Leipzig - Bau- und Sanierungsprojekte

  • Quote

    Forum Thomanum soll internationales Bildungszentrum werden
    Die ehrgeizige Vision eines international ausgerichteten musikalischen Bildungszentrums in Leipzig nimmt immer mehr Gestalt an. Am Donnerstag wurde offiziell mit der Sanierung einer Gründerzeitvilla in der Bachstraße/Ecke Hillerstraße für den künftigen Campus Forum Thomanum begonnen. Bis zum Jahr 2012 soll nach Angaben der Stiftung Chorherren das Forum wachsen, das sich um Thomanerchor und Thomasschule gruppiert. Außerdem sollen eine Kindertagesstätte, eine Grundschule und eine internationale Jugendmusikakademie entstehen.



    Quelle: http://www.lvz-online.de/aktuell/content/181463.html


    Mal eine gute Nachricht für LE zwischen all den schlechten.

  • So, da sich hier im Bereich Leipzig eine Weile nichts getan hat, werde ich jetz mal wieder ein bisschen Leben einhauchen :gg:


    Viele Stadtteile in Leipzig sind im Moment durch umfassende Sanierungsmaßnahmen gekennzeichnet, da sich diese vor allem in den Stadtteilen rund um das Zentrum häufen, werde ich jetzt einige von ihnen vorstellen. Desweiteren sind einige Objekte kurz vor der Fertigstellung oder sind bereits fertiggestellt.
    Zusätzlich erlaube ich mir ein paar Fotos, die nicht unbedingt etwas mit den Sanierungsmaßnahmen zu tun haben, beizufügen :zwinkern:



    Hier zu sehen das Eckgebäude Waldstraße 56, befindet sich im Moment in der Sanierung durch die GRK-Holding




    Rechts daneben befindet sich das Schwestergebäude Waldstraße 54




    Ich habe mir meine Wohnung schon reservieren lassen :D




    Hier der Blick in die Hinrichsenstraße, eine Nebenstraße im Waldstraßenviertel






    Hier das Gebäude Funkenburgstraße 25, wird ebenfalls durch die GRK-Holding saniert




    Steht kurz vor der Sanierung :D




    Hier noch einmal die Funkenburgstraße 25




    Hier ein Blick in den vorderen Teil der Tschaikowskistraße. Im Hintergrund kann man schon die Großbaustelle Blüthners Careé erahnen.






    Auch die Tschaikowskistraße 7 wird wieder in neuem Glanz erstrahlen. Die Einfahrt die sich im Gebäude befindet, wird als Zugang zur Tiefgarage dienen.






    Insgesamt werden hier 7 Häuser mit einmal durch die GRK-Holding saniert.




    Hier der Blick von der Jahnallee




    Blick Richtung Tschaikowskistraße




    Blick in die Jahnallee




    Hier ein Gebäude in der Gustav-Adolf-Straße...




    ...welches vor allem durch seine prunkvolle Innendekoration besticht,...




    ...ist aber kein Einzelfall in Leipzig 8)








    Blick in das Treppenhaus




    Da ich nun gerade einmal auch bei der Innenausstattung bin, hier noch ein schöner Gründerzeitler Ecke Funkenburg/Gustav-Adolf-Straße




    Auch sehr ansprechend wie ich finde :zwinkern: , ich muss dennoch betonen das dies eher die Regel ist, als eine Seltenheit!




    Kaltmiete für diese Wohnung(141m²) im Übrigen 930€ :P



    Gustav-Adolf-Straße 19 a?! Kurz vor der Sanierung




    Hier das fast fertiggestellte neogothische Eckgebäude Gustav-Adolf/Leibnizstraße






    Die Sanierung ist sehr gelungen wie ich finde




    Gegenüber die bereits gezeigte Stadtvilla Gustav-Adolf-Straße 19




    Im Sonnenlicht gleich noch viel besser :)




    Hier entsteht das jüdische Begegnungszentrum in der Hinrichsenstraße




    Ein Blick auf die gegenüberliegende Straßenseite




    Endlich wird auch die letzte Villa am Ende der Leibnizstraße, direkt neben dem Elstermühlgraben und Rosenthal saniert. Bauträger ist die HLIC.




    Ebenfalls in der Leibnizstraße entdeckt




    Auch das Eckgebäude an der Jahnallee ist nahezu fertiggestellt








    Auch die Bebauung aus den frühen 50ern an der Jahnallee, wird endlich umfassend saniert.




    Der gesamte Gebäudekomplex wird als Seniorenheim bzw. zum Teil als Studentenapartements gestaltet. In dem Komplex sollen ein Einkaufsmarkt, Bäcker, Fleischer, Arztpraxen und zahlreiche weitere kleinere Geschäfte eingerichtet werden




    Hier einmal ein Blick in den Hof des Gebäudes






    Hier wird das Objekt Jahnallee/Ecke Jacobstraße saniert




    Auch das Eckgebäude in der Pfaffendorferstraße wird demnächst saniert, soweit ich weiß soll auch wieder das Fischrestaurant in das Erdgeschoss einziehen. Saniert wird es durch REC24




    Ein Blick in die Humboldtstraße, ebenfalls Zentrum Nord-West bzw. Nord, oder auch noch Waldstraßenviertel :zwinkern:












    Mich würde mal interessieren wann diese Gebäude errichtet wurden, spontan würde ich fast auf die 20er tippen, haben etwas von Bauhaus. Im übrigen standen sie jahrelang leer und unsaniert in der Gegend rum, obwohl sie sich in einer sehr guten Lage befinden.




