Duisburg - Abrisse in Marxloh und Bruckhausen

  • Hat jemand Vor-Ort-Informationen, inwieweit die vom Abriss bedrohten Häuser (wie ist die "Qualität" der betroffenen Bauten?) dort schon geräumt sind bzw. wie gut sich der Widerstand mittlerweile formiert hat? Das Thema geistert ja zunehmend durch die Medien...

  • In Duisburg-Marxloh sollen demnächst ein paar Stadtviertel abgerissen werden aufgrund der Nähe zu den Hüttenwerken. Die kurzen Arbeitswege braucht heute niemand mehr und die Stadt will dort lieber einen Grüngürtel anlegen.


    Was dort für eine Bausubstanz steht weiß ich nicht, ich vermute aber kaputtsanierte Gründerzeitler (also mit glatter Fassade und Baumarktfenster), die typischen Ruhrgebiets-Arbeiterwohnhäuser.


    Wobei ich mich nicht erinnern kann, in Duisburg jemals von einem schönen Gründerzeitwohngebiet wie es welche in Essen, Dortmund oder Köln gibt, gehört zu haben

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Btw: Hab doch noch etwas zum Thema gefunden:


    http://www.brinkmann-du.de/bi/abriss/index.html


    Sowie diesen Film, den ich mir selber gerade anschaue und noch keine Bewertung geben will. So wie's aussieht sind nur Arbeiterwohnhäuser betroffen, aber auch teilweise 130 Jahre alte Gebäude und eine Mühle. Die meisten Häuser sind in einem sehr guten Zustand

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Hab gerade bei Spiegel Online über ein riesiges Abrissprojekt gelesen, bei dem auch ganze Straßenzüge von Gründerzeitlern abgerissen werden sollen. Weiß jemand von Euch mehr darüber? Das Projekt solle Vorbild für das ganze Ruhgebiet sein...



    Moderationshinweise (Zeno, 21.01.2012):
    Es geht um die Grüngürtel in Marxloh und Bruckhausen.
    Habe diesen Beitrag und die folgenden, die sich auf dieses Thema beziehen, in den entsprechenden Diskussionsstrang verschoben.

  • Duisburg-Bruckhausen: Ein Stadtteil wird zu Tode saniert - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik


    Quote

    Verunsicherung bei den einen, Gelassenheit bei den anderen. Der Teestubeninhaber Yilmaz Fazil zuckt mit den Schultern. "Ich finde den Grüngürtel gut. Dadurch wird die Luft bestimmt besser." Und für sein Geschäft hat er auch schon eine Lösung gefunden: "Dann mache ich eben woanders einen Laden auf, wo meine Landsleute sind. Das Leben geht weiter." In einem anderen Schaufenster hängt ein Plakat mit der Aufschrift: "Für bessere Luft, für den Abriss der leerstehenden Häuser, für die Verschönerung des Duisburger Nordens."


    Das Vorhaben der Stadt spaltet die Bürger. Aber der Rat hat den Grüngürtel längst beschlossen. Nur wann die Abrisskugel anrückt, steht noch nicht fest. Aber so viel: Der Grüngürtel wird weder den Blick auf die Hochöfen verdecken, noch wird er die Lärmbelästigung in Bruckhausen verbessern können – das hat die Voruntersuchung ergeben. Der Moschee-Vorsitzende Ücler Köksal meint: "Unter der Giftwolke von August Thyssen wird kein Grün wachsen. Da bin ich mir ganz sicher."


    Das Abrissabsichten in Duisburg überraschen mich wenig, da der Hagener Stadtrat ähnliche Ansichten hat...

  • Eigentlich ist sowas verständlich, bei dem Bevölkerungsschwund muss es ja auf kurz oder lang dazu kommen. Aber: wieso weist jede Stadt, wider besseren Wissens sicher auch Duisburg, alljährlich Neubaugebiete aus, mit denen sie sich weiter ins unbebaute Land hineinfrisst (und die letzten Reste intakter Natur zerstört), die dann seltsamerweise auch ruck-zuck neu bebaut und bewohnt werden? Vor diesem Hintergrund erscheint so ein Abrissvorhaben dann geradezu pervers. Gerade im Ruhrgebiet, wo die Gründerzeitler in vielen Städten oft noch so ungefähr das einzig Sehenswerte sind, was sich durch das 20. Jahrhundert gerettet hat.


    Nicht zuletzt habe ich auch stark den Eindruck, dass die Stadtverwaltung hier im konkreten Fall wohl insgeheim meint, bei 80 % Migrantenanteil wäre so ein Vorhaben widerstandslos durchzudrücken, frei nach dem Motto, mit den Minderheiten in der Gesellschaft kann man es ja machen. Gut, dass dem offenbar nicht so ist.

  • Quote from "RMA"

    Eigentlich ist sowas verständlich, bei dem Bevölkerungsschwund muss es ja auf kurz oder lang dazu kommen. Aber: wieso weist jede Stadt, wider besseren Wissens sicher auch Duisburg, alljährlich Neubaugebiete aus, mit denen sie sich weiter ins unbebaute Land hineinfrisst (und die letzten Reste intakter Natur zerstört), die dann seltsamerweise auch ruck-zuck neu bebaut und bewohnt werden? Vor diesem Hintergrund erscheint so ein Abrissvorhaben dann geradezu pervers. Gerade im Ruhrgebiet, wo die Gründerzeitler in vielen Städten oft noch so ungefähr das einzig Sehenswerte sind, was sich durch das 20. Jahrhundert gerettet hat.


    Nicht zuletzt habe ich auch stark den Eindruck, dass die Stadtverwaltung hier im konkreten Fall wohl insgeheim meint, bei 80 % Migrantenanteil wäre so ein Vorhaben widerstandslos durchzudrücken, frei nach dem Motto, mit den Minderheiten in der Gesellschaft kann man es ja machen. Gut, dass dem offenbar nicht so ist.


