Posts by UrPotsdamer

    Also ich bin ja historisch korrekten Stadtbildern durchaus wohlgesinnt, aber als Potsdamer Stadtbürger habe selbst ich was dagegen, nicht defekte Laternen aus rein ästhetischen Gründen auszutauschen und damit meine Steuergelder zum Fenster rauszuwerfen, nur weil es einzelnen Menschen nicht schnell genug gehen kann. Jetzt überleg dir mal, was andere, weniger fortschrittlich gesinnte Menschen dazu sagen?

    Man kann Bauten nicht losgelöst aus ihrem historischen Kontext betrachten. Wer sich für Gründerzeitbauten begeistert, wird auch dem Kaiserreich zumindest mit Sympathie begegnen. Sonst lügt er sich was in die Tasche.

    Ich möchte mich hier Seinsheim anschließen. Ich habe für das monarchische System wenig, für die Hohenzollern weniger und für Wilhelm II. gar nichts übrig, weiß aber zu differenzieren und kann daher einem wilhelminischen Prunkbau etwas abgewinnen, ohne damit gleich den Wilhelminismus zu glorifizieren. Dabei lüge ich mir durchaus nichts in die Tasche. Ich glaube vielmehr, dass es simple Gemüter sind, die zwischen Urheber und Kunstwerk nicht unterscheiden können.

    Ich bin übrigens auch nicht pädophil und mag dennoch die Kunst von Sodoma gern.

    Man darf aber doch nicht jede Art von Bauvorschrift verteufeln. Ich bin ganz froh, dass Trinkwasserrohre nicht mehr aus Blei sind und Asbest nicht mehr verbaut werden darf. Nicht jedes Dämmmaterial ist wirklich gut, aber es gibt umweltverträgliche Alternativen, und den Energieverbrauch zu reduzieren halte ich schon für sinnvoll. Und auch die Vorschriften zu Flucht- und Rettungswegen finde ich nicht unnötig. Das sind aber auch alles Regelungen, die das historische Bauen einschränken...

    Es besteht noch ein riesiger Unterschied zwischen "wir haben bisher nicht bedacht, dass bei Starkregenereignissen die Talsperren zur Wasserstandsregulierung benötigt werden" und "Wir wollen lieber volle Talsperren haben für die Angler und Touristen und nehmen Todesopfer in Kauf."

    Ganz ehrlich, ich finde die Hermeneutik des Misstrauens, die Du hier an den Tag legst, Elbegeist , unerträglich. Du gehst wie selbstverständlich davon aus, dass die Talsperrenbetreiber wider besseres Wissen den Verlust von Menschenleben in Kauf nehmen, um die Interessen von "Angler(n), Bootsverleiher(n) und Touristen" zu bedienen. Wenn Du nicht handfeste Beweise für diese Behauptung hast, dann solltest Du ganz ganz leise sein, denn so etwas kann schnell in einen Prozess wegen Beleidigung münden. Und das ist dann keineswegs Zensur, wie Du sicher sofort behaupten wirst, sondern einfach Rechtsstaat. Niemand, auch kein Talsperrenbetreiber, muss sich solche Dinge an den Kopf werfen lassen.

    Eben deswegen. Weil wir hier ein Architektur- und Rekonstruktions-Forum sind und keines, in dem Ex-DDR-Bürger sich über ihre Befindlichkeiten auslassen sollen. Dafür gibt es Dutzende andere Foren, in denen Du ganz offen und frei erzählen kannst, warum Du Dich nicht traust, ganz offen und frei zu sprechen.

    Warum musst Du uns hier damit behelligen?

    Eine etwaige Warnung vor Hochwasser und Flutwellen würde ja hoffentlich vor Eintritt des Ereignisses rundgeschickt; zu diesem Zeitpunkt ist die Infrastruktur noch intakt. Außerdem ist ein solches Warnsystem ergänzend durchaus sinnvoll. Man darf (und wird!) sich bloß nicht ausschließlich darauf verlassen...

    Ich halte es für unglücklich, in einem Strang zum Lübecker Umland eine mecklenburgische Ortschaft aufzunehmen. Die mag zwar rein geographisch zum Lübecker Umland zählen, aber dieses Forum ist nach den politischen Grenzen gegliedert, und damit steht jetzt das mecklenburgische Dassow unter "Schleswig-Holstein" ...

    (Die Kolonialzeit ist über 100 Jahre später gewesen als der Bau des barocken Schlosses zb)

    Ich bin weiß Gott nicht einer Meinung mit den in diesem taz-Artikel zu Wort kommenden Aktivisten. Aber die Behauptung, die Kolonialzeit habe in Deutschland erst nach 1871 begonnen, ist einfach falsch:

    Eine größere Ausnahme nach 1648 bildete Brandenburg-Preußen, dessen Staatsoberhaupt, der Große Kurfürst, eng mit den Niederlanden verflochten war und ebenso wie die Holländer am Seehandel Gewinn erzielen wollte. Er erwarb ab 1680 überseeischen Kolonialbesitz und hatte Anteil am kolonialen Sklavenhandel.

    D.h. genau zu der Zeit, als Schlüter die Fassaden errichtete, besaß Brandenburg-Preußen sehr wohl Kolonien.

    Jeder halbwegs gut erzogene Mensch weiß, dass man nicht einfach irgendwo hinuriniert, Denkmal oder nicht. So etwas mit fehlenden Toiletten zu entschuldigen ist peinlich. Es gibt genügend Hotels, Bars und Restaurants im Umkreis, wo man dieses Bedürfnis stillen kann, dazu noch öffentliche Bedürfnisanstalten. Und in der allergrößten Not gäbe es auch noch den Tiergarten auf der anderen Straßenseite mit jeder Menge Bäumen (was aber auch schon grenzwertig ist).