Posts by campus solis

    Eine schöne Freitreppe findet sich auch in meiner Geburtsstadt Coburg. Sie sogenannten Arkaden am Schlossplatz:


    Schlossplatzco2-0809.jpg

    Quelle: wikipedia.org


    Hier weitere Infos: Arkaden (Coburg) – Wikipedia


    Zwischen den Arkaden und dem links angeschnittenen Blumenrondell war übrigens mal eine 4spurige Stadtautobahn geplant :kopfschuetteln: . Zum Glück wurde nix draus... :blumen:

    Ja, der Ursprungsbau ist wirklich eine eigenwillige Chimäre. Nicht wirklich schön, doch aber irgendwie charmant.
    Mich würde mal eine Ansicht nach dem offenbar erfolgten Umbau und nach dem Krieg interessieren.

    Die damaligen Architekten hatten wohl etwas zu viel Fantasie - die Fantasie, die heutigen Architekten fehlt...

    Naja, das war doch schon bekannt, oder? Der Altbau wird nicht abgerissen sondern mittels Holzkonstruktion aufgestockt und die Fassade wird nicht mit Muschelkalk- bzw. ähnlich farbigen Betonplatten rekonstruiert, sondern erhält eine Backsteinfassade in Anlehnung an das Vorkriegskaufhaus.

    Vielleicht hätte sich Herr Lederer im Jahre 2008 einmal die Pläne des Siegerentwurfs des Schloss-Wettbewerbs von Franko Stella ansehen sollen. Dann hätte er vor 13, bald 14 Jahren sehen können, was vor kurzem fertiggestellt wurde. Solche Aussagen sind einfach nur unerträglich. Sie suggerieren wieder, dass alles still und heimlich von einer rechten Clique im stillen Kämmerlein beschlossen und anschließend gebaut wurde. Das schlimme ist, dass sie offenbar von niemanden in die Schranken gewiesen werden.

    Steht beim Weihnachtsbaum im Schlüterhof eigentlich auch ein Schild, auf dem sich das Humboldt-Forum von dem christlichen Symbol des Weihnachts-, bzw. Christbaumes aufs Schärfste distanziert?! Oder reichen die bunten Lichter aus um ihn zu einem unproblematischen Multi-Kulit-Baum zu machen?!

    Vielen dank Frank! :smile:


    Aber - das Forum möge mich nicht steinigen - alles Beton und Plastik (mit Ausnahme der holländischen Klinker). Carrara-Marmor war im Budget leider nicht drin... :biggrin:

    Wie gesagt: viele Beispiele solcher Dächer habe ich nicht gefunden... ein Beispiel eines gepflasterten Bordsteines habe ich gar nicht gefunden.


    Wenn man davon ausgeht, dass man im Jahr 1900 mit einem Baby wohl nicht allzu weit gereist ist, würde ich Staaten wie die Slowakei, Ungarn, Rumänien, etc. ausschließen. Entweder entstand das Foto wohl in der Sommerfrische oder beim Besuch bei Verwandten. Da das Gebäude - aus dem die Damen mit dem Kinderwagen kommen - offenbar kein Hotel ist, würde vielleicht der zweite Fall eher zutreffen.


    Und während das Gebäude im Vordergrund doch recht ungewöhnlich überladen "dekoriert" ist, könnte das viel schlichtere Gebäude im Hintergrund durchaus z.B. auch in Potsdam stehen.

    Ich habe die Spur der Dächer mit Mustern noch etwas verfolgt. Bei meiner ausführlichen Suche habe ich nur 3 bis 4 Gebäude gefunden, die ein Muster wie die beiden Gebäude auf dem alten Foto haben. Alle meine "Funde" befinden sich im (ehemaligen) Sudentenland. Hier ein Beispiel aus der Nähe von Karlsbad:


    https://www.idnes.cz/karlovy-v…788d43_155734_5238413.jpg


    Die Wahrscheinlichkeit ist deshalb groß, dass das historische Foto auch dort gemacht wurde.

    Ich habe jetzt schon viele Bilder von Historismus-, Belle-Epoque- und Gründerzeithäusern durchgesehen. Keines hatte ein Muster auf dem Dach. Das könnte also wirklich ein heißer Tipp sein. Genau so das Pflaster der Straße; scheint wohl eher Feldstein zu sein, oder? Ggf. könnte es sich um einen Kurort handeln.

