Das unverglaste Treppenhaus war natürlich unpraktisch, selbst in Italien sind einige - etwa im Palazzo della Consultà in Rom, nachträglich verglast worden. Dasselbe gilt für die Loggien im Damasushof des Vatikans und für sehr viele andere Fassaden. Auch die Benediktionsloggia des Petersdoms war ursprünglich offen (was auch besser aussah).
Die unverglaste Treppe ist von der Idee her eine überdachte Freitreppe, besonders gut konnte man dies am Oberen Belvedere in Wien sehen. Noch in der Würzburger Residenz gehörten Vestibül und unterer Treppenbereich zum Außenbereich des Schlosses - entsprechend sind die Schachtwände der unteren Treppenläufe in der Farbe gestrichen, die auch die Fassade hat.
Daneben gibt es den unverglasten Wendelstein: in Blois, in Torgau und - vor dem Umbau durch Schlüter - gleich zweimal im Hof des Berliner Schlosses.
St. Florian hat bis heute ein offenes Treppenhaus. Und das Berliner Treppenhaus war bis zur Mitte des 19. Jhs. zumindest noch im unteren Bereich unverglast.
Letztlich hat die Verglasung der Treppe die Wohnsituation im Schloss kaum verbessert. Die Kälte drang im Winter durch die dünnen Fenster der Wohnräume ebenso ein wie durch die Türen zwischen Treppenhaus und Wohnbereich. Ich denke, ein Grund war eher, dass man Regen, Schnee und Schmutz nicht mehr auf den Treppenstiegen haben wollte.
