Posts by frank1204

    wenn in Lübeck dereinst auch alles fertig sein wird. Auf wann wird dieses Datum avisiert?

    Diese Frage hatte ich überlesen. Eigentlich hätte ursprünglich ungefähr jetzt alles fertig sein und im nächsten Jahr der Straßenbau beginnen sollen. Mittlerweile gebe ich auf Terminangaben nichts mehr - und habe auch schon länger keine mehr gelesen oder gehört. Offenbar läuft das Projekt mittlerweile nach der Devise: "Es ist fertig, wenn es fertig ist". Ich glaube, es wurden noch nicht einmal alle Grundstücke wieder vergeben, bei denen Bauherren abgesprungen sind. Zumindest war das mein letzter Stand von vor Corona.

    Dein Gefühl, dass hier irgendetwas nicht normal ist, trügt Dich nicht. Dennoch ist die Fassade (im wesentlichen) das gotische Original aus dem 15. Jahrhundert. Bis auf eine Sache: Es liegt hier tatsächlich eine Sonderform vor. Wohl aufgrund der geringen Hausbreite von nur 6m hat man darauf verzichtet, die mittlere Hochblende nach oben als Staffel hinauszuziehen, wie man es eigentlich erwarten würde - daher Deine Irritation. Die drei gleich hohen Hochblenden sind im Original erhalten, wodurch klar wird, dass es sich hier ursprünglich um einen gerade abgeschlossenen Schildgiebel gehandelt hat. Eine weitere Sonderform des gotischen Giebels, die im Gegensatz zu Braunstraße 12 insbesondere bei sehr breiten Fassaden auftritt, ist die "Monumentalform". Auch hier werden mehrere Hochblenden statt nur einer bis zum First hochgezogen, meist die mittleren drei von insgesamt sieben. Als prominenteste Beispiele seien hier Fischstraße 19 und Alfstraße 11 genannt (siehe Bilder unten).


    Im Buch "Das Bürgerhaus in Lübeck" von Hans Hübler (1968) sind auf Seite 26 zwei Zeichungen mit möglichen Ursprungszuständen des Giebels Braunstraße 12 abgebildet: Die eine Variante zeigt einen horizontalen Abschluss einige Steinreihen über den Bogenspitzen (die Abschlüsse der gotischen Giebel lagen niemals direkt auf den Hochblenden). Die zweite, sehr interessante Variante zeigt denselben Abschluss, allerdings mit einer Bekrönung durch vier ca. einen Meter hohe Zinnen. Dass es in früher Zeit gerade abgeschlossene zinnenbekrönte Fassaden in Lübeck gegeben haben muss (von denen allerdings keine mehr vorhanden ist), zeigt die monumentale Stadtansicht Elias Diebels von 1552.


    Die heute vorhandenen Giebelstaffeln wurden laut Hübler wahrscheinlich zur Zeit der Renaissance hinzugefügt. Warum im 1. OG die Entlastungsbögen fehlen und ob sich das Portal im bauzeitlichen Originalzustand befindet, vermag ich leider nicht zu sagen. Auf diesem Foto aus der Zeit kurz nach 1900 sieht die Fassade so aus:


    Braunstraße 24-10 kurz nach 1900. Quelle: Bildindex.de, vermutlich gemeinfrei.



    Gotische Monumentalgiebel - mehrere Hochblenden auf Firsthöhe mit geradem Abschluss:

    Fischstraße 19 (hätten wir u.U. wiederhaben können, wenn sich die Denkmalpflege nicht quergestellt hätte), vor 1908. Quelle: Wikipedia, vermutlich gemeinfrei.


    Alfstraße 11 (Parzelle heute durch das Studentenwohnheim belegt), 1908. Quelle: Wikipedia, vermutlich gemeinfrei.

    Fotos vom 20.09.2020 - Teil 2


    Weiter geht es wie angekündigt mit der Fischstraße:


    Abb.1: Fischstraße 18. Die Verklinkerung wurde fertiggestellt. Durch das Gerüst ist leider nicht so viel davon zu sehen, daher folgen - so gut es geht - Detailbilder.



    Abb.2: Fischstraße 18, Verklinkerung im 1. OG. Rechts oben beispielhaft der Ansatz eines Rundbogens über dem Fenster.



