Posts by frank1204

    Eigentlich sollte in diesem Jahr mit den letzten Häusern begonnen werden und danach die Neugestaltung der Straßen beginnen - hier der offizielle Zeitplan.

    Wie es aussieht, wird sich die Gesamtfertigstellung real aber wohl noch Jahre hinziehen. Ich hoffe, dass langfristig keine hässlichen Baulücken bleiben.


    Ja, es kommen wohl noch einige gute Häuser. Allerdings kann es bei allen Grundstücken, bei denen der Bau noch nicht begonnen hat, sein, dass ein Bauherr abspringt und dann doch noch ein neuer Entwurf kommt - wie ja z.B. bei Alfstraße 25 gerade und bereits mehrfach geschehen. Man kann also nach wie vor gespannt sein.

    Hier nun die aktualisierten Straßenabwicklungen:

    Abb.1: Die Alfstraße mit dem neuen Entwurf von Nr. 25. Danke an Tobias_HH!





    Abb.2: Die aktualisierte Gesamtübersicht des Viertels. Um einen Überblick über den aktuellen Stand zu bekommen, habe ich farbige Markierungen eingefügt:

    Grün sind die bisher fertiggestellten Häuser, Gelb die momentan in Bau befindlichen und Orange die, bei denen begonnen wurde, aber seit längerer Zeit keine Bautätigkeit zu beobachten ist. Das ist insbesondere bei Fischstraße 18 sehr merkwürdig. Hier wurde "einst" der Keller halb fertiggestellt und danach ist seit geschätzt einem Dreivierteljahr nichts mehr passiert. Bei den nicht markierten Häusern hat sich bisher noch nichts getan.

    Ich glaube, wir können hier noch so viele Verbesserungsvorschläge machen - da Tobias_HH schrieb, dass der Bauantrag bereits eingereicht ist, lässt sich wohl ohnehin an dem Entwurf nichts mehr verändern.


    Wie auch immer - hier mal ein direkter Vergleich von historischer (um 1900) und jetziger Situation (2020) der Alfstraße:


    Historisches Foto gemeinfrei, aktuelles Foto von mir. Der Bildausschnitt ist nicht exakt gleich, aber fast. Auf dem historischen Bild ist ganz rechts Alfstraße 17 zu sehen, auf dem aktuellen Bild ein Haus mehr, Nr. 19. Interessant ist hinten der in den OGs vorspringende Teil des Gabler-Hauses als Zitat der historischen Situation.


    Es mag nun jeder für sich beurteilen, welche Ansicht schöner ist und ob die neuen Häuser dem geschichtsträchtigen Ort gerecht werden.


    Übrigens: Wie in der Presse zu lesen war, wurde nun endlich mit der Sanierung der Marienkirchtürme begonnen, so das Grund zur Hoffnung besteht, dass die Gerüste nach mehr als 7 Jahren doch noch fallen werden.

    Hallo Tobias,


    vielen Dank für das Update! Ich erlaube mir mal, die beiden Entwürfe noch einmal gegenüberzustellen, um die Veränderungen zu dokumentieren. Jeweils links meine Fotos aus der Beiratssitzung im September, rechts Deine neuen Visualisierungen:




    Ich muss auch sagen, dass die Verdopplung der Faltung und vor allem das Weglassen der Fenstererker eine deutliche Verbesserung darstellen - mir fällt da ein wenig ein Stein vom Herzen. Anders als Heimdall gefällt mir das Erdgeschoss nun im Gegensatz zu vorher sehr gut, auch wenn zwei Eingänge nebeneinander etwas merkwürdig anmuten. Im Anklang an die Lübecker Gänge, die es allerdings im Gründungsviertel nicht gab, ist das in Lübeck aber keinesfalls ungewöhnlich. Die Faltung im EG müsste allerdings nicht sein, denn die Hochblenden/Lisenen begannen bei den historischen Häusern immer oberhalb des EGs - warum sollten man sie dann im EG zitieren wollen? Ich glaube, die Fassade würde mit einem glatten Erdgeschoss noch weiter gewinnen.


    Die Fassade wirkt jetzt viel harmonischer. Und ja, es lässt sich darin nun eine moderne Interpretation des Lübecker Hauses mit Treppengiebel und Hochblenden erkennen. Eine weitere Verbesserung wäre es in meinen Augen noch, wenn man immer zwei "Falten" zu einer Giebelstufe zusammenfassen (wie ganz oben in der Mitte) und dadurch die Breite der Stufen verdoppeln und die Anzahl halbieren würde. Das würde dann mehr in Richtung Treppengiebel als jetzt in Richtung Spitzgiebel gehen.


    Und es wäre schön, wenn sich die Farbe der Steine und Fugen an den alten Lübecker Backsteinhäuserm orientieren würde. Bitte keine Experimente mit zu dunklen oder zu hellen Farben oder merkwürdigen Steinformaten. Auf der neuen Schrägansicht sieht das aber schon ganz ordentlich aus. Auch bei den Steinen scheint es offenbar eine Verbesserung gegenüber der ersten Version zu geben.


    Was mir allerdings - wie SchortschiBähr - nicht gefällt, sind die Fenster oberhalb des EGs. Zumindest eine Vertikale Teilung wäre wirklich schön - man sieht doch bei dem schönen großen Fenster im EG, wie gut das wirkt. Die Gitter sehen für mich leider auch eher nach Käfig aus. Und: Habt ihr mal probiert wie es aussieht, wenn in der unteren Fensterreihe des Dachgeschosses noch ein drittes Fenster zwischen den beiden bestehenden hinzukommt? Ich glaube, das würde weniger merkwürdig aussehen, auch wenn die mittlere freie Fläche durch die kleinere Faltung schon geschrumpft ist.


    Und danke für die Erlaubnis, das Bild in die Übersicht einarbeiten zu dürfen. Ich mache das dann demnächst. Hättest Du vielleicht auch eine farbige Frontalansicht? Das würde noch besser aussehen.


    Viele Grüße,
    Frank

    Fotos vom Feburar 2020 - Teil 2


    Hier noch Fotos aus der Alfstraße:


    Abb.1: Alfstraße 13 im (fast) fertigen Zustand.



    Abb.2: Alfstraße 15 als letztes der vier neuen Häuser Nr. 13-19 jetzt auch ohne Gerüst. Schade, dass die ansonsten symmetrische Fassade durch den Ladeneingang links im EG gestört wird, der ursprünglich nicht geplant war.



    Abb.3: Die "vier neuen" (Nr. 13, 15, 17, 19) in der gemeinsamen Ansicht. Nicht richtig gut, aber nun auch nicht extrem schlimm wie ich finde.



