Posts by frank1204

    ^ Erstmal das - und zusätzlich geht nachher wieder das Gestreite um das Urheberrecht des Architekten los, wenn die modernen Teile dann irgendwann mit den Schlossflügeln überbaut werden sollen.


    Apropos: Es wäre sehr sinnvoll, den späteren weiteren Aufbau des Schlosses schon jetzt zu berücksichtigen und in den Turmwänden bereits die Öffnungen für die Durchgänge zu den Schlossflügeln vorzusehen. Diese können ja vorerst als Fenster verglast werden.

    Neu- bzw. Umbau des Figurentheaters und -museums am Kolk - Stand am 28.2.2021


    Hier eine Fotoserie zum Stand der Arbeiten (Achtung: Nichts für schwache Nerven...):


    Abb.1: Das Haus Kolk 16 wurde inzwischen abgetragen und hinterlässt vom Petrikirchhof aus gesehen eine Lücke. Zunächst sollte der hier geplante Neubau des Theaterhauses so niedrig werden, dass er kaum über die Kirchhofmauer gelugt hätte. Das hat Architekt Konermann dann zum Glück auch noch gemerkt und den Entwurf dann erhöht und komplett verändert, so dass er nun mit dem Wettbewerbsergebnis fast nichts mehr gemein hat.



    Abb.2: Blick etwas weiter nach rechts. Ganz am rechten Rand ist die Rückseite von Sport-Karstadt zu sehen (siehe voriger Beitrag). Hier kommt es hoffentlich bald zu einem passenderen Neubau, der dringend nötig wäre.



    Abb.3: Das meinte ich u.a. mit "nichts für schwache Nerven": Ein Blick über die hier ca. 2m hohe Kirchhofmauer auf Zehenspitzen stehend und mit der Kamera am ausgestreckten Arm. Das Haus Kolk 16 (wohl aus den 1930er Jahren) wurde sehr vorsichtig Stein für Stein abgetragen. Dessen rechts zu sehende Außenwand blieb (zunächst?) stehen, um das jahrhundertealte Haus rechts davon zu stützen. Ein furchtbares Bild inmitten eines der letzten größtenteils unversehrt erhalten gebliebenen historischen Baublocks! Das hätte ich wirklich nicht gebraucht...

    Hinter dem gelben Wandteil am unteren Bildrand hat man nun einen Einblick in den sehr kleinen St.-Jürgen-Gang



    Abb.4: Das Haus Kolk 14. Zur Stabilisierung des gotischen Gemäuers während der Bauphase wurden die Fensteröffnungen vermauert.



    Abb.5: Blick durch den Bauzaun in der Straße Kolk in Richtung Norden auf die abgerissene Ecke. Hinten ist die Seitenfassade des hoffentich ebenfalls bald verschwindenden "Sport-Karstadt-Hauses" zu sehen.



    Abb.6: Blick die Kleine Petersgrube hinauf auf die Baustelle. Von hier vermisst man das abgerissen Haus Kolk 16 nicht. Wegen seiner Höhe versperrte es teilweise den Blick auf die Kirche.



    Abb.7: Blick aus der Kleinen Petersgrube etwas weiter oben. Das Grundstück Kolk 16 stellt ein Dilemma dar: Wenn das Haus hoch genug ist, um vom Kirchhof zu sehende Lücke zu füllen (siehe Abb.1 und 2), ist es von hier unten so hoch, dass der Blick auf die Kirche teilweise verstellt wird. Ich bin gespannt, wie der Neubau hier wirken wird.



    Abb.8: Blick durch eine Ritze des sehr dichten Bauzauns auf das obere Ende der Kleinen Petersgrube. Der Keller des Hauses Kolk 16 ist noch da, kommt aber auch noch weg. Ich hoffe, dass dadurch nichts ins Rutschen kommt, da der Baugrund hier sehr instabil ist. Das haben - wie ich kürzlich in den LN las - aktuelle Untersuchungen noch einmal bestätigt. Es war dort auch zu lesen, dass man aus diesem Grund nun auf den hier geplanten Tunnel, der Theater und Museum unter der Kleinen Petergrube hindurch verbinden sollte, verzichten wird. Was für ein Glück - ich hatte diesen Tunnel ja von Anfang an für irrsinnig gehalten.



