Berliner Schloss - Umfeld (Schlossplatz, Schlossfreiheit, Lustgarten & Spreeufer)

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • Mal zwei, drei Fragen an die hiesige Gemeinde:
      Kann jemand Auskunft darüber geben, warum die Roßbändiger 1950 in den Westsektor nach Schöneberg gebracht wurden? Wie kam es dazu?
      Die andere Frage stellt sich mir in Bezug auf den Verbleib des Adlers der Adlersäule. Es ist unwahrscheinlich, dass er beim Abriss der Säule zerstört wurde, denn das darunter befindliche Kapitell tauchte ohne Schäden, die es zweifelsohne beim Sturz aus der Höhe erhalten hätte im Pergamonmuseum auf. Somit wurde es wahrscheinlich mit einem Kran abgebaut. Das würde dann auch für den Adler gelten. Bloß wer schmeißt den Adler weg und behält ein korinthisches Kapitell, was für sich genommen nichts besonderes ist? Wenn der Adler zur Metallgewinnung eingeschmolzen wurde, warum nicht auch das Kapitell? Oder gibt es schriftliche Belege für die Vernichtung? Nach meinem Gefühl existiert die Skulptur noch irgendwo - vielleicht auch im ehem. West-Berlin? Kam sie zusammen mit den Roßbändigern über die Grenze? Ich möchte keine Verschwörungstheorien aufstellen, aber irgendetwas passt in der Sache nicht zusammen. Wer kann für etwas Aufklärung sorgen?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Friedenau ()

    • Nein, das ist nicht der Grund. Der Gartengestalter Prof. Georg Pniower, der den Kleistpark für die britische Besatzungsmacht entworfen und angelegt hat, schlug die Rossebändiger und den "Engel vom Schloß" zur Gestaltung vor (er hatte 1946 zwei Wochen Zeit für einen Entwurf bekommen), deshalb wurden die Figuren, auch der Genius vom Denkmal FW III. nach Schöneberg gebracht. Für Pniower war das alles ein "Notbehelf" mangels Zeit, auch bemängelte er, dass die Figuren in ihre Maßstäblichkeit nicht passen.

      Dass die Berliner Denkmalpflege den Zustand, den selbst sein Entwerfer als Notlösung kritisiert hat, heute für unverzichtbar und schützenwert hält gehört zu den bizarren Wendungen der Denkmalpflege.

      Vom Adler gibt es keine Spur. Das Kapitell stand jahrzehntelang auf der Museumsinsel im Hof des Pergameonmuseums, bevor es bei dem Beginn der Sanierung des Neuen Museums von einem Hobbyhistoriker "erkannt" wurde. Vermutlich ist es zu DDR einfach als klassisch ausgegeben worden, damit nichts passiert - wie auch die Potsdamer Denkmalpflege einen Teil der widerrechtlich gesicherten Attikafiguren des Stadtschlosses unter die Figuren des Neuen Palais gemischt hatte, damit sie nicht erkannt werden.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Vielen Dank für die interessanten Hintergrundinformationen, Kontantinegeer. Gibt es die Aussage von Prof. Pniower noch in schriftlicher Form? Man sollte versuchen die Politik und die Denkmalsbehörde doch noch davon zu überzeugen, dass diese doch geschichtlich und auch künstlerisch bedeutenden Skulpturen der Roßbändiger von Peter Clodt von Jürgensburg wieder zur gebührenden Geltung kommen - da wo sie hingehören, vor Portal IV.
      Zum Adler der Adlersäule. Auch dessen Bildhauer Christophe Fratin ist ein bedeutender Künstler des 19. Jahrhunderts. Eine Adler-Skulptur von ihm findet sich auf der Terrasse von Schloss Babelsberg und eine andere zum Beispiel im Centralpark von New York. Ich bin sicher, der Adler hat die Wirren der Zeit überstanden hat. Es gibt eine Aussage, dass er nach Sanssouci gebracht wurde - vielleicht ein Hoffnungsschimmer, ihn in irgendeinem Depot zu finden.
    • Danke! Jetzt erinnere ich mich auch an den kleinen Kerl in der Mitte eines Beetes. War schon ewig nicht mehr dort ;(

      Engel

      Hab ihn doch 2011 selbst mal fotografiert:



      Ich hatte ihn mit den allegorischen Figuren an der Nikolaikirche verwechelt.

