Posts by Saxonia


    Aus den Berichten des MDR ist mir noch nicht ganz klar, wie die Stiftung aufgebaut sein soll und welche Schlösser dazugehören werden. Eine Schwierigkeit besteht darin, dass die Kulturverwaltungsstrukturen in beiden Ländern unterschiedlich sind. Von Thüringer Seite wurde vorgeschlagen, die neue Stiftung als Holding auf die bestehenden Strukturen draufzusetzen.

    Wie das am Ende aussehen soll, wissen wir auch selber noch nicht so richtig. In Thüringen selbst ist die Situation ja hochkomplex. Das Altenburger Residenzschloss ist zum Beispiel im alleinigen Besitz der Stadt.

    Dass auch der Sächsische Weiße fehlt, ist natürlich nochmal ein Nackenschlag. Der große Grüne und der große Weiße standen für mich immer sinnbildlich für Sachsen. Obwohl das natürlich eine nicht zeitgenössische Deutung ist, fand ich das immer sehr charmant. Oh man...

    Das es den Dieben hier um den reinen Gewinn ging, glaube ich auch nicht. Dafür muss man nicht ein weltberühmtes und (dachte ich zumindest bisher...) eines der am besten gesicherten Museum einsteigen. Dem Medienecho will sich ja niemand aussetzen, der zeitnah Stücke zu Geld machen will. Das könnte er bei einem größeren Juwelier viel ruhiger bekommen. Hier ging es anscheinend um eine Machtdemonstration. Ähnlich wie seinerzeit im Bodemuseum.


    Gleichwohl habe ich wenig Hoffnung, dass wir die Stücke unversehrt wiedersehen werden. So sind sie unverkäuflich. Die wird man auseinandernehmen, die Steine umschleifen etc. und das wars dann.


    Entsetzlich das Ganze....

    Ich glaube, mit den Maßstäben klassischer Proportionen kommen wir bei diesen Karyatiden nicht weit. Die sind hier offensichtlich ganz bewusst nicht eingehalten worden. Das muss man nicht gut finden, mir würden klassische Karyatiden auch besser gefallen. Aber es hat auch nichts mit Unfähigkeit sondern wohl eher mit Unwillen zu tun.

    Ein Vorbild für Zerbst könnte Anklam sein. Auch eine schwer zerstörte Stadt, die mit gleichfalls begrenzten finanziellen Mitteln große Schritte bei der Stadtreparatur gemacht hat.

    Wenn der Platz in der Marienkirche nicht mehr ausreichte und deshalb das neue Mausoleum errichtet wurde, was ist dann mit den verbliebenen Bestattungen in der Kirche passiert, dass nun wieder Platz ist? Wurden diese alle im Krieg zerstört oder danach geplündert?

    Habe ich neulich nicht dem Blätterwald entnommen, dass das japanische Palais im Falle einer zu erwartenden "Kenia-Koalition" im Freistaat als Bürostandort für Ministerien vorgesehen ist? Schließlich kommt es dabei immer zu sinnlosen Neuaufteilungen von Ministerien, die erfahrungsgemäß zu Lasten des Steuerzahlers gehen.

    @Konstantin
    Habe dir eine Nachricht zukommen lassen.


    Eine direkte Aussage dahingehend ist mir nicht untergekommen. Wäre in dieser Form auch schwer zu formulieren gewesen. Tatsächlich haben ja die Sozialdemokraten in Weimarer Zeit auch häufig Straßen mit Vor- und Zunamen benannt. Das sollte ursprünglich eine Abkehr von der monarchischen Praxis mit zahlreichen Luisen-, Wilhelm,- oder Friedrichstraßen sein, die dank der Beliebheit solcher Namen am Ende kaum noch einzelnen Persönlichkeiten zuzuordnen waren. Die Nationalsozialisten haben hier also wie so häufig nur einen Trend aufgegriffen und ihn durch exzessiven Gebrauch eine Zeit lang desavouriert.

    SPD, nicht SED. Die SPD existierte aufgrund des besonderen Viermächtestatus auch nach April 1946 noch im Ostteil der Stadt, bzw. konnte dort bei der Stadtverordnetenwahl im Oktober 1946 gewählt werden. Ich habe während meiner Studienzeit mal eine Seminararbeit zur Umbenennungspraxis Berliner Straßennamen nach Kriegsende geschrieben. Eine explizite Äußerung habe ich nicht. Allerdings hat der SPD geführte Magistrat Schroeder/Reuter mit seiner offiziellen Umbenennungsliste am 31. Juli 1947 die noch 1945/6 durch den noch von den Sowjets eingesetzten kommunistisch dominierten Magistrat Werner vergebenen Straßennamen allesamt um die Vornamen einkürzen lassen. August-Bebel-Platz wurde Bebelplatz, Franz-Mehring-Platz wurde Mehringplatz (im Ostteil gibts noch einen Franz-Mehring-Platz) und aus der Friedrich-Ebert-Straße die Ebertstraße. Die Ebertstraße wurde schon zu Weimarer Zeiten übrigens noch mit Vornamen benannt. Ebenso die Singerstraße in Friedrichshain, die erst Grüner Weg, dann Paul-Singer-Straße und zur NS-Zeit "Brauner Weg" hieß.
    In der "Neuen Zeit" (Parteizeitung Ost-CDU) gab es am 15. August 1945 einen Artikel, der sich über die langen Namen echauffierte.


