Posts by Civitas fortis

    Auch in Dresden werden die Ansagen in den Bussen und Bahnen der Verkehrsbetriebe zukünftig synthetisch erzeugt werden, wie die Sächsische Zeitung berichtet. Ein aktuelles Beispiel ist die Ansage, die auf die Corona-Regeln hinweist:


    Die ursprünglich mit den ersten Niederflurwagen eingeführten "neuen" Ansagen waren damals durch etwas "laszive" Aussprache in aller Munde, gehörten aber ziemlich schnell selbstverständlich zur "heimeligen Atmosphäre" (zusammen mit den durchgehend verkehrsgelb/schwarzbraun gestalteten Fahrzeugen und Haltestellen) der DVB. Leider wurde seitdem mit wechselnden Stilen Stückwerk betrieben, sodass die Synthetisierung aller Ansagen nicht negativ zu sehen ist, zumal die Qualität wohl in letzter Zeit stark gestiegen ist. Etwas holprig sind z.B. noch die synthetischen Ansagen in Bonn (v.a. die längeren Sonderansagen, z.B. die Aufforderung, aus der Lichtschranke zu treten, die wegen chronischer Überfüllung häufig notwendig ist):


    Die bisherige "Stimme in der Straßenbahn" in Dresden, Cornelia Grotzsch:

    Mit so etwas muss man sich wohl zufrieden geben. Ich finde den Entwurf langweilig, aber nicht störend. Die Gestaltungskommission hatte gefordert, die Seite zum Rathausplatz hin am Stil des Neuen Rathauses zu orientieren. Das erkennt man eigentlich nur an den quadratisch separat gefassten Fenstern im 1. OG.


    Was dort vor dem Krieg stand, finden manche wohl zu kitschig (siehe hier), aber ein bisschen individueller hätte der Entwurf schon sein können. Das "gleiche" steht schon vier-/fünfmal südlich vom Altmarkt. Immerhin wird am Ring eine belebte Erdgeschosszone gebaut, zumindest teilweise.


    Der nächste Schritt wäre die Bebauung des östlichen Rings selber, von der Kreuzstraße bis zum Rathenauplatz, inkl. Wiederherstellung des ehemaligen Moritzrings (evtl. mit Offenlegung des Kaitzbachs), und damit der Möglichkeit der Rekonstruktion von Kaiserpalast, Redlichhaus und Mohrenapotheke.

    Was mich wirklich irritiert, ist die Aufhebung der Gestaltungssatzung, die ja wohl das Geplante nicht erlaubt hätte. Dass diese vom Kreis als evtl. nicht rechtssicher eingeschätzt wird, wäre ein Argument, wenn es denn eine neue Satzung gäbe. Zum Hintergrund habe ich diesen Artikel gefunden. Die abgeschaffte Gestaltungssatzung ist wohl diese hier.


    Ich würde mal behaupten, dass die womöglich aus den 80er Jahren stammenden Gebäude dieser Gestaltungssatzung entsprechen. Am meisten schade ist es aber wohl um das ehemalige Hotel, das wohl auch unter Denkmalschutz steht, zumindest wird das in einer Erhaltungssatzung so dargestellt.


    Alles irgendwie etwas diffus - da müsste mal wer etwas mehr recherchieren, der Zeit und örtlichen Bezug hat.

    Die Eigentümer des ehemaligen Hotels haben vor einem Jahr verkauft (siehe hier) und nun selbst einen Antrag gestellt, "um dem Investor zeitlich entgegenzukommen" (Quelle). Außerdem:

    Eine Gestaltungssatzung, die auch diesen Bereich betrifft, hat der Bauausschuss im Dezember bereits aufgehoben. Anlass war laut Stadtverwaltung eine immer größere Unvereinbarkeit mit den Einschränkungen der Satzung und Investitionen in den Baubestand. Die Vorgaben der örtlichen Bauvorschriften wurden immer stärker als Hemmnis empfunden – auch schon beim Bau des Neuen Stadtzentrums oder dem Ärztehaus.