    Abb.4: Die Abwicklung der gesamten Südseite der Alfstraße mit Gabler-Haus (links angeschnitten) und Studentenwohnheim. Letzteres fällt durch die nun vorhandene Nachbarbebauung zum Glück etwas weniger unangenehm ins Gewicht als zuvor. Ganz hinten die schon seit 2 Jahren fertige Nr. 27. Immerhin passt hier alles zusammen. Eine gleichmäßig sterile Straßenfront...

    Auf der rechten Seite lag die historische Bauflucht übrigens in etwa auf Höhes des Kantsteines zwischen Fußweg und Parkstreifen. Hoffentlich wird das in Zukunft auch noch korrigiert werden.



    Abb. 5: Die Rückseiten von Alfstraße 19, 17, 15 und 13 von der Braunstraße aus gesehen.



    Abb.6: Auch die Häuser Alfstraße 21 und 23 sind jetzt in Bau. Die EGs sind bald fertig. Danach fehlen in der Alfstraße nur noch drei Häuser - die Nummern 25, 29 und 31.



    Abb.7: Gesamtansicht der Alfstraßen-Südseite nach Osten. Hier wie ich finde ein halbwegs versöhnliches Bild. Die Kirche reißt halt viel raus. Aber auch auf diesem Bild - und besonders jetzt nach Fertigstellung der neuen Häuser - wird deutlich, wie abträglich die Aufweitung der Straße durch die bereits oben erwähnte zurückgesetzte Nordseite (links) dem Stadtbild ist.


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    Fotos vom Februar 2020


    In den dreieinhalb Monaten seit meinem letzten Fotobericht hat sich zwar trotz überwiegend warmer Witterung nicht so extrem viel getan, aber ein paar neue Fotos vom 8. und 16. Februar kann ich dennoch zeigen:


    Abb.1: Fischstraße 16. Die Fassade ist inzwischen vollständig verklinkert, und die Fenster sind drin. EG und 1. OG werden wohl noch verputzt. Ich hoffe, dass die Fugen im Giebel irgendwie noch etwas heller werden und bin sehr auf das Ergebnis ohne Gerüst gespannt!



    Abb.2: Fischstraße 16 aus der Nähe. Das Gerüst verdeckt leidet noch viel. Ansatzweise lassen sich aber die Formsteinlisenen und Gesimse erkennen.



    Abb.3: Gerade Querstraße 3. Das Haus geht - zumindest äußerlich - langsam seiner Vollendung entgegen. Die Ziegelfassade wurde in einem angenehmen Sandton geschlämmt. Überhaupt ein sehr gelungenes typisches traufständiges "Klein"haus mit Zwerchgiebel einer Querstraße in der Lübecker Altstadt!



    Abb.4: Gerade Querstraße 3, Detailansicht. Die Einschrägungen in der Fassade fallen glücklicherweise nicht störend auf. Mal sehen, ob das ohne Gerüst auch so bleibt.



    Abb.5: Blick durch den Bauzaun die im mittleren Bereich gesperrte Fischstraße hinauf. Durch die relativ hohen Häuser wird die Straße wieder historisch eng wirken. Links Fischstraße 16, rechts die Reko Nr. 17. Links hinter dem Bauzaun ist die Holzverschalung der Kellerdecke von Nr. 24 zu erkennen. Das Haus sollte in Kürze aus dem Boden wachsen. Dieses Grundstück gehört zu den dreien (Nr. 24, 26 und 28), auf denen die historischen Kellermauern erhalten und integriert werden. Die Keller werden, soweit ich gehört habe, miteinander verbunden und - allerdings wohl nur an wenigen Tagen im Jahr - der Öffentlichkeit zugänglich sein.



    Abb.6: Blick von der Einhäuschen Querstraße in den Innenhof zwischen Fisch- und Braunstraße. Im Vordergrund die hydraulisch ausgesteifte Baugrube für die Tiefgarage des Investorengrundstücks, die noch auf die doppelte Tiefe abgegraben werden soll. Hier tut sich allerdings - trotz großspuriger Ankündigung des Baubeginns in der Zeitung bereits Anfang Januar - nur sehr wenig. Offenbar ein schwieriges Unterfangen...


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    Hallo Johan,


    danke für die Anfrage. Ja, kein Problem von meiner Seite aus; ihr könnt das Bild gerne verwenden. Ich weise aber ausdrücklich darauf hin, dass der Hinweis "(C) Frank1204" nicht von mir kommt und die Rechte an den Entwürfen bei den jeweiligen Architekten liegen. Ich habe die Entwürfe lediglich bei den öffentlichen Beiratssitzungen fotografiert und meine Fotos im Rahmen der Berichterstattung hier zu dieser Collage zusammengestellt. Ich bin somit nur der Urheber der Collage an sich, aber nicht von deren Inhalten.


    Viele Grüße,
    Frank

    Lieber Pagentorn,


    wenn man den Presseberichten glauben schenken kann, wird es tatsächlich in Kürze losgehen - leider, denn ich lehne den Entwurf nach wie vor ab.


    Laut HL-Live wurde das Haus am letzten Wochenende geschlossen:
    https://www.hl-live.de/aktuell/text.php?id=135279


    Eine provisorische Teilausstellung während der Bauzeit wird es ab 27. März im Museum Behnhaus Drägerhaus geben.


    Noch einmal zur Erinnerung - hier gibt es die Wettbewerbsentwürfe für den Neubau als PDF-Dateien zu sehen:
    https://buddenbrookhaus.de/oeffentliches-forum_2


    Es hieß vormals dass der Siegerentwurf von TMH noch einmal überarbeitet werden solle. Wenn ich mir die Dateien jetzt noch einmal so ansehe, kann ich leider keine Veränderungen/Verbesserungen feststellen - es sind offenbar die alten. Die größten Kritikpunkte daran sind meinerseits immer noch:


    - Das Haus Mengstraße 6 (ex Fischstraße 19) bekommt leider wieder kein adäquates Erdgeschoss, und die Fassade schwebt weiterhin wie ein Fremdkörper in der Luft. Ich verstehe nicht, was daran so schwierig ist, die Backsteinfassade bis zum Boden herunterzuziehen (wie es beim bestehenden Haus immerhin ansatzweise der Fall ist) und Fenster-/Türöffnungen anstatt der Glasfläche zu erstellen. Das ginge auch mit der Durchfahrt, wenn diese denn unbedingt bleiben muss. Von dem albern wirkenden Schriftzug mal ganz abgesehen, auch wenn er aus dem Roman ist.


