Posts by Goldstein

    Man muss sich mal vorstellen, womit Menschen ihre wertvolle Lebenszeit verschwenden. Ich würde mich nie für potthässliche Bauten einsetzen und alberne Forderungen stellen, um mit diesem Bauschrott andere zu unterstützen, welche ohnehin kein künstlerisches Talent haben. Denn wo sind die überragenden Ausstellungen im RZ, welche die Stadtgesellschaft faszinieren und Mäzäne dazu bewegen, die Miete im neuen Kreativquartier zu übernehmen, damit weiterhin ohne ökonische Zwänge Meisterwerke entstehen können?

    Sag mir, wo die Bilder sind, wo sind sie geblieben?

    Erstaunlich. Sehe ich dort orange-rote Ziegelsteine mit farblich passenden Fenstern und einem schönen Baum im Innenhof? Ein Paradies für Kinder! Vor allem, wenn man an den Schutz vor starker Sonne, Starkregen und anderen Wetterextremen denkt, welcher aktuell eine wichtige Rolle spielt. Welch Glück für Bremen. Ich bin sehr auf das Gesamtergebnis gespannt Im Norden tut sich einiges sehr Positives.

    Das Ornament der Architektur (toter Gegenstand) hat mit Tätöwierungen (Haut = Lebewesen) nichts gemein. Eine Tätowierung ist der Wunsch eines Menschen nach Individualität und Gruppenzugehörigkeit (die Tätowierten, die Träger bestimmter Tatoos). Diese Funktion haben Ornamente von Gebäuden nicht. Hier steht das Vermögen eines Hausbesitzers im Vordergrund. Frauen kaufen zum Beispiel gern sündhaft teure Taschen bestimmter Luxusmarken und verschwenden damit sichtbar einen Teil Ihres Vermögens, um zu signalisieren: Schaut her, ich kann es mir leisten. Ich bin eine gute Partie. Wenn man dann noch besonders clever ist, hat man einen Sinn für Dinge, die teurer aussehen, aber günstig sind. Das gleiche lässt sich auf Bauwerke übertragen. Je mehr Ornamente ein Gebäude hat, desto höher die Zusatzkosten für seine Errichtung. Gleichzeitig lassen sich mit Ornamenten/Figurenschmuck usw. Bildungseigenschaften und Einstellungen / Überzeugungen unterschwellig vermitteln. Das lässt sich sehr schön verifizieren, wenn man bedenkt, dass es zumeist nur die Schaufassade war, welche so opulent gestaltet wurde (Ausnahme Riemers Hofgärten in Berlin / hier gibt es nur Schaufassaden). Wer also etwas auf sich hielt, zog unter keinen Umständen in einen Seitenflügel oder Gartenhaus, sondern in die Beletage des Vorderhauses. Und wer als Eigentümer besonders clever war, hatte teuer aussehende Materialien verwendet, welche billig in der Herstellung waren (z. B. Marmorimitationen).

    Durch den zunehmenden Verkehr veränderten sich die Wohnbedürfnisse bald dahingehend, dass es schick wurde, weiter oben zu wohnen, denn dort war die Abgas- unf Lärmbelästigung nicht so groß und es gab nun eiserne Lastenaufzüge, um auch dort einfach hoch und hinunter zu gelangen. Das Ornament indes machte aber nicht an der Fassade halt, sondern zog sich in die Innenräume in Form von Stuck, Kacheln von Öfen, Eisengitter von Treppengeländern und Aufzugsschächten. Voraussetzung dafür ist eine Gesellschaft, welche Schmuck als essentiellen Teil ihres Lebens ansieht. Das war Ende des 19. Jahrhunderts sehr stark der Fall. So ist der Beruf der Putzmacherin (Putz hier im Sinne von sich herausputzen) stark verbreitet. Es waren aber nicht alle Gesellschaftsschichten gleichermaßen zur Teilhabe befähigt. Deshalb führte die politische Emanzipation der Unterprivilegierten zum Kampf gegen den Schmuck, eben auch an Gebäuden und das Prinzip zieht sich bis heute ins Wahlprogramm der Linken (überspitzt: mehr Geld für Kindergärten und Schulen statt Barock). Dabei ist beides überaus wichtig. Nicht entweder oder.

    Sonst wäre die zweckmäßige DDR nie untergegangen. Man musste nicht hungern. Es gab Bildungsmöglichkeiten (gerade auch unpolitsche). Wer reisen wollte, hat sich seine Nischen gesucht. Wohnraum war billig und die Grundnahrungsmittel ebenso. Also das Arbeiterparadies schlechthin. Nur fehlte es an richtiger Hochkultur, an Freiheit sowieso und auch ganz wichtig an Bildungsniveau, was die verschiedenen Künste anging. Naturwissenschaftlich-technische Bildung war sehr gut und vorzeigbar. Baukulturelle Bildung hingegen litt unter politischer Indoktrination und somit entwickelte sich hier die Katastrophe schlechthin: Plattenbauten und Langeweile. Loos hätte seine helle Freude gehabt. Dieser Dummkopf.

