Posts by Rastrelli

    Aber etwas mehr Gliederung vertragen die meisten Beispiele schon, mindestens mal eine Zweiteilung. Davon profitieren selbst sehr minimalistische zeitgenössische Fassaden mE stets, da sie die Vertikalität einer Fassade unterstreichen.

    Wie wäre es, wenn du dir die Häuser mal anschauen würdest? Snorks aktuelle Bilderstrecke beginnt hier. Fast alle Neubauten im Gründungsviertel haben eine solche Zweiteilung der Fenster. Ursus carpaticus hatte im Prinzip schon darauf hingewiesen.

    Letztere haben bewusst auf das Gesamtbild hin gestaltete Fenster und keinesfalls "leere Glotzfenster".

    Ich sehe das so wie ursus. Weitergehende Fensterteilungen würden bei diesen modernen Häusern keinen Gewinn bringen.

    Insgesamt bin ich mit den Neubauten im Gründungsviertel sehr zufrieden. Wir sehen hier eine altstadtverträgliche, kleinteilige Bebauung, die ortstypische historische Formen aufgreift und ein in sich stimmiges Ensemble ergibt.

    An dieser Stelle möchte ich frank1204 für seine umfassende Dokumentation des gesamten Projektes danken. Toll, dass wir auf diese Weise daran teilhaben können, als wären wir in Lübeck zu Hause!

    Bulgarien ist hier im Forum ja noch nicht gerade überrepräsentiert. Da mache ich jetzt mal was zu Sofia.

    Der in Deutschland sicherlich bekannteste Bulgare ist Georgi Dimitroff. In Ostdeutschland gibt es noch einige Straßen, die nach ihm benannt sind. Der Held des Reichstagsbrandprozesses war später der kommunistische Führer Bulgariens. 1949 starb er, wurde einbalsamiert und in einem eigenen Mausoleum beigesetzt bzw. aufbewahrt und ausgestellt - als zweiter kommunistischer Führer nach Lenin. Im August 1990 wurde Georgi Dimitroff dann auf dem Sofioter Zentralfriedhof bestattet. Das Mausoleum blieb noch einige Jahre stehen und wurde schließlich im Sommer 1999 abgerissen. Der Standort des Gebäudes wurde in die angrenzende Grünanlage einbezogen. Der Platz hieß in kommunistischer Zeit "Deviti septemvri" - 9. September - zur Erinnerung an den kommunistischen Umsturz in Bulgarien am 9. September 1944. Heute ist der Platz nach dem ersten Fürsten des unabhängigen modernen bulgarischen Staates, Alexander I. (1879-1886), benannt.

    Zwei Vergleichsbilder (1969 und 2006)

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    Sofia, Platz "Deviti septemvri", Dimitroff-Mausoleum, rechts das Gebäude der Nationalbank, im Vordergrund ein roter Moskwitsch
    (Foto: Angela Monika Arnold, August 1969, CC-BY-SA-3.0)

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    Sofia, Platz "Knjaz Aleksandăr I", Bulgarische Nationalbank (Foto: Nenko Lazarov, 1. April 2006, CC-BY-2.5)

    Das Dimitroff-Mausoleum stand in dem begrünten Bereich zwischen dem links angeschnittenen Gebäude und der Nationalbank und damit genau gegenüber dem Schloss.

    Die belarussische Metropole Minsk hat ein eigenes Thema verdient, das ich hiermit eröffne.

    Die Namen gebe ich hier meist in der traditionellen belarussischen Łacinka (Lateinschrift) an.

    Im Zentrum der Stadt finden wir eine nette kleine Grünanlage, deren Name Alaksandraŭski skver - Alexandergarten - an eine dem heiligen Alexander Newski geweihte Kapelle erinnert, die einst hier stand. Jener Heilige war der himmlische Beschützer Alexanders II. und hatte dem Zaren bei einem Attentatsversuch im Jahre 1866 gute Dienste geleistet. In Dankbarkeit errichteten ihm die Minsker 1869 eine kleine Kapelle. 1929 fiel sie dem bolschewistischen Terror zum Opfer.

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    Minsk, Alaksandraŭski skver (Alexandergarten), Alexander-Newski-Kapelle
    (Foto: M. Astankovič, 1903, Besitz: Universitätsbibliothek Vilnius, public domain)

    Die Mariä-Geburts-Kathedrale - (Bogorodize-)Roschdestwenski-Kathedrale - im Kreml der Stadt Susdal nahe Wladimir gehört ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe. Vom Ursprungsbau aus dem 13. Jahrhundert ist der untere Teil mit dem Säulenbogenfries erhalten. Er besteht aus Kalkstein. Alles darüber wurde im 16. Jahrhundert aus Ziegelsteinen neu errichtet. In sowjetischer Zeit wurde die Kathedrale musealisiert und als wertvolles Baudenkmal bewahrt. Auch heute noch ist sie vorrangig Museum und wird nur gelegentlich kirchlich genutzt. Zwei Fotos von Roman Turbajew.

