackermann nicht.

    In Kabul befindet sich das Grab des letzten Emirs von Buchara. Seyid Alim Khan regierte seit 1911. Im Jahre 1920 wurde Buchara von der Roten Armee erobert. Seyid Alim Khan floh nach Afghanistan. Er starb am 5. Mai 1944 im Alter von 64 Jahren in Kabul. Von seinen zahlreichen Nachfahren lebt heute niemand mehr in Afghanistan. Ich vermute, dass das Grab noch erhalten ist.


    Kabul, Friedhof Shuhadi Salehin (oder Schachadai Salichijn), das Grab von Seyid Alim Khan, letzter Emir von Buchara, gestorben am 5. Mai 1944

    (Foto: Ahmad Waleed, 18. Januar 2014, CC-BY-SA-3.0)

    Die Architektur von Nieto und Sobejano ist an sich nicht schlecht, aber für den Standort am Karlsplatz passt der Entwurf nach meinem Eindruck nicht. Ich weiß auch nicht, ob man sich in diesem aufgebrochenen Hochhaus richtig wohlfühlt.


    Projektseite der Architekten zum Königshof


    In Berlin, zum Beispiel im Umfeld des Hauptbahnhofs oder des Alexanderplatzes wäre die Architektur von Nieto und Sobejano ein Gewinn. Aber da kommen sie nicht zum Zuge, weil die Spanier für Berlin zu kreativ sind.

    Als ich das Foto gestern sah, kam mir das Schloss bekannt vor. Nach dem jüngsten Post von eryngium fiel mir dann sofort der Name ein.


    Der Ort ist Biendorf bei Bernburg, inzwischen nach Bernburg (Saale) eingemeindet. Das kennt wirklich so gut wie niemand. Auffällig ist das hohe Mansarddach auf dem gedrungenen Hauptbau. Und der Wappengiebel natürlich. Erbaut wurde Schloss Biendorf um 1720, erweitert und umgebaut ab 1760. Zu DDR-Zeiten befand sich in dem Schloss eine Landwirtschaftsschule. Seit 2005 gehört es der niederländischen Familie Van de Merwe.


    Schloss Biendorf, Hauptgebäude (Foto: Grani, 2. April 2016, CC-BY-SA-4.0)


    Die Farbgebung des Schlosses ist auf dem älteren Foto von eryngium schöner. Hier eine weitere Ansicht aus jener Zeit. Zu sehen ist das große Wappen von Anhalt-Köthen, denn Fürst Carl Georg Leberecht von Anhalt-Köthen hatte Biendorf 1759 erworben. Seine Initialen befinden sich über dem Türsturz.


    Schloss Biendorf, Mittelteil der Hauptfassade mit dem großen Wappen von Anhalt-Köthen und den Initialen von Fürst Carl Georg Leberecht

    (Foto: Dguendel, Juni 2008, CC-BY-3.0)


    Über den Brunnen weiß ich nichts Näheres. Ich finde ihn lustig. Möglich, dass er in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg gebaut wurde. In jener Zeit war man recht kreativ, wenn es um Brunnen ging, und es gab damals nach einem Schlossbrand erhebliche Bauarbeiten dort. Aber vielleicht wurde er auch erst unter den neuen Besitzern ab 2005 errichtet. Auf eryngiums Foto sieht er jedenfalls sehr neu aus.


    Brunnen am Schloss Biendorf (Foto: Dguendel, Juni 2008, CC-BY-3.0)


    Biendorf bei Bernburg, Brunnen, im Hintergrund das Turmhaus und ein weiteres Nebengebäude des Schlosses, errichtet ab 1760

    (Foto: Dguendel, Juni 2008, CC-BY-3.0)

    Ich möchte euch in dieser Galerie die schöne Stadt Buchara in Usbekistan vorstellen. Wir haben ja bereits ein Thema "Die schönsten Städte des islamischen Kulturkreises". Die Kunstzentren Mittelasiens wurden dort aber noch nicht erwähnt. Ich meine, dass Buchara eine nähere Betrachtung in einem eigenen Thema wert ist. Es gibt zu dieser Stadt auch interessantes historisches Bildmaterial, das Vergleiche ermöglicht.


    Eine Vorbemerkung: Bei den Namen gibt es verschiedene Schreibweisen. Ich orientiere mich im Allgemeinen an den traditionellen russischen Namensformen. Russisch ist in Usbekistan auch heute noch die Sprache für den internationalen Austausch.


