Posts by Däne

    Hatten wir diesen Beitrag schon?


    So soll die neue Altstadt aussehen


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    Stattdessen ist jetzt der Aufbau eines Viertels im Gespräch, in dem auch die Fassaden von mehreren Gebäuden wieder erstehen sollen, die an anderer Stelle Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg oder davor abgebrochen oder zerstört wurden. Zwischen diesen Gebäuden sollen sich die modernen Fassaden an den historischen Bauformen orientieren.


    (...)


    In dem Papier, über das der Stadtrat im Juli 2021 nach den Beratungen in Ausschüssen Mitte Juni abstimmen soll, heißt es unter anderem: „Gleichwohl sollen weitere Rückgriffe auf traditionelle Architekturformen nicht ausgeschlossen werden. An öffentlichen Straßen und Gassen werden sowohl giebel- als auch traufständige Gebäude mit adäquaten Dachneigungen zum Einsatz kommen. Teilweise sind Flachdächer, begehbar, begrünt, in den halböffentlichen Quartiersinnenhöfen, die nicht zwingend geschlossen sein sollen, denkbar.“

    Das ging ja einigermassen schnell! Wenn das so kommt wäre es schön. Die Behauptung, dass die Zeit der Rekonstruktionen vorbei ist, scheint Gott sei Dank falsch zu sein (in Potsdam wird ja auch weiter rekonstruiert). Mal sehen, ob die letzte Hürde genommen wird und ob est tatsächlich so viel rekonstruiert wird.

    Die Pressemitteilung der GHND ist einfach klasse: Link


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    Ziel muss es sein, die notwendigen Maßnahmen bis zum 80. Jahrestag der DDR am 7. Oktober 2029 umzusetzen und damit den Ursprungszustand der Eröffnung von 1979 zu erreichen. Die GHND empfiehlt, diese Maßnahmen in den nächsten 5-Jahresplan aufzunehmen.

    Ich glaube nicht, dass es dazu kommen wird. Vergessen wir nicht, was schon gesagt wurde:


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    Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain schlägt dem Stadtrat nun vor, mit dem Siegerentwurf weiter zu arbeiten: „Der Empfehlung der Jury soll gefolgt werden. Der erste Preis soll die Grundlage bilden für die weitere Bearbeitung des Bebauungsplans. Eine Bebauung des Neustädter Markts stellen wir jedoch zurück“, erläutert Schmidt-Lamontain den planerischen Ansatz. „Die Jury gab uns mit auf den Weg, den Umgang mit dem Neustädter Markt weiter zu untersuchen. Diese Beurteilung teilen viele Dresdnerinnen und Dresdner. Deswegen schlagen wir vor, den Neustädter Markt freiraumplanerisch zu qualifizieren und auf diese Weise sensibler mit dem seinerzeit viel beachteten und prämierten städtebaulichen Ensemble umzugehen. Da die Flächen des Neustädter Marktes städtisches Eigentum sind, drängt uns nichts“, so Schmidt-Lamontain weiter.


    Quelle: https://www.dresden.de/de/stad…fer-neustaedter-markt.php

    Ziel der Unterschutztstellung ist meiner Meinung nach nicht die Bebauung am Königsufer zu verhindern, sondern die Fläche auf dem eigentlichen Platz freizuhalten. Das war der grösste Kritikpunkt der Gegner - eine Ablehnung der Bebauung am Königsufer per se habe ich nicht gesehen - die "Neustädter Freiheit"-initiative setzt sich auch für einen Rückbau der Bundesstrasse ein. Ich bin mir sicher, dass die Stadt hier weitermachen will. Das Narrenhäusl hat wohl auch gerade die letzte Hürde genommen (meine ich gelesen zu haben?).

    Warten war ab, ob das alles so schlimm kommt! Die Bebauung des Areals wird bestimmt 20 Jahren dauern - bis dahin kann sich sehr viel ändern. Zuerst ist das Königsufer dran, und dort sieht die Planung sehr gut aus - sogar 4 Rekonstruktionen sind schon geplant. Wenn in 10-15 Jahren die Bebauung am Ufer steht, wird es ein enormen Druck auf den Restflächen geben - die Stadt wird auf den Verkauf sehr wahrscheinlich nicht verzichten.

    Kleine Frage: Wie wirkt die Stella-Fassade wenn man im Hof steht? Als sehr unpassend oder eher unauffällig?


    Es ist schon ein Wunder, dass der Hof jetzt wieder da ist! Sehr schön.

    Die 50er Jahre Häuser am Römerberg haben (hatten) eine gewisse Eleganz und zitieren zum Teil auch den Vorgängerbauten. Es ist erstaunlich, dass "Der Engel" nach etwa 30 Jahren wieder abgerissen wurde. Noch erstaunlicher ist, dass man so lange eine gigantische Brache mitten in der Altstadt akzeptiert hat.

