Posts by frank1204

    Fotos vom 10.10.2021


    Und schon wieder eine kleine Bilderserie:


    Abb. 1: Alfstraße 25. Das 2. OG ist fertig und oben zeichnet sich schon der - mir zu klein gestufte, aber immerhin - Treppengiebel ab.



    Abb. 2: Fischstraße 28a. Hier ist das 2. OG bereits sehr fortgeschritten.



    Abb. 3: Fischstraße 22. Die Verklinkerung ist fertig. Im Prinzip fehlen nur noch die Fenster.



    Abb. 4: Fischstraße 22, Giebel.



    Abb. 5: Fischstraße 20. Das 1. OG ist fertig.



    Abb. 6: Fischstraße 13 und 11, Rückseiten.



    Abb. 7: Fischstraße 11 und 13. Bei Nr. 11 ist die Verklinkerung inzwischen fertig, bei Nr. 13 sind jetzt auch an der Straßenseite die Fenster drin.



    Abb. 8: Fischstraße 13, Straßenfassade. Das Gerüst könnte wohl bald fallen.



    Abb. 9: Noch einmal Fischstraße 13 im Detail. Bei den Fenstern hat man - soweit ich das sehen kann - glücklicherweise auf die in der Visualisierung noch dargestellten "Unterlichter" verzichtet. :daumenoben:



    Abb. 10: Zum Schluss noch ein imposantes Bild: St. Marien ohne Gerüste von der Ecken Braunstraße/Schüsselbuden gesehen. Leider wurde die im Krieg zerstörte Budenreihe vor der Westseite der Kirche nicht wiederaufgebaut. Die wäre als Maßstabsgeber städtebaulich dringend erforderlich.


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    HL-Live berichet heute, dass es in der Bürgerschaft großen Widerstand gegen die von Bürgermeister Lindenau genehmigte Teilzerstörung des unter Denkmalschutz stehenden mittelalterlichen Gewölbekellers Mengstraße 6 gibt. Teile der Gewölbe sollen ja für eine Treppe weichen, die angeblich für den Rundgang im neuen Buddenbrookhaus zwingend benötigt wird. Lindenau hat in der aktuellen Sitzung versucht, die Pläne durchzudrücken, stieß aber zum Glück auf massive Kritik von fast allen Fraktionen.


    Für die zerstörungsfreie Variante, die Treppe hinten an das neue Haus anzubauen, müsste mit den Anliegern gesprochen werden. Unglaublich: Laut dem HL-Live-Bericht ist es dem Herrn Bürgermeiser "zu kompliziert, Anlieger zu erreichen, die sich um Ausland befänden"! Er hat ja bisher auch nur ein paar Jahre Zeit dafür gehabt. Es ist nicht zu fassen. Daran sieht man, dass ihm - wie auch schon seinem Vorgänger Saxe - das jahrhundertealte wertvolle bauliche Erbe der Welterbestadt und die Meinung seiner Fachleute offenbar am Allerwertesten vorbeigehen - und hier auch noch aus reiner Bequemlichkeit. In meinen Augen ist so ein Bürgermeister nicht mehr tragbar.


    Ach ja - ganz nebenbei sind bereits vor Baubeginn die Kosten um 8,9 auf 33,5 Millionen Euro gestiegen. Dieses vollkommen unsinnige Prestige-Projekt gehört komplett eingestampft. Eine Modernisierung im Bestand wäre völlig ausreichend.

    Der Anschluß an das Schloß kann problemlos wieder hergestellt werden

    Ist das so? Ich möchte jetzt nicht alle über 3600 Beiträge in diesem Strang danach durchsuchen, aber ich meine vor langer Zeit hier mal gelesen zu haben, dass das Schloss ja nicht zu 100% auf dem Originalgrundriss wiederaufgebaut wurde, sondern in exakter Rechtwinkligkeit, so dass es bei den Fassaden Abweichungen zum Original von bis zu einem Meter gäbe und dass die am Originalstandort wiederaufgebauten Kolonnaden daher genau auf ein Fenster anstatt auf einen Zwischenraum treffen würden, schlösse man sie an das Schloss an? Oder trügt mich meine Erinnerung dermaßen?

    Fotos vom 26.9.2021


    Nach dem Wählen bin ich vorhin bei Bilderbuchwetter und 25°C dann mit dem Fahrrad gleich weiter zum Gründungsviertel gefahren und habe ein paar neue Fotos gemacht:


    Abb. 1: Fischstraße 11. Die Fassade wurde inzwischen komplett verklinkert. Es fehlen nur noch die Fenster. Links am Anschluss zu Nr. 7-9 sieht man jetzt deutlich, was ich schon des öfteren kritisiert habe: Durch das Fehlen eines Schaugiebels wird man von der Straße aus fast zwei Stockwerke hoch die kahle Brandmauer von Nr. 7-9 sehen. Mit einem Treppengiebel bei Nr. 11 hätte man das deutlich abmildern können. Ich verstehe nicht, dass auf so etwas bei der Planung des Viertels nicht geachtet wurde.



    Abb. 2: Fischstraße 13. Die Fassade wurde jetzt hell geschlämmt, was ich etwas schade finde, da mir die historisch anmutenden Steine gut gefielen. Aber so geht es natürlich auch noch.



    Abb. 3: Fischstraße 20. Offenbar entstehen entgegen der Vermutung in meiner letzten Fotoserie doch vier schmalere Öffnungen im EG...?