    Abb.9: Blick aus der Pagönnienstraße. Auch hier hat man - rechts zu sehen - ein kleines Haus abgerissen, das ebenfalls durch einen modernen Neubau ersetzt werden soll. Die zu sehende Rückfassade des Hauses Kolk 14 hat man offenbar saniert oder gar neu aufgemauert so "geleckt" wie sie aussieht? Links die Rückseite von Sport-Karstadt.



    Abb.10: Blick durch den Bauzaun am Kolk in Richtung Süden. Bei dem zu sehenden Haus Kolk 14 soll an der Giebelseite links das im 19. Jhdt. durch eine Garageneinfahrt schwer beschädigte gotische Portal wiederhergestellt werden. Den noch vorhandenen Spitzbogen kann man bei genauem Hinsehen rechts neben dem Ausleger des Baggers erkennen. Auch hier wurden die rechten 4 Fenster - wie hinter den Scheiben zu sehen ist - temporär zugemauert.


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    Um Gottes Willen, das ist ja ein scheußlich brutaler, Menschen verachtender Bau.

    In der Tat. Ich hatte darüber ein paar Seiten weiter vorne bereits ausführlich berichtet. Du findest die Beiträge hier:

    - Bild des Vorgängerbaus

    - Vorstellung erster Studien für eine Neubebauung im Gestaltungsbeirat im September 2019

    - Fotos des Ist-Zustandes ebenfalls September 2019


    Wenn Du die Vorderseite schon menschenverachtend findest, solltest Du Dir erstmal unter obigem Link die Fotos der noch um einiges schlimmeren Rückseite ansehen... :kopfschuetteln:

    Glücklicherweise plant der Investor, hier ein Stück Stadtreparatur zu betreiben und einen verträglicheren/angepassten Baukörper zu erstellen und sich mehr an die historischen Baufluchten anzunähern. Die oben verlinkten Studien zeigen das auch.


    frank1204


    Was passiert eigeintlich mit Karstadt Sport?


    https://procominvest.de/projekt/altstadt-luebeck/

    Bisher habe ich leider noch keine neuen Informationen dazu gefunden/gehört/gelesen. Die Planung läuft wohl weiterhin. Wir werden wohl abwarten müssen. Das Bestandsgebäude steht inzwischen leer.

    Fotos vom 28.2.2021 - Teil 2


    Hier wie angekündigt noch ein paar Bilder aus der Braunstraße:


    Abb.1: Braunstraße 18. Der Rohbau ist inzwischen fertig. und die Fenster sind auch schon drin. Zum Glück hat die Fassade nun doch noch ihren an das historische Haus angelehnten Umriss bekommen wie er im Entwurf vorgesehen war. Warum man Tür und EG-Fenster nicht oben auf gleicher Höhe abschließt - wie ehemals geplant - entzieht sich meinem Verständnis...



    Abb.2: Braunstraße 18, Rückseite. Bis auf die Lage der Tür rechts unten ganz angenehm.



    Abb.3: Braunstaße 14, Frontalansicht. Der finale Anstrich lässt offenbar immer noch auf sich warten.



    Abb.4: Braunstraße 14, EG-Fenster im Detail. Ich habe mal genauer hingesehen und weiß nun auch warum die Fenster so merkwürdig billig und nach Plastik (wie hier letztens jemand schrieb) aussehen: Es ist schlicht noch die weiße Schutzfolie drauf, die wohl erst nach dem Anstrich abgezogen werden wird. Darunter scheinen die Fensterrahmen dunkel zu sein.



    Abb.5: Braunstraße 14, Detail. Dieses Detail in der Laibung neben der Eingangstür des Hauses Braunstraße 14 habe ich gestern entdeckt. Offenbar hat man hier eine Spolie eingebaut. Ich habe dazu aber keine weiteren Informationen - weder wo man sie gefunden hat, noch wo sie vor dem Krieg verbaut war. Auf historischen Fotos des Hauses konnte ich dieses Detail nicht finden oder erkennen. Falls jemand mehr weiß (evtl. unser lübecker Archäologe Maxileen? ) gerne her mit Infos!


