Posts by Riegel

    Aus dem Zitat aus dem vorletztwen Beitrag von BautzenFan:

    Quote

    Da die Gewölbeflächen gänzlich ohne die Zuhilfenahme von Putzprofilen zu putzen sind, nutzen wir die Lasertechnik um die Grate innerhalb der Gewölbeteile exakt auszubilden.

    Und damit geht viel Uriges verloren. Das würde ich auf einer Baustelle von mir niemals zulassen.

    Für die Dachdeckung wurden passende Dachziegel gewählt.

    An der Dacheindeckung wurde bei der letzten Restaurierung gerade nichts gemacht (ausser wohl einzelne Ziegel ersetzt). Sie hat eine schöne Patina, schöner als mit auf alt patinierten neuen Dachziegeln. Die oberen Dachflächen bestehen allerdings aus Falzziegel.


    Frage an die Spezialisten der Gegend: hier besteht eine Kronendeckung aus Biberschwänzen, bei der zwei Reihen immer unmittelbar übereinander folgen und dann ein breiterer Abstand. Normalerweise hat eine historische Dacheindeckung eine Doppeldeckung mit gleichmässigen Reihen (Begriffserklärung mit Bildern siehe hier). Kronendeckungen kenne ich bei uns im Bodenseegebiet nur in den paar Jahren vor und nach 1900, sicher aber nicht vorher. Seit wann kommen Kronendeckungen in Ostdeutschland vor?

    Ich denke auch nicht, dass es kaputtsaniert wurde. Irgendwann ist mal eine Fassadenrenovation notwendig, und dann sieht ein Haus nun mal am Anfang geleckt aus.

    Wahrscheinlich wurden Kalkfarben verwendet

    Denkst Du? Mein erster Eindruck war der, dass das Blau/grau des Vorzustandes eine Kalkfarbe war, oder dann eine ausgewaschene 'sonstwelche' Farbe. Das jetzige Lindengrün ist mir zu eintönig für einen Kalkanstrich. Ein Kalkanstrich wäre leicht wolkig. Und genau dieser Unterschied könnte bei Philon den Eindruck geweckt haben, dass die Fassade steril wirkt.


    Dazu kommt noch der Gegensatz zum offensichtlich nicht umgedeckten Dach. Dieses sieht mit den schwarzen Wassersträhnen schmuddelig aus, und deshalb leuchtet die Fassade jetzt umso mehr blitz blank hervor. Das Gebäude wäre für mich dann steril (oder kaputtsaniert), wenn alle Dachziegel durch einheitlich Neue ersetzt worden wären, was leider und unnötigerweise zu oft geschieht! Ich hätte das Dach jetzt umgedeckt und die alten Dachziegel dabei neu gemischt. So hätte das Dach unter Wahrung der Bausubstanz ein gepflegteres Aussehen erhalten und der Gegensatz zur Fassade wäre nicht so stark ins Gewicht gefallen. Somit hätte das Gebäude weiterhin Alter und Würde ausgestrahlt.

    Manchmal tut auch ein bisschen Kitsch die Seele gut. Ich finde es sieht doch nett aus. Und kitsch ist doch ganz normal in die menschlische Welt.

    Das ist jetzt mal eine ganz ehrliche Meinung und hat was. :thumbup:



    Ich wurde nicht enttäuscht, es konnten wieder nur Gift und Galle und die ständigen Lübeck-Vergleiche kommen...

    Anstatt bemüht verschwurbelter Beiträge sähe ich lieber Taten statt Worte! Auf in den Nordosten, unterbreitet dort eure besseren und konstruktiven Vorschläge werter Riegel. Ich wäre für jede Reko dankbar.

    Aus deinen Beiträgen sehe ich nur beleidigte Leberwurst. Auch aus den Meinungen anderer, die keine Kritik am Projekt mögen, lese ich nur heraus, dass ein Projekt grundsätzlich gut ist, sobald es keine Kisten gibt und Kleinteiligkeit herrscht. Deshalb schrieb ich am Anfang meines verschwurbelten Beitraages "Es würde mich reizen, zu jeder Fassade eine Kritik zu schreiben, aber die Zeit ist mir einfach zu schade dafür" und liess einfach eine Sammlung von Kritikpunkten folgen. In meiner Befürchtung, dass sich Kritiker meiner Kritik mit dieser gar nicht auseinandersetzen, sondern einfach nur noch 'verschwurbelt' schreiben können, fühle ich mich bestätigt und sparte mir glücklicherweise diese Zeit. Ich habe mich im Gegensatz zu den Kritikgegnern mit jeder Fassade auseinandergesetzt. Zudem schaute ich mal bei Google Maps, um welches Grundstück es sich handeln könnte (du machst ja keinerlei Angaben dazu, sondern schwebst einfach in einer Euphorie, und das ist nicht gut). Heute liegt hier ein Parkplatz. Es handelt sich um das Areal Burgstrasse, Am Bollwerk und Peenstrasse: Google maps (nur der rechte Parkplatz mit der roten Markierung, nicht derjenige links).