    Abb.3: Fischstraße 18, Rundbogen des mehrstufigen Portals. Man hat sich mit der Verklinkerung wirklich große Mühe gegeben. Das wird nach dem Verfugen wohl sehr ansprechend aussehen. Wie schon gesagt finde ich es allerdings schade, dass man ein so schönes Portal um eine so mickrige Eingangstür mauert. Wäre diese breiter und höher gewesen, hätte das ganze richtig eindrucksvoll werden können.



    Abb.4: Fischstraße 18, oberer Abschluss - leider etwas unscharf. Der Giebel steht bei diesem Haus wohl weiter über den First über als bei allen anderen.



    Abb.5: Zum ersten Mal kann ich ein Bild der in Bau befindlichen Häuser Fischstraße 19 (es wird ja immerhin ein Erinnerungsbau, nachdem es mit der früh angedachten Reko leider nicht klappte) und 21 zeigen. Bei Nr. 19 arbeitet man am 1. OG, bei Nr. 21 am 2. OG. Links angeschitten die Reko Nr. 17. Die Abfolge in den EGs wirkt aus dieser Perspektive schon jetzt sehr altstadttauglich wie ich finde.



    Abb.6: Fischstraße 24. Der Giebelumriss ist inzwischen vollständig, und das Dach ist drauf. Das wird in meinen Augen sehr schön werden und sieht schon jetzt viel mehr nach dem historischen Vorgängerbau aus als ich erwartet hätte. Schade finde ich wie gesagt nur die Reduzierung der Fensterzahl unterhalb des obersten Fensters von 3 schmaleren auf 2 breitere, die kaum noch hochformatig sind. Das ist einmal ein Haus von der Art, wie ich es mir in größerer Zahl gewünscht hätte (wenn schon nicht mehr Rekos möglich waren). Das historische Haus wird nachempfunden, aber es wird trotzdem modern.



    Abb.7: Fischstraße 24 noch einmal frontaler gesehen.



    Abb.8: Blick von den Querstraßen die Fischstraße hinauf. Hier brummt es jetzt richtig. Die Straße entsteht! Momentan sind hier 7 Häuser in Bau!



    Abb.9: Auch auf diesem Bild ist jede Menge zu sehen: Ganz links Fischstraße 28, rechts daneben die Rückseiten von Alfstraße 23 und 21 (bei letzterem ist immerhin schon ein Sparrendreieck des Dachstuhlt aufgerichtet). Weiter nach rechts Fischstraße 24, rechts daneben die Rückseite von Alfstraße 17, rechts daneben vorne die Rückseite von Fischstraße 21. Darüber die Giebel von Fischstraße 18 und 16, ganz rechts Fischstraße 17.

    Bei der Baugrube des Investorengrundstücks im Vordergrund ist man offenbar endlich mit dem Aushub fertig. Es wird momentan neuer Kies - wohl als Unterlage für das Fundament eingefüllt.



    Abb.10: Zum Abschluss die ganze Szenerie noch einmal etwas weiter nach Osten geschwenkt - mit St. Marienkirche. Wie ich gerade sehe, ist im oberen Bereich des Südturms tatsächlich ein Teil des seit 7 Jahren vorhandenen Gerüsts abgebaut worden. Unglaublich!!!


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    Fotos vom 20.09.2020 - Teil 1


    Nach 4 Wochen kommt hier wieder ein Schwung aktueller Bilder in zwei Teilen:


    Los geht es in der Braunstraße:


    Abb.1: Braunstraße 18. Hier handelt es sich um einen Enwurf, der sich an das hier ehemals stehende historische Haus klassizistischer Prägung anlehnt.



    Abb.2: Braunstraße 14. Das Dach wurde inzwischen fertiggestellt. An der Fassade hat sich allerdings länger nichts getan, es fehlt nach wie vor die abschließende Putzschicht. Auch dieses Haus ähnelt seinem Vorgängerbau grob.



    Abb.3: Braunstraße 12 und 14 in Verbindung - der Übergang von historischer zu neuer Bebauung.



    Abb.4: Die Rückseiten der Braunstraße von der Fischstraße aus gesehen. Als Vorgriff auf die im zweiten Teil dieser Bilderserie folgende Fischstraße: Auch bei Fischstraße 13 wurde mit dem Bau begonnen. Im Vordergrund sind die vor ein paar Tagen gestellten Kellerwände zu sehen.



