Posts by Däne

    Wurde eigentlich ganz gut von Baukunst zusammengefasst.

    90 von 330 Altstadthäuser abgerissen? Stimmt das wirklich? Wo standen diese Häuser?


    Ansonsten zeigt die Diskussion der letzten Seiten, dass der Wiederaufbau Nürnbergs immer ein heisses Thema ist. Was mich frustriert, ist die Tatsache, dass man eigentlich viele gute Entscheidungen getroffen hat: Wiederherstellung der Dachlandschaft, kleinteilige Parzellierung, Wiederaufbau der wichtigsten Grossbauten, wenige Strassenverbreitungen usw. Leider werden diese guten Ansätze durch die Gestaltung der Fassaden zerstört. Da hat Ursus völlig recht, und es ist einfach kaum auszuhalten darüber nachzudenken, wie einfach man sehr grosse Verbesserungen erreichen könnte, wenn man wollte. Denn die Ausgangssituation ist viel besser als in Hannover, Frankfurt, Kassel, Magdeburg oder Bremen. Ich finde es deshalb nicht fair zu sagen, dass der Wiederaufbau völlig versagt hat. Aber ohne eine Neugestaltung der Fassaden, sei es nur passender Putz oder Sprossenfenster, bleibt der Wiederaufbau auf halber Strecke stecken.

    Der Advanta-Riegel ist ganz klar der schlimmste Bau im Gebiet. Stört vor allem vom Zwinger und vom Schloss gesehen sehr viel. Eine Reko der Sophienkirche-Fassade wäre natürlich ein Traum.


    Eine etwas einfachere Erweiterung des Gebietes wäre eine Neubebauung des Areals gegenüber vom Polizeipräsidium. Der Platz ist frei, und so liesse sich einen Rundgang vom Neumarkt zum Kurländer Palais und zurück durch die Landhausgasse machen. Auch wäre man vom Anblick der Plattenbauten am Pirnaischen Platz verschont. Der kleine Platz in der Schlossstrasse wurde ja auch mehrmals thematisiert.

    ursus carpaticus


    ich schreibe doch:

    Aber das bedeutet nicht, dass die Rekonstruktionen den Aufstieg von Pegida oder NPD befördert haben. Vielmehr hätte der Film sich mehr mit dem Versagen der Nachkriegsplanung der DDR beschäftigen sollen

    Als Däne darf man Sachsen (und Ungarn etc.) nicht kritisieren? Ich werde jederzeit Recht- und Linksextreme Tendenzen kritisieren - egal ob sie bei mir in Dänemark auftreten oder eben in Dresden oder hier im Forum. Aber natürlich lässt sich die Situation in Dresden wegen der Geschichte nicht mit Dänemark vergleichen. Und der Film ist keineswegs Perfekt, aber er lässt ja nicht nur Trüby und NPD zur Wort kommen sondern auch Kulke und Guratsch. Und er erklärt auch warum viele Bürger einen Wunsch nach Rekonstruktion haben ("Phantom-Schmerz"). Problematischer ist vor allem die zweite Hälfte des Films.


    Off-topic: Die SPD in Dänemark vertritt Heute so etwa die Position der AfD in D. was immigration betrifft..

    Ich finde nicht, dass der Film ein Machwerk ist. Aber er leidet daran, dass zu viele Kurzschlüsse gemacht werden. Ja, die Zerstörung der Stadt wurde von den Nazis und wird Heute von der AfD instrumentalisiert. Ja, die Zerstörung, aber auch die Unfähigkeit des (nicht-) Wiederaufbaus der DDR, hat einen tiefen Wunsch nach Rekonstruktionen hervorgebracht. Aber das bedeutet nicht, dass die Rekonstruktionen den Aufstieg von Pegida oder NPD befördert haben. Vielmehr hätte der Film sich mehr mit dem Versagen der Nachkriegsplanung der DDR beschäftigen sollen. Es ist aber auch deutlich, dass es in Sachsen ein Problem mit Rechtsextremismus gibt. Ich war ziemlich schockiert, als ich einen Jungen mit Hakenkreuz-ähnlichen T-shirt am Altmarkt gesehen habe. Er sass mit seiner Freundin vor der Altmarktgalerie. Etwa 50 Meter vom Kremierungs-Mahnmal entfernt. Eine Pegida-Demo haben wir auch gesehen. Das gehört auch zu Dresden - leider.

