Posts by Zeno

    Die Naivität derer, denen solche Schätze anvertraut sind und deren Aufgabe es ist, sie mit größter Wachsamkeit zu schützen, scheint unendlich. Fehlen bloß noch solche Sprüche wie dass man das ja nicht hat ahnen können.


    Kulturschätze, deren Fund einst bejubelt wurde, scheinen zum Abschuss freigegeben zu sein, während sich die Denkmalschutzbehörden um die Standfestigkeit des Betons ihrer geliebten Brutalismus-Bunker Sorgen machen.

    was ist daran trostlos?

    Davon sieht man auf DVs Bildern natürlich nichts. Ich habe es im soeben geposteten Beitrag geschrieben: Bausünden ohne Ende. Natürlich immer noch um Welten besser als Kiel, keine Frage.


    Über meine frühere Galerie mit 233 Bildern wurde gesagt:

    fast kein Bild ohne Scheußlichkeiten

    hab versucht Bausünden auszublenden. Schweinfurt sieht man seine Zerstörung natürlich mehr als deutlich an. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass man sich hier langsam eines Besseren besonnen hat

    Wenn man nur diese Ansichten betrachtet, könnte man meinen, Schweinfurt besäße ein intakte Altstadt. Das ist freilich nicht der Fall. Die Alstadt ist durchsetzt von einer überdurchschnittlich großen Zahl von Bausünden. Und sie wollen nicht aufhören, immer wieder neue Bausünden.


    Andererseits ist es auch nach meinem Eindruck nach so, dass man sich um die Pflege der erhaltenen Bausubstanz mittlerweile viel mehr bemüht als früher. Vor Jahrzehnten war die Zürch vergammelt und die Stadtbefestigung war zugewachsen, mehr oder weniger verwildert. Beides hat sich gewaltig zum Besseren verändert.

    Ich hätte Bilder vom Frühjahr...

    Schweinfurt ist die Stadt der Trostlosigkeit und der Depression und November ist der Monat dazu. Bilder vom Frühling könnten da vielleicht gut tun.


    Nachtrag: Beiträge haben sich überschnitten.

    dann werden sich die Architekten auch nicht weigern den Auftrag anzunehmen

    Nicht unbedingt, denn die Architekten wollen ja auch ihrer Überzeugung nach bauen. Aber dann git es noch eine große Hürde: die Stadtplanungsämter und die "Denkmalschützer", denn die sind ja nicht selten total modernistisch drauf.

    Nürnberg ist nun der Gipfel meiner Ahnungslosigkeit, insofern freue ich mich sehr über Anmerkungen und Korrekturen.

    Da ich den ersten Teil dieses Satzes für mich nicht behaupten kann, darf ich vom zweiten Teil des Satzes Gebrauch machen. Ich erlaube mir darauf hinzuweisen, dass Du zur Südstadt und zur Nordstadt noch die Oststadt und die Weststadt dazuerfunden hast:

    Ich habe für Nürnberg vier Viertel, die passenderweise Nordstadt, Oststadt und Südstadt und Weststadt heißen, angeschaut.

    "Südstadt" ist ein allgemein bekannter und verbreiteter Alltagsbegriff. Der Begriff der "Nordstadt" hingegen wirkt bemüht und künstlich. Noch nie gehört habe ich aber "Weststadt" und "Oststadt", schon allein, weil es dazu ja keine zusammenhängenen Siedlungsgebiete gibt. Schlage ersatzweise vor, stattdessen zurückhaltend und unverbindlich von "ein Gebiet im Norden" etc. zu sprechen, wenn es darum geht, Ansichten aus verschiedenen Teilen der Stadt zu zeigen.



    Daneben darf ich vorschlagen, die Bilder der jeweiligen Städte mit eine großen Überschrift des Namens der Stadt einzuleiten, damit man immer gleich sieht, wo man gerade ist.

    Gewinner mit geschlossen Gründerzeitblocks und Viertel sind für mich

    Für mich ist der Gewinner eindeutig München, während mir die Gründerzeitarchitektur in Frankfurt überhaupt nicht zusagt. Das ist aber höchst subjektiv. Unsereins ist halt von München und die Bilder strahlen eine starke Vertrautheit und Geborgenheit aus. In Frankfurt hingegen habe ich mich in meinem ganzen Leben weniger als eine Stunde lang in einem Gründerzeitviertel aufgehalten und die Stadt ist mir auch sonst alles andere als vertraut. Kurz und gut: es ist einfach total subjektiv und von der eigenen Biographie abhängig.


    Anhand der (evtl. nicht ganz repräsentativen) Bilder von Stuttgart habe ich den Eindruck gewonnen, dass die dortigen Gründerzeitviertel ähnlich zu denen von Nürnberg sind. Wobei ich die beiden genannten Punkte nur unterstreichen kann: die Häuser in Stuttgart sind wohl überwiegend höher, vor allem aber scheinen sie deutlich gepflegter zu sein. Die Anzahl der Gründerzeithäuser in Nürnberg, auf deren straßenseitiger Fassade auch nach 75 Jahren noch "LSR" (= Luftschutzraum) steht, ist Legion. Zumindest die auf den Bildern gezeigten Straßen in Stuttgart sind deutlich schmäler als die der durchschnittlichen Gründerzeitstraße in Nürnberg.

