Posts by Civitas fortis

    Man müsste noch etwas mit den Geschosshöhen spielen, wirkt noch wie ein großer Block.

    Das passiert eben, wenn alles durch einen Bauherrn geplant wird. Wenn die unterschiedlichen Geschosszahlen nicht im B-Plan vorgegeben wären, gäb's nichtmal die. Und selbst die in diesem Fall im B-Plan geforderten Vor- und Rücksprünge der Fassade und die Hofgebäude wurden ja vom Investor im ersten Entwurf als unwirtschaftlich ignoriert. Dass der B-Pan explizit Flachdächer fordert, erweist sich ebenfalls als Problem, weil so keine Dachzone kommen wird, mit der man gestalterisch ja auch noch variieren könnte. Ein Plattformdach mit Mansarde hätte fast genauso viel Nutzen bzgl. Dachbegrünung, die ja als Grund für Flachdächer genannt wird.


    Im Grunde ist es mal wieder eine optimierte Wohnmaschine, auf die unterschiedliche "Fassaden" gemalt werden, so wie an der Schweriner Straße oder am Altmarkt. Dass es plastische Gesimse und ein paar - was ist das eigentlich? - vertikale Strukturen gibt, ist ja auch nur der Gestaltungskommission zu verdanken, die den ersten Entwurf als "zu glatt" bezeichnete.


    Für den Rest der Lingnerstadt muss unbedingt kleinteilig parzelliert werden und die einzelnen Gebäude müssen individuell geplant werden, nicht nur die "Fassaden". Den Stadträten muss klar werden, dass ein Bebauungsplan alle möglichen Vorgaben bzgl. Gestaltung ausschöpfen muss. Die Zeit, in der Investoren mit möglichst wenig Einschränkungen gehalten werden müssen, ist definitiv vorbei. Die Stadtgesellschaft sollte klar vorgeben, wie gebaut werden soll. Von selber kommt das nicht, das sieht man ja in diesem Fall. Die Aussage des Investors bzgl. des Palais Oppenheim spricht hier ebenfalls Bände und das sollte ein Alarmzeichen für die Stadträte sein.

    Auf dem Bild ist ein Andreaskreuz zusehen - offenbar von der Pionier- bzw. Parkeisenbahn. Hat jemand von Euch einen Bezug zu der Anlage? Eventuell ein paar alte Bilder aus Kindheitstagen? Wie geht es der Bahn und der damit verbundenen Idee heute, spielen Kinder beim Betrieb immer noch eine Rolle?

    Ich war selber Parkeisenbahner und bin vor ein paar Wochen erst wieder mal mitgefahren. Für mich war der Dienst immer ein Highlight in der Woche und ich habe leider viel zu früh aufgehört. Viele Pionier- und Parkeisenbahner halten der Bahn schon seit Jahrzehnten die Treue und sie gehört einfach zum Großen Garten wie das Palais oder der Zoo. Vor allem an Dampfbetriebstagen ist die Parkeisenbahn ein Anziehungspunkt für Besucher und Einwohner Dresdens gleichermaßen, v.a. natürlich mit Kindern.


    Die Dienstposten (Fahrdienstleiter, Aufsicht, Zugmelder, Sperre, Schrankenwärter, Zugführer, Zugschaffner) werden mit Kindern (ab ca. 4. Klasse) besetzt. Die früher Brigadeleiter genannten Assistenten sind mindestens 16 Jahre alt und die Bahnhofsleiter und Lokführer sind Erwachsene.


    Die Ausbildung ist anfangs etwas theoretisch und streng, aber man ist als 10/11-jähriger dann ja auch ein "Eisenbahner", was einigen wohl schon bei der späteren Ausbildung bei der "großen" Bahn geholfen hat. Im Winterhalbjahr, wenn die Bahn nicht fährt, hat man einmal die Woche eine Weiterbildung und kann so mit jedem Jahr auf einem weiteren Bahnhof Dienst tun (erstes Jahr Karcherallee/Palaisteich, zweites Jahr meist Carolasee, ab drittem Jahr Straßburger Platz/Hauptbahnhof und Zoo - wenn ich mich richtig erinnere).


