Posts by frank1204

    ^Das ist leider kein Ornament, da bist Du einer optischen Täuschung aufgesessen. Da wurden lediglich die Steine nochmal ausgetauscht - warum auch immer - und noch nicht wieder verfugt, hier ein größerer Ausschnitt:


    Foto von mir


    Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass es an diesem Kasten Ornamente geben könnte?

    Bilder-Update vom 20.11.2022


    Abb. 1: Braunstaße Richtung Westen. Hinten ist zu erkennen, dass das Gerüst am Investorenbau hier in der Braunstraße bereits gefallen ist. Auch dort fällt die Zinkverblechung der Giebeloberkanten unschön im Straßenbild auf.



    Abb. 2: Die seit kurzem gerüstfreien Fassaden des Investorenbaus an der Braunstraße. Ich bin ziemlich ernüchtert. Das ganze wirkt doch deutlich fader als ich gehofft hatte. Es werden zwar noch Teile es EGs hell geschlämmt (wohl der Teil mit den dunkleren Fugen), aber das wird es auch nicht deutlich verbessern, denke ich. Schlimm sind auch die bis zur halben Höhe reichenden "Gefängnisgitter" vor den Fenstern. Die waren auf der Visualisierung nicht abgebildet und sind im Gestaltungsleitfaden eigentlich auch nicht erwünscht, Zitat:


    " Bei bodentiefen Öffnungen sollten außen angebrachte Absturzgitter nicht zum Gestaltungselement
    werden. Sie sind am unauffälligsten, wenn sie vornehmlich aus Glas sind."


    Zudem werden im Gestaltungsleitfaden die in Lübeck üblichen nach außen aufschlagend Fenster empfohlen, aber auch das wurde hier ignoriert, bzw. ist durch die Gitter ja gar nicht möglich.



    Abb. 3: Noch einmal der linke Giebel in der Braunstraße im Detail.



    Abb. 4: Die Ecke zur Einhäuschen-Querstraße. Was mich richtig schockiert hat: Ich weiß jetzt, warum die Fensteröffnungen an den Ecken z.T. größer sind als die Restlichen: Hier sind offenbar Loggien entstanden!!! Ich konnte erkennen dass die Fenster hier weiter innen eingebaut wurden, so dass die Ecken offenbar als Freisitze diesen. Das geht gar nicht, und ich weiß nicht, warum das genehmigt wurde! Im schlimmsten Fall werden hier also leere Fensterhöhlen in der Fassade bleiben!!! Auch das ist auf den Visualisierungen nicht zu sehen. Ich hoffe inständig, dass diese Öffnungen trotzdem noch mit Außenfenstern geschlossen werden, so dass die Loggien im Winter zum Innenbereich werden. Falls das nicht der Fall sein wird, wurde auch hier der Gestaltungsleitfaden ignoriert, Zitat:


    "Eine Besonderheit sind dabei die rückwärtigen Fassaden, bei denen der Gestaltungsspielraum
    größer ist als bei den Straßenfassaden. Denn während die Straßenfassaden immer auch als Teil
    der Stadt anzusehen sind, wirken die rückwärtigen lediglich in die Gemeinschaft der Bewohner
    eines Blockes. So sind hier auf den ruhigen Innenhofseiten zum Beispiel auch Balkone und Loggien
    möglich, die auf den Straßenseiten das Bild extrem stören würden."


    Langsam wird meiner Ansicht nach dieser Investorenbau durch die diversen ignoranten Änderungen im Vergleich zum Siegerentwurf des Wettbewerbs zu einem wirklichen Ärgernis im Viertel!



    Abb. 5: Die Loggien noch einmal im Detail. Wie gesagt, hoffentlich kommt da noch irgendwas wie Winterfenster rein.



    Abb. 6: Fassadenausschnitt an der Traufseite. Der riesige Abstand zwischen den Fenstern im EG und im 1. OG lässt das Gebäude sehr unproportioniert wirken. Hier wurde - soweit ich sehen konnte - ein nur zum Innenhof befenstertes Zwischengeschoss eingezogen. Auch das ist eine "Verschlimmbesserung" des Ursprungsentwurfs.



    Abb. 7: Tiefgarageneinfahrten an der Querstraße. Durch die überhöhten Rundbögen wurde das fensterlose Zwischengeschoss zumindest hier etwas kaschiert.



    Abb. 8: Zum Vergleich noch einmal die Visualisierung auf dem Bauschild, die den deutlich besseren Ursprungsentwurf zeigt.


