Posts by Bostonian

    Gib das nächste Mal doch bitte auch hier im Text Autor und Titel an, damit man es nachrecherchieren kann

    Womöglich hiess es: Der Wiederaufbau der Stadt Würzburg nach 1945, von Jörg Paczkowski, ein echt interessantes, ausführlich bebildertes Buch.


    Im Übrigen, stimme ich voll überein daß, nicht nur die Domstrasse, sondern die ganze Altstadt gut angepasst und erfolgreich wiederaufgebaut wurde.

    Der Niederrhein nördlich von Köln ( mit Ruhrgebiet) ist einer von den 2 Gebieten in Deutschland, die ich noch nicht besucht habe. Leider war der Niederrhein/Ruhr die am schlimmsten kriegszerstörte Gegend in ganz Deutschland, weil hier auch die kleineren Städte vernichtet waren.

    Trotzdem scheinen mir die folgenden Orte interessant zu sein: Düsseldorf mit teilweise erhaltener kleinen Altstadt; die mittelalterlichen Städtchen von Kalkar (Altäre!), Kempten und Xanten; Essen--wegen der grossen romanischen Kirchen (Münster und Abtei Werden); Neuss ( Quirinusmünster und das traditionsanknüpfende Marktviertel); Zons. Xanten finde ich besonders faszinierend, weil hier ausnahmsweise der Wiederaufbau besonders gelungen zu sein scheint (etwa wie Münster).

    Die ungefähr 15% der Fläche der ehemaligen Mainzer Altstadt ausmacht ...

    Tja, wenn man selber nur die 15% hätte auswählen können, würden manche schwerzerstörten Städte heute ganz anders aussehen. Wie gern würde man z. B. die ganze Kesslerstrasse, so nett sie auch ist, gegen den Hildesheimer Marktplatz, Andreasplatz und Eckemekerstrasse austauschen!


    Aber in Mainz, Koblenz, Braunschweig, vielleicht auch Osnabrück könnte ich mit den bestehenden 15% ziemlich gut leben (nur ist's schade um die Braunschweiger Weberstrasse...)


    Eigentlich bin ich nicht sicher, wie man diese Prozentsätze rechnet: mit oder ohne restaurierbare Grossbauten wie Kirchen, Klöster, Schlößer usw. Solche Gebäude machen manchmal einen nicht unerheblichen Anteil der Gesamtfläche aus. Wenn sie NICHT zu den erhaltenen Teil gezählt wurden, und doch wiederhergestellt wurden, könnte aus 15% leicht 20% werden. Man betrachte z. B. die riesige Münchener Residenz/ National Theater mit der gegenüberliegenden Alten Post.

    Die Zahl 85% Zerstörung bezieht sich auf das Koblenzer Zentrum. Für den Teil der Altstadt gilt diese Zahl nicht.

    Genau! Die mittelalterliche Kernstadt von Koblenz, wie leicht zu sehen ist im Denkmalverzeichnis, ist glimpflich davon gekommen. Es bildet tatsächlich eine kleine "erhaltene" --und sehenswerte--Altstadt! Das restliche Stadtzentrum (südlich vom Kern und westlich vom Schloss) war ziemlich vernichtet. Man müßte eigentlich vom Glück im Unglück reden!


    Noch schöner sogar, die guterhaltene südliche Altstadt in Mainz (einschliesslich Augustinerstrasse, Kapuzinerstrrasse usw.) Mainz finde ich-- mit Dom, Barockkirchen, Markt (wiederaufgebaut!) drei Museen von Weltklasse und auch die vornehmen Stadtpalais am Schillerplatz-- immer noch eine der schönsten grösseren Deutschen Städten. Wir übernachten gern dort jedes Mal dass wir über Frankfurt fliegen, und zwar, in der südlichen Altstadt.

    Mainz und Koblenz haben fürwahr wunderbare Altstadtecken, aber die Trierer Altstadt war im Krieg wesentlich weniger zerstört ("nur" etwa 30 bis 40% im Vergleich mit 85% in Mainz und Koblenz.) Daher kann Trier, trotz Bausünden, noch als quasi-erhaltene Altstadt gelten: wie auch Soest, Augsburg, Aschaffenburg, und vielleicht noch Freiburg.


    Außerdem ist Trier eine der interessantesten deutschen Städten. Das Archäologische Landesmuseum ist fabelhaft; Dom, Liebfrauenkirche und Umgebung gleichfalls.

    Die mittelalterlichen Farbfenster im Dom strahlen eine mystische Atmosphäre aus.



    Auch die vielen Türme sind markant:



    Stendal ist fürwahr eine großartige Stadt: einmalig in ihren Mittelalterlichen Kunstschätzen, aber auch extrem wertvoll in ihrer umfangreichen erhaltenen Bausubstanz. Besonders wunderbar finde ich die vielen gut gepflegten preussischen Gründerzeitler zwischen Bahnhof und Altstadt. In der Altstadt selber sind die meisten Fachwerkhäuser eher bescheiden und stammen wohl zum grossen Teil aus dem 18. Jahrhundert.


    Es folgen ein Paar Bilder von unserer Altmark Reise von 2016.

    Der Gasthof zur Tanne in Osterwieck (Harz) wird seit einigen Monaten saniert.

    Endlich wird dieses prächtige Sorgenkind gerettet! Ein riesiges Projekt, übrigens, das wir in September vor Ort besichtigt haben! Wer sich für Fachwerk Architektur interessiert, soll Osterwieck und Hornburg unbedingt besuchen!