    Quote from Neue Zeit, 15. August 1945, Ausgabe 21, S. 4

    Leider werden jetzt häufiger, wie das schon in der Nazizeit geschah, bei Straßenbenennungen die Vornamen der Personen hinzugefügt. Das ist eine unnötige Verlängerung und damit Belastung für den Verkehr. Wer z. B. nicht weiß, wer ßismarck war, der weiß ganz bestimmt ebensowenig, wer Otto von Bismarck gewesen ist.

    Quote

    Ich hoffe für die Anwohner, dass man sich wenigstens auf die Kurzform


    Flüggestrasse beschränkt, meinetwegen mit einem kleinen Erklärschild
    darunter und nicht eine Anna-Flügge-Straße daraus macht.

    Ich gehe stark von aus, dass man die Variante mit Vor- und Zuname wählt. Das ist heute (leider) so üblich. Interessanterweise hat man in der Berliner SPD nach dem Krieg die Auffassung vertreten, dass dies ein Kennzeichen nationalsozialistischer Umbenennungspolitik sei. Darum gibt es in Berlin bspw. die Ebertstraße und den Bebelplatz. Die sind 1946/47 extra nochmal vom gewählten, SPD dominierten Magistrat eingekürzt worden.


    Aber es ist insgesamt doch ein bedauerlicher Vorgang. Nicht nur stadtgeschichtlich, auch gesellschaftlich. Wenn trotz ausdrücklicher Ablehnung von direkten Angehörigen eine Straße gewidmet wird. Dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Frauen doch nur Mittel zum Zweck sind. Den "Traditionalisten" soll hier eins ausgewischt werden. Es geht um die Markierung eines theoretischen Standpunktes, um die eigene politische Profilierung, weniger um die Personen selbst. Da stehen wir leider wieder in schlimmer DDR-Tradition.

    Ist immer schlecht, wenn ein Amtsträger ein zu großes Ego hat und sich zu profilieren sucht. Mir gefallen alle Entwürfe ganz gut. Die Variante mit dem Mansarddach wäre aber meine letzte Wahl. Sieht recht pittoresk aus, allerdings denke ich, dass die Vorkriegsvarianten mit drei Vollgeschossen und höherer Traufe besser zu den heutigen städtebaulichen Dimensionen passen. Auch im Hinblick auf die absehbare Neubebauung.

    Den Beitrag zum Porzellan des Turmzimmers fand ich auch interessant. Übermäßig überrascht bin ich aber nicht. Mir sind ähnliche Schilderungen in Archiven schon häufiger begegnet. Insbesondere währende der sog. Bodenreform ist vieles mutwillig oder aus Unwissenheit zerdeppert worden. Gerade die Porzellansammlungen dürfte in ihren zahlreichen Auslagerungsorten einen Großteil ihrer Verluste diesen Übergriffen und nicht planmäßiger Plünderung zu verdanken haben.
    Allerdings ist ein Verlust von 3/4 natürlich schon heftig. Ich hoffe nicht, dass man wirklich derart viele Leerstellen lässt. Würde in meinen Augen den Aufwand zur Raumrekonstruktion doch etwas konterkarieren.

    Im Vergleich zum Thronsaal in Berlin ist das alles ziemlich bescheiden, muss ich überrascht feststellen. Die Räume von Schlüter etc in Berlin sind um Welten prächtiger, sieht zumindest auf Fotos so aus.
    Warum ist das so? Kann mir da jemand Licht ins Dunkel bringen, bitte :-)

    Man sollte sich von Stuck und und Blattgold, auch wenn es schwerfällt, weil es genauso natürlich gedacht war, nicht allzu sehr blenden lassen. Ich habe bei weitem nicht die kunsthistorische Fachkenntnis wie manch andere hier. Allerdings kann ich mir durchaus vorstellen, dass die in Dresden bevorzugte Gestaltung mit hochwertigsten Wandtextilien nicht viel günstiger, wohl eher kostpieliger gewesen ist.


    Zumal ich, wiederum ohne genaue Kenntnis, für Berlin (gerade unter Friedrich Wilhelm IV.) ein kräftiges güldenes "Nachbessern" barocker Stuckaturen im 19. Jahrhundert auch nicht ausschließen möchte. Gabs in Dresden ja gleichermaßen.

    Doch, genau das heißt es. Kursachsen ist damit nicht zum Königreich aufgestiegen, aber August war es definitiv. Deshalb haben sich die brandenburger Markgrafen ja auch so intensiv um die Erhebung Preußens zum Königreich bemüht. Dabei ist es auch ein üblicher Vorgang, dass die ranghöchste Besitzung eines Geschlechtes allmählich zur Bezeichnung des gesamten Herrschaftsgebietes wird. Nur so ist ja auch das ehemals markmeißnische Dresden zu Sachsen kommen. Eine Bezeichnung, die strenggenommen nur dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg (seit 1423 wettinisch), also dem späteren "Kurkreis" zustand. Das Sachsen anders als Brandenburg in Preußen nicht in Polen aufgegangen ist, hängt mit den stets getrennten Verwaltungen und natürlich der überschaubaren Dauer dieser ausdrücklichen Personalunion zusammen.

    Danke für das Foto!

    Hauben sind wieder da, aber die Farbgebung der Fassade, der Fenster, der Stuckverzierungen ist katastrophal! Klare
    Verschlechterung!

    Das dürfte der denkmalpflegerische Befund sein. Die bunte Gestaltung stammte aus DDR-Zeiten.