Posts by nothor

    Heute sind Politiker in der Regel viel sattelfester.

    Man könnte auch sagen, heute sind Politiker viel mehr Menschen, denen man auch kleiner Feghler zugestehen kann. Oder ein Rücktritt hat oft weniger mit der Verfehlung an sich zu tun, sondern mehr mit machtpolitischem Gerangel. Oder man hat einfach größere Schwierigkeiten, die Posten im Konsens nachzubesetzen.

    ursus carpaticus Der Anbau ist abgerissen worden weil es noch keine Altstadtfreunde gab. Und bis heute hält sich unter Nürnbergern die Mär, dass die Stadt reich an historischer Substanz sei. Das macht es dem Einzelnen immer leichter, noch das eine oder andere der Modernisierung zu opfern. Und dann sehen sich die Leute um und staunen, hey, es ist ja alles wech!

    Neues zur Rekonstruktion des "Haus zum Savoyischen Kreuz"


    Das Thema hält sich gottseidank in der Nürnberger Lokalpresse und bleibt daher präsent. Die "wiederaufgetauchten Pläne", die streng genommen nie verschollen waren sondern in einem städtischen Archiv säuberlich abgelegt waren und dort auf ihre Bestimmung warteten, sind nun auch vom Denkmalschutzamt beurteilt worden. Die Maßgaben für die beabsichtigte Rekonstruktion haben sich demzufolge angepasst, gefordert wird nun eine detailgetreue Rekonstruktion der Schaufassade, die städtebaulich ja vis-à-vis zum Spielzeugmuseum das Burgviertel prägen könnte. Ein Wiederaufbau mit Beton und Dämmstoffen dürfte damit vom Tisch sein.


    Die Altstadtfreunde haben ihre Bereitschaft zur Unterstützung des Investors signalisiert. In der Presse blieb das bislang eher unklar und diffus, eine Pressemitteilung der Altstadtfreunde hat das jedoch präzisiert: Wenn das Projekt einen guten Verlauf nimmt übernehmen die Altstadtfreunde die Rekonstruktion des hölzernen Chörleins an der Schaufassade. An der Stelle ist die Fassade aktuell zugemauert.


    Was allerdings etwas Sorge bereitet ist, dass beim Käufer, Sturmtor Immobilien aus Hilpoltstein, aktuell Funkstille herrscht. Beim Denkmalamt wurde noch nichteinmal nachgefragt, und auch die Presse erreicht den Investor nicht für eine Stellungnahme. Für einen selbstbewussten Käufer, der eine der wichtigsten Altstadtprojekte in Nürnberg angehen möchte und dem auch die IHK ihr Vertrauen geschenkt hat, ist das kein gutes Zeichen. Sollten die Kritiker am Ende Recht behalten und das ganze nur ein Hinterzimmerdeal und Spekulationsgeschäft sein?

    Wie der aktuelle Newsletter der Altstadtfreunde von heute zum Thema "Haus zum Savoyischen Kreuz" berichtet, wurde der Verkauf für 1,615 Millionen Euro an die „Sturmtor Immobilien GmbH & Co KG“ in Hilpoltstein bereits notariell besiegelt. Man hatte es also wohl sehr sehr eilig dabei, das Ganze unter Dach und Fach zu bringen, denn es ist aktuell nicht so einfach an einen Notartermin zu kommen, bzw. dachte ich eigentlich das sei aktuell gar nicht erlaubt.



    Das ist ne ziemlich verstörende Angelegenheit, denn ich hätte wohl erwartet, dass angesichts des großen öffentlichen Interesses an dem Projekt die Beteiligten nicht darauf verzichten würden, den Verkauf mitsamt Konzept(!!!) in geeigneter Weise der Öffentlichkeit nahezubringen mit der Botschaft "alles wird gut, wir machen was für Nürnberg!". Stattdessen sieht es nun so aus, als wollte man hier ein krummes Geschäft über die Bühne kriegen und sei dabei ertappt worden. Ich hoffe die Presse bohrt da noch nach.

