Posts by Rastrelli

    Der MDR berichtet mal wieder über Schloss Hummelshain. Die Zwangsversteigerung ist vorerst ausgesetzt, weil der Schlossbesitzer dem Hauptgläubiger ein erwägenswertes Angebot gemacht hat.


    Infos des MDR (16. Juni 2021)

    BautzenFan hatte die traurige Nachricht vom Tod des Denkmalpflegers und Kunsthistorikers Heinrich Magirius bereits im Strang "Dresden - Allgemeines" gebracht. Er starb am 13. Juni 2021 im Alter von 87 Jahren.


    Magirius hat nicht nur in Dresden gewirkt, sondern in ganz Sachsen viel geleistet. Die Restaurierungsmaßnahmen in der Thomaskirche zu Leipzig und in der Annenkirche zu Annaberg zählen für mich zu den herausragenden Leistungen der Denkmalpflege in der DDR. In beiden Fällen wurden spätgotische Hallenkirchen, die durch Eingriffe des 19. Jahrhunderts nachteilig verändert worden waren, wieder auf die ursprüngliche Raumwirkung und Farbfassung zurückgeführt. Kunstwerke des 19. Jahrhunderts blieben dabei erhalten.


    Magirius wirkte auch am Wiederaufbau der Wolfgangskirche in Schneeberg mit. Pfeiler und Gewölbe wurden hier nach schweren Kriegszerstörungen originalgetreu rekonstruiert. Die Neueinwölbung der Hallenkirche begann bereits 1980. Das folgende Foto zeigt den Stand der Arbeiten im Sommer 1986.


    Schneeberg, Wiederaufbau der Wolfgangskirche (Foto: Jörg Blobelt, 6. August 1986, CC-BY-SA-4.0)


    Als Autor zahlreicher kunsthistorischer Publikationen verstand es Magirius, Zusammenhänge zu vermitteln und den Blick zu schärfen. In den letzten Jahren kritisierte er immer wieder fehlende Sensibilität im Umgang mit Baudenkmalen. So zählte er zu den Kritikern der Neugestaltung der Dresdner Porzellansammlung im Zwinger durch den New Yorker Architekten Peter Marino.


    Kurzer Nachruf des MDR (nur in Textform, der "Sachsenspiegel" brachte gestern auch nur eine Kurzmeldung)


    Heinrich Magirius (Wikipedia)

    Interessantes Detail, was ihr da beim Audienzstuhl herausgefunden habt. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das ein Fehler der Restauratoren sein soll. Man überlegt doch automatisch, wenn man die Rückenlehne sieht, ob das nicht symmetrisch sein müsste, die Applikationen oben und unten gleich. Hier fehlt ja nicht nur oben ein Stück, das auf dem Foto von 1933 nicht mehr vorhanden war, sondern unten fehlen ja auch noch die seitlichen Ausläufer. Vielleicht wird das noch ergänzt? Die Applikationen scheinen mir historische Originale zu sein.


    Auf der Visualisierung, die Eszuyel gezeigt hat, ist es ja auch richtig.


    In der rahmenden Borte der Rückenlehne fehlen in den unteren Ecken auch noch Elemente.


    So oder so sind die Raumtextilien in den Paraderäumen einfach grandios.


    Um den Bildvergleich zu erleichtern hier nochmal das Foto des Audienzstuhls von 1933

    und die aktuelle Aufnahme


    38880-20210614-150052-autoscaled-jpg

    Audienzstuhl im Audienzgemach (Foto: Seebastian, 14. Juni 2021)

    Ja, ich habe auch den Eindruck, dass tegula von einigen falsch verstanden wurde.


    Pagentorn liegt mit seiner Verknüpfung von Historismus und Wilhelm II. falsch. Sie lässt sich nur mit dem Personenkult erklären, den Pagentorn um seinen geliebten Kaiser betreibt. Wilhelm II. war in der Epoche des Historismus ein Bauherr neben vielen anderen. Mehr nicht.


    Der Historismus ist in der Kunstgeschichte und Denkmalpflege seit Jahrzehnten anerkannt. Er ist ein gesamteuropäisches Phänomen. Je länger diese Epoche zeitlich zurückliegt, desto höher steigt sie im Kurs.

