Posts by frank1204

    LN gab vor fünf Tagen einen Einsturz eines unbewohnten Hinterhauses an der Wakenitzmauer an. Gab es zwei Einstürze oder bezieht sich die Meldung auf das Haus an der Wakenitzmauer? Ist es die Hundestraße 98, Seitentrakt zur Straße "An der Wakenitzmauer" ?

    Hat jemand dazu weitere Infos???

    Ja, ich habe gerade den Artikel gelesen. Erstmal: Es handelt sich um ein Hinterhaus, das von der Straße aus nicht zu sehen ist. Meiner Meinung nach das von Hundestraße 94 (auch wenn das nicht in dem Artikel steht), hier bei Google Maps zu sehen. Es müsste das Haus mit der fehlenden Dachdeckung rechts neben der Lücke in der Hinterhausbebauung sein. Obwohl wie gesagt nicht von der Straße aus zu sehen, ist der Verlust des Hauses extrem bedauerlich. Es handelte sich offenbar um eine alte Kupferschmiede aus dem 15. Jahrhundert, wohl die letzte in Lübeck. Die Rückwand dieser Hinterhausreihe war übrigens zugleich die Außenmauer des ehemaligen Johannisklosters, daher ist in dem Artikel auch der Begriff "Mauerhaus" zu lesen.


    Das war in diesem Fall alles mal wieder eine Verkettung unglücklicher Umstände:

    - In den 60er Jahren gab es "Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück", die die Statik des Hauses beeinträchtigt haben sollen (ich vermute mal, es geht da um den Bau des Kindergartens auf dem Klostergrundstück.

    - Vor einigen Jahren wurde das Hinterhaus des Nachbargrundstücks abgerissen, daher die Lücke in der Hausreihe. Das Problem dabei: Durch den Abriss wurde die gemeinsame Brandmauer mit dem jetzt eingestürzten Hauses stark in Mitleidenschaft gezogen und hätte von dem "abreißenden" Nachbarn ertüchtigt werden müssen, was aber offenbar unterblieb. Seit 2022 gab es dazu wohl einen Rechtsstreit.

    - Der Eigentümer des jetzt eingestürzten Hauses hat es zudem über viele Jahre unterlassen, notwendige Sicherungsmaßnahmen durchzuführen


    Das Haus stand zwar nach Intervention des ehrenamtlichen Denkmalpflegers Sellerbeck seit 2021 unter Denkmalschutz, aber die Denkmalschutzbehörde hat es nie eingehend untersucht, weswegen wohl nicht viel dokumentiert ist. Ob es zumindest ein Foto des Hauses gibt, ist mir nicht bekannt. Leider ist die 3D-Ansicht bei Google Maps für Lübeck seit einiger Zeit offenbar nicht mehr vorhanden. Vermutlich hätte man da aber auch nichts gesehen, weil direkt von dem Haus ein großer Baum steht.


    Hier ist also mal wieder durch Unfähigkeit und Ignoranz ein 600 Jahre altes Baudenkmal zerstört worden. :crying:

    Naja, mit "Absichtserklärung" und möglichen "Änderungen" kann man im Fall des rechten Gebäudes wohl kaum argumentieren. Die Anzahl der Stockwerke wurde zwischen Planung und Ausführung nicht geändert, aber in der Ausführung stehen 2 Stockwerke über das Nachbarhaus über, was in der Visualisierung nicht der Fall war. Demzufolge müsste der Architekt ja entweder zunächst "beabsichtigt" haben, die Stockwerke mit einer Höhe von ca. 1,5m zu bauen oder es liegt eine absichtliche Täuschung der Öffentlichkeit vor. Oder der Ersteller der Visualisierung war einfach unfähig...

    Der Investor fällt mir leider gerade nicht mehr ein...


    Das Grundstück ist durch die Tiefgarage ja zu 100% überbaut. Da wird die Entwässerung auf dasselbe schwierig. In Lübeck zahlt man für jeden Quadratmeter des Grundstücks, der in die Kanalisation entwässert (z.B. Dachflächen und Gehwege), eine Entwässerungsgebühr. Die Kanalisation wurde in Lübeck zum Teil bereits nach Abwasser und Regenwasser getrennt, damit die Abwasserkanalisation bei Starkregen nicht mehr überlaufen kann. Das Regenwasser wird direkt in die Flüsse geleitet und belastet die Klärwerke nicht zusätzlich.