    Ach herrjeh, diese Stuhl-Installation hatte ich ja schon vergessen. Ja, das zeigt schon ein merkwürdiges Kunstverständnis. Oder noch mehr: Man bekommt den Eindruck dass die eine Kunst wertvoller ist als die andere. Ich persönlich habe ja auch den Eindruck, dass in Nürnberg Kunst von Lebenden mehr wiegt als die Kunst der Vergangenheit. Sprich der Fokus liegt weniger auf der Pflege des mit Kunst aus Jahrhunderten bestückten Stadtbildes, sondern mehr die Aufstellung von brandaktuellen Installationen. Z.B. diese seltsame Containerwand vor dem Neuen Museum, oder die Ölfässer dort, oder eben auch die Kaskade aus goldenen … weiß gar nimmer was das waren, vor dem GNM, goldene Plastik-Madonnen oder sowas. Dazu passt auch, dass man in der Denkmalsanierung auch immer ein modernes Element fordert oder duldet, welche letztlich immer ein Störfaktor ist. Naja und ab da verdichtet sich dann mein Eindruck, denn es gibt im Kulturbetrieb einen festen Focus auf Großveranstaltungen mit vergänglichen Installationen, wie die Blaue Nacht oder das Bardentreffen. Beides gibt es seit Jahrzehnten ohne nachhaltigen Effekt für das Stadtbild. Einst hieß es in der NN oder NZ in einem treffendem Kommentar, dass man doch die eine oder andere dieser Veranstaltungen mal ausfallen lassen könne und das gesparte Geld hergenommen werden sollte für ein Fest der Kulturen in der Südstadt. Denn dieses habe man als Pilot durchgeführt, die stark befahrene Wölckernstraße dafür gesperrt und alle eingeladen: Ein riesen Erfolg! Aus dem Büro der Kulturreferentin hieß es dazu wohl lapidar, dass die hergebrachten Umsonst-Draußen-Veranstaltungen wichtiger seien. Ebenso habe ich Fr. Lehner bei dem Altstadtfreunde-Vorschlag zur Ausmalung des Rathaussaals 2014 als lautstarke Gegnerin wahrgenommen. In der Pellerhaus-Diskussion ebenso.


    Lange Rede, kurzer Sinn, das klingt alles nach einem Kulturbetrieb, in dem die Kulturreferentin bestimmt, was Kultur ist. Und Kultur ist es nur dann, wenn man mit dem Künstler auf einer Vernissage anstoßen kann, man muss sich kennen, man muss sich mögen. Mag sein dass ich das etwas zu dramatisch sehe, aber die Interview-Reihe, die im Stadtanzeiger eine Zeit lang erschien, in der lokale Künstler zum Kulturhauptstadtprojekt und ihren Erwartungen daran befragt wurden, war verheerend: Nicht einer war von der Idee und der Herangehensweise begeistert. Die Interviewreihe wurde dann eingestellt. Das alles klingt arg nach einer regide durchregierenden "Eiskönigin", die keine Diskussion und alternativen Ideen haben will.


    Ja, Leserbriefe sind sinnvoll! Bitte welche schreiben!

    Nachdem die gute Fr. Lehner sich insbesondere bei der Pellerhaus-Debatte sehr deutlich gegen die Altstadtfreunde positioniert hat, und sich ebenso in einigen anderen Fragen gegen sie stellte, habe ich ihre Aufstellung in einer Doppelspitze mit dem neuen OB Markus König schon mit Argwohn gesehen. Jedenfalls hatte ich kein restlos gutes Gewissen bei der OB-Wahl. Sie ist also bereits bestens vernetzt in der Stadtpolitik und ebenso in der Wirtschaft.


    Welchen Antrieb sollte ein scheidender OB Maly haben, den Altstadtfreunden hier dazwischen zu funken? Und gleichermaßen welche Möglichkeiten sollte ein noch nicht ins Amt gesetzter Markus König haben, um einzugreifen? Die einzige Konstante, die seit Jahren gegen die Altstadtfreunde arbeitet ist in meinen Augen Frau Julia Lehner, mit ihrem Netzwerk in die Nürnberger Immobilienwirtschaft.

