Berlin - Marien- und Heiliggeistviertel zwischen Fernsehturm und Spree

Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!
  • Gab es denn in der Frankfurter Altstadt abseits von Dom und Römer so viele Prunkbauten?

    Schon vor dem Ersten Weltkrieg war das doch auch das "Arme-Leute-Viertel", wo niemand wohnen wollte.


    Was in der "Berliner Altstadt" fehlte, sind markante Leitbauten, mit deren Wiederaufbau man heute Leute begeistern könnte.


    I.Ü. glaub ich nicht, dass der Milliardenkredit von Strauß zweckgebunden für das Nikolaiviertel usw. war.

    Das haben die DDR Oberen damals für die Repräsentation als Hauptstadt, speziell für die 750 Jahr Feier aufgebaut.

  • Die Frankfurter Altstadt ist voll von Prunkbauten. Es finden sich dort unglaublich viele schöne Fachwerkbauten, und mittelalterliche Steinhäuser. Das gab es in Berlin nicht in der Form. Es fanden sich dort eher durchschnittliche traufständige Gebäude aus dem 17 Jahrhundert

  • Ich sah heute, dass die Zäune der U-Bahn-Baustelle zum Teil wieder entfernt wurden. Lang ist's her...




    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Was ich nicht verstehe - man könnte heute representative Gebäude, wie sie einst im Marienviertel standen, heute sehr viel preisgünstiger bauen als es ehemals in der Gründerzeit der Fall war.

    Dies wurde im ehemaligem Ostberlin sogar schon mit dem Bau des neuen Friedrichstadtpalastes fast, und beim Grand Hotel so gut wie, realisiert.


    Es ist doch schon lange keine große Kunst mehr, Betonplatten in ansehnliche Formen zu gießen und sie so zusammen zu fügen daß sie aussehen wie eine Einheit.


    Warum nach wie vor an langweiliger Fassadengestaltung festgehalten wird, verstehe wer will - ich nicht!


    Was den häßlichen Riegel namens Rathauspassagen anbelangt - das wäre für mich ein interessanter Kandidat für "Sprengsimulator Vol. 2" - das Level könnt ich garnicht genug wiederholen >;-}

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Onkel Henry,die Stellen und Plätze in Berlin wo traditionelles Bauen oder auch der ein oder andere Rekobau sinnvoll gewesen wäre(z.B. Schinkelplatz,westl.Teil unter den Linden,......)sind inzwischen schon von moderner Allerweltsarchitektur für die nächsten Jahrzehnte bebaut worden.Da bleiben nicht mehr viel zentrale Grundstücke übrig wo es sich überhaupt noch lohnt traditionell zu bauen.

  • U5 Rotes Rathaus Eingang dem Park am nächsten ist auch, wie soll man sagen... "unboxed"? :P


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    Ach Gott wie uninspiriert und einfallslos. Könnte auch die Tiefgarageneinfahrt zum Einkaufszentrum von Grevenbroich sein (tut mir leid, liebe Grevenbroicher). Man hätte hier mit roten Klinker so schön Bezug zum Roten Rathaus nehmen können...

  • tatsächlich denke ich, dass die Eingäge in Person ziemlich schick und futuristisch aussehen... mE natürlich, aber ich finde etwas seltsam aussieht, ist, dass der Eingang aus dem Boden zu ragen scheint...

  • Wie wahrscheinlich ist es denn, daß diese riesige Freifläche zwischen Humboldt Forum und Bahnhof Alexanderplatz, zumindest teilweise, bebaut wird?

    Auf absehbare Zeit extrem unwahrscheinlich.


    Das Rathausforum (besagter Plattenbauriegel) ist mE sehr hinderlich, um auf der Fläche des Marienviertels etwas was der Altstadt nahekommt, zu realisieren. Es sprengt jede Assoziation mit historischem Kern.

    Selbst wenn die Rathauspassagen eines Tages abgerissen werden sollte, ist es doch sehr unrealistisch, dass hier je wieder eine kleinteilige, "altstadtgerechte" Bebauung entstehen wird.

    Entsprechendes gilt für das Gegenüber an der Karl-Liebknecht-Straße, wo es ja nicht besser aussieht.


    Ich hoffe eines Tages dort auf Gebäude mit üppigen Fassadenbegrünungen. Die würden zumindest die Marienkirche nicht ganz so erschlagen.

  • Rathausforum? So nennt der Senat den Platz zwischen der Liebknechtstraße und der Rathausstraße. Vermtlich sind die Rathauspassagen gemeint, die der WBM gehören und voll vermietet sind. Die reißt niemand in Berlin ab, warum auch.