    Einen gesamtinnerstädtischen Bebauungsplan findet man hier: https://anklam-baut.de/projekte/hansequartiere/ (und dann die Karte anklicken). Es handelt sich um das Quartier rechts oben, allerdings noch in einer früheren Planungsphase. Und wenn man noch weiter sucht, findet man auch ein Vorprojekt von Marc Kocher von 2013, das allerdings dann einem weniger geeigneten Architekten zur Überarbeitung vergeben wurde. Jedenfalls sehe ich einige Grundzüge davon noch im jetzt aktuellen Projekt. Aber die gesamten Dachaufbauten Kochers verstehe ich nicht. Wahrscheinlich war es eine Vorgabe des Investors, möglichst viel Volumen zu erreichen, was dann in die Hosen ging. Auf Kochers Seite sieht man allerdings verschiedene Projektvarianten, und auch seine Texte beinhalten interessante Aspekte zur städtebaulichen Planung. Wahrscheinlich wurde das ganze dem Investor wohl zu teuer und er wechslte dann zu einem andern Architekten. So läuft's leider sehr oft. Resultierend daraus ist nun diese Balkonorgie.


    "Taten statt Worte!" Ja, als erstes setzt man sich mal mit einem Projekt auseinander und streicht das Positive und Negative heraus. Dann interessiert einen auch der Bauplatz und die Umgebung, was ich mit diesem Beitrag gemacht habe. Und DU????? Weiter ist es nicht Aufgabe (und auch nicht konform), dass ein nicht beteiligter Architekt sich um eine Überarbeitung bemüht; das muss von Seiten der Stadt und auch interessierten Bevölkerung kommen.



    Mich würde mal eine Visualisierung aus der Vogelperspektive interessieren, auf der man den Block in seiner Gesamtheit erkennt. Oder ein Bild von der Rückseite.

    Die Rückseiten nähmen mich auch wunder. Jedenfalls beginnt hinter den kleinen Dächern gleich ein Flachdach auf einheitlicher Höhe, das auf den Visualisierungen gekonnt kaschiert ist...

    Wenn man bei einem solchen Projekt nur ablästern kann, hab ich tatsächlich den Eindruck,Waldorf und Statler sind hier unterwegs.

    Entschuldige, aber über dieses Preojekt kann man nur kritisieren. Die einzigen Pluspunkte sind die Kleinteiligkeit und die Varietät. Der Rest ist grösstenteils einfach Schrott. Es würde mich reizen, zu jeder Fassade eine Kritik zu schreiben, aber die Zeit ist mir einfach zu schade dafür. Ich will hier nicht Architekturausbildung betreiben.


    Und wieso muss es denn alles schon einmal in einer Stadt gegeben haben, was neu gebaut wird? Alles wird irgendwann zum ersten Mal gebaut.

    Das ist nicht das Thema der Kritiken. Es gibt auch eine Architekturtheorie, die an Architekturschulen weitergegeben wird und nichts mit Stilen resp. Moderne zu tun hat. Der Architekt hat offensichtlich kein Gefühl für Proportionen und Harmonie. Nein, da ein Stichbogen, dort eine rechteckige Kiste auf dem Dach, an beiden Eckgebäuden weder richtige Zinnen noch einen Kuppel, dafür von beidem ein bisschen, aber die Kuppeln zu Sternwarten reduziert. Dann ein klassizistisch anmutender Quergiebel, der an die Seitenwand des linken Turmes förmlich angeklebt ist, dann ein dreigeschossiges Haus, dessen Dach zu 85% seiner Breite mit Dachaufbauten verstellt ist (weshalb denn nicht ehrlich ein viergeschossiges Haus?), dann ein quietschendes Lebkuchenhäuschen mit grasgrünen Fensterläden, wie es eher im Süden Deutschlands zu finden ist, überall durchlöcherte Fassaden mit Loggien und bodentiefen Fenstern, ein an und für sich wohltuender Treppengiebel, aber durch ein weit aufgerissenes Maul mit weissem Lippenstift in seiner Wirkung zerstört, darunter amerikanische Hebefenster mit einer horizontal liegenden Sprosse, oberhalb der Loggia ein zu grosses Fenster, sodass man Angst haben muss, dass die oberste Stufe demnächst hinunterstürzt, zwei Bauten, die aus einem überbreiten Bilderrahmen bestehen (man will doch modern und international sein, hat aber nicht gemerkt, dass solche Dinger schon seit zehn bis zwanzig Jahren passé sind; sie erinnern mich übrigens an den Kopfbau der ursprünglich geplanten Bebauung in Frankfurt zwischen Dom und Römer), eine Arkade, die nirgndwo hinführt, eine äusserst 'heimelige' Dachloggia über einer der beiden letztgenannten Fassaden, bei der ich immer das Gefühl hätte, dass mir der Himmel auf den Kopf fällt (auf was sitzen die Dachschrägen?). Liebloseste dicke und hell gestrichene Balkonplatten, beim Bau mit geschwungener Giebellinie planlos aufgeklebte Diamantbuckel, zwei Häuser rechts davon ein undefinierbares Gebäude zwischen sachlichem Jugendstil und Expressionismus, darüber aber ein Lebkuchengiebel, der zudem von der Fassadenebene noch zurückversetzt ist, falsch verstandene Dreicksgiebel, bei denen der Ortgang (schräge Dachkante) viel stärker ausgebildet ist als die Basis des Dreiecks, und deren Flächen wahllos mit überproportionierten Fenstern aufgerissen werden. Zu den Traufdächern: Ihre Basis beginnt wie bei Plattenbauten, denen man oben eine schrägliegende Platte aufgesetzt hat, in der Luft. Oben kein eigentlicher First, sondern ein Übergang zum Flachdach... ihr seht, kein einziges architektonisches Detail ausser dem Treppengiebel gefällt mir respektive empfinde ich als gelungen. Je länger ich die Bilder betrachte, desto mehr kommt bei mir ein Kopfschütteln auf. Das ist keine Architektur mehr, sondern reine Spielerei.