    Ich meine, in der Tiefgarage sind irgendwas um und bei 75 Plätze. Ich hatte das hier weiter oben schon mal genau geschrieben, mag jetzt aber nicht suchen. Die kleine Grundfläche täuscht. Erstens ist die TG zweigeschossig, und zweitens liegen hinter den Einfahrten Aufzüge, so dass kein Platz für Rampen benötigt wird. Es geht dadurch auf jeder Ebene nur etwas mehr als die Fläche zweier Stellplätze verloren.

    Bangshof Lübeck


    Die Lübecker Nachrichten berichten, dass der Bangshof saniert wurde (leider Bezahlschranke). Ich muss gestehen, dass ich gar nicht wusste, was das ist, obwohl ich in Lübeck eigentlich das meiste an historischen Gebäuden kenne. Es gibt offenbar auch keinen Wikipedia-Artikel dazu.


    Das Haus mit der heutigen Adresse Ritterstraße 1c im Stadtteil St. Lozenz Süd wurde durch das Büro "Schröder Berkentien Architekten" saniert, die sich schon durch viele vorbildliche Altbausanierungen und Rekonstruktionen (z.B. Fischstraße 17 im Gründungsviertel) hervorgetan haben. Einfach mal die Projekte auf deren Webseite durchsehen - es lohnt sich!


    Dort lassen sich auch Informationen samt Innenaufnahmen zum Bangshof finden.

    Man erfährt u.a., dass das heutige Haupthaus von 1760 stammt, wobei der hintere Teil mit dem Fachwerk wohl noch mindestens 100 Jahre älter ist. Der Bangshof war eine Kunstgärtnerei, die sogar den schwedischen Königshof belieferte.


    Das früher riesige Gelände reichte von der Ziegel- bis zur Hansestraße. Übrig ist davon nur noch ein relativ kleines Grundstück im Innenhof des Baublocks Wisbystraße/Ritterstraße/Flandernstraße/Bergenstraße. Das Haus ist von den Straßen aus kaum wahrnehmbar, deswegen kannte ich es wohl auch nicht. Das ehemalige Hofgelände wird heute u.a. von der enorm breiten Gleistrasse des Anfang des 20. Jahrhunderts angelegten Hauptbahnhofs durchschnitten.


    Der Zufall wollte es, dass ich heute genau gegenüber auf der anderen Seite der Wisbystraße einen Termin hatte. Das habe ich gleich dazu genutzt, um eigene Fotos zu machen, die ich gerne hier zeige:


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    Abb. 1: Bangshof, Ostseite. Von der Wisbystraße aus gesehen wird das Gebäude leider von einem Garagenhof verdeckt


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    Abb. 2: Südfassade, gesehen vom Fußweg zwischen Bergen- und Wisbystraße. Im Rücken liegt direkt das Bahngelände.


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    Abb. 3: Westseite von der Flandernstraße aus gesehen. Hier steht ein Wohnblock (rechts neben dem Foto-Standort) direkt am Bangshof-Grundstück.


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    Abb. 4: Die wohl aus dem 17. Jahrhundert stammende Nordseite des Hauses von der Ritterstraße aus gesehen.


    Alle Fotos von mir

    Das Haus sieht nach kriegsbeschädigt aus:

    https://www.willy-brandt-biografie.de/privates/wohnorte/ (aus dem von frank1204 angegebenen Link).

    Es sieht tatsächlich danach aus. Insbesondere, wenn man das Modell des Originalzustands aus dem Link von Mantikor (der Link zu dem Bild im vorigen Beitrag ist jetzt übrigens irgendwie kaputt?) sieht. 2.OG und Dach sind offenbar "neu". Mich wundert das, da es außerhalb der Altstadt nur relativ wenige Kriegsschäden gab und mir in dem Bereich bisher nur das Haus Ecke Meierstraße/Hansestraße bekannt war, das ebenfalls den Dachbereich einbüßte, aber ansonsten noch steht. Das Haus Meierstraße 16 liegt ja doch ein gutes Stück davon entfernt.

    Update vom 22.12.2023


    Hier ein kurzes Update. Das einzige, was sich in der letzten Zeit sichtbar getan hat, ist das teilweise Schlämmen des EGs des Investorenbaus. Zumindest das scheint genauso zu kommen wie in den Visualisierungen gezeigt. Immerhin wird die eintönige große Ziegeltapete dadurch etwas gebrochen.