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    Susdal, Kreml, Roschdestwenski-Kathedrale, Ansicht von Süden, links angeschnitten der Eingang zum Bischofspalast
    (Foto: Турбаев Роман, 15. November 2015, sobory.ru, CC-BY-NC)

    Zum Markenzeichen der russischen Baukunst wurde die Zwiebelkuppel. Vielleicht ist sie sogar eine russische Erfindung. Sternenbesäte Zwiebelkuppeln wie hier in Susdal oder in meinem vorigen Beitrag in Sergijew Possad sind jedoch ausgesprochen selten.

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    Susdal, Kreml, Roschdestwenski-Kathedrale, Zwiebelkuppeln (Foto: Турбаев Роман, 15. November 2015, sobory.ru, CC-BY-NC)

    BIO-Bayer
    Ich komme auf deine Fragen später zurück.

    Zunächst nochmal zu UrPotsdamer
    Du liest zu schlecht. Vergleiche mal! (Ich habe idie entscheidenden Stellen hervorgehoben.)

    aber er will auch nicht gesamtbyzantinische Stilelemente zu reinrussischen erklären. Fünfkuppelkirchen gibt es überall, die Tschetwerky mögen eine besondere russische Ausprägung sein, aber in der allgemeinen Formulierung, die Du gebraucht hast (viereckiger Bau mit fünf Kuppeln) trifft es nun mal auf viele byzantinische Kirchenbauten zu

    Sie folgt aber einem klassischen russischen Bauschema - Tschetwerik mit Pjatiglawije. [ . . .] Tschetwerikbauten mit fünf Kuppeln sind ein spezifisch russisches Phänomen.

    Ich verweise nicht ohne Grund immer wieder auf die russischen Termini. Sie sind für eine präzise Erfassung und Beschreibung der russischen Baukunst notwendig.

    "Gesamtbyzantinisch" ist das falsche Wort. Das Adjektiv byzantinisch bezieht sich auf das Byzantinische Reich. Hier geht es aber um das orthodoxe Christentum. Dafür verwenden alle slawischen Sprachen das gleiche schöne Wort: russ. und bulg. православие (prawoslawije), ukr. православ'я (prawoslawja), kroat. pravoslavlje, tschech. pravoslaví usw. Was du meinst, ist also prawoslawnyj (orthodox). Leider haben wir im Deutschen kein so schönes Wort. Der Stil des Byzantinischen Reiches wird in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Kontext des Historismus in der Architektur wiederaufgegriffen. Wir benötigen byzantinisch daher für differenzierte Stilbezeichnungen.

    Fünf Kuppeln. In der Rus hatten die größeren steinernen Kirchen der vormongolischen Zeit (vor 1237) wohl meist eine Kuppel und in wenigen Fällen mehr als fünf Kuppeln. Der erste Bau der Rus mit fünf Kuppeln ist wohl die Uspenski-Kathedrale zu Wladimir (1185-1189).

    Die folgenden Bilder, für die ich mich wieder bei Roman Turbajew bedanke, veranschaulichen die Besonderheit des russischen Pjatiglawije (пятиглавие). Die Nebenkuppeln sind etwas kleiner als die Hauptkuppel und werden in den Ecken SW, NW, SO und NO platziert. Dadurch ergibt sich aus allen vier Himmelsrichtungen ein malerischer Anblick. Weniger vorteilhaft ist der Anblick über Eck (wie auf dem zweiten Foto).Nach Osten und nach Westen präsentieren die Kuppeln ihre prächtigen Kreuze. Vor dem Himmel. Der Glockenturm aus der Mitte des 18. Jahrhunderts steht aus gutem Grunde seitlich versetzt. Die Nebenkuppeln betonen nicht die Gebäudeecken, sondern sind als Begleiter der Hauptkuppel aufzufassen. Die Uspenski-Kathedrale der Troize-Sergijewa Lawra stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

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    Sergijew Possad, Troize-Sergijewa Lawra, Ansicht von Osten (Foto: Турбаев Роман, 29. Januar 2016, sobory.ru, CC-BY-NC)

