Posts by frank1204

    Umbau Volksbank am Klingenberg

    In der gestrigen Sitzung des Gestaltungsbeirats (GBR) wurde der Umbau des Volksbankgebäudes am Klingenberg vorgestellt.

    Zur Historie: Der Klingenberg ist einer der vier großen Plätze in der Lübecker Altstadt - eigentlich mehr eine überdimensionierte Kreuzung, in die sechs Straßen einmünden. Bis ca. 1880 war der Klingenberg noch kompett von wunderbarer historischer/mittelalterlicher Bebauung umgeben, die dann aber leider nach und nach verschwand und von viel größeren Häusern (wilhelminisch bis Klinkerexpressionismus) ersetzt wurde. Vor dem Krieg war im Prinzip nur noch das noble Hotel Stadt Hamburg an der Westseite des Platzes erhalten, hinter dessen klassizistischer Fassade sich zwei mittelalterliche Häuser verbargen. Das Hotel wurde leider im Krieg zerstört und in den 1960ern das Volksbankgebäude an dessen Platz gebaut. Bei einem ersten Umbau dieses Gebäudes Anfang der 1980er entstand das jetzige Aussehen. Die Fassade ist inzwischen derart marode (Wasserschäden, undichtes Dach, fehlende Dämmung), dass eine Sanierung notwendig ist. Wie gestern zu vernehmen war, sind die Natursteinplatten allerdings derart mit dem Gebäudekern verklebt, dass sie sich nicht zerstörungsfrei abnehmen und wieder anbringen lassen. Daher soll die Fassade um die alte Betongrundkonstruktion von 1960 komplett neu erstellt werden

    Ich habe in der GBR-Sitzung Bilder gemacht. Da das Publikum schräge zum Monitor saß, ist die Perspektive leider etwas verzerrt - mir war es jetzt zuviel Aufwand, alles geradezurichten. Aber es ist ja auch so alles zu erkennen.

    Ich möchte mit einem historischen Bild beginnen:

    Abb.1: Die Westseite des Klingenbergs um 1880 (Quelle: Wikipedia, gemeinfrei). Links von der rechts der Bildmitte einmündenden Schmiedestraße ist das Hotel Stadt Hamburg zu sehen, das als letztes Gebäude auf diesem Bild bis 1942 "durchhielt". Alle Häuser links der Schmiedestraße (bis zur hier nicht zu sehenden Marlesgrube) gehören heute zum Volksbank-Komlex. Die drei Häuser rechts der Schmiedestraße gehören bereits zu der hier einmündenden Sandstraße und wurden ab 1928 für das Kaufhaus am Klingenberg abgerissen, ein großer sechsgeschossiger Bau des Klinkerexpressionismus, der 1930 fertiggestellt wurde. Durch diese Dimensionen ist die im Hintergrund zu sehende Petrikirche vom Klingenberg aus heute leider so gut wie nicht mehr zu sehen - der Dachreiter fehlt, da sich der Pastor 2008 gegen eine Rekonstruktion sperrte, obwohl das Geld da war, ohnehin leider immer noch. Während das Kaufhaus ausbrannte und nach dem Krieg originalgetreu wiederhergestellt wurde, blieb vom Stadt Hamburg außer der Veranda leider nichts übrig.


    Abb.2: Die Westseite des Klingenbergs in den 1960ern Der Nachrkriegsbau der Volksbank von ca. 1960. Dieser Zustand war mir, obwohl in Lübeck geboren, bis vor kurzem noch völlig unbekannt - er bestand auch nur ca. 20 Jahre. Da habe ich als Kind wohl nicht so genau hingesehen. Das kleinere Haus links entstand bereits in den 1950ern.


    Abb.3: Klingenberg-Westseite - das Foto habe ich heute extra noch schnell für diesen Beitrag gemacht. Die Fassade von 1980 ist ein furchtbares, schäbiges graues Ungetüm. Das kleinere Haus links aus den 1950ern ist sogar noch schlimmer - sieht nach Plattenbau aus. Es wurde doch tatsächlich geprüft, ob diese Misere unter Denkmalschutz gestellt werden sollte, was aber glücklicherweise verworfen wurde. Das hätte mich auch sehr gewundert, weil doch - zumindest bei historischen Häusern :wink: - das Hauptargument für den Denkmalschutz immer das Vorhandensein ausreichender Originalsubstanz ist. Und hier ist nun wirklich nur noch die tragende Betonkonstruktion original. Wie auch immer - dadurch wird der Umbau zum Glück möglich.


    Abb.4: Die erstgezeigte Variante der geplanten neuen Fassade. Der Architekt bezieht sich mit der Gestaltung auf das Kaufhaus am Klingenberg und nimmt Anleihen des Klinkerexpressionismus auf. Es gibt Lisenen, hochformatige Einzelfenster (leider sind immer zwei zu eine Fensteröffnung zusammengefasst, was es dann doch wieder querformatig aussehen lässt) und hervorstehende Steine in den Feldern zwischen den Fenstern.


