Posts by Riegel

    Sicher eine enorme Aufwertung, wenn man bedenkt, was an dieser Platz-Kreuzung sonst noch herumsteht:

    https://goo.gl/maps/NY8drk7oG1fuC12A6

    Das abgerissene Eckhaus würde ich noch fast als die beste Architktur an diesem Ort bezeichnen...


    Positiv zu bemerken am Neubau sind die hohen Raumhöhen. Es braucht nicht viel, und ein Gebäude wirkt viel städtischer. Das macht nicht nur der Giebel aus. Die Verwendung von Klinker ist sicher auch positiv, empfinde ich aber in Norddeutschland schon fast als Selbstverständlich in einer Altstadt. Auch der obere Abschluss der 'Dachgaube' der Seitenwand ist sehr bemerkenswert. Eine solche wünschte ich mir vermehrt bei modernen Geschäftshäusern entlang von Einkaufsstraßen.


    Besser machen hätte man den Abschluss der Giebelkontur: die dritte Dimension fehlt, wodurch die Klinker wie ein Abziehbildchen wirken. Das ist ein Detail, dem auch im Lübecker Gründerviertel oft zu wenig Beachtung geschenkt wurde. Da gehört einfach eine Abdeckung darauf, die eine historische Mauerstärke von 40 bis 50 cm symbolisiert. Dafür sind die Fenster der Obergeschosse viel zu tief gesetzt worden, sodass sehr tiefe Leibungen entstanden sind. Dass man die Fenster des 1. Obergeschosses materialmässig zum Erdgeschoss gezogen hat, ist hier ausnahmsweise mal gelungen. Sie wirken nicht als Schaufenster der Erdgeschossläden. Etwas befremdlich finde ich den sprunghaften Übergang zwischen den Erdgeschossöffnungen und Fenster des 1. Obergeschosses an der Giebelwand. Überhaupt hätte man die Fenster an der Giebelwand ein bisschen auseinanderziehen sollen und dafür auf die erste Fensterachse der Seitenwand verzichten sollen.


    Insgesamt gefällt mir die Seitenwand besser als die Giebelfront.

    Ich finde es sehr schade, dass man bei der Neubebauung nicht in Erwägung gezogen hat, diesen leider sehr kulissenartig wirkenden Klostereingang in irgendeiner Weise mit einzubeziehen

    [...]

    Ich vermute hier den Denkmalschutz, die winzige im Jahr 2013 errichtette Polizeidienststelle direkt hinterm Tor und die notwendigen Abstandsflächen zu den Nachbargebäuden als Hemmnis.

    Dazu hätte es eines Bebauungsplans bedurft, der das private Projekt um mindestens zwei Jahre verzögert hätte, und in den wohl diverse Grundeigentümer hätten einbezogen werden müssen. Aber wünschenswert wäre das allemal gewesen, wenn man bedenkt, dass mit dem jetzigen Neubau wieder auf lange Zeit hinaus die Weichen gestellt worden sind.

    https://www.google.ch/maps/@51…6306881,46m/data=!3m1!1e3

    Abgesehen von der Architektur - aber das ist doch ein Irrsinn! Tausende von Lastwagenfahrten, graue Energie, Baulärm, Verkehrseinschränkungen, Vernichtung von Millionenwerten, Bauschuttdeponie, Resourcenverschwendung, und und und... Das sind jetzt einfach mal Stichworte, die mir spontan in den Sinn kommen.


    Auch wenn man diese Architektur nicht mag, so könnte man dort gleich einen Flächenabriss machen:

    Google maps


    Jetzt hat es mich mal interessiert, wie das Hotel von Innen aussieht:

    https://www.tripadvisor.ch/Hot…g_Alter_Wall-Hamburg.html

    Bei den Karikaturen dachte ich sofort auch an die postmoderne Bebauung der Saalgasse in Frankfurt a. M. und den Russenkitsch in Königsberg.