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    Sergijew Possad, Troize-Sergijewa Lawra, Uspenski-Kathedrale, Ansicht von Nordosten
    (Foto: Турбаев Роман, 29. Januar 2016, sobory.ru, CC-BY-NC)

    Die Troize-Sergijewa Lawra - das Dreifaltigkeitskloster des hl. Sergios - ist das bekannteste und meistbesuchte Kloster Russlands. Das liegt sicher auch an der günstigen Lage nahe der Hauptstadt. Man kann bequem vom Moskauer Jaroslawler Bahnhof mit der S-Bahn hinfahren. Aufgrund ihrer geschichtlichen und kunsthistorischen Bedeutung wurde die Troize-Sergijewa Lawra in sowjetischer Zeit als Museum erhalten und gepflegt. Heute gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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    Troize-Sergijewa Lawra von Südosten (Foto: Турбаев Роман, 29. Januar 2016, sobory.ru, CC-BY-NC)

    Nanu! Will der UrPotsdamer etwa die künstlerische Eigenständigkeit der ukrainischen Sakralarchitektur in Abrede stellen? Das wäre schade. Die orthodoxe Kirchenbaukunst der verschiedenen Länder ist kein byzantinischer Einheitsbrei. Ich möchte das an dieser Stelle aber nicht vertiefen, sondern zunächst die Galerie mit Nachtansichten altrussischer Bauten fortsetzen. Auf den internationalen Kirchenvergleich können wir später zurückkommen.

    Auch Waleri Dolschenko ist ein Garant für gute Fotos. Die Kathedrale von Astrachan wurde in den Jahren 1699 bis 1710 erbaut. Der Glockenturm ist gut zweihundert Jahre jünger. Die Uspenski-Kathedrale ist ein Tschetwerik - ein Viereckbau -, der von einer offenen Galerie umgeben ist. Eine schöne Effektbeleuchtung hebt die Sakomary (закомары) hervor. So nennt man die Bogenfelder, mit denen die Gewölbe über den Fassaden abschließen. Das Blechdach liegt hier direkt auf den Gewölben auf. Es gibt keinen Dachstuhl.

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    Astrachan, die Uspenski-Kathedrale im Kreml, Ansicht von Westen (Foto: Валерий Долженко, 16. August 2016, sobory.ru, CC-BY-NC)

    Ich möchte nun eine kleine Serie mit Aufnahmen altrussischer Baukunst in abendlicher Beleuchtung starten. Die Aufnahmen dieses Beitrags stammen von Roman Turbajew, der ein Faible für stimmungsvolle Nachtaufnahmen hat. Fotos in dieser Qualität sieht man selten.

    Die Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Smolensk stammt überwiegend aus dem 18. Jahrhundert und gilt als ein wichtiges Werk des Barock in Russland. Sie folgt aber einem klassischen russischen Bauschema - Tschetwerik mit Pjatiglawije. Ins Deutsche übersetzt: Es handelt sich um einen viereckigen kastenförmigen Bau mit fünf Kuppeln. An der Nordwestseite befindet sich ein freistehender niedriger Glockenturm. Tschetwerikbauten mit fünf Kuppeln sind ein spezifisch russisches Phänomen. Man findet sie nicht in anderen Ländern des orthodoxen Kulturkreises.

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    Smolensk, Uspenski-Kathedrale, Ansicht von Osten (Foto: Турбаев Роман, 23. November 2022, sobory.ru, CC-BY-NC)

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    Smolensk, Uspenski-Kathedrale, der Glockenturm, rechts die Westseite der Kathedrale mit dem Eingang
    (Foto: Турбаев Роман, 23. November 2022, sobory.ru, CC-BY-NC)

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    Smolensk, Uspenski-Kathedrale, Ansicht von Südwesten (Foto: Турбаев Роман, 23. November 2022, sobory.ru, CC-BY-NC)

    Wir wechseln nun ins benachbarte Gebiet Kaluga, nach Borowsk. Das Pafnutjew-Kloster wurde im 15. Jahrhundert gegründet. Den Höhenakzent des Wehrklosters setzt ein Glockenturm aus dem späten 17. Jahrhundert. Die Klosterkathedrale (Bildmitte) ist etwa hundert Jahre älter.

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    Borowsk, Gebiet Kaluga, Pafnutjew-Borowski-Kloster, Ansicht von Westen (Foto: Турбаев Роман, 5. Januar 2018, sobory.ru, CC-BY-NC)

    Die Arbeiten am Gebäude des Staatstheaters für Oper und Ballett wurden 2012 abgeschlossen. Begonnen wurde der Bau wohl 2007. Stilistisch erinnert das Gebäude an den pseudorussischen Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die sonst sehr redselige russische Wikipedia nennt keinen Architekten und macht auch keine Angabe, wie der Entwurf ausgewählt wurde. Ist vielleicht besser so.