    Viel schlimmer fand ich die "Bänke" und die komische Pflasterung, dessen Farbe sich nicht gut mit der Farbe der Fassaden verträgt. Aber vergessen wir nicht was ursprünglich geplant war (moderner Landtag).

    Konstantindegeer Einfach toll was in Potsdam durch bürgerliches Engagement geleistet wird! Ich war in Oktober zum ersten Mal seit mitte der 90er in Potsdam . Der Unterschied war enorm.


    Die Treppe wird bestimmt toll. Ich finde aber das Zusammenspiel vom Rosa des Schlosses und des Gold etwas seltsam, aber man gewöhnt sich wohl daran. Soll der Marstall nich irgendwann farblich dem Schloss angepasst werden? Rot und Rosa ist nicht mein Ding.

    Novaearion

    So langsam gibt es wieder mehr Sprossenfester in D. Der Unterschied ist dennoch sehr gross, wenn man über die Grenze nach NL oder Dänemark fährt. In den grossen Gründerzeitviertel in Kopenhagen gibt es kein einziges Sprossenloses Fenster! Alles nur Holz...


    Traditionellen Neubauten haben es hier bei uns aber sehr viel schwieriger als in Deutschland. Es werden fast nur Kuben mit "Backsteintapete" gebaut. Die Handwerkliche Qualität ist oft sehr schlecht, aber dank der Niedrigzinsen verkauft sich alles. Mal sehen wie lange es dauert. Ein Crash ist vorprogrammiert.

    Das ist auch mein Eindruck. Was in Wien passiert, ist einfach traurig. Eine deutsche (und mittlerweile Osteuropäische) Spezialität ist die Verwendung der sprossenlose Plastikfenster bei Altbauten. Habe ich leider auch in Frankreich vermehrt gesehen, aber das ist für mich der grösste Unterschied zwischen D und der Rest Westeuropas.

    Vielen Dank. Auf jedem Fall eine sehr sehenswerte Stadt. Mit wenig Aufwand liesse sich das Stadtbild deutlich verbessern. Wann wurde das C&A Gebäude gebaut? Einfach nur krank an dieser Stelle... Positiv hervorzuheben ist die Tatsache, dass es (soweit ich sehen kann) vermehrt Sprossenfenster eingebaut werden.

    Die "Verschandelung" der deutschen Städte ist meiner Meinung nach nicht eine Form der Busse. Es ist einfach so, dass sehr vieles zerstört wurde und danach in damaligen Stil (Moderne) wiederaufgebaut wurde. Abgesehen von einigen Altstädten in Polen ist es überall in Europa ähnlich gelaufen (Coventry, Rotterdam, Caen, Amiens, Marseille, Belgrad usw.). Auch wurde in Deutschland nach dem Krieg weniger abgerissen als hier in Skandinavien (wenn auch etwas mehr als in Italien und Frankreich). Man muss auch fairerweise sagen, dass es einfacher ist, eine Stadt wie Danzig zu "rekonstruieren" als z.B. Braunschweig oder Hildesheim, wo die Häuser sehr aufwendig gestaltet waren. Historisierender Neubau wie in Lübeck ist in den alten Fachwerkstädten deutlich schwieriger.


    Aus Dänemark gesehen ist die Entwicklung in Deutschland seit 1989 sehr positiv: Die meisten Altstädte im Osten wurden schön saniert und viele verlorene Bauten rekonstruiert (Schlösser in Berlin, Potsdam, Hannover, Braunchweig, Frauenkirche in Dresden, Pellerhof usw.). Natürlich gibt es immer wieder Rückschläge und Ärgernisse, aber das ist nicht nur in Deutschland der Fall.

    Wurde eigentlich ganz gut von Baukunst zusammengefasst.

    90 von 330 Altstadthäuser abgerissen? Stimmt das wirklich? Wo standen diese Häuser?


    Ansonsten zeigt die Diskussion der letzten Seiten, dass der Wiederaufbau Nürnbergs immer ein heisses Thema ist. Was mich frustriert, ist die Tatsache, dass man eigentlich viele gute Entscheidungen getroffen hat: Wiederherstellung der Dachlandschaft, kleinteilige Parzellierung, Wiederaufbau der wichtigsten Grossbauten, wenige Strassenverbreitungen usw. Leider werden diese guten Ansätze durch die Gestaltung der Fassaden zerstört. Da hat Ursus völlig recht, und es ist einfach kaum auszuhalten darüber nachzudenken, wie einfach man sehr grosse Verbesserungen erreichen könnte, wenn man wollte. Denn die Ausgangssituation ist viel besser als in Hannover, Frankfurt, Kassel, Magdeburg oder Bremen. Ich finde es deshalb nicht fair zu sagen, dass der Wiederaufbau völlig versagt hat. Aber ohne eine Neugestaltung der Fassaden, sei es nur passender Putz oder Sprossenfenster, bleibt der Wiederaufbau auf halber Strecke stecken.