    Aber welches sollte denn das Stralsunder Erfolgsmodell sein? Ich sehe dort nur Schüttelfenster, bodentiefe Fenster, lieblos an die Fassade angeklebte Brüstungsgitter, modisch abgeschrägte und assymmetrische Fensterleibungen, meistens keine Absetzung der Erdgeschosse, klobige viereckige Dachgauben... nichts, an was ich mich erfreuen könnte.


    Ich finde das Projekt absolut ansprechend und vorbildlich. Hier wird wirklich mal kreativ mit den tradierten lokalen Formen gearbeitet,

    (Das Zitat betrifft wieder Lübeck)

    Ich finde das Projekt höher stehend als den Dresdener Neumarkt und die 'Neue Altstadt' in Frankfurt. Nicht nur vom Resultat her, sondern auch vom ganzen Planungs-, Vergabe und Bauvorgang her. In Dresden waren vor allem die anfängliche Baupolitik und die Bevorzugung von Grossinvestoren fragwürdig, und in Frankfurt hat man dem Modernismus zu viel Freiraum gegönnt. Am sympatischsten finde ich in Lübeck, dass man hier individuellen Privatleuten noch eine Chance gibt, selber zu bauen. Wo ist das sonst noch möglich? Ein grosses Manko in Lübeck sind aber die Giebelformen - teilweise eine Aneinanderreihung von einfallslosen Dreiecksgiebeln. Das hätte wirklich nicht sein müssen!


    Abb.10: Fassadendetail Fischstraße 18 und 16. Ein kleines "Ensemble".

    Absolut nicht anfreunden kann ich mich mit Fischstrasse 18, ausser dem Eingangportal. Die in den Himmel hinausstreckende Zunge gefiel mir schon auf den Plänen nicht, und dieses Giebelfenster mit hängendem Sturz finde ich völlig daneben. Die Fassade hat keinen Energiefluss von unten noch oben, auch statisch nicht; es ist eine reine Spielerei, die ich eher in die Postmoderne verorten würde als ins aufgeklärtere Lübeck.

    Das Spektrum einer Bebauung liegt doch zwischen


    ak-fuerthertor.jpg
    Fürther Tor mit “Gartenrestauration Ludwigstorzwinger". 1927 gelaufene Ansichtskarte. Franz Klahr, Photo-Anstalt, Nürnberg.


    und


    schuett_3063x40_15.09.09.jpg

    Südlicher Pegnitzarm beim Kasemattentor, 2009.


    Die Architekten wissen doch genau, wie eine Kindertagesstätte auszusehen hat. Einfach mit mehr horizontalen und kindergerechten Fensterschlitzen und der Denkmalpflege zuliebe anthrazit anstatt rot gestrichen.


    Ich dachte wirklich an ein Märchen, als ich las, dass an diesem Unort eine Kindertagesstätte errichtet werden soll; passt aber - Märchen und Kindertagesstätte.


    Der Unort von der Innenseite:


    schlotfegergasse_3372xx30_16.09.09.jpg
    Schlotfergergasse, Fürther Tor von innen, 2009.


    Der Unort von der Aussenseite: https://goo.gl/maps/rpfswUHYtFwnHfDc8

    Der Unort aus Satellitensicht: Google maps mit Plärrer und Schlotfegergasse


    Eine 50-plätzige Kindertagesstätte - das heisst: 100 Autofahrten mit Kurzparkplatzsuche täglich... Wo parkieren die alle? Der Fairness muss ich aber beifügen, dass hier ein Ersatz für zwei Einrichtungen in der Nähe (Mostgasse, Karl-Grillenberger-Strasse) geschaffen werden soll. Wobei diese zusammen aber nicht 50 Plätze aufweisen.


    Der zweite Satz im 1. Bericht der Stadt lautet bereits

    Quote

    Es besteht nun die Möglichkeit, mit einem finanziellen Zuschuss der Emanuel-Wöhrl-Stiftung eine neue Bebauung des Fürther Tors mit der Nutzung als Kindertagesstätte umzusetzen.