    Abb.5: Rechts neben der Baugrube an der Brandwand von Nr. 17 steht die Fassadenprobe für Fischstraße 13. Dieses Haus wird ja historisierend und mit Treppengiebel gebaut werden. Die Fenster werden offenbar ähnlich aussehen wie die der Reko Nr. 17. Mich wundert, dass die Fassade nun offenbar doch hell geschlämmt wird. Ich war bei der dunklen Farbe auf der Visialiserung bisher davon ausgegangen, dass sie steinsichtig sein würde.


    Nach der kurzen Exkursion zur Fischstraße nun der Wechsel zur Alfstraße:


    Abb.6: Die Giebelabfolge der Neubauten der letzten 15 Jahre. Ganz links der westliche Teil des Ulrich-Gabler-Hauses, dann das Internationale Studentenwohnheim, danach folgend die Neubauten des Gründungsviertel-Projekts ab Nr. 13. Eingerüstet hinten: Die Nummern 21 und 23. Nr. 21 ist mit seinem Treppengiebel das größte Haus der Reihe und bringt mit der anderen Giebelform wenigstens ein klein wenig Abwechslung in die ansonsten hier herrschende Langeweile hinein. Deutlich besser als die Berufsschulen ist es aber allemal!

    Kleine Zusatzinfo: Der hinten zu sehende Kirchturm gehört übrigens zur 1900 eingeweihten neugotischen Kirche St. Lorenz, die direkt hinter dem Hauptbahnhof liegt und eine ältere, kleinere Kirche von 1664 ersetzte.



    Abb.7: Gesamtansicht der Alfstraße nach Westen. Trotz der unpassenden Nachkriegsbebauung auf der rechten Seite hat die Straße nun doch - zumindest in Teilen - eine gewisse Enge bekommen. Die historische Bauflucht lag allerdings ungefähr auf dem Kanstein rechts neben dem Parkstreifen, der ursprünglich seinerseits der Fußweg vor den Häusern war.



    Abb.8: Alfstraße 21 und 23. Beide Fassaden habe inzwischen ihre vollständige Höhe erreicht.



    Abb.9: Alfstraße 23. Hier ist die Verklinkerung in voller Höhe fertig. Die Fenster folgen wohl bald. Reißt mich ähnlich wie die Häuser Nr. 13, 15 und 17 nicht vom Hocker. Positiv aber die von unten nach oben immer kleiner werdenden Fenster und die Steinfarbe. Soweit mir bekannt ist, soll es steinsichtig bleiben.



    Abb.10: Als Überleitung zum in Kürze folgenden zweiten Teil: Die Rückseiten der Fischstraße von der Ecke Alfstraße/Gerade Querstraße aus gesehen. Ganz links das Studentenwohnheim, dann folgend die fast fertige Nr. 16, dann mit dem noch offen Dachstuhl Nr. 18, mittig der riesige Erinnerungsbau Nr. 24 und ganz rechts das ehemalige Eckhaus zur ebenso ehemaligen Krummen Querstraße, Nr. 28.


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    Fotos vom 23.8.2020


    Hier schon wieder ein paar aktuelle Fotos. Von den Giebeln Fischstraße 18 und 24 ist jetzt mehr zu sehen:


    Abb.1: Fischstraße 24. Ein weiteres Betonelement wurde aufgesetzt. Jetzt fehlt darüber nur noch das alles bekrönende Giebeldreieck.



    Abb.2: Fischstraße 24 frontal.



    Abb.3: Fischstraße 18. Der Betonkern des Giebels ist jetzt fertig. Vom Umriss her sehr gefällig (abgeschweifter Treppengiebel), aber leider hat man die Riesenfenster tatsächlich bis nach ganz oben durchgezogen.



    Abb.4: Fischstraße 18, oberer Teil des Giebels. Im Vordergrund die Rückseite von Nr. 21.



    Abb.5: Die oberen Giebelteile von Fischstraße 18 und 16. Eine schöne Abfolge, man könnte schon fast "Ensemble" dazu sagen.



    Abb.6: Fischstraße 18, mittlerer Teil. Die großen Fenster werden durch den Überstand der Verblendung zumindest ein wenig kleiner.



    Abb.7: Übergang vom Großblock Studentenwohnheim zur jetzigen parzellierten/kleinteiligen Bebauung. Man erkennt, welch großer Fortschritt hier innerhalb weniger Jahre in der Art der Bebauung stattgefunden hat. Schade, dass man die seit dem Krieg unbebauten fünf Parzellen des Studentenwohnheims nicht die wenigen Jahre länger freigehalten und in das GV-Projekt mit einbezogen hat.