    Abb.5: Als zweites wurde eine Variante gezeigt, bei der das kleinere Haus links eine helle Putzfassade erhalten soll. Das gefiel dem Beirat - und auch mir - sehr viel besser, weil der ganze Block dann weniger massiv wirkt. Für meinen Geschmack müsste das linke Haus aber wenigstens noch ein stärkeres oberes Abschlussgesims erhalten, damit die Fassade oben nicht so ins Leere läuft!
    Das Staffelgeschoss des Hauptgebäudes sollte ein anderes Material als die untere Fassade erhalten.


    Abb.6: Blick aus der Straße Pferdemarkt. Rechts ist das Kaufhaus von 1930 zu sehen.Links die Seitenfassade des kleineren Baus an der Marlesgrube. Die jetzigen Fensteröffnungen sollten beibehalten,aber bis zum Boden heruntergezogen werden.


    Abb.7: Fassadendetail. Hier sieht man das Raster aus hervorstehenden Steinen zwischen den Fenstern. Eine Anleihe aus dem Klinkerexpressionismus.


    Der Gestaltungsbeirat merkte folgendes an (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

    - Das Erdgeschoss sollte mehr nach außen geöffnet werden, um die jetzige Abschottung aufzuheben und eine Verbindung zum Platz zu schaffen, eventuell mit einer Café-Nutzung. Das Architekt entgegnete, dass das schwierig bis unmöglich sei, da der Platz für die Banknutzung jetzt eigentlich schon nicht reicht und keine zusätzliche Nutzung möglich sei.

    - Das Gesims über dem Erdgeschoss sollte nicht direkt unterhalb der Fenster des 1.OGs liegen, sondern etwas tiefer. Es sollte auch kräftiger ausgebildet werden, eventuell als kleines Vordach. Damit bin ich allerdings nicht so glücklich. Vordächer sind in der Altstadt nicht üblich, und die Fassade würde dadurch unterbrochen werden. Maximal auf der Breite der ehemaligen Veranda der Hotels Stadt Hamburg könnte ich mir das als Zitat vorstellen.

    - Das Staffelgeschoss sollte - wie bei dem Kaufhausbau auch - das gleiche Material erhalten wie die Fassade, damit es nicht wie ein aufgesetzter Fremdkörper wirkt.

    - Das Geschoss darunter (das 4.OG) sollte wie beim Kaufhaus geschlossener wirken - die Fensteröffnungen sollten verkleinert werden.

    - Die Fenster der Seitenfassade an der Marlesgrube sollten ebenfalls verkleinert werden (nicht mehr bodentief, sonst könne man den Bankangestellten von der Straße aus unter den Schreibtisch sehen) und dafür bei Bedarf mehr Fenster entstehen.


    Ich bin gespannt, was am Ende aus der Sache wird - aus meiner Sicht auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung des jetzigen Zustands, wenn auch nicht unbedingt der ganz große Wurf.


    Fotos:
    Abb.1 von Wikipedia, dort als "vermutlich gemeinfrei" gekennzeichnet
    Abb.2 und 4-7 von mir in der GBR-Sitzung am 07.06.2024 gemacht
    Abb.3 von mir am 08.06.2024 gemacht

    Neuer Entwurf für Braunstraße 16

    Im Gründungsviertel geht es nun doch langsam weiter. Das Grundstück Braunstraße 16 ist nun in die Anhandgabe gegangen. Bei der heutigen Sitzung des Gestaltungsbeirats, der ich beiwohnte, stellte der neue Bauherr seinen Entwurf für das Grundstück vor. Vorweg: dieser neue Entwurf gefällt mir sehr gut - eine deutliche Verbesserung zu den beiden Vorgängern, aus denen glücklicherweise nichts geworden ist.

    Abb.1: Braunstraße 16, Architekt Sönke Utke. Mir gefällt der Entwurf sehr gut - lübeck-typisch und passt daher gut in die Altstadt. Sehr schön auch, dass hier endlich einmal Backsteine in historischer Farbgebung zur Anwendung kommen sollen. Viel besser als dieser ganze unpassende bunte Steinreigen vieler anderer Häuser. Überhaupt ein sehr unaufgeregter Entwurf. Schön auch die Blendnische ganz oben im Giebel.

    Der Beirat regte noch folgendes an:
    - die Steine sollten so zugeschnitten werden, dass es nicht nach beliebig vorgeblendeter Ziegeltapete aussieht, sondern nach tragender Wand. Aus den Steinen soll die Statik der Fassade ablesbar sein.
    - das Gesims über dem EG sollte nicht auf einer Höhe mit dem des Nachbarhauses liegen. Hier wird es noch eine Verschiebung geben - ich hoffe ein wenig nach unten.
    - Die bisher außen aus Aluminium geplanten Fenster sollten stattdessen aus Holz gefertigt werden.
    - Irgendwo wollten sie noch Rollschichten haben, habe aber nicht genau verstanden wo.