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    Abb. 1: Ansicht Fischstraße


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    Abb. 2: Ecke Fischstraße/Einhäuschen-Querstraße


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    Abb. 3: Ansicht Einhäuschen-Querstraße. Bei den Tiefgarageneinfahrten war vor einigen Wochen erstmal Schluss - es geht wohl bei besserem Wetter irgendwann weiter bis zur Braunstraße.


    Alle Fotos von mir

    Könnte man nicht, um die Kosten für den Anfang erheblich zu reduzieren, den Kanal freilegen und sanieren, dabei aber erst einmal die Bereiche der Brücken aussparen? Hier könnte der Wasserlauf dann in den kurzen Brückenbereichen zunächst verrohrt werden. Dann wäre der Kanal aber fast vollständig wieder da und könnte sogar geflutet werden, da ein durchgehender Wasserfluss gewährleistet wäre. Die Brücken könnten dann je nach Finanzlage später nach und nach gebaut werden. Oder denke ich da zu pragmatisch?

    Ja, die vollkommen verunstaltet Fassade Kleine Burgstraße 3 zieht optisch leider die ganze Straßenseite runter. Da hier in der letzten Zeit sehr viel an guten Sanierungen geschehen ist, habe ich die Hoffnung, dass in absehbarer Zeit auch dieses Haus rehabilitiert werden wird, auch wenn mir nichts konkretes bekannt ist. Höchste Zeit wird es, dass die eventuell bereits im 19. Jahrhundert (?) erfolgte Austockung rückgängig gemacht wird, die Klinker entfernt und die ursprünglichen Fensteröffnungen wiederherstellt werden. Das Haus sollte dann in etwa so aussehen wie die links danebenliegende, aktuell zum Eckhaus gehörende Nr. 1.

    Hoffen darf man ja...


    Im Gründungsviertel gibt es nicht viel neues, außer dass das EG des Investorenbaus an der Ecke Fischstraße seine helle Schlämme bekommen hat. Bei Gelegenheit folgt in dem Strang ein Bild dazu.

    Update vom 18.12.2023


    Seit meinem letzten Update ist schon wieder ein Dreivierteljahr vergangen, daher hier ein paar Bilder von heute vom aktuellen Zustand. Es geht extrem langsam voran, aber dafür scheint es wirklich gut zu werden. Etwas irritiert bin ich, dass das Baugerüst (mal wieder) verschwunden ist, aber ich hoffe, das ist nur temporär, um während der Winterpause die Gerüstmiete zu sparen.


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    Abb. 1: Hinter der Burg 15, Giebel. Auf der linken Seite und über den Fenstern des 1. OGs wurde mit dem Neu-Aufmauern des gotischen Giebels begonnen. Ich bin fürs erste total begeistert. Man sieht überhaupt keinen Unterschied zum unteren, 800 Jahre alten Mauerwerk! Das rührt natürlich auch daher, dass die alten Steine wiederverwendet wurden - ob steingenau, wäre anhand von Fotos zu prüfen. Ich hätte nicht gedacht, dass das so gut werden würde! :applaus:


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    Abb. 2: Giebel, oberer Teil.



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    Abb. 3: Zum Vegleich eine Ansicht von Dezember 2020, also genau 3 Jahre alt!


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    Abb. 4: Traufseite an der Kleinen Burgstraße: Bei der rechten Haushälfte wird jetzt sogar das Zwerchhaus rekonstruiert. Hoffentlich fängt der Holzrohbau im Winter nicht an zu gammeln - so ungeschützt. Wenn die Mauern durchgetrocktnet sind, dürfte der Grünspan gerne noch entfernt werden.


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    Abb. 5: Zum Vergleich: Zustand der Traufseite im Dezember 2020.


    Bei dem Projekt kann man wirklich alt werden - hoffentlich kann man am Ende wenigstens sagen "Was lange währt, wird endlich gut". Momentan sieht es ja ganz danach aus.


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    Man hat das Haus tatsächlich in diesem Zustand unter Denkmalschutz gestellt, kann das jemand bestätigen?

    Alleiniger Grund ist doch wohl, dass Willy Brandt 1913 dort geboren wurde - als das Haus sicherlich anders ausgesehen hat.

    Denklogisch müsste man es dann doch wieder in diesen Zustand versetzen. Gibt es alte Bilder?

    Ein Bild des Hauses von 1970 habe ich hier gefunden. Zu der Zeit waren zumindest im EG-Vorbau noch schöne alte Fenster erhalten. Die helle Farbgebung im EG und die steinsichtigen OGs gefallen mir deutlich besser als das heutige dunkelgrau/rot. Von den leeren, toten ungeteilten Fenstern samt entstellender Rollladenkästen ganz zu schweigen.


