Posts by campus solis

    Vielen dank Frank! :smile:


    Aber - das Forum möge mich nicht steinigen - alles Beton und Plastik (mit Ausnahme der holländischen Klinker). Carrara-Marmor war im Budget leider nicht drin... :biggrin:

    Wie gesagt: viele Beispiele solcher Dächer habe ich nicht gefunden... ein Beispiel eines gepflasterten Bordsteines habe ich gar nicht gefunden.


    Wenn man davon ausgeht, dass man im Jahr 1900 mit einem Baby wohl nicht allzu weit gereist ist, würde ich Staaten wie die Slowakei, Ungarn, Rumänien, etc. ausschließen. Entweder entstand das Foto wohl in der Sommerfrische oder beim Besuch bei Verwandten. Da das Gebäude - aus dem die Damen mit dem Kinderwagen kommen - offenbar kein Hotel ist, würde vielleicht der zweite Fall eher zutreffen.


    Und während das Gebäude im Vordergrund doch recht ungewöhnlich überladen "dekoriert" ist, könnte das viel schlichtere Gebäude im Hintergrund durchaus z.B. auch in Potsdam stehen.

    Ich habe die Spur der Dächer mit Mustern noch etwas verfolgt. Bei meiner ausführlichen Suche habe ich nur 3 bis 4 Gebäude gefunden, die ein Muster wie die beiden Gebäude auf dem alten Foto haben. Alle meine "Funde" befinden sich im (ehemaligen) Sudentenland. Hier ein Beispiel aus der Nähe von Karlsbad:


    https://www.idnes.cz/karlovy-v…788d43_155734_5238413.jpg


    Die Wahrscheinlichkeit ist deshalb groß, dass das historische Foto auch dort gemacht wurde.

    Ich habe jetzt schon viele Bilder von Historismus-, Belle-Epoque- und Gründerzeithäusern durchgesehen. Keines hatte ein Muster auf dem Dach. Das könnte also wirklich ein heißer Tipp sein. Genau so das Pflaster der Straße; scheint wohl eher Feldstein zu sein, oder? Ggf. könnte es sich um einen Kurort handeln.

    Mir ist aufgefallen, dass sowohl das Dach des Turmes des Hauses im Vordergrund, wie auch das Dach des Hauses rechts im Hintergrund offenbar (Schiefer-) Muster haben. Beim (schnellen) durchgoogeln von Bildern von Baden-Baden sind mir solche Muster-Dächer nicht aufgefallen. Vielleicht wäre das ein wichtiger Hinweis für die Ortung?!

    campus solis: ich habe einen großen Teil meines Leben im Meininger Land verbracht. Mich hat immer schon die Geschichte der Stadt Coburg interessiert, hier auch der Abriss des Hotel am Bahnhofsplatz, das für einen Neubau der HUK Coburg weichen musste.


    Wie war denn der Online-Vortrag? Gab es alte und neue Bilder? Konntest du neue Erkenntnisse gewinnen, nachdem du online an dem Vortrag teilgenommen hast?

    Hallo Meister Lampe! Der Vortrag des Kunsthistorikers Robert Schäfer war sehr interessant. Der Umgang mit dem baulichen Erbe wurde u.a. am Beispiel des Kaufhofes in der Mohrenstr. (für den die gründerzeitliche Bebauung geopfert wurde), an einer Villa am Rosengarten (die zugunsten einer nicht verwirklichten Verkehrsplanung abgerissen wurde), an der Jugendstil-Schwimmhalle des Ernst-Alexandrienen-Volksbades (die ebenfalls für eine nicht verwirklichte Verkehrsplanung abgerissen wurde) und des Stadttores an der St. Augustin-Kirche erläutert.


    Letzteres war schon mehrere hundert Jahre alt; erhielt aber sein letztes Aussehen im 19. Jahrhundert; woraufhin es als nicht erhaltenswert eingestuft wurde. Als Abrissgrund wurde genannt, dass dieses zu klein für die Busse wäre, die die Touristen auf die Veste Coburg bringen sollten. Der Weg von der Innenstadt zur Veste sollte möglichst kurz sein; eine längere Anfahrt der Busse über Löbelstein wollte man den Touris nicht zumuten. So beschloss der Stadtrat am Abend (das Datum hab ich mir nicht gemerkt) den Abriss der Tores; schon am nächsten Tag im Morgengrauen rückten die Abrissbagger zur Beseitigung des "Verkehrshindernisses" an. Eine unglaubliche Geschichte - ob da alles mit rechten Dingen zuging ist zu bezweifeln... So zwei Jahrzehnte später erkannte man dann aber doch, dass die Anfahrt der Busse über die steilen und engen Straßen des Festungsberges doch nicht so ideal sind (am oberen Ende gibt es sogar nur eine Fahrspur für beide Richtungen mit Ampelregelung) und beschloss, dass die Busse künftig den längeren Weg über Löbelstein nehmen sollten...