    Die Plätze für das Publikum waren seitlich zum Monitor angeordnet, auf dem die Bilder gezeigt wurden. Daher konnte ich nur aus spitzem Winkel fotografieren. Ich habe das obige Bild geradegerichtet, bei den folgenden spare ich mir den Aufwand aber, daher schräge:

    Es standen vier Varianten zur Diskussion, jeweils mit und ohne Faschen und mit geraden und bogigen Fenstern:

    Abb.2: Varianten 1 und 2, rundbogige Fenster


    Abb.3: Varianten 3 und 4, gerade Fenster

    Der Beirat empfahl Variante 2, die auch aus meiner Sicht die beste ist.


    Abb. 4: Varianten der Rückseiten, einmal verputzt und einmal steinsichtig. Der Bauher bevorzugte die steinsichtige, da der Putz immer mal wieder gestrichen werden muss und dann alles, z.B. das Gerüst, durch das Haus getragen werden muss, da es keinen anderen Zugang gibt. Dass man das vermeiden möchte, ist verständlich. Der Beirat empfahl allerdings eine geschlämmte Steinfassade. Nach meiner Beobachtung muss man da sogar noch öfter dran als an eine Putzfassade...
    Die asymmetrische Traufhöhe auf dem Bild ist übrigens ein Darstellungsfehler, beide Seiten sollen natürlich gleich hoch werden.


       

    Abb.5: Hier noch einmal zum Vergleich die beiden furchtbaren Vorgängerentwürfe (links 2016, rechts 2018). Da ist der neue Entwurf doch eine ganz erhebliche Verbesserung!


    Abb.6: Der neue Entwurf in der Straßenansicht.Er wertet die Straße meiner Meinung nach erheblich auf. Ich hoffe, dass die Nr. 20 auch in der zu sehenden oder ähnlicher Form kommen wird - das Grundstück ist ja noch frei, da der ehemalige Bauherr abgesprungen war.

    Alle Fotos von mir

    In Lübeck St. Jürgen ist die Mönkhoferstraße 179 der Abrissbrine zum Opfer gefallen🕯

    Das Gebäude müsste um 1900 erbaut worden sein:


    Heute prangte am Abrissgrundstück bereits Werbung für die Neubauten (Foto von mir):

    Wie ich schon vermutete: Drei Wohnblöcke - in U-Form angeordnet. Wie immer die übliche Klotzarchitektur mit hässlichem Staffelgeschoss. Letzteres ist sehr ärgerlich, weil in der gesamten Umgebung fast ausschließlich Satteldächer zu finden sind - sogar bei den erst vor ca. 10 Jahren fertiggestellten Blöcken in der Nähe des Bahnübergangs etwas weiter die Straße hinunter. Aber naja - auf der Ecke ist das eigentlich auch egal.

    Hier sind noch zwei bessere Bilder zu sehen (etwas runterscrollen bis "Mönkhofer Weg 179").

    Wie ich eingangs schrieb, vermute ich schon guten Willen des Eigentümers hiner den neuen Fenstern. Davon zeugen die nachgeahmte alte Teilung und eben die Tatsache, dass sich die Fenster nach außen öffnen lassen. Das ist bei Fenstern in der Lübecker Altstadt von alters her üblich. Nur die Kippfunktion gab es bei historischen Fenstern nicht - und diese ist nach außen öffnend natürlich hochgradig schwachsinnig. Wie ich auch schrieb: Die Ausführung der neuen Fenster ist grobschlächtig und auch wegen der extrem kleinen Glasflächen ein schlechter Witz. Ich hoffe, dass der Eigentümer aufgrund des Denkmalschutzgesetzes zu einer Wiederherstellung der alten Situation verpflichtet werden wird.

    Sanierung Holstenstraße 36

    LN-Online berichtete kürzlich, dass das Haus Holstenstraße 36 saniert wurde. Es handelt sich um eines der (beiden?) letzten wirklich alten Häuser der Straße. Es handelt sich um einen ehemaligen Treppengiebel aus der Zeit um 1600, der im 18. Jahrhundert barock überformt wurde.

    Artikel hinter Bezahlschranke (das Bild ist aber sichtbar), daher eine kurze Inhaltsangabe:

    Bei der Sanierung wurden leider und vermutlich unerlaubterweise die noch erhaltenen barocken oder biedermeierlichen Blockzargenfenster herausgerissen und durch Kunststofffenster ersetzt. Jörg Sellerbeck von der Bürgerinitiative Rettet Lübeck (BIRL) hat deswegen Anzeige erstattet. Seltsam: Das Haus ist von der amtlichen Denkmalpflege Lübeck noch nicht als Denkmal aufgenommen worden, weil eine abschließende Bewertung noch aussteht. Es steht aber dennoch bereits in der Denkmaltopopgraphie für die Alstradt des Landesamtes für Denkmalpflege Schleswig-Holstein.