    Ohne einen finaziellen Zustupf geht es also nicht. Arme Stadt. Die Emanuel-Wöhrl-Stiftung stellt aber gemäss dem 2. Bericht der Stadt auch eine Bedingung:

    Quote

    Die Wöhrl-Stiftung verknüft ihre Finanzierungszusage mit der Zusage, dass die Immobilie den Namen "Emanuel-WÖHRL-Kinderhaus" trägt. Ohne Zuschuss ist das Projekt unwirtschaftlich.

    Wunderschöner Name. Die Kinder lernen also bereits im Vorschulalter schwieriges deutsches Aussprach. - Der Zuschuss beträgt 400'000 €, die Baukosten 4'970'000 €. Das Zünglein an der Waage sind also 8%, sonst bekommen die armen Kinder kein neues Dach über dem Kopf. Die Initiative, den Unort wieder zu beleben, kam von der CSU-Stadtratsfraktion, allerdings ohne Nutzungsvorgabe.


    Nun heisst es weiter im 2. Bericht:

    Quote

    Eine Bebauung des Zwingerbereichs ist nicht angestrebt.

    [...]

    Gestalterisch gilt der langjährige Konsens mit dem Landesamt für Denkmalpflege bezüglich der historisierenden Gestaltung von An-, Um- und Aufbauten im Bereich der Stadtmauer, um das einheitliche Erscheinungsbild der Stadtmauer zu bewahren.

    "nicht angestrebt" heisst aber "ist allenfalls möglich". Und wie der "langjährige Konsens" aussieht... siehe 2. Bild dieses Beitrages.


    Da stinkt doch viel zu viel in dieser Angelegenheit!

    "Nichts zu retten" kann man jetzt auch nicht sagen. Es ist/war mal ein guter Reformstil-Bau, bei dem neben dem Erdgeschoss auch die Fensteröffnungen teilweise vereinfacht worden sind. Im allgemeinen sind das aber rohbaumässig qualitativ die besten Bauten, die je gebaut wurden, besser als Gründerzeitbauten sogar. Ich sehe keinen Riss in der Fassade, keinen eingeknickten Dachfirst und auch im Innern keinen einzigen sichtbaren Schaden.


    Eine Viertelmillion - ein Schnäppchenpreis für so einen Bau dieser Grösse. Vor allem wäre es voll bezugsbereit gewesen, ohne dass man ein halbe Million zuerst hätte hineinstecken müssen. Ein ideales Haus, dem man nach und nach seine ursprüngliche Schönheit wieder hätte zurückgeben können.


    Dass das Haus nun abgebrochen wird - und danach sieht es aufgrund der aufgerissenen Dachflächen auch aus - kann niemandem angelastet werden. Das Haus wurde zu einem fairen Preis angeboten, und wir wissen nicht, wie lange das Haus im Angebot war, ob es mehrere Interessenten gab, die sich gegenseitig überboten und den Preis in die Höhe trieben oder ob einfach kein Liebhaber dafür gefunden werden konnte.

    Ich kann jetzt beim besten Willen nicht erkennen, was man bei dieser Villa als Kriterium für eine Unterschutzstellung hätte heranziehen können. Sie steht nicht in einem Ensemble, sondern mitten in einem belanglosen Wohnquartier mit vorwiegend ortstypischen 'Chaletdächern'. Die Fassaden waren mit Ausnahme des obersten Turmgeschosses völlig schmucklos. Über das Innere haben wir zwar keine Ahnung, aber ich gehe nicht davon aus, dass jetzt da ein wertvolles Interieur verloren gegangen ist. Auf der Googl maps-Homepage des benachbarten Gästehauses sieht man sie manchmal im Hintergrund:

    Google maps-Ansicht (und dann auf 3D-Ansicht klicken)

    https://goo.gl/maps/8nWGitrjvouDpPje9

    https://goo.gl/maps/tn6RZXeionY8a77HA

    https://goo.gl/maps/EC2Ud6hTTNWopoGQ7

    https://goo.gl/maps/qrhTyHQdE2FUXcYn6

    Den habe ich vor drei Wochen zufällig auch entdeckt. Köstlich, wie sich ein Privatmann, (eigentlich ein Niemand) mit so einem Weltkonzern anlegt. Und das gleich mehrfach. Man bekommt manchmal den Eindruck, dass Lego ziemlich nervös und erfolglos am Strampeln ist. Und der 'Held' spricht ein ganz angenehmes und verständliches Hochdeutsch (nicht selbstverständlich!!).