    In dem Gebäude ist auch das Ministerium für Kultur und Tourismus des Gebiets Astrachan untergebracht. Die Ecktürme mit den Glaspyramiden begrenzen den Bühnenturm.

    Wer das Haus auf den ersten Blick ganz schrecklich findet, sollte sich etwas Zeit nehmen. Das Opernhaus ist für deutsche bauhausgestählte Augen sicherlich ungewöhnlich.

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    Astrachan, Staatstheater für Oper und Ballett im Theaterpark (Foto: Alexxx1979, 9. Mai 2015, CC-BY-SA-4.0)

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    Astrachan, Staatstheater für Oper und Ballett (Foto: Alexxx1979, 9. Mai 2015, CC-BY-SA-4.0)

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    Astrachan, Staatstheater für Oper und Ballett (Foto: Alexxx1979, 9. Mai 2015, CC-BY-SA-4.0)

    Innen finde ich ganz persönlich alle orthodoxen Kirchen (georgisch, griechisch, russisch ukrainisch etc) ästhetisch nur schwer aushaltbar.

    Die sind doch aber alle ganz unterschiedlich. Da ein pauschales Urteil zu fällen, scheint mir doch sehr gewagt.

    Die folgenden beiden Aufnahmen der Michaelskathedrale entstanden zehn Tage vor dem Beginn des Krieges.

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    Tscherkassy, Michaelskathedrale (Swjato-Mychajliwskyj sobor), Nordseite (Foto: Kyslinka27, 14. Februar 2022, CC-BY-SA-4.0)

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    Tscherkassy, Michaelskathedrale (Swjato-Mychajliwskyj sobor), Nordseite (Foto: Kyslinka27, 14. Februar 2022, CC-BY-SA-4.0)

    Die Schreibweise habe ich nirgends in Abrede gestellt sondern lediglich [ . . . ] die uns "beigebrachte" Aussprache lautbildlich dargestellt.

    Die Aussprache hatten wir zu dem Zeitpunkt aber längst besprochen. Strittig war sie ohnehin nie, da ursus ja Tschechisch kann. Er hat nur Angst vor dem Háček. Die sonderbare Sch-Schreibung diente einzig der Háček-Vermeidung.

    Profis schreiben Tschechisch mit tschechischer Tastaturbelegung. Da ist es dann besonders einfach, all die Häkchen, Striche und Kringel zu schreiben, die den besonderen Reiz des tschechischen Schriftbildes ausmachen.

    Ursus, wie kannst du denn auf den Andersdenkenden hereinfallen? Der hat so einen Blödsinn.geschrieben!

    Deutsche Demokratische DDR -Lehrplan Geschichte in der 7. Klasse - Hussitenbewegung --- Schischka oder Zschischka

    Ich bin auch in der DDR zur Schule gegangen, und ich kann dir sagen, dass der Name des Hussitenführers in den Schulbüchern so geschrieben wurde, wie überall sonst, nämlich Žižka.

    Da von uns aber keiner in der Zeit dabeiwar, wird es ziemlich schwierig, eine überall gültige "Aussprache-Regel" zu bestimmen

    Wenn du in der DDR zur Schule gegangen bist, dann kennst du ja auch den Namen Walther von der Vogelweide. Den geben wir ja auch nicht in der mittelhochdeutschen Lautung an, sondern in heutigem Deutsch. Es gilt natürlich die Sprachnorm unserer Zeit, und zwar die der jeweiligen Herkunftssprache eines Namens. Žižka ist ein tschechischer Name und dementsprechend gilt die tschechische Sprachnorm. Davon abgesehen sind wir über die tschechische Sprache des 15. Jahrhunderts gut informiert. Überhaupt ist die tschechische Sprachgeschichte - ebenso wie die deutsche Sprachgeschichte - gut erforscht.

    Das Tschechische verwendet das lateinische Alphabet mit zusätzlichen diaktritischen Zeichen (im Volksmund: Sonderzeichen). Tschechische Namen werden folglich nicht transkribiert (also umgeschrieben), da sie ja schon in lateinischer Schrift vorhanden sind. Wer Schwierigkeiten mit den Diakritika hat, kann sie auch weglassen. Das hat man zu DDR-Zeiten oft gesehen und auch in den Jahrzehnten danach. Ohne Diakritika ist das Schriftbild immer noch weitgehend original. Unser Name sieht dann so aus: Zizka.