    Abb. 4: Fischstraße 22. Die Fassade wurde zum größten Teil verklinkert. Die Steine gefallen mit ganz gut. Hoffentlich werden die Fenster auch "brauchbar".



    Abb. 5: Fischstraße 22. Am Giebel ist die Verklinkerung noch nicht ganz fertig. Die verkümmerten Giebelstaffeln sind zwar besser als ein reines Dreieck, aber einfach zu klein, um eine Wirkung zu entfalten und gefallen mir nach wie vor nicht. Das ist wie gewollt und nicht gekonnt. Durch den fehlenden vollständigen Treppengiebel des Vorgängerhauses haben wir leider auch hier das unschöne Brandmauerproblem (links zu Nr. 24) - wenn auch nicht ganz so extrem wie zwischen Nr. 7-9 und 11.



    Abb. 6: Fischstraße 28a. Das EG ist inzwischen im Rohbau fertig.



    Abb. 7: Giebelansicht der Fischstraße mit Marienkirche. Ich finde es hätte schlimmer kommen können, auch wenn mir Nr. 18 links nicht so richtig gefällt und das Wohnheim natürlich erst recht nicht.



    Abb. 8: Nordseite der Fischstraße mit St. Marien. Bei der Tiefgarage rechts hat sich nach wie vor nichts getan. Wird das etwa eine Bauruine?



    Abb. 9: Alfstraße 25. Das zweite OG nähert sich der Vollendung. Macht so erstmal von den Proportionen her einen guten Eindruck. Ich bin sehr auf die "gefaltete" Fassade gespannt.



    Abb. 10: Südseite der Alfstraße mit St. Marien. Hier herrscht immer ein erstaunlich "pastelliges" Licht, das die Bilder trotz Verschattung angenehm warm aussehen lässt. Keine Ahnung, woher das kommt...


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    Im Hintergrund die Rückseite der Fischstraße 28 mit einem (für mich) ungewöhnlichen Giebelrücksprung im Dachbereich.

    Danke für das interessante Bild, Tobias! Diese Rücksprünge an der Rückfassade sind leider erlaubt, um Freisitze zu ermöglichen. Da die neuen Häuser an sich schon deutlich weniger tief sind als die historischen, verkürzt so ein Rücksprung das Haus optisch noch weiter. In der Draufsicht wird das nicht gut aussehen.

    Soweit ich gehört habe ruht aber das Projekt Fischstraße 26 (die Baulücke in der Mitte) bzw. steht das Grundstück zum Verkauf.

    Danke für die Info. Ich hab´s schon befürchtet - das ist ja furchtbar - der bisherige Bauherr hatte die Reko der historischen Fassade und - ich glaube - sogar Teile der Diele im EG geplant. Da kann man nur hoffen, dass der Nachfolger diese Planung übernehmen wird bzw. muss.

    Die Initialzündung für das Projekt war eine großzügige finanzielle Unterstützung der Possehlstiftung für einen Berufsschulneubau außerhalb der Altstadt. Dadurch konnten die sanierungsbedürftigen Schulen im Gründungsviertel entfallen. Zunächst war hier aber Investoren-Geschosswohnungsbau - wohl in der Form der Studentenwohnheims - angedacht worden. Allmählich wechselte man dann aber zu dem jetzt verwirklichten Konzept, auf den historischen Parzellen in annähernd historischer Kubatur durch Privatleute bauen zu lassen und. Wie diese Anfänge genau vonstatten ging, könntest Du eventuell bei der Bürgerinitiative Rettet Lübeck (BIRL), erfahren, die damals am Planungsprozess beteiligt war und z.B. die Erlaubnis für Rekos durchsetzte.


    Die meisten der von Dir gesuchten Informationen wirst Du auf der Webseite des Gründungsviertels finden. Es gibt dort sehr viele ausführliche Informationen, auch als PDF-Dokumente, z.B. den Gestaltungsleitfaden. Einfach mal auf der Seite stöbern.

    Fotos vom 5.9.2021


    Hier mal wieder ein kleines Foto-Update. So sehr viel hat sich in den letzten 3 Wochen aber nicht getan.


    Abb. 1: Alfstraße 25. Das 1. OG ist in Arbeit.



    Abb. 2: Fischstraße 28a. Die EG-Wände stehen. Auch hier wirkt das EG leider sehr gedrungen - wie auch bei Nr. 28 nebenan - was bei der größeren Hausbreite umso ungünstiger ist. Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass hier die vorgeschriebene Mindesthöhe von 4,5m erreicht wird. Ich meine dass eine Gerüstlage 2m hoch ist (gerade nochmal gegoogelt, üblich ist wohl eine lichte Höhe von 1,9m pro Lage). Das EG schließt hier an der Oberkante der zweiten Lage ab, also sind wir bei maximal 4m... :wie:



    Abb. 3: Fischstraße 20. Die Armierung der EG-Fassade ist fertig. Offenbar hat man erfreulicherweise die Kritik des Gestaltungsbeirats umgesetzt und die fünf sehr schmalen Fensterschlitze des damals vorgestellen Erstentwurfs in drei größere Öffnungen geändert. :daumenoben:



    Abb. 4: Fischstraße 13. Das große EG-Fenster ist fertig und gefällt mir gut. Oben sind die Öffnungen erst einmal mit Planen geschlossen worden. Etwa Lieferschwierigkeiten bei den Fenstern?



    Abb. 5: Fischstraße 11. Die Verklinkerung im EG ist fertig.