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    Fotos vom 28.2.2021 - Teil 1


    Auch wenn sich in der letzten Zeit nicht so viel getan hat (wir hatten hier tatsächlich ungewohnterweise immerhin 10 Tage lang mal eine Menge Schnee und zweistellige Minusgrade), kommen hier nach ca. 6 Wochen mal wieder ein paar aktuelle Fotos.


    Los geht es in der Alfstraße. Danach kommen wir über die Fischstraße zur Braunstraße (Teil 2):


    Abb.1: Alfstraße 21. Die Verklinkerung ist fertig, die Fenster aber immer noch nicht drin. Obwohl die Fassade ansonsten leider keine Details aufweist, ist das Haus mit seinem Treppengiebel bisher der einzige Lichtblick in der vorherrschenden Spitzgiebelmonotonie dieser Straße.



    Abb.2: Weiter geht es in Richtung Fischstraße: Die westliche Brandwand von Fischstraße 28. Auch hier ist die Verklinkerung fertig (von der Fassade kann ich leider noch kein Bild liefern, da der Blick durch die rechts zu sehende Plane am Gerüst versperrt war).

    Hier ist an der teilweise auf die Brandmauer aufgebrachten Verklinkerung gut zu sehen, dass die Häuser Fischstraße 24. 26 und 28 tiefer sind als die restlichen. Das liegt daran, dass bei diesen 3 Häusern die historischen Kellerwände erhalten werden, so dass diese Häuser daraus resultierend ihren historischen Grundriss bekommen müssen. Die anderen Häuser werden ja (leider) etwas weniger tief gebaut als historisch gewesen - einerseits wegen der dann besseren Belichtung des Inneren und andererseits, um die Abstände zwischen den Häuserzeilen und damit das lichte Maß der Innenhöfe etwas zu vergrößern.

    Die Pflöcke rechts im Vordergrund kündigen übrigens an, dass es dort jetzt mit dem (leider relativ langweiligen) Haus Fischstraße 28a losgeht, das zur Hälfte auf der ehemaligen Krummen Querstaße liegt.



    Abb. 3: Noch ein Blick "von unten" in die Fischstraße bei schönem Licht. Zu sehen sind die (fast) fertigen Nummern 24, 18 und 16 vor St. Marien, deren Südturm jetzt endlich komplett gerüstfrei zu sehen ist. Nach 8 Jahren Einrüstung ein für mich noch ungewohnter wie schöner Anblick.

    Auch mit dem Haus Nummer 22 hat man inzwischen begonnen und ist - erkennbar am aufrecht stehenden Armierungsstahl rechts neben Nummer 24 - bereits im Erdgeschoss angekommen.



    Abb.4: Nun zum oberen Teil der Fischstraße. Zu sehen die Nummern 11 und 13. Bei Nummer 11 ist man der EG-Oberkante angekommen, bei Nummer 13 sogar schon an der Oberkannte des 1. OGs.



    Abb.5: Blick in die andere Richtung: Die Straßenseiten schließen sich langsam!



    Abb.6: Die Fischstraße bekommt durch die relativ hohen Häuser eine gewisse Enge. Hier entsteht eine "Altstadtstraße"! Wenn ich da an die alten Berufsschulen denke, liegen dazwischen Welten! Eine Ähnlichkeit zur erhaltenen unteren Mengstraße ist zu erkennen wie ich finde. Das deutet meines Erachtens nach schon darauf hin, dass die Stadtreparatur hier funktionieren wird.



    Abb.7: Ein vager Blick auf Fischstraße 19 und 21. Durch die Gerüste ist leider nicht viel zu erkennen, aber auch hier sollte die Verklinkerung inzwischen fertig sein.



    Abb. 8: Fischstraße 21, Eingangsportal. Auch wenn mich der Entwurf der Fassade nicht recht begeistert, muss ich hier doch die Auswahl und Vermauerung der Klinkersteine loben, die in Größe und Farbe relativ dicht an die in Lübeck üblichen historischen Fassaden heranzukommen scheinen - soweit ich das auf dem Bild erkennen kann.



