Posts by Saxonia

    Offenbar wird die seit 1992 rechtskräftige Gestaltungssatzung für die Altstadt in der Freiberger Stadtverwaltung höchstens als Toilettenpapier verwendet. Anders sind solche Entgleisungen nicht zu erklären.

    Das sind so die Ausläufer des Thales, des alten Areals der Pfännerschaft mit dem Zentrum ungefähr am heutigen Hallmarkt. Erst ab den 1880er wurde der Hallmarkt als Platz angelegt. Das Areal westlich des Marktes muss man sich bis in die Gründerzeit als eine Art chaotisches Gewerbegebiet vorstellen.

    Auf alten Plänen ist das noch gut zu sehen


    Mitte 18. Jhd.


    http://www.deutschefotothek.de…bj/70305103/df_dk_0010343


    1860er

    http://www.deutschefotothek.de…bj/70305308/df_dk_0010547

    Den Hallenser Markt zeichnet ja aus, dass er als einer der ganz wenigen Plätze dieser Größe im ostmitteldeutschen Raum keine planmäßige Anlage ist, wie überhaupt die hallenser Innenstadt keine den hiesigen Städten normalerweise innewohnende Regelmäßigkeit aufweist. Das macht es auf der einen Seite spannend, aber natürlich auch unübersichtlich. Für den Platz als solchen ist das Fehlen von Ratswaage und Rathaus schon sehr problematisch, weil es dieser eh schon nicht einfach zu fassenden Fläche nochmal eine Wulst nach Osten verpasst hat.

    Immer deutlicher wird vor allem, wie schlecht der Neubau auf den Überresten der Oberpostdirektion wirklich ist. Das muss man nun als totales Desaster bezeichnen. Am PC denkt man ja aufgrund der verschobenen Fenster immer erstmal an einen Bildfehler. Dann zeigt Berts Bild vom Zwinger aus auch wunderbar, dass genau dort, zwischen den übrigen Neubauten eine kleine Höhendominante oder irgendein Blickfang hingehört hätte. Das Auge sucht förmlich danach, findet aber nur diesen Schiffscontainer. Die omnipräsenten Leitungsmasten und dieser "Monolith" tun am Platz ihr übriges. Mehr als ein Verkehrsknotenpunkt wird der Postplatz die nächsten Jahrzehnte nicht mehr.

    Die Särge einiger Reußen waren dort zwischenzeitlich auch mal untergebracht, von 1995 bis 2007. Seitdem stehen sie in der Feierhalle des Ostfriedhofes. Die originale Gruft am Standort der alten Johanniskirche (1780 abgebrannt, heute Johannisplatz) wird zur Zeit hergerichtet, dann sollen die Särge wieder dort hin. Was ich für eine sehr gute Lösung halte.


    https://www.gera.de/fm/193/Bro…%20Reuss_weboptimiert.pdf

    https://www.welt.de/regionales…orischen-Ort-zurueck.html

    Der Verlust der beiden großen Kandelaber ist wirklich höchst bedauerlich. Damals gab es einen richtigen künstlerischen Wettbewerb für die dann auch vergleichsweise teuren Kandelaber. Es waren also ausdrücklich keine Massenwaren, sondern individuelle Kunstwerke. Dann werden sie in den 60ern einfach verschrottet, das ist schon ernüchternd.

    Man sieht auf den Bildern aus den 50ern, dass sie selbst für den megaloman aufgeblähten Altmarkt nicht zu mikrig wirken. Dabei hatte man sie 1895 extra schlank konzipiert, weil man den Platz zusammen mit dem Germaniadenkmal nicht zu voll stellen wollte.


    Was haben wir heute? Eine Beleuchtung wir auf einem Großparkplatz und einen Riesengalgen. Das regt mich einfach immer wieder auf. Dann wurde bei der letzten Altmarktsanierung (wo man die durchaus ansprechenden Topflampen aus DDR-Zeiten wiederum entsorgte) auch noch gepfuscht, sodass man für Millionen schon wieder ran muss. Kenne eigentlich kein öffentliches Bauvorhaben der letzten 20 Jahre, das ein so vollständiges Desaster war, wie die Altmarktsanierung, sowohl gestalterisch als auch funktional.

    Könnte das eine Aufnahme der Sanierungsarbeiten sein?


    https://www.aerialphotosearch.…nhalt-germany-477363.html


    Hast Du Quellen, was dort geplant ist?

    Das hat uns Gregor hier vorgestellt. Wohnraum ist geplant. https://www.mz-web.de/halle-sa…wohnungen-werden-36667998


    Das Hallesche Brauhaus ist eine glatte Zumutung. So einen Ramsch mitten in so eine Stadt...

    Und das auch noch direkt am kühlen Brunnen, einem der bedeutendsten halleschen Profanbauten.

    Also offensichtlich scheine ich etwas verpasst zu haben. Seit wann darf Frau Grütters einfach so entscheiden, welche Bestandteile eines Denkmals zu erhalten sind und welche nicht? Denkmalschutz ist Landesrecht und Berlin ist immer noch keine Kolonie der Bundesregierung. Der ganze Vorgang ist skandalös.

    Die Pflasterung ist auch eher im Bereich Geschmacksverirrung anzusiedeln. Aber neulich häufen sich die Beschönigungsversuche derartiger städtebaulicher Nicht-Leistungen der 60er und 70er Jahre. Neulich durfte ich doch in der FAZ sogar eine Eloge auf den Berliner Mehringplatz alias Belle-Alliance-Platz lesen. Dabei ist die Schwimmhalle ja ein durchaus interessantes Bauwerk und völlig zurecht unter Denkmalschutz gestellt worden. Nur dem Platz, der als solcher ja eigentlich ohnehin nicht mehr besteht, gibt sie nichts.

    Ich bin grundsätzlich ein Freund der BUGA in Erfurt, habe meinen Eltern sogar schon Tickets geschenkt für dieses Jahr. Aber die Eingriffe in den Bestand machen mich einigermaßen fassungslos. Der Aufzug ist ein riesiges Ungetüm, an der exponiertesten Stelle überhaupt, vom ganzen Domplatz aus zu sehen. Das geht so nicht. Dazu wird der schöne Hang noch durch etliche neue Wege zerfasert. Ich verstehe, dass man ein BUGA Gelände so gut wie möglich barrierefrei gestalten muss, aber es ist nunmal eine Festung. Es hätte durchaus auch andere Möglichkeiten gegeben, von der Süd- und Westseite barrierefreie Zugänge zu schaffen.


    Aufzug: https://scontent-frx5-1.xx.fbc…785b4cd04f95d&oe=6082B774


    https://scontent-frx5-1.xx.fbc…785b4cd04f95d&oe=6082B774

    Sehr schön, dass das Dach wiederhergestellt wird. Da ist man ja schon mal weiter, als der deutlich wohlhabendere Namensvetter am Main. Auch ansonsten liest sich das alles sehr gut. Interessant, dass offenbar schon in den 70ern der Wiederaufbau aus den 50er Jahren weitgehend verunstaltet wurde.