Posts by Civitas fortis

    Ich war letztens in Bonn meinen Sohn besuchen, und da war der Rhein kurz davor die Rheinuferpromenade zu überspülen. Die gesamte Uferzone auf der östlichen Rheinseite war komplett weg.

    Das passiert in Bonn regelmäßig und betrifft die Beueler und die Bonner Seite gleichermaßen (Überflutung der Rheinpromenade), ebenso wie Königswinter und Bad Honnef, wo u. a. regelmäßig die Stadtbahnstrecke unter Wasser steht (HQhäufig). Was ist denn aber die Analogie zu Bremen in dem Zusammenhang?

    Ich erinnere mich, dass bei Beginn der Baumaßnahme davon gesprochen worden war, dass der staubige rötliche Belag durch einen helleren ersetzt werden sollte:

    Der Zwingerhof wird unter denkmalpflegerischen Aspekten als Gartenraum betrachtet. Hier ist die Verwendung von wassergebundenen Wegedecken als Befestigung von Wegeflächen prägend und wird auch mit der Sanierung des Zwingerhofes beibehalten werden. Der derzeit vorhandene, zertretene rote Belag wird durch einen hellen, wassergebundenen Belag ersetzt, welcher deutlich weniger Staub bildet und das Regenwasser besser versickern lässt. Auf den Hauptwegen werden Platten aus Sandstein verlegt.

    Ich kann mir zwar auch nicht vorstellen, warum der originale Belag rötlich gewesen sein sollte, aber der Befund wird ja wohl stimmen. Im Zweifel sollte man wohl mal bei den Archäologen nachfragen, was sie genau gefunden haben.

    Stellt euch diese Fotos mal mit Asphalt und Betonpflaster vor. Ich wiederhole mich, aber der historische Straßenbelag scheint mir mal wieder einen ganz großen Effekt zu haben. Stade kommt auf jeden Fall auf meine Liste zu besuchender Städte.

    Daher müssen die Betriebe wachsen, um diese Anforderungen erfüllen zu können, hierzu mehr Filialen eröffnen und diese dann aus logistischen Gründen mit Tiefkühlprodukten beliefern, wodurch wiederum die Unterscheidbarkeit zum Supermarkt-Produkt nicht mehr so eindeutig gegeben ist

    Man könnte auch argumentieren, dass Franz Meier kurz vor der Rente vielleicht etwas spät angefangen hat, sich um die Zukunft seines Geschäfts zu sorgen (wenn er das denn ernsthaft getan hat). Eine Sanierung, die nur wegen Bestandsschutzes nicht erfolgt ist, ist betriebswirtschaftlich eine ausgebliebene Investition, die sich nun eben in geringerer Wettbewerbsfähigkeit äußert. Ob diese Auflagen so streng sein müssen, kann man unabhängig davon diskutieren, aber wie sähe es denn eigentlich aus, wenn ein langjähriger Mitarbeiter (früher ja am ehesten die Kinder) das Geschäft weiterführen würde?

    Das mag ja alles sein, aber für einige inhabergeführte Geschäfte (um die's hier ja gehen soll) in der Fußgängerzone von LU war die Rheingalerie trotzdem der Todesstoß. Ich erinnere mich an mindestens ein Eiscafé und ein-zwei Boutiquen oder sowas und generell einen noch trostloseren Anblick kurz nach Eröffnung des Einkaufszentrums. Das gleiche in KL - möglich, dass sich das regeneriert, wenn solche Einkaufszentren mehr Publikum anziehen, aber diesen Effekt habe ich selber noch nicht gesehen. Und gerade für Gegenden, die eh schon unattraktiv sind, ist so ein Klotz erst recht nicht die städtebaulich richtige Entscheidung.

    Das gleiche trifft auch für zukünftige Ansiedlungen zu - da fällt mir auf Anhieb der Kaufpark in Dresden-Nickern ein. Dort wird in großem Umkreis drumherum niemals kleinteiliger Einzelhandel überleben können, wenn dort mal mehr "Stadt" entsteht (was ja geplant ist).

    Solange immer noch Städte wie Ludwigshafen mit der "Rheingalerie" oder Kaiserslautern mit dem "K in Lautern" (es gibt sicher noch viele weitere aktuelle Beispiele) meinen, durch solche "Shopping"-Klötze attraktiver zu werden, die ihre Innenstädte leersaugen und die Mieten ins exorbitante steigen lassen, braucht man sich nicht wundern. Dort können sich alteingesessene Familienbetriebe nicht einmieten und in den ehemalig gutbesuchten Lagen herrscht tote Hose und Kundenmangel. Also nicht nur das Internet verdammen - es ist auch diese Art der Stadtplanung und Wirtschaftsförderung, die diesen Effekt hervorrufen.

    Wie sang Bodo Wartke schon vor über zehn Jahren:

    So werden wir da drinnen schneller fündig wenn
    Wir mal in ein Spezialgeschäft wollen wie ... H&M

    Diese Bilder zeigen das Gelände der Ausstellung "Die Alte Stadt". Sämtliche Gebäude wurden nur zu diesem Zweck und temporär errichtet. Hier sieht man eine Karte und alle Ansichten auf dem Ausstellungsgelände an der damaligen Johann-Georgen-Allee: altesdresden.de

    PS. Auf der Seite kann man unter der Hauptkarte auch noch 20 andere Ausstellungen mit Plan und verknüpften Ansichten anzeigen lassen, z. B. von der Hygiene-Ausstellung 1930, zu der erstmals die Martens'schen Liliputdampflokomotiven von 1925, die heute noch bei der Dresdner Parkeisenbahn im Einsatz sind, die Gäste über das Ausstellungsgelände fuhren. Auch das (erste) Dresdner Kugelhaus wurde für diese Ausstellung errichtet.

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    Bildnachweis: altesdresden.de

    Das war vor knapp vier Jahren bereits Thema, und zwar hier:

    Civitas fortis
    July 3, 2020 at 6:49 PM

    Bzgl. des Wohnhauses von Johann Christian Clausen Dahl und Caspar David Friedrich am Terrassenufer schaut mal beim Dresdner Romantik e. V. vorbei, v. a. § 2 Abs. 3 lit. f) der Satzung und wer Vorsitzender ist …

    Die Planung berücksichtigt den alten Vorentwurf des B-Plans, in dem die Lingnerallee nicht auf altem Grundriss weitergeführt wird (was durch den Teil-B-Plan für den Ersatz des "blauen" Gebäuderiegels an der Sankt Petersburger Straße und dem Bekenntnis zum Erhalt des Atrium-Gebäudes auch wahrscheinlich bleibt). Aus unserer Sicht sollte der Kaitzbach allerdings in Mittellage des alten Verlaufs der ehemaligen Johann-Georgen-Allee verlaufen.

    Diese Machbarkeitsstudie ist also nur ein weiterer Pflock, den die Verwaltung in die Verhinderung dieser Möglichkeit steckt, obwohl sich der Stadtrat mehrfach für eine Orientierung am historischen Stadtgrundriss ausgesprochen hat.

    Im Übrigen zeigen die Visualisierungen mit einem angeblich "naturnahen" Verlauf wohl auch nur einen mit Betonwinkeln befestigten Trog, der durch die öffentliche Zugänglichkeit höchst wartungs- und pflegeintensiv und von Anfang an ganz sicher nicht "naturnah" sein wird.

    So stellen wir uns das stattdessen vor:

    Lingnerallee Kaitzbach Planstraße 01