Posts by kaffeesachse

    Zwar leider gestern schon - der Bärnsdorfer Weihnachtsmarkt. Nur ein Dorfweihnachtsmarkt aber enorm gut besucht und alles ohne Werbung und das schon einige Jahre. Nicht so überlaufen wie der Striezelmarkt, aber garantiert anheimelnder und berührender als dieser.

    Vor allem schneidet das Staatsratsgebäude die historische Verbindung zur Brüderstraße ab, sowie umgekehrt den sehr reizvollen Blick von der Brüderstraße auf die Westfassade des Schlosses.


    Zerstört wird dadurch auch die Verbindung zum Nicolai-Haus, einem Zentrum der Aufklärung in Deutschland.


    Die historischen Verbindungslinien des alten Zentrums von Cölln zum Schloss und die bürgerliche Aufklärung, auch hier befindliche Barrikaden der ebenfalls bürgerlichen Revolution von 1848 waren den Sozialisten der DDR gleichgültig.

    Auf was soll man denn noch alles achten? Werden heutzutage sämtliche historischen Sichtbeziehungen beachtet? Das ist doch gar nicht immer möglich, welche entstandenen Bauten müssten dann weichen um unbedingt einen früheren Blick wiederherzustellen? Auf welche Zeit darf geachtet, welche Zeit sollte vernachlässigt werden?

    es ist nicht die Quadriga,sondern die Germania von Reinhold Begas,die Figurengruppe war ja noch bis 1945 vorhanden was dann passiert ist keine Ahnung.

    Sie fiel m. W. nach dem Krieg Buntmetalldieben zum Opfer. Auf historischen Filmaufnahmen 1945 hissen ja Sowjetsoldaten auch eine Rote Fahne auf der Figurengruppe, die etwas beschädigt erscheint. So sind die Fanfaren (?) oder Trompeten(?) der die Germania begleitenden Herolde (?) ziemlich verbeult.

    Phantastische Aufnahmen, vielen Dank! Sogar mit echten Wachskerzen wie es aussieht. Leider niemals in Aktion, viel zu gefährlich, zu hohe Brandgefahr usw. Doch einmal diese Paraderäume nur im wirklichen Kerzenlicht erleben zu dürfen - das wäre gewiss nicht nur für mich ein Traum....

    Was geht eigentlich auf Honeckers Konto?

    Das kann ich so gleich gar nicht beantworten. Ehrlich. Unter seiner Führung entstand dagegen z.B. das Schauspielhaus in Berlin neu, die Semperoper in Dresden, das Gewandhaus in Leipzig oder das Berliner Nikolaiviertel. Aber natürlich auch der Palast der Republik, der wiederum dem unter Ulbricht gesprengten Stadtschloss wieder weichen musste. Heute vielleicht nicht mehr so einfach, damals in der Euphorie der Wiedervereinigung durch den Bundestag beschlossen.

    PS: Dort, wo jetzt die zwei alten weißen Männer stehen bzw. sitzen, war früher mal das historische Zentrum Berlins. Vielen Dank an die DDR für diese Großtat

    Das war ganz gewiß keine Großtat der DDR, da vorher schon amerikanisch/britische Bomber ganze Arbeit geleistet haben und der Kampf um Berlin 1945 den Rest erledigte. Da wurde dann natürlich zu DDR Zeiten abgeräumt, da waren fast nur Ruinen und, das habe ich auch erfahren, nur sehr wenige erhaltenswerte Gebäude ohne großen geschichtlich/historischen Wert. Wurde übrigens weiter westlich auch so gemacht.

    Ich bin in der DDR groß geworden. Warum muß alles dermaßen schlecht gemacht werden, was damals gebaut wurde? Natürlich wurden damals auch sehr viele oft unverzeiliche Fehler im Namen von Marx/Engels begangen, das will ich gar nicht abstreiten. Doch die Grundidee war eine ganz andere, menschlichere. Doch nun dieses Denkmal auch beseitigen oder auch nur lächerlich und schlecht zu machen - das widert mich an. Dieses Denkmal gehört auch zur deutschen Geschichte wie die Siegessäule oder auch der Reichstag oder auch der inzwischen abgerissene Palast der Republik, der ebenso aus ideologischen Gründen abgerissen wurde wie damals das Berliner Schloß. Geschichte wiederholt sich.

    Sicherlich kann man sich über die Ästhetik streiten, alles ist Geschmacksache. Geplant war ursprünglich ein viel gewaltigeres Denkmal meines Wissens. Da spricht die doch schlichtere Gestaltung mehr an. Man sieht auch an den blankpolierten Knien der Marxfigur oder an der glänzenden Hand von Engels das dieses Denkmal angenommen wird von der Bevölkerung. Das ist meine Meinung.

    Wo sind wir hingeraten? Sich sowas überhaupt einfallen zu lassen - mal das Gehirn (falls vorhanden) einschalten und Ehrfurcht vor einem Meisterwerk der Menschheit wahren.

