Posts by Goldstein

    Entschuldigt bitte, aber ich kann nicht anders:

    Die zurecht herausgestellte Perle der Neubebauung steht wieder mal neben dem schlimmsten Schrotthaufen moderner Langeweile.

    Allein diese Bunkeroptik mit einem völlig geschmacklosen Rotton, der mit nichts in der Umgebung harmoniert. Grauenhaft!

    Interessant. Die Vorderseite des Alten Museums macht auch unsaniert noch einen guten Eindruck. Aber wäre es nicht möglich, die Seiten des Museums wie beim Schloss Charlottenburg einer Hüllensanierung zu unterziehen? Allein dadurch hat "Tante Charly" extrem an Ausstrahlung gewonnen. Es ist einfach schade, wenn diese verdreckten Wände den Gesamteindruck dieser Märchenlandschaft so negativ beeinträchtigen.

    Diese Säulen machen aber einen absolut ungepflegten Eindruck. Es lässt sich alles sanieren.

    Auch sollte das Alte Museum endlich mal eine Hüllensanierung erhalten.

    "Rache des Senats am Berliner Schloss"


    Nein, das hat andere Gründe.

    Frau Lompscher ist Bausenatorin und ist wie ich in der DDR aufgewachsen. Für Sie dürfte der Neptunbrunnen schon immer dort gestanden haben, wo er jetzt steht. Der vermittelt Heimatgefühl. Nun kann man aber auch mal pragmatisch entscheiden und sagen, gut, wir versetzen den Brunnen wieder und bauen an der DDR-Stelle einen Berolina-Brunnen als Ersatz. Soweit so gut.


    Doch es ist kein Zufall, dass gerade eine Linke Bausenatorin ist. Und das hat mit tiefen Verletzungen zu tun:

    Die Nachwendezeit brachte vielen Menschen im Osten sehr schmerzliche Erfahrungen. Da war der Verlust der Arbeit.

    In der DDR unbekannt. Existenzangst gab es so nicht. "Wo ist das Problem, suchst Dir eben einen neuen Job".

    Doch wer sollte jemanden aus dem Osten einstellen, wenn es Bewerber aus dem Westen gab? Die Vorbehalte waren massiv!

    War der bei der Stasi? Kann der Marktwirtschaft? Kann der überhaupt richtig arbeiten?

    Überall entstanden bald neue Technologieparks, aber die Firmen dort hatten mit der Umgebung keine Verbindung.

    Westimporte mit mitgeschleppten Mitarbeitern. Selbst erlebt. Kein Reinkommen.


    Wie sollte nun unter solchen Voraussetzungen wirkliche Teilhabe entstehen? Nicht nur das vertraute Land war weg, nein, auch der Arbeitsplatz, die Zukunftsperspektive - einfach alles. Und wer kaufte all die Immobilien, das Betriebsvermögen, natürlich wieder der Westen. Der Osten musste sich ja erst alles erarbeiten. Doch wenn niemand auf besser bezahlte Positionen eingestellt wird, verbesserte sich das Leben nicht. Das war die Stunde, in der die Ostalgie entstand.

    Und wer in dieser Situation weder vor noch zurückblicken wollte, der brachte sich um. Die Zahl der Selbstmorde stiegt zeitweise sehr deutlich. Ich kenne mindestens 10 Menschen, die sich aus Verzweiflung das Leben genommen hatten. Dieses alles sitzt bis heute tief. Die Westmedien - Ostmedien waren ja fast alle abgewickelt, haben dieses Thema nie wirklich aufgegriffen. Der Ostdeutsche hatte zudem nicht gelernt seine Interessen zu vertreten. Das übernahm zunehmend wieder die SED-PDS-Linke. Und vor allem deshalb, weil die gleiche Westarroganz auch in den anderen Parteien herrschte. Selber schuld, alles hausgemachte Probleme!


    Und dann kamen die Abrissbagger. Erst die Betriebe, dann die Wohnungen. Immer mehr Menschen aus dem Osten fühlten sich abgehängt, nicht verstanden, ohne Lobby. Das gipfelt bis heute in für die Demokratie gefährlichen Entwicklungen. Die Linke nutzte diese Schwächen des Systems, um wieder an Deutungshoheit zu gewinnen. Man müsste aber erst mal die tief sitzenden Verletzungen ausheilen und überwinden. Dann könnte auch ein Brunnen umziehen.

    Hmm, was zeigt Ihr denn da für Diamanten. Die Kofferradios an der Spree sind wirklich gelungen. Maritim, 20er-Stil mit aktueller Geschossaufteilung und Gestaltung. Ein sehr interessantes Ensemble. Und der Eckturmpalast hat ja sogar geteilte Oberlichtfenster. Gründerzeit vom Feinsten. Wow!

    Nun sind bald derer 2 neue Kupferkuppeln des alten Berlins rekonstruiert. Vielleicht vermag dieser Umstand einen Bildkünstler dazu zu verleiten, einmal die genannten in herrlichstem Sonnenschein zu fotographieren. Die jeweils besten Aufnahmen (1 x Parochialkirchturm und 1 x Schlosskuppel) werden sodann nebeneinander gelegt und zu einem Bild komponiert. Wer lässt Träume wahr werden?