    Die Schreibweise eines Namens ist das eine, die Aussprache eine andere Sache. Für beides - Schreibung und Aussprache - gilt die Sprachnorm der Herkunftssprache. Dass Deutsche die nicht perfekt beherrschen, wird toleriert.

    Auch in der ukrainischen Sprache hat табір diese Bedeutung.

    Das ist vollkommen richtig. Bemerkenswert dabei ist, dass ukrainisch tabir den gleichen Bedeutungsumfang hat wie tschechisch tábor. Das finden wir darüber hinaus nur im Slowakischen (tábor), Ungarischen (tábor) und Slowenischen (tabor, taborišče). Der Lautwechsel o > i ist eine Gesetzmäßigkeit des Ukrainischen, die in der Slawistik als Ikavismus bezeichnet wird. Im Russischen ist tabor zwar lexikalisiert, kommt aber in der Sprachpraxis extrem selten vor. Die Standardübersetzung zu tschech. tábor ist russ. lager (eine Entlehnung aus dem Deutschen). Auch die polnische Sprache kennt das Wort tabor. Dort hat es die Bedeutung "Tross", "Train" (im militärischen Sinne), "Wagenpark", zuweilen auch "Zigeunerlager". Die Standardübersetzung zu tschech. tábor ist poln. obóz.

    Alle südslawischen Sprachen kennen das Wort tabor. Es ist nicht ganz klar, ob es wirklich hussitischer Herkunft ist. Auch ein turksprachiger Ursprung wird diskutiert.

    Nicht wenig verwunderlich, da es im Russischen табор heißt

    Diese Formulierung suggeriert eine Kausalität, die nicht gegeben ist. Ukrainisch ist eine eigenständige Sprache. Und wie ich schon schrieb, ist tabor im Russischen absolut randständig.

    Hierzu noch:

    Durch das Rathaus geht es auf den Stadtplatz, der nach dem Hussitenhäuptling Schischka (phonetisch) benannt ist

    Naja, das wirkt eher unbeholfen als phonetisch. Wir brauchen hier das stimmhafte Gegenstück zu sch, also das j von Journal.

    Žižka-Platz, Žižkovo náměstí

    die Prager Straße

    Pražská

    Bei dem Namen "Prager Straße" muss ich immer an Dresden denken. Diese hier in Tábor ist tausendmal schöner.

    Das Wichtigste zum Schluss: Vielen Dank für diese schöne Galerie einer wirklich schönen Stadt!

    Was für ein grandioses Thema, einen ganz herzlichen Dank dafür!

    Vielen Dank! Ja, die russische Kultur übt eine besondere Faszination aus. Andererseits gibt es auch nicht wenige Menschen in Deutschland, die nichts mit ihr anfangen können. Dabei stehen nicht selten allgemeinpolitische Bewertungen der Rezeption der russischen Kultur entgegen. Das habe ich schon während meiner Kindheit in der DDR bemerkt. Damals wurde Russland von vielen einseitig mit "Kommunismus" in Verbindung gebracht und aufgrund dessen abgelehnt.

    Meine Russisch-Lehrerin sagte einmal vor der Klasse, ihr Lieblingsbuch sei "Anna Karenina" von Lew Tolstoj. Das fand ich fast schon ein bisschen subversiv. Tolstoj, nicht Lenin! Ich war in einer Spezialklasse und wir hatten immer ein umfassendes Verständnis von der Sprache, dem Land und seiner Kultur. Die orthodoxe Religion jedoch war eine Terra inkognita. Die Wiederbesiedlung dieser Terra inkognita dürfte wohl fast alle westlichen Russland-Experten überrascht haben.

    Das folgende Fresko befindet sich in einer Dorfkirche in der Nordwestecke des Gebiets Jaroslawl. Bajlowskoje (Байловское) liegt 14 km südlich vom Rayonzentrum Brejtowo (Брейтово). Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Die Kirche wird schon seit langem nicht mehr genutzt. Das Fresko entstand wohl Ende des 19. Jahrhunderts und überrascht durch seine Wucht und seine künstlerische Wahrhaftigkeit. Für mich ist das Dostojewski in Malerei übertragen. Der unbekannte Künstler gehört stilistisch zum Umkreis der Realisten um Ilja Repin. Dargestellt sind vier Kirchenväter.