    Aussage der Stadt zu dem Vorfall laut LN-Artikel: „Aus Sicht der Denkmalpflege ist ein geplanter Fenstertausch immer im Einzelfall zu prüfen, da die Maßnahme in einem Gesamtkontext zu sehen ist“, sagt Nicole Dorel. „Im Sinne des Denkmalschutzgesetzes sind Eigentümer/Besitzer eines Denkmals – im Rahmen des Zumutbaren – dazu verpflichtet, dieses zu erhalten, sachgemäß zu behandeln und vor Gefährdung zu schützen.“. Mehr könne man aufgrund des laufenden Verfahrens nicht sagen.


    Jetzt Bilder zu dem Thema:

    Abb.1: Holstenstraße 36, Zustand am 02.08.2009. Zumindest im 1. und 2. OG sind noch die historischen Blockzargenfenster samt Beschlägen zu sehen.


    Abb.2: Zustand nach Sanierung mit unsäglich grobschlächtigen und völlig disproportionierten Plastikfenstern am 24.05.2024.

    Wirklich unglaublich, wie man eine Fassade auch mit geteilten Fenstern entstellen kann. Es mag ja vielleicht gut gemeint gewesen sein, aber die Ausführung spottet wirklich jeder Beschreibung.

    Fotos von mir

    Ja, das war zu erwarten. Das Haus stand wohl seit längerer Zeit leer. Ich meine mich zu erinnern, dass da früher eine ältere Frau gewohnt hat, die ich aber schon sehr lange nicht mehr gesehen habe. Das Grundstück ist dann auch zusehends verwildert. Ich fahre da seit ca. 35 Jahren fast jeden Tag vorbei (erst zum Studieren, dann zur Arbeit). Von der Substanz her sah das Haus noch relativ gut aus und mit neuen, geteilten Fenstern hätte das wieder sehr schön werden können. Aber vermutlich kommt da jetzt ein deutlich rentablerer Wohnblock hin - das Grundstück ist ja relativ groß.

    Es ist übrigens der Mönkhofer Weg.

    Edit: Hier das Haus samt Grundstück (mit Nebengebäuden und Garagenhof bei Google Maps. War vermutlich ehemals eine Gärtnerei

    Wenn man die Umgebung sieht, kann man sich ja vorstellen, dass da zwei oder drei Wohnblöcke hinkommen werden. Ist ja auch eine Super-Lage in direkter Nähe zu Uni, TH und Bahnhaltepunkt...

    Noch einmal eine ganz andere Frage: Wie wurde diese Banner-Orgie denn eigentlich an der Fassade befestigt? Die haben doch nicht ernsthaft massenweise Löcher in den Sandstein gebohrt? Auf Mantikors Fotos kann ich das nicht eindeutig erkennen. Könnte vielleicht jemand vor Ort noch Detailfotos der Befestigungsrahmen machen? Ich wäre wirklich entsetzt, wenn dem so wäre...

    frank1204 Von den sieben Links lassen sich nur zwei öffnen, der erste und der dritte. Bei den restlichen stellt sich Google quer.

    Danke für den Hinweis. Ich hatte das befürchtet. Es scheinen dann temporäre Links gewesen zu sein. Ich hatte die zwar extra in einem anderen Browser ausprobiert, um zu prüfen, ob das nur bei mir gültige Session-Links sind - da ging es - aber offenbar sind die Links dann zeitlich begrenzt gültig gewesen - oder nur für meine IP. Wie auch immer - ich habe die nicht funktionierenden Links entfernt, da die Bilder auch alle über die beiden funktionierenden Links zu sehen sind - man muss dann halt etwas scrollen.

    Update Fischstraße 26

    Nach der seitenlangen allgemeinen Diskussion über Rekonstruktionen hier mal wieder eine Beitrag zum eigentlichen Strangthema:

    Nachdem ich schon befürchtet hatte, dass das Projekt Fischstraße 26 im Sande verlaufen würde (die letzte Meldung war ja vom August), wurde die Neuigkeiten-Seite des Projekts jetzt aktualisiert: Man wartet auf die Baugenehmigung, und dann soll es direkt losgehen. Hier ist auch ausschnittsweise ein Bild der Fassadenzeichnung zu sehen. Auch hier aber leider keine Maueranker. Immerhin scheinen hier die Fenster aber nicht so tief in der Fassade zu sitzen wie auf der schlechten Visualisierung.

    Auf der Hauptseite des Projekts sind - meine ich - weiter unten einige neue Bilder zu sehen:

    - Aktualisierte farbige Visualisierung. Hier wurde immerhin die viel zu hoch sitzenden Traufkästen entfernt

    - Frontale Fassadenansicht, basierend auf der Visualisierung, als mit denselben Fehlern

    - Die moderne Rückseite

    - Eingangsportal im Detail

    Beim Portal wundert mich, dass immer nur eine grobe, hell verputzte Form anstatt des Sandsteinportals gezeigt wird. Es hieß ja hier, es solle eine exakte Rekonstruktion der Fassade kommen. Auf den Bildern sieht es für mich eher nach eine Mischung aus Reko und Erninnerungsbau aus. Ich lasse mich wie gesagt aber gerne positiv überraschen und bin schon sehr gespannt auf das Endergebnis. Ich weiß gar nicht, ob eine exakte Reko des Portals überhaupt möglich wäre. Mir ist kein Foto des Portals bekannt, das als Grundlage für eine Reko herhalten könnte, aber ich kenne vermutlich auch nicht alle Bilder, die irgendwo existieren mögen.

