Posts by frank1204

    Sind für diese Halle am Markt eigentlich Bestechungsgelder geflossen oder wie genau konnte etwas, das sich wirklich überhaupt nicht anpasst und an zentraler Stelle in einer Weltkulturerbe Altstadt steht, genehmigt werden?

    Bestechungsgelder wohl nicht, zumindest würde ich das nicht behaupten wollen, aber es lief in der Tat sehr unlauter. Die Kiste wurde vom damaligen BM Saxe gegen alle Widerstände, insbesondere gegen das Votum seiner eigenen Denkmalpflege durchgedrückt (das gleiche gutsherrliche Verhalten sehen wir ja heute bei BM Lindenau beim Buddenbrookhaus(-keller)).

    Es wurde kurz vor Baubeginn 2002 noch eine Alibi-Unesco-Konferenz abgehalten, auf der den Unesco-Vertretern weisgemacht wurde, dass bereits alle Verträge mit dem Investor und P&C als Mieter rechtsgültig abgeschlossen und nicht mehr aufzuheben seien - was wohl glatt gelogen war. Die Unesco-Leute nahmen das leider ohne Hinterfragung hin, so dass das Unheil dann seinen Lauf nehmen konnte. :wuetenspringen:

    Aber das Thema ist hier eigentlich im falschen Strang.

    Das mittelalterliche Kaisertor

    Naja, mittelalterlich ist nur der untere Teil bis zur Wallkrone, erkennbar an der anderen Steinfarbe. Das von 1300 stammende Tor wurde - wohl wegen zu geringer Nutzung - bereits um 1500 zugemauert, beim Bau der Wallanlagen im 17. Jahrhundert zugeschüttet und der Turm bis auf einen Stumpf abgetragen. Beim Bau des Elbe-Lübeck-Kanals (1895-1900) wurde die dortige Bastion durchschnitten, das Tor freigelegt und wieder geöffnet. Zudem wurde zu der Zeit das heutige Gebäude der Seefahrtsschule auf den Turmstumpf gesetzt.


    Im LN-Artikel steht, dass eventuell die Denkmalpflege einziehen soll, was aber noch nicht sicher ist. Der Verbindungsbau zwischen den beiden auf dem Foto zu sehenden Häusern soll eventuell modern gestaltet werden, um eine Zutat des 21. Jahrhunderts hinzuzufügen - also der übliche Blödsinn. :kopfschuetteln:


    Hier noch die Seite des Projekts. Wenn die KWL die Finger im Spiel hat, bedeutet das meist nichts gutes. Die haben kein Gespür für alte Gebäude (die Forderung nach dem modernen Verbindungsgang stammt denn auch von deren Chef Gerdes), wohl aber für Rendite. :unsure:


    Edit: Passend dazu lese ich gerade im ärmlich gemachten Projekt-Flyer das übliche Geschwafel, das im Normalfall eine Verhunzung beschönigen soll :sad::

    Quote

    "Das alte Gebäude-Ensemble bleibt erlebbar; die baulichen Additionen bieten hierzu einen ästhetisch reizvollen Kontrast."

    Ich weiß nicht, ob das Bild auf der oben verlinkten Projektseite schon den Entwurf darstellen soll oder ob da noch was anderes kommt, bzw. wie groß diese "baulichen Additionen" werden sollen.

    Fotos vom 26.6.2021 - Teil 2


    Abb. 9: Fischstraße 24 und 22. Bei Nr. 22 wird inzwischen bereits der Dachstuhl erstellt.



    Abb. 10: Fischstraße 22, Giebel. Hier sieht man die verkümmerten Giebelstaffeln schon gut. Zu mehr hat man sich leider nicht durchringen können. Die fehlenden "Voll-Staffeln" werden dem Haus leider optisch die notwendige Höhe nehmen, um ein harmonisches Straßenbild mit den beiden Nachbarhäusern zu bilden. Was ich meine, ist links am Anschluss zu Nr. 24 zu sehen. Sehr schade.



    Abb. 11: Fischstraße 11 und 13. Bei Nr. 13 ist die Verklinkerung fast fertig. Was soll ich sagen - es wird eines der besten Häuser werden, wenn nicht sogar das beste! Hier wurden endlich einmal auf übergroße Fenster verzichtet und die Gestaltungsmerkmale der historischen Häuser aufgegriffen.



    Abb. 12: Noch einmal Fischstraße 13. In meinen Augen erweckt das den Eindruck eines historischen Hauses, bei dem man vorübergehend die Fenster zwecks Renovierung ausgebaut hat. Sehr schön!!! Ich bin schon sehr auf das Endergebnis gespannt. Sehr schade, dass das Haus nicht direkt neben der Reko Nr. 17 steht und Nr. 15 dazwischen wohl leider ein "modernes Dreieck" werden wird, wenn da nicht noch ein Wunder geschieht.



