Posts by Bostonian

    In meiner Heimatstadt Neubrandenburg gab es anfangs auch Versuche eines traditionalisierten Wiederaufbaus des Zentrums, in Ermangelung vorhandener Altstadthäuser gerieten diese aber doch deutlich grobkörniger als in Potsdam.

    Als wir im vorigen Jahr zum ersten Mal in Neubrandenburg waren, waren wir begeistert von der eleganten, traditionsbezogenen Architektur der ersten Nachkriegsjahre! Ein Projekt vergleichbar mit den Neobarocken Gebäuden am Dresdener Altmarkt. An allererster Stelle, würde ich aber die herrliche Lange Strasse in Rostock setzen.

    Ist das überhaupt ein Thema gewesen? Der Totentanz selbst war ja auch eine Kopie (von 1701), weshalb man ruhig eine dritte Version herstellen könnte…


    Gibt es neues zur Totentanz-Orgel, Lettner oder Fredenhagen-Altar?

    Inzwischen gibt es tatsächlich eine vollständige, kolorierte--allerdings digitale-- Kopie in der Totentanz Kapelle! Haben wir bei einem Besuch vor einigen Wochen entdeckt! Bei Gelegenheit lade ich ein Paar Bilder auf.

    Der berühmte Lübecker Totentanz, der 1942 den Bomben zum Opfer fiel, um 1920. Von mir koloriert

    Wunderbares, atmosphärisches Bild! Vielen Dank.


    Als wir das letzte Mal in Lübeck waren, gab's nur eine verkleinerte, schwarz-weiße Abbildung von diesem berühmten und für Lübeck maßgebenden Kunstwerk: wohl um Platz für die rekonstruierte astronomische Uhr zu lassen. Ich fände es wichtig, den erhaltenen ehemaligen Hauptaltar der Marienkirche an seiner alten Stelle wieder zu errichten, die Uhr wieder an ihren alten Platz hinter dem Altar zu bringen, und dann die Totentanz Kapelle so genau wie möglich zu rekonstruieren, so wie es in dem schönen Bild erscheint.


    Ich würde auch den ansatzweise erhaltenen steinernen Lettner rekonstruieren, und zwar deswegen, weil die Mehrzahl der steinernen Skulpturen von Benedikt Dreyer, die früher darauf standen, erhalten sind.

    Gib das nächste Mal doch bitte auch hier im Text Autor und Titel an, damit man es nachrecherchieren kann

    Womöglich hiess es: Der Wiederaufbau der Stadt Würzburg nach 1945, von Jörg Paczkowski, ein echt interessantes, ausführlich bebildertes Buch.


    Im Übrigen, stimme ich voll überein daß, nicht nur die Domstrasse, sondern die ganze Altstadt gut angepasst und erfolgreich wiederaufgebaut wurde.

    Der Niederrhein nördlich von Köln ( mit Ruhrgebiet) ist einer von den 2 Gebieten in Deutschland, die ich noch nicht besucht habe. Leider war der Niederrhein/Ruhr die am schlimmsten kriegszerstörte Gegend in ganz Deutschland, weil hier auch die kleineren Städte vernichtet waren.

    Trotzdem scheinen mir die folgenden Orte interessant zu sein: Düsseldorf mit teilweise erhaltener kleinen Altstadt; die mittelalterlichen Städtchen von Kalkar (Altäre!), Kempten und Xanten; Essen--wegen der grossen romanischen Kirchen (Münster und Abtei Werden); Neuss ( Quirinusmünster und das traditionsanknüpfende Marktviertel); Zons. Xanten finde ich besonders faszinierend, weil hier ausnahmsweise der Wiederaufbau besonders gelungen zu sein scheint (etwa wie Münster).

    Die ungefähr 15% der Fläche der ehemaligen Mainzer Altstadt ausmacht ...