    Bei den Häusern selbst war mein Eindruck, dass sie zwar respektvoll die Motivik der Altstadthäuser wiederaufnehmen, es bei den meisten Fassaden jedoch ein wenig an Ausdrucksstärke fehlt. Der lange Riegel an der Lederstraße/Einhäuschen Querstraße schien mir recht öde und von den Proportionen her völlig verunglückt:

    Der erste Satz trifft auf einige Häuser wie Fischstraße 16 und den Erninnerungsbauten sicher zu, aber bei den vielen einfachen Spitzgiebelhäusern, z.B. in der Alfstraße, sehe ich absolut nichts von respektvoller Wiederaufnahme der Motivik der Altstadthäuser. Das sind einfach moderne Entwürfe mit zu großen bodentiefen Fenstern die gerade einmal notgedrungen die in den Gestaltungsrichtlinien vorgegebene Materialtität und die im Bebeauungsplan festgelegte Kubatur erfüllen. Sonst scheren sie sich um nichts.

    Ja, der Riegel an der Einhäuschen-Querstraße ist wirklich furchtbar geworden. Das größte Problem ist das deutlich zu hohe Erdgeschoss, das noch viel höher ist als das der Vorderhäuser an Fisch- und Braunstraße. Das war in den ersten Visualisierungen auch noch ganz anders. Aus irgendeinem Grund wuchs sich das dann in der Ausführung zu dem jetzigen Monstrum aus. Ich vermute ja, dass die Tiefgaragenaufzüge den Platz nach oben brauchten und das EG deswegen höher werden musste. Aber das ist wie gesagt nur eine Vermutung. Vielleicht wollte man auch irgendwie mehr Fläche reinquetschen. Wir werden es wohl nie erfahren...

    Ich habe das Viertel zwar selber noch nicht gesehen, aber mir fällt auch anderswo immer wieder auf, dass passende (traditionelle) Naturstein-Bodenbeläge und die Abwesenheit von Autos sehr viel zur Wirkung eines Straßenzuges beiträgt. Man stelle sich diese Straßen also als verkehrsberuhigten Bereich ohne ruhenden PKW-Verkehr vor, sodass Kinder wieder auf der Straße spielen, die Leute vor ihren Häusern stehen, sitzen und klönen (so heißt das im Norden, glaub' ich ;) ) können, und zu diesem Zwecke ein paar private Blumenkübel, Bänkchen, etc. aufstellen, und das Ganze ohne Asphalt und Betonpflaster.

    Denn aus meiner Sicht ist die Architektur dort insgesamt schon stimmig, aber der öffentliche Raum und dessen Nutzung passen eben nicht dazu.

    Ist denn bzgl. Straßenbeläge noch eine Änderung geplant?

    Ja, Altstadtstraßen ohne Autos haben wirklich ein ganz anderes Flair. Das ist sehr gut in den Straßen zu erleben, die zu schmal zum parken sind wie z.B. in der Kleinen Petersgrube. Oder auch in der Hüxstraße, die zu verschiedenen Gelegenheiten hin und wieder autofrei ist. Leider lässt sich das aufgrund des allgemeinen Parkplatzmangels aber nicht altstadtweit durchsetzen.

    Und ja, Alf-, Fisch- und Braunstraße sollen noch erneuert werden. Das hätte auch schon längst passieren sollen. Aber vermutlich wird jetzt damit gewartet bis die restlichen Grundstücke bebaut sind, um die neuen Beläge nicht gleich wieder durch schwere Baufahrzeuge zu ruinieren. Wie die Straßen aussehen sollen, wurde meines Wissens nach noch nicht öffentlich vorgestellt, aber ich vermute, dass es so werden wird wie die gerade umgebaute Mengstraße, also mit geschnittenem Kopsteinpflaster auf der Fahrbahn und roten Pflastersteinen mit grauem Granitkleinpflaster auf den Gehwegen. Zumindest wäre es seltsam, wenn die anderen drei Straßen ganz anders werden würden:

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    Untere Mengstraße, Neugestaltung 2022. Foto von mir, Juni 2022

    Weitere Aufnahmen aus der nördlichsten der drei parallel verlaufenden Gründerviertelstraßen, der Alfstraße:

    Die Nordseite wurde in der Nachkriegszeit mit einem von der Straße zurückgesetzten Backsteinriegel bebaut, der mit Querflügeln bis zur früheren Straßenkante reicht.

    Das stimmt nicht. Zusätzlich zur unsäglichen Auflösung der historischen Bauflucht durch die kammartige Bebauung wurde die Alfstraße in diesem Bereich auch noch aufgeweitet. Selbst die Querflügel reichen nicht bis zur ehemaligen Bauflucht, sondern sind um die Breite des Gehweges, also wohl 2-3m, zurückgesetzt. Der historische Gehweg verlief auf der Fläche des heutigen Parkstreifens.