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    Ja, besser ist der neue Entwurf auf jeden Fall. Das ist aber auch nicht schwer. Er ist allerdings unschönerweise auch viel höher - ganze 5 Stockwerke mehr, wenn ich richtig gezählt habe.


    Und neu ist an dem Entwurf leider nicht viel - der Architekt hat schlicht bei sich selbst abgekupfert, siehe hier. Steht bei mir um die Ecke, daher fiel mir das sofort auf.

    Fotos vom 16.8.2020


    Und schon wieder neue Fotos. In den letzten zwei Wochen haben sich einige interessante Neuerungen ergeben. Thema: "Rundungen". :smile:


    Abb.1: Bevor wir zu den Rundungen in der Fischstraße kommen, noch ein kurzer Abstecher zu Braunstraße 14. Zu sehen ist hier offenbar eine Gesimsprobe oberhalb des EG. Keine Ahnung, was das für ein Material ist...?



    Abb.2: Ist mir heute erst aufgefallen - interessantes Detail am Übergang zwischen Braunstraße 12 und 14: Unten sind beide Fassaden bündig, aber oben steht Nr. 14 einige cm vor. Ein untrügliches Zeichen dafür dass die gotische Fassade Nr. 12 schief ist.



    Abb.3: Jetzt zu den Rundungen: Bei Fischstraße 24 ist der untere Teil des dem historischen Vorbild nachempfundenen Giebels da. Offenbar handelt es sich um Betonfertigteile von gewichtsparender geringer Dicke.



    Abb.4: Fischstraße 24, Frontalansicht. Leider hat man im Giebel aus den drei kleineren Fenstern des Erstentwurfs zwei etwas größere gemacht, was ich etwas schade finde.



    Abb.5: Auch Fischstraße 18 zeigt erste Rundungen eines Schweifgiebels. Auch diese sehen nach vorgefertigten Betonteilen aus, während oben, erkennbar an der Verschalung, offenbar gegossen wird.



    Abb.6: In der Fischstraße entsteht langsam eine sehr interessante und abwechslungsreiche Reihung unterschiedlicher Giebelformen und damit genau das, was wir in den beiden anderen, eher langweiligen Straßen bisher vermisst haben! :thumbup:



    Abb.7: Noch einmal eine geringfügig andere Perspektive. Hier sieht man rechts neben dem roten Container die Rückseite von Fischstraße 21, ebenfalls mit Rundung über der Tür zum Innenhof.



    Abb.8: Fischstraße 18, Gesamtansicht der Fassade. Vielleicht gewöhne ich mich ja noch an die von mir so scharf kritisierten großen Fenster.



    Abb.9: Fischstraße 18, Erdgeschoss. Ich finde die wilde Anordnung von schön großem "Dornsenfenster", etwas zu kleinem Eingangsportal und viel zu kleinem rechten Fenster mit der merkwürdigen bauchigen Brüstung - sagen wir mal - gewöhnungsbedürftig. Aber vielleicht gewöhne ich mich auch noch hieran.



    Abb.10: Weitere Rundung - Fischstraße 18, Portal im Detail, noch mit Lehrgerüst. Ich muss sagen, das Eingangsportal an sich überzeugt mich, auch wenn es gerne größer hätte sein dürfen, um voll zur Geltung zu kommen. Die mehrstufig gemauerte Umrahmung (wenn ich an den Seiten richtig zähle, 4 Stufen) erinnert an die Portale der historischen Häuser. Endlich einmal ein historisches Motiv an einem neuen Haus. Wenn die Rundbogenfenster in den OGs passend dazu gestaltet werden, könnten diese trotz der Größe doch noch ganz ordentlich werden. Wie gesagt - vielleicht gewöhne ich mich ja noch daran. :wink:


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    Ja, grobe Zeiten stehen im Artikel: Die Baugenehmigung kam im Juli, offizieller Baubeginn ist "jetzt", das Dach soll Mitte 2021 fertig und Einzug 2022 sein.

    Also, erstens ist innen mittlerweile nicht mehr sooo viel historische Substanz vorhanden und außerdem wird es ja kein Altersheim - wie hier suggeriert wird. In dem LN-Artikel steht lediglich, dass der Eigentümer das große Haupthaus (300qm) für sich selbst als Alterssitz nutzen wird und dass das Nebenhaus in der Kleinen Burgstraße (200qm) eine zweite Wohneinheit, ein Einfamilienhaus, werden soll. "Schwerwiegende Eingriffe in die Substanz" wie sie z.B. beim Betrieb eines Altersheims nötig wären, sehe ich da jetzt nicht.

