Nürnberg

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    • Riegel schrieb:

      So hätte Nürnbergs Altstadt auch wiederaufgebaut werden können... (zum 4. Bild hinunterscrollen)
      oroksegfigyelo.blog.hu/2014/01…_masodik_vilaghaboru_utan
      Das 3. Bild im zitierten Link zeigt einen vom 19.12.1945 datierten Schadensplan, leider mit schwacher Auflösung. Denselben Plan findet man ein bisschen höher aufgelöst (PDF) im folgenden Link, wo man sieht, dass die verbliebenen Bereiche im Westen tatsächlich weiter dezimiert wurden:
      stadtatlas-muenchen.de/stadtat…chadensplan-altstadt.html
    • Auch nach dem schweren Angriff am 02.01.1945 gab es noch weitere Angriffe auf die Stadt. Wie Götzenhainer schon schrieb, gab es am 20.02. und am 21.02. nochmals zwei schwere Luftangriffe, die dann auch das Burgviertel schwer beschädigten.

      Anbei noch zwei Youtube-Videos, die ich ungeprüft als authentisch bewerten würde. ;) Sie zeigen einen Überflug über die zerstörte Altstadt sowie Farbaufnahmen aus dieser nach der Befreiung.





      Trotz all der Zerstörung muss ich immer wieder feststellen, dass noch erstaunlich viel Bausubstanz vorhanden war. Klar, oftmals handelte es sich nur um Außenmauern, die dazu häufig auch noch schwer ausgeglüht waren, was bei Sandstein, dem Hauptbaumaterial, ja leider zu Instabilität und Porosität führt. Trotzdem wäre so unendlich viel mehr zu retten gewesen, und sei es nur was Spolien angeht.
      Andererseits muss man bedenken, dass die Hälfte der Stadt komplett zerstört war, also kein Wohnraum vorhanden war. Natürlich musste man dort Kunstverständnis, Geschichte und die Rettung wertvollen Baumaterials hintanastellen. Aber alleine die Tatsache, dass von 400 überlebenden Fachwerkbauten noch einmal 170 sinnlos abgerissen wurden, lässt mich immer wieder verzweifeln. Genannt sei hier beispielhaft die radikale Beräumung der Grasersgasse, die noch nahezu vollständig erhalten war. Ich darf gar nicht dran denken.... Oder der nicht erfolgte Wiederaufbau von Zeughaus und Kornmarkt...
    • Ich hab ein Buch "Nürnberg damals und heute", von einem Ami-Armeephotographen mit heutigen Gegenüberstellungen aus heutiger Perspektive. Im Vorwort schreibt der OB, dass die Stadt ihre "Prüfung" wunderbar bestanden habe. Na ja, was einem BRD-Apparatschik halt so einfällt. Das wirklich Erschreckende ist aber, dass die Ansichten von 1945 zumeist schöner als die heutigen sind. Dh es ist abgesehen von den Wahrzeichen so gut wie nichts repariert worden. Bestehendes Gemäuer (zugegeben, es war zumeist nicht mehr viel, aber immerhin war die Stadt noch als "gotsich"erkennbar) wurde abgerissen. Die heutige Stadt hat mit der vorigen nur noch die Landmarken gemein.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Und um zu Nürnberg zurückzukommen. Es ist eine Katastrophe, was durch den Zweiten Weltkrieg alles an Bausubstanz verloren gegangen ist, gerade der nordöstliche Teil der Altstadt sowie die Kaiserburg wurde ja komplett vernichtet. Leider aber hat man nach dem Krieg ziemlich brutal gerade im Nordosten, der Sebalder Altstadt wiederaufgebaut und noch vor Kurzem hat man üble Bebauung hinter dem Rathenauplatz die Straßen Schickenhof zb in diesem Block hat man Flachdachhäuser errichtet und das noch innerhalb der mittelalterlichen Altstadt :--) .
      Man hat nach dem Krieg einiges an erhaltener Bausubstanz weggeworfen, und dennoch ist der Wiederaufbau eines der “traditionelleren“ in Deutschland (man vergleiche dem mit Pforzheim oder Karlsruhe...).
      Ein paar Gassen südlich von der Kaiserburg sind mir aber nach meinen Streetview-Besuch sehr positiv aufgefallen. Zb die Albrecht Dürer Straße und Umgebung. Hier hat man in die Neubauten Spolien von älteren Häusern eingebaut oder nachgebaut? wie die vielen Erker! Wenn die ganze Altstadt so wiederaufgebaut wäre, würde Nürnberg heute ein noch besseres Erscheinungsbild aufweisen!
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    • Ich habe ja selbst im Heilige Geist Spital gewohnt -direkt im Sebaldter Altstadt und da war es schon duster. Die Probleme sind ja zwei - erst lebt die Stadt nicht hauptsachlich von Tourismus (wie zum beispiel Rothenburg oder Koblenz) und zweitens fehlt die Bewusstsein uber der Altstadt und die eigentliche Qualitat der Wiederaufbau.