    Abb. 6: Blick in den Innenhof zwischen Alf- und Fischstraße auf St. Marien. Links reihen sich die Rückseiten der Häuser an der Alfstraße aneinander. Man beachte: Die Kirche ist jetzt das erste Mal seit 2013 ohne Gerüst zu bewundern!



    Abb. 7: Norseite der Fischstraße mit St. Marien. Bei Nr. 22 (eingerüstet) hat die Verklinkerung noch nicht begonnen, daher habe ich kein Detailfoto gemacht.



    Abb. 8: Noch einmal die Nordseite der Fischstraße aus etwas anderer Perspektive.


    So, das war die mangels Neuheiten diesmal etwas kürzere Bilderserie. Bei der stillliegenden Baustelle auf dem Investorengrundstück hat sich übrigens noch immer nichts getan. Die warme Jahreszeit wird hier komplett verschenkt. :kopfschuetteln:


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    Weitere Modell- Bilder


    Aufgrund der extrem positiven Resonanz hier, die mich sehr freut, schiebe ich einfach noch einmal einen Schwung Bilder mit Erläuterungen nach, viel Spaß beim Ansehen:


    Abb. 1: Großer Bauhof mit Dom. Das kleine Fachwerkhaus überstand zunächst den Bombenangriff an Palmarum 1942, wurde dann aber leider am Tag danach durch die einstürzenden Turmhelme des Doms zerstört, die inzwischen Feuer gefangen hatten. :crying:

    Zu dem Haus habe ich übrigens eine persönliche Beziehung: Dort wohnten meine Urgroßeltern väterlicherseits. Mein Großvater wurde dort 1890 geboren. Ich habe sogar noch zwei Feldpostkarten von 1916 von ihm an seinen Vater an die Adresse Großer Bauhof 13 - das war der linke Eingang am Dom; der rechte war Nr. 12.



    Abb. 2: Der Mühlendamm, das südlichste Ende der Altstadt. Hier mündet die Wakenitz in die Trave und betreibt zwei, ursprünglich vier Wassermühlen. Es ist aber momentan noch alles im Rohbau.



    Abb. 3: Blick vom Wall über den Bahndamm auf die südwestliche Altstadt an der Obertrave mit Dom. Auch noch viel Robau...



    Abb. 4: Blick vom "Malerwinkel" an der Obertrave mit Dankwartsbrücke, Holstentor, St. Marien und St. Petri. Irgendwann kommt auf den Grünflächen auch noch mehr Vegetation...



    Abb. 5: Das Hotel "Stadt Hamburg" am Klingenberg, Eingangsbereich. Im Krieg zerstört, die Bronzelöwen liegen heute vor dem Holstentor.



    Abb. 6: Flur im Rathaus (1. OG des Langen Hauses). Ja ich weiß, die Gemälde sind alle gleich. Ich muss da nochmal irgendwann hin und Fotos machen, hatte mal bei einer Führung leider nur das eine fotografiert als ich noch nicht wusste, dass ich das Modell bauen würde. Ich habe zwar alle Bilder in einem Buch gefunden, aber nur in schwarz-weiß.



    Abb. 7: Das Kanzleigebäude am Marienkirchhof. Rechts der Durchgang zur Breiten Straße mit dem Verbindungsgang zum Rathaus.



    Abb. 8: Eisenbahndrehscheibe der Hafenbahn an der Untertrave / Ecke Holstenbrücke. Das ist der besagte Güterwaggon, den ich nach dem entsprechenden "Preußischen Musterblatt" aus der Zeit gebaut habe. Ich habe auch das Musterblatt für die passende Lokomotive "T3", aber die war mir bisher zu aufwändig.



    Abb. 9: Fischstraße nach Westen Richtung Untertrave/Hafen. Links das Haus Nr. 17, dessen Fassade ja kürzlich rekonstruiert wurde.



    Abb. 10: Blick von Nordosten auf St. Marien, Rathaus und St. Petri.


    Alle Bilder von mir, Verwendung nur mit Genehmigung

    Die Lübecker Nachrichten berichten heute über das Neubauvorhaben auf dem Grundstück des ehemaligen Karstadt-Sport-Gebäudes (gelegen zwischen Holstentor und St. Petri!) in der Holstenstraße.


    Da der Artikel hinter der Bezahlschranke liegt, mache ich mal kurz eine Inhaltsangabe:

    Das alte Gebäude wird auf jeden Fall abgerissen. Der Investor Procom wollte zunächst ein Hotel bauen, was die Stadt aber ablehnte, da hierfür kein Bedarf mehr in Lübeck besteht. Nun sollen im EG Läden, darüber Büros und Wohnungen gebaut werden. Eine Wohnbebauung eröffnet zudem die Möglichkeit mehrere kleinere Gebäude anstatt eines großen zu bauen. Es wird einen Architektenwettbewerb geben, zu dem 12 Büros eingeladen werden sollen.


    Wenn ich meine Wünsche für eine Neubebauung an die Architekten äußern darf:

    - Kleinteilige Bebauung

    - Satteldächer

    - Wiederaufnahme der historischen Baufluchten an allen drei Seiten (!!!)

    - Einhaltung der Gestaltungssatzung (die gibt´s bei der Stadt!) als geltendes Baurecht - bitte zur Abwechslung einfach mal vor Beginn der Entwurfsarbeiten lesen, was eigentlich erlaubt ist!