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    Update zum Wiederaufbau des Hauses Hinter der Burg 15


    Hier ein paar Bilder von heute:


    Abb. 1: Hinter der Burg 15. Giebel- bzw. Nordseite. Am Giebel wurde noch nichts wieder neu aufgemauert soweit ich erkennen konnte, aber der Dachstuhl ist inzwischen fertig. Ich weiß jetzt auch, warum man keine durchgehenden Sparren genommen hat wie ich letztes Mal anmerkte. Der Grund ist, dass das Dach oberhalb der Kehlbalken steiler wird, die Sparren also oberhalb neu angesetzt werden mussten. Die historische Dachform wurde wieder aufgenommen, um einen stufenlosen Anschluss an das Nachbarhaus der zugehörigen Reihenhauszeile in der Kleinen Burgstraße wiederherzustellen.



    Abb. 2: Blick auf die östliche Traufseite zum Blockinnenhof hin. Hier ist der passgenaue Anschluss des Daches an das Nachbarhaus zu sehen. Links hinten St. Jakobi und das zum Weihnachtsmarkt auf dem Koberg gehörende Riesenrad, das gerade aufgebaut wurde. Die durch die Garage nur teilweise besetzte Baulücke im Vordergrund ist kriegsbedingt. Diese wurde bisher nicht wieder mit einem Haus geschlossen. Das ist wohl leider auch nicht mehr möglich, da die Garage zum Haus Hinter der Burg 15 gehört und hier inzwischen Wandöffnungen in der zur Außenwand gewordenen ehemaligen Brandwand existieren wie man oberhalb der Garage sieht.



    Abb. 3: Ähnlicher Blick, etwas weiter nach Westen gedreht. Dort, wo im Dachstuhl der weiße Strich zu erkennen ist, sitzt darunter eine Mauer, die das Gebäude in zwei Wohneinheiten teilt.



    Abb. 4: Westliche Traufseite an derkleinen Burgstraße, oberer Teil. Auch hier ist die Trennung der Wohneinheiten im Dachstuhl zu erahnen. Hinter der Fassade liegt die Trennung zwischen dem größeren Fenster im 1. OG und die kleineren rechts.



    Abb. 5: Westliche Traufseite, unterer Teil. Interessantes Detail ist der Rest einer gotischen Wandöffnung rechts des Fensters links unten.


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    Baustart beim Buddenbrookhaus / Seniorenheim im HGH wird geschlossen


    Der völlig überflüssige Wahnsinn wird also tatsächlich durchgezogen, und die Sparkassenstiftung gibt auch noch fröhlich eine Stange Geld dazu:

    https://www.hl-live.de/text.php?id=155058


    Während für das Buddenbrookhaus "zig" Millionen zum Fenster hinausgeschmissen werden, soll an den städtischen Seniorenheimen gespart werden. So soll das Heim im Heiligen-Geist-Hostpital, das seit über sieben Jahrhunderten eine Heimstatt für Kranke und Alte ist, geschlossen werden, weil es seit zwei Jahren Verluste im niedrigen einstelligen Millionenbereich einfährt und zudem saniert werden muss:

    https://www.hl-live.de/text.php?id=154742


    Zitat aus dem Artikel:

    "Für den Standort Heiligen-Geist-Hospital werden bereits mögliche Nachnutzungen, unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes und des Stiftungszweckes, geprüft", so die Stadtverwaltung. "Ein entsprechender Bericht wird den städtischen Gremien bis Ende 2. Quartal 2023 vorgelegt. Ein Abriss des Gebäudes ist keine Option."


    Schön, dass es extra erwähnt wird, dass das Gebäude aus dem 13. Jahrhundert nicht abgerissen werden soll. Aber gleichzeitig auch traurig, dass das bei diesem Bürgermeister, der ebensoalte gotische Gewölbe einreißen lässt, offenbar auch extra erwähnt werden muss...


    Edit: Bewohner und Mitarbeiter protestieren:

    https://www.hl-live.de/text.php?id=155000

    Zufälligerweise wird die Sanierung des HGH in etwa soviel kosten wie der Neubau des Buddenbrookhauses.

    Weiteres zum Buddenbrookhaus


    HL-Live berichtet heute (frei lesbar), dass sich auch die Grünen in Lübeck gegen das Neubauprokekt positionieren.

    Kritisiert werden die hohen Kosten, der Eingriff in das Denkmal und die in Teilen intransparente Vorgehensweise der Stadt (so wurden beispielsweise die Gründe für den Einspruch der Denkmalpflege nicht veröffentlicht).


    Schon in der letzten Woche war bei LN-Online ein Artikel mit einer Stellungnahme der Bürgerinitiative Rettet Lübeck (BIRL) zu lesen.