    Schwerer Rückschlag für die Nürnberger Altstadt:


    Die Rekonstruktion des "Haus zum Savoyischen Kreuz" könnte in die Hose gehen. Die IHK hat sich nach einem undurchsichtgen Verfahren, in dem Zuletzt anscheinend nicht mehr der Preis, sondern das Konzept und die Expertise den Ausschlag geben sollte, nun doch für einen unbekannten Investor entschieden:


    https://www.nordbayern.de/regi…ht-an-investor-1.10035837


    Obwohl dieser nur wenig mehr als die Altstadtfreunde geboten hatte, konnte er sie wohl im Hinblick auf Expertise usw. überflügeln. Das ist sehr überraschend, da die Firma und Personen alle gänzlich unerfahren sind auf dem Gebiet der Denkmalpflege, sie haben lediglich mal ein Altbau abgerissen. Sonst nichts.


    Ich persönlich empfinde das als Tiefschlag und fürchte, dass man hier zugunsten "alter, politischer Seilschaften" einen wichtigen Teil des Stadtbildes opfern wird. Die Kette führt vom Investor über die "Alpha-Gruppe", einer Art Grauer Eminenz im Nürnberger Immobiliengeschäft zu Frau Lehner direkt ins Rathaus. Das hat alles ein übles Geschmäckle und wirft auch kein gutes Licht auf die neu gewählte Stadtspitze, würde ich sagen.

    Die These, dass es bei einer Ausdünnung von Bauvorschriften zu besserer Architektur käme überzeugt mich nicht. Denn das würde erstens bedeuten, dass es aktuell keine "bessere Architektur" geben kann. Aber der jährlich von Stadtbild Deutschland vergebene Preis für einen Neubau demonstriert genau das Gegenteil, es ist möglich schön zu bauen, und man muss dafür nichteinmal Pleite gehen oder die Baukostenschätzung massiv überschreiten. Und ein Blick in die Geschichte lehrt auch, dass es gestalterisch durchaus immer besser wurde, es einen Höhepunkt in der späten Gründerzeit gegeben hat, trotz steigender Ansprüche und Vorschriften, und danach eine Zäsur einsetzte. Zuletzt impliziert die These aber auch, dass ausgedünnte Bauvorschriften Anforderungen und Baukosten senken, die dann in die Gestaltung gesteckt würden. Ist das so? Würde dann nicht einfach nur mehr gebaut, oder schneller, oder billiger oder mit mehr Rendite?


    Sollten wir uns das Bestreben zu eigen machen, die Bauvorschriften auszudünnen würde das am Ende nicht zwingend hilfreich sein für bessere Baukultur, denn Schritt zwei fehlt. Sozusagen "Lieber Bauherr, wenn du schon nicht mehr so krass Wärmedämmen brauchst, so viel Fluchtweg und Brandschutz beachten musst usw. dann gib halt ein bisserl Geld aus für mehr Stuck." Ich glaube nicht dass das funktioniert.

    Hansolol hat schon weitgehend Recht. Tatsächlich beweisen zahlreiche Rekonstruktionsprojekte wie das Berliner Stadtschloss oder der Nürnberger Pellerhof eindrucksvoll, dass die Technik, die Mittel, die Werkzeuge und auch die Fachkräfte vorhanden sind, um Beeindruckendes und Mehrheitsfähiges herzustellen.

    Der Grund, weswegen das nicht geschieht ist also ein Nicht-Wollen seitens derer, die bei Wettbewerben entscheiden, die Rahmenpläne machen oder Gestaltungssatzungen abschaffen, die Denkmalschutz verweigern oder ihn aberkennen, oder die ganz subtil bestimmte Architekturstile und -sprachen ideologisch verunglimpfen. Und ein kleinerer Teil ist ein Nicht-Können seitens der Bauherren, denen Geld fehlt, oder den Planern, die in bekannten, eingeimpften Mustern denken. Dabei ist die überbordende Vorschriftenvielfalt ein willkommenes Argument. Geht nicht wegen Brandschutz, wegen Lärmschutz, wegen Wärmedämmung - schon tausendmal gehört und wer wagt es schon das genau anzuzweifeln, welcher Laie kann das verifizieren? Wenn sich eine Branche erstmal einen Elfenbeinturm geschaffen hat bekommt man sie kaum noch da heraus.