    Ob es an den OG-Fenstern noch Putzfaschen und Verdachungen gab, vermag ich nicht zu sagen. Generell ist das aber eher ein "ärmlicherer" Haustyp, der auch so original sein könnte.


    In der Druckausgabe der LN stand gestern auch ein Artikel zu dem Thema, aber seltsamerweise mit einem ganz anderen Text. Dort geht es nicht um das Haus, sondern um das Leben Brandts. Zum Haus erfährt man lediglich das Baujahr: 1889. Und dass es im Willy-Brandt-Haus in der Königstraße in der Ausstellung ein Modell und Pläne des Hauses gibt. Vielleicht kann man da mehr über den Originalzustand erfahren. Auf der (sehr langsamen) Webseite habe ich jetzt auf die Schnelle nichts dazu gefunden.

    Vorgestern war ja die Bürgerschaftssitzung, in der erneut über das Vorgehen beim Buddenbrookhaus abgestimmt wurde. HL-Live veröffentlichte dazu noch am selben Tag einen kurzen, etwas seltsam geschriebenen Artikel:


    "Buddenbrookhaus soll Treppe im Garten bekommen"


    Mir ist nicht ganz klar, was genau mit "Garten" gemeint ist. Das Grundstück war früher enorm tief (ca. 50m bis zur Mitte des riesigen Baublocks) und hatte mehrere Hinterhäuser und Gärten. Heute endet es aber im Prinzip an der Rückwand des Vorderhauses - was ja die eigentliche Problematik beim Bau einer Außentreppe ist. Danach kommen ein paar Meter asphaltierte Fläche, teils mit Parkplätzen und dann direkt das unsägliche Parkhaus im Blockbinnenhof.


    Wie auch immer - die kürzlich von der SPD ins Spiel gebrachte Translozierung des Kellers ist glücklicherweise vom Tisch, und es wurde erneut beschlossen, dass die Treppe hinten an Haus (="im Garten") angebaut werden soll. Es wird in Kauf genommen, dass durch die Umplanung Fördergelder wegfallen könnten.

    Es gibt Neuigkeiten zum Buddenbrookhaus - es geht doch tatsächlich immer noch irrsinniger und grotesker: Die neueste Empfehlung der Stadt ist, den Keller komplett auszubauen und irgendwoanders hin (wohin bleibt offen) zu translozieren! :kopfschuetteln:

    Alle anderen Varianten mit versetztem Treppenhaus seien nach wie vor nicht umsetzbar, bzw. erforderten Umplanungen in einem Ausmaß, das eine neue Baugenehmigung erfordern würde, wodurch die Fördermittel verfielen.


    Was aber so eine Translozierung kosten würde (der Keller soll dafür in einige größere Brocken zersägt und nicht in einzelne Steine zerlegt werden, damit die Denkmalpflege zustimmt), bleibt genauso unbeantwortet wie die, wohin der Keller denn überhaupt versetzt werden soll. Solange letzteres nicht geklärt ist, bestünde meiner Meinung nach die Gefahr, dass der Keller erst einmal eingelagert wird, dort vergessen wird und verkommt und dann doch irgendwann auf der Halde landet. Dann hätten wir statt eines beschädigten Kellers gar keinen mehr.


    Am 30.11. soll die Bürgerschaft darüber abstimmen - ich hoffe, dass das nichts wird, zumal ja wie gesagt überhaupt nicht klar ist, was das kosten wird - die Stadt muss diese Kosten tragen. Wie soll man denn über etwas abstimmen, dessen Details und Folgen gar nicht bekannt sind?


    Sollte die Translozierung beschlossen werden, könnte zudem ein jahrelanger Rechtsstreit folgen, wodurch die Fördergelder ebenfalls verfallen würden.


    Alle Infos dazu in diversen Artikeln:

    Hier jedenfalls - am Holstenwall - durchaus eine gewisse Verbesserung, obgleich ein bisschen weniger gleichförmige Strenge der Fassadenrasterung auch nicht geschadet hätte.