    Da wie immer hinter der Bezahlschranke, kurze Inhaltsangabe:

    Die BIRL wirft dem BM vor, das Denkmalschutzgesetz gebrochen zu haben. Zudem habe der BM habe die Baubehörde genötigt, die Baugenehmigung schneller zu erteilen als es normalerweise gedauert hätte. Eine Änderung der Pläne, die die Gewölbezerstörung verursachen, sei nie ernsthaft erwogen worden (der BM hatte ja von 7 sorgfältig geprüften und dann verworfenen Alternativen geredet), und die ganze Sache wurde einfach ausgesessen.

    Die Parkrechte im Innenhof hätten sehr wohl anders geregelt werden können, zumal einige Stellplätze von der Stadt genutzt werden. Man hätte dann auf die Durchfahrt durch das Haus verzichten können, so dass der Keller erhalten geblieben wäre (wohl weil die Treppen dann in diesem Bereich hätte gebaut werden können, vermute ich).

    Das Projekt sei jetzt so schnell durchgedrückt worden, weil die Gefahr bestand, dass die Fördergelder des Landes Ende des Jahres verfallen. Das sieht die BIRL anders. Die Gelder wurden schon von 2021 auf 2022 verschoben, und Kiel hätte diese sicher auch noch auf 2023 übertragen.


    Alles in allem entsteht der Eindruck, dass außer dem BM, seiner SPD und vielleicht noch den Mitarbeitenden der Buddenbrookhauses kaum jemand für den Neubau in der geplanten Form ist. Eigentlich schreit das nach einem Bürgerbegehren...

    Gegenwind


    Es formiert sich glücklicherweise Gegenwind gegen die irrsinnigen und wahnwitzigen Buddenbrook-Pläne:


    1. HL-Live berichtet

    Der lübecker Jurist (ehemaliger Richter am Bundesgerichtshof) und Vorsitzende der "Fraktion21", Wolfgang Neskovic, hält die Entscheidung des Bürgermeisters zum Buddenbrookhaus für rechtswidrig.

    Ich will jetzt hier nicht den ganzen, frei lesbaren Artikel wiederholen, aber die wesentlichen Punkte sind diese:


    - Der Bürgermeister leitet die obere Denkmalschutzbehörde in Lübeck. Diese ist laut schledwig-hosteinischem Denkmalschutzgesetz zuständig für Belange des Denkmalschutzes in Welterbestätten. Wie der Bürgermeister bei seiner Entscheidung aber selbst argumentiert hat, liegt das Buddenbrookhaus nicht im Welterbebereich, sondern in der angrenzenden Pufferzone. Für diese ist jedoch die untere Denkmalschutzbehörde zuständig und damit nicht der Bürgermeister. Mangels Zuständigkeit sei der Besschluss des Bürgermeisters rechtswidrig.


    - Der Bürgermeister argumentiert, dass das Nutzungskonzept wichtiger ist als der Denkmalschutz. Das ist mit dem Denkmalschutzrecht nicht vereinbar, da ein Nutzungskonzept, das vermutlich nach 10-15 Jahren überholt ist, es nicht rechtfertigt, ein über 700 Jahre altes Denkmal teilweise zu zerstören.


    Das hört sich ja juristisch vielversprechend an - es müsste sich jetzt nur jemand finden, der auch tatsächlich mit dieser Argumentation den Rechtsweg gegen die Stadt beschreitet. Hoffen wir mal, dass das passieren wird und zwar möglichst, bevor vollendete Tatsachen geschaffen werden.



    2. LN-Online berichtet (Bezahlschranke)

    Ich fasse mal kurz zusammen:

    Der CDU-Kanditat für das Amt des Bausenators, Jörg Sellerbeck (Anmerkung meinerseits: Es wäre ein Segen für Lübeck, wenn er es tatsächlich werden würde), lehnt den Neubau des Buddenbrookhauses nach den vorliegenden Plänen ab.

    Argumente:

    - Die Stadt genehmigt sich selbst die Zerstörung eines Denkmals, was jedem Privateigentümer verboten werden würde

    - Der Neubau ist mit (momentan) 33,5 Millionen Euro viel zu teuer, das Museumskonzept "überbordend" bzw. maßlos und "die meisten Menschen hätten daran wenig bis gar kein Interesse"

    - Das Projekt ist überflüssig und der Aufwand "völlig unverhältnismäßig". So soll die vorhandene Fassade in drei Teile zerlegt und ausgehoben werden, "um dahinter den Neubau zu errichten" (!!!) (Anmerkung meinerseits: Der originalen, auch denkmalgeschützten Fassade soll es also ebenfalls an den Kragen gehen - es wird immer wahnsinniger!). Zudem muss die Mengstraße angehoben werden, da die Durchfahrt auf die andere Gebäudeseite verlegt werden soll. Nutzen und Kosten stehen in keinem Verhältnis, Sellerbeck hielte einen Umbau im Bestand mit vielleicht 2,5 Mio Euro für angemessen. Zudem solle das Konzept an die Bestandsgebäude angepasst werden und nicht umgekehrt. Weiterhin sei die Größe des gelpanten Baukörpers zu beanstanden, da dieser oben ober die Fassade hinausgeht und sich nicht in das Stadtbild einfügt.