    Abb. 13: Weil es mir so gut gefällt, hier noch ein Foto der Fassade



    Abb. 14: Fischstraße 13 und 11, Rückseiten. Auch wenn die Rückseite etwas moderner ist: Selbst mit dem wohl steilsten Dach des Viertels nähert sich Nr. 13 dem Aussehen der historischen Häuser an! :thumbsup:


    Alle Fotos von mir

    Fotos vom 26.6.2021 - Teil 1


    Abb. 1: Jetzt zeigt sich auch Fischstraße 28 ohne Gerüst. Ich bin hin- und hergerissen. Auf den ersten Blick gar nicht so schlecht, weil Stufengiebel und oben endlich einmal etwas Plastitzität in Form dreier Blendnischen. Aber beim genauen Hinsehen gibt es doch viele Negativpunkte:

    - Die obere Giebelstaffel ist zu schmal geraten - warum auch immer man das so gemacht hat

    - Die Steine wirken in der Realität sehr/zu dunkel

    - Das EG wirkt sehr gedrungen - sind das wirklich die vorgeschriebenen 4,5m Mindesthöhe? Ich habe da meine Zweifel.

    - Durch die sehr großen Fenster haben wir im 1. und 2. OG eher eine Raster- denn eine Lochfassade, sehr grenzwertig, es sollten ausdrücklich Lochfassaden sein

    - Die durch die bodentiefen Fenster notwendig gewordenen Absturzgitter stören extrem. Solche Gitter sind hier eigentlich auch unerwünscht. Im Gestaltungsleitfaden für das Viertel liest man auf Seite 47 zu dem Thema folgendes:

    Quote

    Fenster

    ...

    Annähernd fassadenbündige und nach außen aufschlagende Fenster entsprechen am ehesten der Gestaltung in der Lübecker Altstadt. Letztere haben gegenüber nach innen aufschlagenden auch den großen Vorteil, dass bei bodentiefer Ausführung die dann notwendigen Absturzgitter innen angebracht werden können und weder als Gestaltelement die Ansicht prägen noch in teurer Glasausführung nur scheinbar versteckt werden.

    Keine Ahnung, warum sie hier so genehmigt wurden.

    - Das linke der drei Fenster im 3. OG (untere Reihe im Dachbereich) wurde offenbar verkehrtherum eingebaut! Ist das ein Versehen oder Absicht? In der Visualisierung ist die schmale Scheibe links außen. Das wäre dann auch symmetrisch innerhalb des Stockwerks und zudem passend zur darüberliegenden Blendnische!



    Abb. 2: Fischstraße 28, oberer Teil. Hier ist ein weiterer Negativpunkt zu sehen: Die Fenster liegen viel zu tief in der Fassade. Das war nur im Dachbereich (Thema "Speicherluken") gewünscht - darunter sollten sie möglichst dicht an der Fassadenoberfläche liegen (siehe auch obiges Zitat aus dem Leitfaden). Der Architekt hat den Leitfaden in diesem Punkt offensichtlich ignoriert, und der Beirat hat das alles ohne Beanstandung durchgewunken. Motto offenbar: "Was scheren uns unsere eigenen Regeln"...



    Abb. 3: Fischstraße 28, EG. Die Rustizierung ist ein kleiner Lichtblick, aber auch hier liegen die Fenster zu tief in der Fassade. Und: Das gedrungene EG hätte optisch deutlich höher gewirkt, wenn man die Rustizierung bis unter die Fenster im 1. OG hochgezogen hätte.



    Abb. 4: Fischstraße 28, Rückfassade. Hier ist gut zu sehen, dass das Haus hinten deutlich breiter ist als an der Straße, bedingt durch die Beibehaltung des historischen Eckparzelle an der ehemaligen Krummen Querstraße.


    In diesem Zusammenhang sei eine kleine Korrektur erlaubt:

    Einziger - oder besser gesagt Hauptwermutstropfen ist dort die Verschiebung der Einhäuschen Querstrasse.

    Die Einhäuschen-Querstraße wurde nur ganz geringfügig verschoben und liegt zumindest teilweise sogar noch auf ihrem alten Verlauf. Du meintest sicher die Krumme Querstraße, die um zwei Parzellen nach Westen/bergab gewandert ist, begradigt wurde (und dadurch völlig ihren ehemaligen Charme verlor) und zudem der Geraden Querstraße, zugeschlagen wurde, die urpsrüngliche nur zwischen Alf- und Mengstraße verlief. Neben der Verschiebung wurde also auch der Straßenname aus dem als Welterbe gerühmten historischen Stadtgrundriss getilgt.



    Abb. 5: Blick über die Baustelle der Tiefgarage Richtung Fischstraße. Hier hat sich im Vergleich zu meiner letzten Bilderserie vom 11.6. optisch nicht so sehr viel getan, aber die Herstellung der Verschalung ist bestimmt sehr aufwändig.