    Um auf die 'Architektur in Lego' zurückzukommen: Ich war 1970 und 1978 im Legoland in Billund (DK) und erinnere mich noch gut an den Unterschied in nur jenen acht Jahren. 1970 war ein grosses Modell der Appollo-Startrampe für die ersten bemannten Mondmissionen nachgebaut worden. 1978 beeindruckte mich dann das Königsschloss in Kopenhagen besonders. Wahrscheinlich sind die Modelle dort nicht sehr langlebig, da sich Sonnenschein und Kunststoff nicht besonders vertragen. Ich suche mal Fotos heraus.

    Eher mit dem Tucherschen Anwesen. Da ist jedenfalls die selbe Beschreibung auf der Seite.

    Das denke ich auch, denn auch im Pellerhaus gibt's im EG kein Sterngewölbe und gegen Westen auch keinen Fachwerkgaleriebau mit offenen Galerien, beim Tucherschen Anwesen hingegen schon. Die verlinkte Seite besteht erst seit Oktober 2020 und hat ein Kontaktformular, wo ich eben auf den Fehler hingewiesen habe.

    Und schon ist der Fehler korrigiert:

    Am Dank möchte ich aber auch Andreas teilhaben lassen. Ich mache das oft, dass ich bei solchen Seiten auf Fehler hinweise. Beim Marburger Bildindex müsste man aber gleich Seiten schreiben... kein Wunder bei 70'000 Einträgen allein nur schon zu Nürnberg.

    VonSalza Du musst wirklich bis zuunterst scrollen, wo auf weitergehende Artikel verwiesen wird:


    →Domabriss gewinnt: Stadtrevue erhält den Kölner Medienpreis

    Quote

    »Unter dem Deckmantel der Satire wurde hochgradig zersetzendes Gedankengut verbreitet, an dem die kölsche Volksseele massiven Schaden nehmen könnte. Wer Köln den Dom nehmen will, gehört auf den Scheiterhaufen – oder auf das oberste Treppchen bei der Verleihung des Kölner Medienpreises«, schreibt die Jury in ihrer Begründung.

    Die Zeile ist extrem überrenoviert, und sie ist für mich irgendwie tot, auch wenn es historische Häuser sind. Man beachte mal auf dem historischen Bild die Fenster am 1. und 2. Obergeschoss des zweiten Hauses von rechts: am 1. Obergeschoss eine leichte Senkung gegen die Mitte, und am zweiten Obergeschoss liegen die Stürze der linken beiden Fenster leicht höher als jene der rechten beiden Fenster. Diese Unregelmässigkeiten wurden gemäss dem Panoramabild eliminiert.

    Aber die Fassaden sind putzmäßig vereinfacht. Sie wirken jedenfalls auf obigem Bild ungleich lebendiger.

    Abb.1: Braunstraße 18. [...] Warum man Tür und EG-Fenster nicht oben auf gleicher Höhe abschließt - wie ehemals geplant - entzieht sich meinem Verständnis...


    Abb.2: Braunstraße 18, Rückseite. Bis auf die Lage der Tür rechts unten ganz angenehm.

    Es sind doch genau die kleinen Unregelmässigkeiten, die Altstadt-Flair ausmachen - das Abweichen vom Regelmässigen. Ich versuche mal einen Vergleich: Du kennst doch sicher Fixierbilder; mehrere konzentrische Kreise mit exakt gleichem Zentrum... das Bild dreht sich wie eine Schallplatte. Oder ein horizontales Streifenmuster mit exakt gleich breiten Streifen... das Bild vibriert und tut den Augen schon fast weh. Sobald in beiden Bildern eine kleine Ungenauigkeit hineinkommt, hören diese Nebeneffekte auf. Deshalb ist es für mich eine Wohltat, wenn Fenster- und Türstürze nicht gleich hoch liegen oder in einer Achse angeordnet sind.