    Übrigens sieht man auf den Fotos ganz gut, dass Lübeck ein Problem mit seinen Gehweg- und Straßenbelägen hat. Gussasphalt auf Gehwegen mag praktisch sein, sieht aber billig, ja oft richtig schäbig aus. Auch die schönste Architektur wird dadurch beeinträchtigt.

    Ja, der Asphalt auf den Gehwegen in der Lübecker Altstadt ist vermutlich praktisch, aber vor allem ist er auch der überkommene historische Belag. Optisch ist er wirklich nicht schön, aber es war halt "immer" so. Daher tue ich mich mit anderen Belägen schwer wie z.B. auf dem obigen Bild der Mengstraße. Als alter Lübecker mutet es mir seltsam an, auch wenn es optisch sicher schöner ist. Hinzu kommt noch, dass eine Pflasterung, insbesondere bei den stark abschüssigen Straßen, z.B. durch Befahren im Laufe der Jahre"gerne" mal ins Rutschen kommt und dann aufwändig neu verlegt werden muss. In der unteren Hüxstraße ist das Gehwegpflaster inzwischen durch Befahren erheblich deformiert.

    Vielen Dank für die Photos aus der Alfstraße der Altstadt von Lübeck. Eine interessante Mixtur aus 50er-Jahre-Architektur an der Nordseite und postmoderner 2015er-Jahre-Interpretationen und Reko-Versuchen auf der Südseite der Alfstraße lässt sich dort entdecken. Auch dieses hatte ich mir auf meiner Entdeckungsreise Herbst 2022 angesehen. Und ich muss zugeben, dass mir die Nordseite der Straße besser gefällt. Die architektonische Gestaltung mag ja weniger altstadttypisch sein, aber sie wirkt irgendwie "gewachsener" als die in einem Wurf gebaute Südseite. Super finde ich den Mut zu Grüninseln zwischen den Zeilenbauten.

    Das kann ich nun gar nicht nachvollziehen. Da ist mir eine angepasste moderne Bebauung auf historischen Parzellen doch deutlich lieber als ein 50er-Jahre Wohnblock, der den historischen Stadtgrundriss komplett negiert. Ich hoffe, dass das Ding doch noch irgendwann wegkommt, auch wenn das wohl noch lange dauern kann. Das Grün kann meinetwegen in die Innenhöfe, aber wir sind hier in einer bedeutenden historischen Altstadt und nicht in einer Gartenbauausstellung.

    Nach einem knappen Jahr hier mal wieder ein Update zum Neubau des Figurentheaters am Kolk

    Ich habe nur Bilder vom Petrilkirchhof gemacht, da die Baustelle von den Straßen unten wegen der Enge und der Gerüste kaum einsehbar ist. Sobald da was zu erkennen ist, kommen auch von unten Bilder.

    Der Rohbau des Theaterneubaus steht inzwischen, der Neubau des Museums hinter der alten Fassade links ist noch nicht so weit fortgeschritten. Im schmalen Mittelbau sind die stabilisierenden Vermauerungen der Öffnungen inzwischen wieder durch Fenster ersetzt worden:

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    Zumindest aus dieser Warte weniger schlimm als ich gedacht hätte. Nur: Mir ist das zuviel Stein. Eine helle Putzfassade wie beim Vorgängerbau hätte der ganzen Ansicht bessergetan. Und überhaupt: Anfangs war zu lesen/hören, dass der Neubau mit alten Backsteinen verkleidet werden sollte. Jetzt sind es aber leider doch wieder nur zu kleine Industrieziegel geworden. :(

    Alle Fotos von mir

    Kim Nalleweg Architekten können es einfach nicht. Die Ideen kommen so wenig aus dem Bauhandwerk, sondern irgendwie von Abziehbildern auf Instagram. Das sind leider Gestalter die zuviel am Iphone sitzen und zu wenig vom Bauen verstehen. Vision und Wirklichkeit. Bitter. Willkommen in Klapperland. Das haben andere jungere Büros wie Noto und Co. viel soveräner, wertiger und cooler gelöst.

    Bei Nalleweg stimme ich Dir zu, da wirkt vieles wie gewollt, aber nicht gekonnt. Bei Noto mag die Ausführung handwerklich wertiger sein, aber deren Entwurf von Fischstraße 18 ist nun auch nicht der große "Brüller". Diesen hängenden Fenstersturz ganz oben und das kleine Loch im EG hätte ich so auch nicht gebraucht. Zudem wurde auch hier erheblich verschlimmbessert: Der Erstentwurf enthielt in den OGs kleinere Fenster von angemessener Größe, in fünf Achsen (siehe zweites Bild in diesem Beitrag). Diese zitierten die für das Gründungsviertel typischen Speicherluken. Stattdessen kamen dann plötzlich die jetzt zu sehenden unpassenden "Scheunentore".