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    Bajlowskoje (Brejtowski-Rayon, Gebiet Jaroslawl), Wwedenskaja-Kirche, Malerei an der Nordwand der Trapesnaja: "Die ökumenischen Väter und Lehrer der Kirche" Athanasius der Große, Basilius der Große, Gregor der Theologe und Johannes Chrysostomos
    (Foto: podmoskvach, 3. März 2024, sobory.ru, CC-BY-NC)

    Belgrad ist für Architekturinteressierte ein durchaus interessanter Ort.

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    Belgrad, Blick über die Save zur Altstadt (Stari Grad), im Vordergrund der Landeplatz (Pristanište) (Foto: Mister No, 7. September 2013, CC-BY-3.0)

    Die beiden Fotos zeigen ein ansprechendes Stadtbild. Dabei sind viele der Gebäude gar nicht besonders schön und auch nicht besonders alt. Dass sich dennoch ein angenehmer Eindruck ergibt, liegt daran, dass die Häuser malerisch verteilt sind und keines von ihnen durch eine maßstabsprengende Größe, unpassendes Baumaterial oder aggressive Farbgebung heraussticht. Alle Bauten fügen sich in die Umgebung ein. Höhendominante ist ein barocker Kirchturm. Er gehört zur städtischen Kathedrale. So ergibt sich ein gewachsenes Stadtbild mit dem Fluss im Vordergrund - das ist die Save - und dem Himmel im Hintergrund, dessen - im traditionellen Verständnis - transzendentale Dimension durch den Kirchturm ins Bewusstsein gerufen wird. Die korrekte historische deutsche Bezeichnung für diese Stelle des Flussufers ist "Landeplatz".

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    Belgrad, Blick über die Save zum Landeplatz, im Hintergrund der Turm der Kathedrale (Saborna crkva)
    (Foto: Dmitry N., 10. Mai 2017, sobory.ru, CC-BY-NC)

    Und ich traue mich gar nicht zu fragen (denn ich kenne die traurige Antwort), ob man tatsächlich für den Schundfilm noch den Rest in Brand gesetzt hat.

    Nein, die richtige Antwort kennst du offenkundig nicht. Ich habe die beiden Filme gesehen. Ganz und im russischen Original. Und ich kann dir sagen: Es ist KEIN Schund. Und es wurde kein einziges altes Berliner Haus bei den Dreharbeiten zerstört. Es gibt einen Unterschied zwischen Kino und Wirklichkeit. Sollte eigentlich bekannt sein. Hier geht es um Kintopp.

    Zu dem Beitrag weiter oben: Das erste Motiv habe ich in den beiden Berlin-Folgen nicht gesehen. Ich wüsste auch nicht, wo das sein sollte. Das zweite Motiv ist die Kuppelhalle der Friedrichstraßen-Passage, wie ja bereits gesagt wurde. Die Kuppelhalle stand nach den Dreharbeiten noch über zehn Jahre unverändert.

    Weitere Schauplätze, die ich in den beiden Filmen identifizieren konnte: Holländisches Viertel und Nauener Tor in Potsdam. Tierpark Berlin. Ostseite des Neuen Museums und Kuppel des Bode-Museums. Spreeseite des Marstalls sowie Spreeabschnitt zwischen Mühlendammbrücke und Rathausbrücke. Gendarmenmarkt mit Schauspielhaus. Lustgartenseite des Berliner Doms. Auch typische deutsche Gründerzeitstraßen sieht man einige Male.

    Alle genannten Gebäude (bis auf die Friedrichstraßen-Passage) sind erhalten. Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten - wohl 1969 - waren Marstall und Bode-Museum wiederaufgebaut, das Neue Museum, die Bauten auf dem Gendarmenmarkt und der Berliner Dom zum Wiederaufbau vorgesehen. Denjenigen, die sich für das Stadtbild oder den Zustand der Gebäude in der Nachkriegszeit interessieren, sind die Filme nicht zu empfehlen, da durch den Einbau in Kriegsfilme alles stark verfremdet ist und die entsprechenden Filmsequenzen sehr kurz sind. Die Innendrehs wurden fasl alle in den Mosfilm-Studios gemacht.

    Befremdlich finde ich, dass in den Beiträgen oben über eine Kinoproduktion geredet, aber kein Werktitel genannt wird. Hier nun die Auflösung: Es handelt sich um das Filmepos "Befreiung" (Oswoboschdenije) von Juri Oserow. Insgesamt sind es fünf Filme. Der erste behandelt die Schlacht bei Kursk im Sommer 1943. Die beiden letzten Teile handeln von der Schlacht um Berlin. Sie wurden in der russischen Fassung 1971 fertiggestellt.

