Posts by UrPotsdamer

    Zum Beispiel müssen Verkehrswege eine bestimmte Breite haben. Es braucht zweite Fluchtwege, Brandschutztüren, rollstuhlgerechte Eingänge... In Brandenburg müssen die Fensterflächen von Wohnräumen mindestens ein Achtel der Grundfläche groß sein - aber die Bauakademie wird ein Geschäftshaus in Berlin sein, also gelten dafür sicherlich andere Regeln.

    Sorry, Wassermann , hier muss ich Heimdall recht geben. Was Du propagierst, nennt man auf englisch "guilt by association". Weil die barocken Räume zu einem Zeitpunkt ihrer Geschichte einem Imperialisten zur Verfügung standen, sind sie mit Kolonialismus assoziiert? Oder meinst du ernsthaft, der Große Kurfürst oder Friedrich I. seien Imperialisten gewesen? Das ist die selbe Argumentation, mit der gegen die Potsdamer Garnisonkirche gekämpft wird. Sorry, but your argument has no leg to stand on...

    Bei existierenden Gebäuden herrscht oft - und bei Denkmälern erst recht - Bestandsschutz. Kein historisches Gebäude muss aus baurechtlichen Gründen entkernt werden. Nur manche Nutzungen sind dann oft nicht mehr möglich.

    Aber die Bauakademie ist eben kein historisches Gebäude - sie wird ein Neubau sein. Und wenn etwas neu entsteht, sind die baurechtlichen Vorschriften des Jahres 2020 zu beachten.

    Ich stimme im Prinzip mit Wassermann überein, rate aber dazu, sich noch einmal kundig zu machen, wann und unter welcher Herrschaft die meisten Hexen verbrannt wurden. Und man verzeihe mir, dass ich als Katholik das überaus positive Bild Luthers nicht teile, auch wenn ich ihn zu meinen Vorfahren zähle... Das Problem, dass historische Persönlichkeiten an heutigen Maßstäben gemessen werden, sehe ich aber ebenfalls.

    Da hat jemand aufmerksam Wikipedia gelesen. Aber mit der Exaktheit hast Du es auch nicht so, oder? Da wird aus

    Quote from Wikipedia

    Landau und weitere kleinere Gebiete im Nordelsass kamen zu Bayern

    ein

    der Norden kam ab 1815 zu Bayern.

    Ich könnte jetzt sagen, dass das stark vereinfachend und hart an der Grenze zur Falschdarstellung sei. Aber vielleicht können wir uns darauf einigen, dass didaktische Vereinfachung in einer solchen Forumsdiskussion legitim ist. Mein Punkt nämlich, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden, indem der Übergang des Elsass an Frankreich und der an Deutschland gleichgesetzt werden, ist weiterhin richtig.

    Ich sprach von den Gründen, die zur jeweiligen Zeit des Übergangs von einer Nation zur anderen als Rechtfertigung angeführt wurden. In diesem Kontext spielte Napoleon nun einmal keine Rolle - das Elsass war vor ihm französisch und blieb es auch nach ihm.

    Die Franzosen haben (aber da fängt es ja schon an - vielmehr Ludwig XIV. hat) das Elsass nicht aus dem Anspruch heraus besetzt, dass alle französischsprachigen Länder zu Frankreich gehören müssen. Das war hingegen der Anspruch, aus dem heraus 1871 wie 1940 das Elsass von uns Deutschen annektiert wurde. Wenn dabei dann auch Landstriche übernommen wurden, die keineswegs deutschsprachig waren, dann hat das schon den Geruch der Scheinheiligkeit.

    Aus demselben Grund erklärt es sich dann auch, dass das Deutsche im Elsass nach 1918 - und noch mehr nach 1945 - ziemlich konsequent unterdrückt und benachteiligt wurde. Übrigens auch von großen Teilen der bis dahin deutschsprachigen Bevölkerung. Wenn die Deutschsprachigkeit der Grund dafür war, dass die Elsässer Deutsche werden mussten - nun denn, das kann man ändern! Kenne ich u.a. aus anekdotischer Überlieferung.

    Strohmänner, wohin man sieht... Thema war der Abriss der Ruinen in den unmittelbaren Nachkriegsjahren, also bis ca 1950, und ob diese Abrisse notwendig oder aus ideologischer Verbohrtheit geschehen sind. Aus unerfindlichen Gründen wird das nun ständig mit dem Neubau des Hansaviertels Mitte der 1950er Jahre verbunden.

    Und, mit Verlaub - ein wenn auch überdurchschnittlich qualitätvolles Stadtviertel des Historismus mit den romanischen Kirchen Magdeburgs zu vergleichen... Nun ja. Soll jeder selber drüber nachdenken, ob das angemessen ist.

    Wikos Allein mit Kellern und Infrastruktur gibst du noch keinem einzigen Menschen Obdach. Wir sprechen auch nicht über die Mitte der 50er Jahre, sondern über die späten 40er Jahre. Damals wurde schon ein Großteil der Ruinen niedergelegt - und eben nicht aus Ideologie, sondern weil es notwendig war. Natürlich hätte man dann auf den Kellern anders neubauen können - aber ich sehe noch einen Unterschied dazwischen, intakte Wohnhäuser aus Ideologie abzubrechen, und die letzten Reste der Vorkriegsbebauung (Keller und Infrastruktur) zu beseitigen, um von Grund auf neu beginnen zu können.

    Ich dachte, wir sprechen hier über das Hansaviertel?


