Posts by Däne

    Du hast Recht. Aufgrund der nach unten breiter werdenden Türrahmen hatte ich irgendwie an frühes Art Deco gedacht, ich Dummerchen... Wurde aber 1838-1848 erbaut.

    Der Turm der ehemaligen Kirche (nun Kunsthallen Nikolaj) ist nicht mit auf dem Bild, obwohl Wikipedia meint, der Turm hätte das Feuer von 1795 überlebt. Vielleicht als Stumpf.

    Der Turm hatte 1795 überlebt und stand als Stumpf bis 1909 wo dann der Turmhelm rekonstruiert wurde. Finanziert vom Gründer der Carlsberg-Brauerei, Jacobsen. Er hat auch den Wiederaufbau des Turmhelms der Heiligengeistkirche bezahlt. Ähnliche Pläne gab es für die Frauenkirche, leider kam es nicht dazu.


    Nikolai Kirke: Wiki

    Helligåndskirken: Wiki

    Vor Frue Kirke: Geplant und Heute

    Doch, das wurde irgendwann erwähnt. Unglaublich. Aber zumindest wird der Neubau sehr ähnlich aussehen (Bild )


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    Das Bauschild ist montiert und nun für alle sichtbar: der „Rote Löwe“ wird wieder aufgebaut. Die Baugesellschaft Gotha mbH erwarb 2018 das Grundstück und zeigt damit erneut ihr Engagement am Hauptmarkt. Architekt Jürgen Wiegand entwarf ein Objekt, welches dem Vorgängerhaus äußerlich in der Straßenansicht vergleichbar ist. In Zusammenarbeit mit weiteren Fachplanern aus der Region entstehen hier acht moderne Wohnungen und ein Ladenlokal.

    Dann ist es ja auch eine dänische Unart :smile: ... Ich finde es schon berechtigt darauf hinzuweisen, dass die Rekonstruktionen in Buda-Bereich eng mit der "Vision" für Ungarn von Orban zusammenhängt. Orban möchte ja an Ungarn vor 1920 anknüpfen, was sich auch hier in der Architektur deutlich wird (und natürlich hier im Forum auf viel Gegenliebe stösst). Insofern finde ich nicht, dass die Diskussion "aus dem nichts kommt", denn hier gibt es eine direkte Verbindung von (teilweise totalitärer) Politik und Architektur. Ich war von ein Paar Jahren in Budapest und habe sowohl kritische als positive Meinungen zur Umgestaltung des Burgviertels gehört. Die negativen waren eher mit den Kosten verbunden.


    Jeder seiner kann sich seine Meinung über die Regierung in Ungarn bilden. Ich finde es persönlich erschreckend, was sich in Ungarn abspielt, nicht nur Betrug von EU-Mittel (dazu trage ich als Steuerzahler auch zu), sondern vor allem was Pressefreiheit und Antisemitismus betrifft. Die George Soros-Bilder, die ich mehrmals in Budapest gesehen habe, sprechen Bände.

    @ Atala


    Mag sein, dass eine Regierung wie in Ungarn eher pro-Rekos ist. Das ist natürlich gut für das Stadtbild. Wenn das auf Kosten des Rechtstaates (siehe hier) und massiver Korruption mit sich führt, verzichte ich lieber auf Rekonstruktionen.


    Nur ein Paar Beispiele:


    - Die Umsätze der Kern-Unternehmen von Orbáns Vater haben sich von 2013 bis 2015 verdoppelt.

    - Die Unternehmen von Orbáns Brüdern generieren, laut eigenen Angaben, mehr als 2/3 ihrer Umsätze durch öffentliche, EU-finanzierte Ausschreibungen. Über diese Ausschreibungen befindet in letzter Instanz - und im Unterschied zu dem von der EU gewünschten Verfahren - das Amt des Ministerpräsidenten. Ein klarer Fall von Interessenskonflikt.

    - Die Unternehmen von Orbáns Vater (Gyözö Orbán, u.a. Dolomit Kft.) traten hingegen nie direkt als Gewinner von EU-finanzierten Ausschreibungen in Erscheinung, jedoch stets als exklusiver Zulieferer für Gewinner solcher Ausschreibungen. Den Bewerbern wird also unmissverständlich klar gemacht, was zu tun ist, um den Zuschlag zu erhalten.
    - Die Unternehmen von Orbáns Intimus (Strohmann, Gutsverwalter...) Mészáros profitierten nach dem gleichen System, in Größenordnungen über 600 Mio. EUR in den vergangenen zwei Jahren.


    Quelle: Artikel aus 2017


    Das wird wahrscheinlich wieder als Fake News bezeichnet... Auf Dauer kann es aber nicht für Ungarn nützlich sein, dass EU-Gelder an Mafia-ähnliche Strukturen auf höchster Ebene in der Regierung und deren Familien fliessen. Ungarn war im Ostblock in den 1980'er Jahren mit Jugoslawien auf einen Weg zur Demokratie - ich finde es sehr Schade, dass die Hoffnung nicht erfüllt wurde.