    Zur Einstimmung ein Musikvideo der tatarischen Sängerin Elmira Kalimullina. Sie singt in tatarischer Sprache. Musikalisch gehört das Video also eher nach Kasan. Gedreht wurde jedoch in Buchara. Die Luftaufnahmen zeigen das historische Stadtzentrum mit dem Kaljan-Komplex. Die Szenen am Boden wurden im Bereich rund um die Kaljan-Moschee sowie im Hof dieser Moschee gedreht. Auch die weiße Pfeilerhalle ist dort zu finden. Einige Aufnahmen entstanden auf der Zitadelle Ark. Der festliche weiße Saal befindet sich im Sommerpalast Sitora-i-Mochi-Chosa. Alle diese Schauplätze stelle ich euch in späteren Beiträgen näher vor. Sie gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.


    Elmira Kalimullina - Musikvideo Buchara (Youtube)


    In diesem Eröffnungsbeitrag noch eine besonders stimmungvolle Aufnahme von Jacopo Romei aus Rom:


    Buchara, die Kaljan-Moschee (Foto: Jacopo Romei, August 2011, CC-BY-SA-2.0)

    Nur drei Tage später, am 21. August, fotografierte der bekannte Wikipedist SchiDD an der Hofseite des Hausmannsturms die fertiggestellten Fresken des obersten Loggiengeschosses. Doch zunächst zwei Fotos des Altan oder Loggia genannten Vorbaus vor dem Beginn der Rekonstruktion der Fresken.


    Großer Schlosshof, Hausmannsturm, Altan vor Beginn der Rekonstruktion der Fresken (Foto: SchiDD, 18. Juni 2017, CC-BY-SA-4.0)


    Großer Schlosshof, Altan (Foto: SchiDD, 18. Juni 2017, CC-BY-SA-4.0)


    Nun die beiden aktuellen Aufnahmen.


    Rekonstruiertes Fresko "Die Königin von Saba vor Salomo" (Foto: SchiDD, 21. August 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Fresko "Die Königin von Saba vor Salomo" (Foto: SchiDD, 21. August 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Über den Bildlink könnt ihr zu einer vergrößerten Ansicht gelangen. Derzeit arbeiten die Freskanten am mittleren Altangeschoss. Das Motiv dort: "Die Anbetung der Könige". Im kommenden Jahr ist dann das untere Altangeschoss an der Reihe. Dort wird "Die Bekehrung Pauli" rekonstruiert. In dieser Zeit brauchen die Künstler noch die benachbarte Schlosskapelle als Arbeitsraum. Der Innenausbau der "Schützkapelle" kann also nicht rechtzeitig zum Schützjahr erfolgen. Gelder dafür wurden bekanntlich bereitgestellt.


    Erste gute Fotos von den Fresken hatte eryngiumhier am 1. Oktober 2020 veröffentlicht. Weitere Bilder und Erläuterungen dazu gab es am 7. und 8. Januar 2021.

    Über Neubauten in Weimar zu berichten, macht keinen Spaß. Schauen wir uns die Evolution der Bauklötze an!


    Kühlhaus des Schlachthofs Weimar, erbaut um 1900, Schlachthofstraße (Foto: Giorno2, 31. Juli 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Bauhaus-Museum Weimar, erbaut 2019 (Foto: Giorno2, 6. Mai 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Neuer Probensaal für die Staatskapelle Weimar, Ettersburger Straße 63, neben der Redoute, erbaut 2021 - Klick

    (Bildrechte: MDR / Andreas Nickel)


    Im MDR-Bericht wird nichts über das äußere Erscheinungsbild des Probengebäudes gesagt. Beim Bauhaus-Museum hatte unser Heimatsender seinerzeit noch über Kritik aus der Bevölkerung am Aussehen des Klotzes berichtet. Die Berichterstattung entwickelt sich also parallel zum Fortschritt in der Baukultur weiter. Über Nicht-Architektur braucht man auch nicht zu sprechen.


    Mir persönlich gefällt ja das Kühlhaus am besten. Ich mag einfach Jugendstil. Oder ist das doch Neugotik? (Aber immerhin schon 120 Jahre alt!)


    PS: Jetzt fällt mir auf, dass der Neue Probensaal über eine subtile Dachneigung verfügt. Und unten rechts ist sogar ein Fenster!