    Neues zum Buddenbrookhaus


    So, jetzt ist die Katze aus dem Sack: Das Buddenbrookhaus wird umgebaut, und zwar wie geplant unter Teilzerstörung des mittelalterlichen Kellergewölbes.

    Das berichtet heute HL-Live.


    Der Bürgermeister hat gegen den Rat aller Fachleute unterschrieben, und die Bauverwaltung hat gleichzeitig die Baugenehmigung im Schnellverfahren erteilt.


    Aus dem o.g. Artikel ist zusammengefasst folgendes zu erfahren:

    Der Bürgermeister hat alle Belange für und wider den Umbau in der vorliegenen Planung sorgfältig abgewogen und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die "öffentlichen Belange" in diesem Fall schwerer wieden als der Denkmalschutz.

    Es wurden aber "größte Anstrengungen unternommen, den Eingriff (in das Gewölbe) zu minimieren".

    Es gab sieben Varianten, die sich aber alle als nicht durchführbar herausstellten, u.a. wegen Brandschutzvorgaben und der Grundstücksverhältnisse im Innenhof.

    Die Treppe zur Erschließung des Kellers ist notwendig, da der Platz für Veranstaltungsraum, Seminarraum Garderobe und Toiletten benötigt wird. Müssten die Räume in den oberen Stockwerken untergebracht werden, würde sich die Ausstellungsfläche von 700 auf 450qm verringern. Zudem wird der (Rest-)Keller durch diese Maßnahme saniert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

    ICOMOS äußert dazu, dass der Welterbestatus durch diese Maßnahme nicht beeinträchtig wird, da diese als "gering" bewertet wird und zudem nicht direkt im Welterbegebiet liegt, sondern in der Pufferzone.

    Durch den Neubau werden sich die Besucherzahlen verdoppeln und daon um die 100 Arbeitsplätze abhängen.

    Es werden vier Gewölbefelder ausgebrochen werden, was nur ein "kleinerer Teil" des gesamten Kellers ist. Der "Eingriff ermöglicht die Sanierung und den Wiederaufbau sowie die Konservierung des Gewölbekellers. Er kann erstmals öffentlich erlebbar gemacht und für nachkommende Generationen bewahrt werden".



    Meine Meinung:

    Das ganze ist eine Katastrophe. Die Entscheidung stand sicher schon seit langer Zeit fest. Der Denkmalpflege, den Ausschüssen und der Bürgerschaft noch das Gefühl zu geben, sie könnten mit ihrer Meinung noch irgendetwas daran ändern, ist einfach ein schlechter Stil.

    Die Argumente des Bürgermeisters laufen komplett ins Leere: Es ist eine reine Vermutung, dass sich die Besucherzahlen nach dem Umbau verdoppeln werden. Und selbst, wenn das in der Anfangsphase so sein sollte, wird das sicher schnell wieder abklingen. Wie lange soll es denn dauern, bis sich die über 33 Millionen, die sicher noch deutlich ansteigen werden, ammortisieren? So viele Leute können gar nicht kommen, dass sich das rechnet.

    Und: Der Rest-Keller soll saniert, in Nutzung genommen und damit für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden - und damit für die Nachwelt erhalten bleiben. Dazu wäre zu sagen: Es hat sich bereits bei anderen mittelalterlichen Gewölbekellern, die jahrhundertelang unbeheizt waren und nur als Lagerfläche genutzt wurden, gezeigt, dass durch Beheizung und höhere Luftfeuchtigkeit durch die Anwesenheit größerer Menschenmengen große Schäden entstehen. An den alten Steinen entstehen durch die stark veränderten Bedingungen Salzausblühungen, die die Steinoberflächen abplatzen lassen - bis hin zu deren vollständiger Zerstörung! In einigen Jahren werden sicher Steine ausgetauscht werden müssen und damit weitere historische Substanz verlorengehen.


    Der Bürgermeister reitet auch auf dem Argument herum, der Keller befände sich "nur" in der Pufferzone und nicht direkt im Welterbegebiet. Das stimmt zwar tatsächlich aber dieser unhaltbare Zustand kam nur Zustande, weil Mitte der 1980er Jahre bei der Beantragung des Welterbestatus ein Mitarbeiter der Stadt das unter Schutz zu stellende Gebiet nur grob und offenbar ziemlich nachlässig auf einen Stadtplan gekritzelt hatte - für genauere Untersuchungen war offenbar keine Zeit. So kommt es, dass Gebiete mit reiner Nachkriegsbebauung im Welterbe liegen, während andere mit historischer Bebauung (wie z.B. die extrem hochkarätige untere Mengstraße als letzter Rest des Gründungsviertels!!!) nur in der sogenannten "Pufferzone" liegen, für die weitaus lockerere Regeln gelten.

