Posts by Booni

    Die reizvollen Städten in W-D die den 2. Weltkrieg überlebt haben worden meistens bis NUL-WERT verstümelt und versaut: vorbild Iserlohn und hunderte von andere Städten. Heute: völlig bedeutungslos. Habe Bad-Bentheim, Kleve, Kassel und Münster besucht und war wieder schockiert wie wenig wertvolle Bauten da heute noch stehen.

    Also die historischen Kleve, Kassel und Münster haben den 2. Weltkrieg definitiv nicht „überlebt“, daher auch kein Vergleich zu Zwickau.


    Danke an Frank für die wunderbaren Fotos des Johannisbads. Schade, dass die meisten historischen Badeanstalten abgerissen oder ungenutzt wurden - umso schöner, dass es das Johannisbad noch gibt.

    Naja, das ist wohl der kleinste gemeinsame Nenner. Immerhin ein Gebäude, was nicht negativ auffällt. Das war es dann aber auch schon.

    Ich befürchte, mit 400.000€ wird es bei 500qm nicht getan sein. Ich denke, wenn das Gebäude strukturell keine Schäden hat, dann ist ab Rohbau abzgl. Rückbaukosten auf Rohbau der Kostenaufwand vergleichbar zum Neubau, es kann sogar günstiger sein. Wenn aber Bauschäden vorhanden sind und das Gebäude mit viel Aufwand wiederhergestellt werden muss, dann sind die Kosten eines Neubaus schnell überschritten.

    Aus Investorensicht muss man auch die bessere Flächenausnutzung eines Neubaus bewerten. Und das ist vmtl. der Hauptgrund für viele Abrisse.

    Kurios, skurril.... oder die Architektur der Zukunft?...


    Beckum in Westfalen

    Erstes deutsches Wohnhaus aus dem 3D-Drucker eingeweiht

    https://www.spiegel.de/netzwel…7e-4eeb-aa2a-55cc12ee86b2

    Ich finde das ehrlich gesagt hochinteressant. Es wäre zwar nicht meins, aber hier wurde, wie auch damals beim Bauhaus, eine neue Architektursprache zu den neuen technischen Baumöglichkeiten erschaffen. Für die ewiggleichen Einfamilienhaussiedlungen, wo auch nur noch Styropor vor Ytong-Wände geklatscht wird, ist das aus meiner Sicht durchaus eine Innovation. Zumal die jetzt entstehenden Neubausiedlungen auf der Grünen Wiese ggf. ohnehin nach einer Generation wieder rückgebaut werden müssen.


    Die von Majorhantines geäußerten Befürchtungen sehe ich nicht - in den historischen Stadtkernen gibt es genug zu tun, um mit traditioneller Architektur wieder lebenswerte Räume zu schaffen. Ich denke, dass es über den 3D-Druck eher wieder mehr Vielfalt geben wird. Die heute gebauten Häuser sind doch auch schon so stark industrialisiert, dass auch hier traditionelle Techniken kaum noch vorkommen.

    Vielleicht könnte man die Grundstücke verschenken unter der Auflage einer Rekonstruktion. Küstrin ist eine gute Stunde von der Tesla-Fabrik entfernt, die sicherlich auch noch das ein oder andere weitere Industrieunternehmen anzieht. Vielleicht wird das irgendwann ja nochmal was.

    Ich bin vor einiger Zeit erst auf das Gebäude aufmerksam geworden - und hoffe, dass die Rekonstruktion kommt.


    Die Moderne mag städtebaulich nichts geleistet haben - im Bereich der Einfamilienhäuser hat es sie meines Erachtens durchaus: Die Bauhausmoderne brachte neue Impulse, die in den 30ern mit dem Heimatschutzstil eine Gegenbewegung bekamen und in den 1960ern mit den Bungalows abgeschlossen wurden. Seitdem kopiert man sich selbst, jedes Mal besser gedämmt aber ohne echte Innovation.


    Die Villa Wolf war ein Meisterwerk, ähnlich wie Haus Rabe in Zwenkau oder Haus Auerbach in Jena.

    Ich verstehe eins nicht - hier wird ja häufig vom Primärenergiebedarf geredet: Wenn ich ein altes, gedämmtes Haus habe, dessen Dämmwert nicht auf diese Werte kommt, dafür jedoch über Erdwärme, Niedertemperatur-Flächenheizungen und einer Wärmepumpe mit zusätzlicher Solarheizung betrieben und demnach mit extrem wenig Strom auskommt - wäre so etwas auch zulässig, auch wenn das Haus nicht perfekt gedämmt ist?

    Wenn man bedenkt, dass der Wiederaufbau der Dresdener Frauenkirche gerade einmal 180 Mio. € gekostet hat, ist das schon ein starkes Stück - auch wenn ich vermute, dass hier vor allem die Ausstattung der Kostentreiber sein wird.

