Posts by Civitas fortis

    Jetzt ist die Katze also aus dem Sack: Amtsinhaber Dirk Hilbert (FDP) tritt zur diesjährigen Oberbürgermeisterwahl erneut an, wie das letzte Mal als "überparteilicher Kandidat" für den Verein "Unabhängige Bürger für Dresden". Damit sieht das Kandidatentableau bisher wie folgt aus:

    • Albrecht Pallas, SPD, derzeit MdL Sachsen
    • Eva Jähnigen, GRÜNE, derzeit Umweltbürgermeisterin
    • Martin-Schulte-Wissermann, Piraten
    • André Schollbach, LINKE, derzeit Stadtratsmitglied und Fraktionsvorsitz LINKE im Dresdner Stadtrat
    • Dirk Hilbert, Unabhängige Bürger für Dresden, derzeit OB Dresden

    Die CDU wollte sich vor der Kandidatur Hilberts noch nicht festlegen, ob sie überhaupt einen eigenen Kandidaten aufstellen will, aber angesichts dieser Zurückhaltung und der Tatsache, dass SPD, Grüne und Linke einen Sieg Hilberts durch eine Vereinbarung, bei einer Stichwahl den stimmenstärksten Kandidaten dieser drei Parteien zu unterstützen, unbedingt verhindern wollen, wäre ein zweiter "bürgerlicher" Kandidat aus den Reihen der CDU eine Überraschung. Die AfD hat sich ebenso wie die Freien Wähler und die CDU noch nicht zu einer Kandidatur oder Unterstützung geäußert.


    In der Dresdner Baupolitik sind zumindest Eva Jähnigen und Martin Schulte-Wissermann keine Unbekannten, beide waren Mitglieder im Stadtentwicklungs-/Bauausschuss, ebenso wie Dirk Hilbert, der qua OB-Amt dessen Vorsitzender ist.


    Im Sinne des Stadtbildes erscheint mir aber keiner der Kandidaten besonders hervorstechend zu sein, weshalb wir die baupolitischen Ansichten aller Kandidaten mit Wahlprüfsteinen abfragen wollen. Wenn jemand damit Erfahrung hat, bitte gerne melden!

    Nach fast fünf Jahren Sanierung wird morgen, am 28.01.2022 ab 9:00 Uhr, die Augustusbrücke mit einem per Livestream übertragenen ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Hofkirche offiziell für den Verkehr freigegeben. Ab folgendem Montag fahren die Straßenbahnen wieder über die Brücke. Für den motorisierten Individualverkehr bleibt die Brücke ja bekanntlich dauerhaft gesperrt.

    Die Stadtverwaltung führt derzeit eine Bürgerbefragung zum Mobilitätsplan 2035+ durch. Der Fragebogen thematisiert 14 Aspekte, darunter auch den Stadtraum. Man kann zwar nur bei jedem Aspekt angeben, wie wichtig einem dieser ist, wer aber im abschließenden Feld für weitere Anmerkungen ebenfalls darlegen möchte, dass der Aspekt Stadtbild wichtiger ist, als die meisten anderen, weil Verkehrsanlagen immer Bauwerke im öffentlichen Raum sind und daher eine besondere Rolle einnehmen, kann sich gern daran beteiligen.

    Das liegt wohl eher daran, dass Stimmann diesen Paragrafen sehr streng ausgelegt hat, das führt er ja auch weiterhin aus, als nachgefragt wird, ob zwei-drei Stockwerke mehr keine Einfügung mehr nach § 34 BauGB seien:

    Quote

    Stimmann: So ist das, aber im Einzelfall sind Ausnahmen möglich. Die Beurteilung hängt von der Interpretation des jeweiligen Baudezernenten ab. [...]

    [H]öhere Häuser in der barocken Innenstadt – das wollten weder mein Bausenator Wolfgang Nagel noch ich.

    Solange niemand klagt (und somit in der Beweispflicht steht), ist der Paragraph Kaugummi. Wer Lust hat, kann sich ja mal die bisherige Rechtsprechung zum § 34 BauGB durchlesen.

