Posts by Goldstein

    Das bereits erwähnte Hotel Kaiserhof macht große Fortschritte und damit zudem alle Vorurteile über Bitterfeld zunichte. Ein Edelstein bester Qualität ist im Entstehen. So unglaublich wie die Sanierung der Mutter aller Schrottimmobilien in Bremerhaven. Einfach fantastisch. Schaut mal vorbei.

    Ich hoffe sehr, dass an der Treppe die ein oder andere Kamera zur Identifzierung der Täter beitragen kann. In Dresden und in Berlin hat diese Art sorgloser Umgang zu massiven Schäden geführt. Aus dieser Erfahrung ist es keine Frage des ob, sondern des wann.

    Was soll das letzte Bild darstellen? Karl-Liebknecht-Str. / Spandauer Straße?

    Die Doppelkettenfahrleitung geht dann direkt auf die Straße Unter den Linden - was für ein Lapsus. Da ist nie eine Straßenbahn unterwegs gewesen. Lediglich gequert wurde der Prachtboulevard, später im Lindentunnel.

    Erstaunlich auch, mit welchem Schrott die Umgebung des Berliner Schlosses vollgestellt ist und wo diese Scheußlichkeiten alle herkommen. Vergilbte Plakate, verrostete Geländer, Schaltkästen mit hässlicher Gestalt, 1000 und 1 Baustellenabsperrungen und ein Pflaster, welches aussieht als ob der 2. WK gerade tobt.

    Durch diese unglaublich attraktive Bebauuung wird Osnabrück eine regelrechte Magnetwirkung haben. Jeder, der etwas auf sich hält, will ein paar seiner freien Tage im Jahr unbedingt dort verbringen. Damit wird Osnabrück mit Dresden und Leipzig in einem Atemzug genannt werden.


    Die Realität sieht leider anders aus, denn das Beste an Osnabrück ist der Zug nach Münster.

    Ich wage mal eine These: Das Neubauprojekt Gründerviertel Lübeck ist die westdeutsche Annäherung eines verirrten Modernismus in einem ersten Schritt an die traditionelle Bauweise, weitere Projekte werden folgen. Vergleichbar ist das mit der Entwicklung in Ostdeutschland, wo im Laufe der Zeit Gebäude mit immer weniger Originalsubstanz original saniert wurden. Klingt paradox, ist aber gelebter Einigungsprozess und führt zu immer interessanteren Ergebnissen.

    Extreme sind nie gut. Auch der Kapitalismus ist eine extreme Gesellschaftsordnung, das wussten schon Marx und Engels und haben mit ihrem Manifest versucht, eine Lösung für die vielen gesellschaftlichen Widersprüche zu finden. Leider zeigen sich heute in amerikanisch bestimmten Unternehmen starke Tendenzen des Überwachungsstates DDR: es wird alles nachverfolgt - jeder Browserverlauf, jede E-Mailantwort, jede Besprechung. Einfach widerlich. Der abhängig Beschäftigte ist wieder der Dumme und von Würde des Menschen kann hier keine Rede mehr sein. Denn es handelt sich um die Ökonomisierung von Menschen. Wieviel bringt der Einzelne im Vergleich zu seinen Kollegen dem Unternehmen. Permanente Erreichbarkeit gehört dazu. Überstunden, Wochenend- und Feierabend-Arbeit wird nicht nur erwartet, sondern vorausgesetzt - unbezahlt natürlich. Das Tragen von in Billiglohnländern produzierten T-Shirts mit Firmenlogo zur Team-Bildung gehört auch dazu. Man fühlt sich versetzt in die Zeit des 19. Jahrhunderts wo Arbeitnehmerrechte erst mühsam erkämpft werden mussten. Insofern ist es doch ganz gut, ein solches Denkmal mitten im Zentrum Berlins zu haben. Denn Geschichte wiederholt sich.