    Zu dem schönen Foto von Bert oben: Vorn rechts an der Ecke ist das "Hofbräu an der Frauenkirche". Dort wird nach dem schier endlosen Lockdown wohl nun wieder Leben einkehren. Seit gestern kann man in Dresden Einzelhandel und Gastronomie (auch innen) endlich wieder ohne Test nutzen. Im Hofbräu gibt es innen schöne Deckenmalerei im bayerischen Stil. Dazu deftige bayerische Küche. Dies als kleiner Touri-Tipp.


    Das Blobelhaus harrt immer noch seiner Indienstnahme. Auf dem Foto von eryngium von Mitte Januar ist das Ladenlokal noch leer. Ich vermute mal, dass sich das bis jetzt noch nicht geändert hat. Aber wenn die Stadt nun wieder zu neuem Leben erwacht, dann erwacht vielleicht auch endlich das Blobelhaus.


    Neumarkt, Heinrich-Schütz-Residenz, an diese angrenzend "Hofbräu an der Frauenkirche", Frauenstraße, Blobelhaus

    (Foto: Eryngium, 14. Januar 2021, CC-BY-SA-4.0)


    Hier noch ein älteres Foto. Die Fassade der Obergeschosse (beginnend mit dem unteren Balkon) wurde seitdem nicht mehr verändert.


    Blobelhaus (Foto: SchiDD, 18. Dezember 2018, CC-BY-SA-4.0)

    Manometer hat im falschen Strang gepostet. Das Quartier Hoym gehört in das Thema "Dresden, Altstadt - Quartier III/2".


    Quartier VI ist der Bereich zwischen Neumarkt, Jüdenhof, Galeriestraße und Frauenstraße. Dazu gehören unter anderem das Blobelhaus, Hofjuwelier Elimeyer, Regimentshaus und Chiapponisches Haus.


    Einen Überblick über die Neumarktquartiere mit den genauen Benennungen hatte ich mal in der Neumarkt-Galerie gegeben.


    Hilfe bei der Zuordnung zum richtigen Quartier bietet auch Wikipedia.

    Mich erinnerte ein Foto aus dem schönen Beitrag von Mantikor an ein Gemälde von Eduard Gaertner.

    Zunächst mal das Figurenprogramm, beginnend mit Innenportal I.


    Beginn der Dämmerung. Geöffnet ist zwar derzeit bis 22:00 Uhr, dann ist es aktuell schon beinahe dunkel, aber ich wollte nicht mehr eine weitere Stunde warten.

    Eduard Gaertner. Der Schlüterhof des Berliner Schlosses mit den Portalen VI und I. Öl auf Leinwand, 1830.

    Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg


    Gaertner hat das Figurenprogramm der Portale mit bemerkenswerter Genauigkeit wiedergegeben. Sogar die Metallstreben, mit denen die Skulpturen an der Wand befestigt sind, hat er gemalt. (Über den Bildlink kann eine vergrößerte Version der Abbildung aufgerufen werden.)

    Der Text, den Schortschi zitiert, ist ein Beispiel für den rechten Geschichtsrevisionismus. Das ist nicht wirklich neu. Den Forschungsstand bietet der Wikipedia-Artikel:


    Völkermord an den Herero und Nama


    Dort auch weiterführende Literatur und eine umfangreiche Diskussion zu dem Thema.


    Auch zu empfehlen: Schlacht am Waterberg


    in Deutsch Südwest Afrika

    Zu Kaisers Zeiten wusste man noch, wie der Name zu schreiben ist: Deutsch-Südwestafrika. Und diese Kolonie wurde nicht auf der Berliner Konferenz 1884/85 zugesprochen, wie in Schortschis Zitat aus unbekannter Quelle behauptet. Auch hier hilft Wikipedia weiter.