    Abb.9: Fischstraße 18, Eingangsportal. Hier hat man offensichtlich viel Arbeit hineingesteckt.



    Abb.10: Fassadendetail Fischstraße 18 und 16. Ein kleines "Ensemble".


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    Update vom 18.1.2021


    Jetzt ist auch das Haus Braunstraße 14, das im Kern noch den umgebauten Berufsschulrest enthält ist, ausgerüstet:


    Abb.1: Braunstraße 14. Der finale Anstrich fehlt aber offenbar noch. Wie ich schon vorher schrieb, gefällt mir die Fassade sehr gut - und ist wie ich finde, sogar eine der besten unter den Neubauten. Es vermittelt den Eindruck eines klassizistisch überformten historischen Altstadthauses, in das neuere Fenster eingebaut wurden. Das Haus ähnelt zudem sehr dem Vorgängerbau, und ich bin sehr froh, dass hier kein "neumoderner" Entwurf direkt neben dem gotischen Haus Nr. 12 entstanden ist, das so viel besser zur Geltung kommt. :thumbsup:



    Abb.2: Braunstraße 14 und 12 noch einmal aus der anderen Richtung. Die alte Gaslaterne zwischen den Häusern verbreitet hier auch zusätzlich etwas Altstadtflair. So etwas nenne ich Stadtreparatur!



    Abb.3: Braunstraße, Nordseite. Hier noch einmal der altuelle Gesamtstand in der Braunstraße. Das Foto hatte ich im Vorbeigehen leider versehentlich sehr schief aufgenommen. Die weißen, durch das Drehen entstandenen Ecken bitte ich mir nachzusehen - ich wollte nicht zuviel vom Bild abschneiden, es aber auch nicht so extrem schief hier reinstellen.



    Abb.4: Kurzes Update aus der Fischstraße: Die fertiggestellten Rückseiten der Nummern 16, 18 und 24.



    Abb.5: Die Vorderseiten der Häuser Fischstraße 24, 18 und 16 - ich glaube, ich hatte hiervon noch kein Gesamtfoto komplett ohne Gerüste gezeigt.


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    Nein, das auf dem von Dir verlinkten Bild ist das Glandorpsche Haus Fischstraße 34. Ja, das war wirklich ganz außergewöhnlich. Aber selbst wenn man wollte, könnte man es nicht mehr rekonstruieren (zumindest nicht am originalen Ort), da die Parzelle durch die Verschiebung der Krummen Querstraße nicht wiederhergestellt werden kann.

    Eine freie Adaption davon ist ja der Entwurf für die neuen Eck-Parzelle Fischstraße 28b, einige Meter höher als der Ursprungsstandort. Ob dieser jedoch kommt, steht meiner Kenntnis nach momentan in den Sternen.

    Update vom 12.1.2021


    Jetzt geht es Schlag auf Schlag - auch Fischstraße 18 präsentiert sich nun gerüstfrei:


    Abb.1: Fischstraße 18. Der Giebelumriss ist ja schön. Auch die Steinfarbe und die gemauerten Bögen gefallen mir. Das war es dann aber auch schon. Ich muss leider bei meiner Meinung bleiben, dass der ehemals schöne Entwurf mit der erheblichen Vergrößerung der Fenster bei gleichzeitiger Verringerung von 5 auf nur 3 Achsen leider eine "Verschlimmbesserung" war. Der hängende Fenstersturz oben ist überambitioniert und das EG ist völlig verschroben. Schade. Aber immer noch deutlich besser als die vielen gestalt(ungs)losen Häuser in der Alfstraße. Und es mag sein, dass es in der fertigen Straße dann später doch besser aussieht als jetzt ohne den linken Nachbarn.



    Abb.2: Die bisherige gerüstfreie Straßenabwicklung der Fischstraßen-Nordseite.



    Abb.3: Fischstraße 18 und 16. Na gut, zusammen wirkt es gar nicht mal sooo schlecht. Wie gesagt mal abwarten, bis alles fertig ist.