    - Am besten auch vorher mal ein oder zwei Straßen nach nebenan ins Gründungsviertel gehen und dort nachsehen wie es geht!

    Hier wäre eine entsprechende Suche für das 19. Jahrhundert in der größten mir bekannten Suchmaschine: https://3dmdb.com/en/3d-models/19th%20century/

    Super, vielen Dank für den Tipp! Der Mann mit dem Zylinder da sieht ja schon mal super aus und ist genau das, was ich suche. Und man kann den sogar in gewissem Umfang variieren (andere Kopfbedeckung etc.), so dass man zumindes 3 verschiedene Leute daraus machen kann. Ich bräuchte natürlich weitaus mehr verschiedene. Es gibt bei Unity ja auch tolle Assets, mit denen man sogar herumlaufende und sich unterhaltende Leute erzeugen kann. Nur leider sind die alle modern angezogen, was mir dann leider nichts nützt. Ich werde über die Suchmaschine mal mein Glück versuchen. Man findet da sicher auch noch andere brauchbare Sachen. Ich bräuchte auch noch Pferde und schönere Segelschiffe u.v.m. :biggrin:

    Ob man solche alten Aufnahmen technisch irgendwie in dein Panorama einbauen kann, wäre noch abzuklären.

    Danke auch für diesen Tipp. Ich fürchte nur, man kann mit begrenztem Aufwand keine Leute aus Fotos erzeugen. Und welche einfach aus Fotos auszuschneiden und zweidimensional und in schwarz-weiß und zudem ohne Rückseite ins Modell zu stellen, wäre zwar eine relativ einfache Lösung, würde dem Modell aber nicht gerecht werden. Es müssten schon fertige 3D-Modelle sein.

    Das sieht wirklich super aus, v.a. gefällt mir der Detailgrad sehr gut (Stadtmöblierung, Fahrzeuge, etc.). Für mein Modell von Dresden, das einen städtebaulichen Vorschlag abbildet (also keinen historischen Zustand), benutze ich SketchUp, weil es kostenlos ist und es viele Plugins gibt.


    Mich würde interessieren, ob die Gebäude anhand von Bauplänen entstanden, oder ob die Maße von Fotos entnommen worden sind (und v.a. wie), und auch, ob der Bauschmuck und Statuen etc. alle selbst gebaut sind, oder welche Quellen es für sowas gibt.


    Vielleicht kann man sich bzgl. 3D-Modellierung allgemein und speziell bzgl. wiederverwendbarer Modelle (Platzhalter, Möblierung, etc.) auch etwas austauschen. Ich benutze nämlich für "schöne Bilder" nach dem Rendern auch noch viel Photoshop, weil mir die Modellierung von komplexen Gebäuden noch nicht so schnell von der Hand geht. Ich habe also größten Respekt vor dieser Leistung!

    Vielen Dank! Auch interessant, das Dresden-Modell!

    Unity ist übrigens für den nicht-kommerziellen Gebrauch auch kostenlos. Sogar kommerziell, wenn man damit nicht mehr als 100.000 Euro pro Jahr verdient - so stand es zumindest 2018, als ich es das erste Mal installierte, in den Bestimmungen.


    Ich bin da sehr vielfältig vorgegangen. Zunächst darf man nicht erwarten, dass alle Maße auf den Zentimeter genau exakt sind - es gibt ja nicht von allen Häusern exakte Planzeichnungen, und wenn ich Pläne von verzerrten historischen Fotos erstellen wollte, würde das den ohnehin schon extrem großen Rahmen vollends sprengen.


    Also: Für den Stadtgrundriss habe ich einen Katasterplan verwendet, der in den 1890er-Jahren erstellt wurde - da sind noch (fast) alle alten Hausgrundrisse drauf. Darüber habe ich ein Höhenliniensystem gelegt, das ich in einem Buch fand. Der Grundriss und die Geländehöhen sollten also relativ genau sein - wie gesagt - 100%ige Exaktheit kann man nicht erwarten.


    Für Gebäude, die es noch gibt, verwende ich die Stadtbildaufnahme der Hansestadt Lübeck von 1990 - dort ist die gesamte Altstadt im Maßstab 1:500 abgebildet, so dass ich die noch existierenden Häuser auch relativ genau bauen kann. Es gibt davon auch noch eine erste Auflage von 1978, die leider nicht mehr zu bekommen ist. Falls da jemand was weiß, wäre ich sehr dankbar, da ich dann noch alle Häuser exakt hätte, die zwischen 1978 und 1990 abgerissen wurden - und das waren leider nicht wenige.


    Für die nicht mehr existierenden Häuser muss ich auf historische Fotos zurückgreifen. Wenn nebenan noch ein Haus existiert, kann ich anhand von dessen Maßen aus dem Stadtbildatlas die Maße auf dem Fotos ausmessen und einfach per Dreisatz berechnen. Ich habe mich teilweise dann auch von Haus zu Haus weitergehangelt und mich an Gesims- und Fensterhöhen orientiert. Ich habe so in den meisten Fällen ganz gute Näherungen bekommen, wenn keine exakten Maße verfügbar waren.


    Von einigen Gebäuden wie dem Rathaus oder den Klöstern habe ich in meinen Büchern auch Grundrisse und Querschnittszeichnungen, teilweise auch Fassadenzeichnungen gefunden, so dass ich diese relativ genau bauen kann. Obwohl ich auch schon die Erfahrung gemacht habe, dass auch nicht immer alle Pläne, die man so in der Literatur findet, exakt korrekt sind. Vom Katharinenkloster kursieren beispielsweise zwei verschiedene Grundrisse, die aber beiden denselben Zustand von vor dem Umbau um 1880 darstellen sollen...