    - Beim "alten" Buddenbrookhaus (Mengstraße 4) wird durch das Umwandeln der Dachschräge in eine Vertikale aus dem historisch wohl dagewesenen Mansardgeschoss ein zusätzliches (immerhin durch Dachziegel getarntes) Vollgeschoss, wodurch der schöne Rokoko-Giebel zur Farce gerät! Über diese Dachbegradigung kann man an den Längsseiten und an der Rückfassade vielleicht noch hinwegsehen, aber muss das an der Straßenfassade wirklich sein? Durch die Beibehaltung einer geringen Dachneigung würde man doch nun wirklich kaum etwas an Innenfläche verlieren, aber außen eine erheblich bessere Ansicht erreichen.


    - Die Dachlandschaft wird durch Aufstockung und Dachaustritt zwischen den Häusern erheblich gestört und wird aus der Vogelperspektive sehr unschön/verstümmelt wirken, wobei man sagen muss, dass auch das jetzige Dach von Nr. 4 mit seinen Unterbrechungen nicht gerade als vollständig oder optimal zu bezeichnen ist.


    - Die modernistische Rückseite spottet leider jeder Beschreibung. Mir fehlen da wirklich die Worte. Sieht man immerhin nicht von der Straße aus und passt zu dem vor kurzem in den Innenhof gekloppten Parkhaus-Monstrum.



    Fairerweise muss man man aber auch den einen Pluspunkt des Entwurfs erwähnen: Die Diele im Erdgeschoss des alten Hauses Nr. 4 soll dem historischen Zustand weitgehend angenähert werden. Ob man gar von einer Rekonstruktion sprechen kann, vermag ich im Moment nicht zu beurteilen.

    Und immerhin noch eine positive Meldung:


    Ich konzentriere mich zwar mit meiner Berichterstattung aus Lübeck meist auf die Altstadt, aber wenn es in unmittelbarer Nähe etwas erwähnenswertes gibt, zeige ich das hier auch.


    So wurde in den letzten Jahren das länger leerstehende ehemalige Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Lübeck in der Moislinger Allee nahe des Lindenplatzes und der Wallanlagen umgebaut. Einst ein grässlicher Waschbetonalptraum aus den 70ern, hat es sich nun zu einem ganz ansehnlichen Gebäude mit klassischen Gestaltungselementen gewandelt und steht kurz vor der Fertigstellung. Von dem alten Baukörper blieben nur die Betonstützen, der Keller und Geschossdecken. Der Rest wurde komplett neu aufgebaut.
    Bis vor kurzem hieß es noch, hier entstünden "Mikro-Appartements". Eben las ich ganz aktuell, dass es nun doch ein Hotel wird.


    Bild vom Vorzustand (habe leider kein eigenes)


    Aktuelle Bilder von mir von gestern:



    Die Gestaltung mit Sockelgeschoss, Spiegelfeldern, Lisenen, Risaliten und Gesimsen hebt sich sehr wohltuend vom ansonsten allgegenwärtigen Modernismus ab. Hat fast etwas "schlossartiges". Lediglich die Lochbleche vor den Fenstern finde ich sehr störend. Optisch werden die Fenster so vom angenehmen Hoch- zum Querformat degradiert. Mir wird sich ohnehin nie erschließen, warum Architekten erst bodentiefe Fenster planen und dann einen großen Teil davon wieder mit solchen Gitterplatten verschließen. Wenn es wenigstens Milchglasscheiben wären. Dann hätte man auch gleich Brüstungen bauen können.
    Aber abgesehen davon eine ganz erhebliche Verbesserung des Straßenbildes in unmittelbarer Nähe zur Altstadt.


    Weitere Links zu dem Projekt:
    https://www.garbers-partner.de/projekte/trave-campus.html
    https://www.luebeck-places.de/…der-moislinger-allee.html

    Habe gerade eine unerfreuliche Beobachtung an dem ohnehin schon unerfreulichen Projekt des Figurentheatermuseums am Kolk gemacht, die ich hier nicht unerwähnt lassen möchte.


    Der Umbau ist seit einiger Zeit im Gange. Was ich jetzt sehen musste, lässt mir aber die Zornesröte ins Gesicht steigen:



    Wie auf dem aktuellen Foto (von mir von gestern) zu sehen ist, wurden an dem schmalen historischen Seitenanbau des gotischen Hauses Kolk 14 sämtliche alten Fenster ausgebaut und die Fassadenöffnungen vermauert (hinter dem Gerüst zu sehen). Das EG mit Kalksandstein, die OGs mit roten Ziegeln. Was soll das??? Auf den Visualierungen sind hier immer Fenster dargestellt gewesen. Ich hoffe, dass die Vermauerung nur temporär für die Bauphase sein wird - vielleicht zur Stabilisierung der Fassade während des Abrisses des direkt angrenzenden Nachbarhauses? Wenn das jedoch endgültig sein sollte, hätte man uns mal wieder für dumm verkauft. Und was sagt die Denkmalpflege dazu? Na, mal abwarten wie sich die Sache weiter entwickelt...

    Fotos vom 31.10.2019 - Teil 2


    Das beste zum Schluss: Fischstraße 17 ist nach fast 78 Jahren wieder da!!! :thumbsup:
    Dass ich so etwas in Lübeck noch erleben darf! :harfe:cheers:):applaus:



    Abb.1: Die Reko Fischstraße 17 ohne Gerüst. Die Eingangstür fehlt noch, soll aber nach meinen Informationen wunderbar werden und sehr teuer sein, bin gespannt. Neu war für mich die Dreifarbigkeit - oben sandfarben, EG mittelgrau, Sockel dunkelgrau. Daran werde ich mich aber sicher noch gewöhnen.




    Abb.2:
    Oberes Abschlussgesims im Detail. Links zu sehen eine der seitlichen Gauben direkt an der Fassade, die die äußeren Fenster ermöglichen.




    Abb.3:
    Die hohen Fenster des 1. OGs im Detail




    Abb.4:
    Das rustizierte EG im Detail.




    Abb. 5: Weil es so schön ist, die Fassade noch einmal etwas frontaler von der Alfstraße aus gesehen - leider ist die Bildqualität etwas reduziert.




    Abb.6:
    Fischstraße 17 zusammen mit der schräg gegenüberliegenden Fischstraße 16.




    Abb.7:
    Das ganze noch einmal etwas weiter herausgezoomt mit St. Petri (leider immer noch ohne den so wichtigen Dachreiter) und der Rückseite der Braunstraße. Im Vordergrund wird momentan an den Kellern von Alfstraße 21 und 23 gearbeitet.


    Alle Fotos von mir

    Fotos vom 31.10.2019 - Teil 1


    Und wieder sind ca. 6 Wochen verstrichen, daher wird es mal wieder Zeit für neue Fotos. Ich habe den gestrigen neuen Feiertag für einen Rundgang genutzt.



    Abb.1: Fischstraße 5. Das Haus ist jetzt mit Eingangstür und Sockel komplett fertiggestellt und zeigt sich ohne Bauzaun. Es sieht auf den Fotos immer etwas steriler aus als in echt, wo man die Ziegelstruktur durch die Schlämme besser sehen kann.