    Den Streit kann ich irgendwie einfach nicht verstehen: Schinkel ist im gewissen Sinn ja ein Vorreiter des Modernismus. Die Bauakademie ist ein überraschend "modernes" Gebäude für ihre Zeit (mehr noch Schinkel's unbebautes Kaufhaus Unter den Linden, das durchaus in den 1920er Jahren hätte entstehen können). Haben diese Bauakademie-Gegner nicht einmal einen Sinn für ihre EIGENE Geschichte?

    Zwickau, eine hervorragende Gründerzeit-Stadt die im Krieg nicht zerstört wurde! Diese Schwimmhalle ist absolut fantastisch! Leider wurden die wertvollen historischen Häuser im Stadtzentrum zwischen Katherinenkirche und Markt in der DDR Zeit abgerissen.

    Die von Dir gezeigten Häuser haben ja Dresdner Qualität.

    In der Tat waren die Leipziger Barockhäuser von hoher Qualität. Man merkt es heutzutage vor allem an das noch bestehende Romanushaus. Interessanterweise heisst das erste Buch von dem berühmten Britischen Architekturhistoriker Sir Nikolaus Pevsner Leipziger Barock, eine Veröffentlichung seiner Doktorarbeit. (Pevsner war gebürtiger Leipziger.)

    Wegen einer freundschaftlichen Verbindung an der Oper Frankfurt sind wir in den letzten Jahre ziemlich oft dort. Vorhin-- bevor die neue Altstadt rekonstruiert wurde-- hat mich die Stadt nicht interessiert. Ich wusste natürlich dass auch moderne Städte schön sein können, und dass die moderne Hochhausarchitektur in Frankfurt etwas ungewöhnliches für Europa war. Aber, da ich in jetzt in Boston wohne (früher in LA), San Francisco sehr gut kenne, und New York City regelmässig besuche, schien es mir nicht notwendig nach Europa zu fliegen nur um ein nettes Skyline zu bewundern. Das Fehlen von erstklassigen alten Grossbauten (in Gegensatz zu Köln) und einem Altstadt-Areal machte Frankfurt für mich überflüssig. (Ehrlich gesagt, die scheußlichen Bausünden Technisches Rathaus und Stadtmuseumanbau, in ihrer Provinzialität ekelten mich.) Damit habe ich Frankfurt in seiner historischen Bedeutung und Lebensqualität zweifellos Unrecht getan.


    Jetzt aber sind die Bausünden gefallen, und eine Verbindung zwischen Römer und Dom erhöht den aesthetischen Wert von beiden Bauwerken. Vor allem gibt es mit dem Hühnermarkt einen Ort zu verweilen, wie Begas es sich wünscht! Wir sitzen immer gern dort, auch wenn die Touristen vorbei strömen und das Essen eher durchschnittlich ist: das passiert sowieso in jeder Europäischen Großstadt, und gehört doch zum Erlebnis.


    Es stimmt dass die Frankfurter Altstadt sehr klein und neu erscheint, kann auch nicht mit einer echten Altstadt verglichen werden. Es macht einen ganz anderen Eindruck als das viel größere, neu gestaltete Gesamtzentrum von Dresden mit seinen vielen erhaltenen historischen Bauten. Ich finde auch den Hildesheimer Markt ein befriedigenderes Ergebnis, wahrscheinlich wegen der einmaligen Schönheit der Fachwerkhäuser und auch weil der Hildesheimer Markt irgendwie besser in der umliegenden Stadtstruktur eingegliedert ist.


    Trotzdem schätze ich die neue Frankfurter Altstadt sehr. Für mich hat es eine wesentliche Verbesserung in meinem Stadterlebnis gebracht. Jetzt kann ich ganz in der Nähe übernachten (Motel One), und in zwei Minuten die schöne Römerplatz Ostzeile bewundern. Dann geht's weiter, entweder Richtung Dom mit Möglichkeit einer Tasse Kaffee vor der Goldenen Waage, oder Richtung Main, wo Frankfurt den grossen Vorteil einer Flusslandschaft genießt: ein Vorteil der jede Stadt aufwertet, und den ich früher einfach übersehen habe, weil mich keine Architektur gefesselt hatte. Abends geht's in die Oper, nur ein Paar Schritte entfernt. Wenn ich will, kann ich damit die ganze Misere des Nachkriegswiederaufbaus einfach vermeiden. Dasselbe Erfahrung kann ich auch in Köln übrigens geniessen, wenn ich mal mit der Bahn ankomme und nur in der kleinen "Altstadt" übernachte und verweile. Mit Dom, Gross St Martin und mehreren Museen von Weltklasse, liess es sich dort doch ein Zeitlang aushalten!

    Dann sind das es die schönsten 8!!!

    Vielleicht auch noch Baden-baden, Rothenburg, Cottbus, Konstanz, Lindau, Passau, Zittau, Lüneburg, Flensburg und Bautzen?

    Don't get me started. Ich leide sowieso unter Listenmanie: aber, wenn wir von Kleinstädten wie Rothenburg sprechen, gibt es eine schier unendliche Liste von städtebaulichen Meisterstücken in Deutschland! Letzten Monat waren wir in Deutschland unterwegs, hauptsächlich in kleineren Städten. Um nur ein Paar Beispiele zu nennen: Naumburg, Mühlhausen, Quedlinburg, Stolberg, Goslar, Alsfeld, Fulda, Dinkelsbühl, Schwäbisch Hall. Schönheiten die in der ganzen Welt unübertroffen sind!