    Teil 4: "Die Schlacht um Berlin"

    Teil 5: "Der letzte Sturm"

    Suchen wir eine richtige "Russenbude" in der Nähe, so werden wir in Potsdam fündig. Die Kolonie Alexandrowka wurde 1826/27 für russische Kolonisten und zum Gedächtnis an Zar Alexander I. errichtet. Passenderweise stammt das folgende Foto von Alexandr Savin, einem Russen, der in Deutschland lebt.

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    Potsdam, Russische Kolonie Alexandrowka, Haus 1 (Foto: A. Savin, 6. Februar 2014, FAL)

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    Potsdam, Russische Kolonie Alexandrowka, Haus 1 (Foto: Rigorius, 1. September 2022, CC-BY-SA-4.0)

    Die Häuser der Alexandrowka sind freilich nur romantische Annäherungen an den russischen Stil.

    Wikipedia:
    "Die Pläne für die Gebäude waren preußische Interpretationen einer Zeichnung des italo-russischen Architekten Carlo Rossi, der 1815 für die Zarinmutter ein „typisch russisches“ Dorf für den Park von Pawlowsk entworfen hatte und dem preußischen König nach dessen Besuch bei der Zarinmutter 1818 eine Skizze überließ. Militärhandwerker aller preußischen Garderegimenter errichteten die Fachwerkhäuser mit vorgesetzten halbrunden Holzstämmen, die äußerlich den Eindruck russischer Blockhäuser erweckten."

    (...)

    Die Idee hinter der Architektur des Hauses besteht wohl darin, ökologisch und gesund zu bauen. Kombiniert werden große Fenster, die einen beruhigenden Ausblick in die märkische Natur bieten, und Holz als natürliches Baumaterial. Es gibt ganz entfernte stilistische Anklänge an ein russisches Blockhaus. Ich finde, das Haus hat was.

    Zum Namen Marie Čcheidzeová:

    Interessanter Name übrigens. Eventuelle eine (missglückte) Transskription eines sächsischen Beginns à la Tzsch---? ch wird im Tschechischen so ausgesprochen wie bei uns. Mit einem vorangestellten Tsch ist es ganz und gar ungewöhnlich. Soll dies ein schlichtes S substituieren? Die Folge EID ist wiederum eindeutig Deutsch, tschechisch hätte man eher ejd gewählt. dz ist wieder tschechisch. Solche Namen sind letztlich erfreulich und zeigen die wechselseitige Durchdringung dieses Kulturraumes.

    Ganz falsch. Du bist zu sehr auf das deutsch-tschechische Verhältnis fixiert. In böhmischen Gefilden finden wir aber auch "Exoten". In diesem Falle handelt es sich um einen georgischen Namen.

    Georgische Familiennamen sind an sich auffällig wie ein bunter Hund. Man erkennt sie sofort. Der Name Čcheidze - russische Schreibweise: Чхеидзе (e und i getrennt sprechen) - gehört einem alten Adelsgeschlecht aus Westgeorgien, das seit dem 10. Jahrhundert nachweisbar ist. Im 19. Jahrhundert gehörten die Čcheidze zum russischen Fürstenstand. Es gibt mehrere Zweige und zahlreiche Angehörige, darunter eine Reihe Prominenter.

    Nikolaj Čcheidze (1864-1926) war ein führender Kopf der sozialdemokratischen Bewegung in Russland. Menschewik. Seit 1921 lebte er in der Emigration - allerdings in Paris.

    Konstantin Čcheidze (1897-1974), 1920 mit der Wrangel-Armee von der Krim nach Konstantinopel evakuiert, lernte 1921 in Sofia den russischen Geografen Pjotr Savickij (1895-1968) kennen. Beide begründeten dort die eurasische Bewegung (Jewrasijstwo), eine intellektuelle Strömung des russischen Exils. Savickij und Konstantin Čcheidze zogen bald weiter nach Prag, das zum intellektuellen Zentrum der russischen Emigration wurde. 1945 wurden Savickij und Čcheidze in Prag vom sowjetischen Militärgeheimdienst verhaftet. Obwohl sie für die kommunistische Herrschaft in der UdSSR keine Gefahr darstellten und tschechoslowakische Staatsbürger waren, wurden sie in den GULag deportiert. Von Pjotr Savickij hatte ich mal einen Brief in den Händen. Darin teilt er lakonisch mit: "1955 wurde mir gesagt, dass alles nur ein Irrtum war." Er durfte wieder nach Prag zurückkehren. Auch Čcheidze. Savickij hat einen Sohn, Ivan, den ich mal in Prag getroffen habe. Es gibt viele Emigrantenkinder in Tschechien. Sicherlich gehört auch Marie Čcheidzeová zu diesem Kreis. Vielleicht hat sie eingeheiratet. Der Vorname Marie (i und e getrennt sprechen) ist die tschechische Entsprechung zum deutschen Namen Maria.