    Das ist selbstverständlich ein Baumangel.


    In das Mauerwerk darf von oben kein Wasser eindringen. Ausblühungen und Frostabsprengungen sind hier vorprogrammiert. Nicht von heute auf morgen - gut gebrannte Ziegel halten schon was aus. Längerfristig aber auf jeden Fall. Historisch wurde dies durch eine Reihe Dachpfannen verhindert.


    Was immer hier verbaut wurde - es erfüllt seinen Zweck offensichtlich nicht.

    Ich glaube nicht, dass da irgendwo Wasser in das Mauerwerk bzw. hinter die Verklinkerung gelangt ist und es von innen her durchfeuchtet ist. Wenn ich das richtig sehe, sind die Giebelstaffeln oben horizontal abgeschlossen, so dass das darauftreffende Wasser einfach vorne und hinten direkt an der Fassade herunterläuft. Die Oberseiten bei historischen Giebelstaffeln fallen dagegen nach hinten, also zum Hauskörper hin, ab und sind - wie Du richtig schriebst - zudem zum Schutz des Mauerwerks mit einer Reihe Dachpfannen gedeckt, die hinten ein Stück überstehen. Dadurch läuft das Wasser auf den Staffeln nach hinten weg und tropft mit etwas Abstand zur Fassade einfach auf das Dach des Hauses und wird über dessen Ablauf mit abgeführt.

    Warum es für heutige Architekten nicht möglich ist, eine so einfache und geniale Lösung zu übernehmen, die sich zudem über Jahrhunderte bewährt hat, wissen wohl nur sie selbst. Offenbar muss man heute immer das Rad neu erfinden. Nur Schade, dass wie hier zu sehen ist, dabei oft gar keine Räder herauskommen... :kopfschuetteln:

    Soll Fischstraße 26 tatsächlich eine Reko werden? Das hatte ich ja gar nicht mitbekommen. Das wäre ja superschön. Als ich mich vor vielen Jahren erstmals intensiver mit dem Gebiet beschäftigte, las ich, dass es ja doch noch etliche historische Architekturfragmente gab / gibt und bedauerte es sehr, dass man nicht mehr rekonstruieren wollte. Kommt denn in die 26 irgendwas "echt Historisches" rein? (Portal o Ä.)


    Und: Aus welchem Material ist denn das später eingefügte Gesims an dem (ebenfalls wunderschönen) Haus Nr. 26, weißt Du das?

    Ja, der letzte mir bekannte Stand ist, dass Fischstraße 26 eine Fassadenreko werden soll. Ich war dazu vor längerer Zeit (ca. 2 Jahre her) auch auf einer Veranstaltung, auf der das Architekturbüro Schröder-Berkentien das Projekt vorstellt (haben ja auch die Reko Fischstraße 17 gemacht). Der Stand war damals der, dass der Architekt am Forschen war, ob irgendwo noch Reste des Sandsteinportals eingelagert seien und er auch schon ein gute Steinmetzwerkstatt für die Neuanfertigung gefunden hatte. Ich hatte weiter oben darüber berichtet. Gerade habe ich aber festgestellt, dass die Webseite von Schröder-Berkentien offenbar nicht mehr exisitert...? :wie:

    Ich hoffe nicht, dass sich das Projekt zerschlagen hat. Das wäre wirklich schlimm. Falls jemand aktuelle Infos hat, gerne her damit.


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    Irgendwie scheint es mir aber, als stünde man vor einem Haus aus der Gotik/Renaissance, das um 1800 klassizistisch verändert wurde, und dem man einen horizontalen Abschluss geben wollte, aber vergass, den Giebel abzubrechen. Das horizontale Abschlussgesims und der Giebel gehören irgendwie nicht zusammen.

    Das war aber beim historischen Haus auch schon so. Auf die schnelle habe ich es nur auf diesem Foto gefunden, das gemeinfrei sein sollte:



    Fischstraße 24 ist das helle Haus oberhalb des auf der Straße stehenden Handkarrens. Es handelte sich in der Tat um ein Haus aus der Renaissance, dessen Treppengiebel Barock abgeschweift wurde. Im Klassizismus wird man dann aber wohl auch noch dran "herumgefummelt" haben.