    Abb.2: Fischstraße 7-9. Bis auf die Eingangstür auch fertig und ohne Bauzaun.



    Abb.3: Beide Häuser nebeneinander aus der Neuen Querstraße gesehen. Farblich angenehm, auch wenn Nr. 7-9 meiner Meinung nach ein gelblicher Ton besser gestanden hätte.




    Abb.4: Und noch einmal Fischstraße 5 und 7-9 in der Schrägansicht. Gier ist die angesprochene Steinstruktur etwas besser zu erkennen. Der Flickenteppich auf dem Gehweg ist provisorisch. Nach Fertigstellung des Viertels werden die Straßen noch neu gestaltet - hoffentlich mit schöner Pflasterung.




    Abb.5: Fischstraße 16. Man ist mit der Verklinkerung bereits in der Giebelzone angelangt. Das EG war ursprünglich in behandeltem Sichtbeton geplant. Davon ist man zum Glück abgerückt. Ich bin gespannt, wie es stattdessen werden wird - auf die weißen Steine kommt ja wohl sicher noch was drauf.




    Abb.6: Fischstraße 16, Verklinkerung im Detail. Das sollte mit den gefasten Fensteröffnungen, Fenstersimsen und Formsteinen eine sehr schöne und endlich einmal eine plastische Fassade werden!




    Abb. 7: Das gleiche noch einmal im Detail. Durch die Fasen und die durch die herausstehenden Formsteine gebildeten Lisenen bekommt die Fassade mehrere "Ebenen", wie es auch bei den historischen Häusern der Fall war. Hier wird m.E. alles richtiggemacht. :thumbup:



    Abb. 8: Auch beim Kleinhaus Gerade Querstraße 3 wird nach mehrmonatigem Stillstand die Verklinkerung ausgeführt. Auch hier soll m.W.n. noch eine Schlämme-Schicht draufkommen. Wie die asymmetrischen Schrägen an Eingangstür und mittlerem OG-Fenster im Endeffekt wirken werden, wird sich noch zeigen.



    Abb.9: In der anderen Querstraße, der Einhäuschen Querstraße, hat man größeres vor. Die Baugrube wird mit riesigen Hydraulikzylindern (?) ausgesteift, um noch ein zweites Untergeschoss für die Tiefgarage ausgeben zu können, soweit ich weiß.



    Abb.10: Braunstraße 14 - EG. Vor den zu erhaltenden Restflügel der Berufsschule wird eine neue Fassade gesetzt. Auf dem Bild ist sehr interessant zu sehen, wie weit die Fassade konisch zur Straße hin vorgezogen wird, um die historischen Bauflucht wiederherzustellen. Rechts angeschnitten das gotische Haus Nr. 12.


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    Da ich zurzeit täglich am Ellerbrook zu tun habe (ich grabe seit Mai im Bereich des künftigen zweiten Bauabschnitts der "Altstadthöfe" an der Ecke Fischergrube / Ellerbrook), habe ich gestern nach Feierabend mal eine kurze Runde um den Block gemacht, um die Situation an der Böttcherstraße und am Ellerbrook im Bereich der Neuapostolischen Kirche zu zeigen (ich hoffe, ich greife Frank damit nicht vor).

    Nein, überhaupt nicht. Bilder und Texte sind hervorragend - ich hätte es nicht besser hinbekommen oder anders geschrieben, vielen Dank dafür! :thumbup: Dann spare ich mir sogar die Zeit - ich war noch nicht zum Fotografieren gekommen, habe damit also auch keine unnötige Arbeit gehabt. Außerdem habe ich hier ja nicht das Berichtsmonopol, es kann natürlich jeder posten wie er möchte.


    Interessant, dass Du an den Ausgrabungen an der Ecke Fischergrube/Ellerbrook mitarbeitest. Ich hatte vor einiger Zeit schon gesehen, dass es da - nach 10 Jahren Stillstand nun doch loszugehen scheint. Ich hoffe ich immer noch, dass der geplante ziemlich modernistische Entwurf inzwischen noch einmal in Richtung der in den letzten Jahren im Gründungsviertel gewonnen Erkenntnisse (wie baut man angepasst modern in der Lübecker Altstadt) überarbeitet wurde, befürchte aber, dass der bisherige Entwurf letztendlich kommen wird. Zumindest Satteldächer statt der Staffelgeschosse müssten es allerdings schon rein baurechtlich eigentlich sein (Stichwort "Gestaltungssatzung")!


    Dazu auch nochmal der Verweis auf meinen Artikel vom 12.11.2017 zu dem Thema.

    Hallo Däne,


    warum das Bauen in der Lübecker Altstadt seit einiger Zeit in die richtige Richtung zu laufen scheint, ist wirklich eine gute Frage. Keine Ahnung, woran das liegt. Vielleicht nicht zuletzt an der Arbeit des Gestaltungsbeirates. Die Architekten und Investoren haben dadurch offenbar inzwischen verstanden, was geht und was nicht. Vielleicht haben auch die neue Bausenatorin und der neue Bürgermeister das ihrige beigetragen. Letzterer ist dazu aber wohl noch zu kurz im Amt. Und auch die Planungen und Vorgaben für die Neubauten im Gründungsviertel haben eventuell auf andere Vorhaben abgefärbt, könnte ich mir vorstellen.


    Zu den Orgeln habe ich leider keine Informationen.


    Ja, die Zeit ist sogar überreif für den für das Stadtbild so wichtigen Dachreiter der Petrikirche. Leider aber ist Pastor Schwarze, der die Rekonstruktion vor über 10 Jahren verhinderte, obwohl das Geld da war, immer noch im Amt. Ich befürchte, bevor er in Rente geht, wird sich da nichts tun. Aber die Hoffnung habe ich noch nicht ganz aufgegeben.

    Figurentheater und -museum am Kolk


    Um die Berichterstattung der Gestaltungsbeiratssitzung vom 19.9.2019 zu komplettieren, hier noch die finale Überarbeitung des Theaterbaus des Figurentheaters am Kolk.


    Die Architekten Konermann Siegmund haben noch einige (kleinere) Veränderungen vorgenommen. Da der vorliegende Entwurf mit ihrem Siegerentwurf des Wettbewerbs aber nichts mehr zu tun hat, haben sie den neuen Entwurf zwischenzeitlich sicherheitshalber noch einmal der Jury des Wettbewerbs vorgelegt. Diese war offensichtlich damit einverstanden. Für mich heißt das, sie hätte wohl auch diesen Entwurf als Sieger gekürt. Die erneute Vorlage bei der Jury mag ja ehrenhaft gemeint sein, aber wo gibt es denn sowas, dass man nachträglich einen anderen Entwurf in einen abgeschlossenen Wettbewerb einbringt? Das hinterlässt bei mir immer noch einen merkwürdigen Beigeschmack, insbesondere im Hinblick auf die "unterlegenen" Kollegen.


