Posts by Bostonian

    Im Gründerviertel hätte ich Rekos zwar begrüsst, aber sie waren nicht notwendig. Denn hier ging es echt um Stadtreparatur, nicht um Wiederaufbau. Lübeck war schliesslich, mit ihren 1000 erhaltenen historischen Häusern, wesentlich weniger zerstört als Dresden oder Frankfurt, und gehört mit Recht zum Weltkulturerbe. Gerade deswegen finde ich das Gründerviertel so bemerkenswert: weil es nicht notwendig war!


    Dagegen sind in Dresden und Frankfurt die Leistungen von anderer Größenordnung. Mit dem Neumarkt hat Dresden, Deutschlands ehemals schönste Großstadt, ihr barockes Herz wieder. Hier sind tatsächlich die wichtigsten Fassaden wieder zu erleben: ein Traum! Und Frankfurt, eine beträchtliche moderne Großstadt, hat endlich eine sichtbare Verbindung mit ihrer mittelalterlichen Vergangenheit wiederhergestellt.


    Ich begrüße alle drei Projekte von ganzem Herzen!

    Aus welchem Land denn erwarten sie mit dieser Betonherrlichkeit die Touristen heranzulocken? Italien? Frankreich?Japan? USA? Vielleicht wollen sie sogar mit den schönsten deutschen Touristenzielen wettkämpfen: etwa mit Kassel, Pforzheim, Duisburg!


    Was für ein weitsichtiges, kluges Touristenamt! Die haben allesamt eine Gehaltserhöhung verdient, weil Touristen jetzt aus aller Welt nach Dresden strömen werden, um den Neustädter Markt zu bewundern.

    Es war nicht das Stadtplanungsamt, sondern das Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden, das dem Geschäftsbereich Kultur und Tourismus untersteht...

    Lieber Heimdall: 10.000 Beiträge!

    Zu diesem Meilenstein möchte ich dir gratulieren und mich gleichzeitig bedanken für dein ständiges Engagement und deine unerschöpfliche Energie. Auf deine interessanten und kreativen Posts freue ich mich jeden Tag--die bilden tatsächlich einen Grundstein von diesem Forum. Mach bitte weiter so!

    In Giessen, das alte Rathaus. Hanau, die Wallonisch-niederländische Kirche.

    Frankfurt, Haus Lichtenstein am Römerberg und, natürlich, das Salzhaus: das wohl wichtigste nicht wiederaufgebaute Haus in Deutschland überhaupt. In Kassel bin ich faßungslos, wo zu beginnen: da nützt wohl kein Einzelprojekt...


    In Hildesheim vor allem das Pfeilerhaus am Andreasplatz. Das Borchersches Haus hinterm Rathaus, das "Altdeutsche" Haus, und die Kurie Bock von Northolz am Domplatz.


    In Braunschweig, das Fachwerk Obergeschoss von Steinstraße 3, wie auch vom Prachthaus Reichstrasse 3. Ich würde auch sehr gern das häßliche Kaufhaus in der Schuhstrasse ersetzen. Und, ein geheimer Wunschtraum, das grosse Fachwerkhaus an der nordwestlichen Ecke Weberstrasse/Wollmarkt vor der Andreaskirche und gegenüber von der Alten Waage.


    In Thüringen, das Mittelschiff von der Erfurter Barfüßerkirche. Bachhaus Weimar.


    Worms: Abriss des verrüchtigten Bankgebäudes vorm Dom.


    Oh je, macht das Spaß!

    Wenn man auf niedersächsisches Fachwerk steht, bleibt für mich Goslar "Benchmark", gefolgt von vielen kleinen und untereinander nur schwer in eine Rangfolge zu bringenden Städten wie Hann. Münden, Einbeck, Duderstadt, Osterode (für mich eine Überraschung), Celle, Wolfenbüttel und vielleicht noch Hameln, Göttingen mit Abstrichen.

    Genau. Auch Hornburg, Osterwieck, Stolberg, Helmstedt, und die Weltkulturerbe Stadt Quedlinburg! Die grossen Verluste beschränken sich auf Hildesheim, Braunschweig, Halberstadt (alle drei mit noch erheblichen Fachwerkbeständen), wie auch Hannover und Osnabrück mit ihren eher kleinen Überbleibsel.