    Motivisches Vorbild für die Rossebändiger von Peter Clodt sind die "Chevaux de Marly" - die Rosse von Marly -, zwei Figurengruppen, die 1743-1745 von Guillaume Coustou in Carrara-Marmor gehauen wurden. König Ludwig XV. von Frankreich hatte sie 1739 für seine Sommerresidenz Marly bei Paris in Auftrag gegeben. 1794 wurden sie nach Paris gebracht und am Übergang von der Place de la Concorde zur Avenue des Champs-Elysées aufgestellt. Dort stehen heute Kopien, ebenso im Schlosspark Marly bei Paris. Die Originale befinden sich im Louvre.


    Paris, Place de la Concorde mit Blick zur Avenue des Champs-Elysées, beiderseits der Straße die Chevaux de Marly

    (Foto: JLZIMMERMANN, 5. August 2009, CC-BY-SA-4.0)


    Paris, Louvre, das linke der beiden Marly-Rosse (Foto: Jastrow, 2007, CC-BY-2.5)


    Paris, Louvre, das rechte der beiden Marly-Rosse (Foto: Jastrow, 2007, CC-BY-2.5)


    Die Marly-Rosse gehören zu den Hauptwerken französischer Bildhauerkunst.

    Nochmals zu den Rossebändigern. Mein letzter Beitrag dazu war vom 11. Mai 2021 hier. Die unwürdige Aufstellung der Berliner Rossebändiger im Kleistpark hat Snorkhier am 30. Mai 2021 in drei Beiträgen dokumentiert.


    Zar Nikolaus I. war ein großer Bewunderer und Förderer des Bildhauers Peter Clodt von Jürgensburg. Besonders schätzte er Clodts Fähigkeit, Pferde lebendig und detailgetreu darzustellen. Nikolaus stellte Clodt zwei seiner besten Pferde für das Naturstudium zur Verfügung. Die erste Rossebändigergruppe stellte Clodt 1838 fertig (in meinen früheren Beiträgen ist das die Gruppe Nr. 2). Die zweite Figurengruppe goss Clodt 1841. In jenem Jahr wurde die Anitschkow-Brücke, die den Newski-Prospekt - die Hauptstraße Petersburgs - über die Fontanka führt, neu gebaut. Die alte Brücke genügte den Verkehrsanforderungen nicht mehr. Als Clodt die neue Brücke sah, schlug er vor, seine Rossebändiger auf den Postamenten der neuen Brücke aufzustellen. Ursprünglich war an eine Aufstellung am Newa-Ufer gedacht. Doch Clodt überzeugte den Zaren, dass die Rossebändiger auf der Anitschkow-Brücke noch besser zur Geltung kämen. 1842 fertigte Clodt Zweitgüsse der beiden Figurengruppen. Sie waren eigentlich für die beiden östlichen Postamente der Anitschkow-Brücke bestimmt. Doch Nikolaus ließ sie vom Gießhof abholen und übersandte sie als Geschenk an König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. Ob Friedrich Wilhelm IV. die Rossebändiger oder ihre Modelle in Petersburg gesehen hat, ist mir nicht bekannt. Seine Schwester Charlotte war jedoch mit Nikolaus I. verheiratet. Als Kaiserin von Russland trug sie den Namen Alexandra Fjodorowna. Zweifellos hatte sie ihrem Bruder über die Arbeit Clodts in der Korrespondenz berichtet.


    Zur Ermittlung des geeignetsten Aufstellungsortes für das kostbare Geschenk aus der russischen Hauptstadt wurde in Berlin eine hochkarätig besetzte Kommission gebildet. Schließlich wurden die Rossebändiger vor dem Portal IV des Schlosses aufgestellt, und zwar so, dass die Rosse den Portalzugang flankierten, die Männer außen standen. Auf der Anitschkow-Brücke stehen die Figurengruppen umgekehrt - die Männer zur Straße, die Rosse außen.


    Im russischen Wikipedia-Artikel zur Anitschkow-Brücke in St. Petersburg stieß ich nun auf folgende Anmerkung zu den Berliner Rossebändigern:

    Первоначально они были установлены перед Королевским дворцом в Берлине, после Второй мировой войны перенесены в парк Генриха Клейста. После завершения воссоздания Королевского дворца в 2020 году установлены на прежнем месте.

