Posts by Booni

    Gütersloh hat gerade in den letzten 5 Jahren nochmal viele Federn gelassen. Neben regelmäßigen Abrissen in der Innenstadt sind vor allem die städtischen Altbau-Wohngebiete extrem perforiert worden. Kaum noch geschlossene Straßenzüge mehr, überall stehen mehrgeschossige Styroporkisten.

    Ich finde eher, der Bau hat Ähnlichkeit mit den offenen Rinderställen, die seit ca. 30 Jahren gebaut werden und auf vielen größeren Höfen anzutreffen sind. Meist mit flachem Satteldach und offenen Seiten.

    Für mich völlig unverständlich - der Denkmalschutz sollte darauf hinarbeiten, Denkmale erlebbar zu halten. Das wichtigste ist doch die Idee (der Entwurf) sowie die Wahl der Materialien.
    Die Substanz sollte wo möglich bewahrt werden, aber wenn die fehlende Originalsubstanz die Aberkennung des Denkmalschutzes bewirkt, muss es schon ein Gebäude sein, bei dem die Bauausführung das Hauptmerkmal für den Denkmalschutz ist (z.B.Spuren mittelalterlicher Schlagmethoden im Bauholz). Alles andere ist doch Mumpitz.

    Ok, bei Altenheimen stimme ich Dir zu (wobei es bei der Verwandtschaft vmtl. trotzdem zieht, wenn die Altstadtcafés bei Besuchen in erreichbarer Nähe mit dem Rollstuhl sind).
    Was jedoch auch immer mehr zunimmt sind Altenwohnanlagen im Sinne barrierefreier kleiner Wohnungen mit zubuchbaren Serviceleistungen - quasi die Stufe, die man wählt, wenn das Eigenheim zu groß geworden ist, man aber noch mobil ist. Hier wäre es wünschenswert, wenn es Fördergelder für den Umbau von Bestandsgebäuden in altengerechte Wohnungen gäbe.

    Naja, für die Senioren ist ja eine Innenstadtlage schon attraktiv, da sie fussläufig alles erreichen können. Auto, Fahrrad etc. steht in dem Alter ja oft nicht mehr zur Verfügung. Und einen Altbau seniorengerecht umzubauen ist auch sehr aufwendig und sicherlich nicht im Sinne der Investoren.

    Für Seniorenwohnanlagen, Altenheime und KiTa‘s ist mittlerweile alles möglich. Hoffentlich findet sich noch jemand, der die Bauten rettet...

    Gibt es nicht noch Möglichlichkeiten, dagegen anzugehen? Schließlich ist die Frankfurter Altstadt nicht gerade reich an Altbauten und das Gebäude ist schon irgendwie stadtbildprägend. Warum steht es nicht unter Denkmalschutz? Kann man seitens der Stadt dagegen etwas machen?

    Im Hotel Wittelsbach habe ich mal übernachtet, ein schönes Gebäude, genau wie das Haus des Gastes und das schon abgerissene Hotel Lederer.
    Ich werde jedenfalls nicht mehr in Bad Wiessee übernachten, lieber in Tegernsee. Auch dort ist nicht alles in Ordnung, aber man legt mehr Wert auf seine historisches Ortsbild, vor allem zum See hin.

    Tja, 50 km westlich suchen meine Partnerin und ich eigentlich genau so ein Haus... und finden nichts. Allerdings können wir preislich mit dem, was ein MFH-Investor bieten kann, nicht mitziehen...

    War nach den Diskussionen zu erwarten, auch wenn ich es nicht verstehen kann. Die sanierten Altbauwohnungen des Spar- und Bauvereins in Dortmund sind z.B. sehr beliebt. Klar, mit zunehmender Überalterung der Bevölkerung hat Barrierefreiheit den Vorrang vor architektonischer Qualität - aber deswegen ein Viertel abzureißen?


    Erinnert mich an den Abriss des Barmer Viertels in Köln-Deutz 2006, hätte damals schon nicht gedacht, dass sowas noch möglich ist.

    Dürfte man eigentlich einen gedämmten Altbau, wenn man ihn so kauft, von dem Styropor befreien und „denkmalgerecht“ sanieren? Oder sind aufgrund der Förderung Strafen vorhanden, wenn man die Dämmung nach 3-4 Jahren herunterreißt?

    Das wäre schon die vertane Jahrhundertchance, wenn dort jetzt irgendwas hingeklotzt wird an Stelle eines echten Highlights, nur um den Selbstprofilierungsbedürfnissen einer Person, die zufälligerweise am richtigen Hebel sitzt, zu entsprechen.


    Zumal, auch wenn das Gebäude 08/15-Investorenarchitektur wird, wird Signa sicher nicht auf hochwertige Wohnungen verzichten.


    Hoffentlich geht das Ganze noch gut aus, manchmal könnte man fast meinen, Deutschland bräuchte mal eine richtige wirtschaftliche Depression, damit einige mal wieder zur Vernunft kommen. Aber dafür würden zu viele andere auch darunter leiden.

    Mir ist im ehemaligen Reichsgebiet nur eine Synagogenrekonstruktion der neueren Zeit bekannt, die sich deulich an den Vorgängerbau anlehnt, und das ist die 2018 wiederhergestellte Neue Synagoge in Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg.

    in Herford wurde die ehemalige Synagoge ebenfalls rekonstruiert, wenn auch mit leichten Abwandlungen. Für unrealistisch halte ich es jedenfalls nicht.

    Ich hoffe für die Anwohner, dass man sich wenigstens auf die Kurzform Flüggestrasse beschränkt, meinetwegen mit einem kleinen Erklärschild darunter und nicht eine Anna-Flügge-Straße daraus macht.


    Wenn ich mir vorstelle, würde in der Annette-von-Droste-Hülshoff-Straße wohnen, würde ich bei jeder Adressangabe die Krise kriegen.


    Die Kritik an den langen Straßennamen ist aber unabhängig vom Geschlecht und bei den wiedererstehenden Strassennahmen hätte ich es zwar schön gefunden, man hätte, wie in FFM die alten Namen beibehalten, aber schlimm ist dies nicht.

    Bei 20 Wohnungen und 5 Geschossen auf den schmalen Grundstücken würde ich als Bewohner der Nachbarvilla auch über einen Verkauf nachdenken - da rücken einem die neuen Nachbarn ja ganz schön auf die Pelle.


    Eine Schande was aktuell hinsichtlich Verdichtung alles passiert. Dabei ist die langfristige Bevölkerungsentwicklung rückläufig und wenn die nächste Wirtschaftskrise kommt, entspannt sich der Wohnungsmarkt auch ruckartig, da viele berufsbedingte Zweitwohnungen nicht mehr gebraucht werden.

    Oh, es geht schon los? Ich bin übrigens erstaunt, mit wie wenig Getöse der Abriss und Neubau in München durchging. Dass die Reste vom historischen Bürkleinbahnhof noch existierten, war wohl den wenigstens Münchnern bekannt. Dass allerdings auch die historistischen Annexbauten verschwinden und sogar der gelungene Starnberger Flügelbahnhof, muss doch eigentlich auf mehr Widerstand stoßen. Das wird eine riesige Zäsur im Stadtbild, ähnlich dem Königshof am Stachus.

    Hallo Chemiker,


    mich würde mich sehr darüber freuen, obwohl ich keine Stunde entfernt wohne schaffe ich es nur selten nach Münster.


    viele Grüße