      Ich habe wenig Leuten gefunden dass der Wiederaufbau wirklich schlecht fand. Die Frage ist: wo liegt die Messlatte? Was fur Bedeutung hat or hattest Nurnburg fur Deutschland? Wenn mann der Wiederaufbau anschaut - nicht allzugrosse Rolle. Die Burg, die Kirchen, die Stadtmauer und ein paar Fackwerkhauser gibt es verstreut aber die Gesamtkunstwerk fehlt komplett - ich glaube fast dass alte Nurnberg hat im grosse Bevolkering wenig halt weil anders kann ich nicht erklaren warum die Wiederaufbau so spar war.

      So ein grossartige Stadt verdient doch ein andere Vergleich als Pforzheim oder Karlsruhe - Nurnberg war doch in eine andere Liga. Jetzt spielt es in eine Liga mit oder sogar unter Koblenz.

      Koblenz
      kubische-panoramen.de/index.php?id_id=16329&p=i

      Nurnberg
      kubische-panoramen.de/index.php?id_id=377&p=i

      Da hat man in Lubeck, Erfurt oder Regensburg mehr zu suchen...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von johan v2 ()

    • Hansi, du sprichst mir aus der Seele!
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Ich bin von Nürnberg immer her- und hingerissen. Auf der einen Seite ist es gelungen die grobe Kubatur der Altstadthäuser wiederherzustellen. Das ist bei einer 90-prozentige Zerstörung schon beachtlich! Aber leider reicht es nicht, um eine Altstadt-mässige Atmosphäre zu erzeugen. Das gelingt in kleinen Bereichen, aber nur dort wo genug Altbauten überlebt haben. Z.B. Füll und Weinmarkt.

      Fairerweise muss man auch sagen, dass es fast unmöglich ist, eine Altstadt solcher Grösse in gelungener Weise zu rekonstruieren. Z.B. ist Danzig verglichen mit Lübeck und Lüneburg nur eine traurige Potemkin-Fassade. Mir gefällt Münster eigentlich besser, weil dort die Kleinteiligkeit erhalten wurde und die Fassaden z.T. historisierend gebaut wurden. In Nürnberg könnte man mit Sandsteinfassaden (vielleicht als Kombination mit Aussendämmung?) und Sprossenfenster sehr, sehr viel erreichen, was in Köln und Hannover nicht der Fall wäre. Deshalb ist die heutige Situation auch so ärgerlich. Hätte man Nürnberg nach 1945 völlig modern wiederaufgebaut, könnte man die Stadt einfach liegen lassen. Aber jetzt ist noch so viel Potenzial vorhanden, dass es mir nicht gelingt die Stadt zu ignorieren.
      Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker
    • Däne schrieb:

      Aber jetzt ist noch so viel Potenzial vorhanden, dass es mir nicht gelingt die Stadt zu ignorieren.
      Nein, Nürnberg kann man überhaupt nicht ignorieren. Es war eine der absolut wichtigsten Zentren deutscher Kultur im Mittelalter und früher Neuzeit. Die beiden Hauptkirchen sind übervoll mit Kunstwerken allerersten Ranges (Stoss, Kraft, Vischer, Dürer...) Ausserhalb von Italien gibt's wohl fast nichts vergleichbares. Dazu kommen: die erhaltene Stadtmauer, grossartige Burg mit historischen Innenräumen, schöne landschaftliche Lage mit Blick auf Burg und Fluss, das Germanische Nationalmuseum im alten Kloster, und, vor allem in der westlichen Altstadt, eine gut wiederhergestellte Dachlandschaft. Mit seinen Meistersingern setzte Wagner ein einmaliges Denkmal.

      Gerade deswegen sind Projekte wie das Pellerhaus so wichtig! Auch die kleinen Verbesserungen wie Sprossenfenster und Erker sind sehr wünschenswert und relativ leicht zu machen.
    • Ja, Däne, danke, genauso sehe ich es auch.
      die Ignorierung Nürnbergs erscheint mir als letztlich einzig tauglicher Weg.
      Es stimmt, dass der Zerstörungsgrad enorm war. Aber dennoch hätte es gelingen müssen, "Nürnberg" auf einem wenigstens relativ kleinen, aber kompakten Fleck wieder erstehen zu lassen, vorzugsweise um St. Sebald. Hier wären nicht so viele Rekonstruktionen vonnöten gewesen. sebalder Platz, Füll, Dürer Platz, Weinmarkt mit Weißgerber Straße, Dürer Straße,beim Tiergärtnertor - das hätte machbar sein müssen, ein paar Rekos, ein paar historisierende Sandsteinfassaden und das etliche Erhaltene, das hätte schon etwas abgegeben.
      Nein, so wie es uns sich heute darbietet, hätte es nicht kommen müssen.
      Aber manchmal sage ich mir: das Bamberger Stadtbild ist bedeutender als das Altnürnberger. Seien wir froh, dass wir das haben!
      Dies musste keineswegs sein.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ursus carpaticus ()