    Cells und DFI revitalisieren Hamburg. Der Bürokomplex Holstenwall 20-22 wird von der Cells Group und DFI bis 2025 revitalisiert. http://www.iz.de


    Referenzen – CELLS Group (cells-group.com)

    Nur eine "gewisse" Verbesserung? Ich habe mir mal den jetzigen Zustand angesehen. In meinen Augen ist das sogar eine ganz erhebliche Verbesserung durch die Beseitigung dieses Glas-Ufos und die Schließung der Straßenfront. Das kleinere weiße Eckgebäude scheint auch zu dem Komplex zu gehören. Es bleibt bestehen, und der Zwischenbau erfährt durch den Umbau der größtenteils verglasten Fassade zu einer Lochfassade mit zum Eckhaus passenden Fenstern (im EG sogar mit Rundbögen) eine deutliche Aufwertung.

    Weitere Bilder vom 24.8.2023


    Und hier noch ein paar weitere Bilder von gestern:


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    Abb. 1: Fischstraße 28a, Eingangsportal. Der großzügige Rundbogen deutet ja die Stelle an, an der die ehemalige Krumme Querstaße einmündete.


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    Abb. 2: Neben der Eingangstür wird mit diesem Schild darauf hingewiesen. Eine schöne Sache, dass die über viele Jahrhunderte existierende, jetzt leider überbaute extrem pittoreske kleine Gasse nun immerhin nicht in Vergessenheit gerät. :daumenoben:

    Gleiches wünsche ich mit später auch auf der anderen Seite an der Alfstraße, wenn das dortige Haus denn endlich mal gebaut wird.



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    Abb. 3: Investorenbau, Eingang an der Fischstraße. Eine neue Folge aus der Serie "Spaß mit dem Investorenbau". Ich weiß ja nicht, ob ich wirklich zu empfindlich bin, aber so langsam weiß ich nicht mehr, was ich zur Ausführungsqualität des Baus sagen soll. Wenn ich schon so einen architektonischen "Hingucker" (für den GBR war es damals wohl sogar ein Highlight) entwerfe, bei dem ein Fallrohr um einen Rundbogen herumgeführt werden muss, also etwas, was die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht, dann mache ich das doch wenigstens ordentlich oder sehe ich das falsch? Auf der Architektenvisualisierung lief das Rohr exakt am gemauerten Bogen entlang - wie man es eben bei gesundem Menschenverstand erwarten würde. Und jetzt verändert sich hier ständig der Abstand zum Bogen, weil man offenbar die einfachsten geometrischen Regeln nicht verstanden hat. Das Problem ist natürlich das rechtwinklige Stück oben am Ansatz zum vertikalen Rohr. Die Ecke hätte nur 90° betragen dürfen, wenn es direkt auf dem oberen Scheitelpunkt des Bogens gelegen hätte. Da es aber um einige Grad daneben liegt, hätte der Winkel um ebendiese Gradzahl geöffnet werden müssen - das kann ja schon ein Achtklässler mit dem Geodreieck ausmessen, wenn er in Geometrie halbwegs aufgepasst hat. Unglaublich. Zumal der runde Rohrteil offenbar in mühevoller Kleinarbeit sehr sauber aus lauter kleinen Stücken zusammengesetzt wurde. Es hätte den Kohl ja nun wirklich nicht mehr fett gemacht, das Winkelstück entsprechen anzupassen und um vielleicht 10 Grad weiter zu öffnen. Ich bin da echt mal wieder fassungslos. Es mag ja sein, dass ich übertreibe, aber so ein Fehler ist doch wirklich ärgerlich, weil völlig überflüssig.


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    Abb. 4: Gleicher Fehler an der Ecke Braunstraße. Hier sieht es leider nicht besser aus. Einfach das Eckstück etwas weiter öffnen (es ist doch sowieso alles Maßanfertigung) und das Rohr direkt am Bogen entlanglegen. War wohl zu schwer. Immerhin wurde das beim letzten Mal von mir bemängelte offen endende Fallrohr nun doch noch angeschlossen.


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    Fischstraße 26


    Ich habe gestern vor Ort mal eigene Fotos vom Bauschild gemacht, damit wir hier auch direkt Bilder zu dem Vorhaben sehen und nicht immer erst die Webseite des Investors aufrufen müssen:


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    Abb. 1: Fischstraße 26, Bauschild


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    Abb. 2: Bauschild, Ausschnitt 1



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    Abb. 3: Bauschild, Ausschnitt 2 - die Rückseiten der Alfstraße scheinen durch.