    Danke, St.Petri , für den Hinweis auf den LN-Artikel. Ich habe ihn mir durchgelesen und bin, was das Äußere betrifft, nun sehr zuversichtlich. Heißt es dort doch:

    „Hochblenden und Fensteröffnungen werden wie vor dem Brand wiederhergestellt, während das neue Dach allerdings hinterm Giebel endet – so wie es ursprünglich ja auch einmal war.“

    D.h. offenbar wird der Giebel sogar noch etwas über den Dachstuhl, der in historischer Kubatur wiedererrichtet werden soll, hinausgezogen und steht damit im Gegensatz zu vor dem Brand über diesen über. Ob das sogar bedeutet, dass der ursprüngliche, aber schon lange nicht mehr existierende Treppengiebel (seitdem waren die Hochblenden oben angeschnitten) gleich ganz rekonstruiert wird? Überaus wünschenswert wäre es!


    Lediglich Der Einbau eines Fahrstuhls (reichte hier nicht auch ein Treppenlift?) stimmt mich auch skeptisch. Hoffen wir, dass dieser die Dachhaut nicht durchstößt...

    Aber bei der im Artikel genannten Architektin habe ich da ein sehr gutes Gefühl. Auf ihrer Webseite zeigt sich, dass sie den Umgang mit alte Häusern kann:

    https://www.vera-detlefsen.de/architektur/


    Ich bin sehr froh, dass diese endlose Geschichte (der Eigentümer hatte ja schon vor dem Brand gefühlte 10 Jahre am Haus "herumsaniert") nun doch noch einen positiven Abschluss zu finden scheint.

    Fotos vom 2.8.2020 - Teil 2


    Abb.1: Fischstraße 11: Hier geht es wohl in Kürze los. Die historischen Kellerreste sollen ja erhalten werden.



    Abb.2: Fischstraße 18. Im 2.OG leider dieselben übergroßen Fenster wie im 1.OG. Damit ist man bereits in Traufhöhe angekommen. Hoffentlich kommen wenigstens im Giebel die aus dem bisherigen Entwurf bekannten kleineren Fenster...



    Abb.3: Fischstraße 18. Im EG hat man bereits mit der Verblendung begonnen. Die Steine machen einen sehr angenehmen Eindruck und kommen in der Farbe den historischen Backsteinen sehr nahe.



    Abb.4: Momentan kann man leider nur aus sehr spitzem Winkel zwischen Fischstraße 17 und Dixiklo hindurch einen Blick auf die Straßenfassaden von Fischstraße 19 und 21 erhaschen. Bei beiden ist man noch nicht über das EG hinausgekommen.



    Abb.5: Die Rückseiten der Fischstraßen-Nordseite mit den Nummer 16, 18, 24 und 28 (von links). Ich befürchte zu erkennen, das bei Nr. 18 auch im bereits begonnenen Giebelbereich die großen Fenster kommen. :unsure: Bei Nr. 24 müsste bald der hohe Dachstuhl kommen.



    Abb.6: Fischstraße, links Nr. 24, rechts Nr. 16 und die Rückseite von Nr. 21.



    Abb.7: Blick die Fischstraße hinauf. Langsam wird es schon ganz eindrucksvoll, finde ich.


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    Fotos vom 2.8.2020 - Teil 1


    Nach 3 Wochen mal wieder ein Schwung Fotos:


    Abb.1: Braunstraße 14 hat seinen Dachstuhl bekommen.



    Abb.2: Blick von der unteren Fischstraße auf Braunstraße 14. Hier wird am neugotischen Paketpostamt dahinter eindrucksvoll deutlich, wie maßstabssprengend man um 1900 in Altstädten gebaut hat...



    Abb.3: Alfstraße 21. Hier ist man inzwischen im Bereich des Treppengiebels angelangt.



    Abb.4: Alfstraße 23. Kein für mich sichtbarer Fortschritt gegenüber der letzten Bilderserie...



    Abb.5: Giebelzone von Alfstraße 21 und 23.



    Abb.6: Die Tiefgaragenbaugrube an der Einhäuschen Querstraße. Hier ist man in den letzen 3 Wochen erstaunlicherweise ein ganzes Stück vorangekommen und endlich fast an der Braunstraße angelangt. Offenbar will man die Baugrube bis zum Winter fertig haben! :wink::biggrin:


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    Sanierung der Rathausarkaden


    Die Sanierung der Rathausarkaden ist abgeschlossen. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen:


    Abb.1: Die Arkaden unter der Ranaissancelaube. Die neuen Platten sind leider schon verschmutzt...



