Posts by Booni

    Die Getreideverkehrsanlage habe ich auch einmal bei einer privaten Hafenrundfahrt erleben können. Ein beeindruckendes Bauwerk, ich freue mich, dass es noch seine ursprüngliche Nutzung bewahrt hat.

    Bei besagter Hafenrundfahrt ist auch aufgefallen, dass die meisten Bremer Teilnehmer doch sehr angetan von ihrer Überseestadt waren. Für mich nicht wirklich nachvollziehbar, aber ok....

    Schade... die LWL-Denkmalpflege ist leider nur ein Papiertiger. So ist es, als würde man den Dachstuhl ins Museum stellen...

    So wie ich es verstehe, gibt es noch die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung. Vielleicht überlegt man es sich nochmal, wenn der Protest groß genug ist.

    Diese Tiefgeschosse sind aber wirklich 70er-Jahre-Fehlplanungen und wirklich nirgendwo mit Aufenthaltsqualität verbunden. Warum orientiert man sich nicht an den Platzkonzepten der Gründerzeit? Diese funktionieren bis heute.

    Ich mag mir diese ständigen Enttäuschungen, die fortlaufenden Verluste und das Spucken auf jede Bau- und Städtekultur nicht mehr antun und jedes mal wenn ich dort hinkomme, fehlen wieder eine ganze Reihe alter, oft denkmalschutzwürdiger Häuser in meinem Heimatkreis. Westfalen hat fertig.

    Kaoru, ich fühle mit Dir und bin auch schockiert, dass es in Rheine munter so weiter geht. Ich war bis zum Immobilienboom fast zuversichtlich, dass ein Umdenken stattfinden, stattdessen sind wir wieder in den 60er Jahren angekommen, was die Wertschätzung von Altbauten angeht. Wobei ich den Eindruck habe, dass die Städte im Ostmünsterland und Südwestfalen ihre Erbe stärker schätzen als die in Ostwestfalen und im Westmünsterland. Im Kreis Steinfurt sind Burgsteinfurt und Tecklenburg die einzige Lichtblicke - wobei auch dort viel abgerissen und neu gebaut wird.

    Ich kann mir ja viele Rekonstruktion gut vorstellen, aber manchmal fehlt mir hier doch etwas der Pragmatismus... Hatte tatsächlich jemand geglaubt, der Bahnhof könnte rekonstruiert werden? Wozu?

    Gebäude wie ein Schloss kann man ja wenigstens noch halbwegs wirtschaftlich nutzen.

    Eine 1:1 Rekonstruktion ist unrealistisch. Aber man könnte die äußere Kubatur und Struktur wiederherstellen - vielleicht in verkürzter Form, um die Portikusruine nicht als Solitär sondern im Kontext wieder in den Stadtraum zu rücken.

    Leider wird das gotische Gebäude für seniorengerechte Wohnungen umgebaut. Es gibt also wieder schwerwiegende Eingriffe in die Substanz. So wird in diesem Fall leider ein Fahrstuhl(!) in dem sehr kleinen Gebäude integriert:kopfschuetteln:.

    Ich bin zwar auch kein Fan dieser Entwicklung, aber wenn man sich den demographischen Wandel vor Augen führt, wird der Bedarf an solchen Wohnungen exorbitant steigen. Gefühlt ebnet derzeit die Ankündigung einer Altenwohnanlage sämtliche Hindernisse für den Abriss von Altbauten im Altstadtbereich. Daher ist es mir lieber, man baut die bestehenden Altbauten behutsam um und sorgt damit für eine Belebung der Altstädte als dass 2-3 leerstehende Altstadthäusern dazu führen, dass eine moderne Altenwohnanlage dort entsteht.

    Das ist doch mal eine starke Lösung. Der Rathausturm ist erhalten, das Gebäude selbst ist eine annähernde Rekonstruktion, ähnlich der Herforder Synagoge. Hoffen wir mal, dass es so kommt. Wäre für Münster auch ein schönes Vorbild, wo der Rathausturm ebenfalls noch steht.

    Die nachcolorierten und hochskalierten Filme sind in der Tat wahnsinnig beeindruckend, da sie die damalige Zeit sehr authentisch wiedergeben. Sogar die alte Sonnborner Eisenbahnbrücke ist noch im Bild...

    ... ich bin gespannt, welche Filme zukünftig noch coloriert auftauchen.