    Genau - aber das ist auch das einzige, worauf man in Ungarn neidisch sein kann: Eine Kleptokratie, die immer schlimmer wird. Aber zumindest har Orban einen guten Geschmack was Architektur betrifft. Die Kuppel im ersten Bild sieht irgendwie leicht modernisiert aus?

    Mensch Däne, alter bourgeoiser Reaktionär! Willst einen der Höhepunkte des sozialistischen Realismus zumauern?! Oder hast noch nix vom Wandbild Weg der roten Fahne gehört???

    Genau! Wobei meine Frau den Kulti samt Wandbild toll fand - vom Altmarkt gesehen hat der Bau schon etwas elegantes. Die DDR hat ja leider den schlimmsten Bauplatz gefunden und dazu das Gebäude hin- und hergeschoben bis alle Strassen erweitert und gekappt wurden. Hätten man ihn zumindest auf der Südseite gebaut! Dann wären uns auch das Lego-Haus und die Hotelkiste ersparrt worden.

    Ich bin gerade aus Dresden zurückgekommen. Leider war das Wetter nicht so gut, weshalb wir keine Ausflüge unternommen haben. Und wie war es nun Dresden nach 20 Jahren wieder zu sehen? Das Positive überwiegt deutlich, vor allem weil die Stadt endlich eine Mitte bekommen hatte: Der Neumarkt-Bereich ist wirklich sehr schön und wird von sowohl Dresdnern als Touris angenommen. Das gilt eigentlich auch für den Altmarkt und die Prager Strasse. Überall waren Leute unterwegs. Ich war auch kurz im Viertel am Wettiner Platz/Herzogingarten - dort entsteht auch ein vernünftiges Areal. Die Neustadt ist natürlich toll, sogar die Hauptstrasse gefiel mir irgendwie ganz gut. Im Weissen Hirsch waren wir studenlang unterwegs - einfach wunderschön dort. Radebeul ist auch eine Perle. Wir haben im Bayerischen Hof sehr schön übernachtet und hervorragend im Restaurant "Alte Meister" gegessen.


    Was die Restinnenstadt betrifft muss ich aber zugeben, dass der Ausmass der Zerstörung aber vor allem der DDR-Wiederaufbau shockierend ist. Der Vergleich mit dem ebenso sehr stark zerstörten Würzburg zeigt wohin die Reise hätte gehen können. Leider kam es nicht dazu, und deshalb gibt es in der gesamten Altstadt und in den Vorstädten fast keine einzige richtige Strasse. Ich habe mich eine Stunde durch die Seevorstadt gequält um es selbst zu erleben. Die Innenstadt besteht aus riesigen Freiareale, überbreite Strassen und hilflose totsanierte DDR-Bauten. Im grunde fangen die Probleme schon 200 Meter südlich der Albertbrücke an.. Dieser verschwenderischer Umgang mit Stadtraum ist typisch für den Sozialismus und ist mir auch in Minsk, Warschau und Magdeburg aufgefallen. Generell scheint die Stadt in der Stadt der Individuallverkehr priorität zu haben - immer wieder muss man lange warten um eine Strasse zu kreuzen. Die Fassade der Altmarktgalerie am Wilsdruffer ist unglaublich schlecht und muss unbeding verändert werden.


    Ein Wiederaufbau der Vorstädte ist ausgeschlossen - dazu ist zu wenig erhalten. Oberste Priorität sollte deshalb die Vernetzung der funktionierende Stadträume haben. Das heisst konkret: 1) Bebauung Königsufer und Neustädter Markt wie geplant. Damit wären die Altstadt und Neustadt als Einheit wieder erlebbar. 2) Rückbau und Verdichtung im Bereich Wildsdruffer Strasse, Schlossstrasse und Altmarkt. 3) Rekonstruktion des Stadtwaldschlösschens und der Fassade der Sophienkirche. Der heutige Advanta-Riegel und der Kubus stören unheimlich am Zwinger und Postplatz - damit wäre ein Übergang zum Schauspielhaus und Bereich Wettiner Platz / Friedrichstadt hergestellt.


    Die restliche Innenstadt kann man als DDR-Zeugnis erhalten.

    Ich habe vorgestern nachgefragt, ob es bis oben mit Ziegeln weitergeht. Leider konnte der Handwerker es nicht 100 prozent sagen, meinte aber, dass es so wäre... na, ja. Wir müssen eben abwarten.


    Was die Schlossstrasse betrifft müsste man wirklich darüber nachdenken, wie man die Strasse bis zur Wilsdruffer komplettieren kann. Die Strasse ist am Kulti viel zu breit, und der Platz direkt am Schloss könnte man ohne Probleme auch zubauen. Vielleicht wäre es irgendwann möglich einen schmalen Bau entlang des Kultis zu bauen?