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    Das ist mein 1000. Beitrag! Ein Hurra auf dieses Forum. Es gibt immer wieder der Neues zu lernen und der Austausch mit den Foristen hier ist etwas ganz Besonderes. Ein herzlicher Dank an Euch alle!

    Ich finde es großartig. Vor allem weil die Alternativen ja immer absolut beliebig und langweilig aussehen (siehe die Hotelbauten gegenüber). Beim Haus der Statistik kommt aber die Geschichte dazu. Und sein denkmalgeschützer Nachbar, das Haus des Reisens (Ensemble-Wirkung). Hinzu kommt, es ist das wirklich erhaltenswerte Haus vom Typ "Rechenzentrum". Die Potsdamer Variante kann damit entfallen.

    Diese Pracht ist das Ergebnis der DDR-Rekonstruktion zur 750-Jahr-Feier 1987, war zuvor normales Mietshaus, wurde dann nicht ganz termingerecht fertig und gehörte seit 1989 zum Märkischen Museum. Ja, auch das glaubt man nicht. Aber dank Helga Hahnemann hatte dieses Alt-Berlin und die Berliner Schnauze immer einen Platz im DDR-Alltag. Traumhaft schön und zur selben Zeit - Ende 1988 - wurde ja auch begonnen, die Neue Synagoge zu rekonstruieren. Interessante Zusammenhänge am Rande.

    Ich habe gehört, dass Schaluppke eigentlich die Kindergartenzeichnung seiner Tochter umgesetzt hat. Erstaunlich aber: Die Deckenhöhen wurden an den Nachbarbau angelehnt, falls doch mal jemand mit einer richtig schönen Fassaden-Idee rumkommt.

    Respekt - das sieht ja wie in Budapest aus ...

    Hoffentlich werden im Land der immer noch Casino-Mentalität nicht nur Casinos saniert. Das muss bei allen Bürgern ankommen.

    Aber immerhin kommt jetzt die Sanierungsqualität nach Rumänien. Das wird das Image des Landes nachhaltig verbessern.

    Nein. Jedenfalls nicht pauschal. Das Ehrenmal im Treptower Park zeigt einen Sowjetsoldaten, der letztlich als Mensch steht, der mit seinen Kameraden das Deutsche Reich vom NS-System befreit hat. Es zeigt eben nicht Stalin oder Lenin. Es zeigt auch kein Kriegsgerät. Letztlich ist auch dieser Soldat ein Opfer des Systems, zu dem er gehört.


    Das Schwert hat das Hakenkreuz zerschlagen, auf dem Arm sitzt ein Kind. Dieses Symbol kann man auf zweierlei Weise deuten. Ein deutsches Kind wurde vor dem sinnlosen Vernichten bewahrt, ein russisches Kind in Gegenwart eines deutschen Soldaten hätte eher ein anderes Schicksal erwartet. Andererseits vermittelt diese Situation auch die klare Botschaft, die Sowjetunion ist jetzt für die Sicherheit der Deutschen und ihr Leben zuständig. Insgesamt also ein sehr authentisches Denkmal. Und genau solche sollte man nicht beseitigen.


    Anders stellt sich die Situation an den Seiten des Ehrenmals dar. Dort wird u. a. Stalin gehuldigt. Und das geht gar nicht. Das wäre so, als ob wir öffentlich den Führerkult um Hitler weiterbetreiben. Hier bin ich für eine öffentliche Diskussion, wie mit diesen volksverhetzenden Elementen umgegangen werden sollte. Das DHM wäre ein guter Aufstellungsort. Und als Ersatz, um die Ikonographie nicht zu verändern, sollte dort etwas zum Gedenken an die Zivilisten in der Ukraine aufgestellt werden. Dann kann dieser Ort nicht mehr durch russische Extremisten missbraucht werden.


    Das Phallussymbol in Riga hingegen hat eine ganz andere Aussage und lässt sich deshalb auch ohne großes Aufsehen sprengen.

    Richtig clever wäre, wenn man in Riga als Ersatz ein Denkmal für alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft aufstellt.