Posts by Saxonia

    Großes Ballett um das Kornhaus auf dem Meißner Burgberg. .....

    Ich war vor einigen Wochen auf der Albrechtsburg. Mich hat etwas überrascht, dass mit großer Akribie der Gehweg vor dem Kornhaus komplett erneuert wird. Das schien mir ob der ja früher oder später noch anstehenden Sanierungsarbeiten etwas sinnfrei.

    So jetzt ist die Katze aus dem Sack. Wesentlich Neues gibt es nicht zu vermelden. Es gab eine große PK, mit Herrn Krischke, Landrat Uwe Melzer Architekturbüro etc. Am grundsätzlichen Ansatz wird festgehalten. Einzig die schrägen Stützen des Glasvorbaus sind durch gerade ersetzt worden. Etwas eigenartig ist das ständige erwähnen der nicht entgültigen Gestaltung, bei gleichzeitigem betonen des fortgeschrittenen Planungsprozesses (denkmalrechtliche Genehmigung, Bauantrag gestellt).

    Landrat Melzer betonte nochmal, zum derzeitigen Konzept zu stehen. Die Kritik der eingeladenen Pressevertreter war dennoch einhellig und konzentrierte sich trotz des Bemühens, das Augenmerk auf andere Dinge zu lenken (Nutzungsanforderungen), fast ausschließlich auf die Gestaltung des Neubaus. Die Kritik war nach wie vor einhellig, auch Nikolaus Bernau und ein Vetreter der Bauwelt und des Tagesspiegels waren anwesend. Es kam sogar die Frage, ob es sich nach so einem massiven Eingriff noch um ein Denkmal handeln würde.


    https://www.lvz.de/Region/Alte…litz-des-Lindenau-Museums (Pay wall)


    Kurzer Videobeitrag von Altenburg TV

    https://www.altenburg.tv/nachr…fuer_Lindenau_Museum.html



    Mein Fazit: Da wird sich nicht mehr viel ändern. Zu weit scheinen mir die grundsätzlichen Planung fortgeschritten. Die Kritik wird wohl nicht abreißen. Es werden immer wieder Nutzungsargumente, Barrierefreiheit und Platzgewinn als Argumente gebracht. Aber warum diese Form des Sockels die einzige Lösung dafür sein soll, wurde nicht schlüssig dargelegt. Zumal ein Großteil des Platzgewinns auf die geplante Auslagerung von Büros und Depots in den ehemaligen herzoglichen Marstall zurückgeht, nicht auf den neuen Sockel.

    Das ist eine Unehrlichkeit in der Debatte, die ich ohnehin bemängel. Immer hieß es, durch die Auslagerung eben jener Bereiche in den Marstall könnte der Museumsbau ohne gravierende Um- und Anbauten auskommen. Pustekuchen.

    Wie ich heute hörte, gibt es schon einen neuen Entwurf, der auch noch nicht öffentlich ist. Also da braucht man sich über zunehmende Empörung in der Bevölkerung nicht zu wundern. Einige Verantwortliche reagieren mittlerweile reichlich genervt, aber ich kanns nachvollziehen. Altenburg ist eine kleine Stadt (31.000 Leute) mit einem entsprechend interessierten Publikum. Das geht ja auch auf das große Angebot (Lindenau-Museum, Mauritianum, Residenzschloss, Landestheater) in der Stadt zurück. Also da möchte man bei einer der wichtigsten Stadtansichten nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

    Ich kann mich mit dem Entwurf auch überhaupt nicht anfreunden. Ärgerlich ist vor allem die Geheimniskrämerei. Selbst als Interessierter Altenburger war bis vor kurzem nur wenig in Erfahrung zu bringen. So stand schon lange vor den nun präsentierten Entwürfen fest, dass bspw. die Treppenanlage abgerissen werden soll. Sie gehört nicht zu Engerts Originalentwurf, bildet aber von der Wettinerstraße aus einen herrlichen Anblick. Die Treppenanlage sei wohl stark geschädigt und hätte ohnehin abgetragen werden müssen, ist ein Argument. Man hätte sie aber auch wieder herstellen können.

    Mich stört vor allem das in der Luft schweben des Gebäudes durch diesen gläsernen Sockel. Das konterkariert völlig die architektonische Gestaltung des Gebäudes nach klassischen Prinzipien. Ich hab Verständnis dafür, den Sockelbereich nutzen zu wollen. Aber man hätte, wenn die Treppe ohnehin erstmal niedergelegt werden muss, den Sockelneubau einfach wieder mit der Treppe verkleiden könnnen. So wie jetzt geplant, geht es gar nicht. Nutzungsanforderungen hin oder. Ein Fahrstuhl ließe sich auch so integrieren.

    Das Humboldtforum bemüht sich redlich, jedem linken Zeitgeist in der Kulturszene hinterherzuhecheln und bekommt von jemandem wie Trüby trotzdem rechte Unterwanderung attestiert. Das ist doch irgendwie amüsant.

    Gestern hat es mich nach langer Zeit mal wieder nach Greiz verschlagen. Ein par bescheidene Handy-Schnappschüsse aus dem Fürstlichen Park will ich euch nicht vorenthalten. Eine herrliche und bestens gepflegte Anlage. Einen Besuch kann ich nur wärmstens empfehlen









    Einen schönen Sonntag wünsche ich.

    In Natura wirkt der Gang breiter, als auf den Fotos. Die zusätzlichen Vitrinen stören überhaupt nicht. Immerhin geht es hier auch um die historischen Waffen, da sind einige Raritäten dabei.

    Die Sanierung der Siegessäule neigt sich dem Ende zu. Auffälligste Änderung ist sicher der goldene Anstrich der Megalopis, des Kapitells und der Namenstafeln. Etwas ungewohnte Ansicht, die aber wohl dem historischen Original nahe kommt. Die Statue selbst und die Stützkonstruktion im Inneren soll in einem erstaunlich guten Zustand gewesen sein.


    https://www.kulturwerte-mv.de/…flege/Denkmal-des-Monats/


    Ist ja leider keine Selbstverständlichkeit mehr, dass solche Denkmäler, die in der ehemaligen Zone sowieso rar gesät sind, ohne viel Aufhebens und irgendwelche Einsprüche von Wichtigtuern saniert werden.

    Die sogenannte "Residenz am Postplatz" beeindruckt mich immer wieder, negativ versteht sich. In meinen Augen das schlechteste Gebäude in unmittelbarer Altstadtnähe seit der Wende.

    Ein wirklicher Hort des Liberalismus ist Sachsen eigentlich weder vor noch nach 1848 gewesen. Wenn die baulichen Voraussetzungen jetzt nur noch die alte Deckenfassung zulassen, dann ist es so. Mir persönlich hätte die Überformung auch besser gefallen.

    Ich war am Mittwoch im Schloss und doch "überrascht", wie viel Potential sich noch bietet, einerseits für Rekonstruktionen aber auch für Ausstellungsfläche. Schon jetzt reicht ein Tag beileibe nicht aus, um sich im Schloss aufmerksam umzusehen. Wobei mich die zahlreichen Baustellen in der Innenstadt, hier vor allem das extrem laute Gewerkel auf der Augustusbrücke schon etwas genervt haben. Dazu kommt noch der aufgerissene Zwinger, also wer von weiter weg anreist, sollte seinen Besuch m.E. lieber noch par Monate verschieben. Oder eben nochmal kommen....