Posts by erbse

    Durch Onlinehandel und die Auswirkungen von Corona nochmals deutlich beschleunigt werden immer mehr Shopping-Malls und größere Einkaufsflächen brach fallen. Das lässt sich ja jetzt schon beobachten. Auch große Büroflächen werden unattraktiver. Das schafft viel Raum für neue Kleinteiligkeit, die Rückkehr von Altstadtstrukturen, wieder mehr Wohnen in den Zentren. Natürlich erwischt es auch viele kleine Ladenbetreiber, aber hier wird es darauf ankommen, wer seinen Kunden ein Erlebnis und einen Mehrwert durch guten Service bietet. Diese Orte werden sogar potenziell an Zulauf gewinnen.



    Wie so oft nimmt die Entwicklung in den USA besonders drastisch die hiesige europäische vorweg, ein Bericht über das rapide angestiegene Mall-Sterben dort von Business Insider:




    Und noch einer von CNBC, etwas neuer (März 2021).

    das Haus von 1886 mit der Adresse Kohlmarkt 14 wurde - wie der ganze Markt-Südriegel beim Bombenangriff 1942 zerstört

    Was stand denn dort vor 1886?

    So sehr ich den Historismus liebe, scheint auch mir dieser Bau für die Lübecker Altstadt an dieser Stelle etwas unpassend.
    Und in solchen Fällen kann man dann ruhig auch einen Vorgängerbau wiederaufbauen oder zitieren.

    Abseits von der überwiegend sehr gelungenen Architektur finde ich auch den städteplanerischen und bauwirtschaftlichen Aspekt hier sehr hervorzuheben und deutschland-, gar europaweit vorbildlich:


    Im Lübecker Gründungsviertel ist es gelungen, im zentralsten Bereich der Altstadt auf einer "tabula rasa" Fläche eine komplett kleinteilige Bebauungs- und Eigentümerstruktur herzustellen. Zudem in einem Wettbewerbsverfahren, das einen starken Qualitätsanspruch sicherstellte.


    DAS ist wirklich nachahmenswert, weit über Norddeutschland und die hanseatische Architektursprache hinausgehend! :thumbup:<3


    Mein Vorschlag ist, dass wir bei der zuständigen Grundstücks-Gesellschaft Trave mbH als Stadtbild Deutschland e.V. einfach mal anfragen, ob wir die für dieses Projekt entwickelten Leitlinien in allgemeine Richtlinien für innerstädtische Projekte überführen dürfen. Die könnten wir dann als Ratgeber an Kommunen, Bauträger und weitere Entscheider weitergeben.

    Immerhin verfolgt man auf dem Areal eine Ensemble- und Leitidee in Materialität und Farbigkeit, passend zum Altbestand.
    Auch die "neo-expressionistischen" Klinkermuster sind ganz angenehm. Es dürfte aber gern mehr Dachgestaltung und Gliederung der Baukörper selbst geben, zB durch Risaliten, Vor- und Rücksprünge der Fassaden, mehr Plastizität in den Proportionen. Und natürlich durch stehende, gleichmäßige Fensterformate (statt der liegenden und teils verschobenen Fenster).

    Wunderbare Entwicklung!
    Der Schmuck auf der Kolonnade macht jetzt die Nüchternheit des Stadtschlosses oberhalb der Attika umso deutlicher.
    Es bleibt spannend, diese Transformation weiter zu beobachten.

    So toll es natürlich auch gewesen wäre, wenn all dies schon zum eigentlichen Wiederaufbau erledigt worden wäre - es hat auch etwas für sich, dass man nun immer wieder etwas hat, worüber man sich neuerlich freuen kann. <3

    Schöne Bilder! Die sollten sicherlich im Galerie-Faden landen?!


    Ist der Entwurf von Siegmund + Kontermann eigentlich weiterhin aktuell beim Figurentheater? Die neue neoklassizistische Fassade finde ich durchaus in Ordnung, jedoch wäre sie mit Backsteinfassade uns Sprossenfenstern sowie einem steileren Giebel deutlich besser zum Ensemble passend.

    Erstmal: wunderbares Thema, genau mein Ding!

    Zu dem üblichen "räumen wir erstmal auf der Erde auf, bevor wir ans Weltall denken" Argument... Das ist für Raumfahrt-Freunde das, was "Disneyland" für Freunde klassischer Architektur ist - ein langweiliges Totschlagargument. Daher unternehme ich erst gar nicht den Versuch, irgendwen von der Sinnhaftigkeit der Raumfahrt umschweifend zu überzeugen.


    Nur so viel:
    Natürlich haben wir haufenweise Probleme auf der Erde. Doch die Aktivitäten im Weltall sind ja nicht von uns abgekoppelt, sondern werden von der menschlichen Zivilisation unternommen. Insofern nutzt alles, was wir "da oben" machen auch uns hier unten. Sie sind ein Katalysator und Beschleuniger. Zudem wird erstaunlich wenig Geld für Raumfahrt ausgegeben, wenn man es mal ins Verhältnis zu anderen Etatposten der Staaten weltweit setzt.
    Einen erheblichen Teil moderner Technologie gäbe es ohne die Raumfahrt-Anstrengungen gar nicht, darunter vieles aus der Computertechnologie, Kaliforniens Rolle als Tech-Hub und Treiber der Innovationen, das Internet über das wir hier kommunizieren, etc. pp. Klar, vieles davon hängt auch mit dem Militär zusammen.


    Und Elon Musk, dessen unternehmerische Aktivitäten hier eine wesentliche Rolle spielen, ist gleichzeitig ein pragmatischer Vorkämpfer für den Klimaschutz - nicht über moralische Appelle, sondern über Taten.

