Posts by UrPotsdamer

    Bist Du Potsdamer? Oder gar Potsdamer CDU-Mitglied? Wenn nicht, dann ist das ein ganzer Haufen heißer Luft. Ich bin Potsdamer und kann sagen, dass die meisten CDU-Mitglieder, die ich kenne, sehr bewusst und überzeugt für die Rekonstruktion der Garnisonkirche, des Stadtschlosses und vieler anderer Projekte sind. Das passt natürlich jetzt nicht in dein Narrativ ("Alle Parteien außer einer sind zutiefst korrumpiert und haben keine Überzeugungen"), aber das scheint mir eher ein Du-Problem als ein Ich-Problem zu sein.

    Onkel Henry Das kann ich so nicht stehenlassen. Das Schloss war natürlich für Wohnzwecke vorgesehen, ist aber bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht modernisiert worden. Zu Bauzeiten des Schlosses waren eigene Badezimmer nirgends Standard.

    Und dass der ganze Brunnen erst aufgebaut und dann auf Wunsch des Monarchen um 180 Grad gedreht worden wäre, scheint mir auch eher ein Ausfluss des Berliner Mutterwitzes als der historischen Wahrheit zu sein.

    Außerdem feiert die anglikanische Gemeinde von Berlin im Gemeindehaus der Parochialkirche ihre Sonntagsgottesdienste. Hat vielleicht auch damit was zu tun...

    (Abhebung der Mensa vom Retabel wegen Änderungen der Liturgie entspr. II Vatikanischem Konzil von 1963 - wenn ich mich nicht irre)


    Du irrst. Das Zweite Vatikanische Konzil hat sich mit keinem Wort zur Umschreitbarkeit der Altäre geäußert. Erst die Liturgiereform, die dem Konzil folgte und in vielen Dingen - auch in dieser Angelegenheit - eigenmächtig weit über das vom Konzil geforderte hinausging, hat die Bedingung der Umschreitbarkeit erfunden. In der dritten und neuesten "Editio typica" des Messbuchs ist die Bedingung allerdings bereits adaptiert worden zu "überall da, wo es sinnvoll ist" .

    Die Zelebration versus populum, das heisst mit dem Priester hinter statt vor dem Altar stehend, war eine liturgische Mode, die in den 1930er Jahren in Deutschland und Österreich aufkam. Liturgiewissenschaftler glaubten entdeckt zu haben, dass in der frühen Kirche die Altäre grundsätzlich im Raum standen und der Priester dahinter stand, und glaubten in Folge, zu einer ursprünglichen Form der Liturgie zurückzukehren. In der Fortschrittsbegeisterung der 1960er Jahre wurde diese neueste Erkenntnis sofort in die Liturgiereform implementiert. Inzwischen ist die Liturgiewissenschaft, ebenso wie die christliche Archäologie, weiter und weiss, dass die Liturgiker der 1930er Jahre sich geirrt haben. Das hindert aber die Zuständigen nicht daran, historische Altarsituationen zu modernisieren, immer mit dem Hinweis auf die "Forderungen des Zweiten Vatikanischen Konzils" , die es aber - siehe oben - nicht gegeben hat.

    Also tröste dich. Du irrst, aber du bist nicht alleine damit.

    Mglw. schon insofern, als der Allgemeinheit dadurch klar wird: Maximalforderungen sind selten das, womit man aus dem Rechtsstreit herauskommt. Es ist eine Verhandlungsbasis, aufgrund derer die Familie hofft, möglichst viel herauszuholen. Wenn das erstrittene oder verglichene Vermögen dann ebenfalls für wohltätige Zwecke verwendet würde, würde mich das überhaupt nicht wundern...

    Klassiker argumentiert durchgehend nach dem Motto "Alles sch..., alles Mist, wenn man nicht besoffen ist." Ich habe noch keinen Kommentar von ihm gelesen, in dem er sich glücklich oder auch nur zufrieden geäußert hätte. Man nehme seine Kritik also cum grano salis...

    Überregionale Bekanntheit hat der [KitKat]Club insbesondere für die regelmäßig samstags stattfindende CarneBall Bizarre – KitKatClubnacht erlangt. Auf dieser Party sind Fetisch-Kostüme und teilweise oder vollständige Nacktheit sehr häufig. Sowohl hetero- als auch homosexueller Sex unter den Anwesenden wird relativ offen praktiziert und akzeptiert, ebenso Selbstbefriedigung.

    Das ist also die weltweit einzigartige Feierkultur...

    Zu der Altersgruppe gehöre ich auch, kann dieser Feierkultur aber nichts abgewinnen. Dass diese Clubs schließen müssen, könnte mir nicht egaler sein. Und wenn Berlin für so etwas bekannt sein möchte, dann kann man der Stadt echt nicht mehr helfen.

    Vor allem die Idee, einen "verdrängten Club" aufzunehmen, finde ich sehr sozial. Wo sollen sie denn auch sonst hin, die armen weggentrifizierten Clubs? Die brauchen unbedingt eine hochsubventionierte Unterkunft in Berlin Mitte... Schließlich ist die weltberühmte Berliner Clubszene mit KitKat Club, Tresor, Berghain etc ganz wesentlich für den kulturellen Weltruf Berlins verantwortlich...

    @Maecenas Die Bilder überzeugen mich nicht - der Speisesaal scheint ca 3,50 m hoch zu sein, das ist nicht viel für eine ausstellungshalle für moderne Kunst. Und das erste Foto im Beitrag von Frau Gourinovich zeigt nicht das Minsk, sondern ein Restaurant in der Stadt Minsk. Aber wie gesagt, Herr Plattner wird das schon richten.


    @Herr Herrmann Die Neudenker und andere linksgerichtete Gruppierungen haben schon lang vor 2018 den Erhalt des Minsk gefordert, vor allem im Zuge des Abrisses des alten Schwimmbads. In einem genialen Schachzug sind dann später Mitteschön und Co auf den Zug aufgesprungen. So ist das Minsk - zumindest ansatzweise - zum "Blitzableiter" für die Gegner des Abbruchs der FH geworden: "Was wollt Ihr denn? Wir erhalten doch auch DDR-Architektur!"


    Ich bleibe dabei, dass ein Abbruch des Minsk kein großer Verlust gewesen wäre. Aber dass es nun bleibt, ist auch gut so.

    Ich bin ehrlich gesagt - ohne den Bau je von innen gesehen zu haben - skeptisch, ob die Restauranträumlichkeiten so ohne weiteres (Deckenhöhe etc.) zur Präsentation von Kunst geeignet sind. Aber dafür hat Herr Plattner ja genug Geld, um dem abzuhelfen...
    Im Gegensatz zu dem, was Herr Plattner sagt, halte ich das Minsk auch nicht für so überragende Architektur, dass es unbedingt hätte erhalten werden müssen. Aber bestimmte Kreise in Potsdam erklären ja jede Bruchbude zum Kulturdenkmal, solange sie zwischen 1945 und 1990 geplant oder errichtet wurden. Insofern hat Plattner der Stadtgesellschaft einen extrem wertvollen Dienst erwiesen, indem er das Minsk "gerettet" hat - denn seien wir ehrlich, ansonsten hätte es keine Chance gehabt.
    Wie man als kultivierter Mensch überhaupt auf die Idee kommen kann, ein Ort habe ausreichend oder zu viele Museen, ist mir schleierhaft. Aber ich muss auch nicht alles verstehen...