Posts by Zeno

    "... dass die Frage, ob ein Objekt Denkmalschutz genießen sollte oder nicht, Experten vorbehalten bleiben sollte"

    Na klar. Wer will schon durch Normalmenschen in seinem Tun gestört werden? Ist es nicht viel schöner, ohne Rücksicht auf die Allgemeinheit machen zu können, was man will? Zu diesem Zweck wird die Idee vom Expertentum dahergebracht, um die Mitmenschen auch gleich wissen zu lassen, dass sie sowieso keine Ahnung haben und froh sein sollen, dass die Experten besser wissen, was ihnen zu gefallen hat.

    Bis zur Industrialisierung war Hagen ein Marktflecken, ein etwas größeres Dorf, ohne große Bedeutun

    Das habe ich mit einer gewissen Verwunderung wahrgenommen. Bis gestern habe ich Hagen immer für eine alte und einst natürlich auch befestigte Stadt gehalten. Und so bin ich immer noch dabei, mich an den Gedanken zu gewöhnen, mich hier so völlig getäuscht zu haben.


    Aber es ist ganz klar und unbestreitbar: https://maps.arcanum.com/de/ma…14093%2C6685027.575375291

    den Bau einer Tiefgarage ... vermeiden

    Das war auch mein Gedanke. Für wahrscheinlicher aber halte ich die Erklärung, sich mit modischen Ideen anzubiedern. Ich stelle mir gerade die Tiefgarage für die Lastenfahrräder vor...


    Wobei ich die Grundidee eigentlich gar nicht so falsch finde. Nicht wegen grün und Erderwärmung, sondern wegen der prinzipiellen Idee, ein Haus zu schaffen, wo Menschen mit einer bestimmten Lebensweise zusammenwohnen können. Aber das geht faktisch nicht und es widerspräche dem Grundsatz der Sozialbindung des Eigentums. Das Mietrecht unterliegt nicht dem Gedanken, die rechtlichen Bedingungen des Wohnens wären beliebig verhandelbar und Rechte der Mieter einfach so abdingbar. So ein Haus wäre dem normalen Wohnungsmarkt entzogen und die Mieter müssten auf Rechte verzichten, deren Verlust sie eines Tages vielleicht einmal schmerzlich bedauern.


    Treibender Gedanke scheint mir auch nicht zu sein, Menschen ein Lebensumfeld zu geben, das ihren persönlichen Wünschen entgegenkommt, sondern eine Sozialromantik, die glaubt, Autos wären seit der Erfindung des Lastenfahrrads obsolet. Und wenn es in diesem Haus brennt, kommt dann die Feuerwehr mit Fahrrädern zum Löschen?


    Ob es auch gut ankäme, wenn man sagt, man macht nur Mietverträge mit Indexklausel, die eine Mindestlaufzeit von 10 Jahren haben? Und dass die Mieter Kirchenmitglied sein müssen? Und dass sie niemanden heiraten dürfen, der einer anderen Konfession angehört? Unabhängig vom Mietrecht würde man sich damit eher nicht beliebt machen. Da wird der Sinn von der Sozialbindung des Eigentums plötzlich unübersehbar.

    Seit Jahr und Tag schaut der Turm so aus und wir kennen ihn nur so und nicht anders. Und so soll er auch bleiben!!

    Ist ja ein klasse Spruch.

    In der Tat, der Spruch hat's in sich. Früher ist der Strom wenigstens noch aus der Steckdose gekommen. Aber das ist mittlerweile schon egal. Der Strom wird kommen, er wird da sein, egal woher. Denn wir haben ja schließlich Möglichkeiten und Wünsche, ihn zu verbrauchen, also wird auch der dafür nötige Strom da sein. Und hier gilt es weiterzudenken, dann lässt sich gleich das nächste Problem lösen: Wir werden auch das nötige Geld haben. Und wenn es dafür eine florierende Industrie braucht, dann wird auch die da sein. So einfach ist die Welt! Wünsch dir was, und es wird da sein.

    Bei seinen linken Nachbarn hingegen weniger.

    Also von Nr. 47 links daneben? In der Herzog-Wilhelm-Straße "links", also südlich, oder in der Neuhauer Straße "links", also östlich? Nachdem Du von einer Straße dazwischen redest, also wohl Neuhauser Straße 41, 43 und 45.


    Durch den nördlichen Teil der Herzog-Wilhelm-Straße gehe ich auch ausgesprochen ungern, da ist es wirklich unattraktiv.

    gegenüber

    Wie, wo, was, wo gegenüber? Den Oberpollinger auf der anderen Seite der Herzog-Max-Straße, im Bild teilweise mit droben, wirst Du ja wohl kaum meinen. Wenn Du von dem allerdings den hinteren Teil meinst, ja, bitte, sofort weg mit diesem modernistischen Bau!! Dass der erst vor ein paar Jahren gebaut wurde, das dürfte aber eigentlich bekannt sein... Oder meinst Du das gegenüber der Neuhauser Straße, also das 47er, Neuhauser Straße 47? Nix da! Das ist zwar ein billig anmutender Bau der 50er, aber Du weißt schon, dass der ungleich besser ist alles, was heutuztage zu erwarten wäre?


    neuhauser_str_47dqk4b.jpg
    Das jetzige Büro- und Geschäftshaus entstand 1956 mit breiten Arkaden und u.a. einem Kino.

