Posts by BIO-Bayer

    Skodborg (der ehemals nördlichsten Gemeinde)

    War das nicht das beruehmte (und hier neulich diskutierte) Seebad Nimmersatt, "da wo das Reich sein Ende hat"?


    Einödsbach (47° 19') ist der südlichste Ort Deutschlands; es ist keine Gemeinde, sondern gehört zum Markt Oberstdorf, der freilich die südlichste Gemeinde Deutschlands ist.

    Muss ich noch hin, bzw. zum suedlichsten Punkt am Haldenwanger Eck. An den westlichsten, mittigsten und oestlichsten Punkten D-Lands war ich schon. Fehlen auch noch der tiefste und hoechste. 8o



    Bevor in der Oblast Rekonstruiert wird sollte erst einmal die verbliebene Bausubstanz gerettet werden , dazu gehört auch die Kirche von Tharau , die obwohl sie ein neues Dach bekam seit Jahren weiter vor sich hin gammelt

    Ach, dass ist aber bedauerlich. Die Kirche sah so schoen aus mit ihrem neuen roten Dach vor ein paar Jahren: http://static.panoramio.com/photos/large/88703619.jpg :daumenunten:

    Von der Immanuelkirche blieb nur der "Huegel", auf dem sie stand. Vor ein paar Jahren gab es da ein Kreuz sowie ein Schild "275 Jahre Schirwindt". Von der litauischen Seite kommt man bis an den Grenzuebergang, der ja nicht einmal einen Kilometer suedoestlich der Stadtmitte lag (und liegt). Auch an die Szeszuppe, dem Grenzfluss, an dem der ehemals oestlichste Punkt des Deutschen Reichs lag (beim Weiler Schilleningken), kommt man nur von litauischer Seite.


    Ich habe eine Unmenge an kleinen Schnipseln und Bildern aus dem Internet auf dem Rechner, aber wenig Kohaerentes. Hier ist eine Ansicht des Stadtzentrums nach der Einnahme durch die Rote Armee, vermutlich im Herbst 1944 aufgenommen. Blick von SE nach NW; rechts die teilzerstoerte Immanuelkirche, deren Suedturm eingestuerzt ist.


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/20431/


    Aber eine Anekdote sei mir hier erlaubt: Ende 2016 bei einem Besuch in Freiburg kam ich mit einem betagten Herrn ins Gespraech, weil mir sein Dialekt aufgefallen war.


    Er: "Was mejnen Se denn, wo ich härr bin?"


    Ich, wie aus der Pistole geschossen: "Ostpreussen."


    Er: :schockiert:


    Ich: "Von wo genau, wenn ich fragen darf?"


    Er: "Ach, das kennen Se nich'. Ejne klejne Stadt an ejnem Fluss anner Jrenze zu Litauen."


    Ich: "Schirwindt?"


    Er: :schockiert: "Woher kennen Se denn SchirWINDT?" (Er betonte es auf der zweiten Silbe, was ich bis dahin nicht wusste. Und das "i" in der ersten Silbe war so einen Mittelding zwischen e und i.)


    Ich: "Mei, von der ehemals oestlichsten Stadt in Deutschland sollte man schon mal gehoert haben."


    Er: "Dass so ejn junger Mänsch wie Sie Schirwindt kennen, dass is' ja toll."


    Kurzum, der Herr war geboren und wuchs auf in Willuhnen, halbe Strecke zwischen Schirwindt und Pillkallen. Er ging in Schirwindt in die Schule und nahm dafuer immer die Pillkaller Kleinbahn. Seine Heimat hat er das letzte Mal im Sommer 1944 gesehen, bevor er zu Verwandten in der Naehe von Braunsberg geschickt wurde, mit denen er dann auf die Flucht ging. Seine Mutter schaffte es auch und sie fanden sich 1946 in Heidelberg wieder.


    Ich fragte ihn, ob er noch einmal in Ostpreussen gewesen sei. "Nejn, das is' nich' mehr Ostprejssen. Mejne Mutter hat schnell verstanden, dass es da kein Zurueck geben wird. Mein Sohn hat fuer mich mal recherchiert, was es von Willuhnen und Schirwindt noch gibt, aber da ist nichts mehr. Und so hebe ich es mir halt in mejner Erinnerung auf."


    Solche Begegnungen gehen mir immer sehr nah, weil ich trotz fehlender familiaerer Bindungen (zumindest nach Ostpreussen) ein riesiges Interesse an der Geschichte dieser ehemaligen Teile Deutschlands habe. Und weil die Zahl der "waschechten" Ostpreussen, Schlesier, Memellaender etc. endlich ist und es irgendwann diese Art von Begegnungen nicht mehr geben wird...

    Auf Zenos Foto rechts vorne der "Erostische Brunnen" eines Irseer Kuenstlers. Dahinter (im gruenen Eckhaus) war das Geschaeft Stoehr, in dem man ganz vorzueglich - wenn auch nicht gerade billig - allerhand Geschirr, Besteck, Toepfe, und allgemeinen aber hochwertigen Krimskrams fuer's Haus kaufen konnte. Leider werden diese Art von (alteingesessenen) immer weniger.


    Allerdings schaut der Neubau nach 2. Hälfte 70er- / 1. Hälfte 80er-Jahre aus! Und ich war seit jeher der Meinung, dass er aus dieser Zeit ist.

