Stralsund

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    • Für alle Interessierten: ich habe meinen letzten Beitrag nochmal erheblich erweitert.
      Ich suche noch historische Bilder von Neuer Markt 24 (ehem. Diakonat vor der Marienkirche, siehe oben). Wer was beisteuern kann, nur zu!

      Für eine Ausdünnung des Baumbestandes vor St. Marien bin ich im Übrigen auch, dafür ein paar niedrige Kugelbäume gegenüber dem alten Lazarett, sprich auf dieser und dieser Platzecke. Würde den Platz mE aufwerten.
    • erbse schrieb:

      Neuer Markt 18, Eckbau zur Frankenstraße (hat seit 2016 einen besseren Anstrich als hier zu sehen):


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…chnacker_in_Wikipedia.jpg

      Also, einen besseren Anstrich kann ich auf meinem Foto von 2017 nicht erkennen. Aber ich finde, das ist ein gutes Beispiel für angepasstes Bauen, also einen Füllbau, der sich respektvoll unterordnet und nicht unangenehm auffällt. Natürlich geht es noch viel besser - aber eben auch viel schlechter, wie man an einigen nagelneuen, grottigen Füllbauten in der Frankfurter Neu-Altstadt sehen kann.




      Dieser Plattenbau ist mir auch aufgefallen: Erstaunlich, wie viel Mühe sich vereinzelte DDR-Architekten beim Plattenbauen gegeben haben.




      Im übrigen bin ich im letzten Jahr zu einem Fan dieser Stadt geworden. Es war mein erster Besuch seit 2003. Damals war die Stadt noch reichlich heruntergekommen, nur teilweise saniert. 2017 lief ich durch eine wie aus dem Ei gepellte, tiptop-restaurierte Altstadt aus einem Guss, jedes Haus eine Augenweide - Wahnsinn. Hier könnte man glatt leben... cclap:)
    • Schloßgespenst schrieb:

      Wahnsinn. Hier könnte man glatt leben...
      Das sehe ich genauso. Stralsund ist fantastisch: Im Prinzip wie mein geliebtes Lübeck, nur dass es zudem noch direkt am Meer liegt und weniger Bausünden aufweist. Einfach perfekt! :thumbsup:

      Von den drei "neuen" Häusern auf dem oben gezeigten Bild am Neuen Markt gefällt mir das backsteinsichtige extrem gut. Das würde sich - allerdings mit einem höheren Erdgeschoss - auch gut im neuen Lübecker Gründungsviertel machen.
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Auch, dafür wurde es 1953 ursprünglich gebaut :D . Mittlerweile ist es aber hübsch saniert und es gibt dort auch einen Kiosk und kleinen Imbiss. Und irgendwie fühlt sich der Bau dort so natürlich an, als hätte er dort immer schon gestanden.


      commons.wikimedia.org/wiki/Fil…chnacker_in_Wikipedia.jpg

      Bei Gelegenheit zeige ich ein aktuelleres Bild.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von erbse ()

    • Vielen Dank für dieses Bild. Es ist mir damit in Zusammenhang ein Anliegen, auf folgendes hinzuweisen:

      Die Häuser, die man auf dieser Aufnahme noch vor der Marienkirche sieht, lassen dieselbe nur um so größer und majestätischer wirken, weil erst damit anhand dieser davor stehenden Häuser ein Größenvergleich möglich ist. Die Idee des 19. Jahrhunderts, die Gotteshäuser "freizulegen", damit diese besser wirken, war m. E. ein ganz großer Fehler. Es gab im Mittelalter keine "freigelegten Kirchen". Die Häuser standen generell bis ganz nahe an die Kirche heran, sozusagen wie die Küchlein um die Glucke/Henne.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Villa1895 ()

    • Generell stimm ich da zu. Allerdings stand dahinter im Mittelalter kein gestalterisches Konzept, sondern die effiziente Flächennutzung innerhalb eines ummauerten Stadtgebietes. Hier finde ich es wirklich besser, dass diese Gebäude verschwunden sind. Sie stehen arg ungelenk vor der Kirche, haben keinen besonderen Reiz, allein dieser billige Schuppen da mittig rechts.
      Zumal sich der von dir angesprochene Effekt m.E. nur einstellt, wenn man aus einem geschlossenem Stadtraum plötzlich vor einer Kirche steht. Wie das bspw. im Westen, Osten und Süden der Marienkirche der Fall ist. Von Norden aber bspw. über die Mönchstraße kommend, sieht man die Kirche über den freien Marktplatz schon lange von Weitem. Man läuft qasi drauf zu. Da wirken die Häuser wie hier im Bild wie deplatzierte Spielzeughäuser, die die Kirche eher diminuieren.
    • Hallo Saxonia,