    Also ich mag dieses Haus.

    heißt das, dass die schönen, holzverkleideten Altbauten mit den Fensterläden, die auf den Fotos zu sehen sind, abgerissen werden?

    Nein. Die sind denkmalgeschützt.


    D-5-64-000-2337


    Regensburger Straße 364, 364 a, 364 b, 364 c, 366, 366 a, 366 b, 366 c, 368, 368 a, 368 b, 368 c, 370, 370 a, 370 b, 370 c


    Listentext der Denkmalliste:

    Reihenhauszeilen, ehem. Angestelltenwohnungen und Dienstgebäude der Arbeiterunterkünfte für den Bau des Reichsparteitagsgeländes, vier parallel angeordnete, eingeschossige Satteldachbauten mit Dachgauben, von Albert Speer, um 1939.

    Jetzt kommt doch mal ein bisschen runter vom Panikmodus auf die Ebene des normalen, alltäglichen Lebens.


    Ja, ich finde das Ensemble der drei westlichen Häuser beeindruckend und als stadtbildprägend erhaltenswert. Vor allem das letzte Haus mit seiner abgeschrägten Ecke, Wehringhauser Straße 99, war städtebaulich reizvoll.


    Aber:


    Ein weiterer, ganzer Straßenzug mit Gründerzeitlern verschwindet

    Nein, da ist kein "ganzer Straßenzug" verschwunden. 3 von diesen 6 Häusern wurden abgebrochen:

    https://img.wp.de/img/archiv-d…232zpme30j2058-MASTER.jpg


    Die Häuser, so attraktiv sie vor 100 Jahren ausgesehen haben mögen, waren offenbar total verwahrlost. Nr. 99 war herrenlos, das will was heißen.


    Mal im Ernst: Wer von Euch möchte dort wohnen? Unmittelbar im Süden verläuft eine Bahnstrecke und an der Nordseite die verkehrsreiche B 7! Wir sind hier in Wehringhausen (wisst Ihr, wo das ist und was das bedeutet?), in einer Wohn-und-Gewerbe-Gemengelage. Wollt Ihr hier wohnen, eingezwängt zwischen Bahn und Bundesstraße?


    Vor diesem Hintergrund kann ich den Abbruch nicht als "unfassbar" oder als "Skandal" einstufen. Gewöhnt Euch daran, dass Häuser unter diesen Rahmenbedingungen keine Chance haben. Wenn man sie hätte erhalten wollen, dann hätte man das früher machen müssen.

    Bei Deinem Zitat ist das innere Zitat rausgeflogen (softwarebedingt). Jetzt scheint sich "Der" in der zweiten Zeile auf "Humor" zu beziehen. Irgendwie auch eine unfreiwillige Komik. Aber nicht der Humor ist außerhalb vom Bild, sondern der Fernsehturm. Eindeutig: der Fotograf hat seine Digitalkamera sicherlich so gehalten, dass das Bild fernsehturmfrei wurde :biggrin:.

    Wenigstens gibt es in diesem Forum doch noch ein bisschen Humor:

    der Fernsehturm nicht zu sehen

    Der müsste knapp links außerhalb des linken Bildrandes erscheinen. Also könnte es doch in Berlin sein.


    Irgendwo habe ich das Gebäude links hinten schon mal gesehen. Es kann aber nicht das Rote Rathaus sein, weil es auf dem Bild nicht rot ist. ablachen:)

    Die Auswahl ist sehr einseitig und deshalb unbrauchbar.

    So ist es.


    Dass Neumünster die hässlichste Stadt Deutschland sein soll und Fürth die zweithässlichste, das ist schon ein starkes Stück.


    Bemerkenswert aber, dass Fürth als erstes mit der ersten deutschen Eisenbahn assoziiert wird. Und dass "durch" (statt "nach") Fürth diese Eisenbahn führte (oder vielleicht sogar "fürthe"?) ist auch bloß ein Wortspiel, dem man bestenfalls mit Verrenkungen zustimmen kann. Und warum ist es so wichtig, dass die Stadt 63,36 km² groß ist? Interessiert im Alltag niemanden und weiß wohl auch fast niemand, aber wahrscheinlich war das Spiel mit den Zahlen 63 und 36 so unwiderstehlich lustig. Das ist halt das Problem, wenn man aus nichts was machen soll. Dann schreibt man halt notgedrungen Belangloses. Wen interessiert im Alltag schon die Ludwigseisenbahn? Mehr hätte der Leser davon gehabt, wenn auf das im Bild Gezeigte eingegangen worden wäre.