    „Der Denkmalschutz für diesen Bereich ist mit der Zerstörung der Hütte erloschen. Für eine neue Bebauung gilt somit das aktuelle Baurecht"

    Das ist doch nur ein Feigenblatt um zu suggerieren, dass man ja wollte, wenn man denn nur könnte, das Baurecht dies aber als absolute Instanz verbiete. Ob das bei einer Holzhütte überhaupt der Fall ist, ist höchst fraglich. In der Aussage steht nämlich nicht, ob eine Rekonstruktion, vielleicht sogar eine originalgetreue bzgl. Material und Bauweise, nach aktuellem Baurecht möglich ist, oder nicht.


    Ergo wäre die adäquate Antwort auf diese Aussage: Wenn eine Rekonstruktion, in welcher Form auch immer, baurechtskonform ist, ist diese umzusetzen.


    Das gilt fast überall, wo es um mögliche Rekonstruktionen geht. Leider wird das nur allzu selten ausgesprochen und alle Beteiligten glauben dem Vorwand "geht nicht, weil rechtswidrig", oder wahlweise dem § 4 des Kölschen Grundgesetzes "Wat fott es, es fott".


    Hier wäre evtl. eine Reaktion des Vereins angebracht, oder Bagration?. Würde jemand aus der Gegend einen Entwurf für einen Brief machen?

    Man sieht das Ding zum Glück doch eigentlich gar nicht vom Neustädter Elbufer.

    Doch, hinter der Zitronenpresse, zumindest das Flugdach. Wenn dort jetzt ein Penthousegeschoss draus wird, das abends leuchtet, wird es eben viel sichtbarer (aus vielen Blickrichtungen). Aber ich sehe dieses Gebäude für die städtebauliche Entwicklung im Moment als geringeres Problem.

    Was man allerdings sieht, vom Elbufer sowie von der Brühlschen Terasse aus, sind die ranzigen Platten an der Steinstraße. Die Dinger gehören echt mal weg.

    Die sind gerade erst saniert worden (Wohnblock) bzw. werden demnächst umgebaut/saniert (Hotel). Am störendsten ist der Wohnblock, v.a. für eine zukünftige Durchbindung der ehemaligen Marschallstraße zum Rathenauplatz. Auch, dass das Schulgebäude am Terrassenufer langfristig erhalten bleiben soll, ist eine Behinderung einer sinnvollen Entwicklung des Gebiets. Man kann wohl froh sein, wenn Herr Wießner vor seinem Ruhestand noch das Venezianische Haus bauen darf. Bis dort substantiell etwas passiert, wird leider noch viel Wasser die nahe Elbe herunterfließen.


    Zunächst braucht es einen gescheiten Bebauungsplan, der den aktuell gültigen dort ablöst, was u.a. einschließt, den gültigen vorhabenbezogenen B-Plan zur Erweiterung des Serumwerks nördlich der Pillnitzer Straße ad acta zu legen.

    Noch ein paar Informationen zum Areal rund um den Leipziger Bahnhof.


    Der Leipziger Bahnhof war Dresdens erster Bahnhof und Endpunkt der ersten Deutschen Ferneisenbahn von Leipzig nach Dresden. Die erhaltenen Gebäudeteile stehen allesamt unter Denkmalschutz, sind aber teilweise in bedauernswertem Zustand. Dies sind u.a. Teile des Empfangsgebäudes mit dem markanten Glockenturm (das 2017 ein Notdach erhalten hat), der Güter- und Zollbahnsteig, die Gepäck- und ein Gebäude der Güterabfertigung, sowie ein paar Dienstgebäude. In Anbetracht der überregionalen Bedeutung dieses Areals ist neben einer denkmalgerechten Sanierung der erhaltenen Gebäude meiner Meinung nach eine Rekonstruktion der abgegangenen Gebäudeteile angebracht. Fotos mit verschiedenen Zuständen der Gebäude finden sich u.a. hier, Informationen zur Geschichte in der Wikipedia sowie bei Dresdner Stadtteile.