    Da steckt schon eine gewisse Logik drin, die Innenstädte werden von Ali und Mehmet übernommen, während die "Minderheit", sprich Karsten und Manfred sich in die Kleinhaussiedlungen flüchten.
    Keine schöne Entwicklung, aber sie entbehrt nicht einer gewissen Folgerichtigkeit.
    Aber vielleicht kommt ja ein pfiffiger Stadtentwickler mal auf die Idee eine Vorortsiedlung nach islamischen Bedürfnissen zu planen (alle Grundstücke sind nicht nach Süden, sondern nach Mekka ausgerichtet; im Zentrum eine paar Minarette; türkische Straßennamen, etc.), dann möchte es gelingen, sie auch auf die grüne Wiese zu holen.
    Man muß den Menschen halt entgegenkommen.


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    Moderations-Hinweis: Für diesen Beitrag wurde am 11.11.2008 eine Verwarnung ausgesprochen.

  • Ich bin zwar kein Moderator aber ich weise darauf hin, dass es sich hier um ein Architekturforum handelt und solche polemischen Sätze wie diese mit ausländerfeindlichen Hintergrund möchte ich hier nicht lesen!

  • "möchte ich hier nicht mehr lesen"...
    nanana, kv2D, etwas Toleranz gehört doch schließlich auch dazu, nicht wahr? Überhaupt für einen, der sich ganz offensichtlich die Toleranz auf seine Fahnen geschrieben hat.
    Imgrunde ein schönes Beispiel für die Paradoxie eines materiell überspitzen Liberalismus.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Quote from "ursus carpaticus"

    "möchte ich hier nicht mehr lesen"...
    nanana, kv2D, etwas Toleranz gehört doch schließlich auch dazu, nicht wahr? Überhaupt für einen, der sich ganz offensichtlich die Toleranz auf seine Fahnen geschrieben hat.
    Imgrunde ein schönes Beispiel für die Paradoxie eines materiell überspitzen Liberalismus.


    Das hat mit paradoxie nichts zu tun. Von mir aus könnt Ihr ja Eure braunen Ergüsse niederschreiben- nur bitte dann auf Toilettenpapier vor der Benutzung!


    @mods: Ich bitte um Löschung der letzten 4 Beiträge, da sie nicht wirklich der Sache dienlich sind!

  • Duisburg kenne ich leider auch...es sieht dort ziemlich übel aus, aber das liegt vor allem an dem hässlichen Stadtbild, das nach dem Krieg dort entstand.


    Also ich kann bei den Beiträgen nichts "Braunes" erkennen, dass sollte man schon anmerken dürfen. In manchen westdeutschen Städten sieht es eben wirklich machmal so aus wie beschrieben.


    Hand aufs Herz, aber ich würde die Moderation den Moderatoren überlassen, denn dazu haben wir sie ja glücklicherweise.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Für den obigen Beitrag von Pixelfritz wurde eine Verwarnung ausgesprochen. Er ist nämlich nicht nur völlig offtopic, sondern auch ausländerfeindlich. Sowas will ich hier nicht nochmal lesen. Und nun zurück zum Thema.


    Nachtrag (18.23 Uhr): Ich möchte noch einmal auf zwei Sachen hinweisen: die Entscheidungen der Moderation werden nicht diskutiert. Das hat nichts mit Diktatur zu tun, sondern ist in einem jedem moderierten Forum so. Zweitens sind öffentliche Aufforderungen zu einem Handeln der Moderation ebenso unerwünscht wie eine Wertung verwarnungswürdiger Beiträge durch andere Forumsmitglieder, weil solche Beiträge dann oft (meist aufgrund der Wortwahl) einen eigenen Verwarnungsgrund darstellen. Für die Benachrichtigung der Moderation gibt es eigene Buttons zum "Melden" als auch die PN-Funktion. Eine Diskussion innerhalb des Themas führt nur dazu, dass ein Strang noch weiter vom Thema abkommt, als er es durch einen verwarnungswürdigen Beitrag ohnehin schon gekommen ist. Entsprechend habe ich alle offtopic-Beiträge, die auf meine mittägliche Aufforderung, zum Thema zurückzukommen, noch gefolgt sind, aus dem Thema entfernt.

  • Also grundsätzlich habe ich rein gar nichts gegen Grünflächen in den Städten, bin sogar dafür, aber doch nicht so. Hier wird über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden. Es gäbe sicherlich den sogenannten "goldenen Mittelweg", aber der wird von der Stadt wohl völlig ausgeblendet. Und was ist eigentlich mit den Leuten, deren Existenzen hier auf dem Spiel stehen? :(
    Ich hoffe, dass dort noch ein Kompromiss, zumindest für die erhaltenswerten Häuser, gefunden wird.

  • Ein völlig unsinniges und überholtes Konzept der Duisburger Stadtväter, das stark an den Abrisswahn der siebziger Jahre erinnert. Hier werden ja nicht nur historisch gewachsene Gebäude platt gemacht, sondern auch eine vorhandende Infrastruktur der Wasserversorgung etc. zerstört. Außerdem ist es ja nicht so, dass die 300 Häuser leer stehen. Die Stadt hat kein Geld um das Quartier zu sanieren und die Häuser werden mit erheblichem Widerstand der Bewohner entwohnt.

  • das ist standortpolitik: thyssenkrupp will einen neuen hochofen bauen, und das dürfen sie nach europäischem recht nur, wenn die nächste wohnbebauung in größerem abstand als bislang angrenzt. also müssen die stadtväter springen und baufreiheit schaffen...