    Es gibt in Lübeck tatsächlich aber noch krassere Beispiele von "nicht vollendetem" Klassizismus:


    Lübeck, Hundestraße 88. Quelle: Wikipedia, Urheber: Martin Lemke, Lizenz: CC-BY-SA 4.0


    Über dem eigentlich geraden klassizistischen Fassadenabschluss sind die beiden oberen Giebelstufen im Originalzustand der Renaissance verblieben.

    Update vom 10.1.2021


    Ich war heute "auf Verdacht" nochmal schnell gucken.

    Und tatsächlich: Fischstraße 24 ist jetzt ohne Gerüst zu "bewundern". Hier ein paar Fotos von vorhin:


    Abb.1: Fischstraße 24 mit St. Marien, deren Südturm nach nun 8 Jahren (!!!) auch endlich wieder gerüstfrei ist. Wenn man die Sanierung in 2 Jahren durchgezogen hätte, hätte man diese wohl schon von den dann eingesparten Kosten für die restlichen 6 Jahre Gerüstmiete bezahlen können... :kopfschuetteln:



    Abb.2: Weitere Schrägansicht. Das EG ist allerdings noch nicht ganz fertig. Hätten die Fenster Kreuze und in den Flügeln geteilte Scheiben, könnte man fast denken, es würde sich um ein renoviertes historisches Haus handeln.



    Abb.3: Fischstraße 24 und 28. Dazwischen soll nach meinem Kenntnisstand die Reko Nr. 26 folgen. Hoffentlich geht es da bald los.



    Abb. 4: Fischstraße 24, Frontalansicht. Beim Gesims über dem obersten, kleinen Giebelfenster hat man im Gegensatz zum Ursprungsentwurf noch die halbrunde Einbuchtung weggelassen. Die gefiel mir ohnehin nicht, auch wenn es sie beim historischen Vorbild gab.



    Abb.5: Die Fassade noch einmal nahzu im Profil, um die Tiefen bzw. Plastizität der Gesimse zu zeigen.



    Abb.6: Nebenbei gesehen: Gibt es bei Fischstraße 16 ein Feuchtigkeitsproblem oder ist das bei überstehenden Teilen normal? Das Studentenwohnheim (rechts) sieht trotz der kürzlichen x-ten Fassadenrenvierung schon wieder schäbig aus.


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    Heute äußert sich bei HL-Live auch die Fraktion der Linken ablehnend zur Zerstörung des denkmalgeschützten Gewölbekellers und fordert wie zuvor schon CDU, Die Unabhängigen, Grüne, GAL und Freie Wähler einen Stopp der Planungen. Sie spricht gar von "Engstirnigkeit und undemokratischem Vorgehen".


    Damit wird es um BM Lindenau und seine SPD langsam sehr einsam. Ich hoffe, dass das Treiben mit einer Abstimmung in der Bürgeschaft gekippt werden kann oder dass der Bürgermeister noch von allein zur Vernunft kommen wird.

    Die Wählergemeinschaft GAL (auch wenn sie aktuell nur einen Sitz in der Bürgerschaft hat) veröffentlicht heute ebenfalls eine Stellungnahme gegen die Zertstörung des Gewölbes auf HL-Live.


    Neben den Argumenten, die ich oben auch bereits nannte (das Konzept wird in einigen Jahren veraltet sein und man hätte sich eher um die Parkrechte kümmern müssen), wird noch ein weiteres wichtiges genannt:

    Quote

    Jeder kleine Haussanierer ist zu Recht angehalten, die Aspekte des Denkmalschutzes zu berücksichtigen. Selbst die Farbe der Fenstersprossen wird genau vorgeschrieben und darf von der Historie nicht abweichen. Wenn der Bürgermeister sich nun als formal oberster Denkmalpfleger über das fachliche Votum des Lübecker Denkmalschutzamtes hinwegsetzt und die Zerstörung des historischen Gewölbekellers beschließt, ist das mehr als ein ungünstiges Signal und kann fatale Folgen für den Erhalt der denkmalgeschützten Bauten in der Altstadt haben. Warum sollte irgendjemand zukünftig die fachlichen Vorgaben des Denkmalschutzamtes noch stringent befolgen, wenn der Bürgermeister das Votum des Denkmalschutzamtes auch nicht als weisend erachtet