    Es gibt auch bis jetzt keine wirklichen Strafen für diese Leute, die sich völlig respektlos ,,Aktivisten'' betiteln. Weder für die Straßenblockierer noch neuerdings für diesen dummen Kunstbanausen. Sollen sie doch auf Straßen und Rahmen kleben bleiben und warten, was passiert. Bis sie in der eigenen Sch.... sitzen und sich bei knurrenden Magen über den Sinn ihrer Aktion klar werden. Ich habe dafür absolut kein Verständnis und da spreche ich nicht nur von mir. :cursing:

    Haben wir nicht genügend andere, enorm wichtigere Probleme in Deutschland? Warum stört man sich ausgerechnet jetzt an dieser ,, Judensau'', sie ist doch äußerst gut und klar kommentiert worden. Ich finde den Text der Erklärtafel sehr klug, mahnend und eindeutig formuliert. So viele Jahrhunderte ist sie an dieser Kirche und urplötzlich stört sich jemand an dieser historischen Figur die in ihren historischen Zusammenhang betrachtet werden muß. Da müssten noch ganz andere Dinge entfernt werden. Morgen stört sich jemand am Glockenklang, übermorgen am Kreuz auf dem Kirchturm. Ähnlich am Berliner Schloss, äh Humboldtforum. Man kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus.

    Vielen Dank für die umfangreiche Beantwortung meiner Frage. Ja, genau dieses Photo habe ich gemeint!

    https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0008831.jpg

    Wie ich auch sehe, ist durch diesen neuen Beleuchtungsstandort aber eine ungleiche Beleuchtung des Starcke- Tores in der Nacht entstanden :

    52970-pasted-from-clipboard-png


    Vielleicht unbedeutend, aber in der optischen Wirkung nicht so günstig.Da wären symetrische Laternenstandorte eventuell doch vorteilhafter? Und mir persönlich ist das Licht etwas zu grell, habe es aber noch nicht im Original gesehen.

    Gab es nicht auch einen Zugang zum Großen Schloßhof durch die damalige Schloßkapelle, d. h. hinter dem Altar sollte auch mal ein Durchgang gewesen sein. Von außen nichts mehr zu sehen, vielleicht durch den Schloßumbau damals zugemauert und verkleidet ?

    Auch ich finde die neuen Absperrungen etwas gewöhnungsbedürftig. Aber man hat aus dem Juwelendiebstahl offenbar gelernt, lernen müssen.

    Was mich interessiert: Standen nicht früher zwei Laternen vor dem Durchgang zum kleinen Schloßhof? Also vor jedem Säulenpaar der Torarchitektur eine? Ich glaube, ich habe dies auf einem historischem Photo gesehen. Aber auch so sieht es wunderschön aus. Wie bemoost die beiden Figuren auf dem Durchgang schon sind!

    Danke für diese interessanten Informationen. Von der ,, Reitschule'' habe ich auch schon gehört. Schön, das wenigstens ein Teppich die furchtbaren Wirren des Krieges überstanden hat. Mal sehen, wo und wann wir ihn betrachten können.

    Das würde mich auch interessieren, gibt es noch mehr dieser Wandteppiche? Geschrieben wird immer von einer Tapisserie. Theoretisch müssten da noch welche existieren? Wäre ja phantastisch! Aber genau. Da stellt sich nun die berechtigte Frage - wo können diese gezeigt werden, da der ursprüngliche Raum nicht mehr, leider nicht mehr existiert.

    Warum muss unbedingt der Neptunbrunnen wieder ans Schloß, äh Humboldforum, versetzt werden? Weil er mal dort war? Ja, er war dort und hat den Krieg eingemauert überstanden. Doch nun steht er seit 1969 (?) auf der Freifläche vor Fernsehturm und Rotem Rathaus und kommt dort viel besser zur Geltung als früher. Auch bei der geplanten Umgestaltung hat er dort meines Erachtens einen wundervollen Platz. Wir kennen ihn doch eigentlich alle nur an diesem Ort. Am ursprünglichem Ort kann auch ein moderner, ansprechender Brunnen seine Wirkung entfalten. Das ist meine persönliche Meinung.

    Ich empfinde es als bemerkenswert reaktionär, wenn man jüngeren Kunstformen das Kunstsein abspricht, weil sie nicht dem eigenen ästhetischen Empfinden entsprechen. Kunst muss nicht gefallen, schon gar nicht jedem, um als Kunst verstanden zu werden.

    Ich habe ein gewisses ästhetisches Empfinden, behaupte ich jedenfalls. Es gibt ganz gewiss ansprechende,,,schöne'', niveauvolle Graffiti, deren Sinn mir nicht verschlossen bleibt. Wenn ich aber überall irgendwelche Buchstaben, Gekrakel was sich mir absolut nicht erklärt, irgendwelche Farbstreifen dahingesprüht sehe - da frage ich mich doch > WAS WILL DER KÜNSTLER MIR DAMIT SAGEN? Natürlich muss Kunst nicht gefallen, Kunst ist Geschmacksache. Aber der Sinn, der Inhalt, der Zweck sollte doch zu erkennen sein. Meine Meinung.