Posts by Riegel

    Chris1988 Die in Richtung Fenster verschwindenen, mit einem Schatten belegten Bogen gehören zur Leibung der Emporenbogen, die im Stich etwas unbeholfen dargestellt sind. Dies allerdings im Gegensatz zum sehr genau dargestellten, äusserst komplizierten Schlingrippengewölbe. Der Zeichner stand ja auf der Empore, wodurch von der Untersicht der Emporen kein bisschen sichtbar gewesen sein kann.

    Wenn ich das von BautzenFan verlinkte Foto richtig interpretiere, lagen die Gewölbeanfänge der Emporen etwa einen halben Meter über den barocken Gewölbeanfängen. Beim Mittelpfeiler in der Westwand sieht man eine graue Fläche. Dies ist ein Verputzrest der barocken Gewölbedecke von 1737. Darüber folgt einen hellere Fläche, von der sich rechts eine scharfe Bogenkontur erhalten hat. Diese wäre entweder der Bogen einer ehemaligen Türe oder eben der Gewölbeanfang der ehemaligen Emporengewölbe vor 1737. Der Niveauunterschied der beiden zeitlich verschiedenen Gewölbeanfänge beträgt etwa einen halben Meter. Die Emporenböden wären demnach etwa einen Meter höher gelegen als die barocke Decke (ich gehe davon aus, dass die renaissancezeitlichen Gewölbe steiler waren als die barocken).


    Zu meinem letzten Satz wird sicher jemand, der gut vertraut mit dem Schloss ist, etwas sagen odere einwenden können.

    Das heisst, dass diese im zitierten Bild sichtbaren Betongewölbe (sechs oder acht Stück!) wieder ausgebrochen werden? Da kommt wohl nur aufwändiges Fräsen in Betracht, da diese Gewölbe mit den betonierten Wandpfeilern verbunden sind, die wiederum die Sandsteinpfeiler für das Schlingrippengewölbe tragen.


    "...nach den Befunden der Westwand"

    Sind diese Befunde denn erst später zutage getreten? Kann ich mir fast nicht vorstellen...

    Ist das Stadtbild "umgekippt"? So wie wenn ein See "umgekippt" ist.

    Ein sehr treffender Ausdruck! :smile: Ich denke schon, dass ein solcher Vorgang eintreffen kann, wenn die Mehrheit der Bevölkerung den guten Geschmack verliert. Wahrscheinlich hat man begonnen, neidisch zu werden, wenn der Nachbar plötzlich ein Treppenhausfenster aus Glasbausteinen einbaute und die alten Fenster mit Sprossen, bei denen der Kitt bröckelte, samt Vorfenster durch praktische Fenster ohne Sprossen auswechselte. Dann ein Vordach mit Wellkunststoff, einen Balkon, eine Garage im Haus und und und. Das wollte man dann auch haben. Und wenn es niemanden gibt, der aus idellen Gründen vorzeigt, wie man es auch machen könnte (auch eine Fachwerkfassade mit Geranien und Weihnachtsschmuck kann Neid und dann Nachahmer hervorrufen), dann gibt es unter den Hausbesitzern und Bewohnern eine natürliche Auslese von solchen mit abhandengekommenem Geschmack. So ist es verständlich, dass diese auch mit einem auf Schiefer gebauten Rathaus, das deshalb eh einmal in sich zusammenfällt, nichts anfangen können. Ich vermute, dass eine solche Kettenreaktion hier passiert ist. Von daher gefällt mir der Ausdruck "umgekippt" sehr gut.


    Fachwerkliebhaber Danke für das Heraussuchen all dieser Bilder. Sie geben genau meine Vorstellung wieder, als ich vor Weihnachten schrieb "Ein Bild des Ortes kann man sich mit ein paar Google maps-Satellitenbildern machen, und dann sieht man sofort, was für ein Geist in diesem Ort weht".

    Für sowas habe ich null Toleranz.

    Und ich habe null Toleranz, wenn jemand ein bis zwei Monate abtaucht, und dann sieht man plötzlich bei zwei Dritteln der neuen Beiträge auf der Seite "Aktuelles" rechts ein schwarz/oranges Quadrätchen. Da sieht man sofort 'ach, die Erbse ist wieder aufgewacht und vier Stunden hinter der APH-Tastatur gesessen'.


    Das angesprochene Thema wurde hier schon zig-fach durchdiskutiert, sogar mit Plänen und Bildern, nicht nur einfach mit Geschreibsel. Bei einem neuen Mitglied würde ich dieses Nicht-Wissen noch tolerieren, weil man von ihm nicht verlangen kann, hunderte von Seiten zurückzublättern. Aber bei einem gestandenen Mitglied finde ich es einfach nur noch peinlich und respektlos, alte Sachen, die hier schon mehrfach diskutiert wurden, aufwärmen zu wollen.