    Von der Möblierung habe ich viele Teile selbstgebaut, z.B. die Straßanlaternen nach alten Fotos, den Handkarren und das Pferdefuhrwerk. Ich habe für die Hafenbahn auch einen Güterwaggon relativ genau nach dem entsprechenden preußischen Musterblatt gebaut.

    Bei einigen Sachen habe ich zugegebenermaßen auch geschummelt: Beim Marktbrunnen sind die Laternen und die Statuen nicht "original". Da ich noch nicht so "fit" bin, dass ich Statuen so bauen könnte, dass sie nicht wie eine verbeulte Flasche aussehen, habe ich mir erst einmal welche im Unity-Asset-Store für ein paar Euro gekauft und die eingesetzt. Man kann ja alles später immer noch ändern.


    Leider gibt es im Asset-Store relativ wenig bis fast nichts aus der Zeit um 1880. Entweder ist alles modern oder mittelalterlich. Ich suche vor allem noch Menschen, die wie in der Zeit um 1880 gekleidet sind. Das würde alles noch viel mehr beleben. Wenn jemand einen Tipp hat, gerne her damit.


    Und noch ein Wort zur zeitlichen Schiene: Das Modell ist "um" 1880 einzuordnen. Es ist kaum möglich, den Gesamtzustand der Stadt in einem exakten Jahr abzubilden. Beispiel am Markt: Die beiden nördlichen Häuser der Westseite wurden bereits 1875 abgerissen. Ich habe aber trotzdem diese gebaut, weil ich den noch geschlossenen, aus dem Mittelalter überkommenen Stand von vor den vielen gründerzeitlichen Abrissen darstellen wollte. Beim Rathaus hingegen habe ich den noch heute existierenden Zustand von der großen Renovierung genommen, die aber erst 1889 begonnen wurde, da es vorher sehr ruinös war und markante Teile einfach nicht mehr vorhanden waren wie z.B. die große Schaufassade am Marienkirchhof. Es ist also eher ein etwas idealisierter Zustand von ca. 1870 bis 1890, daher "um" 1880.

    Vielen Dank für das Lob! :smile:


    Ich baue tatsächlich (fast) alles in Unity mit Probuilder-Elementen, d.h. ausgehend von einfachen Kuben, Bögen, Zylindern etc., die man dann nach Belieben anpassen kann. Es gibt bestimmt noch elegantere und effektivere Möglichkeiten wie z.B. das Programm Houdini, aber mir geht das inzwischen so flink von der Hand, dass ich keinen Grund sehe, mich da jetzt "auf Krampf" umzugewöhnen.


    Von Köln gibt es allerdings schon ein Modell von 1926 bei TimeRide. Die haben aber wohl nur den kleinen Teil der Altstadt gebaut, der auf der virtuellen Straßenbahnreise abgefahren wird. Wenn Du VIEL Zeit hast, mach es - würde mich sehr interessieren.


    Ja, man muss irgendwie für sich den richtigen Detaillierungsgrad finden. Ich übertreibe es meist eher mit den Details, aber freue mich dann auch, wenn es nachher super aussieht. Beim Kölner Dom gibt es ja bestimmt Teile, die sich wiederholen. Die baut man dann einmal aufwändig und dupliziert sie dann.


    Die Texturen habe ich aus verschiedenen Quellen, teilweise auch aus eigenen Fotos. Die allermeisten habe ich aber inzwischen von textures.com. Eine sehr umfangreiche und geniale Sammlung von qualitativ hochwertigen Materialien und Texturen aller Art, die man zudem zumindest in der kleinsten, aber trotzdem gut ausreichenden Auflösung sogar kostenlos herunterladen und verwenden darf.


    Hier dazu noch ein Bild - die Textur der oberen Fassade, der Türmchen, Wappen und Sonnenuhr habe ich aus einem eigenen Foto genommen:


    Vergleich Modell - Realität. Schon nicht so schlecht, oder? :koenig: Ein paar Details mehr gehen natürlich immer noch, aber ich will ja noch mehr als nur das Rathaus bauen, an dem ich wohl alleine schon drei Monate gesessen habe. :wink:

    Lübeck - Digitale 3D-Rekonstruktion der Altstadt um 1880


    Ich arbeite seit Ende 2018, also seit gut zweieinhalb Jahren, an einem digitalen 3D-Modell der Lübecker Altstadt um 1880. Da das Modell schon relativ umfangreich geworden ist, möchte ich es nun doch langsam mal hier vorstellen und nicht immer nur allein ohne große Resonanz im stillen Kämmerlein vor mich hinbauen.


    Ich hatte die Idee zu so einem Modell schon seit über 15 Jahren mit mir herumgetragen, aber die PC-Hard- und auch Software waren damals nicht leistungsfähig genug für ein Modell dieses Umfangs. Vor vielen Jahren hatte ich mal begonnen, das Holstentor mit einem CAD-Programm zu bauen, aber das gab ich nach kurzer Zeit entnervt auf. Im Jahr 2018 sah ich dann hier das Modell von "München 1900" von Sybaris, das meinen Vorstellungen sehr nahekam. Ich kontaktierte ihn also, und er erklärte mir wie er das Modell baute und führte mich sehr geduldig mittels Kommunikation per E-Mail in die Software ein. Ein großer Dank an ihn an dieser Stelle dafür - ohne ihn würde es das Modell heute wohl nicht geben!


