Posts by Däne

    Mal was erfreuliches aus Steinau:


    Ein 60er Jahre Bau in der Altstadt wird durch einen Fachwerkbau ersetzt: Link mit vorher/nachher Vergleich


    Laut Überschrift ist es ein Umbau, aber schein ein kompletter Neubau zu sein!


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    Wahrscheinlich hatte bereits im 17. Jahrhundert ein eineinhalb-geschossiges Fahrwerkhaus an dieser Stelle gestanden. Das war wohl um 1900 aufgestockt und mit einem kleinen Schaufenster im Erdgeschoss versehen worden. Das Fachwerk wurde verputzt und mit dem Abriss des Hauses 1968 ganz entsorgt. Doch auch das jetzige Fachwerk besteht aus alten Balken, die Heinz Becker im Internet entdeckte. Diese seien zwischen 200 und 250 Jahre alt. Etwas ganz besonderes sind die beiden Türen an der Front. Diese Zwillingstüren sind identisch und um die 300 Jahre alt. Die Farbgebung ist den historischen Farben Stierblut und Taubenblau nachempfunden.

    Akanthus


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    Die Innenausstattung des Schlosses, die bis 1918 noch nahezu komplett aus der Zeit des Barock und Rokoko erhalten war, ist fast vollständig verloren gegangen. Mit der Abdankung des herzoglichen Hauses ging das Inventar des Zerbster Schlosses laut Vertrag komplett an die Familie. Die 203 Zimmer und Säle des Schlosses wurden 1919 komplett beräumt. Das betraf nicht nur das Mobiliar, sondern auch wandfeste Ausstattungen, Öfen, Intarsienfußböden etc.

    Heisst das, dass die Innenaustattung anderswo erhalten ist? Eigentlich ein Glück im Unglück, dass die Ausstattung ausgebaut wurde - sonst wäre sie wahrscheinlich 1945 verbrannt.

    Das hört sich gar nicht gut an! Es ist einfach absurd, neue Häuser in Randlagen zu errichten, während die Innenstädte/Dorfkerne langsam aussterben. Sowas sehen wir auch in Dänemark, die Lage ist aber natürlich nicht mit Ostdeuschland vergleichbar. Es ist abzusehen, dass die Bevölkerung sich langfristig in den grösseren Städten konzentriert. Dazwischen wird es irgendwann sehr viel Natur geben - die Entwicklung kann man schon z.B. in Bulgarien betrachten. Bald wird das in Deutschland auch der Fall sein. Umso wichtiger ist es bei der Regionalplanung deutliche Prioritäten zu setzen und die Erhaltung der wertvollsten Altstädte und Kulturdenkmäler zu fördern. Adorf wird in 100 Jahren wahrscheinlich nur aus der Kirche und ein Paar Fachwerkhaüser sowie einige Einzelheime bestehen.


    Zu Plauen gibt es diese Interessante Prognose (Link)


    Wie sieht es mit dem Leerstand in solchen Kleinstädten aus? Einige Häuser stehen auf jedem Fall leer. Ansonsten ein schönes Städtchen.

    Auf der Facebook-Seite der Neustädter Freiheit sieht man den Bereich, der jetzt under Schutz steht (Link). Das Areal des Narrenhäusls gehört nicht dazu. Generell bin ich davon überzeugt, das die Bebauung an der Königsufer kommen wird - allein weil der Grundstücksverkauf eine Menge Geld einbringen wird. Die Neustädter Freiheit-Initiative möchte auch eine Verschmälerung der Bundesstrasse, Ihr Ziel war vor allem eine Bebauung des eigentlichen Platzes zu verhindern. Ich bin noch optimist was die Südseite betrifft - Geld regiert die Welt :smile:

    In Schweden haben die Stadtplaner beispielos gewütet. Z.B. in Malmö, wo schätzungsweise zwei Drittel der Altstadt seit 1945 abgerissen worden ist. Die Problemviertel in Schweden befinden sich fast immer in den Trabantenstädten des "Millionprogramms" ausserhalb der Innenstädte. Die Probleme dort kann man mit den Erfahrungen in Frankreich locker vergleichen (leider). Ein weiteres Problem besteht darin, dass der Einzelhandel sich sehr oft in EKZs ausserhalb der Stadtzentren konzentriet. Ich kann Euch die Webpage https://www.arkitekturupproret.se/ empfehlen ("Architekturaufstand").

    Ich meine aber festgestellt zu haben, dass gerade in Lübeck und auf dem Land in (Ost)Holstein in den letzten Jahren viel renoviert wurde (Häuser und Strassen). Das gilt auch für Flensburg, eine Stadt die vor 10-15 wirklich sehr heruntergekommen war, aber jetzt einen ganz anderen Eindruck. Es stimmt aber auch, dass sie sozialen Probleme der Region sichtbar sind.

    Die Einschätzung kann ich überhaupt nicht nachvollziehen! Zwar gibt es im Bereich des Marktplatzes und Klingenberg schlimme Bausünden, die Altstadt ist aber riesig und gehört zu den wertvollsten in ganz Europa! Tausende Altstadthäuser, idyllische Gänge, wunderschöne Kirchen, Kloster und Stadttore. Dazu die lage am Fluss.