    Wie auch immer, auch der Beirat hatte jetzt auch nichts mehr zu kritisieren, und nun wird das "Ding" wohl so kommen:


    Abb.1: Schnitt durch den gesamten Komplex. Beim Theaterneubau (Bildmitte) haben die Architekten unten nun ein (offenbar hängendes) Gewölbe eingezogen. Ob der merkwürdige tote Raum darüber irgendwie genutzt wird/werden kann, wurde nicht erörtert. Erinnert mich irgendwie an die Kuppel des Berliner Schlosses.




    Abb.2: Ansicht Kleine Petersgrube: Durch das Gewölbe wird die Bogenöffnung im EG bzw. UG - wie vom Beirat letztes Mal gefordert - verkleinert und seitlich auf breitere "Füße" gestellt.




    Abb.3: Vergleich der Vorversion (links) mit der jetzigen endgültigen. Neben dem Bogen wurden noch folgende Details überarbeitet:
    - Unter- und Oberteil, sowie das Dach wurden durch schmale Gesimse voneinander unterteilt.
    - Die Anzahl der Fenster wurde von 4 auf 5 erhöht und alle geöffnet. Die Fenstersimse wurde wohl leider weggelassen.
    - Der Dachbereich erhält vorne und hinten Giebel.
    - An der Seite zum Kolk wurde ein Kranausleger angebracht




    Abb.4: Ansicht Kolk. An der Giebelseite zum Kolk wurde eine große Ladeluke eingeplant. Zusammen mit dem o.g. Kran sollen hier große Requisitenteile in den Bühnenbau gehoben werden können. Es ist m.M.n. fraglich, ob man in die extrem enge Gasse überhaupt mit so großen Fahrzeugen einfahren kann. Immerhin entsteht durch Kran und Luke zumindest ein wenig die Anmutung eines Speicherhauses. Sehr positiv ist nach wie vor die Rekonstruktion des gotischen Portals beim rechten Haus. Ich würde mir da aber dann auch eine angemessene Tür wünschen. Hoffentlich ist das kein Glas da in der Visualisierung.


    Sehr schade, dass das Dach nicht noch steiler gestaltet wurde. Wenn man es genau nimmt, ist das Haus so eigentlich auch gar nicht genehmigungsfähig. Die "Gestaltungssatzung für die Lübecker Innenstadt" - geltendes Baurecht - schreibt in §11 "Dachausbildung" für den strengeren Bereich A, in dem das Grundstück liegt, bei Häusern vom "Giebeltyp" (das ist hier ja wohl der Fall) eine Dachneigung von 45° bis 65° vor. Im Entwurf messe ich aber nicht mehr als 30°. Es wäre schön, wenn man hier noch einmal etwas ändern würde, um wenigstens das Baurecht einzuhalten. Das würde dem Bau - insbesondere auch in der Ansicht vom Kirchhof aus - nochmal gut tun.


    Quellen:
    Visualisierungen Konermann Siegmund Architekten, Fotos von mir

    Neuapostolische Kirche, Böttcherstraße/Bierspünderstraße/Ellerbrook


    Man sieht es immer wieder: Dort, wo noch viel "da ist", wird Neubebauung allen Unkenrufen zum Trotz häufig deutlich stadtbildverträglicher. In Städten oder Innenstadtbereichen, die ohnehin vom Nachkriegsmodernismus entstellt wurden, wird für gewöhnlich weiter verschlimmbessert.

    Oder kurz ausgedrückt: Ist die Stadt erst ruiniert, baut sich´s völlig ungeniert! Dass es aber auch positive Ausnahmen gibt, zeigen beispielsweise Frankfurt und Dresden ganz erfreulich. Wo nichts mehr war, gibt es nun mehr Rekos als anderswo.

    Lübeck kann sich glücklich schätzen, auch wenn weniger als erwünscht rekonstruiert wird und man durchaus legitime Kritik an der Gestaltung einzelner Fassaden im Gründerviertel üben kann, ist dort in den letzten Jahren wirklich viel zum Positiven passiert, das Gründerviertel, dieser Hotelneubau und nun der Abriss des Karstadts? Von so etwas können viele Städte nur träumen!

    Ja, momentan entsteht in Lübeck offenbar eine richtige Welle an Stadtreparaturen, was mich momentan sehr positiv stimmt. In der Gestaltungsbeiratssitzung am 19.9.2019 wurde nämlich noch ein weiteres geplantes Projekt, ähnlich wie das von Karstadt Sport, vorgestellt, das die momentan städtebaulich sehr unbefriedigende Situation an Böttcherstraße, Bierspünderstraße und der Straße Ellerbrook in der nordwestlichen Altstadt in der Nähe der Fischergrube heilen soll.


    Auch in diesem Bereich tobte der Bombenkrieg und riss große Lücken in die historische Blockbebauung. Betroffen waren neben den großen Häusern an der nahen Fischergrube vor allem auch die Kleinhäuser in der Böttcherstraße und dem Ellerbrook, sowie die Gangbebauung im Blockbinnenbereich.


    Nach dem Krieg kaufte die Neuapostolische Gemeinde große Teile des Baublocks und errichtete dort ihre Kirche. Leider wurde dabei der historische Stadtgrundriss komplett missachtet und die Kirche ziemlich willkürlich mitten auf das Grundstück "gepflanzt". Dadurch wurde ein Wiederherstellung der historischen Straßenverläufe verunmöglicht. Zudem wurde als Verbindung zwischen Böttcherstraße und Ellerbrook die neue Bierspünderstraße angelegt, die ihren Namen von einem vormals dort liegenden Wohngang erhielt. Diese eigentlich überflüssige Straße wird heute hauptsächlich zum Parken genutzt.


    Die Stadtreparatur wird nun möglich, weil die Neuapostolische Gemeinde den jetzigen Kirchenbau aufgeben und sich verkleinern möchte. Die Kirche ist für die schrumpfende Gemeinde zu groß geworden und zudem wohl stark sanierungsbedürftig. Man möchte auf dem Grundstück daher einen kleineren Kirchenbau und Wohnbebauung zwecks Mieteinnahmen errichten.


    So, nach dem ganzen Erläuterungen kommen natürlich auch Bilder. Da ich gerade keine eigenen Fotos zu Hand habe (ich reiche irgendwann mal welche nach), wird @Apollo wohl nichts dagegen haben, dass ich zwei aus seinen Berichten im Strang Lübeck (Galerie) verwende:




    Abb.1: Die Neuapostolische Kirche - im Vordergrund die zugeparkte Bierspünderstraße (Foto: Apollo).
    Diese Kirche ist eigentlich kein schlechter Bau, steht aber völlig verquer auf dem historischen Stadtgrundriss und soll nun weichen.