    Das ist durchaus moeglich (man beachte die durchgehende Traufe [heisst das Traufe? Ich weiss doch sowas nicht! :P ). In den Bayerische Kunstdenkmalen - Kaufbeuren steht zum hafenmarkt leider net viel drinnen...melde mich wieder, wenn ich noch was eruieren konnte!

    Nachdem hier ueber acht Jahre Ruhe geherrscht (passend fuer KF), ein historischer Vergleich:


    Teil 3 Hafenmarkt – Sankt Martin – Neue Gasse – Obstmarkt - Salzmarkt




    Der Hafenmarkt sah mal so aus:


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/20130/


    Die Kur-u. Badeanstalt rechts ist in den 60ern abgebrannt. Danach kamen die noch heute stehenden Hauser hin (obowhl das Eckhaus in den Proportionen ganz gut zu stimmen scheint). Im Massstab OK, aber natuerlich ging viel von der Atmosphaere verloren. Hinten links am Ende der Ledergasse ist das alte Wiestor zu sehen, ein Teil der Stadtbefestigung. Das Tor stand bis mind. 1955.

    Hierbei wurde auch der Dom in Mitleidenschaft gezogen, die Schäden konnten jedoch behoben werden.

    Klar, dass bei dem Luftangriff am 14.08.1944 ausgerechnet der Suedturm (der sog. Greiffenklauturm) von Brandbomben getroffen wurde und die Glocken abstuerzten. Zum "Glueck" war das aber das Schlimmste, was dem Dom selber passierte. Der Kernbau blieb stehen, auch die Gewoelbe hielten, wie Triforium ausgefuehrt hat. Somit blieb "das ehrwuerdigste Bauwerk auf deutschem Boden" (Beseler/Gutschow, Kriegsschicksale) im Grossen und Ganzen erhalten.


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/19964/


    Auch die Heilstumskammer kam nicht ganz ungeschoren davon:


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/20003/

    Dass nur die Deckengemälde zerstört wurden und nicht die Decke selbst, vermag ich nicht zu glauben. Daher vermute ich, dass an den Decken kaum noch etwas original sein dürfte. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

    Die Kirche war bis auf die Aussenmauern ausgebrannt, inkl. des westlichen Vierungsturms (oder Kuppel). Von den vielen Kirchen in Worms sind nur Dom und St. Martin beschaedigt (ersterer weniger, zweite mehr) sowie die Liebfrauenkirche (nur Fensterschaeden, soviel ich weiss) in "einem Stueck" durch den Krieg gekommen.


    Mittig die Ruine der Dreifaltigkeitskirche, und links oben im Eck St. Paul.


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/19943/


    Und Zeno hat meine Frage zur Liebfrauenkirche vorweggenommen, ich hatte mich neulich auch schon gefragt, wie lange die denn schon komplett "erroetet" ist?

    Groß St. Martin 1946


    Foto von Hermann Claasen, 1946 über wikipedia


    Wenn man sich das Foto anschaut, kann man ermessen, welch unglaubliche Wiederaufbauleistung hinter Groß St. Martin steckt, denn vom eigentliche Bau, besonders vom panoramabestimmenden Turm, war nicht mehr viel bzw. gar nichts mehr übrig.

    Hierzu sei folgendes ergaenzt:


    Bis fuenf Tage vor der Einnahme Koelns am 06.03.1945 sah GSM wie folgt aus:


    http://www.bildindex.de/docume…5700746?medium=mi01316a14


    Ausgebrannt und ohne jegliche Daecher, aber in der Kernsubstanz (und allen vier Ecktuermchen) noch "erhalten". Erst durch das finale Doppel-Bombardement am 02.03.1945 wurde die Kirche zur endgueltigen Ruine. Genauso wie St. Georg. Genauso wie Marienkapitol.

    Evtl. ist es mir zwischen den herrlichen Bildern und informativen Texten einfach entgangen, aber ich moechte noch kurz festhalten, dass sich mit St. Caecilien und St. Peter ein letztes Beispiel des vor der Saekularisation fuer Koeln ueblichen Nebeneinanders von Stifts- und Pfarrkirche erhalten hat:


    St. Andreas & Alt St. Paul
    St. Caecilien & St. Peter
    St. Georg & St. Jakob
    St. Gereon & St. Christoph
    (St. Maria im Kapitol & Klein St. Martin ?)
    Gross St. Martin & St. Brigida (direkt an die Suedwest-Ecke von GSM "geklebt")
    St. Severin & St. Maria Magdalena

    Was mich überrascht: Anscheinend waren auch die Sanderau und Grombühl fast vollständig schwer beschädigt oder zerstört. Gerade Grombühl weist heute noch viel Gründerzeitliches auf. Oder täusche ich mich da?

    Die Sanderau wurde, glaube ich, waehrend der Bodenkaempfe dem Einmarsch der Amerikaner noch einmal unter Feuer genommen (evtl. auch taktisches Bombardment). Ueber Grombuehl war ich auch ueberrascht.


    Die groessten Schaeden in Wuerzburg waren Brandschaeden; im Vergleich zu anderen Staedten wurde relativ wenig "weggesprengt" (Ausnahmen wie die Heidingsfelder Kirche, die Fassade der Peterskirche oder die gesamte Johanneskirche gibt es natuerlich), weshalb die Bedingungen des Wiederaufbaus anders waren als in, sagen wir, Frankfurt. Dazu aus Gutschow und Beselers Kriegsschicksale (Bd. 2, S. 1484-85):


    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/19867/
    stadtbild-deutschland.org/foru…ry/index.php?image/19866/