    Ich kann jedem Kind, das sich auch nur ein bisschen für Eisenbahnen interessiert (wer tut das nicht?), empfehlen, bei der Parkeisenbahn mitzumachen. Es kostet nichts und man lernt viel, v.a. auch Werte wie Selbstbewusstsein und Verantwortung. Disziplin kommt von selber, wenn man in Uniform die Kollegen grüßt und sich dabei fühlt, wie die "Großen". Außerdem gibt's eine schicke Uniform - die Mütze habe ich immer noch im Schrank.


    Im Moment werden nur Rundfahrten ab "Hauptbahnhof an der Gläsernen Manufaktur" (Ersatz für den alten Bahnhof "Straßburger Platz", bzw. "Frohe Zukunft am Fučikplatz", beim Bau der VW-Fabrik) angeboten, aber normalerweise kann man an allen fünf Bahnhöfen ein- und aussteigen. Außerdem gab es immer wieder Sonderaktionen, z.B. Austausche mit anderen Liliputbahnen (das ist übrigens der Fachbegriff für solche Bahnen), z.B. in Leipzig oder auch England, d.h. es war Rollmaterial aus diesen Betrieben im Großen Garten unterwegs und umgekehrt. Es gab auch "Westerntage" mit Überfällen und traditionell die Nikolausfahrten, die ganz selten auch mal im Schnee stattfinden konnten, sowie die Abendfahrten im Dunkeln. Das wird es nach den Einschränkungen sicher auch alles wieder geben.


    Für Informationen und Bilder kann ich die Website des Fördervereins empfehlen, dort findet man auch ein paar alte Aufnahmen aus Pioniereisenbahnzeiten (z.B. hier, hier und hier). Auch die Wikipedia-Seite kann man sich mal durchlesen.

    Ich habe mal ne doofe Frage. Warum wird der oben gezeigte Vorschlag der GHND so nicht umgesetzt?

    Das ist nicht der Vorschlag der GHND, sondern der zweitplatzierte Entwurf im Wettbewerb, den die GHND allerdings favorisiert und deshalb visualisieren lassen hat. Die aus dem Wettbewerb folgende Beschlusslage des Stadtrates lässt sich im Ratsinformationssystem in Vorlage V3266/19 einsehen (Beschlussausfertigung). Darin findet sich bzgl. dieses 2. Preisträgers in Punkt 2b:

    Quote

    Der grundsätzliche Entwurf des 1. Preisträgers für das Baufeld 1 [Königsufer, Anm. d. Verf.] soll um Elemente des 2. Preisträgers angereichert werden. Dabei ist vor allem die kleinteilige Fassadengestaltung aufzunehmen, die sowohl straßenseitig als auch von der Uferansicht her erlebbar sein soll

    sowie in Punkt 2f:

    Quote

    Alternativ ist für das Baufeld 3 (Hotel Bellevue) der Entwurf des 2.Preisträgers hinsichtlich Machbarkeit im Zusammenhang mit der Verkehrsuntersuchung (in Punkt 5) zu prüfen und ggf. weiter zu qualifizieren

    Ergo: Laut Beschlusslage ist eine teilweise Umsetzung bzw. Einbeziehung dieses Entwurfs vorgesehen. Was der Denkmalschutzstatus für die Planungen genau bedeutet, wird Gegenstand von Abwägungen und Diskussionen sein.

    Kennt jemand Thomas Wangenheim? Ich weiß nicht so richtig, wie ich seine Theorien einordnen soll, aber sein Aufhänger für eine kurze Einführung in sein Buch passt gerade thematisch hierher. Demnach wäre es wohl wieder Zeit für mehr Kunst in der Architektur.


    Ist das der originale Verlauf der Großen Meissner Str., mit einem "Knick"?