    Abb. 6: Es folgen ein paar Erdgeschossaufnahmen, da ich die EGs bei den meisten Häusern für gelungen halte. Hier: EG Fischstraße 24; es ist inzwischen fertig. Die Höhe des Erdgeschosses ist absolut beeindruckend, wenn man direkt davorsteht. Das kommt auf den Foto gar nicht so gut heraus: Ich bin knapp 1,80m groß, und die Unterkante der Fenster liegt auf meiner Augenhöhe, so dass ich nicht hineinsehen kann! Man kommt sich da richtig klein vor. Fischstraße 24 ist übrigens die einzige Fassade des Neubaugebiets mit Kellerfenstern.



    Abb. 7: EG Fischstraße 21. Trotz der verschiedenen Formen und Farben finde ich es gelungen - na gut, das Rot hätte ich nicht unbedingt gebraucht und verstehe diese zwei verschiedenen Rahmenfarben auch nicht so ganz. Das Grau in der Mitte ist doch viel angenehmer und passender zum Klinker...



    Abb. 8: EG Fischstraße 19. Schöne Fenster - hoffentlich wird die Tür einigermaßen passend.


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    Ein Rückblick


    Da hier verschiedentlich eine deutliche Kritik, bisweilen gar Ablehnung der Neubauten geäußert wird, halte ich es für an der Zeit einmal zu zeigen, woher wir denn überhaupt kommen.

    Ich glaube, die folgenden Bilder relativieren vieles und zeigen deutlich, was trotz der zugegebenermaßen vorhandenen Unzulänglichkeiten an Stadtreparatur erreicht wurde:


    Abb. 1: Das Gründungsviertel am 7.9.2008 vom St.-Petri-Turm aufgenommen. Das da noch ganz neue Studentenwohnheim in der Fischstraße liefert einen Orientierungspunkt. Links davon die Berufsschulen beidseits der mittleren Fischstraße. Hinten links der Bildmitte die historischen Häuser in der Mengstraße.



    Abb.2: Die Alfstraße am 3.4.2013. Die Schule ist zum bevorstehenden Abriss eingezäunt. Die Marienkirche hat am Nordturm bereits das noch immer vorhandene Gerüst! :kopfschuetteln:



    Abb. 3: Die Gerade Querstraße am 3.4.2013. Ganz rechts das heute noch vorhandene Bedué-Haus Ecke Fischstraße/Einhäuschen Querstraße



    Abb. 4: Die Fischstraße am 25.10.2009. Unter dem flachen, kellerlosen Glasgang links hatten sich die historischen Kellerreste Fischstraße 24-28 erhalten, die in die Neubauten integriert wurden.



    Abb. 5: Noch einmal Fischstraße am 25.10.2009. Die rechte, zuerst abgerissene Schule steht da noch. Unter dem ehemaligen Parkplatz an der Einhäuschen-Querstraße laufen bereits Ausgrabungen. Das Mosaik - Kunst am Bau aus der Entstehungszeit der Schulen - wurde meines Wissens nach leider nicht ausgebaut und mit dem Abriss vernichtet. Das hätte man ja zumindest als kleine Reminiszenz an die Schulen retten und in einen der Neubauten integrieren können.



    Abb. 6: Einhäuschen-Querstraße am 25.10.2009. Rechts die Eckbebauung an der Braunstraße.



    Abb. 7: Blick von der Braunstraße zu Fischstraße am 25.10.2009. Zu sehen ist die Ausgrabung auf dem Gelände des sich hier vormals befindenden Parkplatzes. Hier entsteht gerade die Tiefgarage des Investorengrundstücks.


    Aus der Braunstraße konnte ich jetzt auf die Schnelle leider kein Bild finden.


    Den Vergleich mit meinen Bildern von heute (siehe ein paar Beiträge weiter oben) möge nun jeder selbst anstellen und für sich beurteilen.


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    Du meinst das Studentenwohnheim? Das war ja schon 10 Jahre eher da und gehört nicht zum aktuellen Baugebiet. Und ja, das hätte so nicht genehmigt werden dürfen. Aus optischen Gründen und weil es zumindest im Dachbereich nicht der Gestaltungssatzung entspricht, die hier Satteldächer vorschreibt. Aber die Gestaltungssatzung als geltendes Baurecht scheint in Lübeck nicht so wichtig zu sein (siehe auch Neubauten am Ellerbrook, das Beckergruben-Eck, P&C am Markt oder das Haerder-Center). Keine Ahnung, auf welcher Grundlage man überhaupt solche in meinen Augen bzw. ganz offenbar rechtswidrigen Baugenehmigungen erteilen konnte. huh:)

    Fotos vom 11.06.2021 - Teil 2: Fischstraße


    Abb. 10: Fischstraße 19 jetzt komplett ohne Gerüst und ohne Schutzfolien auf den OG-Fenstern



    Abb. 11: Die in meinen Augen sehr ansprechende "Gruppe" Fischstraße 17-21.



    Abb. 12: Fischstraße 11 und 13 - der Bau schreitet auch hier voran Bei Nr. 13 ist das EG bereits verklinkert.