    Das Ziel ist es, irgendwann die komplette Altstadt samt näherer Umgebung (Wallanlagen und Gewässer) zu haben, aber das wird wohl ein Lebenswerk werden, zumal ich alles alleine und nebenher in meiner Freizeit baue und zudem auch noch ein detailvernarrter Perfektionist bin - leider eine sehr zeitraubende Kombination. Zusätzlich habe ich den Anspruch, dass alles am Ende möglichst realistisch aussehen soll.


    Bisher habe ich große Teile der westlichen Altstadt im "Rohbau", also als reine Kubaturen fertig, sowie diverse Fassaden, z.B. in der Fischstraße und am Markt. Auch einige der großen Gebäude sind mittlerweile fortgeschritten detailliert (aber noch nicht fertig) wie z.B. das Rathaus, St. Marien, St. Petri, Dom und Holstentor.


    Um einen Eindruck zu vermitteln, kommt hier eine Ladung Bilder aus meinem Modell:



    Abb. 1: Lübeck 1880 - Nordwestecke des Marktes mit St. Marien, Rathaus und Marktbrunnen



    Abb. 2: Lübeck 1880 - Rathaus und Marktbrunnen



    Abb. 3: Lübeck 1880 - Nördliche Hälfte des Marktes von oben



    Abb. 4: Lübeck 1880 - Giebel an der Markttwiete



    Abb. 5: Lübeck 1880 - St. Marien



    Abb. 6: Lübeck 1880 - Dachreiter von St. Marien. Im Hintergrund St. Jakobi und St. Katharinen, beide z.Zt. noch als Rohbauten.



    Abb. 7: Lübeck 1880 - Fassaden Fischstraße 28 bis 18 mit St. Marien



    Abb. 8: Lübeck 1880 - Der Dom, Westfassade



    Abb. 9: Lübeck 1880 - Holstentor, Salzspeicher und St. Petri



    Abb. 10: Lübeck 1880 - Erhöhter Blick von Westen auf die Stadt


    Wer jetzt Lust bekommen hat und mehr sehen und lesen möchte, kann auch gerne meine Webseite besuchen, die ich kürzlich extra für das Modell erstellt habe. Dort gibt es mehr Bilder, Bau-Stories und sogar ein Video mit Kamerafahrten: https://luebeck-1880.de


    Über den weiteren Baufortschritt werde ich von Zeit zu Zeit hier und auf meiner Webseite berichten.


    Und jetzt bin gespannt auf Eure Reaktionen und Kommentare. :koenig:


    Alle Bilder von mir, Verwendung nur mit Genehmigung

    Eutin und Plön sind auf jedem Fall sehenswerte Orte. Travemünde auch.

    Weiß nicht, ob das noch als "Lübecker Umland" gilt, aber Ratzeburg ist auch einmalig schön mit seiner Altstadt in (Halb)Insellage auf dem gleichnamigen See.

    Ja, Eutin und Plön mit ihren Schlössern, Ratzeburg mit seinem romanischen Dom und Travemünde mit seiner zwar kleinen, aber nicht uninteressanten Altstadt fielen mir auch als erstes ein. Obwohl ich Plön eher dem Kieler als dem Lübecker Umland zuordnen würde, da es etwas näher an Kiel als an Lübeck liegt und von Kiel aus auch besser erreichbar ist.

    Ja, Ratzeburg würde ich auf jeden Fall als Lübecker Umland bezeichnen - man ist von der Stadtgrenze aus in 20 min da. Des weiteren fällt mir als sehenswert die noch etwas weiter südlich von Ratzeburg liegende "Eulenspiegelstadt" Mölln ein. Die ist dann aber für "Lübecker Umland" schon ähnlich grenzwertig wie Plön.


    Als Geheimtipps für kleinere, allerdings nicht "abendfüllende" Ausflüge, wenn man in Lübeck mal etwas mehr Zeit hat als gedacht, kann ich noch den Pariner Berg und das Fischerdorf Gothmund "anbieten.


    Gothmund liegt an der unteren Trave und gehört zum Lübecker Stadtgebiet, ist also wie auch Travemünde eigentlich kein "Umland". Hier ist eine ganze Reihe reetgedeckter alter Fischerhäuser zu bewundern:


    Abb. 1: Fischerhäuser in Lübeck-Gothmund, Foto von mir vom 15.8.2020



    Der Pariner Berg ist ein Höhenzug nördlich von Lübeck zwischen den Orten Klein- und Groß Parin. Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf Lübeck, besonders zur Rapsblüte wie auf meinem folgenden Foto zu sehen:


    Abb. 2: Lübeck vom Pariner Berg aus gesehen, Foto von mir vom 29.3.2007


    Obwohl das mit dem blauen Himmel im hohen Norden mitunter so eine Sache ist

    Wieso? Wie man auf den Fotos sieht, ist das kein Problem... :koenig:

    Adelsgut Sierhagen - Teil 2


    Und weiter geht´s:


    Abb. 11: Vom Torhaus gerade über den Innenhof nach Westen geblickt sieht man den Verwaltungstrakt von 1857. Dieser weist ebenfalls eine Tordurchfahrt auf. Die neoromanischen (?) Stufengiebel scheinen mir aufgrund der anderen Steinfarbe etwas "neueren" Datums zu sein und wurden wohl Ende des 19. Jhdts. aufgesetzt? Links an den Verwaltungstrakt anschließend ist auf der Südseite des Innenhofs die Orangerie zu sehen, die die Jahreszahl "1714" trägt und somit wohl das älteste Gebäude am Innenhof ist.