    Abb.2: Der Blick etwas weiter nach links gedreht: Die Reste der historischen, im Kern mittelalterlichen Bebauung an der Böttcherstraße - in diesem Teil sehr schön saniert. Rechts biegt die Bierspünderstraße ein. Im Hintergrund sieht man die Fischergrube. (Foto: Apollo)



    Die weiteren Bilder habe ich in der Sitzung des Gestaltungsbeirats aus dem Vortrag des Architekturbüros Riemann selbst fotografiert:



    Abb.3: Das betreffende Gebiet, Ansicht von oben. Unten die Beckergrube, oben die Fischergrube. Das Grundstück mit Kirche und Bierspünderstraße habe rot umrandet.



    Abb.4: Das Gebiet in Schrägansicht von Westen. Hier wird die Situation deutlicher: Die fehlende Bebauung an Böttcherstraße (unten) und Ellerbrook (oben) kann durch die alles blockierende Lage der Kirche und die Bierspünderstraße nicht wiederhergestellt werden. Das Gebiet wirkt wie eine städtebauliche Brache. Die rote Umrandung ist wieder von mir.



    Abb.5: Die Situation noch deutlicher im Katasterplan. Ein Problem ist noch der Garagenhof auf der Parzelle 35/7, für den die Zufahrt garantiert werden muss (wohl dann vom Ellerbrook aus am Spielplatz vorbei). Letzterer soll - als einer der wenigen in der Altstadt bestehen bleiben. Das ist für die Kinder natürlich schön, aus städtebaulicher Sicht aber ein großes Manko. Schöner wären eine durchgehende Bebauung am Ellerbrook und ein Spielplatz im Innenhof. Vielleicht findet sich da ja noch eine Lösung...




    Abb.6: Zum Vergleich der historische Katasterplan des Gebiets. Schwarz ist die noch erhaltene mittelalterliche Bausubstanz. Weiß die im Krieg zerstörte und die Bauten ab Ende des 19.Jhdts. Gelb ist der ehemalige Bierspündergang eingezeichnet, in Rot ehemalige wichtige Gebäude: Links die gotische Clemenskirche, die leider 1899 abgerissen wurde und rechts die Aktienbrauerei, von der mir kein Foto bekannt ist.




    Abb.7: Nun kommen wir zu den Studien des Architekturbüros Riemann. Es wurden mehrere Varianten gezeigt, die sich aber im wesentlichen in der Innenhofbebauung unterschieden. Links an der Böttcherstaße und im Binnenhof entsteht Wohnbebauung (z.T. kleine Einfamilienhäuser); rechts am Ellerbrook bleibt die kirchliche Nutzung. Das große Gebäude soll den Kirchensaal enthalten.




    Abb.8: Visualisierung der Planung. Es handelt sich hier nur um eine Studie und noch keine Architekturentwürfe.




    Abb.9: Abwicklung am Ellerbrook, in Root die Neubebauung. Oben die Ostseite, unten die Westseite der Straße. Unten links die drei großen, mittlerweile die ganze Straße überspannenden Platanen gehören zum Spielplatz.




    Abb.10: Abwicklung an der Böttcherstraße (oben West-, unten Ostseite). Diese Straße kann erfreulicherweise komplett wieder geschlossen werden. Oben an der Stelle dieses großen Solitärs stand einst die gotische Clemenskirche. ;(



    Meine Meinung: Eine weitere sehr erfreuliche Entwicklung in Sachen Stadtreparatur in der Lübecker Altstadt. Mir gefällt diese Studie sehr gut, und ich hoffe, dass sie annähernd so umgesetzt werden kann! :thumbup:
    Natürlich muss dann auch die Architektur stimmen, aber da mache ich mir bei Riemann keine großen Sorgen.



    Der Gestaltungbeirat hatte dann noch die folgenden Anmerkungen: Das Kirchengebäude sollte auffällig gestaltet und deutlich als solches zu erkennen sein. Meinetwegen. Dann kam aber noch der Wunsch auf, dieses Gebäude nicht längs, sondern quer zum Ellerbrook zu stellen, damit die lange Seite am bleibenden Spielplatz liegt und hier ein Platz entstehenden könne. Da war es wieder: Frau Barz-Malfatti scheint eine glühende Anhängerin solcher "Plätze" (siehe obigen Bericht zu Karstadt) zu sein. :kopfschuetteln:
    Ich kann wirklich nicht nachvollziehen, warum man einerseits eine Stadtreparatur erreichen möchte, dann aber die ahistorischen "Brüche" wie den Spielplatz mit der falschen Stellung von Neubauten manifestieren will und damit eine zukünftige weitere Reparatur verhindert. Genau das ist ja mit der jetzt bestehenden Kirche auch passiert. Vielleicht bleibt der Spielplatz ja doch nicht ewig in dieser Form bestehen, und dann hat man ein Problem, wenn die Kirche "quersteht".


    Ich hoffe daher, dass sich Bauherr und Architekt hier nicht beirren lassen und an der bisherigen Planung festhalten.


    Quellen:
    Abb. 1+2: Apollo
    Abb. 3-10: Riemann Gesellschaft von Architekten, fotografiert von mir

    "Karstadt-Sport" momentane Situation


    Abb.1: "Karstadt sports", Ansicht Holstenstraße. Der Investor möchte das offene EG zum Glück wieder schließen und damit die historische Bauflucht wiederherstellen.




    Abb.2: Die beschriebene sinnlose ahistorische und zugige Lücke, die laut Studie leider bleibt, weil der Streifen nicht mehr zum Grundstück gehört. Ich hoffe, dass sich hier noch eine bessere Lösung findet.




    Abb.3: An der Holstenstraße ein wildes Sammelsurium aus gotischer Kirche, Baulücke. Jugendstil und 60-Jahre-Bausünde. Es wäre schön, wenn auch die links zu sehende Bombenlücke endlich mal geschlossen werden könnte. Dabei darf man dann gerne das im EG zu sehende noch vorhanden Jugendstilornament des zerstörten Hauses erhalten! Ehrlich gesagt ist es mir unerklärlich, wie man ein Grundstück in 1a-Lage über viele Jahrzehnte hinweg fast unbebaut lassen kann. Genau gegenüber, an der Ecke zur Lederstraße gibt es noch so einen Fall.




    Abb.4: Blick von der Holstenstraße in die Gasse "Kolk". Rechts Karstadt Sport. Der Neubau wird wohl/hoffentlich bis an die im Pflaster zu sehende Linie heranrücken. Hinten die Häuser des Figurentheatermuseums. Die Straße ist dort wegen des beginnenden Umbaus bereits abgesperrt.