    Eine andere "Exotin", die gute Fotos macht, ist Anička Guthrie. Der Familienname ist schottischer Herkunft. Vielleicht kennt ihr den Musiker Woody Guthrie. Das ist der gleiche Name, aber Verwandtschaft besteht sicher nicht. Anička lebt in Prag und ist Slowakin.

    Liebe Leute!

    Ich hatte gedacht, wir sind hier die Fankurve des FC "Berliner Schloss" und singen alle gemeinsam "So ein Tag, so wunderschön wie heute" und "Elf Freunde sollt ihr sein" (oder acht). Doch was finde ich hier vor? Werbung für die Gegenseite, idiotische X-Kommentare und politischen Streit. Das ist einfach unwürdig.

    Ich bin Jakob dankbar, dass er auf den Berliner Bildhauer

    Andreas Artur Hoferick

    aufmerksam gemacht hat. Denn das ist unsere Aufgabe: die enorme künstlerische Leistung der beteiligten Bildhauer zu würdigen. Neben Hoferick waren wohl noch andere Künstler beteiligt. Ich finde die Prophetenfiguren wunderschön. Ich meine auch: Eine Vergoldung der Engel in der Laterne wäre wünschenswert.

    Der Rechts-links-Diskurs der Rekogegner hat unter anderem das Ziel, von den schöpferischen Aspekten der Rekonstruktion abzulenken. Wir sollen aus dem Blick verlieren, was wichtig ist: Schönheit und Kunstfertigkeit, Wiedergewinnung historischer und kultureller Bezüge. Es ist völlig falsch, hier an dieser Stelle und an diesem Tag den Rekogegnern die große Bühne zu bieten. Das ist nicht unsere Aufgabe. Erinnern wir uns an die Fußballweisheit: "Was zählt, ist auf der Kuppel."

    Ich bin allen dankbar, die an der Rekonstruktion der Prophetenfiguren mitgewirkt haben. Wie belanglos und kleinkariert erscheinen dagegen die Querschüsse der Gegenseite. Das wird ein tolles 8 : 0 für den FC "Berliner Schloss".

    Danke an unseren "Bundestrainer" Wilhelm von Boddien!

    Handelt es sich um eine Eisenbahnersiedlung? Die Bezeichnung Schelesnodoroschny deutet jedenfalls darauf hin.

    Nicht ganz. Schelesnodoroschny (posjolok) / Железнодорожный (посёлок) bedeutet "Eisenbahn-(siedlung)". Das Substantiv in der Klammer kann man im Russischen weglassen, im Deutschen vermissen wir es. Zuweilen wird der Name als "Eisenbahnersiedlung" gedeutet, aber das würde man im Russischen mit Genitiv formulieren: posjolok schelesnodoroschnikow.

    Die 1946 im Kaliningrader Gebiet vergebenen russischen Ortsnamen haben keinerlei Bezug zur deutschen Vergangenheit der Orte. Gerdauen liegt an der Hauptbahn Allenstein (Olsztyn) - Insterburg (Tschernjachowsk). 1945 wurde die einstige Kreisstadt russischer Grenzbahnhof. Hier wurden fortan die Züge zwischen Normalspur und russischer Breitspur umgespurt. Aufgrund dessen erhielt der Ort den gesichtslosen Namen Schelesnodoroschny.

    Das von dr_acula gezeigte Haus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und gehörte dem Lehrer Jakob Brehm, der auch Kantor an der evangelischen Kirche war. Seit den 1970er Jahren befanden sich in dem Haus die Schlafräume einer Internatsschule. Ab 2006 stand es leer. 2022 begann die Sanierung. Der Investor will das Haus von Jakob Brehm als Hotel mit 22 Zimmern eröffnen, und zwar im Zusammenhang mit Kureinrichtungen, die im gegenüberliegenden Kreishaus untergebracht werden sollen. Da dessen Sanierung noch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird, verzögert sich die Eröffnung des Hotelgebäudes. Dort laufen gegenwärtig noch Innenarbeiten. Die Meldung auf dem regionalen Nachrichtenportal kgd.ru vom 8. März 2024 bezieht sich auf den Abbau der Gerüste an dem oben gezeigten Haus.

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    Schelesnodoroschny (Gerdauen), uliza Kommunistitscheskaja 39, Kreishaus (Foto: Wiktor Prz, 22. August 2019, CC-BY-SA-4.0)