    • Also ich habe keine Hoffnung auf Nurnberg weil weder die Politik oder die Bevölkerung hat wirklich eine grosse Intresse an einer Wiederherstellung von der Stadtbild in Teilen. Da liegen Potsdam oder Lübeck weiter in der Diskussion. Ich war ja da oft mit Politiker in der Diskussion uber Neubauprojekte als ich dort wohnte. Abgesehen von wenige Renovierungen von der Altstadtfreunde war da tote Hose. Sogar die Fassade zu Pellerhaus ist nicht moglich! Stattdessen wurde belangloser Neubauten begrusst weil der Vorganger noch schlecther war. Ich konnte selbst keine Unterschied ausmachen - BRD Romantik von 1970 oder BRD Romantik von 2000.

      Vielleicht stort mich am meisten der Selbstgefalligkeit. Abgesehen von Lichtpunkte wie Rothenburg, Dinkelsbuhl oder Bamberg bietet oft Fränkische Altstädte manchmal auch so ein runtergekommener Eindruck...

      Ein Lösung braucht doch ein Bewusstsein uber die Probleme - nicht Verteidigung oder Vergleiche mit Städten die sowieso nicht vergleichbar ware.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von johan v2 ()

    • Jedes Wort ist zu unterscheiben.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Ursus schrieb: "Nein, so wie es uns sich heute darbietet, hätte es nicht kommen müssen". Leider bewegt sich seit 70 Jahren nach dem Krieg, ausserhalb guten Initiativen in Frankfurt, Dresden und Potsdam (nach 2000) doch sehr wenig in D. wenn es auf Rekonstruktion der ehemalige Stadtmitte bezieht.
      Rekonstruktionen sind sowieso schwer umstritten (sehe Potsdam mir der Garnisonkirche) und betriffen meistens nur die Aussenseite (Frauenkirche war eine sehr seltene Ausnahme). Also wird Alt Nürnberg, Würzburg, Chemnitz, Berlin oder Magdeburg NIE kommen, gleichfalls keine Reparatur oder Rekonstruktion der verschwunden ehemalige eindrucksvolle Dresdner, Magdeburger oder Berliner Gründerzeitviertel. Nur Lokale Reparatur, Sanierung oder Füllung von Lücken ist der Praxis und gewiss nicht mit ornamentreichen historisierende Bauten......es wird in D. so immer weniger.......weniger........bis auf einen Tag überall einfachen schlichten Kisten herumstehen und allerwelt Architektur alles dominiert.
    • Was mich an Nürnberg stört, ist, wie Däne schon sagte, daß so viel Potential verschwendet wird. Mit geringen Mitteln ließe sich viel Gutes bewirken.
      Der Verlust wiegt schwerer als in anderen Städten vergleichbarer Größe, da das mittelalterliche Nürnberg sich von den anderen abhob.

      Dennoch: Relativ (!) gehört Nürnberg zu dem Besten der BRD. Man muß in solchen Vergleichen gar nicht Hannover, Stuttgart oder Duisburg bemühen.
      Schauen wir uns die alte Reichsstadt Frankfurt an, Krönungsort der Deutschen Kaiser, Fachwerkstadt par excellence - was ist von ihr geblieben? Was von Köln, römischer Gründung und Sitz eines Erzbischofes?

      Leider wurden auch in nicht kriegsversehrten Städten massenhaft Gebäude abgeräumt. Die Vorstellung, Häuser, von denen nur noch die angesengten Außenreste stehen, reihenweise original rekonstruieren zu können, ist wohl nicht nur angesichts der historischen Umstände sehr naiv.

      Ursus, daß du Nürnberg wie manch andere fränkische und baierische Stadt gefressen hast, ist bekannt. Zu deiner Kredibilität trägt eine solche Maßlosigkeit nicht gerade dabei.
    • @Eduard

      Die meiste Nurnberger findet die Wiederaufbau sehr gut and trotzdem ist die Stadt in weiten Teilen hasslich. Ist es dann ein Trost dass Kassel oder Hannover noch hässlicher sind (und da ist Hannovers Rathausplatz schon gescheiter als Nurnbergs Hauptmarkt) Dass macht doch nicht die Wiederaufbau schoner. Da bietet Mainz, Munchen oder Koblenz deutlich mehr historische Strassenzugen. Und Eduard gibt es im Moment ein ahnliche Projekt wie Frankfurter Altstadt und Dresden Neumarkt? Oder ist nicht die Leuten uberzeugt von wie gut und schon Nurnberg ist? Nurnberg wird nie schoner sondern jedes Jahr kommt noch Bausuhnden dazu. Von Deutschlands schonste Altstadt zu Mittelmass.

      Da bietet Bayern doch mehr Lohnende Zielen wie Bamberg, Regensburg oder sogar Augsburg? Ich habe in Nurnberg gewohnt und ich habe wirklich kein Lust die Stadt nochmal zu Besuchen.