    Hat jemand weitere Fotos der Häuser auf dieser Seite?

    Und gibt es irgendwo eine Überlagerung des historischen Stadtgrundrisses dort mit dem aktuellen?

    Alles lösbar, wenn man denn will.

    Ich verstehe immer nicht, wie schnell hier einige sowas zu vergessen scheinen

    Die finde ich auch sehr verzichtbar. Was ist da überhaupt drin?

    Mich würde ja mal interessieren, wie es dort vor dem Krieg aussah.

    Aber wenn ich solche Aussagen lese, und alle innerhalb der letzten 16 Stunden im gleichen Strang, sträuben sich bei mir meine Haare (was sie sich bei meinen Locken eh dauernd tun). Wenn dich das Thema so brennend interessiert, dass Du dich bemüssigt fühlst, soche Aussagen hinzuwerfen, weshalb hast Du denn nicht schon vor zehn und vor fünf Jahren hier mitgelesen? Da hättest Du auf Alles ausgiebige Antworten mit Plänen, Fotos etc. erhalten. Oder hast Du vor, etwas Neues, Substantielles hier mitzuteilen?


    Der Grund, weshalb ich mir die Mühe genommen habe, hier überhaupt zu antworten, war die Frage Goldstein 's nach Fotos von der Rückseite des Samstagsbergs. Solche sind in der Tat schwierig zu finden, und da habe ich gerne geantwortet und weiter geholfen.

    Ich suche noch Aufnahmen der Rückseite der Häuser am Samstagsberg. Aktueller Zustand. Kann jemand weiterhelfen?

    Hier: https://www.stadtbild-deutschland.org/forum/index.php?thread/1041-frankfurt-a-m-römerberg-samstagsberg-ostzeile/&postID=18930#post18930


    Alles lösbar, wenn man denn will.

    Du wärst ja der tollste Stadplaner von Frankfurt (oder besser Dampfplaner? :wink: ), wenn Du das auf die Reihe bringen würdest.


    Das wurde im Lauf der Fertigstellung der Neuen Altstadt hier schon ausgiebig und mehrfach diskutiert. Ein Blick auf das Satelittenbild zeigt bereits, was noch möglich wäre respektiv was nicht möglich ist. Der Rundbau der Kunsthalle Schirn nimmt den Platz für weitere Rekonstruktionen oder Ergänzungsbauten ein. Ein Abbruch desselben ist nicht verhandelbar a) weil die Kunsthalle in breiten Kreisen akzepiert ist, b) das Urheberrecht des Architekten einen Teilabbruch verhindern würde (nur schon der Abbruch des 'Tisches' konnte nur mühsam erreicht werden, falls Du weisst, was der 'Tisch' war) und c) die Kunsthalle nicht so marode ist, dass sie eh abgebrochen werden müsste. Sie ist jetzt - wie damals das technische Rathaus auch - dreissig Jahre alt. Aus diesen Gründen wurde als Verlegenheitslösung diese Kolonnade gebaut.


    Im Bereich des U-Bahn-Abganges stünden lediglich noch der Platz für die Rekonstruktionen von Alter Markt 31 und Alter Markt 33 frei. Nicht einmal Platz für Alter Markt 27 bestünde noch.

    Schon nach dem ersten Beitrag verglich ich mal die Grundrisse von Santa Maria della Salute und der Frauenkirche miteinander. Bereits da sieht man keine Übereinstimmung, ausser dass beides auf einem Quadrat basierende Zentralbauten sind. Der Innenraum von Santa Maria della Salute ist ein achteckiger Raum mit Umgang, der sich als solcher auch aussen bis zum Hauptgesims unterhalb des Tambours zeigt. Jener der Frauenkirche ist vielmehr ein runder Zentralraum ohne Umgang. Ein Umgang ist bei ihr nur noch in Form von Bogenöffnungen in den Hauptpfeilern spürbar.

    Die heutige 'Neue Altstadt' ist nicht der erste Nachbau der Frankfurter Altstadt, denn bereits 1912 gab es zwei solche Nachbauten. Anlässlich des Deutschen Bundesschiessens 1912 (17. Deutsches Bundes- und Goldenes Jubiläumsschiessen Frankfurt a. M. 1912) wurden auf einem Festgelände (wahrscheinlich auf dem heutigen Messegelände bei der Festhalle) und im Saal des Kristall-Palastes (ein ehemaliges Varietétheater an der Grossen Gallusstr. 12) als Dekoration mehrere Gebäude der Altstadt in kleinerem Massstab als Kulissen nachgebaut.