    Dabei blieb Coburg auch einiges erspart; beispielsweise war eine 4spurige Stadtautobahn über dem Schlossplatz (einen der schönsten Plätze Deutschlands) geplant:


    www.luftbildsuche.de


    Auch skurrile - zum Glück nicht verwirklichte - Planungen wurden vorgestellt: die Mohrenstraße sollte auf Höhe des 1. Stockes der Bebauung eine "2. Ebene" erhalten. Auf Bodenniveau sollte der Autoverkehr unbehindert fließen und eine Etage höher sollten die Fußgänger über eine Brückenkonstruktion flanieren können...


    stadt.mein-coburg.de


    Wären alle Verkehrsprojekte der 60er und 70er Jahre verwirklicht worden, wäre die Coburger Altstadt nur noch in Fragmenten erhalten, da man den Großteil der Bebauung als nicht erhaltenswürdig einstufte und der autogerechten Stadt opfern wollte...


    Obwohl der Kunsthistoriker Robert Schäfer den Abriss der Bauten verurteilte, ist dieser gegen eine Rekonstruktion. Er ist auch der Meinung, wenn man z.B. den Kaufhof zugunsten einer stadtbildverträglicheren Bebauung austauschen würde, wäre man auch nicht anders als die Stadtplaner der damaligen Zeit. Damals hätte man die Gründerzeit nicht geschätzt und zum Abriss frei gegeben; Heute würde man die Architektur der 60er und 70er Jahre nicht schätzen und ebenfalls zum Abriss frei geben...

    Ich möchte vanWuerzburgs Vorschlag aufgreifen und ein paar Bilder des Coburger Markplatzes zeigen:


    Rathaus mit Prinz-Albert-Denkmal

    54253499_401.jpg

    Quelle: Deutsche Welle


    Marktplatz mit Turm der Moritzkirche

    bild_1.jpg

    Quelle: thueringen.info


    Stadthaus

    8208475_coburg_125_oberes-maintal-coburger-land_marktplatz-mit-rathaus-und-prinz-albert-statue.jpg

    Quelle: Tourismusverband Franken


    Weihnachtsmarkt

    media.media.e10adfee-b3c4-4041-b215-b9815e0ca280.original1024.jpg

    Quelle: Neue Presse Coburg


    Weihnachtsmarkt mit Veste (oben rechts)

    Coburger-Weihnachtsmarkt.jpg

    Quelle: in-und-um-schweinfurt

    Der Spendenstand auf der Homepage des Fördervereins wurde aktualisiert: die 105 Milliönchen sind voll!!!! cclap:):harfe::trommeln:

    Eine riesen Leistung!!! Dafür einen riiiiiiiiiiiesen Dank an Wilhelm von Boddien und sein Team!!! :knuddel::ueberkopfstreichen::blumen:Ein wahrlich nicht einfacher Kampf gegen Widerstände aus allen Himmelsrichtungen findet ein glückliches Ende! Doch nun geht es in die nächste Runde: die Gigantentreppe wartet auf ihre Wiedergeburt...!

    Endlich mal eine Maßnahme, die die Stadt verschönert... cclap:) ...anstatt der sonstigen Verschlimmbesserungen... Das Ergebnis kann sich sicher sehen lassen und wertet die Linden deutlich auf. Eine Frage: Wären wohl die Schmuckbeete wieder gekommen, hätte Walter Ulbricht diese entfernen lassen...? :wink:

    Der Spendenstand auf der Homepage des Fördervereins wurde übrigens wieder aktualisiert: https://berliner-schloss.de/


    Nun sind es 99 Mio.! :smile: Allerdings ist man beim Förderverein schon eine Woche im voraus... dort ist schon April... Bis zur Eröffnung des HF im Herbst sollten die 105 zu schaffen sein! :thumbup:

    Beim Einheitsdenkmal gegenüber ist man sich ja auch schon einig, dass der Untergrund keine Probleme machen wird... die nächste Katastrophe bahnt sich an... aus der James Simon Galerie und der Friedrichswerderschen Kirche ist man halt nicht gewillt zu lernen... rant:) Aber was solls... der Steuerzahler zahlts dann... :kopfschuetteln:

    Wie ich aus sicherer Quelle erfahren habe, wurde mit den Abrissarbeiten die renommierte Firma WaltUlb beauftragt, die bei der Beseitigung historisch bedeutender Bausubstanz in der Vergangenheit hohes Fachwissen sammeln konnte. Jedoch sei es das erst Mal, dass ein Gebäude abgerissen wird, das eine Rekonstruktion eines bereits durch die Firma WaltUlb beseitigtes Baudenkmal ist.
    Der Firmeninhaber hofft auch den Zuschlag für den 2049 geplanten Abriss des Garnisonkirchturms zu erhalten. Dies wäre dann das zweite Mal, dass ein Bauwerk erneut durch WaltUlb abgerissen wird. Die Kritik, dass beim ersten Abriss einiges nicht nach Plan verlief und der halbe Turm zunächst stehen blieb, wies der Firmeninhaber energisch zurück und betonte deutlich, dass dies eine Sabotage konterrevolutionärer Elemente gewesen sei.