    Diese Fassade gefällt mir deswegen besonders gut, auch wenn das Haus völlig schmucklos ist und die Fenster sprossenlos sind:

    Abb.3: Braunstaße 14, Frontalansicht.

    Die Fenster beider Obergeschosse sind unregelmässig verschoben. Vor allem das unterschiedliche Mass der Verschiebung der äussern beiden Fensterachsen ist doch unmerklich, und trotzdem ist es vorhanden. Ein Vergleich zum neuen Roten Haus in Frankfurt (das Haus auf den Säulen): während die Deckenbalkenlage beim Original unregelmässig gelegt war, ist sie bei der Rekonstruktion exakt und mit gleichen Balkenabständen ausgerichtet. Sie kommt desahlb nie an das Original heran. Hier gibt's ein Bild der Deckenuntersicht.



    Und wenn wir schon bei optischen Täuschungen sind: der sandige Untergrund lässt die Häuser schon schief werden; die rechte Leibung ist bereits eingedrückt. :wink:

    Abb.9: Fischstraße 18, Eingangsportal. Hier hat man offensichtlich viel Arbeit hineingesteckt.

    Vier kurzweilige und erheiternde Minuten aus den 1950er-Jahren:

    Quote

    Nicht weit vom Zoologischen Garten entfernt erstand in Frankfurt am Main ein heller, freundlicher Neubau, dessen Bewohnerinnen zur Überraschung der Nachbarschaft - zweihundert junge Mädchen - zwischen 18 und 21 Jahren sind.

    Aus der Serie 'Geheimnisvolle Orte' die Folge:

    Das verlorene Alt-Berlin (rbb Mediathek)

    Eine wunderbare Dokumentation!! Zuerst dachte ich "45 Minuten... soll ich mir jetzt wirklich die Zeit dazu nehmen?" (ich bin kein geübter TV-Schauer) und setzte mir ein Lesezeichen dazu (das dann wie üblich schnell in den Hintergrund gerät und vergessen gehen würde). Nein, Sonntag Mittag, lange ausgeschlafen und ich habe es mir auf dem Sofa bequem gemacht. 45 Minuten, die im nu vergangen sind. Manchmal musste ich sogar zurückspulen, um bestimmte Aussagen wirklich ganz aufnehmen zu können, weil da so viele Informationen und Bilder auf kleinstem Raum verpackt sind. Keine nervige und zu laute Musik, was auch keine Selbstverständlichkeit ist. Keine Anprangerungen... einfach eine sachliche und ruhige Dokumentation, und trotzdem sehr spannend!


    Besonders eindrücklich fand ich die beiden Sequenzen hintereinander mit den Worten einer ehemaligen Stadtplanerin (Dorothea Tscheschner) und einem ehemaligen Pfarrer (Gerhard Boß):


    31'40'' - 32'10'' und 34'25'' - 36'00''


    Die Worte Tscheschners werden wohl den wenigsten gefallen. Aber eindrücklich sind sie dennoch, denn sie widerspiegeln den damaligen Zeitgeist (nebst der Ideologie) und die Not, die in kürzester Zeit beseitigt werden musste. Heute leben wir in einer Zeit des Luxus', in welcher man sich ein ganzes Jahrzehnt Zeit für den Bau eines Flughäfelchens zu nehmen getraut.

    Nun habe ich mal einen Überlagerungsplan vom östlichen Burgviertel erstellt. Grundlage ist die heutige Google-maps-Satellitenaufnahme mit darüber projiziertem Stadtplan von 1944.


    Weshalb gerade dieses Quartier?

    • Hier standen einige wichtige Bauten, die uns in unseren Diskussionen immer wieder begegneten.

    • Es umfasst praktisch keine historische Bausubstanz mehr, obwohl es angrenzend zur Burg liegt. Es bildet also weder einen Schwerpunkt mit erhaltener historischer Bausubstanz noch ist es ein reines Kommerzviertel.

    • Es liegt an Südhanglage und ist ziemlich ruhig.

    • Der Stadtgrundriss deckt sich teilweise mit dem historischen Stadtgrundriss.


    Mich interessierten in erster Linie die Abweichungen der Baufluchten vor und nach 1945. Zudem befanden sich hier einige meiner Lieblingswinkel (1 und 5) :wink: . Wir erwähnten auch, dass das rekonstruierte Toplerhaus ziemlich allein da stünde. Es ist ein Viertel, bei dem wir drauf gekommen sind, dass mit einzelnen Rekonstruktionen wohl nicht viel erreicht werden kann, das aber trotzdem nicht so hoffnungslos verloren ist wie die Steppe. Das alles hat mich bewegt, diese beiden Ausschnitte zu erstellen. Sie sollen lediglich informativ sein und die baulichen Zusammenhänge aufzeigen:


    Burgviertel-ost

    Bildgrundlage: Google maps. Gelb = Baufluchten bis 1945.


    1. Am Ölberg 1 und 3

    2. Häuserzeile mitten in der Schildgasse

    3. Toplerhaus und Nebengebäude

    4. Hertelshof (orange = ursprüngliche Position der Masswerk-Brüstungsplatte

    4a. Eingemauerte Masswerk-Brüstungsplatte des Hertelshofes

    5. Paniersplatz 16, Paniersplatz 25 - 33

    6. Grolandhaus

    7. Hinterhaus des Pellerhauses, von dem wegen des Johannes-Scharrer-Gymnasiums nur die Fassade rekonstruiert werden konnte

    8. Peststadel, daneben L-förmig das Schwarze Pellerhaus

    9. stark verbreiterte Tetzelgasse.


    Burgviertel-ost-Ueberlagerung

    Bildgrundlage: Google-maps mit überlagertem Stadtplan von 1944. Gelb = Baufluchten bis 1945.


    Kurze Bemerkung zum Vorgehen und zur Genauigkeit der Überlagerungen, falls jemand mal ähnliche Bilder erstellen möchte:


    Eine Satellitenaufnahme ist kein exakt senkrecht aufgenommenes Bild. Im gewählten Ausschnitt sieht man leicht von Süden auf die Stadt, was heisst, dass man die Fusskanten der Nordfassaden nicht sieht. Da die Mehrheit der Bauten vier Geschosse aufweist, orientierte ich mich beim Einpassen des Stadtplans zuerst an den Traufkanten der Dächer, da man diese alle sieht, also auch die nördlichen. Die Dächer hoher Türme bringt man so noch nicht zur Deckung, da diese ja perspektivisch verschoben sind. Nachdem das Grössenverhältnis von Satellitenaufnahme und Stadtplan übereinstimmte (es war sogar eine kleine Drehung im Dezimalbereich eines Grades notwendig), konnte der Stadtplan an die Fusskante der Gebäude verschoben worden. Somit kam der Stadtplan auch an die Fusspunkte der Türme zu liegen, was die Richtigkeit des Vorganges bestätigte. Deshalb sind nun alle Dachtraufen gegenüber dem Stadtplan verschoben. Entscheidend sind aber die Fusspunkte der Fassaden. Auch die Brüstungsmauern der Kontermauern des Stadtgrabens liegen nun am richtigen Ort.

    Alles super spannend und interessant, aber kann hier bitte bitte keine neue Luftkriegsdiskussion aufkommen? Das wäre schön. Danke.

    Ich kann das nur unterstützen. Wir sind hier in einem Strang über Nürnberg, und das Thema ist schon mehrfach durchgekaut worden. Bitte nicht in jedem Strang dasselbe. Sorry an die neueren Mitglieder, die das natürlich nicht wissen können.


    Könnte ein Moderator die entsprechenden Beiträge in ein neues Thema mit dem Titel "Die Luftkriegsdiskussion" - von mir aus in die Mädlerpassage - verschieben? Dann hätten wir einen Ort, wo man diese Diskussion, die immer wieder aufflammt, jeweils geordnet am richtigen Ort führen.