    Mir ist auch aufgefallen, dass beim Stichwort Wärmedämmung jedem sofort WDVS einfällt. Viele erhaltenswerte Häuser wurden jedoch zweischalig gebaut und hier kann mit einer wesentlich günstigeren Mineraleinblasdämmung ein ähnlicher Effekt erzielt werden. Wenn man dann noch ein modernes Heizsystem, z.B. Erdwärme in Kombination mit Photovoltaik, Solarthermie und Flächenheizungen hat, dann muss man auch nicht völlig luftdicht dämmen. Gerade Flächenheizungen, die mit Strahlungswärme arbeiten, erlauben ein wohliges Raumgefühl bei 2-3 Grad weniger Raumtemperatur. Leider ist die Dämmstoffindustrie sehr aktiv und präsent.

    Das Hotel Excelsior ist ein typisches Beispiel, wie Verschandelungen der Nachkriegszeit jegliche Ideen der Wiederherstellung blockieren. Vermutlich war den wenigsten Saarbrückern klar, dass dies mal ein staatlicher Gründerzeitbau war, so dass das Neubauprojekt auf wenig bis keinen Widerstand stößt.

    Dortmund hat in der Altstadt immerhin alle Kirchen erhalten und einige bedeutende Bauten aus den 20ern und wenige Gründerzeitler.

    In Essen gibt es den Dom, das weitgehend intakte Bankenviertel sowie ebenfalls einige bedeutende Bauten aus den 20ern und 30ern. In Bochum vor allem viele Grossbauten der Zwischenkriegszeit.

    Alle drei Städte haben jedoch große erhaltene Wohnviertel aus der Vorkriegszeit, wo es viele Ensemble gibt. Aus Duisburg sind mir hier nur wenige Straßenzüge bekannt.

    Das ist doch einfach nur noch krank. Duisburg ist doch mittlerweile völlig verloren. Es gibt keinen Grund mehr dort hinzuziehen oder hinzufahren. Vielleicht bei einem Tagesausflug noch das Binnenschifffahrtsmuseum oder den Zoo ansehen, das war‘s. Dagegen sind Dortmund, Bochum oder Essen echte Schönheiten, auch wenn das Bewusstsein um Altbauten dort auch noch nicht richtig angekommen ist.

    Am Ende des Krieges wurden die weniger grosse Kuststädte schwerstens bombardiert weil es keine andere Zielen mehr gab: Würzburg, Mainz, Koblenz, Worms, Rothenburg, Bruchsal, Pforzheim, Heilbronn, Freiburg, Paderborn, Soest, Münster, Potsdam, Halberstadt, Plauen usw...... Heidelberg gehörte auch zu dieser Reihe von leider bombardierte kleinere Städte....

    Zumindest für Soest stimmt das nicht. Soest hatte den viertgrößten Güterbahnhof Deutschlands, über den ein Großteil der Güter zwischen Ruhrgebiet und Schlesien/Sachsen umgeschlagen wurden. Die Bombardements fanden vor allem 1940/1941 statt und betrafen weitgehend den nordöstlichen Teil der Stadt mit dem Güterbahnhof.


    Ansonsten vielen Dank für die neuen Fotos. Heidelberg habe ich bisher zwar mehrfach besucht, aber noch nie mit dem Fokus auf das Stadtbild. Muss ich daher unbedingt einmal nachholen.

    Den Karstadt in der Düsseldorfer Schadowstrasse kannte ich noch gar nicht. Eins von wenigen Beispielen wirklich schöner Nachkriegsarchitektur. Ich finde schon, dass die Schließungen negativ zu sehen sind. Gerade in den kleineren Städten haben sie viel zur Belebung der Innenstadt beigetragen. Krass finde ich den kompletten Rückzug aus Dortmund und Essen. Hätte man in Essen das alte Stammhaus mal stehen lassen... es war dort übrigens nie geplant, die Fassade zu erhalten sondern immer, es komplett zu überbauen. Vermutlich werden sich weitere 1€- und Barbershops sowie Shisha-Bars und Wettbüros breitmachen. Und die bürgerliche Bevölkerung kauft noch mehr Online.

    Gütersloh hat gerade in den letzten 5 Jahren nochmal viele Federn gelassen. Neben regelmäßigen Abrissen in der Innenstadt sind vor allem die städtischen Altbau-Wohngebiete extrem perforiert worden. Kaum noch geschlossene Straßenzüge mehr, überall stehen mehrgeschossige Styroporkisten.

    Ich finde eher, der Bau hat Ähnlichkeit mit den offenen Rinderställen, die seit ca. 30 Jahren gebaut werden und auf vielen größeren Höfen anzutreffen sind. Meist mit flachem Satteldach und offenen Seiten.