    Abb.2: Die Arkaden unter dem gotischen Langen Haus - auch Danzelhus genannt, da sich früher im Obergeschoss ein Festsaal befand.



    Abb.3: Die Durchfahrt zur Breiten Straße in der Flucht der Hüxstraße



    Abb.4: Noch einmal die Durchfahrt.



    Abb.5: Die Arkaden der Langen Hauses. Das Weiß aus meinem letzten Bericht war zum Glück doch nur die Grundierung. Der endgültige Farbton ist sehr angenehm und nun einheitlich mit dem der Renaissancelauben-Arkaden.



    Abb.6: Granitpfeiler in der mittleren Reihe zwischen den beiden Gewölbeschiffen, aus dem das Gewölbe sternförmig entspringt. Bei der Erbauung waren übrigens alle Pfeiler, auch die am Markt (links), in Backstein ausgeführt worden - wie es heute noch bei der Reihe an der Breiten Straße (rechts) der Fall ist. Es muss eine ziemliche Aktion gewesen sein, diese gegen die Granitpfeiler auszutauschen, ohne dass das Gebäude einstürzte. Mir rätselhaft wie man das gemacht hat...



    Abb.7: Weil es so schön ist, noch einmal das Gewölbe. Hier herrscht jetzt ein ganz anderes, viel helleres und freundlicheres Licht. Zuvor machte mit dem Asphaltflickenteppich am Boden und der erheblich gedunkelten Gewölbefarbe alles einen düsteren und bedrückenden Eindruck.


    Alle Fotos von mir vom 2.8.2020

    Naja. Der Eden-Schriftzug ist ja vielleicht noch ganz nett, aber ich bin froh, dass der ganze Müll endlich weg ist. Der Schriftzug wäre wohl auch nicht mehr mit der Werbeanlagensatzung vereinbar, die solchen Wildwuchs heute verhindern soll.


    Hier übrigens noch ein interessanter Vergleich:


    Königstraße 25. Links der aktuelle Zustand nach der Sanierung, rechts der Zustand um 1870. Obwohl ich mit der aktuellen Gestaltung zufrieden bin, wäre der Zustand von 1870 im direkten Vergleich dann doch noch viel schöner gewesen. Die da wohl noch originalen Biedermeier-Fenster vom Umbau 1846 sind viel feiner gegliedert als die jetzigen deutlich gröberen, dem letzten Zustand vor der "Verschandelung" nachempfundenen. Ändern könnte man das m.E. leicht durch das Einhängen entsprechend geteilter Fensterflügel. Die Fensterkreuze scheinen ja ungefähr an den biedermeierlichen Positionen zu sitzen. :cool:

    Außerdem war der Eingang 1870 noch in der Mitte, wo sich mit Sicherheit auch das Portal der vormals gotischen Fassade befand.


    Auf dem Foto von 1870 sieht man übrigens rechts neben der Kirche noch die alten westlichen Gebäude des Katharinenklosters an der Königstraße, die ab ca. 1880 für den Neubau des Gymnasiums Katharineum abgerissen wurden. :crying:


    Aktuelles Bild von mir. Das historische Bild sollte aufgrund des hohen Alters von 150 Jahren gemeinfrei sein.

    In Lübeck wurde erstaunlicherweise angekündigt, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden soll. Sogar der im beengten Heiligen-Geist-Hospital wie ich gerade las. Wenn man das Gedränge und Gewühle auf den Märkten kennt, fehlt einem aber tatsächlich die Vorstellungskraft, wie das gehen soll.

    Auf den Märkten draußen wäre eine Zugangsbeschränkung m.E. nicht durchführbar. Man kann ja nicht die halbe Stadt absperren - in Lübeck sind diverse Plätze und Straßen in den Markt einbezogen. Man käme dann auch nicht mehr zu den Geschäften. Zudem würde man das Gedränge dann nur nach außen in die Warteschlangen verlegen.

    Ich kann mir trotz der Ankündigungen nicht vorstellen, dass die Märkte stattfinden und glaube, dass da zu optimistisch bzw. unrealistisch an die Planung gegangen wird. Selbst, wenn die Märkte tatsächlich durchgezogen werden, werde ich bestimmt nicht hingehen.