    Abb. 13: Fischstraße 13, Verklinkerung. Die Steine sehen aus, als seien Sie mal gestrichen oder geschlämmt gewesen. Das werden ja wohl keine Ausblühungen sein? Sie passen jedenfalls von der Farbe und der unregelmäßige Struktur her sehr gut in die Altstadt. Sieht beinahe aus wie eine historische Wand. Ganz anders als diese aalglatten Industrieziegel bei einigen anderen Häusern! Das wird wohl ohnehin ein sehr schönes Haus werden.



    Abb. 14: Gegenüber auf der andere Seite noch einmal Fischstraße 18 und 16 mit St. Marien.



    Abb. 15: Links daneben: Das Haus Fischstraße 20 ist jetzt auch im Bau. Der Keller ist bald fertig. Hinten die Rückseiten der Alfstraße.



    Abb. 16: Fischstraße 24 und 22. Nr 22 hat inzwischen beinahe die komplette Höhe erreicht. Leider kommen hier nur verkümmerte Giebelstaffeln, aber immerhin kein reines Dreieck.


    Abb. 17: Zum Abschluss ein Blick nach Westen in die Fischstraße. Es wird langsam.


    Neben den oben erwähnten Häusern Alfstraße 25 und Fischstraße 20 ist übrigens inzwischen auch der Keller von Fischstraße 28a im Bau.


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    Fotos vom 11.06.2021 - Teil 1: Braun- und Alfstraße


    Ich musste heute vormittag in die Stadt und habe die Gelegenheit genutzt, ein paar aktuelle Fotos zu machen.


    Abb. 1: Braunstraße 18, seit Dienstag ohne Gerüst. Ein dem Vorkriegsbau nachempfundenes Haus. Im Großen und Ganzen nicht schlecht, aber wie ich bereits schrieb sehr schade, dass die Fenster entgegen des ursprünglichen Entwurfs zu sehr in der Mitte zusammengepfercht wurden, die Tür nun ganz an die Seite rückte und zudem ihre Höhe einbüßte. Diese mein ästhetisches Empfinden extrem störende Tür würde eher in einen Vorstadt-Wohnblock passen als in dieses Altstadthaus. Das große EG-Fenster gefällt mir dagegen ausgesprochen gut.



    Abb. 2: Die Nordseite der Braunstraße mit dem ausgerüsteten Haus Nr. 18.



    Abb. 3: Ansicht von noch etwas weiter "oben" zusammen mit den vier historischen Häusern.



    Abb. 4: Nordseite der Braunstraße aus der entgegengesetzten Richtung (von Westen).



    Abb. 5: Baustand auf dem Investorengrundstück an der Einhäuschen Querstraße. Die obere Tiefgaragenebene erhält gerade ihre Decke. Danach wird mit dem EG begonnen werden.



    Abb. 6: Neue Fassadenproben, vermutlich für den Investorenbau. Das EG wird teilweise geschlämmt werden.



    Abb. 7: Die Südseite der Alfstraße von Osten gesehen. Auch wenn man sich über die fehlenden Giebelgestaltungen ärgern kann, gibt das ganze inzwischen immerhin farblich ein harmonisches und stimmiges Gesamtbild ab wie ich finde.



    Abb. 8: Ähnliche Ansicht im Querformat. Hier sieht man, dass die Straße durch die aufgeweitete Nachkriegsbebauung rechts noch zu locker bebaut wirkt und kein wirkliches Altstadtgefühl aufkommt - anders als in den beiden anderen Straßen. Hier besteht nach wie vor Handlungsbedarf. Die historische Bauflucht verlief in etwa auf dem Kantstein zwischen Parkstreifen und Fußweg (auch hinten an der historischen Restbebauung zu sehen).

    Der hinten zu sehende Kran steht aus Platzmangel mitten auf der Straße und gehört zur Baustelle des Hauses Nr. 25, bei dem der Keller inzwischen fast fertig ist.



    Abb. 9: Alfstraße 17-21 mal aus ungewöhnlicher Perspektive aus dem Durchgang zur Mengstraße gesehen. Die zu sehende Buchhandlung ist einer der wenigen Läden des Viertels.


    Alle Fotos von mir

    Danke für die vielen schönen Bilder! :thumbsup:


    Aber wofür sind denn diese schrecklichen gelben Kästen im Laubengang? Die kommen doch hoffentlich noch weg?:wie:

    Ja, Fenster und Tür kommen wohl auch neu.

    Um die Denkmalpflege zu beruhigen, wurde übrigens noch erwähnt, dass man ohnehin nicht exakt dieselben Ziegel herstellen könnte und man den neuen Teil daher erkennen wird. Also ein kleiner Bruch im Material. Hoffentlich reicht das.


    Warum denkt die Denkmalpflege ein Denkmal eigentlich immer nur von der Originalsubstanz her? Ein Ansatz wäre doch auch, den Entwurf des Architekten als Original zu sehen. Und der Architekt hat ja nun nicht diesen Torso entworfen. Es wäre doch dann nicht unredlich, den Originalentwurf wiederherzustellen.