    Noch einen dazu: die Fronten der beiden Eckbauten erinnern mich an von Kinderhand gezeichneten Menschen mit kurzen Hosen - breitbeinig, zu kurz geratene Beine und ein gerader Hosenboden.


    Klar. Du musst nur dem bisher verantwortlichen Architekten den Auftrag entziehen. Da hat der sicher kein Problem mit, gibt eh viel zu viel Arbeit.

    Das wird in grösseren Städten auch praktiziert und ist auch richtig so. Der Auftrag wird aber nicht entzogen, sondern das Projekt zuerst zu einer Überarbeitung zurückgewiesen. Ist der Verbesserungsvorschlag immer noch ungenügend, dann wird der Bauherrschaft und dem Architekten geraten, eine Fachperson beizuziehen. Hierzu werden mehrere Vorschläge angeboten, damit man noch eine Wahl hat und nicht immer die Lieblingsarchitekten einer Bauverwaltung zum Zuge kommen. Nur so kann man unbedarfte Architekten 'zurückweisen'. Also UrPotsdamer - nicht nur immer sarkastisch mittels eines Zweizeilers motzen bitte.


    Ich finde das Projekt noch schlechter als vor zehn Stunden, als ich meinen ersten Beitrag dazu geschrieben hatte, je länger ich mich mit ihm beschäftigt habe.


    Das absolute Highlight ist aber das rechts angeschnittene Gebäude:

    W&N Immobilien

    So einzgartig die Stadtplanung für eine 'Provinzstadt' auch ist, aber die müssen wahnsinnig aufpassen, dass sie nicht komplett in den Russenkitsch abdriften. Auch wenn auf kleinteilige Strukturen und eine Formenvielfalt gesetzt wurde, genügt das nicht. Keine einzige Fassade kann man so stehen lassen; zum Teil sind die Details recht lieblos gestaltet (Balkonplatten, Dachaufbauten) und die Dreiecksgiebel bis auf wenige Ausnahmen klobig, unbeholfen bis lebkuchenhäuschenartig. Der Hammer ist aber das gelbe Haus mit den grünen Fensterläden...


    Man kann der Stadt nur raten, endlich mal einen 'guten' Architekten zu Rate zu ziehen, der die grobsten Unbeholfigkeiten ausbügelt. Aus einer Überarbeitung resultieren sicher keine Mehrkosten respektive dürfen keine solchen entstehen.

    Die grosse Fotografie mit den beiden Personen im Vordergrund ist nach wie vor Teil meiner Sammlung. Es ist eine anonyme Privataufnahme von 1938/39 in schwarz/weiss. Das Bildrecht ist abgelaufen und war auch nie bei mir. Dennoch wäre es anständig, wenn man vor einer Veröffentlichung fragen oder mindestens eine korrekte Quellenangabe machen würde. Ich investiere viel Geld in meine Sammlung und auch Zeit für deren Archivierung. Irgendwann werde ich Bilder aus meiner Sammlung nur noch mit mehreren Wasserzeichen drauf veröffentlichen.

    >> also bitte oben Quellenangaben hinzufügen und auch ergänzen, dass die Bilder nachträglich koloriert wurden..

