Posts by Däne

    Doch, die Eigentümer-GmbH möchte einen modernen Zweckbau errichten, wie in meinem Beitrag oben zitiert. Die Stadt erhebt keine Einwände.

    Das Haus wird wohl einem modernen Zweckbau weichen. Die Stadt rückt zudem von Forderungen ab, die Eigentümer-Firma - eine große Immobilien GmbH zu verpflichten, das Haus wieder nach den historischen mittelalterlichen Plänen zu rekonstruieren.“

    Wahrscheinlich ist also ein Rendite-Objekt in Form von Luxuswohnungen mit Rheinblick.

    https://www.lokalkompass.de/c-politik/frei…aufbau_a1953780

    Die Häuser werden nicht aus Fachwerk gebaut, aber wie die Fassaden aussehen werden, wissen wir ja nicht. Ich glaube, dass sie sehr ähnlich aussehen werden, wobei das Innere natürlich ganz neu gebaut wird:

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    Die Keller, Erdgeschosse und ersten Etagen sind erhalten geblieben, weil sie gemauert sind. Daher bleibt auch der Denkmalstatus der Häuschen bestehen. Für den Wiederaufbau oberhalb macht der Stadtkonservator nur grobe Vorgaben. „Eine Fachwerkstruktur erwarten wir nicht mehr“, sagte Werner. „Was es wieder geben soll, ist das Steildach mit der bisherigen Trauflänge und Firstlinie, die hochstehenden Fensterformate und der Putzbau.“

    Markus Greitemann sagte: „Mir ist wichtig, dass die Stadtsilhouette und der Charakter der Häuser beibehalten werden.“ Thomas Werner betonte, dass die Giebelhäuser auf den Ostchor der Kirche Groß St. Martin reagieren. Die Proportionen müssten also erhalten werden. Doch wie der Eigentümer die Häuser wieder aufbaut, kann er selbst entscheiden. Innen hat er völlige Gestaltungsfreiheit, auch was die Einteilung der Geschosse angeht. „Da werden wir nicht eingreifen und auch nichts rekonstruieren“

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    Kann man zu sagen wagen, dass alles, was am Wü.er Stadtbild noch schön ist, aus diesen ganz frühen Jahren stammt?

    Ich würde sagen, dass es bis etwa 1960 ganz gut lief, danach deutlich schlechter. Allerdings gibt es vernünftige Neubauten und Rekos aus den 80er Jahren, z.B. die Südseite des Rathauses.

    Von solchen Neubauten können wir in Dänemark nur träumen. Ich kenne den Alten Markt schon aus 1989, es ist einfach schön zu sehen, wie er immer ansehnlicher wird. Wenn dann auch das Hotel Mercure wegkäme... Irgendwie wirkt der Alte Markt auf mich authentischer als der Neumarkt in Dresden, der sehr schön ist aber auch ein Bisschen kulissenhaft wirkt. Ich habe beide Plätze in 2023 gesehen und war sehr angetan.

    Danke, Ursus! Sehr interessant. Ich finde die Vollendung des Domes sehr gelungen. Man muss dabei auch beachten, dass der Vorzustand wirklich "unfertig" aussah - auch verglichen mit Regensburg und Ulm (Köln ist natürlich was anderes). Insofern wäre es sehr ärgerlich, wenn man auf die schöne Krönung des Domes verzichtet hätte. Für Meissens Stadtbild ist es natürlich auch ein riesen Gewinn.

    Da ist ja nochmal ganz schön großflächig abgerissen worden für den gelben Block:

    Nein, der Block steht vor der Häuserreihe auf der Brachfläche.

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    Hier ein Bild mit der noch nicht "ganz fertigen" Stadt, das mE zeigt, dass "Weniger oft Mehr ist":

    Das gilt vor allem für Nürnberg. Auch war damals die deutsche Fensterkrankheit nicht so verbreitet.

    Besser konnte ich das nicht beschreiben. Vielleicht leidet Nürnberg darunter, dass es eigentlich kaum "Ankerbauten" in weiten Teilen der Altstadt gibt? Generell war der Wiederaufbau der Fachwerkstädte besonders schwierig (Nürnberg gehört für mich in dieser Kategorie)

    Das ist kein Euphemismus.