    Abb. 12: Die Orangerie von 1714 in voller Ausdehnung. Die Rückseite war leider nicht zugänglich.



    Abb. 13: Westliche Tordurchfahrt im Verwaltungstrakt mit Blick in den Innenhof auf das östliche Torhaus. Diese neuere westliche Durchfahrt hat im Gegensatz zur östlichen ein Steingewölbe.



    Abb. 14: Wappenstein mit der Jahreszahl 1857 über der Außenseite der westlichen Tordurchfahrt



    Abb. 15: Blick von der Brücke vor der westlichen Tordurchfahrt auf den dortigen Wassergraben. Rechts der nördliche Teil des Verwaltungstraktes.



    Abb. 16: Blick über die Brücke vor der westlichen Tordurchfahrt auf diese und den Verwaltungstrakt. Auch hier ist die Jahreszahl 1836 zu sehen. Wurden eventuell in diesem Jahr die Brücken erneuert?



    Abb. 17: Zurück im Innenhof: Hier befindet sich ein idyllisches Lindenrondell. Blick auf dieses nach Osten mit Torhaus, Alter Schmiede und Altem Pferdestall...



    Abb. 18: ...und nach Westen mit Verwaltungstrakt und Orangerie.



    Abb. 19: Eine der außerhalb der Anlage stehenden Scheunen - nicht minder schön als die innere Anlage selbst. Diese aus dem Jahr 1876 befindet sich im Osten vor dem Torhaus.



    Abb. 20: Detail von einer weiteren, hinter der obigen liegenden Scheune. Selbst einfache Scheunen haben hier wunderbar verzierte Fensterrahmen!



    Hier noch ein paar Infos, falls jemand Lust bekommen hat, selbst hinzufahren oder sich weiter zu informieren:

    - Gut Sierhagen bei Google Maps

    - Gut Sierhagen bei Wikipedia

    - Webseite von Gut Sierhagen


    Alle Fotos von mir

    Adelsgut Sierhagen - Teil 1


    Erst einmal noch kurz zu Reinfeld in Holstein aus den vorigen Beiträgen: Seit dem Abriss des bedeutenden mittelalterlichen Zisterzienserklosters im 16. Jahrhundert, der Zerstörung der Klosterkirche 1635 durch einen Dammbruch und dem Abriss des fürstlichen Schlosses 1775 ist die Kleinstadt in meinen Augen baulich nur noch ein bedeutungsloses Kaff. Da kommt es auf einen Abriss mehr oder weniger auch nicht mehr an. :sad:


    Aber um zu zeigen, dass es im Lübecker Umland auch erfreuliche Dinge gibt, möchte ich hier einmal das Adelsgut Sierhagen vorstellen, das sicher kaum jemandem bekannt sein dürfte. Das Gut geht auf die wendische Adelsburg "Syra" aus dem 12. Jahrhundert zurück und liegt ca. 35 km nördlich von Lübeck sehr idyllisch ganz in der Nähe von Neustadt in Holstein. Ich habe mir diese wunderbare, sich in einem erstklassigen baulichen Zustand befindende Gutsanlage am 18. Juli dieses Jahres angesehen und zeige hier ein paar Fotos meines Besuchs:



    Abb.1: Anhand dieses dort noch aushängenden Veranstaltungsplakates von 2019 (seit Corona war da offenbar nichts mehr) kann man gut erkennen, wie die Anlage aufgebaut ist: Um einen großen rechteckigen Innenhof herum gruppieren sich mehrere Gebäude. Das Herrenhaus liegt etwas abseits südlich dieses Innenhofes. Die heutigen Gebäude stammen im wesentlichen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Das Herrenhaus ist im Kern allerdings deutlich älter. Die komplette Anlage ist von Wassergräben und einem Teich umgeben. Außerhalb dieser inneren Anlage gibt es noch einige Scheunen. Auf dem obigen Bild ist links unten Osten und rechts oben Westen.



    Abb. 2: Das Torhaus von 1738 im Osten der Anlage ist die Hauptzufahrt. Auf den Steinen vor der Brücke ist die Jahreszahl 1836 zu sehen. Ich weiß nicht genau, was diese Jahreszahl bedeutet Das Gebäude mit dem Turm rechts ist die Alte Schmiede.



    Abb. 3: Von derBrücke vor dem Torhaus nach links Richtung Süden gesehen. Rechts hinter den Bäumen ist das Herrenhaus zu erahnen.



    Abb. 4: Holzdecke der Tordurchfahrt



    Abb. 5: Innenseite des Torhauses von 1738


    Abb. 6: Wappenstein an der Innenseite über der Tordurchfahrt. Offenbar wurde der Stein an den Seiten irgendwann verkleinert, da von "ANNO 1738" nur noch "NNO 173" zu sehen ist.



    Abb. 7: Torhaus und Alte Schmiede vom Innenhof aus gesehen



    Abb. 8: Durch das Torhaus kommend fällt der Blick nach rechts Richtung Norden auf den Alten Pferdestall, der die Jahreszahlen 1878 (wohl die Erbauung) und 1958 (wohl eine Renovierung) trägt.