    Mir ist aufgefallen, dass sowohl das Dach des Turmes des Hauses im Vordergrund, wie auch das Dach des Hauses rechts im Hintergrund offenbar (Schiefer-) Muster haben. Beim (schnellen) durchgoogeln von Bildern von Baden-Baden sind mir solche Muster-Dächer nicht aufgefallen. Vielleicht wäre das ein wichtiger Hinweis für die Ortung?!

    campus solis: ich habe einen großen Teil meines Leben im Meininger Land verbracht. Mich hat immer schon die Geschichte der Stadt Coburg interessiert, hier auch der Abriss des Hotel am Bahnhofsplatz, das für einen Neubau der HUK Coburg weichen musste.


    Wie war denn der Online-Vortrag? Gab es alte und neue Bilder? Konntest du neue Erkenntnisse gewinnen, nachdem du online an dem Vortrag teilgenommen hast?

    Hallo Meister Lampe! Der Vortrag des Kunsthistorikers Robert Schäfer war sehr interessant. Der Umgang mit dem baulichen Erbe wurde u.a. am Beispiel des Kaufhofes in der Mohrenstr. (für den die gründerzeitliche Bebauung geopfert wurde), an einer Villa am Rosengarten (die zugunsten einer nicht verwirklichten Verkehrsplanung abgerissen wurde), an der Jugendstil-Schwimmhalle des Ernst-Alexandrienen-Volksbades (die ebenfalls für eine nicht verwirklichte Verkehrsplanung abgerissen wurde) und des Stadttores an der St. Augustin-Kirche erläutert.


    Letzteres war schon mehrere hundert Jahre alt; erhielt aber sein letztes Aussehen im 19. Jahrhundert; woraufhin es als nicht erhaltenswert eingestuft wurde. Als Abrissgrund wurde genannt, dass dieses zu klein für die Busse wäre, die die Touristen auf die Veste Coburg bringen sollten. Der Weg von der Innenstadt zur Veste sollte möglichst kurz sein; eine längere Anfahrt der Busse über Löbelstein wollte man den Touris nicht zumuten. So beschloss der Stadtrat am Abend (das Datum hab ich mir nicht gemerkt) den Abriss der Tores; schon am nächsten Tag im Morgengrauen rückten die Abrissbagger zur Beseitigung des "Verkehrshindernisses" an. Eine unglaubliche Geschichte - ob da alles mit rechten Dingen zuging ist zu bezweifeln... So zwei Jahrzehnte später erkannte man dann aber doch, dass die Anfahrt der Busse über die steilen und engen Straßen des Festungsberges doch nicht so ideal sind (am oberen Ende gibt es sogar nur eine Fahrspur für beide Richtungen mit Ampelregelung) und beschloss, dass die Busse künftig den längeren Weg über Löbelstein nehmen sollten...


    Dabei blieb Coburg auch einiges erspart; beispielsweise war eine 4spurige Stadtautobahn über dem Schlossplatz (einen der schönsten Plätze Deutschlands) geplant:


    www.luftbildsuche.de


    Auch skurrile - zum Glück nicht verwirklichte - Planungen wurden vorgestellt: die Mohrenstraße sollte auf Höhe des 1. Stockes der Bebauung eine "2. Ebene" erhalten. Auf Bodenniveau sollte der Autoverkehr unbehindert fließen und eine Etage höher sollten die Fußgänger über eine Brückenkonstruktion flanieren können...


    stadt.mein-coburg.de


    Wären alle Verkehrsprojekte der 60er und 70er Jahre verwirklicht worden, wäre die Coburger Altstadt nur noch in Fragmenten erhalten, da man den Großteil der Bebauung als nicht erhaltenswürdig einstufte und der autogerechten Stadt opfern wollte...


    Obwohl der Kunsthistoriker Robert Schäfer den Abriss der Bauten verurteilte, ist dieser gegen eine Rekonstruktion. Er ist auch der Meinung, wenn man z.B. den Kaufhof zugunsten einer stadtbildverträglicheren Bebauung austauschen würde, wäre man auch nicht anders als die Stadtplaner der damaligen Zeit. Damals hätte man die Gründerzeit nicht geschätzt und zum Abriss frei gegeben; Heute würde man die Architektur der 60er und 70er Jahre nicht schätzen und ebenfalls zum Abriss frei geben...