    Würdest du überhaupt dein geliebtes heutiges Nürnberg oder Würzburg gegen den Vorkriegszustand eintauschen wollen, wenn es dir möglich wäre?

    Natürlich wären mir Würzburgs und Nürnbergs Altstadt im Vorkriegszustand lieber, so wie Regensburgs Altstadt, natürlich in ihrer jeweiligen lokalen Bauweise. Ich betrachte die Städte aber aus der Sicht von jemandem, der in ihnen im Alltag lebt und sie nicht bloß als Tourist im Urlaub besucht und höchste Ansprüche hat. Die Wiederherstellung des Vorkriegszustandes ist eine Illusion und daher arrangiere ich mich mit dem Nachkriegszustand und versuche mit ihm zufrieden zu sein. Das ist in vielen deutschen Großstädten schwer möglich, aber zumindest in Nürnberg ist das möglich. Es ist doch absurd, jedesmal, wenn man in eine Altstadt kommt, darüber zu lamentieren, dass man den Vorkriegszustand nicht vorfindet.


    Es gilt immer noch dasselbe: Ich will eine Altstadt für das tägliche Leben, Du aber offenbar nur für wenige Tage im Jahr im Urlaub. Und wo lebst Du an den anderen Tagen des Jahres? In einer Stadt mit perfekt erhaltener oder wiederaufgebauter Altstadt? Und wenn nicht, regst Du Dich dann jeden Tag darüber auf?

    Möchte ich, daß Nürnberg solche (Nicht-)Gestaltungselemente aufweist, wenn dafür irgendein Platz für den flüchtigen Betrachter nach Vorkriegszustand aussieht? Ich persönlich nicht.

    ich auch nicht. Die Bedürfnisse flüchtiger Besucher dürfen nicht der Maßstab sein.

    Wenn Du Hannover magst und Dir die Stadt zusagt, sie auch als attraktiv und schön erlebst, dann ist das ja durchaus erfreulich; die Argumentation mit dieser speziellen Logik war dafür aber doch nicht nötig.

    kein Platz von einzigartig Schönheit

    Ich will nicht einen Patz, selbst wenn er "von einzigarter Schönheit" sein mag, sondern eine ganze Altstadt. Und mein Nürnberg hat eine große Altstadt :trommeln: !


    Ich will nicht einen Platz, den ich mir einmal im Urlaub anschaue und von dem ich dann begeistert bin, ich will eine Stadt, mit der ich jeden Tag zufrieden bin und in der ich mich wohlfühle, auch wenn ich den Marktplatz verlasse, denn mein Leben findet nicht nur am Marktplatz statt.


    https://www.nuernbergluftbild.…-altstadt-am-25-juni-2019

    https://www.nuernbergluftbild.…-der-pegnitz-luftaufnahme

    Ich bleibe dabei: Gerade gemessen an den Zerstörungen in der Altstadt und am unheilvollen Wirken von Herrn Stadtbaurat Hillebrecht steht Hannover eigentlich recht gut da. Es hat sein Opernhaus, es hat seinen Bahnhof, es hat ein phantastisches historistisches Rathaus, es hat die Herrenhäuser Gärten inkl. Rekonstruktion des Schlosses, hat sogar einen großen Bahnhofsvorplatz, an dem 50% der Bauten aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg stammen. Das ist mehr als 80% der westdeutschen Städte > 500.000 EW zu bieten haben.

    Was für eine Argumentation.


    Also die Altstadt kannste vergessen, aber abgesehen von den schwerwiegenden Zerstörungen nach dem Krieg ist ja alles ganz toll, weil es ja noch schlechter hätte kommen können. Und dann werden 6 Objekte (in einer Halbmillionenstadt!) genannt, die logischerweise alle außerhalb der Altstadt stehen.


    Übrigens sind Kassel und Pforzheim nach dieser Logik auch ganz super, denn abgesehen von den Zerstörungen während und nach dem Krieg sind beide doch ganz toll.

    Kann es sein, dass die einfach verschlampt worden sind? Sowas ist in Nürnberg ja mal passiert. Beim Abbruch eines ansonsten nicht denkmalgeschützten Gebäudes wurde der explizit denkmalgeschütze Dacherker geborgen und gelagert, um ihn bei Gelegenheit an geeigneter Stelle wiederzuverwenden. Eines Tages hat sich plötzlich herausgestellt, dass der Dacherker auf dem Lagerplatz nicht mehr vorhanden war, wahrscheinlich weil er von irgendjemandem einfach entsorgt wurde :wuetenspringen: . Der Erker wurde dann halt einfach von der Denkmalliste gestrichen und dann war der Fall wohl gegessen. :kopfschuetteln:

    Ich glaube, das liegt auch daran, dass sich nicht alle Nürnberg-Bewunderer (mich eingeschlossen) so sehr für Danzig interessieren. Schließlich ist Nürnberg sehr viel besser als der deutsche Nachkriegsdurchschnitt, der einfach nur desaströs ist. Und da genießt man seine Freude an Nürnbergs Altstadt. Man muss ja nicht ständig immer bloß dem Vorkriegszustand nachheulen, den wohl kaum jemand von uns noch erlebt hat. Ich kenne nur das Nürnberg der Nachkriegszeit. Und die heutige Nürnberger Altstadt ist so, dass man sich immer gern in ihr aufhält.