    Offenbar ist für dem BM (und leider auch ICOMOS) die Lage in der Pufferzone ein Freibrief zur Vernichtung herausragender historischer Bausubstanz! Hoffen wir mal, dass er seine Finger von der Mengstraße lässt.


    Und die Aussage, dass ja nur ein kleiner Teil des Gewölbes zerstört wird, ist ein schlechter Witz. Auch hier kann man sagen, dass das im Prinzip stimmt. Aber: Es handelt sich ausgerechnet um den ältesten und damit bauhistorisch wertvollsten Teil des Kellers.


    Alles in allem hoffe ich inständig, dass die ganze Sache dem BM auf die Füße fallen wird, die Baukosten extrem steigen werden und wir am Ende keine höheren Besucherzahlen als zuvor sehen werden. Ein furchtbares Projekt. Wie ich schon mal sagte: Wenn es wenigstens eine optische Verbesserung der Erdgeschosszone bei dem Haus Mengstraße 6 geben würde. Aber auch hier wird es ja sogar noch schlimmer als vorher.


    Und nochmal zu den Kosten: Dieses eine Doppelhaus wird in etwa soviel Kosten wie die gesamte Neubebauung im Gründungsviertel (ohne den Investorenbau). Einfach nur unfassbar...

    Ja, das wurde hier schon mehrfach gefragt. Die einzigen Spolien, die mir bekannt sind, sind der Stein mit dem Stral-Symbol im Eingang des Hauses Braunstraße 14 und das historische Straßenschild "Fischstraße", das im Gründungsviertel-Büro lagerte. Ich habe keine Ahnung, wohin das nach dessen Umzug gekommen ist und ob das irgendwo wieder angeschraubt werden wird.


    Auf historischen Fotos von kurz nach dem Bombenangriff ist noch das komplett aufrecht stehende Renaissance-Sandsteinportal von Fischstraße 22 zu sehen, das dann für den Bau der Berufsschulen weggerissen wurde. Ob das irgendwo eingelagert oder zu Staub zermahlen wurde, ist mir nicht bekannt. Für die eigentlich geplante Reko von Fischstraße 26 (siehe voriger Artikel) hatte Architekt Schröder-Berkentien vor einigen Jahren nach dessen Sandsteinportal geforscht wie er mal erzählte soweit ich mich erinnere. Was daraus geworden ist, weiß ich leider nicht.


    Lübeck war ja ohnehin nicht so sehr reich an figürlichen Bauplastiken wie südlichere Städte. Wenn, dann waren es hauptsächlich Sandsteinportale oder Terrakotten. Beides aber - zumal nach der umfangreichen klassizistischen Umgestaltungsphase - war dann doch in eher geringem Umfang zu finden. Der Bauschmuck bestand in größerem Maße eher aus Formsteinen, z.B. Taustäben. Und die wurden dann wohl doch größtenteils bei der Enttrümmerung mit entsorgt.

    In einem Artikel über das Gründungsviertel aus der LN stand kürzlich, dass die Stadt im Kontakt mit dem Eigentümer steht, um einen baldigen Baustart zu erwirken.

    Hier der Link zum Artikel.


    Da leider hinter der Bezahlschranke, hier eine kurze Inhaltsangabe:


    Die schon eingezogenen Anwohner sind zunehmend genervt ob des quälend langsamen Baufortschritts im Viertel und befürchten, noch jahrelang auf einer Baustelle leben zu müssen. Sie werfen der Stadt ein gewisses Maß an Untätigkeit vor, da nach den ganzen Jahren immer noch fast ein Viertel der Grundstücke nicht verkauft ist (9 von 38). Zu erkennen sei das an der Grundstücksübersicht auf der GV-Webseite, bei der sich seit Dezember 2021 nichts geändert hat. Auch bei dem schon seit längerem fertigen, von der Stadt gebauten Haus Braunstraße 14 sei bisher keine Vermarktung erfolgt.


    Man regt sich auch über die kürzlich installierten veralteten Straßenleuchten auf, die noch keine LEDs enthalten. Zudem wird befürchtet, dass der Neubau der Straßen erst nach Fertigstellung des letzten Hauses, erfolgt und das Viertel dadurch noch bis zu 10 Jahren Baustelle bleiben wird.