    Und was genau findet der Denkmalschutz jetzt an dieser unfertigen Version schützenswert?

    Es ist doch immer dasselbe unsinnige Argument der Denkmalschützer: Es darf nur alt und original aussehen, was auch alt und original ist. Reko ist Lüge und muss unter allen Umständen unterbleiben. Aber wo ist da die Grenze? Warum darf ich bei St. Marien große Teile des Mauerwerks an den Türmen austauschen, die dann auch nicht mehr original sind, aber einen Zwerchgiebel, von dem noch ein Teil erhalten ist, nicht wieder vervollständigen? :kopfschuetteln:

    Hallo Lubeca,


    dann mal herzlich willkommen im Forum! Mittlerweile sind hier ja schon ganz schön viele Lübecker unterwegs! :thumbsup:


    Danke für den Bericht - ich wollte es nahezu genauso schreiben, hatte aber noch kein eigenes aktuelles Foto zur Hand und kannte auch den Bericht von HL-Live noch nicht. Danke für den Link.


    Ich war am letzten Donnerstag bei der Online-Sitzung des Gestaltungsbeirat dabei, also einer von den genannten "knapp 30" Personen. Ganz genau waren es laut Angabe in Webex Meetings im Maximum 27 Teilnehmer/innen.


    Das Thema "Fünfhausen 21-25" lief so ab: Das Lübecker Architekturbüro Riemann war mit dem Projekt bereits Ende des letzten Jahres im Beirat (den Termin hatte ich wohl verpasst) und plante schon da, den im Krieg verstümmelten Zwerchgiebel sehr nahe am Original wiederherzustellen. Der Beirat gab dem Architekten derzeit als Aufgabe mit auf den Weg, eine weitere, zeitgenössische Alternative zu entwerfen. Herr Riemann präsentierte einen ganz passablen Treppengiebel der mir auch gut gefiel. Ich kann leider kein Bild zeigen, weil Aufzeichnungen aus der Sitzung ausdrücklich nicht erlaubt waren.


    Der Beirat kam dann allerdings zu der Meinung, dass der Treppengiebel auf dem unteren Teil des ehemaligen Schweifgiebels, von dem dort ja noch Voluten vorhanden sind, doch sehr merkwürdig aussähe und plädierte nun doch für die "Reparatur" des alten Giebels. Der Begriff "Rekonstruktion" wurde dabei auffällig vermieden. Ich wunderte mich erst, wusste dann aber auch warum: Es meldete sich Frau Dr. Hunecke von der Lübecker Denkmalpflege zu Wort und fragte hörbar konsterniert, ob der Beirat tatsächlich gegen das Votum der Denkmalpflege für einen zeitgenössischen Giebel stimmen würde? Der Sprecher des Beirats antwortete darauf relativ blumig, aber am Ende kam dann doch ein eindeutiges "Ja" heraus, wobei ich mir eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen konnte. :koenig:


    Ergo: Wenn alles läuft wie es am Ende der Sitzung feststand, werden wir hier demnächst eine kleine Reko des Giebels, den ich dem Heimatschutzstil zuordnen würde, erleben. Auch die beiden merkwürdigen Nachkriegs-Loggien links und rechts neben dem Giebelrest werden verschwinden und das Mansarddach wiederhergestellt werden! :daumenoben:

    Fotos vom 9.5.2021


    Hier wieder ein paar Fotos von heute:


    Abb. 1: Die Fassade Fischstraße 19 zeigt sich jetzt auch gerüstfrei - zumindest oberhalb des EGs. Ohne den direkten Vergleich halte ich es für eine sehr gelungene Adaption der historischen Fassade. Einer meiner großen Favoriten im Viertel! :daumenoben:



    Abb. 2: Fischstraße 19, Vorkriegszustand (Quelle: Wikipedia, dort als "vermutlich gemeinfrei" gekennzeichnet). Im direkten Vergleich ist der Neubau dann doch etwas zu wenig plastisch geraten - die Eintiefungen hätte gerne noch etwas deutlicher ausfallen dürfen. Das ist allerdings Kritik auf hohem Niveau - im großen und ganzen finde ich die Fassade sehr gelungen und freue mich darüber. Sehr schade ist nur, dass es mit der früher angedachten Rekonstruktion dieser wichtigsten Fassade im Bereich des Neubaugebiets dann doch nichts geworden ist.



    Abb. 3: Fischstraße 19, Giebel im Detail. Neben den Hochblenden und den Doppelluken-Blindfenstern wurden sogar die Friese mit hochkant gestellten Steinen zitiert.



    Abb. 4: Fischstraße 21



    Abb. 5: Fischstraße 17-21. Eine sehr schöne und angenehme Fassadenabfolge. Schade, dass Nr. 13 (siehe Abb. 7) mit seinem Treppengiebel nicht links direkt anschließt, sondern dazwischen noch Nr. 15 wohl mit einem langweiligen Dreiecks-Giebel das schöne Bild unterbrechen wird.