    So, vor ein Paar Tagen war ich in Dresden und habe das Schloss auch besichtigt. Das Äussere ist schon bemerkenswert - der grosse Hof ebenso. Leider war der Kleine Ballsaal geschlossen. Ansonsten habe ich alle zugängliche Räume gesehen. Vielleicht bin ich verwöhnt, aber irgendwie war ich nicht sooo begeistert. Die Sammlungen waren klasse, keine Frage, aber verglichen mit der Residenz München, mit Würzburg oder gar Mannheim sind die Räume doch irgenwie nicht so beeindruckend. Kann sein, dass sie noch nicht fertig sind - in einigen Räume waren die Stuckleisten noch gänzlich weiss und nicht vergoldet. Im Turmzimmer fehlen 90 % der Exponate. Das Grüne Gewölbe ist natürlich aussergewöhnlich, muss aber zugeben, dass ich das Spiegelkabinett in Würzburg noch schöner fand.

    Nicht gerade spektakulär. Doch verglichen mit den Plattenbauten, die vorher hier standen, ist es schon ein grosser Schritt nach vorn. Aber gibt es in Anklam wirklich Interessenten für den Wohnungen der Neubauten? Vorpommern ist ja nicht gerade eine Boom-Region...

    Das Haus Grosse Märkerstrasse 5 wurde jetzt saniert:


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    (...) Seit Jahren schon wird über die Zukunft das Gebäudes diskutiert, immer wieder gab es Verkaufsbemühungen für das 1584 errichtete Haus. Auch die frühere Oberbürgermeister Dagmar Szabados hatte sich die Suche nach einem Investor auf die Fahnen geschrieben, letztendlich aber ohne Erfolg. Zuvor hatte die Stadt das Gebäude 2009 von einer Bank erworben.


    Gerade im Inneren sind noch einige Kleinode erhalten, so die Stuckdecke im Rokoko-Festsaal aber auch prachtvoll geschnitzte und bemalte Türen. Vor zwei Jahren hatte der Stadtrat das Gebäude in die Rote Liste der Baudenkmäler aufgenommen. In all den Jahren des Leerstands wurde nicht einmal das Dach abgedichtet, was in der Gebäudesubstanz große Schäden verursacht hat. (...)

    Quelle: Artikel in DubistHalle (mit Bild)

    Die Politiker stellen mittlerweile klare Weichen in der Dresdner Innenstadt - Gott sei Dank. Nach dem Narrenhäusl jetzt das Hotel Stadt Rom. Das ist für die Entwicklung am Neustädter Markt unheimlich wichtig - ich bin Optimist!

    Herr Herrmann


    ich glaube, dass es unmöglich wird, dass in DD zu ändern, da die Eigentumsstruktur jetzt völlig anders ist. Genau das ist ja der grosse Vorteil des Wiederaufbaus in der BRD gewesen (zumindest in Städten wie München, Nürnberg, Münster usw. - aber auch Köln).


    Man muss sich deshalb mit dem Wiederaufbau ausserhalb des Alstadtkerns arrangieren... vielleicht ab und zu nachdichten. Wie beliebt sind eigentlich die Wohnsblocks aus dem frühen 60er (Riegel mit Ziegeldach) in der Seevorstadt?

    Nochmals vielen Dank!

    Für weitere gastronomische Tipps wäre ich auch dankbar - natürlich Sächsische Küche ! Einige Restaurants wurden schon erwähnt - sehr schön.


    Kurz zum Vergleich Dresden/BRD: hier zeigt sich meiner Meinung nach die grösste Schwäche der Dresdner Innenstadt: Die fast völlige Aufgabe der Kleinteiligkeit ausserhalb des Neumarktes. Hier wird die Sozialistische Planung deutlich - ein Vergleich mit Würzburg zeigt wie entscheidend die Beibehaltung des Strassenetzes und der Parzellen ist. Das weitaus kleinere Würzburg hat Heute eine grössere und lebendigere Innenstadt (in weiten Teilen sogar historisch anmutend). Dresden hätte wohl wie München aussehen können.


    Aber genau diese schmerzliche Erfahrung macht für mich Dresden so spannend - auch wenn es weh tut. Der Vergleich mit Warschau ist auffallend: Kleine, teilweise rekonstruierte Altstadt, nebenan eine Plattenbauwüste. Dresden hat aber mit den Villenviertel und der Landschaft deutlich mehr zu bieten.

    Vielen Dank! Ich war im Sommer 1989 in Dresden und damals einfach nur entsetzt. Die Stadt war ja gar nicht wiederaufgebaut, nur planiert. Magdeburg sah fast besser aus. 2004 war es besser - es fehlte aber immer noch ein Zentrum hinter der schönen Kulisse. Bin gespannt wie der Neumarkt auf mich wirkt. Köln haben wir problemlos überlebt - keine Schönheit, aber sehr lebendig. Irgendwie habe ich doch ein Bisschen Angst wieder schockiert zu werden...