    Ja, die Stimmung, die eine Visu vermittelt, kann man meistens als Phantasie vergessen. Aber die baulichen Details darin finde ich enorm wichtig. Ich würde auch erwarten, dass der Innenhof sehr schattig wird, was allerdings in den Sommern, die uns künftig ins Haus stehen, garnicht mal so schlecht sein muss.

    Danke für die vielen guten Fotos!

    Ich hoffe das Endergebnis wird so ähnlich wie die Visualisierung,, mit der stufenweisen Verjüngung nach oben und dem Attikageschoss, das wie eine Krone auf dem Hochhaus sitzt. Wäre super enttäuschend, wenn man das wegspart.

    Tatsächlich wurde schlimmeres verhindert. Ich hab es ja schonmal hier geschrieben, ich bin nicht vollkommen unglücklich mit dem Projekt, aber es wurde auch gestalterisches Potenzial verschenkt. V.a. eine andere Fassadenfarbe hätte dem gewaltigen Klotz gut getan. Derselbe Bau aus Sandstein, und man könnte jubeln. Aber dieser unspezifische, im Sonnenlicht grell blendende Kunststein macht den Bau viel zu aufdringlich. Wenn man sich anschaut mit welcher Kunstfertigkeit das Neue Museum einst in die Altstadt plaziert wurde...

    Die Altstadtfreunde haben sich diese Woche mit einem ihrer regelmäßigen Newsletter gemeldet. Dabei war durchaus erstmal beruhigendes zu Lesen. Zwar sind alle Veranstaltungen vorerst abgesagt, auch alle Führungen, aber mit Blick auf die finanzielle Situation des Vereins stellt Hr. Enderle im Rundschreiben klar, dass die Einnahmen aus Führungen und Veranstaltungen nichteinmal 1% der Einkünfte des Vereins ausmachen. Wiortschaftlich dürfte es die Altstadtfreunde Nürnberg daher erstmal nicht treffen, sondern erst dann wenn die Präventionsmaßnahmen auf die Privatwirtschaft durchschlagen, und damit auf die Spenden der Mitglieder.


    Besorgt sein darf man aber angesichts von Überlegungen, die sog. Risikogruppen unter besonderen Schutz zu stellen. Denn die Vereinsarbeit sei jetzt schon arg behindert, wenn man keinerlei Besprechungen und Vorstandssitzungen in gewohnter Art durchführen könne. Zudem seien die überwiegende Anzahl der aktiven Altstadtfreunde eben auch Angehörige einer Risikogruppe. Sollte man also für diese Personengruppe längerfristige Einschränkungen verfügen, würde das die Arbeit der AF stark beeinträchtigen.


    Ich persönlich halte es für unwahrscheinlich, dass man sich dazu entschließt das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben wieder anlaufen zu lassen und nur sog. "Risikogruppen" weiter isoliert. Einfach weil es nicht nur zu schwer ist, Risikogruppen ganz praktisch zu definieren, sondern auch weil man sie kaum wirksam isolieren kann. Zudem zählen manche Wissenschaftler etwa 50 % der Bevölkerung zu einer Risikogruppe. Zuviele Menschen gibt es, die haben Asthma, irgendwas mit der Schilddrüse, eine Allergie oder Bluthochdruck, Diabetis oder sind Raucher. Was soll also ein Gesellschafts- udn Wirtschaftsleben bringen, an dem nur die Hälfte der Bevölkerung teilnehmen kann? Die andere Hälfte würde sich zurecht beklagen wegen Diskrimierung aufgrund gesundheitlicher Merkmale o.ä.

    Diesen Weg halte ich für nicht machbar.


    Unterdessen, so berichtet der Newsletter auch, gehen die Arbeiten an der Hinteren Ledergasse in Nürnberg weiter. Die Handwerker sind auf der Baustelle und sichtbare Fortschritt sind eingetreten. Z.B. ist die Vorderfassade nun fast vollständig frei von Putz und neue Denkmalfenster eingebaut, und man macht sich an den Innenausbau.