    Zu deutsch: "Ursprünglich waren sie vor dem Königlichen Schloss in Berlin aufgestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie in den Kleistpark versetzt. Nach dem Abschluss der Wiedererrichtung des Königlichen Schlosses im Jahre 2020 sind sie auf ihrem früheren Platz aufgestellt."


    Ich vermute, dass diese Aussage dadurch zustande kommt, dass man sich in Russland nicht vorstellen kann, dass es anders sein könnte.


    St. Petersburg, die Anitschkow-Brücke, Blickrichtung Westen, Aquarall von Sadownikow, 1847


    Im Vordergrund die beiden östlichen Rossebändigergruppen. Es handelt sich um Gipsmodelle, die mit Bronzefarbe angestrichen wurden. Es sind Kopien der beiden westlichen, in Bronze ausgeführten Gruppen. Nikolaus I. hatte Nachgüsse der Rossebändiger wiederholt verschenkt. Sie wurden in Neapel, Peterhof und Strelna bei Petersburg sowie Kusminki bei Moskau aufgestellt. In Neapel (siehe hier) und Kusminki (siehe hier) sind sie am originalen Standort erhalten. Das hatte ich hier im November 2019 dokumentiert.


    Für die Gestaltung des Brückengeländers wurde auf einen Entwurf Karl Friedrich Schinkels für die Berliner Schlossbrücke zurückgegriffen. (Zum Vergleich der Geländer von Schlossbrücke und Anitschkow-Brücke siehe hier und am Schluss des Beitrags davor.) Auch hier ist anzunehmen, dass Kaiserin Alexandra Fjodorowna, die Schwester Friedrich Wilhelms IV., die Anregung vermittelt hatte. Das Geländer wurde 1841 beim Neubau der Anitschkow-Brücke geschaffen. Es ist auf dem Aquarell von 1847 zu erkennen. Das Schinkel-Geländer ist für Petersburg untypisch. Das große Gebäude im Hintergrund ist der Anitschkow-Palast. Im Hintergrund ist die Perspektive des Newski-Prospektes bis zur Spitze der Admiralität zu erkennen.


    Petersburg, die Anitschkow-Brücke, Blickrichtung Osten, Aquarell von Joseph-Maria Charlemagne-Baudet, 1850er Jahre


    Diese Darstellung, circa zehn Jahre später entstanden, zeigt den Blick in die andere Richtung. Das Gebäude im Hintergrund ist der Belosselski-Beloserski-Palast. Bei den beiden östlichen Rossebändigergruppen handelt es sich nun nicht mehr um Wiederholungen der beiden westlichen Gruppen, sondern um Neuschöpfungen Clodts, die in Bronze gegossen sind. Von diesen Gruppen Nr. 3 und 4 (nach der Zählung in meinen früheren Beiträgen) gibt es keine Kopien an anderen Orten. Das Brückengeländer nach Schinkels Entwurf ist auf dem Bild gut zu sehen (über den Bildlink kann man eine Vergrößerung anwählen). Das Geländer des Fontanka-Ufers im Vordergrund links zeigt ein für Petersburg typisches Muster.

    Wo hängt denn diese Tafel? Bin regelmäßig im Hof und habe sie noch nie gesehen

    Ich bin selten da, habe die Infotafel aber schon gesehen. Dem Foto kannst du entnehmen, wo sie hängt. Im Fortunaportal. Achte auf die Wandfarbe und auf die Spiegelung auf der Tafel! Man sieht ein Gitter, das zum Fortunaportal gehört, und einen Turmdrehkran von der Baustelle auf dem FH-Areal. Die Tafel befindet sich also auf der linken Seite (vom Alten Markt kommend) des Durchgangs zum Schlosshof. Auf dem Foto spiegelt sich die Portalöffnung zum Alten Markt. Das lässt sich anhand des Torgitters zweifelsfrei bestimmen.

