Potsdam - Quartier Barberini und Alte Fahrt

  • Bei diesem Bild kann man sich fast fragen, wann denn diese beiden Häuser das letzte Mal renoviert worden sind. Vor etwa 20 Jahren? Es sieht so aus, als wenn schon eine feine Patina an ihnen haften würde.

  • Mir lag es eigentlich fern, eine Diskussion zum neuen Restaurant auszulösen. Warum auch. Ist doch alles Geschmackssache. Trotzdem möchte ich noch ein Vergleichsbild einfügen (die unterschiedliche Farbigkeit liegt an meinem Handy-Foto):



    Und hier der ehemalige "Wartesaal" in der Friedrich-Engels-Straße. Leider schon wieder mal geschlossen. Aber das Innenleben ist doch irgend wie ähnlich. Auch der hat mir gefallen.

    Quelle: ehem. Homepage

  • Eines der allergroßartigsten Rekoprojekte. Als ich diese alten Häuser das erstemal auf einer Vorkriegsaufnahme gesehen habe (sicher hier im Forum) war ich sofort von ihnen begeistert (weit mehr als vom Barberini) und hätte nie auf ihre Reko auch nur gehofft. Es zeigt, was alles möglich ist!
    Herzlichen Glückwunsch kann ich nicht gut wünschen, da ich ja selbst zu den zu Beglückwünschenden gehöre.
    Zur Osteria:
    Ist mir ehrlich gesagt total wurscht. Hätte jedenfalls nix dagegen, da drinnen was zu verzehren. Die Fassade sind jedenfalls sehr einladend, und es gäbe sicher unnützere und unwürdigere Nutzungen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ich bin mal sehr auf die Nutzungspraxis der beiden Häuser gespannt. In den Oberschossen sind Wohneinheiten verkauft worden - hoffentlich ziehen die Käufer am Alten Markt auch ein oder vermieten ihre Räume, nicht dass wieder reiche Russen nur zu Silvester und Papis Geburtstags vorbeischneien. Die Erdgeschossnutzungen zum Markt hin scheinen noch unbestimmt.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Wie die PNN heute berichten, soll es mit der Rückkehr der Bittschriftenlinde an den historischen Standort im November endlich so weit sein. Pro Potsdam berichtet, dass eine Umpflanzung nur in der vegetationsfreien Zeit möglich sei, daher der späte Termin.

    Gruß aus Potsdam

  • "Chiericati und Pompei zeigen ihr Gesicht" schreibt die MAZ-online heute.


    "Es sind die ersten beiden Leitfassaden des ambitionierten Leitbautenkonzepts, die fertig wurden: Am Donnerstag stellten Investoren, Bauherren, städtischer Sanierungsträger und Denkmalpflege die „Gesichter“ der beiden Stadtpaläste vor. Dahinter verbergen sich moderne Häuser – und Potsdams derzeit teuerste Wohnungen."


    Mal wieder eine Gelegenheit, einen kurzen Blick darauf zu werfen. Nun kann sich jeder wieder seine eigene Meinung bilden. :wink:


    Humboldtstraße 4 und 3


    Das Bild ist ja schon bekannt. Die Vasen kamen allerdings heute erst dazu.


    Auch das Gitter ist erst seit heute dran.


    Die Höfe...


    Der Hof Humboldtstraße 4. Links das Barberini.


    Blick vom Balkon Humboldtstraße 4. Auch dieses "Gitter" kam erst heute dazu.



    Eine Wohnung in der Humboldtstraße 4. Raumhöhe über 3 m.


    Wieder die Höfe...


    Geradeaus der Blick zur Freundschaftsinsel.



    Hier wohl die Lüftungen für die Tiefgarage.


    Die Promenade noch im Bau...


    Ein Zugang zum Hof. Links die Pizzeria.


    Promenade.


    Treppenhaus in der Humboldtstraße 1 mit einem hintergrundbeleuchtetem Foto.


    Der Platz für die "Bittschriftenlinde". Ab November hier zu finden...


    Fotos: Autor, 24.09.2015

  • Die Innenhöfe sind meiner Meinung nach ganz gut gelungen für die heutige Zeit
    , schlicht aber doch elegant (schöne Balkönchen erinnern mich teilweise an die in den Mietskasernen des 19JH. in Berlin). Aber sehr schade ist, dass man das anstelle des l'Osteriagebäudes frühere Palast-Hotel, was als schwarz/weiß Erinnerungsfoto im Treppenhaus hängt nicht rekonstruiert hat. Das wäre der perfekte Abschluss des Quartier Barberinis nach Süden gewesen!