    Die Stadt äußert sich dazu wie folgt: Die noch unbebauten Grundstücke wurden wegen der Baustellenlogistik im engen Viertel als Flächen zur Baustelleneinrichtung und Zuwegung benötigt. Drei der bereits anhandgegebenen Grundstücke sollen bis Ende des Jahres verkauft werden und die Vermarktung der restlichen Grundstücke parallel starten. Nach Verkauf müssen die Grundstücke innerhalb von 2 Jahren bebaut werden.


    Wegen Fischstraße 26 ist die Stadt im Gespräch mit dem Eigentümer. Die Lampenköpfe sind nur provisorisch, da die endgültigen noch nicht geliefert werden konnten. Der Straßenbau soll unabhängig von der Fertigstellung der Häuser 2023 beginnen und bis 2025 abgeschlossen sein.

    Update Buddenbroohaus


    HL-Live berichtete vor kurzem in zwei Artikeln:


    - Kulturausschuss für Erhalt des Buddenbrook-Kellers

    Quote

    "Nach der anhaltenden Kritik zum Neuen Buddenbrookhaus hat der Ausschuss für Kultur und Denkmalpflege in seiner Sitzung am Montag die Notbremse gezogen", berichtet der Vorsitzende des Ausschusses Detlev Stolzenberg (Unabhängige).

    Inwiefern diese "Notbremse" des Ausschusses tatsächlich bindend ist, ist fraglich. Hat doch der Bürgermeister als Leiter der Denkmalschutzbehörde nach wie vor das letzte Wort. Es wäre wirklich eine intelligente Lösung, die Durchfahrt durch das Haus für die paar Parkplätze im Innenhof aufzugeben und diese im ebenfalls im Innenhof liegende Parkhaus zur Verfügung zu stellen. Die Zufahrt zum Parkhaus erfolgt aus der Straße Fünfhausen, so dass die obere Mengstraße dann zur Fußgängerzone werden könnte.


    - Obere Mengstraße wird fünf Jahre zur Baustelle

    Quote

    Die große gemeinsame Baumaßnahme in der Mengstraße wird Ende 2022 fortgesetzt. Sie betrifft die obere Mengstraße und das Buddenbrookhaus der Hansestadt Lübeck. Als Bauzeit sind für die Straße und das Buddenbrookhaus rund fünf Jahre vorgesehen.

    Seltsam, dass offenbar schon feststeht, wie genau gebaut werden soll, obwohl doch noch gar nicht alles endgültig ist. Nach der Leitungsverlegung muss das Straßenniveau angehoben werden, da die Durchfahrt durch das Haus Mengstraße 6 von der rechten auf die linke Seite verlegt werden soll. Was für ein unsinniger Aufwand. Und das wie gesagt für einige wenige Parkplätze, die auch im Parkhaus zur Verfügung stünden.

    Update Wiederaufbau Hinter der Burg 15


    Hier mal wieder ein Bilder-Update. Es geht jetzt weiter voran, was ich 5 1/2 Jahre nach dem Brand nicht mehr für möglich gehalten hätte. Hier ein paar Bilder von heute:


    Abb. 1: Hinter der Burg 15, Nordgiebel. Inzwischen wurde der Dachstuhl bis über die Kehlbalkenlage errichtet. Etwas seltsam finde ich, dass die restliche Höhe dann offenbar angestückelt wird, anstatt Balken in voller Länge zu nehmen. Rechts die Kleine Burgstraße. Oben ist (noch) die Kirchturmspitze von St. Jakobi zu sehen.



    Abb. 2: Detail der Giebelseite. Das noch verbliebene historische Mauerwerk wurde inzwischen neu verfugt. In Kürze wächst der Giebel wohl hoffentlich möglichst originalgetreu wieder weiter nach oben.



    Abb. 3: Traufseite an der Kleinen Burgstraße. Auch von hier aus ist der Dachstuhl auch schon schön zu erkennen. Hoffentlich kommt da noch die bei alten Dächern übliche Abflachung zur Traufe hin, so dass ein Überstand entsteht.


    Alle Fotos von mir

    Ich hatte mir fest vorgenommen, am letzten Freitag zur Sitzung des Gestaltungsbeirats zu gehen, da mich auch interessierte, welches Haus in der Mühlenstraße denn neu gebaut werden soll. Aber leider kam dann ganz kurzfristig etwas dazwischen, so dass ich es dann doch nicht geschafft habe.


    In dem HL-Live-Artikel wird die Hausnummer leider nicht erwähnt, aber wenn Du sagt, dass Nr. 47 leersteht (ist da nicht Bäckerei/Café Junge im EG?), dann könnte es durchaus sein. Die Bombenlücke ist ja jetzt leider eine öffentliche Straße, der Pergamentmachergang. Die wird sicher nicht bebaut werden. Das ist auch schon deswegen nicht möglich, weil die beide angrenzenden Häuser, Nr. 45 und 47 in den ehemaligen Brandwänden voll befenstert sind. Nr 45 hat hier sogar Balkone.


