Posts by Saxonia

    Die aktuellen Ereignisse in den USA führen zu einer neuen Welle des politischen Ikonoklasmus. Mehrere Städte und Staaten entfernen jetzt die letzten großen öffentlichen Denkmäler und Standbilder, die an die Konföderierten erinnern. Unter anderem wird in Richmond/Virginia die berühmte Monument Avenue abgeräumt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Monument_Avenue


    Es mag aus politischer Sicht opportun erscheinen, diese Standbilder zu entfernen. Für die Städte ist es ein unermesslicher ästhetischer Verlust. Viele an historischen Denkmälern ohnehin arme amerikanische Städte werden ihrer Wahrzeichen beraubt. Zumal viele dieser Denkmäler von namhaften Künstler geschaffen wurden. Das große Reiterstandbild Robert E. Lees in Richmond bspw. vom Pariser Antonin Mercié. Der weitere Verbleib ist häufig unklar. Nicht alles kommt ins Museum. Von den seit 2017 entfernten Denkmälern sind viele an Privat veräußert worden.

    Quote

    Ich lese gerade die ganze Berichterstattung von Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) bis Berliner Zeitung (BZ) und da könnte ich mich wirklich aufregen. Keine einizige positive Berichterstattung. Während man anfangs nur das Kreuz kritisiert hat, wird jetzt auch noch die Innschrift an der Kuppel stark kritisiert.


    Keiner freut sich, außer wir hier im Forum

    Ein Armutszeugnis für das deutsche Feuilleton. In einigen Jahren wird man sich vielleicht dafür schämen.

    Der ursprüngliche Beitrag stammt aus dem Strang Berliner Stadtschloss und Umgebung (hier). Da eine Diskussion entbrannt ist, wurden Beiträge teilweise kopiert und/oder verschoben. Franke (Moderation)

    Alles interessant. Trotzdem war dieser damalige Zeitgeist insofern natürlich schrecklich: Man legte den Tag der Einweihung des Nationaldenkmals auf den Jahrestag einer Schlacht mit über 30.000 Toten und zelebrierte mit dem Sieg über Frankreich natürlich auch die "Erbfeindschaft" bzw. festigte sie.

    ~30.000 ist die Anzahl der gesamten Verluste, was Gefallene, Verwundete, Gefangene und Vermisste einschließt. Gefallen sind bei Gravelotte bzw. St. Privat wohl an die 6,5-7000 Mann. (~5200 Deutsche, ~1300 Franzosen).


    Ansonsten kann ich den Zeitgeist gut nachvollziehen. Immerhin sah man die Errungenschaften und den ökonomischen Aufstieg des neuen Reiches im siegreichen Krieg von 1870/71 begründet. Schließlich ist die erfolgreiche Verteidigung des Vaterlandes bis heute in vielen Staaten ein Grund zum feiern.

    Zu deiner Frage: Ich meine mich zu erinnern, dass damals hier gepostet wurde, dass es vor allem "ideologische" Gründe sind, die die Rückkehr der Mosaiken verhindern. Die Bundesregierung unter der Ägide von Frau Grütters scheint die wilhelminischen Mosaiken mit einem Denkmal für die Wende 1989/1990 nicht für kompatibel zu halten. Schade, denn tatsächlich könnten Mosaiken und Wippe in Kombination die immer wieder beschworenen (bau)historischen "Brüche" hier authentisch und überzeugend widerspiegeln. :augenrollengruen:

    Dann ist der ganze Sockel nicht mit dem Denkmal kompatibel. Das ist in meinen Augen Unsinn. Von Anfang an wussten alle, mit was sie es hier zu tum haben. Es würde kein Denkmal auf der grünen Wiese sein.

    Das ist der Jägerhof, heute sächsisches Volkskunstmuseum.


    Den Streifen selbst kenn ich nicht. Interessant. Aber was für eine seelische Folter muss so ein Film 1949 gewesen sein?

    Niemand, der bei Verstand ist, hätte doch annehmen können, die Kuppel würde ohne Kreuz rekonstruiert? Warum auch. Wo fängt man an, wo hört man auf? Das Schloss ist (natürlich nicht nur!) mit christlicher Symbolik übersät.

    Die Gegner des Kreuzes oder der Inschrift fallen ihrer eigenen Dummheit zum Opfer und unterstellen den Verwantwortlichen hier irgendeine Böswilligkeit des "Unterjubelns". Ich bin der festen Überzeugung, dass niemand dort auch nur einen Gedanken daran verschwendet hat, ausgerechnet diese Dinge könnten neben allem anderen diskussionswürdig sein.

    Quote

    Die DDR war doch ganz böse und hat alle Kirchen abgerissen oder zumindest verfallen lassen. So mit Propaganda zugemüllt sind viele junge Leute heute.

    Das ist sicherlich eine unzulässige Aussage. Nichtsdestotrotz sind zu DDR-Zeiten unverhältnismäßig viele Sakralbauten über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum in einen absolut beklagenswerten Zustand geraten oder aus politischen Gründen zerstört worden. Das ist ein Fakt. Es hatte überhaupt nichts mit begrenzten Ressourcen zu tun, wenn in Magdeburg mittelalterliche Kirchen weggesprengt werden.

    Über den aussichtslosen Kampf der Denkmalpfleger können wir uns gerne unterhalten. Meine Wahrnehmung ist eher die, dass ihnen gerade wegen dieser Umstände über die Fachwelt hinaus eine außergewöhnlich hohe Wertschätzung zu Teil geworden ist.

    Soweit ich weiß, haben nicht wenige Soldaten diese "Abkommandierungen" für ein Nickerchen genutzt. War beim Neubau des Gewandhauses in Leipzig ähnlich.

    Ein nicht unwesentlicher Teil der durch die "Germania-Baustelle" entstandenen Berliner "Abbruchmieter" ist übrigens in den ehemaligen Wohnungen jüdischer Berliner untergebracht worden. Speer hat beides, Stadtumbau, Verfolgung und schließlich die Deportation der Juden ganz bewusst miteinander verknüpft.