    Und damit scheinen wir Däne zu widersprechen. Es ist interessant, Däne, dass du, dessen Meinung in ästhetischen und kulturhistorischen Fragen ich idR durchaus teile, hier so von der meinigen divergierst. Vielleicht kann man sagen, dass diese Divergenz in Sachen Würzburg gerade an dieser Domstraße so klar zutage tritt. Vielleicht sind wir ja zB in Sachen Paradeplatz einer Meinung, vielleicht (hoffentlich!) erscheint dir so etwas:

    Hotelkette Motel One soll an den Paradeplatz kommen - Würzburg erleben

    so wenig wir mir "altstadtgerecht".

    (..) Was dir als Beleg für einen halbwegs gelungenen Wiederaufbau taugt, ist für mich das Gegenteil. Ich würde die Domstraße heranziehen als Beispiel für Banalität, Nichtigkeit, Schäbigkeit, Einfallslosigkeit... und noch viel mehr. Dieses Phänomen der Divergenz ist wirklich recht interessant.

    Die Arkaden sind das einzig halbwegs positive. Ansonsten gilt: Deutsche Fensterkrankheit, hässliche Vorbauten, furchtbare Werbung, komische Proportionen, Dach zu niedrig. Der Neubau sieht so aus: https://www.mainpost.de/regional/wuerz…dt-art-11323434

    Ich bin eigentlich auch sehr kritisch, was Architektur betrifft, und neige dazu auf nervige Details zu achten (zu dünne Fenstersprossen, Industrieputz usw.) - das Glas ist für mich oft halbleer. Auf der anderen Seite habe ich in den letzten Jahren eine - sagen wir es so - eine gewisse Affinität für den Bauten der 50er Jahre entwickelt. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass viele Bauten in der Kopenhagener Altstadt auch sehr schlicht und schnörkellos sind?

    Meine Interesse für Architektur hat mit der Zerstörung durch den Bombenkrieg angefangen. Noch Heute besuche ich immer wieder Städte, die im Krieg zerstört wurden, um zu sehen wie der Wiederaufbau gelaufen ist. Und für mich ist es schon erstaunlich, wo gross die Unterschiede doch sind. Neben Würzburg würde ich zum Beispiel Siegen, Paderborn, Osnabrück und Emden als zumindest halbwegs vernünftig wiederaufgebaute Städte nennen.

    Ich finde es interessant, dass wir eine Stadt so unterschiedlich beurteilen können! Ich war schon mehrmals in Würzburg (zuletzt in 2020) und habe mich dort jedesmal sehr wohl gefühlt. Bei Nürnberg war es leider nie der Fall..

    Um kurz zurück zum Wiederaufbau zu kommen. Fangen wir mit dem Bild aus der Domstrasse an:

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    Alle Häuser sind hier nach 1945 erbaut, nur der Grafeneckart (Turm) ist wiederaufgebaut. Für mich zumindest ist dies eine sehr gute Leistung, keineswegs kaotisch. Aber natürlich gibt es auch an der Domstrasse schlechte Bauten:

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    Für mich ist dieses Bild ein Paradebeispiel des Wiederaufbaus in Würzburg: Parzellierung und Grundriss sowie Kubatur mehr oder weniger erhalten. Sehr gute Neubauten der frühen 50er Jahre, aber leider auch ein wirklich unpassender Bau aus den 60er Jahren. Man kann aber nicht ernsthaft bahaupten, dass dieser Wiederaufbau planlos oder kaotisch gewesen ist. Das trifft eher auf Köln, Frankfurt oder Kassel zu.

    Ich kann Ursus' Kritik zum Teil verstehen, der grosse Unterschied ist aber, dass ich mit den einfachen aber angepassten Bauten der 50er Jahre keine Probleme habe. Daher finde ich das Stadtbild in Ordnung. Problematischer sind die Bauten ab etwa 1965 und leider auch der letzten Jahre.

    Ursus findet ungestörte Ensembles am wichtigsten, daher ist für Ursus die Innenstadt in Dresden (Neumarkt usw.) besser als Ihr Würzburger Pendant, wo immer wieder Nachkriegsbauten ins Blickfeld rücken. Ich finde Würzburg dagen als Stadt weit besser, weil man dort stundenlang rumlaufen kann und so manche interessante Entdeckungen machen kann. Es ist einfach eine "echte" Innenstadt, die es in Dresden so nicht gibt.

    Aber das ist natürlich meine subjektive Meinung.