    Aber schon alleine der Begriff "Treppengiebel" lässt ja Positives erwarten. Es scheint so, als würde das neue (semi-)traditionelle Bauen im Gründungsviertel langsam fruchten und auch auf andere Bereiche der Altstadt abfärben. Sollte ich noch irgendetwas zu dem Projekt herausfinden, werde ich das hier schreiben. Ansonsten wird ja vielleicht in der nächsten GBR-Sitzung im November ein überarbeiteter Entwurf vorgestellt.

    Fotos vom 11.9.2022


    Hier wieder ein Schwung Bilder, da einige Häuser inzwischen komplett fertiggestellt wurden:


    Abb. 1: Fischstraße 20 zeigt sich jetzt ohne Gerüst. Die Putzfassade nimmt sich zwischen den vielen steinernen sehr angenehm aus. Ist deutlich besser geworden als der Erstentwurf seinerzeit vermuten ließ.



    Abb. 2: Fischstraße 20, etwas näher. Man beachte das Abschlussgesims. Leider wurden in den Fensterlaibungen so merkwürdige Lüftungsöffnungen (?) installiert, was ich etwas störend finde. Die Sichtbarkeit der Brandmauer oben links hätte leicht vermieden werden können, wenn Nr. 22 volle Giebelstaffeln erhalten hätte. Aber ich wiederhole mich... :kopfschuetteln:



    Abb. 3: Fischstraße 22. Hier kann man inzwischen per B&B übernachten - falls jemand von euch mal vorübergehend im Gründungsviertel wohnen möchte :wink:. Die Fenster sind offenbar nicht geteilt und können als ganzes gekippt werden. Durch die Addition von Kippwinkel und Schiefstellung der Fenster wirkt die Fassade nun noch deutlich unruhiger/wirrer als schon mit geschlossenen Fenstern. Damit hat man dem Haus leider keinen Gefallen getan. Es sieht fast so aus, als würden die gekippten Fenster nur an eine Ecke am Rahmen hängen.



    Abb. 4: Mittlere Fischstraße Richtung Westen. Im Vordergrund die Häuser Nr. 16 (rechts) und 17 (links). Hinten links eingerüstet der Investorenbau an der Ecke zu Einhäuschen-Querstraße.



    Abb. 5: Fischstraße 11, inzwischen komplett fertiggestellt. Erst vor kurzem wurde die Eingangstür eingebaut. Eines der besseren Spitzgiebelhäuser wie ich finde. Dennoch hätte ich mir natürlich eine andere Giebelform gewünscht. Mit einem Staffelgiebel hätte auch hier die Brandmauer von Nr. 7-9 größtenteils verdeckt werden können. Schade, dass den Fassadenumrissen/Giebelformen nicht auf die Ensemblewirkung geachtet wurde. Bei der Stein- und Fassadenfarbe war das nämlich durchaus ein Thema im GBR.



    Abb. 6: Fischstraße 11, Erdgeschoss.



    Abb. 7: Fischstraße 13, jetzt ebenfalls äußerlich fertig. Auch hier kam kürzlich die Tür rein - zusammen mit Nr. 11.



    Abb. 8: Fischstraße 13. Erdgeschoss. Schemenhaft ist hinter dem Dielenfenster die schön gestaltete Treppe zur Galerie zu erkennen. Die ist offenbar historischen Treppen nachempfunden.



    Abb. 9: Alfstraße 25 - jetzt auch komplett fertig. Mir leider zu düster und abweisend. Aber es ist ja alles Geschmacksache.



    Abb. 10: Und nochmal der aktuelle Blick die Alfstraße hinauf. Jetzt fehlen hier nur noch die Nummern 29 und 31 ganz rechts auf dem Bild anschließend. Die Baugrube wurde vor ca. einem halben Jahr ausgehoben, aber seitdem ist hier leider nichts mehr passiert.


    Alle Fotos von mir

    Ich war am Samstag in Hamburg - hier zwei schnelle Bilder im Vorbeigehen vom aktuellen Bauvorhaben Großer Burstah/Hahntrapp/Bohnenstraße direkt bei St. Nikolai:


    Blick Richtung Westen aus der Straße "Großer Burstah" in die rechts einmündende in Teilen wiederentstandene Bohnenstraße.



    Blick Richtung Süden durch den "Hahntrapp" auf den Nikolai-Kirchturm.


    Ich wäre gerne einmal komplett um den Block gegangen, um mehr Bilder zu machen, aber ich war spät dran und musste zu Fuß zum Hauptbahnhof eilen, um den Zug nach Lübeck noch zu bekommen.