    Vielen Dank für die positiven Nachrichten aus Warendorf. Die Stadt ist wirklich eine Perle, quasi das alte Münster im Kleinformat. Und im Gegensatz zu den anderen Städten im Münsterland wird das Stadtbild hier aktiv gepflegt. An Warendorf reichen vielleicht noch Telgte, Burgsteinfurt und Tecklenburg heran. Billerbeck, Lüdinghausen, Werne, Beckum und Horstmar haben zwar auch Potenzial, müssten aber mehr tun, um aufzuschließen. Aber vielleicht macht Warendorf noch Schule, es wäre zu wünschen.

    Bei Blessem ist das Problem, dass der Ort sehr dicht neben einer Kiesgrube liegt. Die Erft fließt in ihrem Kanal nur wenige Meter neben dieser Kiesgrube. Bei einem Hochwasser konnte das nur schief gehen.


    Solche kanalisierten Flüsse sind doch auch Teil des Problems… natürliche Auenlandschaften nehmen richtig Geschwindigkeit aus der Flut und entsprechend auch einiges an Wasser auf. Wobei dies eher generell gilt - im Falle der Erft ist das Problem wohl die Kiesgrube. Schön sind so kanalisierte Flüsse auch nicht.

    Der Begriff Brutalismus kommt ja nicht von „brutal“ sondern eher von der Sichtbarkeit des Rohmaterials, im Normalfall eben Beton. Es ist eine von wenigen Architekturströmungen, der ich mal überhaupt nichts abgewinnen kann. Aber es gibt durchaus erhaltenswerte Gebäude aufgrund ihrer Einzigartigkeit.

    Interessant, das so zu hören. Bei uns in Soest kenne ich es eigentlich nur so, dass die Gefache komplett ersetzt werden und die Häuser bis auf das Gerippe entkernt werden. Schön zu hören, dass es auch anders geht.

    Von „Becks-Dreckhaus“ zu sprechen finde ich unangebracht. Der Seidl-Bau wäre definitiv erhaltenswert gewesen, aber das jetzige Gebäude mit den von Max Lacher gestalteten Fassaden ist ein spannender Vetreter hochwertiger Nachkriegsmoderne (wie auch die gegenüberliegende kleinteilige Häuserzeile). München wurde zerstört und wiederaufgebaut - dabei sind nunmal auch ein paar gute Gebäude entstanden, die nun den Bauplatz ihres Vorgängers blockieren. Der Seidl-Bau wäre aber vermutlich ohnehin in München kein Rekonstruktionskandidat, daher kann ich mit dem Haus so wie es ist gut und gerne leben. Besser wäre es, den Kaufhof-Bau mal in Frage zu stellen…

    An sich eine spannende Architektur und ein Gewinn. Allerdings böte sich auch die Chance, das Rolandhaus von Franz Bach und Carl Bensel, dass 1961 für das C&A abgerissen wurde, zu rekonstruieren. Bilder davon habe ich keine gefunden, aber wenn es in Kubatur vergleichbar ist, könnte man es vielleicht noch ins Spiel bringen?

    So sehr ich gewachsene Altstädte und Gründerzeitviertel mag - wohnen würde ich am liebsten in einer Wohnsiedlung des Reformstils oder der Frühmoderne, so wie ich als Student damals im Dortmunder Althoffblock eine schöne Zeit hatte. Oder ein Einfamilienhaus aus ebendieser Zeit. So wie z.B. die von Bruno Paul gebauten Häuser Riffarth in München oder den Libellenhof in Berlin. Sowas ist für mich der Inbegriff eines luxuriösen Wohnstil. Für ein Einfamilienhaus kann ich mich auch mit dem klassischen Bauhaus (z.B. Haus Rabe in Zwenkau, Villa Wolf in Guben) oder dem Bungalowstil der 60er anfreunden (z.B. der Kanzlerbungalow von Sep Ruf).

    Was haltet ihr vom Hansator? Wegweisende Aufwertung oder austauschbare Würfel-Architektur mit 50er-Jahre-Regendach?


    Ich bin hin- und hergerissen.... bin gespannt auf eure Meinung!


    Wegweisende Architektur ist es definitiv nicht. Während die Gepäckabfertigung aus den 1930ern noch ein schönes Beispiel Münsteraner Heimatschutzarchitektur war, ist das Hansator lediglich durch die Klinker noch im nördlichen Teil Deutschlands verankert.

    Münster hat während des Wiederaufbaus viele moderne, Münster-typische Häuser hervorgebracht, leider gelingt das den heutigen Planern nicht mehr. Alleine Fensterrahmen aus Ibbenbürener oder Baumberger Sandstein währen mal ein Anfang.


    Das Hansator ist für mich wie das Haus Buddenturm in der Buddenstrasse (für das übrigens auch ein Altbau, hier sogar ein altes Fachwerkhaus weichen musste): Austauschbar, über den kleinsten gemeinsamen Nenner „Backstein“ vielleicht noch regional verortbar, aber weit hinter dem, was man noch bis in die 1950er beherrscht hat.