Posts by erbse

    Früher war Arbeitskraft in Deutschland eben auch enorm günstig. Viele junge Menschen die in die Städte strömten und Aufgaben suchten. Vielleicht ist dieses Sauberkeitslevel künftig wieder mit mehr Achtsamkeit und auch Automation zu erreichen.

    Aber weg vom Allgemeinen. Eine tolle Kuppelkonstruktion! Der Stuck kann ja später auch noch wiederkommen, Stuck für Stuck. ;) Der KuDamm hat sich in den letzten Jahren wieder toll entwickelt, zu seiner Klasse und Finesse zurückgefunden. Es wird viel aufgewertet und das meiste mit Geschmack und Klassik.

    Etwas mehr Eigenverantwortlichkeit tut hier womöglich gut.

    Ein hilfreicher Grundsatz ist dabei, sich selbst z.B. eine solche Frage vor dem Abschicken eines Beitrages zu stellen:
    "Hinterlasse ich mit diesem Beitrag meine Mitdiskutanten und Mitleser reicher und besser als vorher?"

    :)

    Abgesehen von der typisch amerikanischen/angelsächsischen horizontalen Fenstergliederung könnte das auch ein verhunzter Gründerzeitler in einer westdeutschen Stadt sein.

    Vielleicht. Wobei solche Bauten in New York schon sehr, sehr selten sind. Vor allem mit dieser Art von Ornamenten.

    Besonders schade ist es auch um die Veranstaltungsräume im Inneren, die zwar teils verändert wurden, aber noch viel Charme des Beaux Arts versprühten und in der Stadt immer seltener werden durch viele solcher unnötigen Abrisse.

    Bilder davon (mit überladener Hochzeitsdeko): https://www.theknot.com/market…t-hall-brooklyn-ny-543983


    Deutschlandfunk Artikel: https://www.deutschlandfunkkul…-deutsche-abriss-100.html

    Greifswald hat sich seit den späten 90ern architektonisch leider komplett verrannt.
    Immer wieder gesichtslose Kisten ohne Bezug zum historischen Stadtbild.


    Es gibt leider im Gegensatz zum benachbarten Stralsund (Bürgerkomitee und Co.) bislang auch keinen wirklichen Widerstand oder Einsatz dazu aus der Stadtgesellschaft, der unpassende Neubauten verhindern würde. Das Bewusstsein für die Altstadt ist nicht so ausgeprägt. Figuren wie Herbert Ewe fehlten in Greifswald. Es scheint auch irgendwie zu spät für eine Bewegung, denn praktisch alle wichtigen Baulücken oder Projekte an prägenden Orten sind fertig oder auf dem Weg.


    Immerhin gibt es mit der Altstadtinitiative Greifswald einen Verein für den Erhalt von Altbauten, der so einiges bewegen konnte seit der Wendezeit. Eine Kooperation mit Stadtbild Deutschland wäre sicher förderlich.

    Ich hab persönlichen Kontakt zum OB. Fänds aber gut, wenn das Thema von einigen Mitstreitern mit aufgenommen wird. Etwa auf dänisch, das ist eine super Idee. :)

    In dem Artikel wird etwas von einem bekannten Paragrafen 34 erzählt, bei dem die Eigenart der Umgebung bei Neubauten berücksichtigt werden muss. Hat dieser Paragraf eine Relevanz bei modernen Bauprojekten, die sich nicht der historischen Umgebung anpassen?

    https://www.marlowes.de/eigenartig/

    Über diesen Paragrafen haben wir in Stadtbild-Kreisen schon öfter gesprochen - leider ist er sehr schwammig formuliert und bleibt damit idR heiße Luft. Diesen zu präzisieren wäre eine hilfreiche Aktion für mehr Bauqualität.

    Ein städtebaulich interessantes Großprojekt ist in Zehlendorf zwischen Osdorfer Straße, Landweg und den Gleisen der Anhalter Bahn geplant. Dort soll Wohnraum für bis zu 6.000 Menschen entstehen.


    Das Projekt nennt sich "Neulichterfelde". Da die Groth-Gruppe und das Architekturbüro von Christoph Kohl involviert sind, dürfen wir von städtebaulich sehr stimmigen, gründerzeit-inspirierten Blockrandbauten ausgehen, wie es auch schon die Pläne zeigen. Architektonisch wird es vermutlich auch noch klassischer als in den frühen Zeichnungen. Ich finde insbesondere die tortenartigen Eckbauten spannend, die an kürzere Versionen des Flatiron Buildings erinnern - und zugleich an viele Berliner Torten-Eckbauten aus dem 19. Jahrhundert.


    Im Herbst 2022 wird es voraussichtlich losgehen.


    Hier gibt's mehr Infos: https://entwicklungsstadt.de/w…-im-herbst-2022-beginnen/

    Übrigens hat Frau Kahlfeldt heute dem RBB heute ein Radio-Interview gegeben, worin sie betont, sich in einer Rolle als "Brückenbauerin" zu sehen. Sehr souverän und gelassen

    Und genau das verkörpert sie auch auf der Praxisebene. Viel, viel mehr als die Theoretikerin Lüscher es je hätte können.

    Ich seh auch einfach nur eine baulich eingepasste Ergänzung der bestehenden Backfabrik.
    Wenn man das weniger hochtrabend ankündigt, wird es auch mehr angenommen.
    Die Skizze ist ja vielversprechend.

    Finde ich auch einen sehr reizvollen Gedanken. Wir heißen zwar "Stadtbild", im Grunde meinen wir ja aber auch Ortsbild.
    Und seit "Unser Dorf soll schöner werden" gabs nicht wirklich eine Initiative mit Strahlkraft für ländliche Ortsbilder.
    Dabei sind gerade die sehr gefährdet und dürfen dringend gerettet werden.