    Ungefähr. Hier sieht man die Überlagerung des Vorkriegszustandes mit diesem Entwurf:


    FB_IMG_1574340265653.jpg

    Bildnachweis: Jordi, Keller, Pellnitz et al. / Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden


    Die Visualisierungen sind übrigens hier nochmal in groß zu sehen und das Konzept dazu (2. Platz im Wettbewerb) ist hier ausführlich beschrieben ... wer es noch nicht wusste.

    Klar, jedes Gebäude altert, aber das ist eben der Nachteil solcher riesigen Komplexe: Sie lassen sich nicht mal eben sanieren, auch nicht teilweise. Das Bonner Stadthaus ist für mich ein Paradebeispiel für das Versagen baulicher Großstrukturen als Leitbild im Bauwesen. Gleiches sieht man derzeit an der SLUB in Dresden, bei der das riesige Dach undicht ist und teuer saniert werden muss; das ICC in Berlin findet auch keinen Sanierer; es gibt sicher massig weitere Beispiele.


    Ein auf kleinteilig parzelliertem Grund stehendes Gebäude lässt sich meist in einem Jahr generalsanieren, bzw. kann bei traditioneller Bauweise nach und nach erneuert werden (Dach, Fassade, Innenausbau, etc.). Die Zukunftshoffnung der 60er und 70er, die solche Großstrukturen hervorbrachte, hat sich nicht erfüllt. Wie so oft muss man konstatieren: Weniger ist mehr, zurück zu den Wurzeln.


    Beispiele wie das Stadthaus sollte man sich für Argumentationen gegen große Neubau-Klötze merken.

    Der General-Anzeiger hat eine Bildergalerie mit Fotos aus der Zeit des Baus des Stadthauses, aktuellen Fotos und solchen, die einige Schäden zeigen sollen, veröffentlicht. Es ist die Rede von bis zu 300 maroden Betonstützen, immer wieder eindringendem Wasser über das Dach (in der Vergangenheit bis in die neunte Etage), Legionellen in den Duschräumen, und vielen anderen Schäden.

    Die kurzfristige Sicherung sei unabdingbar, ein Abriss bei Aufgabe der Nutzung durch die Stadt wird aber schon länger geraunt, zumindest war das immer mal wieder im General-Anzeiger thematisiert worden. Für solch ein riesiges Gebäude, das die komplette Verwaltung und u.a. auch das Stadtarchiv beinhaltet, lässt sich nicht innerhalb von zwei Jahren adäquater dauerhafter Ersatz finden. Durch einen Abriss kann die Innenstadt in der Tat nur gewinnen. Das Gebäude jetzt nicht zu sichern würde aber wohl eine Räumung und großräumige Absperrung der Umgebung bedeuten.

    Stadthaus Bonn

    Über erhebliche Schäden an tragenden Betonstützen des Bonner Stadthauses durch Streusalze berichtet der General-Anzeiger. Maßnahmen zur Sicherung müssen demnach bis 2023 durchgeführt werden, was zur Ersatzunterbringung von ca. 1150 Mitarbeitern aus den Bürotürmen führen wird. Eine vollständige Aufgabe der Nutzung des Gebäudes durch die Stadt steht als Option im Raum.

    Dresdner Dachlandschaften

    Vom Riesenrad "Wheel of Vision", das derzeit wieder am Postplatz steht, daher leider etwas trüb und manchmal schief.


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/36620/

    Residenzschloss und Katholische Hofkirche


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/36615/

    Frauenkirche und Neumarkt


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/36616/

    Kulturpalast, Neumarkt und Pirnaische Vorstadt


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/36623/

    Wilsdruffer Straße und Pirnaische Vorstadt


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/36619/

    Altmarkt, Neues Rathaus und Kreuzkirche


    sopht029.jpg

    Ähnlicher Aussichtspunkt von der Sophienkirche über die Altstadt. altesdresden.de


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/36622/

    Altmarkt und Seevorstadt, Christuskirche Strehlen


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/36624/

    Postplatz, Wall- und Marienstraße, Prager Straße


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/36614/

    "Residenz am Postplatz"


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/36618/

    Postplatz und Wilsdruffer Vorstadt


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/36617/

    Postplatz und Wilsdruffer Vorstadt, World Trade Center


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/36621/

    Wilsdruffer Vorstadt und Hafenmühle

    Das sieht wirklich super aus, v.a. gefällt mir der Detailgrad sehr gut (Stadtmöblierung, Fahrzeuge, etc.). Für mein Modell von Dresden, das einen städtebaulichen Vorschlag abbildet (also keinen historischen Zustand), benutze ich SketchUp, weil es kostenlos ist und es viele Plugins gibt.