    Infos zum Bürgerentscheid in Halle (Saale) gestern bietet unser Heimatsender:


    mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/halle/halle/buergerentscheid-autofreie-innenstadt-aufgehoben


    Die Stadt will nun ein neues Verkehrskonzept erarbeiten. Ich hatte schon erwartet, dass die Pläne für eine weitgehend autofreie Innenstadt abgelehnt werden. Das Problem mit den Autos ist nicht so groß, dass es in größerem Maße Handlungsdruck und Veränderungsbereitschaft erzeugen würde. Dem steht die Gruppe der Menschen gegenüber, für die die Erreichbarkeit der Altstadt mit dem Pkw wichtig ist und die sich deshalb gegen die Pläne der Stadtverwaltung wehren.


    In Leipzig ist die Innenstadt seit vielen Jahren verkehrsberuhigt. Ich habe den Eindruck, dass es vielen Menschen gar nicht auffällt. Die Leipziger City ist überaus beliebt und in normalen Zeiten im wahrsten Sinne des Wortes "überlaufen". Autofreie Innenstadt geht also durchaus.


    Die Grünen hatten bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gestern kein überragendes Ergebnis erreicht. Sie hatten im Wahlkampf ein Konzept vorgestellt, das es ermöglichen sollte, auch im ländlichen Raum weitgehend auf das Auto verzichten zu können. Das wirkte nicht so ganz überzeugend. Eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs ist wünschenswert. Dafür tut die Landesregierung aber seit Jahren einiges. Das ist ja kein ausschließlich grünes Thema.

    Nein, bleib bitte bei Russland!


    Für "Weißrussland, Belarus" haben wir ein eigenes Thema. Ukraine ist wieder ein eigenes großes Land.


    Und übrigens heißt das Belorussland , habsch aus DDR Zeiten

    Hättest du einfach mal meinen Beitrag gelesen. Ich hatte das schon geschrieben.


    Ich hatte auch bereits vorgeschlagen, dass die Moderation Snork oder Centralbahnhof alle Beiträge ab dem ersten von ursus carpaticus in den Weißrussland-Strang verschieben sollte.

    Lieber ursus carpaticus, Universalgenies gibt es nicht. Die Welt ist fragmentiert in viele verschiedene Wissensgebiete. Hier im konkreten Fall brauchen wir Slawistik und osteuropäische Geschichte und Kultur. Ist ja nicht schlimm, wenn du dich da nicht so auskennst. Problematisch wird es aber, wenn du nicht mal deutsche Texte richtig verstehst, wie das folgende Beispiel zeigt:


    Ich bewundere das wirklich, und nehme zur Kenntnis, dass man fortan Belorus sagen muss

    Ich hatte geschrieben:

    Derzeit ist im Deutschen "Weißrussland" und "weißrussisch" neben "Belarus" und "belarussisch" auch korrekt.



    Zum Problem der Benennung des belarussischen Staates in der russischen Sprache gibt es einen langen Artikel in der russischsprachigen Wikipedia:

    Именование белорусского государства на русском языке


    Das kannst du gern mal auf die Schnelle lesen. Dann wirst du merken, dass der Name "Belarus" keine "typische Medienschöpfung" ist, wie von dir behauptet.


    Belarus / Беларусь (gesprochen: Bjelarus) ist der Name Weißrusslands in der belarussischen Sprache. In Weißrussland wird auch bei Gebrauch der russischen Sprache stets "Belarus" verwendet. Die Belarussen wünschen sich, dass auch in Russland dieser Name verwendet wird. In der russischen Standardsprache ist der Landesname jedoch Belorussija / Белоруссия. Es hat mit Nationalismus und Abgrenzung von Russland zu tun, dass Belarus den Landesnamen in der belarussischen Sprache international, nicht nur im Russischen, durchzusetzen versucht. Diese Bestrebungen gibt es seit dem Ende der Sowjetunion.


    Die Auffassung, dass Belarus nicht Russland ist, sondern eine eigenständige Nation, wird von der gesamten belarussischen Gesellschaft geteilt - von Lukaschenko bis zur Opposition.


    In Russland gibt es, wie in Deutschland, zwei Namensformen für Weißrussland, nämlich "Belarus" und "Belorussija". "Belarus" wird vor allem in bestimmten offiziellen Kontexten verwendet.


    Das Ganze ist nicht wirklich dramatisch. Es hat in der europäischen Geschichte schon öfter neue Landesnamen gegeben. Belgien, Tschechoslowakei, Ukraine waren auch einmal neue Namen.