    Hier noch eine Aufnahme von C. F. Mylius um 1880. Sie zeigt den Zustand noch vor dem Braubachstrasse-Durchbruch von 1904/06, als die fragliche Fassadenpartie noch zum Hinterhaus des 'Esslingers' gehörte. Bei der Neuparzellierung wurde dann unmittelbar rechts der grossen Türe die Grenze festgelegt.


    Im 1. Obergeschoss schimmert das übergangszeitliche Fachwerk hindurch. Man erkennt zwei Pfosten und anliegende Viertelskreisfussstreben (15./16. Jh.). Die Hausteilung nahm also keinerlei Rücksicht auf die Fachwerkstruktur.



    Frankfurt_Esslinger_Mylius-um-1880

    Das ist jetzt sehr interessant. Ich hatte vor Jahren mit Kardinal zusammen alte Pläne des Hinterhauses bezüglich der Baugeschichte diskutiert, und da war diese Wand kein Thema. Uns hatte damals vor allem die Struktur der Fachwerkkonstruktion interessiert. Ich schaue mal in den alten Emails nach, denn dort werde ich diesen Plan noch finden.

    Das Haus Braubachstraße 25 beinhaltete darüber hinaus noch den intakten barocken Hinterhaustrakt des Hauses zum Esslinger

    Auch das wäre mir neu, dass dieser Trakt noch bis 1970 bestanden haben sollte. Vielleicht waren noch Ansatzstellen des Hinterhauses an der Rückwand von Nr. 25 vorhanden,a ber bestimmt kein intaktes Gebäude mehr. Betrachte mal die Flugaufnahme Bild Nr. 4 auf S. 17 der oben verlinkten Dreysse-Studie: In der Mitte die Überreste des Steinernen Hauses, rechts die Rückseiten der Braubachstrasse-Häuser. die ersten beiden vorstehenden Hinterhaustrakte sind von Nr. 33 (Nürnbergerhof, heute noch erhalten) und Nr. 29. Die folgenden beiden zurückspringenden Rückseiten sind von Nrn. 27 und 25. Demnach müsste das Hintergebäude des 'Esslingers' genau in der unteren rechten Ecke der Aufnahme gestanden haben, und da sieht man nicht mal mehr die Erdgeschossmauern (die Obergeschosse bestanden aus übergangszeitlichem Fachwerk, das barockisiert und verputzt wurde).

    Dass das Erdgeschoss des Rebstocks (Gebäudetrakt mit den Galerien) noch bis 1970 erhalten gewesen sein soll, wäre mir neu. Davon steht auch in der Dreysse-Studie nichts geschrieben. Im Wikipedia-Artikel über den 'Hof Rebstock' (entstammt grösstenteils von unserem ehemaligen Mitglied RMA) steht auch nichts darüber; dort steht übrigens

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    ... mussten neben vier weiteren Häusern an der Braubachstraße im Rahmen der Fundamentierungsarbeiten mit ihm der letzte historische Rest des Hofes Rebstock weichen.

    Mit diesem "Rest" ist das Erdgeschoss von Braubachstr. 21 (heute rekonstruiertes Haus mit grauem Fachwerk) gemeint.

    Götzenhainer Bist du dir da sicher? Was verstehst du unter 'Rebstock-Hof'? Das Haus 'zum Rebstock' (also das Haus mit den durchlaufenden Glerien) hiess 'Rebstock' und wurde bereits im 2. Weltkrieg zerstört. Die Dreysse-Studie hilft da auch nicht weiter, weil da nur Stadtplanaussschnitte von vor 1944 drin sind, nicht aber für die Periode 1944-1976. Ich komme auch nur auf fünf Häuser.

    https://www.stvv.frankfurt.de/parlisobj/B_509_2006_AN1.pdf (S. 35-40)

    Du musst nur alle Beiträge aufmerksam lesen und dann kannst du den richtigen Vergleich anstellen.

    Weiss jemand, wie die Grundsteinlegung für das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal vonstatten gegangen war?

    Ein Bild dazu in der Sammlung des Stadtmuseums hier. Kein Vergleich. :lachentuerkis:

    Und nach Eiserner Pirats Ergänzung kommt bei mir schon der Gedanke auf, wieviele Leute dereinst wohl an die Einweihungsfeierlichkeiten der Obstschale gehen werden.

    Das Vorschaubild des TV-Berichts wiederspiegelt die Peinlichkeit dieses Anlasses für ein paar Leutchen (immerhin handelt es sich um ein NATIONALES Denkmal!). Ein weiss gestreichenes Hochbeet oder Sandspielkasten, weiss gespritzte Spaten... Und die Leutchen in Schale mit verkrampfter Haltung und weissem Mundschutz... Wie wird man in hundert Jahren über ein solches Bild denken?


    Weiss jemand, wie die Grundsteinlegung für das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal vonstatten gegangen war?