    Mich würde interessieren, ob die Gebäude anhand von Bauplänen entstanden, oder ob die Maße von Fotos entnommen worden sind (und v.a. wie), und auch, ob der Bauschmuck und Statuen etc. alle selbst gebaut sind, oder welche Quellen es für sowas gibt.


    Vielleicht kann man sich bzgl. 3D-Modellierung allgemein und speziell bzgl. wiederverwendbarer Modelle (Platzhalter, Möblierung, etc.) auch etwas austauschen. Ich benutze nämlich für "schöne Bilder" nach dem Rendern auch noch viel Photoshop, weil mir die Modellierung von komplexen Gebäuden noch nicht so schnell von der Hand geht. Ich habe also größten Respekt vor dieser Leistung!

    Hochhaus Pirnaischer Platz

    Der neue Besitzer, die Quarterback Immobilien, will das Gebäude schnell sanieren, die Baugenehmigung wurde verlängert. Die Sächsische Zeitung zeigt diese Visualisierung:

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    © Quarterback Immobilien GmbH in: Sächsische Zeitung


    Laut Artikel sollen ausschließlich Mietwohnungen entstehen, die sich an den ursprünglichen Grundrissen orientieren. Statt des Flugdaches kommt ein weiteres Geschoss hinzu, das seinerseits ein ähnlich geformtes Dach erhalten soll. Zudem wird ein zweites Treppenhaus an der Nordseite angebaut werden. Der Flachbau, der derzeit einen Lebensmittelmarkt beherbergt, soll ebenfalls aufgestockt werden, mit Büroräumen. Weiterhin soll eine Tiefgarage gebaut werden.


    Baubeginn soll Anfang 2022, Abschluss des Umbaus Ende 2023 sein.


    P.S. Die Dresdner Neuesten Nachrichten berichten ebenfalls, in der Online-Ausgabe mit dem Titel "Assis-Hochhaus [...] soll saniert werden".

    Überdies halte ich es für verblendet, die städtebauliche Qualität der DDR-Hauptstraße zu negieren.

    Die Hauptstraße stand schon vorher unter Denkmalschutz (übrigens als überkommener Teil der barocken Struktur), ebenso alle Einzeldenkmale, inklusive der Brunnen auf dem Neustädter Markt. Die Denkmaldokumente wurden seit der Unterschutzstellung geändert und zusammengefasst. Was wirklich mit dieser Unterschutzstellung dazugekommen ist, ist die Platzfläche links und rechts des Goldenen Reiters sowie die Straße, und die Plattenbauten am Neustädter Markt und der Hauptstraße, und zwar u.a. wegen gartenkünstlerischer Aspekte. Und genau dagegen richtet sich die Kritik, nicht gegen den Denkmalschutz der Hauptstraße oder einzelner Elemente der DDR-Gestaltung. Ich hatte das schon in diesem und diesem Beitrag beschrieben. Man lese übrigens die Begründungstexte und vergleiche mit den Einlassungen der "Neustädter Freiheit". Herr Kulke hatte den Sachverhalt hier zusammengefasst - die vorherige Situation ist im Video an dieser Stelle zu sehen, man vergleiche mit dem jetzigen Zustand.


    Die Kritik ist insofern kein Gehabe und man sollte sich in dieser Diskussion schon mit allen Fakten befasst haben, wenn man sich ein Urteil bilden will. Auf Halbwissen basierende Ansichten, in welche Richtung auch immer, sind nicht zielführend. Dieser mein Beitrag mal als Anregung für eigene Recherche und Meinungsbildung.