    Das "Neue Stadtzentrum" besteht aus Busbahnhof und jeweils Zweck-Flachbauten für Drogerie, Einkaufszentrum und Lebensmittel-Discounter. Dieses Sammelsurium an Belanglosigkeit soll durch Abriss von alter Bausubstanz also noch erweitert werden.


    Ich glaube, da ist nicht mehr zu helfen. Wenn die kleinen Gemeinden nur noch so finanziell überleben können, läuft irgendwas gehörig schief. Man holt sich ja nicht nur das steuerzahlende Gewerbe in den Ort, sondern massenhaft Verkehr und zerstört sich selbst das gewachsene Ortsbild.

    Aus der Fußgängerperspektive sieht man unansehnliche Matten mit niedrigem, irgendwie künstlich wirkendem bräunlichem Bewuchs.

    Das dachte ich mir schon fast, auf so einer kleinen Fläche und mit so wenig Substrat wächst eben nicht viel "Schönes" - so gut gemeint die Idee ist. Dort werden ja angeblich Flechten und Moose angepflanzt. Wahrscheinlich muss man da erst noch Erfahrungen sammeln. Rasengleis war ja auch anfangs mit Problemen durch zu viel Bremssand und zu wenig Substrat und Wasser behaftet. Anscheinend hat man das mittlerweile ganz gut im Griff. Vielleicht klappt das mit den grünen FGU-Bedachungen ja auch noch. Das Potential, CO2 zu binden, wo es entsteht (an Straßen), auszunutzen, ist ja eigentlich eine sehr gute Sache. Anscheinend gibt es statt Begrünung auch noch die Variante mit Solarzellen.


    Das DVB-Gelb war tatsächlich die beste Idee der Verkehrsbetriebe in Dresden. Ich kenne keine Stadt, bei der so eine starke Identifizierung der Busse und Bahnen mit einer Farbe herrscht, wie in Dresden. Auch die Haltestellen tragen ja das Verkehrsgelb/Schwarzbraun überall in den Stadtraum. Das Leipziger Blau-Grau-Gelb wirkt dagegen eher technisch-kalt. Und auch die Leipziger Tatra-Modernisierung ist, v.a. im Vergleich zu Dresden, äußerst hässlich. Über den ÖPNV in Dresden lässt sich sowieso schwärmen, v.a. wenn man mal gesehen hat, wie das in anderen Städten aussieht.

    Weil die Bundesstraße die Altstadt leicht tangiert und Platz für eine (!) Spur fehlt, wird mal eben eine ganze Straßenseite abgerissen? Ich dachte, die 70er sind lange vorbei. Die Bundesstraße einfach auf südlich der Altstadt verlaufende, genügend breite Straßen zu verlegen fiel wohl niemandem ein?


    Das von der Stadt "Online-Spiel" genannte Werkzeug zum Entwerfen eigener Vorschläge für den Fritz-Foerster-Platz ist seit heute aktiv, siehe hier.


    Es scheint eher auf die differenzierte Darstellung geplanter Nutzungen und Freiraumplanung Wert zu legen, denn für Gebäude gibt es nur ein paar sehr simple geometrische Formen. Man kann z.B. nur Flachdächer bauen (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt). Immerhin kann man beim Einreichen noch etwas dazu schreiben. Ich habe mal versucht, eine enge bauliche Fassung des runden Platzes damit zu entwerfen:


    Fritz-Foerster-Platz

    Screenshot UCODE-Werkzeug "Online-Co-Design" der Landeshauptstadt Dresden und der Technischen Universität Dresden


    Die Entwürfe werden, sofern dem zugestimmt wurde, ab 27. Juli in einer Galerie veröffentlicht. Das Werkzeug ist noch bis 9. August aktiv.

    [...] wenn die Stadt Dresden dafür zuständig ist.