    Eine Frage: Warum wurden die Chorfenster des Domes nicht ausgelagert? Aachen liegt ja ganz im Westen, und es war ja klar, dass man die Stadt bombardieren würde. Die neuen Fenster sind ganz in Ordnung, aber...

    Ich weiss nicht, errinnert an Bahnhofsbauten der 50er Jahren in der UdSSR. Sieht für mich nicht wie ein Wohnhaus aus. Wissen wir, wer der Architekt war?

    Vielleicht wäre ein Bisschen mehr Begeisterung angebracht? Ich finde es toll, dass janpmw sich für den Wiederaufbau des Lutherhauses engagiert - wenn sogar ein Investor Interesse hat...

    Der Eine behauptet, dass es ja immer weniger Verkehr gäbe. Deshalb bräuchte man die breiten Straßen nicht und könne sie verkleinern. Der Andere behauptet, dass immer mehr Verkehr angezogen werden. Deshalb müssen man die breiten Straßen verkleinern.

    Vielleicht sollte ich es etwas anders formulieren. Es ist so, dass ein Teil des Verkehrs verschwindet, wenn Strassen verkleinert werden. Ich habe die Zahlen aus Kopenhagen nicht im Kopf, aber hier wurde eine der grossen Innenstadtstrassen (Nørrebrogade) für den Durchgangsverkehr gesperrt. Einfach so. Natürlich hat ein Teil des Verkehrs andere Wege gefunden und dort zu mehr Verkehr geführt, aber etwa 20 Prozent des Verkehrs sind einfach verschwunden, weil die Bürger jetzt andere Transportformen benutzen (Rad, U-Bahn usw.). Ähnliches hat man auch in Barcelona gesehen. In Dresden könnte man also ähnliches erreichen, zumal die Strassen oft sinnlos breit sind.

    Die überbreiten Strassen scheinen in Dresden sehr beliebt zu sein. Fand ich bei meinem Besuch in Oktober sehr störend. Es ist ja auch so, dass breitere Strassen mehr Verkehr anziehen (z.B. führt eine Strassenerweiterung zu mehr Verkehr, weil es dann mehr Platz für den Autos gibt). Wir haben in Kopenhagen gute Erfahrungen mit dem Rückbau einiger Strassen. Das sollte man auch in Dresden wagen.

    Interessantes Thema! Im Norden war es wohl eher eine Frage der Materialwahl? Die grossen Backsteinkirchen können sich aus meiner Sicht durchaus mit den Domen in Frankreich messen, z.B. die Marienkirchen in Lübeck, Wismar, Stralsund und Danzig. Aber man muss schon sagen, dass gerade England eine unglaubliche Dichte an tollen Kirchen hat! Allein Ely, Canterbury, York und Durham...

    Vielleicht könnte man ähnlich wie in Skt. Katharinen in Hamburg die Orgel ohne Vergoldung rekonstruieren? Als Kompromiss - dann kann man ja später weitermachen floet:)

    2 Fragen:

    1) Was passiert mit den Originalen, die nicht in Berlin sind? Werden sie in Potsdam irgendwo gelagert oder ausgestellt?

    2) Es wird immer wieder gesagt, dass es wegen der Statik gar nicht möglich ist Figuren im Innenhof aufzustellen (Dank, Herr Kulka!). Wäre es dann möglich kopien aus Gips oder ähnliche Materialen zu machen, oder könnte man die Statik nachträglich verbessern? Das alles ist natürlich nur Zukunftsmusik...

    Von sowas können wir in Kopenhagen nur träumen. Hier regiert meistens eine Art neo-70-er Jahre Architektur. Demnächst könnte man in Hamburg mit einer Sanierung der vielen Gründerzeitler beginnen - vor allem im Bereich der Fenster (meistens Plastikfenster).

    Es hat sich doch in den letzten 30 Jahren sehr viel positives getan! Nur tun die Bilder der ehemaligen Vorstädte immer sehr weh. Auf dem Vorkriegsbild sieht man (so glaube ich zumindest), dass es auch in der Pirnaischen Vorstadt etliche Barockhäuser gab - wahrscheinlich sehr schlichte, aber immerhin. Es ärgert mich immer sehr, dass viele der besten Nachkriegsbauten in Dresden nicht am Ring stehen, sondern halb versteckt an der Nürnberger Strasse, an der Grunaer Strasse und in Striesen. Würden diese Bauten bloss im Stadtzentrum stehen - zum Beispiel an der Prager oder am Pirnaischen Platz....