    Eine bemerkenswerte Parallele zur früheren Bausituation schräg gegenüber, oder?


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    Das Gebäudeensemble Königstraße 20/Pfaffenstraße 20-22, abgebrochen 1910 - via Wikimedia

    Ja, das ist schräg gegenüber, also gegenüber der Katharinenkirche, Königstraße 24. Es handelt sich quasi um dieselbe Situation wie bei Nr. 25 - das Haus zur kleineren Rippenstraße liegt unter einer Dachschräge mit dem danebenliegenden Haus der Hauptstraße. Bei Nr. 24 ist zusätzlich zum Dach sogar noch der Giebel des großen Hauses asymmetrisch vor das kleinere Eckhaus gezogen gewesen. Sehr außergewöhnlich, mir fällt außer diesen beiden Ecken auf Anhieb keine weitere Situation diese Art ein. Sehr schade, dass die Ecke an der Pfaffenstraße abgerissen wurde, zumal für einen völlig überdimensionierten Bau, der aus der Pfaffenstraße größtenteils die Sicht auf die Kirche versperrt. :crying:


    Das heutige, viel zu hohe Haus von 1910: Königstraße 24. Foto von mir vom 21.7.2009.

    Ein Dom, also eine Bischofskirche, ist in aller Regel eben keine Klosterkirche. Die Domkapitel bestanden aus Säkularkanonikern und gerade nicht aus Regularkanonikern oder gar Mönchen. Letztere legten ein Gelübde ab und lebten in einer Klostergemeinschaft.

    Ja, ich habe auch erst gezögert, das so zu schreiben. Aber da an den Dom das Domkloster angebaut war (von dem es heute nur noch geringe Reste gibt und es deswegen vielleicht in Vergessenheit geraten ist), war es zusätzlich zur Hauptfunktion als Bischofskirche in gewissem Sinne auch gleichzeitig die Kirche des Domklosters. Aber danke für die Erläuterungen.


    Natürlich hat der Dom aber einen ganz anderen Status als die Kirchen der Klöster St. Katharinen, St. Annen, St. Johannis und St. Maria Magdalena (Burgkloster), da hast Du schon recht. :smile:

    Sanierung Königstraße 25


    Während ca. 400m weiter nördlich in der Großen Burgstraße die Sanierung eines bedeutenden Hauses wegen der Sturheit des Besitzers seit Jahrzehnten nicht möglich ist (siehe ein paar Beiträge weiter oben), ist dies beim Haus Königstraße 25 jetzt gelungen.

    Das Haus ist im Kern gotisch und hat noch den kompletten Dachstuhl aus der Bauzeit und die originale, wohl bedeutendste gotische Rückfassade Lübecks bis heute bewahrt. Die Staßenfassade wurde (leider) um 1840 klassizistisch umgestaltet. Diese Straßenfassade wurde nun nach fast 50-jähriger Verunstaltung wieder rehabilitiert.


    Hier ein paar Bilder:


    Abb.1: Im EG furchtbar verunstalteter Zustand seit 1968, Foto von mir von 2009. Das Tanzlokal "Hanseaten-Diele" war seit Jahrzehnten eine Lübecker Institution.



    Abb.2: Aktueller Zustand (26.7.2020) nach gerade abschlossener Sanierung. Warum allerdings die Teilung der oberen Fenster vereinfacht wurde, erschließt sich mir nicht. Etwas schade, schmälert den Gesamteindruck aber nur wenig.



    Abb.3: Das Haus stellt den südlichen Abschluss einer Reihe sehr bedeutender, hauptsächlich klassizistisch geprägter Patrizierhäuser in der nördlichen Königstraße dar, die in Lübeck so einzigartig ist - darunter das Behnhaus und das Willy-Brandt-Haus. Durch die aktuelle Sanierung wurde diese Reihe nun gewissermaßen optisch komplettiert. Zumindest fast: Das rechts zu sehende, inzwischen auch sehr heruntergekommene und seit langem leerstehende kleine Eckhaus Glockengießerstraße 1, das sich ungewöhnlicherweise die Dachschräge mit Königstraße 25 teilt, wurde leider nicht mit in die Maßnahme einbezogen. Sehr schade, dass man das nicht zusammen hinbekommen hat - es sind halt verschiedene Besitzer.