    Ist sie aber nicht, der Turm gehört der Deutsche Funkturm GmbH, die an einen möglichen Betreiber verpachten wird. Hier geht's um Fördermittel und Bürgerbeteiligung bzgl. der Verkehrsanbindung. Letztere ist übrigens noch bis 19. Juli online möglich (https://www.dresden.de/fernsehturm). Wer also konstruktive Kritik äußern möchte, kann das dort gern auch tun.

    Im Übrigen, von welchen Eigentümern reden wir denn hier überhaupt? Das Serumwerk hat sich von seiner geplanten Erweiterung, für die 2010 ein - Achtung - vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt wurde, zurückgezogen. Dann gibt es noch Herrn Trapp mit seinem Plattenbau-Hotel und ansonsten nennenswert nur noch die WG Aufbau. Ansonsten sind das städtische Flächen. An sich ist das also eine gute Ausgangslage, wenn der politische Wille vorhanden ist. Alle Eigentümer wurden auch bereits bei der Aufstellung des B-Plans 085 beteiligt und bei Neubauten müsste sich also schon jetzt an Blockrandbauweise gehalten werden, was nichts anderes bedeutet, dass alle Bestandsgebäude, außer das Gericht an der Lothringer Straße, schon jetzt langfristig nicht zum Erhalt vorgesehen sind.

    Das will Stephan Kühn als Dresdens Baubürgermeister erreichen

    [...]

    Der Besuch war lange geplant, entfaltete aber Symbolwirkung: Stephan Kühn, Bundestagsabgeordneter aus Dresden für Bündnis 90/Die Grünen, schaute sich am Mittwochvormittag im Zentrum für Baukultur im Kulturpalast um. Eine Institution, die von den Grünen wohlwollend unterstützt wird – von den Grünen, die Kühn jetzt zum Baubürgermeister von Dresden machen wollen.

    [...]

    Kühn bekannte sich als Anhänger einer modernen Baukultur und warb für die Nutzung erneuerbarer Energien und nachhaltiger Baustoffe – bei einem lange geplanten Besuch, der eine Symbolwirkung entfaltete.

    Ansonsten: Radverkehr, ÖPNV und Bürgerbeteiligung.

    Wenn der Schutzgrad HQ20 (Pegel 811 cm) als akzeptiert gilt, dann sprechen wir bei Blockrandbebauung auf historischem Stadtgrundriss über eine bebaute Fläche von ca. 5.000 m² im Überflutungsbereich von HQ20. Das macht bei einem mittleren Geländehöhenunterschied von großzügig gerechnet 2 Metern ein zusätzlich gestautes Volumen von ca. 10.000 m³ - nicht eingerechnet flutbare Erdgeschosse, wie sie eine bauliche Möglichkeit sind. Der Richtwert für den Durchfluss bei starkem Hochwasser (Pegel 940 cm) der Elbe in Dresden ist 5.700 m³/s. Das betrifft also pro Hochwasserereignis wenige Sekunden. Auch wenn meine Berechnung sehr vereinfacht ist, würde ich behaupten, dass das keine signifkant höheren Pegelstände elbaufwärts nach sich zieht. Das Hauptproblem ist die Freihaltung oder Verlegung der Abflussbereiche und nicht die Überbauung der Flächen.

    Der Hochwasservorsorgeplan führt übrigens dazu folgendes aus:

    Nr. 085 Dresden-Altstadt I Nr. 11, Pirnaische Vorstadt/Terrassenufer[*]: Akzeptanz der bestehenden Schutzgrade HQ10 bis HQ20 (Bebauung); Anordnung der Baukörper außerhalb des Abflussbereiches; mit Hinweisen wird auf schutzzielangepasste Bauweisen und Flächennutzungen orientiert; keine Festsetzungen zu Bauvorsorge/Objektschutz bzw. zur Errichtung von Gebietsschutzanlagen und ihrer Voraussetzungen

    * Das ist die Bezeichnung des Bebauungsplanes.