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    Leipziger Bahnhof, Dienst- und Empfangsgebäude an der Eisenbahnstraße.
    Bildnachweis: Bybbisch94, CC0, via Wikimedia Commons


    Nordwestlich des Bahnhofsgeländes befand sich zwischen 1856 und 1995 eine Produktionsstätte und zeitweiliger Unternehmenssitz von Villeroy & Boch (zur Geschichte des Werkes siehe Stadtwiki Dresden, Die Geschichte der Fliese, Dresdner Stadtteile und Pieschen aktuell). Erhalten ist lediglich die denkmalgeschützte Orangerie der Direktorenvilla - mittlerweile von einem kleinen Wald umgeben, nachdem nach dem Krieg die meisten Produktionsanlagen durch die sowjetischen Besatzer demontiert und 2013 die letzten Reste der Produktionsgebäude trotz Denkmalschutz abgerissen wurden (Bilder vor dem Abriss).


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    Orangerie der Direktorenvilla der ehemaligen Steingutfabrik Dresden "Villeroy & Boch"
    Bildnachweis: Museumsfotograf, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons


    Zum nördlich anschließenden Alten Schlachthof, der bis zur Inbetriebnahme des von Stadtbaurat Hans Erlwein bis 1907 errichteten neuen Städtischen Vieh- und Schlachthofes im Ostragehege die Hauptproduktionsstätte der Dresdner Fleischerinnung war, und bis 1945 sowie ab 1998 wieder als Veranstaltungszentrum Verwendung findet, gibt es hier Informationen: Wikipedia, Dresdner Stadtteile. Einige Gebäude benötigen allerdings eine Sanierung und das Gelände an sich ist nicht wirklich gestaltet.


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    Alter Schlachthof, Hauptgebäude.
    Bildnachweis: User:Kolossos, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons


    Der nördlichste Teil des Areals entlang der Erfurter Straße bietet sich für Wohnungsbau im Blockrand an, um der Straße und dem Alexander-Puschkin-Platz, an dem sich gegenüber die sanierte Grumbtsche Villa befindet, eine beidseitige Fassung zu geben und an die gründerzeitliche Struktur Pieschens anzuknüpfen. Die Architektur sollte sich entlang dieser Kante des Gebiets auch an der gründerzeitlichen Bebauung, bzw. der Wohnanlage der Fleischerinnung vom Ende der 1920er Jahre, orientieren, v.a. bzgl. Dachform, Materialien und Fassadengliederung.


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    Fleischer-Innung Dresden, denkmalgeschützte Wohngebäude in der Erfurter Straße 3 bis 11
    Bildnachweis: Z thomas, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons


    Es ist zu hoffen, dass dieses lange vernachlässigte aber wichtige Areal Dresdner Verkehrs- und Industriegeschichte angemessen entwickelt und die erhaltenen Denkmale gebührend in eine Planung eingebunden werden.

    Alter Leipziger Bahnhof

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    Bildnachweis: © Luftbildvertrieb Monika Müller (http://www.luftbildvertrieb-mueller.de) in: Landeshauptstadt Dresden


    Im Rahmen des Masterplans Nr. 786.1 „Leipziger Vorstadt/Neustädter Hafen“ beginnt demnächst die Bürgerbeteiligung zum Teilgebiet "Alter Leipziger Bahnhof", das zwischen Eisenbahn-, Leipziger und Erfurter Straße sowie dem Bahndamm liegt (Stadtplan) und u.a. den Alten Schlachthof sowie die Reste der Bahnanlagen des Leipziger Bahnhofs beinhaltet, ansonsten aber überwiegend brach liegt.


    Das Vorgehen beschreibt die Verwaltung in ihrer Pressemitteilung wie folgt:

    Im Planungsprozess wird eine offene Planungswerkstatt mit den Stadtplanungsbüros und Landschaftsarchitekturbüros stattfinden, die über einen Teilnahmewettbewerb für das Projekt gewonnen werden. Auch die Öffentlichkeit wird sich vor Ort informieren und ihre Meinung äußern können. Ergebnis dieser Planungswerkstatt soll ein städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept zur Entwicklung des Alten Leipziger Bahnhofs sein. Auf dieser Basis wird das Amt für Stadtplanung und Mobilität die planungsrechtlichen Voraussetzungen für das Bauen in Form eines oder mehrerer Bebauungspläne schaffen.