    Abb.5: Blick durch den Kolk von der Ecke Pagönnienstraße in Richtung Holstenstraße. Rechts die mächtige Stützmauer des einige Meter höher gelegenen Pertikirchhofs. Links Karstadt Sport, ganz hinten ist noch der Neubau Alfstraße 27 im Gründungsviertel zu sehen.




    Abb.6: Blick vom Kolk in die Pagönnienstraße in Richtung Obertrave. Links noch die historische Bebauung, rechts Karstadt Sport mit einer Hinterhofsituation der übelsten Sorte - und das mitten im historischen Weltkulturerbe. Auch hier wird die Neubebauung wohl bis zu der Linie im Pflaster heranrücken. Zu der historischen Straßenflucht wird da dann aber immer noch ein guter Meter fehlen.




    Abb.7: Blick auf die Rückseite von Karstadt Sport von der Pagönnienstraße aus gesehen. Wie @Däne schrieb, ist das wohl tatsächlich die schlimmste noch existierende Bausünde in der Lübecker Altstadt. Wer wollte da widersprechen?



    Abb.8: Ähnlicher Blick mit St. Petri und historischer Südseite der Pagönnienstraße


    Alle Fotos von mir vom 19.9.2019

    Entwicklung "Karstadt Sport"


    In der Gestaltungsbeiratssitzung am 19.9.2019 wurde eine erste Studie zur Neubebauung des Karstadt-Sport-Grundstücks zwischen Holstenstraße, Kolk und Pagönnienstraße vorgestellt. Um es vorwegzunehmen: Eine sehr erfreuliche Entwicklung in Richtung Stadtreparatur!


    Der Investor, die Procom Invest GmbH aus Hamburg wartete mit der Einstellung auf, dass ihm hier die behutsame Stadtreparatur das wichtigste sei. Man wolle daher bei der Neubebauung Bezug nehmen auf die noch vorhandene umgebende historische Bebauung, sowie sich an den historischen Stadtgrundriss annähern und die aufgeweiteten Gassen Kolk und Pagönnienstraße wieder soweit möglich zurückbauen. Die Nutzung stehe noch nicht fest, dabei wolle man sich nach dem richten, was in der zu beschließenden Neubau-Kubatur möglich sein wird. Eine Einstellung, die man von einem normalerweise auf Gewinnmaximierung bedachten Investoren nicht kennt, und die mir daher zunächst suspekt bzw. unglaubwürdig vorkam. Die dann von den Architekten Peter+Paschen vorgestellte hervorragende Studie räumte mein Vorurteil dann aber gänzlich aus.


    Hier einige der Folien aus der Sitzung:



    Abb.1: Studie Karstadt Sport (Peter + Paschen GmbH), Ansicht Holstenstraße




    Abb.2: Studie Karstadt Sport (Peter + Paschen GmbH), Ansicht Kolk. Links ein Teil des Komplexes des Figurentheatermuseums, das in Kürze um- bzw. neugebaut wird - das ganz linke Haus wird abgerissen und durch einen monolithischen Theaterbau ersetzt - ich berichtete weiter oben. Ganz rechts im Anschnitt ist das berühmte Holstentor zu sehen.




    Abb.3: Studie Karstadt Sport (Peter + Paschen GmbH), Ansicht Pagönnienstraße. Rechts im Anschnitt die mächtige backsteinerne Stützmauer vor der Petrikirche, ganz links die Häuser an der Obertrave.




    Abb.4: Studie Karstadt Sport (Peter + Paschen GmbH), Schrägansichten. Links von Südost, rechts von Nordwest. Die Neubebauung passt sich sehr gut in die historische Struktur ein.




    Abb.5: Studie Karstadt Sport (Peter + Paschen GmbH), Draufsicht.


    Es gibt aber auch bei dieser hervorragenden Planung ein paar Kritikpunkte: Der momentane Grundstückszuschnitt (leider etwas schlecht zu erkennen an der rot gestrichelten Linie) lässt eine vollständige Stadtreparatur leider nicht zu: Zum gründerzeitlichen Nachbarhaus an der Holstenstraße klafft eine wohl knapp 2m breite Lücke. Wann und warum dieser Streifen dem Nachbargrundstück zugeschlagen wurde, ist mir unbekannt - es kann erst nach 1965 gewesen sein. Es wäre schön, wenn man diesen Streifen noch zusätzlich wieder erwerben könnte, um den Neubau direkt an das Nachbarhaus anschließen zu können und die unschöne ahistorische und zugige Lücke im Blockrand zu beseitigen. Falls hier irgendwelche Wegerechte existieren sollten, könnte man ja im EG einen Durchgang schaffen. Allerdings glaube ich das nicht, da die Lücke seit jeher mit einem hohen, dichten Zaun verschlossen ist - ich habe da noch nie jemanden durchgehen sehen.
    Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass - dem momentanen Grundstückszuschnitt geschuldet - die Krümmung der Straße Kolk nicht wieder aufgenommen werden kann. Und nicht zuletzt bleibt im unteren Bereich der Pagönnienstraße eine Lücke zur Erschließung des Neubaukomplexes. Aber das ist jetzt "Jammern auf hohem Niveau".


    Weitere Informationen: An der Höhe der Neubauten orientierte man sich jeweils an der noch vorhandenen historischen Bebauung an den Ecken. Dem Beirat ist das aber insbesondere in der Pagönnienstraße zu hoch, da die Eckgebäude höher als die Häuser in der Mitte sind. zudem sollte die Bebauung in Kolk und Pagönnienstraße wie die gegenüberliegenden historischen Häuser traufständig sein. So viele Giebel hätten hier keine Begründung. Und auch an der Holstenstraße wäre ein länglicher traufständiger Riegel, wie das vormalige Jugendstil-Kaufhaus evtl. besser...


    Frau Prof. Barz-Malfatti regte noch an, an der Ecke Kolk/Pagönnienstraße doch einen kleinen Platz entstehen zu lassen. Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Die Straßen sind da - wie oben beschrieben - ohnehin schon zu breit. Durch eine zusätzliche Aufweitung wird die geplante Stadtreparatur unterlaufen. Die mittelalterliche Stadt bestand nun einmal aus einem Gegensatz von vielen engen Gassen und nur einigen wenigen freien Plätzen. Kleine Plätze an jeder Ecke, die die Blockkanten/-ecken auflösen, helfen da nun wirklich nicht weiter.


    Alles in allem aber eine sehr gute Sache, besonders, wenn man den jetzigen katastrophalen Zustand des Bereichs kennt. Ich poste gleich einen weiteren Beitrag mit Fotos dazu, da man ja nicht mehr als 10 an einen anhängen kann. Ich bin sehr gespannt, wie es hier weitergeht.