    Wenn wir Herrn Wirtz' Antrag dann mal gelesen haben, wissen wir auch, wie der Prozess vonstatten geht. Eine Möglichkeit wäre, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen, der in enger Abstimmung mit dem Bauherren nur für dieses Projekt erstellt wird. Da der von mir weiter oben angesprochene B-Plan (hier der Kartenteil des betreffenden Gebiets) seit 2006 rechtsgültig ist, müsste dieser dafür (teil-)aufgehoben werden. Eine vollständige Änderung, ggf. mit Aufteilung, dieses B-Plans und der Entwurf eines neuen Bebauungsplanes wäre die zweite Möglichkeit und das wäre dann auch der Diskussionsprozess für die gesamte nördliche Pirnaische Vorstadt.


    Es wird also sowieso noch viel Wasser die Elbe runterfließen, bis dann möglicherweise mal gebaut werden kann. Aber ohne Herrn Wießners Vorstoß mit einer konkreten Idee hätten wir Pest oder Cholera: entweder der bisherige B-Plan würde weiterhin nicht umgesetzt werden (was mittelfristig wahrscheinlicher ist), oder die neue Bebauung wäre laut diesem B-Plan ahistorisch und ließe gar keine Rekonstruktion irgendeines Gebäudes zu. Ich würde mal behaupten, dass das nicht die besseren Optionen sind.


    Zum Thema Hochwassergefährdung: Das ist das größte Problem, weil nach heutigen Vorschriften dort evtl. nicht gebaut werden darf, bzw. nur mit sehr strengen Auflagen. Herr Wießner hat sich dazu aber bereits geäußert, das wäre baulich zu beherrschen. Das Gebiet war auch früher schon vom Hochwasser betroffen, siehe z.B. hier:

    [...] wenn man sowas mag, darf man das bestimmt auch irgendwohin bauen und wem am Ende gefällt, der mag sich darüber freuen.

    Das Gebäude und das andere zwei Häuser weiter waren nur der Anfang von vielen weiteren geplanten Häusern in diesem Stil. Sie wurden nicht ohne Grund am Terrassenufer gebaut und sollten dort an der Elbe, nach dem Vorbild des Canale Grande in Venedig, am Wasser eine städtebauliche Reminiszenz an diese in Dresden schon seit dem Barock so oft zitierte italienische Stadt bilden.


    Dass dort im Blockrand gebaut werden soll, ist weitestgehend Konsens in der Stadtpolitik und auch der in einen Bebauungsplanentwurf gemündete Rohdecan-Entwurf sieht das, zumindest weiter elbaufwärts, so vor.


    "Nichts passiert" stimmt also nicht ganz und der Fall Hotel am Terrassenufer war für die WG Aufbau letztendlich ein Zeichen, ihren Wohnblock an der Steinstraße doch erstmal sanieren zu wollen, weil der Planungsprozess eben zwar begonnen hat, aber noch sehr lange dauern wird.


    Ich verstehe nicht ganz, wieso das Wießner-Projekt hier so verrissen wird. Das ist endlich mal ein externer Anstoß. Genau das, Investoren, die von sich aus rekonstruieren, kleinteilig bauen und auf die Bevölkerung hören wollen, ist es doch, was sonst immer fehlt.

    Auch der Förderverein der Dresdner Parkeisenbahn ist der Meinung, dass eine Erweiterung der Parkeisenbahn nicht notwendig ist, nachdem Dynamo das ehemalige Trainingsgelände aufgegeben hat, berichtet die Sächsische Zeitung.


    Die Presse hat es aber nach fast 60 Jahren immer noch nicht begriffen, dass im Großen Garten keine Diesellokomotiven fahren, sondern Elektroakkumulatorenspeicherlokomotiven. Schreibt von mir aus "Elloks", wenn schon einmal Wikipedia aufrufen nicht drin ist. Die Dresdner Liliputbahn hat noch keinen einzigen Tropfen Diesel verbrannt. Das einzige Fahrzeug mit Verbrennermotor ist das Schienenmoped SKL-1.