    Abb. 6: Fischstraße 17-21, Detail der Fassadenabfolge. Wenn das ganze Viertel so aussähe, hätte ich kaum etwas zu meckern...



    Abb. 7: Fischstraße 13 (und 11 links). Der Rohbau ist fertig, hier müsste es bald mit der Verklinkerung losgehen. Das sollte ein sehr schönes Haus werden!



    Abb. 8: Blick die Fischstraße hinunter Richtung Westen. Links Nr. 11-21. Man bekommt schon einen sehr schönen Eindruck, wie schmal die Straße wirken wird. Das sieht hier für mich schon sehr altstadttauglich aus!



    Abb. 9: Braunstraße 18. Auch hier ist der Rohbau fertig. Der Fassadenputz sollte bald kommen. Ich bin gespannt, wie das Haus am Ende wirken wird. Mir sind die Fensterachsen nach wie vor zu sehr in der Mitte zusammengequetscht worden. Das war im ersten Entwurf deutlich besser.



    Abb.10: Das schon länger fertige und hier auch schon länger nicht mehr gezeigte "Klein"haus Gerade Querstraße 3. Im mittäglichen Streiflicht wirkt die Fassade doch deutlich interessanter, plastischer und altstadtkonformer als gedacht.


    Alle Fotos, außer Abb. 2, von mir

    Vielen Dank, Maxileen, für die ausführliche Dokumentation!


    (ja, auch das hellgrau verputzte Gebäude rechts ist historisch, obwohl man an der Fassade durch den schmutzig wirkenden Putz, das Garagentor, die querliegenden Fenster und die Plastikhaustür alles verunstaltet hat, was nur geht)

    Naja, das Dreieck des Zwerchgiebels ist immerhin noch original vorhanden. :wink:

    Es ist mir unbegreiflich, wie man ein vermutlich im Kern aus der Renaissance stammendes Haus derart verhunzen kann. Und vor allem: Wie kann man denn bloß auf die Idee kommen, bei einer so kleinen Grundfläche auch noch einen Großteil der ohnehin schon sehr begrenzten Wohnfläche für eine Garage zu opfern? :kopfschuetteln:


    Der größte Vorteil des Neubaus ist, dass nun nach über 75 Jahren endlich die gesamte Straßenflucht wieder geschlossen ist.

    Nicht nur der größte, sondern der einzige Vorteil. Ansonsten ist das alles einfach nur schrecklich. Der Klotz könnte in jedem Vorort stehen, passt aber in keinster Weise in die historische Altstadt.


    Die vier Reihenhäuschen Ellerbrook 9-15 und der etwas höhere Bau Nr. 17 rechts daneben sind übrigens alles, was der Krieg von der Straße übriggelassen hat (wobei Nr. 19 glaube ich erst in den Sechzigern abgerissen wurde).

    Wahrscheinlich wurde Nr. 19, ca. gleich groß wie Nr. 17, sogar noch später abgerissen. Auf dem Bollmann Bildplan von 1980 ist es noch drauf, auf dem von 1990 nicht mehr.


    Soweit ich weiß, durfte man ihn auch nur deshalb noch nach den alten Entwürfen bauen, weil die Baugenehmigung damals schon erteilt wurde. Heute würde der Entwurf wohl (hoffentlich) nicht mehr durch den Gestaltungsbeirat gehen.

    Kann man denn eine Baugenehmigung nicht widerrufen, bzw. werden die nicht generell befristet erteilt? Aber auch ohne Gestaltungsbeirat hätte es gar keine Baugenehmigung geben dürfen, weil der Bau die Vorgaben der Gestaltungssatzung, die als geltendes Baurecht zu beachten ist, nicht erfüllt. Sie schreibt hier u.a. rote Satteldächer mit mindestens 30° Neigung vor. Klagen hätten aber wohl nur die direkten Nachbarn gedurft, und wer macht das schon...

    Ich habe das Foto etwas schief aufgenommen. Eigentlich ist es eher der rechte, südliche Turm, der sich noch stärker als der nördliche nach außen neigt.

    Die Neigung wird sicher nicht durch den Krieg gekommen, sondern im Laufe der Jahrhunderte durch den absackenden Boden entstanden sein.

    Vor dem Krieg wurden die Türme sogar durch massive Balken als Zuganker zusammengehalten wie auf diesem Foto der Alfstraße zu sehen ist:


    Foto: Wilhelm Castelli, 1938


    Beim Wiederaufbau nach dem Krieg verzichtete man auf neue Zuganker. Offenbar ist es gelungen, die Türme anderweitig zu stabilisieren.


    Beim Dom hingegen wurden die ebenfalls 4 Zugankerbalken zwischen den Türmen nach dem Krieg durch zwei neue ersetzt.

