Posts by kaffeesachse

    Ich finde das eher sehr verstörend, diese Art moderne ,,Kunst'' gerade da zu präsentieren. An einem anderem Ort, ein modern gestalteter Raum - OK! Aber in diesem historischem Treppenhaus - einfach nur schlimm! Aber da bin ich nicht allein mit dieser Meinung.

    Ich bin aus der Boomer - Generation, Jahrgang 64. Ich habe noch gelernt bekommen: Narrenhände beschmieren Tisch und Wände. Natürlich haben wir alle mal ,,die Sau rausgelassen'' und Wände etwas ,,verschönert'' und Bildchen/Sprüche drauf gemalt. Ham wir doch alle gemacht, oder?

    Doch was jetzt überall zu sehen ist - man kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus. Auch hier in Dresden wird alles und überall geschmiert und gesprüht was die Spraydose hergibt. Vor nichts wird halt gemacht. Man schämt sich immer mehr. Es wird auch nicht Einhalt geboten, passiert doch nichts! Ist ja wohl Kunst?! Es gibt nur wenige Bilder, die man sich ansehen kann, auf offiziellen Flächen gesprüht. Doch der Großteil dieser Schmierereien ist absoluter Stuss! Meine Meinung.

    Ich hab's im Fernsehen gesehen. Bin traurig, wie diese Juwelen jetzt aussehen. Warum stellt man diese mutwillig beschädigten, ramponierten Teile nicht aus? Sollen doch alle sehen, was angerichtet wurde! Ja ich weiß, das Verfahren läuft noch. Aber man kommt doch ins Grübeln ob dieser Zaghaftigkeit.

    Oh, was ist denn da passiert? Warum ,,darf'' ein Gegenwartskünstler (?) ein solch abstraktes, sicher nicht nur mir schwer bzw. kaum zu verstehendes Werk in solch einer wieder erstandenen historischen Umgebung einfach so präsentieren? Geschenke darf/sollte man auch ablehnen können, wenn man dafür nicht die nötige Präsentationsfläche bieten kann. Wem's gefällt - ok, aber bitte nicht in der Englischen Treppe. Heute muss ja überall ein Bruch sichtbar sein - die Fürstengalerie ist so einer, dieses seltsame Gebilde in der Englischen Treppe, einige moderne Bauten am Neumarkt und anderswo in Dresden. Soll das die moderne, die heutige Zeit repräsentieren?

    Ich habe auch Pläne gesehen, die die DDR entwickelt hat. Da wurde sogar in Erwägung gezogen, das Wachgebäude vor der Frauenkirche wieder zu errichten. Aber sonst glaube ich wurde größtenteils modern geplant, sogar abgewandelte Plattenbauten sollten entstehen. Gut, das es so nicht gekommen ist. Die Wache hätte vielleicht die Wirkung der Frauenkirche noch verstärkt, hätte aber heute sicher nicht genügenf Platz mehr. Von Leitbauten war damals vermutlich keine Rede.

    Ich schätze mich als tolerant ein. Doch wenn ich diese Bilder der ehemaligen Fürstengalerie sehe - es graust mich! Nichts, absolut nichts gegen moderne, zeitgenössische Kunst - aber bitte dort, wo sie angemessen präsentiert werden kann. Warum muss diese Kunst hier ausgestellt werden und warum nicht in einen ihr angepassten Ambiente? Soll dieser Raum das darstellen? Für mich Baumarktflair. Oder ist das der oft beschworene ,, Bruch'', der endlich mal gezeigt werden muss? Für mich persönlich ist hier der absolut falsche Ort.

    Aber da beißt man bei den Amis sicher auf Granit wegen Rückgabe. Da wird man eine Riesenmenge an Entschädigung fordern, die unmöglich aufzubringen sein wird. Es gibt ja einige wertvolle und kunsthistorisch sehr bedeutsame Werke in amerikanischen Museen, die durch heute sehr dubiose und/oder zweifelhafte Kunstkäufe in den 60/70-ger Jahren dorthin gelangt sind. Damals war ja Dresden in der DDR und damit unerreichbar fern und politisch nicht relevant. Heute denkt man anders darüber, aber ob diese wertvollen Dinge je wieder zurückkommen werden? Ich sehe da leider nichts in naher Zukunft. Und ich glaube auch nicht, das dieses Expertenteam da was anderes erreicht.

    Der Lipsi war aber überhaupt nicht erfolgreich und verschwand darauf bald wieder. Er war von oben verordnet, ohne Seele und ohne Nachhaltigkeit

    Ich habe auch nie von der Popularität oder Beliebtheit des ,,Lipsi'' geschrieben. Ich erkenne aber im Bild des ,,tanzenden Hauses'' beim besten Willen nichts von einem Tanz, weder Lipsi noch Walzer oder Foxtrott.