    Das Gebiet von Belarus gehörte bis zum späten 18. Jahrhundert zu Polen-Litauen. Vorher war es nie mit dem Moskauer Staat verbunden. Die Kiewer Rus des Mittelalters darf man nicht mit dem Moskauer Reich gleichsetzen. Belarus ist also, gerade wenn wir weiter in die Kulturgeschichte zurückgehen, eigenständig. Diese Eigenständigkeit, die Tatsache, dass es sich bei Weißrussland nicht um eine Abspaltung von Russland handelt, möchte man mit der Verwendung des Namens Belarus unterstreichen.

    (Edit: Habe die letzten Beiträge gerade gelesen. Wir müssen der Ignoranz von ursus carpaticus und einigen anderen Aufklärung entgegensetzen. Diese Diskussion ist nicht überflüssig. Gegebenenfalls könnte die Moderation alle Beiträge ab "Reko in Minsk" von ursus in das Thema "Weißrussland, Belarus" verschieben.)


    . . . indem ich meinen Beitrag hier eingestellt habe und keinen neuen Strang mit dem Titel "Rekonstruktion von historischen Bauwerken in Weißrussland" eröffnet habe

    Unser Forist Platon hatte im Frühjahr 2019 das Thema "Weißrussland, Belarus" gestartet. Dort hättest du deinen Beitrag einstellen können. Damals gab es hier keinen Aufschrei. Und jetzt diese verkrampfte Debatte, in der einige Foristen meinen, mit ihrer völligen Unkenntnis prahlen zu müssen. Warum nur?


    Heimdall

    Es geht hier nicht um den Kongo. Und warum zündest du die Nebelkerze "Warszawa"?


    Das ist eine akademische Diskussion westlicher Weltanschauer.

    Nein, das stimmt nicht. Auch der Rest deines Beitrags nicht.


    Belarus ist eine typische Medienschöpfung, klingt schick, und jeder Depp plappert's nach

    Nein, das stimmt nicht.


    Und dass wir das Weiß übersetzen, scheint jedenfalls auch legitim.

    Du sagst aber auch "Jugoslawien" und "Sowjetunion", statt "Südslawien" und "Räteunion". In den 1920er Jahren hat man im Deutschen zunächst "Südslawien" und "Räteunion" verwendet, ist aber bald davon abgekommen. Der Grund ist, dass sich "Jugoslawien" und "Sowjetunion" besser als Eigennamen eignen. Zu den Südslawen zählen auch die Bulgaren, aber nicht zu den Jugoslawen. Räterepubliken gab es nach dem Ersten Weltkrieg auch in Mitteleuropa. Wenn wir bezogen auf das ehemalige Russische Reich "Sowjetrepublik" und "Sowjets" (statt "Räte") sagen, hilft das der Orientierung. Außerdem haben wir das Adjektiv "sowjetisch" entlehnt. Bei "rätisch" würden Deutsche wohl eher an die Schweiz denken.


    Du schreibst sogar "Oblast Smolensk", obwohl "oblast" im Russischen nichts anderes heißt als "Gebiet".


    In der DDR hat man "Belorussland" und "belorussisch" gesagt. Das war eigentlich keine schlechte Lösung, aber die Westdeutschen haben den DDR-Sprachgebrauch nicht übernommen.


    Derzeit ist im Deutschen "Weißrussland" und "weißrussisch" neben "Belarus" und "belarussisch" auch korrekt.


    Der Ordnung halber noch eine Rechtschreibkorrektur:

    Magyaroszág

    "Magayroszág"

    Die richtige Schreibweise ist Magyarország.

    Der Abschluss der Sanierung des Bunten Hofes im Herbst 2016 war hier schon gemeldet worden. Da der Link zur Stadt in dem alten Beitrag nicht mehr funktioniert, hier ein neuer:


    stadt-osterwieck.de/neuigkeiten/bereich-leben/einweihung-bunter-hof-in-osterwieck-am-18112016


    Osterwieck, Rössingstraße 5, Bunter Hof (Foto: Tilman2007, 29. Januar 2018, CC-BY-SA-4.0)


    Der Bunte Hof wurde 1579-1582 durch den Stiftshalberstädter Erbmarschall Ludolf von Rössing errichtet. Weitere Infos hat Wikipedia.