    Abb.4: Blick von jenseits der Glockengießerstraße: Quasi unmittelbar neben dem sanierten Haus liegt die gewaltige gotische Basilika St. Katharinen - Klosterkirche des ehemaligen Franziskanerklosters und neben dem Dom die einzige erhaltene Klosterkirche in Lübeck.



    Abb.5: Königstraße 25 und St. Katharinen noch einmal aus der Gegenrichtung von Norwesten gesehen. Ein - bis auf die unsanierte Ecke - wunderbares Ensemble.



    Abb.6: Detail: Unterhalb der Hausnummer wurde eine Informationstafel mit Einzelheiten zur Geschichte des Hauses angebracht. Darauf wird auch deutlich, woher der in meinen Augen etwas unglückliche neue Name "Haus Eden" stammt, der sich für mich eher nach einem "Etablissement" im Rotlichtviertel anhört... :wink:


    Ebenfalls auf dem Schild zu sehen: Die URL der sehr schön gemachten Webseite des Hauses. Dort findet man neben weiteren Informationen und Zeitungsberichten auch historische Fotos, Fotos von vor der Sanierung und aktuelle Fotos von innen und außen. Sehr beeindruckend sind der schöne wiederhergestellte Rokokosaal und der gotische Rückgiebel! :applaus:


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    Fotos vom 12.7.2020 - Teil 2


    Hier Teil 2, Fischstraße:


    Abb.1: Zum Start noch einmal Fischstraße 16, jetzt auch unten ohne Gerüst.



    Abb.2: Direkt daneben: Fischstraße 18. Hier ist das 1. OG fertig. Ich bin sehr erschocken, als ich das gesehen habe. Hat man doch aus den 5 Fensterachsen mit den feinen, an alte Speicherluken erinnernde Rundbogenfenstern nun nur noch 3 Achsen mit riesigen grobschlächtigen Scheunentoren gemacht. Um hier überhaupt noch das vorgeschriebene Hochformat erreichen zu können, musste man diese auch noch bis auf den Fußboden hinunterziehen. Der Wunsch nach mehr Licht, mag ja verständlich sein, dennoch kann ich nicht begreifen, wie man den ehemals sehr schönen Entwurf derart verschlechtern konnte. Sehr schade. Ich bin gespannt, wie es oben weitergehen wird, mache mir aber keine große Hoffung mehr, dass es nur annähernd so gut werden kann wie im ursprünglichen Entwurf vorgesehen... :sad:



    Abb.3: Fischstraße 18 und 16 noch einmal von "unten" gesehen.



    Abb.4: Die Rückseiten von Fischstraße 24 (links) und 28. Bei 24 ist man bereits im Dachbereich angelangt, bei 28 beginnt langsam das 1.OG. Die rechte/westliche Außenwand von Nr. 28 war ja übrigens die Wand zur ehemaligen Krummen Querstraße. Jetzt werden hier noch zwei weitere Häuser, die Nrn. 28a und b folgen. Dennoch behält die Parzelle ihren historischen Zuschnitt, wodurch das Haus an der Fischstraße wesentlich schmaler wird als an der Hinterseite.



    Abb.5: Die Rückseiten von Fischstraße 16 und 24.



    Abb.6: Mein Lieblingsfoto aus dieser Serie. Hier ist ordentlich was los! Es sind diverse Häuser im Bau (16, 18, 24, 28, 19, 21), und die Straße wird langsam erlebbar!



    Abb.7: Noch einmal die Straßenfassade von Fischstraße 24. Auch hier hat man gegenüber dem Ursprungsentwurf noch einmal die Fenster verändert: Im 2. OG wurde die Fenster an das 1.OG angeglichen (anstatt an das 3.), und im 3. OG wurde die Anzahl von 5 auf 4 verringert. Im Gegensatz zu den o.g. Veränderungen von Nr. 18 finde ich das in der Wirkung hier nicht so schlimm, obwohl man sich damit noch etwas weiter von der historischen Fassade, die ja nachempfunden werden soll, entfernt hat.



    Abb.8: Wie oben erwähnt, befinden sich auch die Häuser Fischstraße 19 und 21 im Bau. Wegen der Sperrung der Straße konnte ich kein brauchbares Foto von der Straßenseite machen. Es wird aber jeweils an den EGs gearbeitet, wobei man bei Nr. 21 weiter ist als bei Nr. 19. Auf diesem Foto sieht man rechts neben den roten Containern die Rückseite von Nr. 21. Auch hier wird - wie bei Nr. 18 - mit Rundbogen-Elementen gearbeitet.


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