    Alle Fotos von mir

    Gestaltungsbeirat am 19.9.2019


    Heute war nach über einem halben Jahr (der letzte Termin war ja ausgefallen) wieder Gestaltungsbeiratssitzung.


    Aus dem Gründungsviertel wurde der nunmehr dritte Entwurf seit Beginn des Projekts Gründungsviertel für das Haus Alfstraße 25 vorgestellt:



    Abb.1: Alfstraße 25, Straßenfassade. Entwurf: Architekt Alexander Thomass.



    Abb.2: Alfstraße 25, Detail- und Gesamtvisualierung. Entwurf: Architekt Alexander Thomass.



    Beschreibung: Die Fassade weist einen kleinstufigen Staffelgiebel auf und ist in der Fläche quasi "gefaltet". Diese Faltung soll die für alte Lübecker Häuser typischen Hochblenden zitieren. Das EG soll verputzt werden. Im 1. und 2. OG sind jeweils zwei der bodentiefen Fenster als kleine Erker ausgebildet, um als Bewohner vor die Fassade treten und den Blick einerseits zur Marienkirche und andererseits zur Trave genießen zu können. Die Fenster sollen komplett ungeteilt und selbst die Rahmen möglichst nicht zu sehen sein.



    Die Meinung des Beirats:


    - Es soll geprüft werden, ob das EG unbedingt die 4-Achsigkeit der OGs aufnehmen muss oder ob nicht eine andere Gliederung (z.B. 3 Öffnungen) besser wäre.
    - Im 3. OG ist der Abstand und damit die Wandfläche zwischen den beiden Fenstern zu groß. Es soll geprüft werden, ob nicht eine engere Faltung, sprich doppelt so viele Falten sinnvoller wäre, um eine größere Flexibilität bei den Fensterpositionen zu bekommen. Zudem hätten dann die 8 Giebelstaffeln auch ihre Berechtigung (=eine Falte pro Stufe).
    - Die Fenstererker und Faltung hebeln sich aus. Evtl. soll eine andere Oberfläche der Fassade geprüft werden.
    - Die asymmetrisch angeordneten Fenstererker wären symmetrisch besser - sähen sonst aus wie beliebig angehaltene "Fahrstuhlkabinen"



    Meine Meinung:


    Zunächst mal das Positive: Man kann sich bei diesem Entwurf nicht über mangelnde Plastizität, die wir bei den meisten anderen Entwürfen so vermissen, nicht beschweren. Das Thema Hochblenden über die Fassadenfaltung modern aufzunehmen, gefällt mir sehr gut. Vielleicht wäre tatsächlich eine engere Faltung noch besser/feiner. Auch den Staffelgiebel finde ich grundsätzlich gut, er hat mir aber dann doch deutlich zu viele Staffeln. Bei der momentanen Faltung würde mir eine Stufe pro Falte reichen. Die auf der Visualisierung zu sehende Materialität macht einen sehr guten und passenden Eindruck.


    Jetzt muss ich aber auch zu den Punkten kommen, die mir nicht gefallen - auch auf die Gefahr hin, es mir mit @Tobias_HH zu verscherzen:
    Was gar nicht geht, sind leider die vorstehenden Fenstererker. Diese von Häusern wie dem klinkerexpressionistischen Kaufhaus am Klingenberg von 1929/30 oder einem Haus mit dort sehr störenden ähnlichen Fenstern aus der Nachkriegszeit am Koberg oder von noch moderneren Häusern als typisch für alte Lübecker Häuser abzuleiten - wie man es laut Vortrag offenbar gemacht hat, ist natürlich vollkommen falsch. Dieses Motiv gibt es schlichtweg an alten Lübecker Häusern nicht. Unverständlich ist mir daher auch, dass der Beirat vor längerer Zeit etwas ähnliches beim Erstentwurf des Hauses Alfstraße 19 schlichtweg abgelehnt hatte, das jetzt aber offenbar geht.
    Es wäre schön, wenn auf die Fenstererker verzichtet werden könnte. Das würde m.E. keine große Qualitätseinbuße für die Wohnungen bedeuten (man steht ja nicht jahrelang ständig am Fenster und guckt zur Kirche, wahrscheinlich werden die Leute sowieso Gardinen oder Vorhänge reinhängen), aber eine deutliche Verbesserung für das Straßenbild. Auch dass die Fenster bodentief sein und keinerlei Teilung aufweisen sollen, ist aus der Historie kaum zu begründen.
    Zudem bin ich wie der Beirat über das fehlende mittige Fenster im 3. OG unglücklich. Vielleicht gelingt es ja noch, die wohl dort liegenden Innenwand so zu verschieben, dass hier ein Fenster eingefügt werden kann.


    So, das war´s eigentlich auch schon mit meiner Kritik, die sich hauptsächlich auf die Befensterung bezieht.


    Edit: Doch noch ein Nachtrag - mir fiel gerade noch was auf: Die Faltung das Fassade soll ja die Hochblenden zitieren, was ich positiv finde. Die Hochblenden fingen allerdings nie am Boden an, sondern entweder über dem EG, oder oft aber auch erst über dem sog. Unterboden, also im Dachbereich. Als Konsequenz ergibt sich daraus, dass das EG eigentlich nicht gefaltet sein dürfte. Es wäre schön, wenn man über ein planes EG nachdenken könnte, das zudem bis unter die Unterkante der Fenster im 1. OG reichen würde. Ich denke, das würde die Proportionen und die Anmutung der Fassade nochmals verbessern.



    Morgen Vormittag ist noch die Begutachtung einiger Fassadenproben auf der Baustelle. Davon werde ich leider nicht berichten können, da ich über´s Wochenende nicht da bin.


    Über die weiteren Themen aus der Sitzung werde ich dann nächste Woche im Strang "Lübeck" berichten.



    Zum Abschluss noch einige frische Bilder aus dem Viertel von vorhin:


    Abb.3: Auch Fischstraße 7-9 (rechts) ist nun ausgerüstet). Ich gebe zu, dass das eigentlich nicht schlechte Haus trotz Rustizierung, Gesimsen, Spiegelfeldern und Mansarddach relativ steril wirkt. Dazu tragen wohl die Größe und die fast weiße Farbe bei. Ein gelblicher Ton wäre evtl. angebrachter gewesen. Ein flaches Giebeldreieck auf dem Mittelrisaliten hätte - wie beim zitierten Vorgängerbau wohl auch Wunder gewirkt. Vielleicht bringt ja etwas Patina dann eine Verbesserung.




    Abb.4: Alfstraße im Abendlicht



    Abb.5: Rückseiten der Alfstraßen-Häuser



    Abb.6: Abendlicher Zweikirchenblick mit Fischstraße (Mitte) und Rückseite der Braunstraße (rechts)


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