    Bund soll mehr Geld zahlen: Einheitsdenkmal in Berlin „grundsätzlich gefährdet“ (tagesspiegel.de)

    Um Gottes Willen, bloß nicht! Die Bevölkerung ist doch größtenteils gegen diese von vielen so genannte ,, Wippe''. Warum immer wieder und immer mehr Geld in dieses Projekt stecken? Warum ist nicht einfach mal Schluß? Denn auch nach Fertigstellung verschlingt das Monstrum immer noch Millionen für Wartung und Pflege und und und

    Das nächste Denkmal wird von der Letzten Generation farbig gefasst: die Weltzeituhr. Egal, wie man dazu steht, einen größeren Symbolgehalt hätte man kaum wählen können. Die Uhr steht für die Zeit, die der Menschheit noch bleibt, um die Klimakatastrophe auf ein erträgliches Maß zu begrenzen.

    Ich habe die Meldung des Moderators Snork gelesen und möchte trotzdem meine Meinung zum Farbanschlag äußern.

    Ich finde es absolut hirnlos, mit Farbe berühmte, beliebte Gebäude, Denkmale zu verunstalten. Wozu? Die Reinigung ist sehr schwierig, teuer, umweltschädlich mitunter und schädigt oftmals die Oberfläche wenn nicht sogar die Substanz dieser Gebäude/Figuren/ Monumente. Warum wird nicht konsequent gegen diese Schädlinge vorgegangen? Es müssen unbedingt die Strafgesetze geändert werden, um diesen Angriffen entgegenzuwirken. Ich habe die Befürchtung, das es nicht bei Farbanschlägen bleibt.

    Als Kind habe ich mal gelernt: Narrenhände beschmieren Tisch und Wände. Es eskaliert offenbar momentan!

    "Wenn man unbedingt das historische Ambiente mit dem historischen Gebäude errichten bzw. neu erschaffen möchte - dann sollte auch die historische Situation der damaligen Enge und Nähe zum Nachbarhaus berücksichtigt werden." ....
    schrieb oben jemand, der leider keine Ahnung hat.

    Richtig hätte es heißen müssen: "Wenn man unbedingt das historische Ambiente mit dem historischen Gebäude errichten bzw. neu erschaffen gewollt hätte, dann hätte man beim Verkauf der Grundstücke gegenüber auch die historische Situation der damaligen Enge und Nähe zum Nachbarhaus berücksichtigt sollen."

    Ich habe nie behauptet, allwissend in den rechtlichen Belangen zu sein. Ich lasse mich gern belehren, habe natürlich keinen blassen Schimmer in juristischen, baurechtlichen Dingen. Mich persönlich stört es, wenn man unbedingt historisch getreu bauen will, aber heutige Gesetze und Vorschriften dies nicht erlauben. Dann baut doch das Gebäude, eine 5m entfernte Hauswand kann doch nicht so schlimm sein, schafft sogar Nähe und kann Nachbarschaft erleichtern. Die neuen alten Strassen/Gassen sind doch mitunter auch nicht weit auseinander gebaut!? Es war halt früher auch nicht alles so, wie es heute gewünscht ist. Trotzdem finde ich das neuentstandene Viertel sehr schön und urban, könnte mir aber sicherlich keine Wohnung dort leisten.

    Und ja, schon beim Verkauf der Grundstücke hätte /sollte man auf zukünftige Rekonstruktionen mehr achten sollen. Wusste die Stiftung, das es neben ihrem geplanten Neubau früher keine freie Platzfläche gab sondern ein doch bekanntes Gebäude mal da stand?

    Wenn man unbedingt das historische Ambiente mit dem historischen Gebäude errichten bzw. neu erschaffen möchte - dann sollte auch die historische Situation der damaligen Enge und Nähe zum Nachbarhaus berücksichtigt werden. Heute hat man wesentlich größere Abstände - zu Recht - als früher. Man hat andere Baugesetze, Vorschriften, Richtlinien. Und immer gibt es Ausnahmen, Rücksichtnahmen, Änderungen von Vorschriften, neue Vorschriften, Rücknahmen von unbedingten Vorschriften - Bürokratie hoch was weiß ich. Wenn das Hotel Stadt Rom auf dem historischem Platz rekonstruiert werden soll, dann sollte der Kompromiß der zu kleinen Abstandsfläche zum Nachbarhaus eingegangen werden, es war ja ursprünglich ja genauso eng. Oder?