    Die Ansicht des Gebiets bei Google Maps ist aber ziemlich aktuell und auch in 3D verfügbar. Alles in allem eine deutliche Verbesserung des Vorzustandes mit teilweiser Wiederherstellung des Stadtgrundrisses. Wenn auch insgesamt sehr hoch.


    Fotos von mir vom 3.9.2022

    "Lübecker Kulturgarten"


    Der schönste und beeindruckendste Platz der Lübecker Altstadt, der Koberg, hat seit einiger Zeit eine neue "Attraktion" bekommen: Den "Lübecker Kulturgarten".

    Das bedeutet, dass ca. 2/3 dieses wunderbaren Architekturplatzes mit Pflanzkübeln in labyrinthischer Anordnung, garniert mit verstreuten Sitzecken und Sonnenstühlen, vollgestellt wurden.


    Hier ein paar Eindrücke von heute:







    Ich muss zugeben, dass ich sehr hin- und hergerissen war. Die freie Sicht auf die grandiosen historischen Bauwerke ersten Ranges ist größtenteils verstellt, und man kommt sich zunächst vor wie auf einer Gartenbauausstellung.


    Auf der anderen Seite war die Blütenpracht, die vor Bienen nur so wimmelte (insbesondere beim Wilden Majoran auf dem mittleren Bild), eine wahre Freude. Zudem ließ sich in dem Garten doch ein gewisse Zahl an Leuten nieder, was für den ansonsten als unbespielbar und tot geltenden Platz, vielleicht mal abgesehen vom Weihnachtsmarkt, ein Novum darstellt. Und immerhin sah alles für sonstige Verhältnisse ziemlich gepflegt und sauber aus.


    Fotos von mir vom 28.8.2022

    Update zum Haus Hinter der Burg 15


    Am Pfingsten 2017 abgebrannten gotischen Haus Hinter der Burg 15 (quasi um die Ecke zu Kleine Altefähre 19) geht es nun offenbar endlich langsam, aber stetig weiter. Wer hätte das noch für möglich gehalten:


    Abb. 1: Hinter der Burg 15, Frontalansicht der Nordseite/Giebelseite. Die dunklen Fensteröffnungen im 1. OG lassen erkennen, dass inzwischen eine Decke über dem 1. OG liegt.



    Abb. 2: Detail 1. OG: Am gotischen Giebel wurde bisher noch nichts wieder neu aufgemauert. Es werden erst die Innenwände mit Kalksandstein erstellt.



    Abb. 3: Blick durch ein Fenster des 1. OGs unter die Decke, die allerdings nach OSB-Platten und damit irgendwie provisorisch aussieht?



    Abb. 4: Das vielleicht erfreulichste Bild dieser kleinen Serie: An der Traufseite an der Kleinen Burgstraße wurden die obersten 3-4 Steinreihen mit historischen Steinen sehr sauber neu aufgemauert. Das lässt für die korrekte Wiederherstellung des Giebels hoffen. :thumbup:



    Abb. 5: Noch einmal die nördliche Traufseite im Hochformat: Im EG ist eine gotische Türöffnung, und im 1. OG eine gotische Fensteröffnung zu erahnen.


    Fotos von mir vom 28.8.2022

    Update zum frisch sanierten Haus Kleine Altefähre 19 (ich berichtete vor kurzem darüber)


    Der bisher noch marode Sockel wurde jetzt verputzt, hier zwei Bilder von mir von heute:


    Abb. 1: Kleine Altefähre 19 mit frisch verputztem Sockel.


    Abb. 2: Fassadendetail in Frontalansicht - mehr ließ die Straßenbreite nicht zu. ;-) Warum da links eine kleine Ecke ausgespart wurde, weiß ich nicht...


    Fotos von mir vom 28.8.2022

    Nachtrag:


    Ich hatte mich ja weiter oben in diesem Strang (im März dieses Jahres) darüber aufgeregt, dass beim Haus Alfstraße 21 das Oberlicht der Eingangstür billig verbrettert wurde:


    Abb. 1: Links der Zustand im März 2022, rechts eine seinerzeitige Fotomontage als Verbesserungsvorschlag von mir.


    Und was musste ich heute sehen? Das hier:


    Abb. 2: Alfstraße 21, Eingang im August 2022. Diesmal keine Montage, sondern die Realität. Die Baumarkt-Verbretterung wurde nun doch noch durch ein adäquates Oberlicht, ähnlich meines Vorschlags, ersetzt. Eine deutliche Verbesserung. Noch schöner wäre es, wenn die Bretter oben nun auch noch durch eine ansprechendere Lösung ersetzt werden könnten.


    Alle Fotos von mir