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    Abb. 4: Zum Vergleich ein Bild aus meinem virtuellen Stadtmodell "Lübeck 1880". Ich musste leider feststellen, dass ich die Maueranker auch vergessen habe, aber das obere Gesims ist da, die Fenstertiefen sind deutlich besser und das Portal ist zumindest in groben Formen dargestellt. Und die Traufkästen sitzen richtig. Ich muss betonen, dass ich kein Profi bin und zu dem Zeitpunkt, zu dem ich die Fassade erstellt habe, noch nicht lange mit dem Programm arbeitete. Da sollte man von einer professionellen Visualisierung, die vermutlich viel Geld gekostet hat, doch ein wenig mehr erwarten können als das was auf dem Bauschild zu sehen ist, finde ich...


    Alle Bilder von mir

    Dein Wort in Gottes Ohr...


    Dass die Visualisierung tatsächlich sehr schlecht ist, sieht man u.a. auch an den Traufkästen, die ein ganzes Stockwerk zu hoch sitzen. Die Traufe liegt in etwa an der Unterkante der dreiachsigen Fensterreihe des Giebels. Das ist auch im Grundriss der dort liegenden Wohnung zu sehen. Insofern besteht tatsächlich Hoffnung, dass wir hier nur einen sehr ungenauen Prototypen der Fassade sehen und es real deutlich besser werden wird. Ich lasse mich gerne positiv überraschen...

    Jetzt fehlt mir der "Verwirrt"-Smiley...

    Es ging doch nie um eine Vollrekostruktion des ganzen Hauses, sondern immer nur um eine Fassadenreko (plus eventuell in Teilen die Diele). Ich habe doch ausführlich beschrieben, dass nun aber laut Visualisierung des Investors nicht einmal mehr die Fassade eine Reko im engeren Sinne ist, da viele Details fehlen. Das geht eher schon in Richtung Erinnerungsbau.


    Übrigens geht Dein Link nicht.

    Vielen Dank für das Update, ich muss aber leider - wie so oft - auch hier Wasser in den Wein gießen. Schön, dass es nach jahrelanger Hängepartie mit dem Haus Fischstraße 26 endlich weiterzugehen scheint. Nicht so schön aber, dass es offenbar keine 1:1-Reko werden wird (wie ursprünglich geplant) - oder die Visualisierungen auf der von Dir genannten Seite sind einfach schlecht, siehe insbesondere Bild auf der Seite mit der Wohnungsübersicht.


    Konkret: Mal davon abgesehen, dass es sich ohnehin schon um eine sehr einfache Fassade handelt (ein ehemaliger Renaissance-Treppengiebel wurde im Barock abgeschweift und verputzt), wurden offenbar noch weitere Vereinfachungen vorgenommen: Das Doppelgesims unterhalb des geschweiften oberen Giebelaufsatzes fehlt. Ebenso sind auch die wohl noch aus der Renaissance stammenden Maueranker auf Höhe aller Geschossdecken nicht vorhanden. Zugegeben würde sie bei dem Neubau keine Funktion haben, aber zu einer Reko gehörten sie dazu. Zudem wären gerade diese Details im teilweise doch eher sterilen Viertel so wichtig.


    Und als ob das noch nicht genug der Vereinfachung wäre, scheint das Renaissance-Sandsteinportal nur in der groben Form aus Putz nachgebildet zu werden. Offenbar sollen hier Kosten gespart werden. Dass das Portal extrem teuer wäre, sehe ich ja ein, aber zumindest das o.g. Gesims und die Maueranker sollten doch wohl drin sein.


    Weiterer Kritikpunkt: Die Fenster scheinen auf der Visualisierung zu tief in der Fassade zu liegen, das sollte dringend auch noch korrigiert werden.


    Eine Reko sieht für mich anders aus - es scheint eher ein Erinnerungsbau wie das Haus Fischstraße 24 nebenan zu werden.


    Der Erstbesitzer des Grundstücks hatte übrigens geplant, auch das Portal zu rekonstruieren und sogar die große hohe Diele im Erdgeschoss des Hauses wiederherzustellen. Ich sehe hier an der Stelle aber nur einen kleinen Abstellraum für Müll und Fahrräder...


    Schade, aber immerhin.

    Soweit ich weis, ist Backsteinexpressionismus sowohl eine Stilrichtung mehrheitlich aus den 1920er Jahren, als auch ein umgangssprachlicher Oberbegriff für den expressionistischen Umgang mit dem Werkstoff Backstein (wird z.T. auch für Neubauten verwendet).

    Tut mir leid, aber das höre ich zum ersten Mal, und auch bei Google habe ich jetzt in diversen Quellen immer nur als Definition den Stil der 1920er Jahre gefunden...