    An die einstigen Besitzer des Hofes erinnert die Rössingstraße. Wenige Schritte vom Bunten Hof entfernt befindet sich das Haus Rössingstraße 3. Es wurde vor einigen Jahren vor dem Verfall gerettet. Im MDR portraitiert Fabian Frenzel die Besitzerin des Hauses, Ina Theuerkauf. Sie ist in Osterwieck aufgewachsen, hat später im Westen gelebt und kehrte dann wieder in die Heimat zurück.


    mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/magdeburg/harz/lehrerin-ina-theuerkauf-rueckkehr-heimatstadt-osterwieck

    (veröffentlicht am 14. Mai 2021)


    Zwei Fotos (Bildrechte: MDR / Fabian Frenzel)

    Rössingstraße 3 im Mai 2021

    Blick in den Hof des Hauses


    Rössingstraße 3 und 2 (Foto: Tilman2007, 29. Januar 2018, CC-BY-SA-4.0)


    Rössingstraße 2 (Foto: Tilman2007, 29. Januar 2018, CC-BY-SA-4.0)


    Rössingstraße 2 und 3 (Foto: Tilman2007, 29. Januar 2018, CC-BY-SA-4.0)


    Blick in die Rössingstraße, links die Hausnummern 1, 2 und 3, im Hintergrund die katholische Kirche St. Joseph

    (Foto: Tilman2007, 29. Januar 2018, CC-BY-SA-4.0)


    Schräg gegenüber von der 3 liegt die Rössingstraße 7 (Foto: Tilman2007, 29. Januar 2018, CC-BY-SA-4.0)

    Gewissermaßen unbemerkt von der Weltöffentlichkeit schreitet die Rekonstruktion von Schloss Hundisburg voran. Der Hauptsaal ist seit März 2020 bis voraussichtlich Dezember 2021 aufgrund der Rekonstruktionsarbeiten für Besucher gesperrt.


    Der MDR brachte am 15. Juni 2020 eine Bilderstrecke zur Rekonstruktion von Schloss Hundisburg. Vieles auf mdr.de ist nur ein Jahr lang online. die Seite gibt es also möglicherweise nur noch zwei Wochen. Die Sanierung des Hauptsaals sei der letzte Bauabschnitt direkt am Schloss. Die Kulturscheune am Wirtschaftshof solle aber auch noch saniert werden, heißt es da. (Bitte beim ersten Bild auf das Plus klicken, denn nur in der vergrößerten Ansicht werden die Bildunterschriften angezeigt.)


    Auf der Seite von Schloss Hundisburg gibt es Panoramaansichten des Hauptsaales. Die jüngste ist vom 19. Februar 2021. Das wird sehr schön, es gibt aber noch einiges zu tun. Ihr könnt das Bild nach allen Seiten drehen und so auch die herrliche Decke genau begutachten.


    Der Barockgarten ist Teil des Netzwerks Gartenträume Sachsen-Anhalt. Auf der Internetseite gibt es auch eine Bilderstrecke, wobei einige Aufnahmen inzwischen schon veraltet sind.


    Einen Plan des Barockgartens und des angrenzenden Landschaftsparks Althaldensleben findet ihr hier.


    Und noch drei Luftbilder. Sie sind ein halbes Jahr alt und zeigen - von der Jahreszeit abgesehen - den aktuellen Stand.


    Haldensleben, Schloss Hundisburg, Gartenseite (Foto: Gregor Rom, 5. Dezember 2020, CC-BY-SA-4.0)


    Schloss Hundisburg, Blick auf den Wirtschaftshof. Das teilweise berankte graue Gebäude mit dem Knick ist die Kulturscheune

    (Foto: Gregor Rom, 5. Dezember 2020, CC-BY-SA-4.0)


    Schloss Hundisburg, Blick auf den Barockgarten (Foto: Gregor Rom, 17. Dezember 2020, CC-BY-SA-4.0)


    Näheres zum Barockgarten gibt es auch hier.