    Den Entwurf für die Gerade Querstraße finde ich aber sehr passend und "lübeck-typisch". Ich würde mich freuen, wenn der käme (allerdings mit Ober- statt Unterlichtern im EG). Aber das Grundstück ist ja noch nicht verkauft.

    Kleines Update zum Investorenbau:

    Entweder hat man meinen Beitrag vom 14.07.2023 gelesen und beherzigt oder es inzwischen selber gemerkt, dass es so nicht geht: Die völlig verkorkste Verblechung an den Tiefgarageneinfahrten wurde inzwischen entfernt und durch angeschraubte Kunstoff-(?)Platten ersetzt. Da noch die Schraubenköpfe unverspachtelt zu sehen sind, gehe ich davon aus, dass das noch nicht der Endzustand ist. Die in Natura doch sehr olivgrüne Farbe der Platten passt nicht so recht zur restlichen Farbgebung des Komplexes. Ich hoffe dass da noch ein (z.B.) sandfarbener Endanstrich kommt. Die im Herbst begonnene Teilverschlämmung des Erdgeschosses wurde immer noch nicht fortgeführt.

    Fotos:

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    Abb. 1: Investorenbau, Tiefgarageneinfahrten in der Einhäuschen-Querstraße, Zustand am 14.07.2023


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    Abb. 2: Desgl., Zustand am 04.04.2024

    Alle Fotos von mir

    In den letzten Tagen ging es zum Thema "Umbau des Buddenbrookhauses" im Zusammenhang mit der gestrigen Bürgerschaftssitzung noch einmal heiß her, HL-Live berichtet ausführlich:

    Artikel vom 27.03.2024:
    Appell zur Rettung des Neuen Buddenbrookhauses des Fördervereins Heinrich Mann Gesellschaft Thomas Mann Gesellschaft Buddenbrookhaus Lübeck

    Die Bürgerinitiative Rettet Lübeck (BIRL) hält dagegen (lesenswert):
    BIRL zum Buddenbrook-Haus: Muss dieses Projekt gerettet werden?

    Für die SPD sind wie immer wieder nur die anderen (namentlich CDU und Grüne) schuld, obwohl sie bzw. ihr BM selbst für die schlechte/falsche Planung verantwortlich ist und dieser nach meinem Eindruck offenbar unfähig oder wohl besser unwillig war, das ganze umplanen zu lassen:
    SPD: Umbau des Buddenbrook-Hauses zur Posse verkommen

    Artikel vom 28.03.2024 nach der Bürgerschaftssitzung:
    Buddenbrookhaus: Der Zug ist abgefahren

    Hieraus: Die Bürgerschaft hat wieder, inzwischen zum sechtsen Mal, gegen die aktuelle Planung und damit gegen die Denkmalzerstörung gestimmt. Die Fördergelder werden nun vermutlich verfallen, und die Kosten werden inzwischen auf 50 Millionen Euro geschätzt (letzteres ganz wie ich es schon vor längerer Zeit vorausgesagt hatte, weiter oben nachzulesen). Beklagt wird die erhebliche zeitliche Veschiebung des Projekts.

    Mein Senf dazu:
    Mir ist folgendes unverständlich: Die erste Abstimmung gegen die vorliegenden Pläne war laut HL-Live bereits vor eineinhalb Jahren.
    Die von der Bürgerschaftsmehrheit geforderte Umplanung hat offenbar in der ganzen Zeit nicht stattgefunden. Man wird ja wohl ein Treppenhaus in 18 Monaten an eine andere Stelle planen können - im Gespräch war ja die Variante des Anbaus an Mengstraße 4. Aber warum der Bürgermeister die Beschlüsse der Bürgerschaft ignoriert, die er eigentlich umzusetzen hat, wird er sicherlich erklären können...

    Da hinter der Bezahlschranke, hier noch eine Inhaltsangabe (mit Anmerkungen) des Artikels:

    Da man die Grundstücke aufgrund gestiegener Zinsen und Baukosten nicht loswird, sollen die Vergabebedingungen gelockert werden. Es sollen zwar immer noch Familien mit Kindern bevorzugt werden, aber es soll jetzt jeder mitbieten können. Die Grundstücke werden dann an den Höchstbietenden vergeben. Es soll auch erlaubt werden, dass derselbe Bieter mehrere Grundstücke kauft. Die Gefahr, dass dann mehrere gleichartige Häuser nebeneinander gebaut werden (warum hat man das denn auf dem Investorengrundstück erlaubt?) ist bis auf die Ecke Alfstraße/Gerade Querstraße gebannt, weil das ansonsten alles nur noch einzelne Lückengrundstücke sind. Zudem soll in den Kaufverträgen festgehalten werden, dass nur die bereits genehmigten Entwürfe gebaut werden dürfen. Das ist aus meiner Sicht teils erfreulich (Braunstraße 20, Gerade Querstraße 5), teils aber auch niederschmetternd (Fischstraße 11 und 23).