    Die Auftaktveranstaltung wird am 21. Januar 2022 von 17:00 bis 19:00 Uhr als Videokonferenz stattfinden, zu der eine Anmeldung bis 19. Januar 2022 erforderlich ist. In dieser

    erhalten die Dresdnerinnen und Dresdner Gelegenheit, ihre Hinweise einzuspeisen, noch bevor die Aufgabenstellung für die Planungsbüros formuliert wird.

    Die Stadt formuliert das Planungsziel wie folgt:

    Unter Wahrung der örtlichen Identität soll ein kleinteiliges und grünes Stadtquartier mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen.

    Für den Alten Leipziger Bahnhof selbst gab es bereits mehrere Vorschläge, u.a. als neuer Standort für das städtische Verkehrsmuseum (derzeit im Johanneum am Neumarkt untergebracht) sowie ein Jüdisches Museum (als Alternative für das Palais Oppenheim, dessen Wiederaufbau nach wie vor in den Sternen steht), nachdem ein Verkauf an die Globus-Gruppe zur Errichtung eines Baumarktes für große Kritik sorgte. Das Gelände wird demnächst nach einem Grundstückstausch der SachsenEnergie AG gehören, an der die Stadt ca. 82 % Anteile hält (Neustadt-Geflüster).

    Ein privater Investor will dort einen spektakulären ... Hochhauskronleuchter mit Konzertsaal direkt am Rheinufer errichten.

    Wie der General-Anzeiger berichtet, hat der Unternehmer Horst Burbulla im Zuge seines "Aire"-Projekts die Rekonstruktion der 1944 beschädigten, 1953 gesprengten und bis 1962 abgetragenen ehemaligen Bonner Stadthalle ("Bierkirche") vorgeschlagen. Visualisierungen dazu kann man auf seiner Website herunterladen. Das Gebäude befand sich hier, also direkt neben dem vorgeschlagenen Standort des seltsamen Konzertturms. In diesem Video erläutert Burbulla die Geschichte der Stadthalle:



    In diesem 360°-Video kann man sich in den verschiedenen Visualisierungen selbst umsehen:


    Tatsächlich passen die Raumhöhen nicht zum Vorgängerbau, aber die Fensterhöhen stimmen ungefähr überein (wenngleich auch nur, weil es wohl bodentiefe Fenster werden). Das Schloss stand wohl auch etwas erhöht und nicht ebenerdig. Das neue Hotelgebäude steht zudem ca. 10 Meter weiter westlich als das Schloss. Es war ja auch nie von einer Rekonstruktion die Rede, der Betreiber schreibt selbst über den Neubau:

    Quote

    Auf dem Gelände des Kim Hotel im Park, nahezu identisch am alten Standort des Luckner-Schlosses, entsteht in den nächsten 2 Jahren ein neues Hotel mit 43 Zimmern und Suiten.

    Äußerlich erinnert es sehr stark an das Schloss, das einst hier gestanden hat.

    Das würde ich als "Erinnerungsbau" bezeichnen und dafür geht es vollkommen in Ordnung. Es wurden übrigens sehr breite Hohlziegel verbaut (rechts unten im folgenden Bild), wahrscheinlich kommt dann also keine dicke WDVS-Verpackung mehr, was der Optik sicher gut tun wird:


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/38153/


    Die Proportionen würden etwas passender wirken, wenn, wie beim Schloss damals, eine höhere Attika entstehen würde. In der Vergleichsansicht sieht man das sehr gut:


    schloss-altfranken.jpg

    Bildnachweis: KIM HOTEL GmbH


    Das könnte man tatsächlich auch noch im jetzigen Zustand verwirklichen. Vielleicht sollte man Kimmerle mal darauf ansprechen ...? Wenn das Dach nicht z.B. als Terrasse genutzt wird, könnte man das sogar auch noch nachträglich machen.

    Nachdem ich den Artikel nun lesen konnte hier noch einmal mit korrekter Beschreibung.


    Erster Platz (zwei Entwürfe):

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    Bildnachweis: Oliv Architekten in: Sächsische Zeitung


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    Bildnachweis: Büro Henning Larsen in: Sächsische Zeitung


    Zweiter Platz:

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    Bildnachweis: Ochs Schmidhuber Architekten in: Sächsische Zeitung


    Dritter Platz:

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    Bildnachweis: Peter Kulka Architekten in: Sächsische Zeitung

    Interessierte Bürger können ihren Eindruck unter der E-Mail-Adresse werkstattverfahren@postplatz.info schildern.