  • Schöne Häuschen, wohl wahr! Aber wohnen möchte ich da nicht unbedingt, könnte es mir auch gar nicht leisten....

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten

  • Aber wohnen möchte ich da nicht unbedingt, könnte es mir auch gar nicht leisten....

    Ich würde da auch nicht wohnen wollen, weil mir die Höfe noch zu steril und nichtssagend sind und mir das Quartier, abgesehen von der Straßenseite der Rekos, von der Formensprache her nicht so ganz gefallen möchte. Ich hoffe noch, dass sich das Quartier durch die Nutzung, den ein oder anderen Baum und andere kleine Details in ein wirklich lebendiges verwandelt.



    Zu den fertiggstellten Fassaden: :applaus: cclap:) :harfe: cheers:) :anbeten:

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • An der alten Alten Fahrt hatte sich das Grün auch durchgekämpft...


    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Und mal ernsthaft: das Noacksche Haus soll eine "Kopie" des Palazzo Chiericati sein, wenigstens des Mittelteils?


    Vicenza:



    Potsdam 2015:



    Potsdam 1900:



    (akg-images)


    Was sagen die Architektur-Kenner?

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Man kann vielleicht sagen, daß der Palazzo Chiericati als Inspirationsquelle diente, aber letztlich etwas sehr eigenständiges daraus gemacht wurde und der Bezug zum Vorbild nur in einigen Details gegeben ist.


    Zum Farbfoto oben:


    Alle Vorkriegsansichten der Bauten an der Alten Fahrt zeigen, daß die Situation reichlich pittoresk wirkte, aber - mit Ausnahme des Barberini mit seinen beiden Flügeln zum Wasser hin - kaum höherwertig gestaltete Architektur vorhanden war. Das Hauptaugenmerk lag – natürlich – auf den Fassaden.
    Die heutigen Bauten erscheinen auf der Wasserseite auch ein wenig dürftig ausgebildet, aber das ist der Preis, den man gerne zahlt für die Wiederkehr der großartigen Fassaden am Alten Markt. Sind die Häuser erst einmal bewohnt / belebt, mit Pflanzen auf den Balkonen und dem ein oder anderen hochgewachsenen Baum im Garten, wird sich die Wirkung noch verbessern.

  • Man kann vielleicht sagen, daß der Palazzo Chiericati als Inspirationsquelle diente, aber letztlich etwas sehr eigenständiges daraus gemacht wurde und der Bezug zum Vorbild nur in einigen Details gegeben ist.


    Selbst wenn der Begriff der "Kopie" nicht in dem denunziatorischen Sinne gebraucht wird, wie es einschlägige, erklärte Gegner vor Ort tun, so ist doch der Begriff "Kopie" m. E. nicht zutreffend. Inspirationsquelle, das bringt es treffend auf den Punkt. Eine Eigenschöpfung vor dem Hintergrund einer Vorlage woanders.


    Das betrifft dann selbstverständlich auch die heutigen Bauten, bis hin zum Landtagsschloss.

  • Warum sind die beiden Atlanten eigentlich so viel größer als beim Original? Das war doch bestimmt eine bewusste Entscheidung und nicht irgendein Fehler.

  • ...und dem ein oder anderen hochgewachsenen Baum im Garten.


    Da das hier schon von mehreren gewünscht wurde: Auf Bäume in den Innenhöfen könnte ihr wohl lange warten, denn unterhalb der Grasnarbe liegt unter dem kompletten Grundstück die Tiefgarage. :lehrer:

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Das ist kein Hinderungsgrund. Der Garten unserer Wohnanlage liegt auch auf einer Tiefgarage. Darauf befinden sich mehrere, teils ziemlich hohe Bäume. Von Sträuchern sogar mal abgesehen.

  • Warum sind die beiden Atlanten eigentlich so viel größer als beim Original? Das war doch bestimmt eine bewusste Entscheidung und nicht irgendein Fehler.


    Ich greife diese Frage nochmal auf, denn so im Vergleich mit dem Vorkriegszustand sind die aktuellen Atlanten doch arg übergewichtig.

    Labor omnia vincit
    (Vergil)

  • Also ich kann keinen Unterschied in der Größe der Atlanten erkennen (habe das "Atlanten-Fenster" aus dem historischen und den aktuellen Foto ausgeschnitten und verglichen). Anhand der anderen - und vor allem höheren - Balkonbrüstung kann es jedoch zu einer optischen Täuschung kommen (und der unterschiedliche Aufnahmewinkel kommt auch noch dazu).