      Warum kamen aber die Rossebändiger und der Engel nach Schöneberg? Das heisst wer hat dies veranlasst?
    • Ich habe jetzt sämtliche Umweltverbände/ Vereine / zuständige Behörden in Berlin und in Deutschland angeschrieben und detailiert über die Fledermäuse im Sockel aufgeklärt. Insbesondere auch in Bezug auf den rechtlichen Schutzstatus, in der Hoffnung das Sie sich aktiv für deren Schutz einsetzen und somit das bohren der Wippengründung verhindern :wink:

      An dieser Stelle schöne Grüße vom Aph an MuP :blumen:
    • Spreetunnel schrieb:

      Wieso waren denn die Briten dort zuständig, wo doch Schöneberg im Amerikanischen Sektor lag? Gab es den Kleistpark nicht schon länger, seitdem der Botanische Garten nach Dahlem umgezogen ist? Oder wurde er nach Nachkriegsrodungen neu angelegt? Und wo wurde der Engel, den ich vom Umfeld der Nikolaikirche kenne untergebracht?
      Der Vorsitz im all. Kontrollrat, der im Gebäude saß, rotierte.




      Der heutige Heinrich-von-Kleist-Park wurde 1945 von Georg Bela Pniower im Auftrag des Alliierten Kontrollrates neu gestaltet. Auf einem Restgelände des ehemaligen Königlichen Botanischen Gartens war nach dessen Übersiedlung nach Dahlem von 1910 an durch den damaligen Stadtgartendirektor Albert Brodersen ein an symmetrisch angelegter Park gestaltet worden, der sich zwischen dem neobarocken Kammergerichtsgebäude 1909-1913) im Westen und den 1910-11 an die Potsdamer Straße translozierten Königskolonnaden erstreckte.

      G- B. Pniower, der während der Zeit des Nationalsozialismus mit einem Berufsverbot belegt war, sollte den im Krieg verwüsteten Park für den Sitz des Kontrollrates im ehemaligen Kammergerichtsgebäude in einen "distinguished foreground" umgestalten.

      Der Park war 1948/49 von Georg Pniower angelegt worden und wird nach Auskunft des zuständigen Stadtrats Oliver Schworck (SPD) wieder nach diesen Plänen rückgestaltet. »Pniowers Pläne waren Grundlage für die Anerkennung als Gartendenkmal«, erklärte er gestern. Deshalb sei die Hecke am Haupteingang entfernt worden, Bäume wurden zurückgeschnitten. »Der Parkcharakter muss wieder erkennbar sein«, so Schworck. »Aber wir machen den Kleistpark nicht platt.« 650 000 Euro kostet die Umgestaltung, die der Bezirk finanziert. Und der Zugang von der Grunewaldstraße, der noch geschaffen wird, berühre die Gartenanlage nicht, wie Anwohner befürchteten. Der Weg führt laut Schworck bis zum Anfang des Parks. Die Grünanlage war ursprünglich Teil des Botanischen Gartens, der zwischen 1899 und 1910 nach Dahlem verlegt wurde. Zum 100. Todestag von Heinrich von Kleist am 21. November 1911 wurde die Anlage nach dem Dichter benannt.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Nun, das wirkt, als ob die Roßbändiger vom Schöneberger Bezirk nicht hergegeben werden. Dann muss vielleicht eine andere Lösung gefunden werden. Wo hatte von Jürgensburg denn eigentlich seine Werkstatt? Bzw., worauf ich hinaus möchte, gibt es noch die Formen für die Roßbändiger, denn es wurden ja mehrere Nachgüsse (Neapel und St. Petersburg) angefertigt - oder besteht die Möglichkeit, wenn diese nicht mehr existieren, Abformung und Nachgüsse zum Beispiel bei Noack herzustellen. Vielleicht wurden während des Krieges sogar Abformungen angefertigt. Die Abgüsse könnten dann nach Schöneberg und die Originale wieder an ihren angestammten Platz.
    • Aus dem Thema "Berliner Schloss - Humboldt-Forum" hier her verschoben.

      Ich muss aus dem heute erhaltenen Berliner Extrablatt eine sehr betrübliche Info mitteilen. Einige haben sich ja gefragt, was mit den Spreeterrassen an der Ostseite nicht stimmt, weil es hier seit Wochen nicht voran geht und sogar Teile zurückgebaut werden. Ich weiß nicht, ob die Info hier schon angesprochen wurde, aber anscheinend gibt es große Unterschiede zwischen den Visus des Wettbewerbssiegers und der tatsächlichen Umsetzung. So suggerieren die Visus des Wettbewerbs, dass man problemlos über die Betonbrüstungen der Spreeterrassen schauen kann.

      Dies mag im stehenden Zustand auch so sein, weil die Brüstung 1.10 m hoch sein sollen, hat aber für die Außengastronomie jetzt den Effekt, dass alle, die auf der Freiterrasse vor dem Ostfügel sitzen, gegen eine Betonwand schauen. Man hätte also ein Geländer (aus Glas oder dergleichem) als Krone auf die Mauern aufsetzen müssen. Stattdessen wurde die gesamte Begrenzung nach oben durchgängig in Beton ausgeführt.