    Aber sei's drum, reden wir über die Leipziger Straße. Was ist auf dem Foto erkennbar? Wir sehen zwei Grundstücke, auf denen die Häuser fehlen - wohl eingestürzt. Wir sehen leere Fensterhöhlen links. Wir sehen keine Dächer - der Aufnahmewinkel lässt das nicht zu. Es ist aber auf Grund der fehlenden Fenster anzunehmen, dass die meisten Dächer fehlen. Alles deutet darauf hin, dass die Häuser in der Leipziger Straße nicht Sprengbomben, sondern Brandbomben zum Opfer gefallen sind. Letztere hinterlassen ein vergleichsweise harmloses Schadensbild - Feuer vernichtet eben nur die brennbaren Bauteile. Aber, wie Riegel sehr deutlich beschrieben hat, eine ausgeglühte Gebäudehülle ohne Dach und Decken ist höchst instabil und eine echte Gefahr für Leib und Leben.

    Gehen wir von einem minderschweren Schadensbild aus. Angenommen, die Dächer sind abgedeckt, aber die meisten oder sogar alle Holzdecken haben die Zerstörung überstanden. Aber die Dächer können vielleicht nicht neu gedeckt werden wegen Materialmangels. Es regnet hinein, die Wände werden feucht, der Hausschwamm feiert fröhliche Urständ'. Das geht in wenigen Jahren - und selbst mit heutigen Methoden ist Hausschwammsanierung ein teures Vergnügen (ich weiß, wovon ich spreche). Unter Umständen bleibt da nur noch der Abriss übrig.

    Ich weiß nicht, ob das alles in der Leipziger Straße der Fall war. Aber - zumindest aufgrund des Fotos - auch Du weißt das nicht, Königsbau . Es ist daher wohlfeil, aufgrund eines Fotos und ohne tiefere Kenntnis der Stabilität von Brandruinen gleich Ideologie zu wittern. Die hat sicher eine Rolle gespielt. Aber ich bin überzeugt - wenn die Häuser in der Leipziger Straße (oder auch im Hansaviertel, um den Bogen zurück zu spannen) mit - in der damaligen Situation - vertretbarem Aufwand zu reparieren gewesen wären, hätte man sie nicht abgerissen.

    In erster Linie wollte man in Berlin wohl Wohnraum für die obdachlose oder auf engstem Raum hausende Bevölkerung schaffen. Und West- und Ostberlin zusammenzuwerfen ist unseriös - da gab es deutliche Unterschiede im Vorgehen.

    Es stimmt aber eben nicht, dass, wie von Snork behauptet, "das ganze auf dem Foto gezeigte Viertel ohne allzu großen Aufwand wieder hätte repariert werden können" . Der Aufwand wäre erheblich gewesen. Damit ist die Aussage "Der Abriss des Viertels war somit tatsächlich wohl stadtplanerisch-ideologisch motiviert" auch zweifelhaft. Wenn man nur hätte neue Decken einziehen und das Dach neu zimmern müssen, hätte bei der damaligen krassen Wohnungsnot niemand aus rein ideologischen Gründen einen Abriss durchsetzen können.

    Es mag sein, dass ich hinter jedem Busch einen Räuber vermute - aber solche Pauschalaussagen wie die soeben zitierte sind eben auch nicht gerade fair. Es mangelt nach meinem Geschmack bei Diskussionen wie dieser hier zu oft am Verständnis für die damaligen Nöte und Zwangslagen der Verantwortlichen. Da mag es dann vorkommen, dass ich ins andere Extrem verfalle, um den Saldo auszugleichen...

    Ein Gebäude mit drei oder vier Stockwerken - wie offensichtlich im Hansaviertel vorherrschend - erhält seine Stabilität durch die Verschränkung der Wand- und Deckenscheiben. Wenn nun sämtliche Holzbalkendecken weg sind - wie bei "ausgebrannten" Gebäuden der Fall - und diese Ruine dann noch mehrere Jahre Wind und Wetter ausgesetzt ist, dann ist der zur Wiederherstellung notwendige Aufwand gar nicht so gering. Nimmt man die akute Wohnungsnot und den Materialmangel der Nachkriegsjahre hinzu, dann relativiert sich der "geringe Aufwand" nochmals deutlich.

    Ich will die Abrisse dieser Zeit nicht verteidigen - sicherlich gab es auch eine ideologische Motivation. Aber es gab auch ganz sachliche Gründe, die für einen Abriss sprachen... Besser wäre es natürlich gewesen, man hätte wiederaufgebaut. Aber aus reiner Bosheit haben die damaligen Protagonisten auch nicht gehandelt.

    Nur dass Jesus in sämtlichen christlichen Traditionen* eben nicht ein Geschöpf Gottes ist, sondern sein "eingeborener Sohn - Gott von Gott, Licht von Licht, wahrer Gott von wahrem Gott" - also das Gegenteil von Schöpfung. Und nicht nur der Mensch, sondern die gesamte Schöpfung (also die Natur) beugt das Knie vor dem Namen Jesu.


    *bis auf die Arianer, die aus demselben Grund auch nicht zu den Christen gezählt werden, denn der Glaube an die Dreifaltigkeit ist konstitutiv für das Christentum.

    Es ist eben überhaupt nicht ausgemacht, sondern nur Meinung, dass "die Kritisierten derartig frontal die Kultur, Geschichte und Tradition mißachten" . Ich habe einige gute Argumente gesehen, die dafür, aber auch einige, die dagegensprechen. Dass aber diese eine Meinung verabsolutiert und zur allgemeingültigen Wahrheit erklärt wird, vergiftet die Diskussionskultur fundamental. Wie soll denn noch jemand gegen die absolute Wahrheit argumentieren?