    Das finde ich entscheidend. Wir brauchen mehr Macher, weniger jammernde Laberbacken. Vor allem Europa sieht sich oft nur noch als moralische Instanz, die hier und da mal den Zeigefinger hebt, aber machen sollen doch bitteschön andere. Da brauchts einen Mentalitätswechsel und viel mehr Mut!



    Bei kurzgesagt auf YouTube gibt es einige sehr kurzweilige und sehenswerte Videos zu Themen wie Mondbasen und Ressourcen aus dem All:


    Wunderbare aktuelle Eindrücke! Hier entsteht wieder ein wirklicher Stadtraum. Echter Städtebau. Eine Qualität, die endlich wiederentdeckt wird.


    Gibt es vom Gründungsviertel eigentlich Webcams? Besonders Draufsichten wären doch spannend. Wie so nach und nach ein "wuseliges" neues Quartier entsteht, im Zeitraffer. <3

    Gerade Peter Behrens müssen wir uns genauer anschauen. Er ist DIE Schlüsselfigur für die Bauhäusler, deren Protagonisten alle bei ihm lernten, mit ihm arbeiteten. Wenn wir Behrens verstehen, verstehen wir Bauhaus und die ganzen nachfolgenden Verirrungen rund um den internationalen Stil, Corbusier und die 1933er CIAM-Charta von Athen viel besser. Es wäre töricht, die Wurzel dieser Entwicklungen aus den Betrachtungen auszuklammern.

    Immer wieder beklagen wir hier -völlig zurecht!- den Mangel an Ausbildung in klassischer und traditioneller Architektur. Doch gibt es wirklich gar nichts, vor allem in Europa? Doch, zum Glück gibt es einige Angebote! Und es werden immer mehr.


    Es gibt mehrere Sommerakademien für klassisches Bauen, in denen auch Teilnehmer außerhalb der Architekten-Profession Grundlagen und Feinheiten lernen können! Warum nicht auch einige aus der Stadtbild-Community?


    🏛🏡🕍⛪🗼🏰🤓


    Es gibt natürlich viel Angebot in den USA, allerdings auch einiges in Europa:

    In Belgien über "La Table Ronde de L'Architecture", nahe Stockholm über die Engelsberg Summer School, in Rom die Rome School der Notre Dame University, in London über die Prince's Foundation, in Spanien und Portugal mit der Rafael Manzano Martos Stiftung.


    Für Martos, Engelsberg und Brüssel gibt es aktuell noch einige wenige Plätze, wer sich mal näher mit angewandter klassischer Architektur beschäftigen und Gleichgesinnte aus ganz Europa und der Welt treffen will, statt nur immer davon zu schwärmen:


    2 Wochen im Juli auf den Azoren:

    https://summerschool.premiorafaelmanzano.com/



    Den ganzen Juli im Schloss Engelsberg und in Stockholm, das klingt doch einladend:

    https://engelsberg.intbau.org/course-info/



    1. bis 22. August in Brüssel, wer es etwas frankophoner und dichter an Deutschland mag (die Kurse sind teils auch in Englisch):

    https://www.latablerondearchit….com/eeatb-ao%C3%BBt-2021


    Bei der Londoner Summmer School gibt es noch kein neues Datum. Allerdings gibt es durchgehend diverse Kurs-Angebote, auch online. Bei Interesse meldet euch bei mir.


    Ähnliches gilt für die Rom-Programme der Notre Dame School of Architecture derzeit. Allerdings gibt es dennoch diverse Kurs-Angebote und Online-Veranstaltungen, zT sogar frei verfügbar.



    Wem reine Online-Kurse zunächst reichen, der wird u.a. vom ICAA in den USA aktuell sehr professionell bedient. Auch das CPI hat einiges im Angebot. Und natürlich auch INTBAU, demnächst wieder mit der Summer Series.


    Daneben kann ich aktuell sehr ans Herz legen, als Gasthörer bei der FH Potsdam einige Online-Kurse mitzunehmen. Ob Architekturgeschichte bei Prof. Peter Stephan, Denkmalpflege bei Markus Tubbesing, oder Entwurfslehre bei Prof. Ludger Brands. Sehr lehrreich und spannend!


    <3


    Wer sich für eine Teilnahme an einer Sommerakademie interessiert, kann gerne auch hier kommentieren oder mir persönlich schreiben. Ich habe zu allen Organisatoren persönlichen Kontakt. Da lassen sich mitunter auch günstigere Konditionen und Stipendien aushandeln, sofern das Finanzielle eine Hürde darstellen sollte. :)

    Nunja, es ist letztlich eben auch mal an der Zeit, bei den Ikonen und Säulenheiligen modernistischer Architektur mal genauer hinzuschauen. Da liegt so einiges im Argen. Bei Corbusier hat man es teils anhand der Vichy-Verflechtungen schon gemacht, beim Bauhaus mit Behrens, Gropius, van der Rohe usw. und ihrem Andienen an den NS/Faschismus sowie weitere Auffälligkeiten steht das noch weitgehend aus. Ann Sussman von der Harvard-Uni stellt da Grad auch einige spannende Untersuchungen an.


    Ansonsten stimme ich zu, dass reine Pamphlete, Anklagen und das Rufen in der Wüste wenig bis keinen Effekt haben, sondern eher hilflos wirken. Es braucht Dialog.

    Nachdem Huth/HGHI sich mit der Mall of Berlin am Leipziger doch eher in die Nesseln gesetzt haben, dazu noch die Corona-Rückgänge, der praktisch unaufhaltsame Wandel des Einzelhandels... schwer vorstellbar, dass man da noch so ein Monstercenter realisiert.