Posts by UrPotsdamer

    Zu 1. und 2. will ich mich gar nicht weiter äußern, weil wir da vermutlich eh einer Meinung sind. Aber 3. - sorry, aber das ist einfach Unsinn. Du gerierst Dich als Sprecher für alle "Ostdeutschen" - als ob der Begriff im Jahr 31 nach der Wiedervereinigung überhaupt noch einen Sinn hätte. Zudem ist es auch Unsinn, zu behaupten, alle Ostdeutschen - oder auch nur eine Mehrheit - sei Deiner Meinung, dass sie quasi von Westdeutschen kolonisiert wurden. Auch in Dresden wird alle paar Jahre gewählt. Inzwischen gibt es ja eine Partei, die die "Ostdeutschen" abholt und ihre Klischees bedient. Trotzdem hat diese Partei immer noch keine absolute Mehrheit in Dresden. Liegt das etwa an den vielen zugezogenen Kolonisatoren aus dem Westen? Oder ist es nicht vielmehr so, dass die meisten "Ostdeutschen" mit ihren "westdeutschen" "Kolonialherren" ganz zufrieden sind?

    Der historischen Situation würde es entsprechen, wenn der Neubau im 45-Grad-Winkel zur Breiten Straße stehen würde. Dann würde er in den Parkplatz hineinragen und der unsanierte Studentenheim-Flügel könnte stehenbleiben. Zusätzlich wäre ein erster Schritt getan, die völlig überdimensionierte Einmündung der Kiezstraße in die Breite Straße wieder auf Normalmaß zu reduzieren. Das sehe ich aber leider nicht kommen...

    Das Studentenwohnheim grenzt, soweit ich weiß, mit seiner Fensterfront (zum Parkplatz hin) direkt an das Baugrundstück, d.h. wenn der Neubau errichtet wird, sind die Hälfte der Fenster zugemauert. U.a. deswegen verzögert sich der Baubeginn, weil Bauherrin und Studentenwerk noch nach einer Lösung suchen.

    Die einzig praktikable Lösung scheint mir zu sein, dass das Studentenheim (zumindest der zum Parkplatz stehende Flügel) abgebrochen wird. Vermutlich wurde dieser Flügel bei der Sanierung vor ein paar Jahren nicht renoviert. Aber natürlich will das Studentenwerk die Zimmer nicht ohne Not aufgeben... Eine vertrackte Situation. Man darf neugierig bleiben...


    PS: Ich finde den Neubauentwurf übrigens nicht so besonders - eigentlich hätte sowohl die Breite als auch die Kiezstraße besseres verdient. Aber verglichen mit dem Ist-Zustand wäre es schon eine derartige Verbesserung, dass ich mir denke: in 30 Jahren kann man die Karten neu mischen.

    Wernigerode hat bereits jetzt die höchsten Immobilienpreise in Sachsen-Anhalt - sowohl zum Kauf als auch zur Miete. Ich wüsste nicht, was da noch alles passieren soll...

    Das lustige ist das die Fenster sprossenlos sind. Dadurch wirken die Bauten original mit neuen Fenstern!

    An unserem Haus in Potsdam (erbaut 1880) wurden dieses Jahr die historischen Kastenfenster rekonstruiert - ohne Sprossen, denn die waren zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr üblich. Man war zu dieserZeit bereits in der Lage, große zusammenhängende Glasplatten herzustellen, und brauchte keine Sprossen mehr.

    Die Feuerwehr kann andere Geräte anschaffen, und die Straßenbahn kann verlegt werden. Ich würde also nicht "nie" sagen. Tatsächlich ist eine Komplettierung aber in weite Ferne gerückt...

    Gerade Reha-Zentrum dürfte sehr gut funktionieren, weil die Patienten den Zentren ja zugewiesen werden, d.h. es hängt vom Preis ab. Und da kann eine strukturschwache Region gut punkten...

    Was mir bei meinem letzten Dresdenbesuch aufgefallen ist, waren die französischen Fenster der Neubauten, die wohl vor allem dem Bedürfnis der Investoren Rechnung tragen. Prinzipiell finde ich hochrechteckige Fenster das einzig Sinnvolle in einer Stadt, doch sollten sie nicht bis zum Boden gehen.

    Bei den Stockwerkshöhen, den moderne Gebäude üblicherweise haben (ich glaube, Norm bei Neubau sind 2,40 m), sind hochrechteckige Wandöffnungen nur noch rentabel, wenn sie bis zum Boden gehen. Tennissocken am Fensterglas sind dann der ästhetische Preis, den wir zahlen müssen. Mir immer noch lieber als ausschließlich querrechteckige Fenster...

    Ich fände es schon klasse, wenn man auf den abschätzig( gemeint)en Begriff "Dritte-Welt-Kunst" verzichten würde. "Dritte Welt" ist ein Begriff aus der Wirtschafts- und Politikwissenschaft und hat mit Kunst nichts zu tun. Oder würde jemand Kunst aus Polen als "Zweite-Welt-Kunst" bezeichnen?

    Ich kenne die konkrete Situation des Berliner Mobiliars nicht, denke aber auch: eine Rekonstruktion der repräsentativen Haupträume ist denkbar, die Appartements aber nur, wenn das Mobiliar erhalten ist. Wenn ich mich nicht irre, war das auch der Grund für die Rekonstruktion von Charlottenburg, München, Babelsberg etc.: ein Großteil der Einrichtung war erhalten, es musste nur noch die "Verpackung" wiederhergestellt werden. Wo aber gar nichts mehr da ist, da ist auch eine Rekonstruktion nur schwer denkbar. Friderizianische Interieurs findet man in Potsdam genug, hierfür muss man nichts rekonstruieren.