    Fotos vom 23.4.2021


    Ich musste heute morgen in die Stadt und habe die Gelegenheit gleich wieder für ein paar neue Fotos genutzt, auch wenn die letzten noch nicht lange her sind:


    Abb. 1: Alfstraße 21 ganz frisch ausgerüstet. Der Treppengiebel ist zwischen den ganze Dreiecken - wie schon mit Gerüst vermutet - eine Wohltat! Die Farbgebung empfinde ich als passend und angenehm. Allerdings fehlt es auch dieser Fassade wie so vielen leider an Plastizität. Mit angedeuteten Hochblenden - wie etwa bei Fischstaße 16 - wäre die Fassade noch um Längen besser gewesen. Etwas schade, aber diese Fassade wurde auch bereits ganz am Anfang geplant, als für mehr Authentizität wohl noch der Mut fehlte.



    Abb. 2: Alfstraße 21, Eingang. Es war von vornherein geplant, für dieses Haus eine historische Tür zu finden und einzubauen. Es sieht so aus, als sei das gelungen. Allerdings wirkt diese an sich schöne Tür hier ziemlich merkwürdig. In Form und Farbe (kann man die nicht wenigstens noch grün streichen?) sieht das für mich eher nach einer Innentür aus, zudem wirkt sie in der hohen Wandöffnung sehr gedrungen (was kommt wohl darüber noch?) und liegt außerdem noch ziemlich tief in der Fassade. Die in der Visualisierung des Entwurfs dargestellte zweiflügelige hohe Kassettentür hätte hier viel besser gepasst - zur Not hätte man sie eben neu anfertigen müssen. Wie so etwas aussieht und wirkt, kann man sich beim Haus Fischstraße 17 ansehen.



    Abb. 3: Eingang Alfstraße 21 noch einmal im Detail.



    Abb. 4: Blick in den Blockbinnenhof zwischen Braun- und Fischstaße: Hier hat man bereits einen Teil der Mauern errichtet, die auf den Grundstücksgrenzen vorgeschrieben sind. Hierdurch werden die historischen Parzellen aus der Luft gut zu erkennen sein.



    Abb. 5: Die Mauer noch einmal etwas größer. Die Höhe lässt sich anhand der Person auf ca. 2,5m abschätzen. Das ist - ohne jetzt genau nachgesehen zu haben - glaube ich auch die vorgeschriebene Höhe.



    Abb. 6: Mal ein etwas entfernterer Blick von der anderen Traveseite in die Alfstraße. Wenn der Baum demnächst grün ist, wird man leider nichts mehr sehen können.



    Abb. 7: Und ein gleichartiger Blick in die Fischstaße. Hier sieht man etwas mehr. Das sieht schon sehr interessant aus wie ich finde. :daumenoben:


    Alle Fotos von mir

    Kenne ich gar nicht, sieht sehr interessant aus! Ja, manchmal findet man auf dem Flohmarkt solche Schätzchen, hatte ich auch schon.

    Ich bin immer auf der Suche nach alten und möglichst unbekannten Lübeck-Bildern. Kannst Du aus dem Buch ein paar schöne einscannen und hier zeigen? Würde ja auch wieder mehr zum Thema "Lübeck (Galerie)" passen! :biggrin:

    In dem Buch - Dokumentation "Bomben gegen Lübeck" von Lutz Wilde (Verlag Schmidt Römhild) über die Zerstörungen in Lübecks Altstadt 1942 sind auf Seite 64 unten diese zwei Bilder zu sehen:

    ...

    Helfen diese vielleicht weiter?

    Vielen Dank für die Bilder. Das sehr bedrückende Buch habe ich natürlich auch, war aber nicht auf die Idee gekommen, dort hineinzusehen. Auf dem Foto nach dem Bombenangriff sieht man deutlich, dass das Haus Kohlmarkt 14 noch größtenteils stand (nur der Dachbereich war weg). Es sieht tatsächlich so aus, als sei es bis zur Zerstörung - wie ich bereits vermutete - als einziges wilhelminisches am Markt nicht vereinfacht worden.

    Da scheint etwas nicht zu stimmen. Die Fassade des ausgebrannten Hauses mit der Aufschrift "[...]Pein" scheint keine Ornamentik aufzuweisen.

    Was soll da nicht stimmen? Ich schrieb doch 4 Beiträge weiter oben:

    Man erkennt sehr gut. welche Maßnamen im Rahmen der "Entschandelung" durchgeführt wurden:

    ...

    - Das wilhelminsche Haus von J. S. Pein im Südriegel (rechts mit dem offenbar gerade fertiggestellten hellen roten Dach) wurde ebenfalls stark vereinfacht und auf die Traufhöhe des Nachbarhauses heruntergezont.

    Soweit ich weiß, wurde Kohlmarkt 14 zusammen mit etlichen anderen historistischen Bauten schon vor dem Krieg im Zuge der "Altstadtverbesserungen" eines Großteils seines Fassadenschmucks beraubt. Also selbst wenn es den Krieg überlebt hätte, würde es heute nicht mehr so aussehen wie 1886.