    Tja, wenn man selber nur die 15% hätte auswählen können, würden manche schwerzerstörten Städte heute ganz anders aussehen. Wie gern würde man z. B. die ganze Kesslerstrasse, so nett sie auch ist, gegen den Hildesheimer Marktplatz, Andreasplatz und Eckemekerstrasse austauschen!


    Aber in Mainz, Koblenz, Braunschweig, vielleicht auch Osnabrück könnte ich mit den bestehenden 15% ziemlich gut leben (nur ist's schade um die Braunschweiger Weberstrasse...)


    Eigentlich bin ich nicht sicher, wie man diese Prozentsätze rechnet: mit oder ohne restaurierbare Grossbauten wie Kirchen, Klöster, Schlößer usw. Solche Gebäude machen manchmal einen nicht unerheblichen Anteil der Gesamtfläche aus. Wenn sie NICHT zu den erhaltenen Teil gezählt wurden, und doch wiederhergestellt wurden, könnte aus 15% leicht 20% werden. Man betrachte z. B. die riesige Münchener Residenz/ National Theater mit der gegenüberliegenden Alten Post.

    Die Zahl 85% Zerstörung bezieht sich auf das Koblenzer Zentrum. Für den Teil der Altstadt gilt diese Zahl nicht.

    Genau! Die mittelalterliche Kernstadt von Koblenz, wie leicht zu sehen ist im Denkmalverzeichnis, ist glimpflich davon gekommen. Es bildet tatsächlich eine kleine "erhaltene" --und sehenswerte--Altstadt! Das restliche Stadtzentrum (südlich vom Kern und westlich vom Schloss) war ziemlich vernichtet. Man müßte eigentlich vom Glück im Unglück reden!


    Noch schöner sogar, die guterhaltene südliche Altstadt in Mainz (einschliesslich Augustinerstrasse, Kapuzinerstrrasse usw.) Mainz finde ich-- mit Dom, Barockkirchen, Markt (wiederaufgebaut!) drei Museen von Weltklasse und auch die vornehmen Stadtpalais am Schillerplatz-- immer noch eine der schönsten grösseren Deutschen Städten. Wir übernachten gern dort jedes Mal dass wir über Frankfurt fliegen, und zwar, in der südlichen Altstadt.

    Mainz und Koblenz haben fürwahr wunderbare Altstadtecken, aber die Trierer Altstadt war im Krieg wesentlich weniger zerstört ("nur" etwa 30 bis 40% im Vergleich mit 85% in Mainz und Koblenz.) Daher kann Trier, trotz Bausünden, noch als quasi-erhaltene Altstadt gelten: wie auch Soest, Augsburg, Aschaffenburg, und vielleicht noch Freiburg.


    Außerdem ist Trier eine der interessantesten deutschen Städten. Das Archäologische Landesmuseum ist fabelhaft; Dom, Liebfrauenkirche und Umgebung gleichfalls.

    Die mittelalterlichen Farbfenster im Dom strahlen eine mystische Atmosphäre aus.



    Auch die vielen Türme sind markant:



    Stendal ist fürwahr eine großartige Stadt: einmalig in ihren Mittelalterlichen Kunstschätzen, aber auch extrem wertvoll in ihrer umfangreichen erhaltenen Bausubstanz. Besonders wunderbar finde ich die vielen gut gepflegten preussischen Gründerzeitler zwischen Bahnhof und Altstadt. In der Altstadt selber sind die meisten Fachwerkhäuser eher bescheiden und stammen wohl zum grossen Teil aus dem 18. Jahrhundert.


    Es folgen ein Paar Bilder von unserer Altmark Reise von 2016.

    Der Gasthof zur Tanne in Osterwieck (Harz) wird seit einigen Monaten saniert.

    Endlich wird dieses prächtige Sorgenkind gerettet! Ein riesiges Projekt, übrigens, das wir in September vor Ort besichtigt haben! Wer sich für Fachwerk Architektur interessiert, soll Osterwieck und Hornburg unbedingt besuchen!