    Weitere Botschaften:

    - Die Kostenermittlung für die Sanierung des Pilatushauses liegt nun vor, und sieht positiv aus!

    - Die Entscheidung der IHK zum Zuschlag für den Wiederaufbau des Haus zum savoyischen Kreuz wurde vertagt.

    Stimmt. Ich habe ein Baumeisterbuch von 1907 aus dem Antiquariat. Dort steht als Lehrmeinung dieser Zeit, dass Außenwände immer aus 38'er Mauerwerk auszuführen sind, also immer drei Längslagen Ziegelsteine. Als Grund wird explizit die Wärmedämmung genannt, nicht etwa Statik oder so. Wärmedämmung! Seit man in den 1950'ern und 1960'ern dann teilweise auf eine Ziegellage abspeckte, weil Energie war ja damals billig, dann ist das die Keimzelle des Dogmas vom "energetisch problematischen Altbau". Dabei sind die Häuser vor 1945 i.d.R. safe, und wenn es doch ein Problem gibt liegt es meist an Türen oder Fenstern.

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    Ja leider, erhärtet meine Sichtweise auf die Wärmedämmerei bei Baudenkmälern bzw. auch bei kunsthistorisch wertvoller Bausubstanz. Es ist nicht nur teuer, entstellt nicht selten das Bauwerk und richtet am Ende viel Schaden an. :-(

    Heute lässt sich Stadtratskandidat Michael Bengl für die CSU mit einem Bild des Pellerhauses in der NZ ablichten, für dessen Wiederaufbau er sich engagiert! Michael Bengl ist auch Altstadtfreunde-Mitglied und zeichnet sich dadurch finde ich besonders aus als Fürsprecher einer zukunftsgerichteten Altstadt-Baukultur. Somit bietet die CSU durchaus Alternativen an, bei denen man in 14 Tagen Kreuzchen setzen darf.

    Ich habe da meine Zweifel ob dieses Hotel überhaupt entstehen wird. Es bedeutet einen Zuwachs von nur 60 Zimmern, von 190 auf 250. Mit jahrelangen Arbeiten und weiteres Drehen an der Preisschraube für Hotelzimmer nach unten.

    Die CSU scheint da mehr pragmatisch als dogmatisch zu sein. Die Praxis, den Denkmalschutz aufzuheben um einen Abriss zu ermöglichen, ist ja bereits Alltag. Das entsprechende Argument wäre ein unwirtschaftliches Sanierungskonzept oder eines, dass das bestehende Denkmal substanziell durch massive Eingriffe ruiniert. Dem gegenüber stünde ein Leutturmprojekt mit Strahlkraft, das zudem teilweise Spendenfinanziert sein könnte. In der Tat glaube ich, dass die CSU da wohl am ehesten mitgehen würde. Mal sehen, die Plakate sind für meine Entscheidung jedenfalls hilfreich. Das ist ureigenste Kommunalpolitik, viel mehr als Umwelt- oder Sozialthemen.

    Aus meiner Sicht ist die Haltung der Rekonstruktionsgegner dogmatisch, und mit zwei wesentlichen Argumenten verknüpft. Das eine ist der bestehende Denkmalschutz, das andere ist das "was weg ist ist weg"-Argument. Und diese zwei Argumente verstellen den Blick für alles andere. Sobald es aber um konkrete Kosten, Konzepte usw. geht wird es dannschwierig, und ich denke jene, bei denen die beiden o.g. Argumente nicht verfangen, sind dann auch für eine Diskussion zugänglich. Das Konzept des "Haus des Spiels" leuchtet mir bis heute nicht so ganz ein, auch wenn ich es ganz spannend finde. Ich verstehe allerdings nicht wieso das zwingend an den bestehenden Bau gekoppelt ist, aus meiner Sicht wäre es besser in einem rekonstruierten Pellerhaus aufgehoben. Die Rekogegner verbinden das aber alles immer untrennbar miteinander, ohne es genau zu begründen.