    Dann war ich aber völlig baff, wie zusammenhängend die alten Ensembles dort noch sind. Es war eine richtige Freude sich da aufzuhalten.

    Genauso habe ich es bei meinen vielen Besuchen in Braunschweig empfunden. Erstens sind die sogenannten Inseln an sich von allererster Qualität (Burgplatz, Altmarkt, Knochenhauerstrasse); zweitens liegen manche Inseln wirklich nah an einander. Im beiliegenden Stadtplan aus dem Braunschweiger Denkmalverzeichnis habe ich die Zusammenhånge zwischen den erhaltenen Bauwerken in rotrosa angemalt.

    Danke Neußer. Fürwahr eine wunderbare Visualisierung! Und, im Hintergrund sieht man wie sehr ein sogar vereinfachter Erker das Strassenbild aufwertet!


    (Unter uns gesagt, würde ich mich auch noch mehr aufs Toplerhaus freuen!)

    Man darf natürlich nicht erwarten daß die Nürnberger "Steppe" je wiederaufgebaut wird. Die bisherigen wiederaufgebauten Ensembles in Deutschland befinden sich ja in zentralen Lagen, und waren teilweise mit Einzelbauwerken vom allerersten Rang geschmückt. Der Hildesheimer Markt zum Beispiel wurde von Humboldt als schönster Platz der Welt gerühmt! Frankfurter Ostzeile und Krönungsweg bildeten das Herzstück der Altstadt. Die goldene Waage war ein Meisterstück, wie auch der große und kleine Engel, und die Alte Waage in Braunschweig. Die Aschaffenburger Apotheke war wohl das markanteste Fachwerkhaus der Stadt, und die Marktplätze in Mainz und Potsdam waren selbstverständlich wichtig, und daher identitätstifftend. Die Steppe ist schliesslich nicht mehr damit vergleichbar.


    Die allerschlimmste Bausünde der östlichen Altstadt--das Bankgebäude am Hans Sachs Platz gegenüber vom Spital-- soll aber auf alle Fälle ausgemerzt werden.


    Es sollte auch durchaus möglich sein, weitere Verbesserungen in der westlichen Altstadt in Form von Erkern und Fenstersprossen zu machen. Wie oft bemerkt, würde die Pellerhausfassade den ganzen Aegidienplatz unermesslich aufwerten. Und das Toplerhaus MUSS einfach als alleinstehendes Meisterstück, nahe dem besterhaltenen Altstadtviertel und unterhalt von der Burg, eines Tages wieder erlebbar sein. Basta.


    Moderationshinweis: Weitere Diskussion über das Toplerhaus in eigenen Strang ausgelagert: Nürnberg - Toplerhaus


    Übrigens ist Pablo de la Riestra's Buch Nürnberg Die historische Altstadt (Imhof Verlag) DER unersetzliche Führer durch die bestehende Stadt. Unbedingt empfehlenswert!

    Leider schein es ja so zu sein, dass hier quasi Fassaden aus dem ganze Stadtgebiet "zusammengetragen" werden sollen?

    Man soll auf alle Fälle vorsichtig mit solchen
    "Translozierungen" sein, damit einem eventuellen Wiederaufbau des Breiten Weges ja nichts im Wege steht. Anderseits stimmt es, daß das auch früher passiert ist. Das Huneborstelsche Haus in Braunschweig z.B. wurde vom Sack in den Burgplatz lange vorm Krieg transloziert, wie auch Teile des jetzigen Ulricipfarrhaus im Magniviertel nach dem Krieg. Soweit ich weiss, wird auch Hotel Stadt Rom nicht genau an historischer Stelle wiederaufgebaut. Und die schönen Häuser vom ehemaligen Gießener Marktplatz stehen heutzutage nicht einmal in Gießen, sondern in einem Freilichtmuseum!


    Mich persönlich hätte es nicht gestört, wenn beispielsweise die herrliche "Schiffsmühle" von der Dresdener Galeriestraße in die Frauenstraße verschoben worden wäre.