    Frankfurt am Main - Ein erster Nachbau der Altstadt 1912

    VonSalza Im Link von zeitlos oben ist ein Bild des Rathauses enthalten. Wikos hat den Link wiederholt. Allerdings ist im Gegensatz zum Bild das Haus mit der schönen Bogenstellung am Erdgeschoss rechts des Rathauses bereits abgerissen. Ein Bild des Ortes kann man sich mit ein paar Google maps-Satellitenbildern machen, und dann sieht man sofort, was für ein Geist in diesem Ort weht:


    Lauter Brachflächen und Parkplatze:

    Rathaus · Alte Hauptstraße 7, 72355 Schömberg, Deutschland
    ★★★★★ · Rathaus
    www.google.ch


    Platz an einer Strasseneinmündung mit hoher Aufenthaltsqualität:

    Rathaus · Alte Hauptstraße 7, 72355 Schömberg, Deutschland
    ★★★★★ · Rathaus
    www.google.ch


    Inneres der leergeräumten Kirche mit wunderbaren Deckengemälden:

    Google Maps
    Find local businesses, view maps and get driving directions in Google Maps.
    goo.gl


    Verkrüppelte Bäumchen und ein Pseudofachwerkhaus:

    Google Maps
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    goo.gl


    Was will man von so einer Dorfgemeinschaft noch mehr erwarten?

    Nicht nur 'anscheinend', sogar sicher! smile:) In deinem Verweis zum Zeitungsartikel gibt es einen weiteren Link, der zur Webseite der Evangelischen Kirchgemeinde Berlin-Buch führt. Dort wird extra ein informatives Tagebuch mit tollen Abbildungen geführt. Interessant sind die isometrischen Ansichten des Fachwerkgerüsts in doppelter Wandausführung, damit dieses auch die Schwingungskräfte des Glockenstuhls aufnehmen kann. Der Plan ist allerdings überschrieben mit "Kritische Rekonstruktion des Turms der Schlosskirche Berlin-Buch", was im nachfolgenden Text aber erläutert wird:

    So sollen am Turm auch wieder Schmuckelemente angebracht werden. Fragen stellen sich ob die dafür eingeplanten Finanzen ausreichend sein werden? Auf was kann oder muss ggf. verzichtet werden.

    [...]

    Noch ist nicht abzusehen, was für Auswirkungen die aktuelle Weltlage auf die Kosten unserer Baumaßnahme haben wird. So ist es wichtig, das weiterhin für die Sanierung der Schlosskirche Geld gesammelt wird. Der GKR dankt allen Spenderinnen und Spendern die unser Vorhaben bisher unterstützt haben.

    Bilder-Update vom 20.11.2022


    Abb. 2: Die seit kurzem gerüstfreien Fassaden des Investorenbaus an der Braunstraße.

    Die Architektin hat vom historischen Fassadenaufbau in der Lübecker Altstadt überhaupt nichts begriffen, geschweige denn sich mit ihm aueinandergesetzt (was natürlich für eine Reihe weiterer im Viertel tätiger Architekten auch zutrifft). Mir kommt es vor, wie wenn sie eine Fassade mit einem ausgewallten und ausgestochenen Biskuitteig verwechselt hat. Der Materialwechsel von höheren zu niedrigeren Backsteinen über dem Erdgeschoss, wovon erstere noch geschlämmt werden sollen - völlig willkürlich; ebenso auch das Band mit hochgestellten Backsteinen mitten durch die Fenster des 1. Dachgeschosses. Schwerlastige Dreiecksgiebel mit grossem ungegliedertem Mauerwerksanteil... Über die unpassenden Fensterformate und Loggien in der Gebäudeecke haben andere schon geschrieben. Für mich ein wertloser altstadtmässig-sein-wollender Investorenbau, wie man ihn auch in Münster, Ulm, Lindau usw. antreffen kann. Da hilft auch das poetisch gemeinte Rundbogentor-über-Eck nicht weiter.

    Mir geht diese Mode der versetzten Fenster ziemlich auf die Nerven. Das ist inzwischen so abgedroschen und wirkt nur noch albern.

    Und nicht nur das, sondern auch diese einseitigen/assymmetrischen abgeschrägten Fensterleibungen. Wann hört diese dümmliche Mode endlich mal auf?

    Das war wirklich baurechtlich gemeint, dass das kein Problem wäre. Und ich meinte dies auch für den Fall, dass das als Argument von den Befürworten des Erhalts des Rechenzentrums vorgeschoben werden könnte.


    Dass es stadtpolitisch ein Problem wäre, ist hier ja schon mehrfach plausibel geschildert worden. Ich als weit Aussenstehender kann über die Vorgänge und Zwängereien nur den Kopf schütteln.