      jeder hat eben seine Sicht der Dinge und die sei ihm auch belassen. Nur bin ich eben der Auffassung, dass diese Häuser, welche wesentlich niedriger sind, als die dahinter stehende Kirche, deren Wirkung ganz enorm enorm steigern. Das haben offensichtlich auch etliche Foristen so gesehen, die mir ein "Gefällt mir" für meine obigen Ausführungen gegeben haben. Im Übrigen möchte ich noch darauf hinweisen, dass diese Bebauung vor der Kirche bis weit ins 19. Jh. hinein der historische Zustand war. Ob einzelne dieser Häuser, die man auf dem Bild von 1845 sieht, nun mehr oder weniger wertvoll waren, ändert nichts an der großartigen Wirkung der mächtigen und herrlichen Kirche auf Grund der davor stehenden Bebauung. Die riesigen Dimensionen des Gotteshauses treten erst auf Grund der vor der Kirche stehenden im Verhältnis dazu viel. viel kleineren Häuser hervor. Mittels des damit direkt möglichen Vergleichs mit der Größe und Höhe der Kirche mit der Höhe der davorstehenden Häuser kommen diese Dimensionen und Größenverhältnisse fürs menschliche Auge erst sinnlich in vollem Umfange wahrnehmbar zur Geltung. Deshalb ist auch das Bild von der Henne, um die sich die Küchlein scharen zutreffend.

      Darüber hinaus wurde der Neue Markt durch den Abbruch dieser Häuser nach meinem Empfingen viel zu groß und aufgeweitet und letztlich auch größer als er jemals zuvor war. Nach meiner Auffassung sollten dort vor St. Marien wieder Häuser errichtet werden, davon die beiden links zu sehenden Häuser mit möglichst dem Original entsprechender Fassade. Die Fassaden der beiden rechts daneben stehenden Häuser könnten gerne abweichend vom Zustand von 1845 errichtet werden, allerdings am besten mit Giebel zum Neuen Markt. Die gesamte Baugruppe dieser Häuser vor der St. Marienkirche würden auf jeden Fall ganz enorm die Größe und die majestätische Wirkung dieses Gotteshauses steigern und damit auch hier die dichte Bebaung der Innenstadt erlebbar machen. Davon bin ich nach wie vor fest überzeugt.

      Aber die Geschmäcker sind nun mal verschieden und niemand kann erwarten, dass alle anderen seine Ansichten teilen. Ein altes (fränkisches) Sprichwort sagt: "Viel Köpf', viel Sinn...".
    • Ansichten von St. Marien im Kontext

      Ich denke, hier müssen wir schon stärker differenzieren. Im Mittelalter war durch die eng gezogenen Stadtmauern bei gleichzeitiger Bevölkerungsexplosion eben ständiger Platzmangel. Auch damals war man bei Großbauten schon sehr auf Sichtachsen bedacht. Wenn man gekonnt hätte, hätte man die Kathedralen gleich freigestellt bzw. mindestens eine Schauseite (zum Platz/Markt) freigelassen.
      Und genau das war hier auch das Verständnis bei St. Marien im 19. Jahrhundert - ich finde das gut, die Nordseite mit der Turmuhr und den mächtigen Werken hat einfach riesiges Schaupotenzial. Noch deutlicher wird sowas natürlich bei den flämisch und französisch inspirierten hochgotischen Kathedralen wie dem Kölner Dom oder Notre Dame de Paris. Die sind so herrlich detailliert durchkomponiert, auch auf "Fußgängerhöhe". Es wäre schade, wären die noch wie im Mittelalter ganz eng umbaut. Das Straßburger Münster etwa kann man gar nicht so leicht erfassen und genießen, auch wenn die Umbauung auch heute noch sehr reizvoll ist.

      Wer umbaute Perspektiven von St. Marien in Stralsund genießen wil, kann das ja von allen anderen Seiten aus tun:

      Wie hier am Frankenwall...


      Mein Bild, gemeinfrei (wie die folgenden auch fast alle)

      Eine ähnliche Perspektive auf den selben in der Stadtmauer integrierten Bau Ecke Marienchorstraße/Zipollenhagen übrigens im Jahr 2012, noch völlig marode:


      commons.wikimedia.org/wiki/File:Stralsund_Frankenwall_06.JPG

      Dass selbst solch einfache und unscheinbare Bauten in Stralsund liebevoll saniert werden spricht Bände und macht die Stadt enorm sympathisch.





      commons.wikimedia.org/wiki/File:Stralsund_-_Marienkirche.jpg

      Vom Tribseer Damm:



      Aus der Mörderstraße:





      Und selbst vom Neuen Markt:





      Auf die Bebauung am Nikolaikirchhof / Badenstraße 52-53 (Projekt "mittenmang") hätte ich im Vergleich hingegen ehrlich gesagt auch gut verzichten können, auch wenn sie bis auf die Fenster und Gauben durchaus annehmbar geriet:




      meine Bilder, gemeinfrei
    • Neuer Markt Stralsund - Ist-Zustand 2017

      Nochmal ergänzende Ansichten zum Neuen Markt - morgen abend findet wie erwähnt die Bürgerwerkstatt zur Neugestaltung im Rathaus statt (18 Uhr, falls jemand hin kann/will):