    Zugleich dürfen wir mal schauen, was genau eigentlich der Fokus unserer Kern-Auszeichnung sein soll. Es gibt ja nicht wirklich Kriterien oder eine Beschreibung des Preises. Sowas fänd ich aber essenziell, um mal genauer nach außen kommunizieren können, was wir da eigentlich auszeichnen.

    Ich denke auch. Wer sich jetzt die ganze Zeit durch unsachliche Angriffe disqualifiziert, wird halt nicht in entscheidende Stadtgestaltungsprozesse einbezogen. Pech gehabt.


    Selbstverständlich der Sache, aber sicher nicht Menschen, die andere beleidigen, weil sie glauben, anonym Dampf ablassen zu müssen. Das schadet nämlich der Sache.

    Und das nehme ich bei dir auch idR so wahr. Und sehe ich genauso. Niemandem bei Stadtbild ist geholfen, wenn hier Stammtischparolen salvenweise abgefeuert werden. Dampf ablassen kann man beim Sport oder anderen körperlichen Tätigkeiten.


    Die dummen, platten Angriffe auf Kahlfeldt waren doch zu erwarten. Und aus der immer selben Arch+ Agitationsecke.

    Sollte uns wirklich nicht beeindrucken und provozieren. Wir verteidigen uns mit guten Ergebnissen und sachlichen Argumenten, sowie Charme und Humor. Letztlich kann das Schlechte nie dauerhaft gegen das Gute gewinnen.

    Nur sind 1000€ im Jahr für einen Social Media Manager für bis zu drei Plattformen ein unrealistischer Preis.

    Auf fiverr zB bekommt man solche Leute.

    Man darf hier nicht von deutschen Preisen ausgehen. Die Leute kommen dann meinetwegen eben aus Osteuropa, Südostasien, Lateinamerika usw. - machen aber auch sehr gute Arbeit. Hab da bislang nur gute bis hervorragende Erfahrungen mit verschiedenen Dienstleistern gemacht.

    Davon ab, habe ich mit zwei weiteren Engagierten eine 30.000 Leute starke facebook Gruppe zu neuer klassischer Architektur aufgebaut (New Traditional Architecture), neben weiteren Gruppen an denen ich beteiligt war. Und mein unternehmerischer Hintergrund liegt u.a. auch im Online-Marketing-Bereich. Drum steh ich natürlich nach wie vor jederzeit gerne mit Rat zur Seite (für noch mehr Tat bräuchte ich eher weitere Vereinsmitglieder denen ich was beibringen kann).


    Ich finde, es würde sehr helfen, für Stadtbild ein Social-Media-Team aufzubauen. Einer allein kann das kaum alles wuppen, außer derjenige hat sonst kaum was zu tun oder ist mit einer Art Inselbegabung ausgestattet. ;)

    Sehr wertvoller Hinweis ExilWiener, danke dir!

    Ich dachte mir für Berlin auch schonmal, wir könnten einfach mal einige typische Hausfassaden zusammentragen und Angebote bei den Stuckateuren und Sanierern für verschiedene Grade der Wiederherstellung anfragen. (Natürlich mit Aufwandsvergütung). Dann hätte man Hausnummern, mit denen man Eigentümer ansprechen kann, die sowieso sanieren wollen. Zugleich könnte man Hinweise auf Fördermöglichkeiten bzw. Unterstützung geben.


    Ich kann mir auch vorstellen, dass man durch serielle Lösungen in dem Bereich viel Geld sparen könnte, als wenn man immer alles individuell machen lässt. Letzten Endes war das ja auch das Rezept zur Skalierung der vielen Stuckfassaden im Historismus.

    Mitteleuropa war ja insgesamt im Mittelalter teils deutlich wärmer und bis hinein in die nördlicheren Teile wurden Wein und mitunter sogar Zitrusfrüchte angebaut. Was uns nun droht, ist lokal aber eher ein deutlicher Temperaturabfall (durch die Golfstromveränderung) sowie häufige Starkregenfälle und andere Wetterextreme. Nix mit Dauersommer.

    Wie wohltuend sind da die Instagram-Bilder von Paris, Budapest oder Rom.

    Berlin ist für viele nunmal gerade darum so reizvoll, weil's die Konventionen und Klischees europäischer Metropolen bricht und ganz anders ist. Es steht für ein anderes Stadtbild und eine andere Kultur. Die es so nirgendwo sonst gibt.

    Ist für uns nicht ganz so hilfreich, aber aus meiner Sicht eben auch eine Art Trend. So wie London in den 60ern und New York in den 80ern. In den nächsten Jahrzehnten darf's also mit dem Niveau dann deutlich bergauf gehen, was sich ja an vielen hochwertigen Bauprojekten (v.a. in Charlottenburg-Wilmersdorf, Prenzlberg) teils auch schon zeigt.

    Wenn Vorgänge wie das Ansteigen des Meeresspiegels potenziell langsamer ablaufen, verschafft uns das natürlich etwas Zeit. Verlassen würde ich mich aber auf solche Aussagen nicht. Die modernsten Klimarechner können die Komplexität der wechselseitigen Einflüsse bislang nicht annähernd erfassen. Vielleicht werden sie das auch nie können, da sie nicht die Zukunft und kosmische sowie erratische menschliche Einflüsse vorhersehen können.

    Zumal schon kleinere Veränderungen im Golfstrom z.B. ganz andere Effekte nach sich ziehen können, die wiederum Extremwetter und andere Probleme enorm beschleunigen. Dagegen sind die diesjährigen Hochwasser dann Kindergeburtstag.

    Alarmismus und Panik sind nicht die passende Antwort, aber offenbar nötig, um Regierungen, Unternehmen, Gesellschaften und den Einzelnen ins Handeln zu bringen.