    Die Arbeiten am Treppenhaus sind noch nicht abgeschlossen, heißt es auf der Schloss-Seite. Sicherlich wird es der Pracht des Hauptsaales noch etwas angeglichen.

    In der Nachbarstadt Taucha wird das 1913 erbaute, stark verfallene ehem. Hotel "Sächsischer Hof" von einer Leipziger Unternehmensgruppe für rund 2,5 Mio. € saniert.

    Das Projekt wurde ausgeführt. Das Gebäude befindet sich am Bahnhof. Im Frühjahr 2019 war es noch teilweise eingerüstet, im Herbst dann äußerlich fertig. Auf dem folgenden Foto ist es rechts das große Haus mit dem leuchtend roten Dach.


    Taucha, Bahnhof, Blick in Richtung Eilenburg (Foto: Falk2, 28. November 2019, CC-BY-SA-3.0)


    Die Bahnsteige wurden bis Herbst 2019 neugebaut. Das Bahnhofsgebäude gammelt leider noch vor sich hin. Es wurde von den Bahnanlagen abgekoppelt und soll einer neuen Nutzung zugeführt werden.

    Die Schwestern von der heiligen Elisabeth verlassen Halle. Der Konvent wird aufgelöst. Die letzten 16 Ordensschwestern nehmen ihren Altersruhesitz an einem Ort ihrer Wahl.


    Dazu ein schöner Fernsehbericht aus "Sachsen-Anhalt heute" (27. Mai 2021, wohl nur wenige Tage verfügbar)


    Der Film bietet einen seltenen Einblick in die schöne Hauskapelle der Elisabeth-Schwestern. Sie befindet sich in dem Gebäudeteil mit den neobarocken Türmen.


    Mitteilung des Bistums Magdeburg (auf dem Foto das Schwesternheim)


    Mitteilung des Elisabeth-Krankenhauses


    Das Krankenhaus ist das zweitgrößte der Stadt Halle.


    Fotos aus einem Buch über die Elisabeth-Schwestern von Halle


    Link zur Kongregation der Schwestern von der heiligen Elisabeth


    Die in der Krankenpflege tätigen Schwestern von der heiligen Elisabeth kamen 1891 nach Halle. Die ersten Krankenhausbauten an der Mauerstraße wurden in den 1890er Jahren errichtet, ebenso die katholische Pfarrkirche (jetzt Propsteikirche) St. Franziskus und St. Elisabeth. Das gelbe neobarocke Wohnhaus (Klostergebäude) der Elisabeth-Schwestern wurde 1926 von dem halleschen Architekten Paul Fischer errichtet. Das Krankenhaus an der Mauerstraße, das in Stil und Farbe zum Klostergebäude passt, errichtete Fischer 1928. Der Gebäudekomplex befindet sich südlich der Hochstraße nach Halle-Neustadt und westlich der Franckeschen Stiftungen.


    Blick von der Rückseite auf das Gelände des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara. Rechts das Krankenhaus an der Mauerstraße, links das Schwesternhaus mit der Konventskapelle. Hinter dem rechten neobarocken Turm ragt die Turmspitze der Propsteikirche St. Franziskus und St. Elisabeth auf (Foto: Ralf Lotys, Januar 2008, CC-BY-2.5)


    Mauerstraße 5, die Straßenseite des St.-Elisabeth-Krankenhauses, dahinter der Turm der Propsteikirche St. Franziskus und St. Elisabeth. Rechts außerhalb des Bildes, direkt vor dem Krankenhaus verläuft die Hochstraße nach Halle-Neustadt, von dem ein Hochhaus noch im Bild ist

    (Foto: Ralf Lotys, Januar 2008, CC-BY-2.5)

    Oft fotografiert, doch immer wieder schön: der Eiffelturm. Hier in einer meisterlichen Nachtaufnahme des tschechischen Fotografen Roman Albrecht.


    Blick vom Trocadéro zum Eiffelturm (Foto: Roman Albrecht, Člověk a Víra, 12. August 2012, CC-BY-NC)