      Draufsicht/Totale/Luftbild Neuer Markt vom Turm von St. Marien:

      Mein Bild, gemeinfrei

      Etwas höher über die Mönchstraße mit dem Meeresmuseum im Kloster und bis zu St. Nikolai und dem Strelasund der Ostsee geblickt.
      Sogar das Strandbad kann man hinten erahnen (heller Wasserschweif hinter der Altstadt), einfach ein herrlicher Ort zum leben, durch und durch!


      Zurück auf Bodenniveau, der Parkplatz ist dem tollen Ensemble aus Traufen- und Giebelhäusern verschiedener Epochen und gotischer Kirche einfach nicht angemessen - auch wenn ich mangels Alternativen in der Nähe selber gern mal dort parke:


      Der Obelisk des Sowjetmahnmals vor dem Nordportal, der versetzt werden soll(te):


      Das drollige Toilettenhaus von 1953, mittlerweile durch ein nettes kleines Bistro erweitert:




      meine Bilder, gemeinfrei
    • @Villa1895
      Da haben wir wohl einfach einen unauflösbaren Dissenz, was die Wirkung der Häuschen angeht, ist ja auch nicht schlimm. Ich sehe es im Grunde recht pragmatisch. Nicht alles, was im 19. Jahrhundert in mittelalterlichen Städten passiert ist, war prinzipiell schlecht. Kirchen aus ästhetischen Gründen "freizuräumen", sei es von umstehenden Häusern oder gar noch umgebenden Gottesäckern, ist spätestens seit der Renaissance ein immer wiederkehrendes Thema gewesen. Kirchen sind Repräsentationsbauten und sollten demnach auch "präsentiert" werden. Nun ist die Situation in Stralsund wie sie ist. St. Nikolai wird bspw. durch eine Häuserreihe vom Alten Markt getrennt und das möchte ich ganz sicher nicht missen. Aber bei St. Marien sollten man davon bitte die Finger lassen. Zumal der von dir angesprochene Effekt m.E. auch durch die davorgelegenen Bäume ganz gut erreicht wird, die man gleichwohl besser inszenieren sollten.
    • Villa hat, soweit es mir laut der Bilder scheint, völlig recht - der Platz wirkt gegen St. Marien offen. die kleinen Häuschen hatten eine beträchtliche Bedeutung für die Fassung des Platzes. Bäume als deren Ersatz haben sich noch nie bewährt. Die Situation ist mit jener des Altmarkts durchaus vergleichbar.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Den Wiederaufbau des Diakonat-Giebelhauses könnte ich mir wie gesagt vorstellen. Das war ohnehin eine zeitlang quasi ein Solitär. Würde den Platz etwas pittoresker machen.
      Den Nachbarbau aber bitte nicht, er würde das Nordportal komplett verstellen, womit durch die Sowjetmahnmal-Verschiebung wenig gewonnen wäre.

      Ich könnte mir bei der Platzneugestaltung vorstellen, dass man die Grundrisse der einstigen Bebauung vor St. Marien im Pflaster nachbildet. Das würde dieser Seite auch schon eine gewisse Fassung geben. Zudem kann man auch mit geschickten mauerartigen Sitzgelegenheiten (natürlich aus Backstein) schon einen tollen Effekt erzielen. Diese Ecke soll ja eh neu gestaltet werden.
    • Also die Bebauung am Nikolaikirchhof / Badenstraße 52-53 (Projekt "mittenmang") gefällt mir durch die Giebelständigkeit , nur die Fenster , und das begreife ich nicht das die Architekten dies nicht " Planen/Umsetzten " könnten Querteilungen vertragen das ändert ja nichts an der Helligkeit in den Räumen wertet aber das Äußere Massiv auf ! Die Gauben sind ohne Worte .... Mir ist alles irgendwie zu Aalglatt (Keine regionaltypischen Materialien , wenn schon keine Ziegelverblendung dann mindestens Riemchen) , auch fehlt mir ein Abgesetztes Erdgeschoss. Ein etwas größerer Dachüberstand hätte dem Bau auch gutgetan.
    • Am Stralsunder Hafen wird der sog. "Pavillon" saniert, ein 1962 errichtetes Fahrkartenhäuschen im Stil der DDR-Moderne.

      Bei der Gestaltung wird sich eng am Original aus dem Jahr 1962 orientiert. Der Dachkasten wird hellgrau abgesetzt, ansonsten dominiert das typische Blau. Rund um das Gebäude werden blaue Trespaplatten angebracht.

      Frisches Blau für Pavillon am Hafen
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.