    Heute berichten auch die Lübecker Nachrichten über den Gewölbekeller (leider hinter der Bezahlschranke):


    https://www.ln-online.de/Lokal…rs-soll-verhindert-werden


    Kurze Zusammenfassung: Der Widerstand gegen die Zerstörung des Kellers wächst. In der Bürgerschaft sind neben der Partei "Die Unabhängigen" nun auch CDU und Grüne gegen die Zerstörung. Diese hätten zusammen eine Mehrheit in der Bürgerschaft, wenn es zu einer Abstimmung käme. Pikant dabei: Die CDU befindet sich eigentlich in einer großen Koaltition mit der SPD, die zu BM Lindenau hält, der wiederum an seiner eklatanten Fehlentscheidung (dieser wertende Ausdruck ist von mir und nicht aus dem LN-Bericht) festhält. Unabhängige und CDU wollen, dass Lindenau als oberster Denkmalpfleger, der gegen seine eigenen Fachleute entschieden hat, abgesetzt wird. Lindenau reagiert "gelassen", weil man dafür erst das Landesdenkmalschutzgesetz ändern müsste.


    Als Alternative wird auch hier genannt, die Treppe hinten an das Haus anzubauen. Allerdings würde man dann die rückwärtige gotische Kelleraußenwand durchbrechen müssen und zudem würde die Rückfassade des Hauses beeinträchtigt werden.


    Meine Meinung: Lieber einen relativ kleinen Durchbruch in die Rückwand bauen als großflächig mehrere Gewölbe wegreißen. Und: Bei dem Siegerentwurf wäre wohl jede "Beeinträchtigung" der Rückfassade eine Verbesserung! :biggrin:


    Berichtet wird auch noch darüber, dass im Grundbuch für die Fläche einer rückwärtigen Treppe Rechte für 19 Nachbarn eingetragen sind und eine Änderung hier wohl ca. 3 Jahre dauern würde. Dazu kann ich nur sagen: Wie lange dauert die Planung jetzt bereits nochmal? Hätte man das nicht schon vor 3 Jahren in die Wege leiten können?


    Ich kann auch nur nochmal sagen, dass es wirklich unglaublich ist, für ein Museumskonzept, das wahrscheinlich in spätestens 10 Jahren überholt ist und wieder geändert wird, ein 800 Jahre altes originales Bauwerk zu zerstören. :wuetenspringen:

    Maxileen: Du bist mir kurz zuvorgekommen - ich wollte es auch gerade posten.

    Die geplante Zerstörung ist in der Tat offenbar noch größer als nach der ersten Pressemeldung angenommen.

    Eigentlich ein Fall für die UNESCO.

    Soweit ich das verstanden habe, saß sie Unesco bei der Lösungsfindung für die Treppe mit am Tisch und hat am Ende zugesichert, dass die Zerstörung des Kellers keine Auswirkungen auf den Welterbestatus haben wird, da der Keller nicht im Welterbe-Kerngebiet liegt. Das ist schon grotesk und unglaublich.

    Kann man die Treppe nicht einfach neben den Keller bauen?

    Man könnte die Treppe hinten an das Haus anbauen, so dass diese außerhalb des Kellers liegt. Das Grundstück gehört sogar der Stadt. Aber soweit ich gelesen habe, gibt es dort Parkrechte irgendwelcher Anlieger. Es würde wohl sehr lange/mehrere Jahre dauern, diese Verträge auslaufen zu lassen oder aufzulösen. So lange will man nicht warten. Die Planungen laufen ja nun schon einige Jahre - da hätte man sich ja auch schon mal längst darum kümmern können. Eine Groteske nach der anderen. Ein Bürgermeister, der so mit dem baulichen Erbe seiner Stadt umgeht, gehört abgewählt!

    :kopfwand:  :kopfschuetteln: