Posts by Bostonian

    Ich kenne mich nur mit Altstadt Hotels aus, wo wir immer wieder gern übernachten, damit wir Mitte in dieser Herrlichkeit sein können. Allerdings, sind wir nur mit Bahn unterwegs, was unsere Auswahl beschränkt. Wir sind öfters beim Steigenberger gewesen, wo man sehr gut frühstücken kann, mit direktem Blick auf den Neumarkt. Sehr angenehm ist auch das ehemalige Swisshotel in der Schloßstrasse, direkt gegenüber vom Schloss. In diesem Hotel befinden sich ein rekonstruiertes Barocktreppenhaus, wie auch der kleine ehemalige Innenhof, mit bedeutenden Spolien, und ein Kellergewölbe als Fitneßraum! Die Aparthotels gefallen mir weniger, weil ich gern im Haus frühstücke. Ausserdem halte ich dem Steigenberger Treue, weil es das allererste Gebäude war, das am Neumarkt nach der Wende rekonstruiert wurde--obwohl kein Reko an dieser Stelle vorgeschrieben war!


    Ich wüsche euch viel Spass in dieser wunderbaren Stadt!

    Herford als Ganzes macht einen recht heterogenen Eindruck. Vor allem berühmt ist das reich verzierte Remschniderhaus und sein Nachbar. Früher stand gegenüber ein potzhäßliches Kaufhaus, das wohl zu den schlimmsten Deutschen Bausünden gezählt hat. Jetzt ist die Lage wesentlich verbessert, mit einem zurückgehaltenen dreifachen Giebelhaus.

    Schmücke Gründerzeitler kommen überall zum Vorschein, und bilden mit den noch erhaltenen Fachwerkhäusern ein sehr interessantes Stadtbild.

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    Ein Gründerzeitler bekommt sein Zwiebeltürmchen zurück:



    Schöne Nachricht!

    Wir waren vor einem Jahr in Herford: zum ersten Mal seit 42 Jahren! Ich habe den Eindruck daß die Stadt--die vorher durch Flächenabrisse und Parkhaus/Kaufhaus Bausünden berüchtigt war-- sich wesentlich verbessert hat.


    Hier sind ein Paar Eindrücke. Zuerst, das großartige Münster, eine würdige kleinere Schwester vom Paderborner Dom:

    Hans Nadler hat noch zu DDR Zeiten das Leitbaukonzept für den Neumarkt ausgearbeitet, das einen Wiederaufbau von einigen wichtigen Häusern vorgesehen hätte. Inwiefern der Plan umsetzbar gewesen wäre, weiß ich nicht. Möglicherweise wäre es mit dem Berliner Nikolaiviertel vergleichbar gewesen. Auf alle Fälle, sind wir heute viel besser daran, mit der fast gänzlichen Wiedergewinnung des Neumarktes!

    Ich denke, beides ist richtig: Es ging unendlich viel verloren, dennoch ist Nürnberg heute eine der schönsten / am wenigsten brutalen bundesdeutschen Großstädte (größer als 300. - 400.000 Einwohner). Das alte Lied und Leid ...

    Freilich hätte der Nürnberger Wiederaufbau viel besser sein können. Aber, verglichen mit anderen Großstädten die ähnlich schlimm zerstört waren (d.h. mindestens 85%) schneidet Nürnberg nicht so schlecht ab. Die bedeutenden mittelalterlichen Kirchen, mit ihren unvergleichbaren Kunstschätzen, sind musterhaft wiederaufgebaut worden, wie auch die ganze Stadtmauer und Burganlage. Vor allem finde ich die Dachlandschaft der nordwestlichen Altstadt, wie vor dem Krieg, unvergleichlich schön.


    In Nürnberg gab es kein so grosses unzerstörtes Viertel wie etwa die südliche Altstadt von Mainz, die drei erhaltenen Viertel in Ulm, oder die Zentren von Aachen und Koblenz, Es gibt immerhin noch viele große und bedeutende Häuser und Ensembles zu entdecken.


    Sehr zu empfehlen, wie alle seine Bücher, ist Nürnberg Die Historische Altstadt, von Pablo de la Riestra! Trotz allem Lob für das erhaltene Erbe, bespricht er auch etliche Bausünden darin.


    Wenn die Pellerhaus Fassade jetzt doch wiederaufgebaut werden würde, wäre auch damit der Aegidienplatz wiedergewonnen. Das Toplerhaus würde das Burgviertel sehr bereichern. Also gibt es noch einiges zu tun...

    die Fassade am Haus gegenüber rekonstruiert wurde. Sehr erfreulich.

    Wunderbar, diese Verbesserungen! Möge es noch viel mehr solche Projekte geben! Endlich entdeckt man, daß gründerzeitliche Schätze oft direkt vor der Nase versteckt sind!


    Apropos Aufstockung, wäre mein Lieblings Reko-projekt in Braunschweig die Steinstraße 3. Da fehlt nach dem Krieg ein Fachwerkgeschoß von 1512 mit reichem Schnitzwerk, oberhalb einer erhaltenen Massivfront. Das Patrizierhaus war in seiner ursprünglichen Form grandios und an sich eine Rekonstruktion wert. Außerdem würde es ein bestehendes Ensemble noch vergrößern: sein Nachbar ist das neoromanische jüdische Gemeindehaus, und die drei großen Fachwerkhäuser in der Knochenhauerstraße sind gleich um die Ecke!

    Fand Koblenz, genau wie Aachen, Trier, Mainz, Freiburg im B. und Würzburg alle 6 angenehm und gelungen.

    Finde ich auch, obwohl sie recht unterschiedlich sind. Trier wurde im Krieg viel weniger zerstört als die anderen 5, vielleicht "nur" ein Drittel. Allerdings mußte auch dort ein Paar Häuser am Markt wiederaufgebaut werden. Die Rekonstruktion von der "Steipe" war großartig!


    Freiburg macht auch den Eindruck von einer erhaltenen Stadt, weil das gemütliche südöstliche Viertel unangetastet war, der Markt und südliche Münsterplatz musterhaft wiederaufgebaut wurden, und sogar der nördliche Münsterplatz einige gute angepasste Nachkriegsbauten vorweist.


    Die ganze südliche Altstadt in Mainz ist erhalten (etwa ein Drittel vom Ganzen): reizend mit seinen zwei Barockkirchen und hübschen Fachwerkhäusern; direkt an den Dom und den rekonstruierten Marktplatz angrenzend.


    Auch das Zentrum von Aachen macht den Eindruck von einer erhaltenen Altstadt. Das würde ich auch von Koblenz behaupten, da innerhalb von der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer die meisten Bauten erhalten bzw, wiederaufgebaut sind. (innerhalb des Strassenkreises: An der Moselbrücke; Alten Graben; Entenpfuhl; Kornpfort Str.; Peter Almeier Ufer). Der nördliche Schloß Platz (Deinhardplatz mit Stadttheater) hat sich erhalten, wie auch die großartigen gründerzeitlichen Verwaltungsbauten am Rheinufer. Man könnte eigentlich sagen daß, genau die wichtigsten Teile der Altstadt den Krieg gut überstanden haben.


    Schliesslich Würzburg: hier waren ganz wenige Häuser erhalten, dafür aber fast alle Nachkriegsbauten nach dem richtigen historischen Maßstab errichtet, in einem angepaßten und zurückgehaltenen Stil. (Allerdings kamen in letzter Zeit einige kleine, m. E. störende modernere Gebäude dazu.) Eine bescheidene aber großflächige und erfolgreiche Wiederaufbauleistung finde ich, obwohl natürlich die liebenswürdigen Details einer historischen Altstadt fehlen. Dafür gibt es dort immer noch fabelhaften Wein!

    Lieber Villa, das ganze Projekt ist einfach bezaubernd, und offensichtlich mit viel Liebe und Kunstsinn durchgeführt. Ich wünsche weiterhin viel Spaß dabei!

    Wenn ich bedenke wie Meissen (und Dresden, und Halberstadt usw.) ausgeschaut haben als ich sie in 1990 zum ersten Mal sah, und die heutigen Stadtbilder damit vergleiche, kann ich mich nur glücklich preisen, in diesen Zeiten gelebt zu haben!

    Daß das Unding direkt gegenüber vom Hoppener Haus steht, hatte ich irgendwie vergessen bzw. im Unterbewußtsein unterdrückt.

    Immer noch die "Autogerechte Stadt"?! Nichts gelernt?


    Übrigens, ein ganz ganz großartiges Buch: Fachwerkhäuser-- Verzierungen an niederdeutschen Fachwerkbauten und ihre Entwicklung in Celle, von Hans-Günther Bigalke, 2000, Schlütersche GMBH Verlag und Druckerei.

    fahren immer extrem viele Autos.

    Katastrophe finde ich.

    Als wir Höxter in 1984 besucht haben, war es auch durch Autoverkehr zerstört. Inzwischen scheint das Zentrum verkehrsfrei zu sein, weil sie eine Umgehungstraße gebaut haben. Nur so kann man die schönen Häuser richtig geniessen. Allerdings war Höxter auch von unverzeihbaren Bausünden verunstaltet, die wohl nicht wiedergutzumachen sind....