    Dann mal frisch ans Werk mit den zahlreichen Eindrucksbekundungen!

    Königsbrücker Straße

    Nachdem die Linken mit einem Antrag für einen Plan B (Sanierung im Bestand) für den Fall, dass das laufende Planfeststellungsverfahren einen negativen Bescheid ergeben sollte, kürzlich im Stadtrat gescheitert sind, gibt es nun einen nächsten Schritt im Verfahren:

    Ab 17. Dezember 2021 haben die bisher am Planfeststellungsverfahren zum Neubau des südlichen Teils der Königsbrücker Straße Beteiligten Gelegenheit, ihre Positionen im Rahmen einer Online-Konsultation einzubringen. Damit beginnt für das Planfeststellungsverfahren in eine neue Etappe.

    [...]

    Die Online-Konsultation ersetzt den Erörterungstermin im Planfeststellungsverfahren und schließt grundsätzlich das Anhörungsverfahren ab. Ein Erörterungstermin hat sich in der aktuellen Coronalage trotz mehrerer Anläufe als nicht durchführbar erwiesen. Die Landesdirektion hat sich deshalb entschlossen, die mit dem Planungssicherstellungsgesetz durch den Bundestag 2020 neu geschaffenen Möglichkeit eines internetbasierten Austauschs von Stellungnahmen innerhalb des Planfeststellungsverfahrens zu nutzen. Für die Online-Konsultation werden den zur Teilnahme Berechtigten, die sonst im Erörterungstermin zu behandelnden Informationen zugänglich gemacht. Die Teilnahmeberechtigten bzw. ihre benannten Vertreter haben dann Gelegenheit, sich zu den sonst im Erörterungstermin zu behandelnden Sachverhalten zu äußern. Details zum konkreten Ablauf werden in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden.

    [...]

    Die bisher am Verfahren Beteiligten werden bis zum 28. Januar 2022 Gelegenheit haben, sich mit einer Stellungnahme an der Konsultation zu beteiligen.

    Informationen der Stadt zur Königsbrücker Straße

    Nachdem hier schon lange nichts mehr los war, eine aktuelle Bemerkung von Yadegar Asisi, dem bekannten Erschaffer der Panoramabilder im kleinen Gasometer und auch anderswo, der in Dresden Architektur studiert hat, in einem Interview mit der Sächsischen Zeitung:

    Es liegen fertige Pläne bereit, um eines Tages beide Dresdner Bilder [1756 und 1945, Anm.] gleichzeitig zu zeigen. Das (sic!) Erlwein-Gasometer schreit förmlich nach dem Panorama des Krieges. Das einzige Problem, was wir haben: Solange der Regen dort hineinfällt, wird es immer maroder. Da muss eine Hülle drauf. Irgendjemand muss diese Investition leisten. Der finanzielle Aufwand, das Panorama selbst hineinzubekommen, ist dann im Verhältnis überschaubar. Mit diesem einzigartigen Doppelschlag würde der Ort weltweit bekannt werden. Das würde Dresden äußerst gut zu Gesicht stehen.

    sowie (kleiner Exkurs) auf die Frage, ob er sich ein Panoramabild von Dresden zu DDR-Zeiten vorstellen könne:

    Die Frage ist doch, welchen Mehrwert würde das bringen? Die Architektur in der DDR war ja kein eigener Stil. Vielmehr gab es in den 60er- und 70er-Jahren weltweit eine Internationalisierung von Architektur. Da sind Sachen passiert, die für mich nicht wirklich schützenswert sind. Dokumentarisch wäre das bestimmt interessant, aber bis 2030 ist sowieso schon alles durchgeplant. Und mein Leben ist begrenzt.

    Die Frage nach DDR-Stadtbild und -Architektur konnte sich die Sächsische Zeitung mal wieder nicht verkneifen und hat wohl auf frenetische Begeisterung des Meisters gehofft. Der Untertitel des Artikels heißt demzufolge auch "Zum Jubiläum seines Dresdner Panometers spricht der Ausnahmekünstler Yadegar Asisi über [...] den Reiz der DDR-Architektur." - also den überwiegend fehlenden.