      Und jetzt ist guter Rat teuer. Für ein gutes Ergebnis müsste man mit einer riesigen Betonsäge nun die bereit errichtete Mauer kürzen. Ob es aber dazu kommt, ist unklar. Bauherr dieser Fehlplanung ist nicht die Stiftung Humboldt Forum, sondern .... dreimal dürft ihr raten .... natürlich, das Land Berlin :thumbdown:
      APH - am Puls der Zeit
    • Apollo schrieb:

      (...) ...muss ich aus dem heute erhaltenen Berliner Extrablatt eine sehr betrübliche Info mitteilen. (...)
      Für alle, die das Berliner Extrablatt nicht in der Papierausgabe per Post erhalten haben, ist hier die
      Weiterleitung zur digitalen Version:

      berliner-schloss.de/wp-content…att_Ausgabe-90_gesamt.pdf

      Über den Schildbürgerstreich an der Spreeterrasse, ist auf Seite Nr. 37 zu lesen.
    • Apollo schrieb:

      ...
      Dies mag im stehenden Zustand auch so sein, weil die Brüstung 1.10 m hoch sein sollen, hat aber für die Außengastronomie jetzt den Effekt, dass alle, die auf der Freiterrasse vor dem Ostfügel sitzen, gegen eine Betonwand schauen. Man hätte also ein Geländer (aus Glas oder dergleichem) als Krone auf die Mauern aufsetzen müssen. Stattdessen wurde die gesamte Begrenzung nach oben durchgängig in Beton ausgeführt.

      Und jetzt ist guter Rat teuer. Für ein gutes Ergebnis müsste man mit einer riesigen Betonsäge nun die bereit errichtete Mauer kürzen. Ob es aber dazu kommt, ist unklar. Bauherr dieser Fehlplanung ist nicht die Stiftung Humboldt Forum, sondern .... dreimal dürft ihr raten .... natürlich, das Land Berlin :thumbdown:
      ...oder man baut für die Außengastronomie in der warmen Jahreszeit einfach ein Podest auf - z B. mit 1 m Abstand von der Brüstung. So machen es ja hunderte von Straßencafés jedes Jahr als Anbau an den Fußweg (Im Moment würde ich sowieso nicht draußen sitzen wollen...). Habe das gerade mal ausprobiert mit einem Maßstab ("Zollstock"): Bei gerader Sitzhaltung liegt meine Augenhöhe (ich bin 1,88 m groß) bei ca. 1,25 m, über eine 1,10 m hohe Brüstung könnte ich also gerade so eben bequem hinüberblicken. Dann müsste ein Podest von 18 - 20 cm Höhe auch für kleinere Besucher ausreichen.
      Wer zwischen Steinen baut, sollte nicht (mit) Glashäuser(n) (ent)werfen...
    • Ein_Hannoveraner schrieb:

      ...oder man baut für die Außengastronomie in der warmen Jahreszeit einfach ein Podest auf - z B. mit 1 m Abstand von der Brüstung. So machen es ja hunderte von Straßencafés jedes Jahr als Anbau an den Fußweg (Im Moment würde ich sowieso nicht draußen sitzen wollen...). Habe das gerade mal ausprobiert mit einem Maßstab ("Zollstock"): Bei gerader Sitzhaltung liegt meine Augenhöhe (ich bin 1,88 m groß) bei ca. 1,25 m, über eine 1,10 m hohe Brüstung könnte ich also gerade so eben bequem hinüberblicken. Dan müsste ein Podest von 18 - 20 cm Höhe auch für kleinere Besucher ausreichen.
      Aber spielen die Behörden dann mit? Man baut ja so hoch damit niemand abstürzen kann. Wenn man jetzt ein Podest baut hat man das Problem ja wieder. Dann müsste ja trotzdem ein Geländer oder etwas dergleichen oben auf gebaut werden.
      APH - am Puls der Zeit
    • Apollo schrieb:

      Ein_Hannoveraner schrieb:

      ...oder man baut für die Außengastronomie in der warmen Jahreszeit einfach ein Podest auf - z B. mit 1 m Abstand von der Brüstung. [...]
      Aber spielen die Behörden dann mit? Man baut ja so hoch damit niemand abstürzen kann. Wenn man jetzt ein Podest baut hat man das Problem ja wieder. Dann müsste ja trotzdem ein Geländer oder etwas dergleichen oben auf gebaut werden.
      Wenn jemand von diesem Podest fällt, dann muß er schon vorher gehörig Anlauf nehmen, um über den Meter Abstand hinweg über die Brüstung zu fallen...
    • Es gibt offenbar noch eine zweite bürgerliche Partei im Bundestag. Ich bin gespannt, wie konkret bzw. ausweichend Frau Grütters antworten wird.

      Umsetzung des Freiheits- und Einheitsdenkmals


      EDIT: Und hier ist schon die Antwort - das hatte der BT-Redaktionsdienst wohl verpeilt.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mantikor ()