    Ein die Voraussetzungen als Denkmal erfüllendes Gebäude muss als solches geschützt werden, egal on "die Politik" oder "die öffentlichen Meinung" dies als schützenswert empfinden. Im Gegenteil: Es bedarf des Schutzes gerade dann, wenn man meint aus welchen Gründen auch immer, dieses zu beseitigen.


    Die Kritik die hier am Schutz bestimmter Bauten geäußert wird und die Relativierung des Schutzes kann sich sehr leicht gegen solche Gebäude richten, die wir als schützenswert ansehen.

    Ich gehe mal in diesem Thema darauf ein, da meine Antwort nicht mehr so viel mit dem ursprünglichen Thema einer Prüfung der Unterschutzstellung des Rechenzentrums in Potsdam zu tun hat.


    Der Denkmalschutz schien bisher fast immer "auf unserer Seite" gewesen zu sein, weil eben überwiegend alte Gebäude geschützt wurden. Allerdings sieht man in letzter Zeit zunehmend, dass Gebäude aus der späten Nachkriegszeit und späterer Zeiten unter Schutz gestellt werden: Neustädter Markt in Dresden, Stadthaus in Mannheim, Plattenbauten Wilhelmstraße in Berlin; und auch beim Rechenzentrum in Potsdam scheinen sich die Initiatoren der Prüfung durch diese Beispiele bestärkt zu fühlen, ihr Glück zu versuchen.


    Denkmalschutz war aber noch nie so streng geregelt, dass geschützte Gebäude unantastbar sind. "Wir" begeben uns hier also langsam auf die andere Seite, nämlich der Kritiker des Denkmalschutzes in Einzelfällen. Ein Schwarz-Weiß-Denken bzgl. Denkmalschutz "gut oder schlecht" ist nicht angebracht. Wenn man schöne und v.a. die im Zweiten Weltkrieg verloren gegangenen Stadtbilder schützen, bzw. wiederherstellen will, kommt man nicht umhin, einige Unterschutzstellungen anzuzweifeln, zu widersprechen und ggf. auch die rechtlich möglichen Wege auszuschöpfen, v.a. dann, wenn der Schutzgegenstand und dessen Bedeutung äußerst diskutabel ist und die Begründungen extrem auslegbar sind. Und natürlich, wenn sie demokratisch legitimierten Planungen zuwiderlaufen.


    In Dresden hat man z.B. jetzt die Situation, dass an der gleichen Stelle zwei völlig gegensätzliche städtebauliche Konzepte gleichfalls unter Denkmalschutz stehen: die barocke Stadtfigur und die diese ignorierende Planung der DDR. Welcher Situation gibt man hier den Vorzug? Belässt man es beim unbefriedigenden Status Quo und hört auf, Stadtplanung zu betreiben? Oder hat die Stadt einen Plan, wie sie bauen, sich präsentieren und funktionieren will? In Dresden ist über 30 Jahre Planung klar geworden, was man (i.e. die Bürgerschaft) dort will, und das ist nicht die DDR-Planung, also ist sie zu hinterfragen. Ein Beispiel dafür, dass das geht und gut werden kann, ist z.B. der Abriss des "Tausendfüßlers" in Düsseldorf, der als Baudenkmal einer solchen planerischen Verbesserung im Wege stand und abgerissen werden durfte. Das gleiche dürfte auf Potsdam zutreffen, wenn man - Gott bewahre - das Rechenzentrum als denkmalwürdig erachten sollte.


    Zusammengefasst: Denkmalschutz ist kein Selbstzweck und Baudenkmale sind keine wissenschaftlichen Anschauungsobjekte, die unter allen Umständen am Originalplatz und in Originalsubstanz konserviert werden müssen. Das jedenfalls ist meine Meinung und ich denke auch die der Mehrheit derer, die sich für schöne Stadtbilder einsetzen.