    Die dauerhafte Wettersicherung (Dach und Fenster) wäre also mal ein sinnvolles Projekt für Denkmalförderung. Eine Nutzung scheint es ja schon zu geben, nachdem so viele Ideen für das Gebäude in der Vergangenheit gescheitert waren.

    Ich finde auch, dass diese neue große Halle funktional nicht ausgereizt wird. Der Hamburger Hauptbahnhof hat als Reiterbahnhof mit den zwei über der Gleisebene liegenden Querbahnsteigen, die untereinander nur unzureichend verbunden sind, aus meiner Sicht zu wenig Fläche außerhalb der Bahnsteige und v.a. zu enge Zuwegungen zu den Gleisen auf den Querbahnsteigen. Ein zusätzlicher Querbahnsteig als Innenraum, der solchen Platz und eine zusätzliche Zuwegung zu den Gleisen bringen würde, wäre bei dieser Konstruktion eigentlich naheliegend. Der neue zusätzliche nicht bahnbezogen genutzte Raum (Warten, Einkaufen, Informieren, etc.) entsteht nun durch Erweiterung des östlichen Zugangs am Hachmannplatz; das Gedränge beim Zugang zu den Gleisen wird dabei aber wahrscheinlich nicht wirklich entflechtet, denn offensichtlich ist kein dritter Abgang zu den Gleisen geplant, wodurch auch weiterhin die Bahnsteige (v.a. in der Mitte) und die schmalen Querbahnsteige voll sein werden.


    Auf dem Bahnhofsplan erkennt man sehr gut den kurzen Bahnsteigbereich, in dem die Abgänge entgegengesetzt münden (Abschnitt C bis D, bzw. D bis E), und die äußerst schmalen Querbahnsteige, von denen die Zuwegungen (Treppen/Fahrtreppen) abgehen:

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    Bildnachweis: DB Station&Service AG


    Das ist ein Gegensatz z.B. zum von der Größe und Bauform vergleichbaren Kölner Hauptbahnhof, der drei Zuwegungen pro Bahnsteig hat, die zudem so gerichtet sind, dass die Passagierströme sich nicht begegnen:

    Koeln-Hbf_locationBild-data.jpg

    Bildnachweis: DB Station&Service AG


    Ein Bahnhof mit ebenfalls nur zwei Zuwegungen ist der Leipziger Hauptbahnhof, bei dem allerdings der Querbahnsteig wesentlich breiter und der Abstand der Zuwegungen größer ist, was eine stärkere Entflechtung der Menschenmassen zwischen und auf den Bahnsteigen bedeutet (der zweite Zugang ist nicht eingezeichnet, befindet sich als Fußgängertunnel am Ende der Bahnhofshalle, im Bild oben anschließend):

    Leipzig-Hbf_locationBild-data.jpg

    Bildnachweis: DB Station&Service AG


    Fazit: Bei dem Entwurf scheint es vorrangig um größere nicht ausschließlich bahnbezogene Flächen zu gehen und weniger um eine funktionale Aufwertung der Bahnhofsinfrastruktur selbst.


    P.S. Das scheint allerdings bereits in der Ausschreibung so gefordert worden zu sein:

    Modul B
    Mit dem Ziel der Entlastung der Personenströme im Hauptbahnhof, insbesondere der auf dem Südsteg und der vorhandenen Bahnsteigzugänge, ist die Schaffung zusätzlicher Bahnsteigzugänge objektplanerisch, statisch-konstruktiv, anlagentechnisch und infrastrukturell untersucht worden. Im Zuge dessen ist im Zusammenhang mit den integrierten zusätzlichen Bahnsteigzugängen im Bereich südlich der Steintorbrücke die Ausbildung einer Plattform mit einem darauf befindlichen Hochbau untersucht worden; schwerpunktmäßig hinsichtlich Gründung und Tragwerk der Plattform sowie hinsichtlich gestalterischer und städtebaulicher Ausformung des Erweiterungsgebäudes.

    Es wird also neue Bahnsteigzugänge geben, allerdings vom Hauptgebäude separiert. Da muss wohl schon ein attraktiver neuer Raum entstehen, damit das gut angenommen wird und die Passagierströme gut verteilt werden können.