    Abb. 9: Vom Torhaus nach links Richtung Süden erblickt man das etwas abseits liegende Herrenhaus. Hier ist das Gitter der Einfahrt zu sehen.



    Abb. 10: Das Herrenhaus. Der hier zu sehende klassizistische Zustand rührt von einem Umbau des älteren Hauses von 1825 her. Ein besseres Foto des Hauses war leider nicht zu machen, da man nicht auf das Grundstück durfte und das Haus von allen Seiten stark eingewachsen ist. Ich hatte mich sogar schon hingekniet, um den Giebel überhaupt ansatzweise sehen zu können.


    Fortsetzung folgt - da man leider nicht mehr als 10 Bilder in einem Beitrag hochladen kann.


    Alle Fotos von mir

    Man traut es sich kaum zu sagen, aber mir ging es auch so. Das Zentrum ist mit dem vieler anderer Großstädte in der BRD zu vergleichen. Der Charme einer mittelalterlichen Handelsmetropole ist leider nicht mehr spürbar.


    Zumindest im Zentrum. Die vielen Gassen mit alten Wohnhäusern sind aber sehr sehenswert und versprühen eine tolle Atmosphäre.


    Hier ist mal ein Beispiel zum Straßenmobiliar, das Sonicted ansprach.

    Interessant mal zu hören, wie Lübeck auf Auswärtige wirkt. In der Tat nimmt der Dilettantismus bei der Straßenraumgestaltung in Lübeck bisweilen erschreckende Ausmaße an. Die roten Möbel auf dem gezeigten Koberg-Bild und die Blumenkübel samt rotem Info-Container, der ausgerechnet vor dem Heiligen-Geist-Hospital steht und so jedem Touristen sein Foto versaut, sind da nur ein Beispiel.


    Der Koberg diente vor der Umgestaltung in den 1990ern als Parkplatz und Durchgangsstraße mit Bus-Umsteigeplatz - furchtbar. Seitdem er schön gepflastert wurde, hat man nie eine dauerhafte Funktion für den nun leeren Platz gefunden. Alle Veranstaltungen gab es maximal wenige Jahre, nur der Weihnachtsmarkt scheint dort seit längerer Zeit zu funktionieren. Ansonsten wird der Platz immer mehr zur Ödnis stilisiert und zwanghaft nach Funktionen gesucht. Leider wird nicht erkannt, dass der Platz nicht auf Krampf eine Funktion erfüllen muss, sondern dass er durch die ihn umgebenden vielen hochkarätigen Gebäude an sich als Architekturplatz funktioniert, als da wären St. Jakobi und Heiligen-Geist-Hospital (Gotik), die Schiffergesellschaft, die Jakobi-Pastorenhäuser (Renaissance mit ein wenig Barock, im Kern gotisch), das Hoghehus (Klassizismus, im Kern auch älter), die Ernestinenschule (Heimatschutz), sowie die weitere, fast vollständig erhaltene Vorkriegsbebauung an West- und Nordseite des Platzes.


    Und auf welche Idee ist man jetzt gerade gekommen und hat diese entgegen des Votums der Denkmalschützer beschlossen? Man will den Platz mit Bäumen in Kübeln vollstellen. Wirklich grandios, das "bringt´s bestimmt voll"! Bin gespannt, was man dann noch von der großartigen Architektur sehen wird. :kopfschuetteln:

    Lübeck hatte insofern Glück, dass 1942 "nur" rund 20 Prozent der Stadt restlos zerstört wurde. In dieser Karte lässt sich das ganz gut erkennen.

    Na, die Karte kommt aber nur sehr ungefähr hin. Da hat jemand beim Erstellen nicht wirklich Ahnung gehabt. Grob stimmt es, aber schon auf Anhieb sehe ich im Detail sehr viele Fehler. Beispiele: Die Häuser auf der Südseite des Klingenberg sind als Totalverlust 1942 eingezeichnet, wurden aber erst in den 1960ern für das heute noch stehende hässliche Bürohochhaus abgerissen. Totalverluste sind auch an der Südseite der Dankwartsgrube eingezeichnet. Die steht aber noch heute wie vor 1942, außer dass im westlichen Bereich einige Häuser schon in den 1930ern abgerissen wurden. Ich sehe noch mehr Fehler, aber das würde jetzt zu weit führen. Generell stimmt die Richtung im Plan aber wie gesagt. Fast alles, was dort als "leichte Schäden" eingezeichnet ist, existiert noch. Die mitteleren Schäden sind auch etwas zu großzügig eingezeichnet, z.B. an der Obertrave und an der unteren Mengstraße. Davon existiert auch noch das meiste.

    Allerdings muss der Vollständigkeit halber erwähnt werden, dass auch nach dem Krieg noch bis in die 1990er (Königpassage) sehr viel historische Bausubstanz abgerissen wurde. Wohl noch einmal geschätzt 5-10% zusätzlich zu den ca. 25% Kriegsverlusten. Wiederaufgebaut wurden leider nur die Kirchen und nicht einmal eine handvoll Häuser. Mir fallen da nur das Buddenbrookhaus und die Löwenapotheke ein, obwohl noch sehr viel mehr erhaltbar gewesen wäre.

    Das kann ja wohl langsam nicht mehr wahr sein mit dem Typen! Stimmt das tatsächlich?

    Ich wohne da in der Nähe und sehe den oberen Teil aus dem Fenster.


    P.S.: Der Wikipedia-Link funktioniert nicht.