    Das Rathausforum, das die Innenstadtfreunde Marienviertel nennen, ist seit vielen Jahren Stück für Stück vom Büro Levin Monsigny modernisiert worden, in kleinen Abschnitten, damit kein öffentlicher Wettbewerb für den Auftrag nötig war. Dabei hat der Senat alle Wünsche nach einer zumindest städtebaulichen Wiederherstellung des Neuen Marktes abgewehrt. Da die jetzige Gestaltung mit Fördermitteln realisiert wurde gilt nun ohnehin eine Veränderungssperre.

    „Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kun­den nur raten, Efeu zu pflanzen.“
    George Sand

  • Das ist ja fantastisch - wer hat denn das Ensemble entworfen?

    Diese Entwürfe habe ich in einem anderen Forum gefunden. Sie sind angeblich von einem Herrn Andreas Eßer. Siehe hier:


    https://www.architektur-urbani…marienviertel.94/post-356


    (...) Vermtlich sind die Rathauspassagen gemeint, die der WBM gehören und voll vermietet sind. Die reißt niemand in Berlin ab, warum auch. (...)

    Warum auch? Na, aus rein ästhetischen Gründen. Ist doch klar. Dieser enorme Balken ist mir schon bei meinem ersten Besuch in Berlin (1992) unangenehm aufgefallen. Der wirkt neben dem historischen Rathaus halt extrem unpassend. Immerhin hat man die Erdgeschosszone inzwischen modernisiert, wie in folgendem Link zu sehen ist. Damit kann man irgendwie leben. Der Bau ist ja auch ein Stückchen DDR-Geschichte.


    https://bauer-ingbau.de/sites/…204_Rathauspassagen_1.jpg


    Der Bereich hinter dem Rathaus, der Molkenmarkt, wird ja glücklicherweise demnächst bebaut. Das wünsche ich mir auch für dieses Rathausforum. Dieser Bereich wirkt wie eine Steinwüste ohne Aufenthaltsqualität, und lässt die Marienkirche ganz verloren dastehen.


    In den 1990ern war ja auch diese Planung mal aktuell:


    http://abload.de/img/stimmann_marienviertebluqr.jpg


    Schade, daß man das nicht schnell umgesetzt hat.

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  • Bei der Wohnungssituation reißt niemand etwas aus rein ästhetischen Gründen ab, außerdem müßte man dann halb Berlin abbrechen. Spielereien gab es zum großen Freiraum zwischen Bahnhof Alexanderplatz und der Spree seit 100 Jahren immer wieder. Was realisiert wurde ist ja bekannt.


    Es gibt bei keiner der vier "großen" Parteien nenneswerte Stimmen, die eine Wiebebauung des Freiraums fordern. Das liegt auch daran, daß entstehende Wohnungen in der Summe wegen der mangelnden Masse kaum Einfluß auf den Wohnungsmarkt hätten. Ansonsten ist die Erinnerung an die früheren Qualitäten der Altstadt ja vollständig verschwunden, man kann sich mit den meisten Planern nicht einmal mehr darüber einigen, daß die Zerstörung ein Verlust war. Zudem wartet man erstmal ab, was am Molkenmarkt mit den modernen Konzepten herauskommt.


    Empfehlenswert ist der schöne Film über die Berliner Altstadt.

    „Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kun­den nur raten, Efeu zu pflanzen.“
    George Sand

  • Bei der Wohnungssituation reißt niemand etwas aus rein ästhetischen Gründen ab, außerdem müßte man dann halb Berlin abbrechen.

    ja, aber nicht halb Berlin steht neben einem der wichtigsten Gebäude der Stadt, Bzw. Ruiniert dieses Gebäude und fast die gesamte Umgebung.

  • Die Vorstellungen Buro's Esser und GHB mit historisch angelehnten Bauten und Urbanisierung der Mitte gefallen mich am besten.

    Sie sollen dann gleich der Westtrakt mit 2 hohe Türmen des Landgerichtsgebäudes und der Dom wieder 100% historisch rekonstruieren und einige prägende historische Bauten am Marienplatz.

    Damit wäre die Mitte wieder attraktiv gestaltet und bebaut, wo es heute eine Mondlandschaft gleicht und noch hässliche viel zu grösse Neubauten die Leere dominieren.

    Dann können später auch Stella's Osttrakt und monotone Bauten am Friedrichswerder so umgestalltet werden dass die weniger monoton augen.

    Das alles is durchaus möglich innerhalb von 10 Jahren so dass wir allen es noch erleben können.