    Doch auch in der sogenannten freien Welt wurde gegen das Ornament polemisiert. Hier sollte das Ornament die Ursache für den Faschismus und seine Folgen gewesen sein. Wenn dem so wäre, hätten faschistische Gebäude eine überbodende Ornamentik, was nicht der Fall ist. Vergleicht man hingegen diese Bauten mit heutigen nach Effizienzdogma gebauten modernen Blöcken so sind deutliche Gemeinsamkeiten zu erkennen. Jegliche fehlende Schönheit, keine menschlichen Proportionen, Kühle und Monotonie. Kurz LEBENSFEINDLICHKEIT. Eine Schande, dass ausgerechnet steuerfinanzierte Professoren-Darsteller diese faschistische Ideologie des Bauens in völligem Verkennen ihrer eigenen Propaganda weiter verbreiten.

    Lübeck weiß zu gefallen, sogar mit Bankhäusern. Vielleicht könnte man sich bei dem oben gezeigten Anbau noch um etwas mehr Aufwand bei der Variante für die helle Fassade bemühen. So wie es aussieht, wird die Fensterfarbe des Klinkerbaus Hauptfarbe des Anbaus. Diesem fehlen aber die Lisenen und die Steinornamente der Fassade des Haupthauses. Diese Ornamente könnten sogar in weiß sehr dekorativ wirken, wenn die Hauptfarbe das gewählte Indigo-Grau bleibt. Ein Versuch wäre es wert. Sonst sehr angenehmer Entwurf. Unaufgeregt, zeitlos elegant. Selbst das Dachgeschoss passt sich ein.

    Mit der U 2 durch die Geschichte

    Drei U-Bahnhöfe zwischen Alex und Potsdamer Platz werden nach historischem Vorbild erneuert


    http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/0…lin/741090.html

    Das ist der erste Beitrag in diesem Thema gewesen. Was ist daraus geworden? Ich habe neulich zur Kenntnis genommen, dass der U Spittelmarkt offenbar erneut fertig saniert ist und wieder wunderschön aussieht. Welche anderen Bahnhöfe sollten damals noch erneuert werden? Im Bahnhof Klosterstraße sind die Sicherungsmaßnahmen der Hintergleiselemente durchgeführt worden, auch hat dieser Bahnhof zwischenzeitlich einen Aufzug erhalten. Märkisches Museum hat jetzt zwar eine haltbare Fliesenkonstruktion und neue Leuchten, jedoch ist das farbig interessante Licht verschwunden. Hausvogteiplatz und Stadtmitte (U2) sehen so langweilig aus wie eh und jeh.

    Zum 100. Geburtstag der Berliner S-Bahn gab es heute ein erstes Geburtstagsgeschenk. Der Bahnhof Berlin-Schöneweide wurde feierlich eröffnet. Die Bauarbeiten dauerten nicht 6 Jahre, wie in bekannten Zeitungen zu lesen ist, sondern bereits seit 2013. Vielen sind noch die Fernzüge des Städteexpress in Erinnerung, welche (man glaubt es heute kaum) mit 15 Wagen z. B. nach Meiningen unterwegs waren. Diese Züge setzten damals in den 80er Jahren in Berlin-Schöneweide am 400 m [sic!] langen Bahnsteig ein. Grund: Ermangelung ausreichender Fernbahnkapazitäten in Berlin-Lichtenberg und Berlin Ostbahnhof. Diese beiden Bahnhöfe waren damals alles andere als verfügbar und vielerorts noch nicht fertig umgebaut.

    Nun also ein fertig umgebauter Bahnhof auf dem technischen Stand 2024. Und was soll ich sagen: Hinfahren! TRAUMHAFT SCHÖN. Hier stimmt einfach alles. Das Highlight sind die original sanierten Aufsichtshäuschen (6 Stück!), bei denen jedes Detail aufs Beste umgesetzt wurde. Selbst die Türgriffe sind noch die alten (siehe Vergleichsfoto aus den 90er Jahren).

    Anbei 3 Bilder / zum Vergleich der Vorzustand: https://live.staticflickr.com/8450/7965526378_b3d7c62bef_b.jpg

    Die Muster wurden mustergültig getroffen. Auch die Dachlandschaft mit den neu gegossenen Bahnsteigsäulen (Das Herstellungsjahr ist sogar im oberen Trägerbereich in den Guß eingearbeitet worden) präsentiert sich in einem perfekten Farbton. Die Treppenabgänge (Gewächshäuser) sind ebenfalls an Aufwand nicht zu überbieten. Es wirkt alles unglaublich ansprechend und sieht aus wie vor 100 Jahren. Wenn erst die historischen S-Bahnzüge wieder in voller Länge unterwegs sein werden, wird jedem deutlich, was hier für ein Diamant erschaffen wurde.

    https://www.hisb.de/images/2023/Weihnachtszug2023_Etappe.jpg

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    Na das ist ja schick. Ostmoderne mit Schinkel auf einem Bild und beides in saniert oder neu. Kein, die FH hat es nie gegeben. Leider fehlt dem Eckhaus Aufwand. Dadurch wirkt das Sternenhaus etwas zu stark. Aber immerhin viel besser als diese 2 Langweilerkisten am Steubenplatz direkt neben dem Plögerschen Gasthof.

    Hier wäre ich sogar einem Preis für wegweisende Bauten des Berliner Regierungsviertels nicht abgeneigt. Begründung: Dieses Ensemble harmoniert in sich und mit seiner Umgebung, es zeigt dezente Farben bei solider Fassadenqualität und zudem Bauschmuck in Form von edel anmutenden Jalousienverkleidungen im Stile des 19. Jahrhunderts in 3D-Ausführung. Hinzu kommt eine symmetrische Komposition der Fenster in ausreichender Breite mit Fensterkreuzen. Das alles können die wenigsten Regierungsviertelgebäude von sich behaupten.