    Bist Du Dir da sicher? Ein Foto würde mich da sehr interessieren. Ich kenne dieses:


    Quelle: Buch "Lübeck in Farbe" von Thorsten Albrecht, 2008. Original in der Fotosammlung des St.-Annen-Museums Lübeck


    Man erkennt sehr gut. welche Maßnamen im Rahmen der "Entschandelung" durchgeführt wurden:

    - Die wilhelminischen Häuser des Markt-Nordriegels links neben dem Rathaus wurden stark vereinfacht und erhielten glatte Putzfassaden in Anlehnung an ihre klassizistischen Vorgänger

    - Der neugotische Marktbrunnen von 1874 wurde abgerissen

    - Die Bäume der wilhelminischen Platzgestaltung sind verschwunden

    - Das Reichspostgebäude links wurde stark vereinfacht - es verlor sämtlichen Fialen, Dachgauben und -schmuck sowie die obersten Giebelstaffeln

    - Das wilhelminsche Haus von J. S. Pein im Südriegel (rechts mit dem offenbar gerade fertiggestellten hellen roten Dach) wurde ebenfalls stark vereinfacht und auf die Traufhöhe des Nachbarhauses heruntergezont.


    Nur das Haus Kohlmarkt 14, siehe am unteren Bildrand rechts neben der Reichspost, steht noch "in vollem Ornat" da.

    In demselben Buch ist ein gleichartiges Foto von 1939, auf dem das Pein-Haus ebenfalls noch in der hohen wilhelminischen Version zu sehen ist. D.h. das obige Foto muss von mindestens 1940 sein. Wenn, dann müsste Kohlmarkt 14 also zwischen Mitte 1940 und Anfang 1942 vereinfacht worden sein. Da ich glaube, dass man zu der Zeit bereits andere Sorgen hatte, kann ich mir den Umbau bis zur kurz darauf folgenden Zerstörung eher nicht mehr vorstellen.


    Interessant ist auch die Tatsache, dass hauptsächlich wilhemische Bauten direkt am Markt vereinfacht wurden, diese aber in der sonstigen Altstadt weitgehend unbehelligt blieben.


    Und so sehr ich den Historismus auch mag, der Bau war echt zu viel des Guten. Er erdrückte ja auch das gotische Nachbarhaus, das er einfach mal um zwei Vollgeschosse (plus ein ausgebautes Mansardengeschoss) überragte.


    Auf dieser historischen Postkarte von ca. 1890 (habe leider keine bessere Auflösung) sieht man das Haus Kohlmarkt 14 noch einmal von der "anderen" Seite. Deutlich zu erkennen ist hier, dass der Blick vom Markt aus auf die Petrikirche beeinträchtigt wird. Wohl nicht ohne städtebaulichen Grund haben zuvor ausgerechnet an dieser Ecke die niedrigsten Häuser der gesamten Marktrandbebauung gestanden.



    Hier übrigens als Ergänzung zum Thema "Kohlmarkt 14" noch ein historisches Foto des Markt-Südriegels von 1874:


    Quelle: Wikipedia, gemeinfrei


    Auf diesem Bild des gerade fertiggestellten Marktbrunnens sieht man als "Beifang" ganz rechts in der schmalen Lücke zwischen dem Markt-Südriegel und dem rechts zu sehenden südlichsten Haus des später für die Reichspost abgerissenen Westriegels das alte Fachwerkhaus Kohlmarkt 14 . Man sieht, wie niedrig das Haus war, und dass die Fenster im 1. OG oben offenbar rundbogig, wohl barock, waren.

    Das passt jetzt hier eigentlich nicht mehr in den Galeriestrang, aber ich beantworte die Frage mal trotzdem.


    Vor 1886 stand an der Ecke ein relativ einfaches Fachwerkhaus wie auf dieser Zeichnung von vor 1883 ganz rechts zu sehen:


    Quelle: Wikipedia, dort als "vermutlich gemeinfrei" gekennzeichnet.


    Man muss dazu wissen, dass die direkt am Markt stehenden kleineren Häuser ursprünglich aus Marktbuden entstanden, die mit der Zeit immer weiter ausgebaut wurden. Der eigentliche Marktrand wurde durch die größeren und reicheren Häuser (Schüsselbuden-Westseite/Kohlmarkt-Südseite/Breite Straße-Ostseite/Mengstraßen-Nordseite) um diesen inneren Bereich herum gebildet.


    Die komplette auf dem Bild zu sehende Bebauung (außer dem Haus Kohlmarkt 14 und natürlich der Marienkirche) wurde 1882 für das überdimensionierte neugotische Reichspostamt abgerissen.


    Nach dem Krieg wurde der Markt-Südriegel, dessen westlichen Abschluss Kohlmarkt 14 bildete, um etliche Meter (um mehr als die komplette Haustiefe) in die Marktfläche hineinversetzt, um dadurch die Straße Kohlmarkt verkehrsgerecht zu verbreitern. D.h. ein Wiederaufbau dieser Häuser stünde ohnehin nicht zu Debatte, weil die Grundstücke auf der Straßenfläche liegen.