    Die Ecke an der Fischstraße (Fischstraße 28b / Gerade Querstraße 5) soll eventuell von der städtischen Grundstücksgesellschaft "Trave" bebaut werden.

    LN gab vor fünf Tagen einen Einsturz eines unbewohnten Hinterhauses an der Wakenitzmauer an. Gab es zwei Einstürze oder bezieht sich die Meldung auf das Haus an der Wakenitzmauer? Ist es die Hundestraße 98, Seitentrakt zur Straße "An der Wakenitzmauer" ?

    Hat jemand dazu weitere Infos???

    Ja, ich habe gerade den Artikel gelesen. Erstmal: Es handelt sich um ein Hinterhaus, das von der Straße aus nicht zu sehen ist. Meiner Meinung nach das von Hundestraße 94 (auch wenn das nicht in dem Artikel steht), hier bei Google Maps zu sehen. Es müsste das Haus mit der fehlenden Dachdeckung rechts neben der Lücke in der Hinterhausbebauung sein. Obwohl wie gesagt nicht von der Straße aus zu sehen, ist der Verlust des Hauses extrem bedauerlich. Es handelte sich offenbar um eine alte Kupferschmiede aus dem 15. Jahrhundert, wohl die letzte in Lübeck. Die Rückwand dieser Hinterhausreihe war übrigens zugleich die Außenmauer des ehemaligen Johannisklosters, daher ist in dem Artikel auch der Begriff "Mauerhaus" zu lesen.

    Das war in diesem Fall alles mal wieder eine Verkettung unglücklicher Umstände:

    - In den 60er Jahren gab es "Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück", die die Statik des Hauses beeinträchtigt haben sollen (ich vermute mal, es geht da um den Bau des Kindergartens auf dem Klostergrundstück.

    - Vor einigen Jahren wurde das Hinterhaus des Nachbargrundstücks abgerissen, daher die Lücke in der Hausreihe. Das Problem dabei: Durch den Abriss wurde die gemeinsame Brandmauer mit dem jetzt eingestürzten Hauses stark in Mitleidenschaft gezogen und hätte von dem "abreißenden" Nachbarn ertüchtigt werden müssen, was aber offenbar unterblieb. Seit 2022 gab es dazu wohl einen Rechtsstreit.

    - Der Eigentümer des jetzt eingestürzten Hauses hat es zudem über viele Jahre unterlassen, notwendige Sicherungsmaßnahmen durchzuführen

    Das Haus stand zwar nach Intervention des ehrenamtlichen Denkmalpflegers Sellerbeck seit 2021 unter Denkmalschutz, aber die Denkmalschutzbehörde hat es nie eingehend untersucht, weswegen wohl nicht viel dokumentiert ist. Ob es zumindest ein Foto des Hauses gibt, ist mir nicht bekannt. Leider ist die 3D-Ansicht bei Google Maps für Lübeck seit einiger Zeit offenbar nicht mehr vorhanden. Vermutlich hätte man da aber auch nichts gesehen, weil direkt von dem Haus ein großer Baum steht.

    Hier ist also mal wieder durch Unfähigkeit und Ignoranz ein 600 Jahre altes Baudenkmal zerstört worden. :crying:

    Naja, mit "Absichtserklärung" und möglichen "Änderungen" kann man im Fall des rechten Gebäudes wohl kaum argumentieren. Die Anzahl der Stockwerke wurde zwischen Planung und Ausführung nicht geändert, aber in der Ausführung stehen 2 Stockwerke über das Nachbarhaus über, was in der Visualisierung nicht der Fall war. Demzufolge müsste der Architekt ja entweder zunächst "beabsichtigt" haben, die Stockwerke mit einer Höhe von ca. 1,5m zu bauen oder es liegt eine absichtliche Täuschung der Öffentlichkeit vor. Oder der Ersteller der Visualisierung war einfach unfähig...

    Der Investor fällt mir leider gerade nicht mehr ein...

    Das Grundstück ist durch die Tiefgarage ja zu 100% überbaut. Da wird die Entwässerung auf dasselbe schwierig. In Lübeck zahlt man für jeden Quadratmeter des Grundstücks, der in die Kanalisation entwässert (z.B. Dachflächen und Gehwege), eine Entwässerungsgebühr. Die Kanalisation wurde in Lübeck zum Teil bereits nach Abwasser und Regenwasser getrennt, damit die Abwasserkanalisation bei Starkregen nicht mehr überlaufen kann. Das Regenwasser wird direkt in die Flüsse geleitet und belastet die Klärwerke nicht zusätzlich.

    Ich meine, in der Tiefgarage sind irgendwas um und bei 75 Plätze. Ich hatte das hier weiter oben schon mal genau geschrieben, mag jetzt aber nicht suchen. Die kleine Grundfläche täuscht. Erstens ist die TG zweigeschossig, und zweitens liegen hinter den Einfahrten Aufzüge, so dass kein Platz für Rampen benötigt wird. Es geht dadurch auf jeder Ebene nur etwas mehr als die Fläche zweier Stellplätze verloren.