    Bin gerade zurück aus einem Besuch in Plön. Ich war vor 7 Jahren dort - schöne Kleinstadt trotz einiger Bausünden (das Schloss wurde vor kurzem sehr schön saniert, die Landschaft ist wunderschön). Ich habe festgestellt, dass es seit meinem letzten Besuch wieder mehr Sprossenfenster eingebaut wurden. Das war auch entlang der Landstrasse von Bordesholm nach Plön deutlich. Zwar sind es oft PVC-Fenster, aber Sprossen sind sehr wichtig, und immer wieder gab es neue Holzfenster in weiss-grün (Fensterkreuz grün, der Rest weiss). Natürlich gibt es immernoch sehr viele hässliche Fenster, aber manchmal sollte man sich auch über Fortschritte freuen :smile:.

    Natürlich darf man kritisieren, aber für mich sieht das Schloss innen ganz vernünftig aus. Und wenn es von den Berlinern und den Touris angenommen wird, ist es doch eine schöne Sache. Ich war Mai 1989 in Ost-Berlin und habe mich das ganze angeschaut: Ein Trauerspiel. Was Heute steht ist ganz einfach ein Wunder - das es geklappt hat, hätte ich nie gedacht. Das grösste Problem bleibt die Ostfassade. Sie passt einfach nicht zum Rest, das sieht jedes Kind. Da waren andere Entwürfe deutlich besser. Aber generell muss man sagen, das sich Berlin nach 1989 einfach phänomenal entwickelt hat. Und da spielt das Schloss eine wichtige Rolle.

    Das ganze lässt mich irgendwie ratlos. Die Rekos sind sicherlich ein riesen Gewinn für Budapest und scheinen - soweit ich erkennen kann - von sehr guter Qualität zu sein. Interessant ist auch, dass hier Gründerzeit rekonstruiert wird. Eine ähnliche Entwicklung wäre anderswo auch grossartig. Leider wäre es wahrscheinlich sehr schwierig wegen der massiven Korruption und Verstösse gegen Rechtsstaatsprincipien in Ungarn, diese Rekonstruktionen als Vorbild in z.B. Deutschland zu nutzen. Was sagen die Einwohner Budapests dazu? Sind sie mit den Rekonstruktionen einverstanden?


    Innenstadt von Perros-Guirec in der Bretagne. Leider sind die Plastikfenster überall in Frankreich auf dem Vormarsch, wenn auch weit weniger als in Deutschland. In Paris werden die alten Fenster durch neue mit nur einmaliger Teilung ersetzt.

    Fachwerkliebhaber


    Rønne und Nexø auf Bornholm wurden in Mai 1945 bombardiert, weil der deutsche Kommandant nicht kapitulieren wollte.


    Natürlich war die Bombardierung der deutschen Städte im Rahmen der Moral Bombing Directive ein Verbrechen. In der damaligen Zeit war der Hass gegen Deutschland so gross, dass man auch seitens der Westallierten bis zu letzt Verbrechen begangen hat. Für mich ist Hildesheim (und Pforzheim) gute Beispiele dafür. In 1914 hat man wenigstens rechtzeitig kapituliert, in 1945 wurde Deutschland leider von einer rücksichtslosen Verbrecherbande geführt. Ich meine gelesen zu haben, dass in den letzen 12 Monate des Krieges genau so viele deutsche Soldaten gefallen sind wie in den ersten 5 Jahren. Das gilt sicherlich auch für die Bombardierung der Städte. Nebenbei hat man bis zum letzen Tag des Krieges in den KZs weitergemacht..


    Aber zurück zum Thema: diesen recht traditionellen Wiederaufbau der 50er Jahre finde ich auch ganz ok. Es wäre aber sehr wichtig, die Fenster wieder zu teilen (Sprossen). Wurde Bitburg eigentlicht nicht auch ganz vernüntftig wiederaufgebaut?

    Na, ja. Ich finde das Stadtbild nicht völlig unattraktiv. Ein Bisschen langweilig vielleicht. Die Zerstörung der Städte in den letzten Wochen des Krieges hätte man durch eine Kapitulation der Wehrmacht verhindern können. Bin gerade aus Royan bei Bordeaux zurückgekommen. Dort wurde die Stadt auch Mitte März 1945 ausradiert, weil die deutsche Truppen nicht kapitulieren wollten. Total sinnlos. Das ist aber ein anderes Thema...

    Hatten wir diesen Beitrag schon?


    So soll die neue Altstadt aussehen


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    Stattdessen ist jetzt der Aufbau eines Viertels im Gespräch, in dem auch die Fassaden von mehreren Gebäuden wieder erstehen sollen, die an anderer Stelle Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg oder davor abgebrochen oder zerstört wurden. Zwischen diesen Gebäuden sollen sich die modernen Fassaden an den historischen Bauformen orientieren.


    (...)


    In dem Papier, über das der Stadtrat im Juli 2021 nach den Beratungen in Ausschüssen Mitte Juni abstimmen soll, heißt es unter anderem: „Gleichwohl sollen weitere Rückgriffe auf traditionelle Architekturformen nicht ausgeschlossen werden. An öffentlichen Straßen und Gassen werden sowohl giebel- als auch traufständige Gebäude mit adäquaten Dachneigungen zum Einsatz kommen. Teilweise sind Flachdächer, begehbar, begrünt, in den halböffentlichen Quartiersinnenhöfen, die nicht zwingend geschlossen sein sollen, denkbar.“

    Das ging ja einigermassen schnell! Wenn das so kommt wäre es schön. Die Behauptung, dass die Zeit der Rekonstruktionen vorbei ist, scheint Gott sei Dank falsch zu sein (in Potsdam wird ja auch weiter rekonstruiert). Mal sehen, ob die letzte Hürde genommen wird und ob est tatsächlich so viel rekonstruiert wird.