    Die schon fertiggestellten Gebäude der Häusergruppe




    Hier der Blick zum direkt angrenzenden Rosenthal






    Blick aus der Rosenthalgasse Richtung Humboldtstraße






    Der hintere Teil der Humboldtstraße. Die Rohre dienen im übrigen der Grundwasserüberbrückung auf Grund der Citytunnelbaustelle.




    Blick in die Lortzingstraße






    Nun noch ein Paar freihstehende Villen in der Emil-Fuchs-Straße, direkt dahinter befindet sich der Leipziger Zoo








    Pfaffendorferstraße.Hier entsteht demnächst die Riesentropenhalle Gondwanaland, des Leipziger Zoos. Mittlerweile sind auch fast alle Gebäude abgerissen.







    Direkt gegenüber das nächste Sanierungsobjekt der GRK-Holding.




    Und noch einmal GRK-Holding direkt am Nordplatz.



    Zum Abschluss habe ich noch eine Frage bezüglich des Ringmessehauses. Meiner Ansicht nach habe ich mal in der LVZ gelesen, dass ein Israeli das Gebäude gekauft hat. Weiß schon jemand wann mit der Sanierung begonnen werden soll und was nun genau geplant ist?! Ich habe leider keine zutreffenden Informationen gefunden.
    Ich hoffe es war insgesamt nicht zu viel :o


    MfG
    Steve

  • Das hier gefällt mir ganz hervorragend:

    (Lediglich der Blitz irritiert etwas. ;) )


    Hat was Mediterranes. :)

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Heiliger Strohsack, wirklich saugeile Fotos, muss ich einfach mal sagen! 8)


    Was sich in Leipzig erhalten hat, ist wirklich beeindruckend. Ohne in den letzten 10 Jahren dort gewesen zu sein, muss ich sagen, dass ich solche Ansichten ganzer hochwertiger Gründerzeitstraßenzüge bisher nur in Wiesbaden und Görlitz gesehen habe. Die Stuckdecken sind ein Traum! Mehr davon und vielen Dank für das bisher Gezeigte... :harfe:

  • Vielen Dank für die Fotos! Bei dem von Antiquitus ausgewählten Foto kann ich auch erahnen, warum Goethe die Stadt Klein-Paris genannt hat.


    Dresden ist ja auch ganz schön, aber solche Prachtbauten wie Leipzig sie in Massen hat kann man hier an einer Hand abzählen.


    --
    Aenos

  • Dankeschön :) Ich werde mich auch bemühen in nächster Zeit einiges zusammenzutragen. Leider gibt es auch noch viele Ecken in denen es nicht so rosig aussieht, vor allem die Hauptverkehrsstraßen sind betroffen. Die Seitenstraßen sind meist vollständig saniert. Leipzigs Altbaubestand ist wirklich imens, was auch der Tatsache zu verdanken ist, dass die Stadt im Krieg relativ verschont blieb und die DDR aus Kostengründen von Abrissen abließ. Allein wenn man sich mal bei Immobilienscout24 umschaut, wird man hier nahezu nur Altbauwohnungen finden und der Mietpreis für die Ausstattung ist oft einfach unvorstellbar niedrig. Ich persöhnlich habe noch nie in einem Neubau gewohnt. :zwinkern: Ich habe letztens auch einen Artikel zum Leipziger Immobilienmarkt gelesen, in welchem Leipzig gute Chancen für die Zukunft bescheinigt werden, einfach auf Grund der Steuervergünstigungen bei Altbausanierungen. Auch die Rendite soll bei den Altbauten relativ hoch sein. Ich denke insgesamt lässt es hoffen, dass möglichst viel unsanierter Altbau erhalten werden kann, zum Teil kann man jetzt schon rege Sanierungstätigkeit beobachten. :)

  • sehr schöne Bilderserie, Stiffler.
    Hab' mich mal kurz wegen des Eckhauses Waldstr. 52/54 im Bildindex umgesehen, da der Turm arg beschnitten aussieht. Hier die Aufnahme mit Turm...
    Dachlandschaft mit Substanzverlust und der untere Teil des Eck-Erkers fehlt..traurigerweise aber erst in allerjüngster Zeit, denn die Aufnahme ist von '91!
    Ist die GRK-Holding eigentlich die Firma mit der Tendenz zu Teilrekos, die öfters mal bei leipziger Sanierungsobjekten auftaucht? Die Karten scheinen ja gut zu stehen.





    Quelle Schwarzweißbild: Bildindex.de


    Detailaufnahmen des selben Hauses:
    -->Eingang
    -->Fenster


    EDIT: Oha..sehe gerade, daß die Bildindexaufnahmen vom Haus gegenüber sind ( Waldstr. 52/54 ), denn dort steht das gleiche nochmal ( ..Waldstr. 56 )...Schwestergebäude, wie Stiffler schreibt. ( Das nächste Mal les ich den Beitrag :) ). Seltsame Sache...zumindest wird aber die Turmreko + Rest extremst wahrscheinlich und es entsteht vielleicht eine nette Torsituation.

  • Echt toll, was sich da alles aneinander reiht :schockiert: ...Einerseits diese Villen und andererseits die ganzen Gründerzeitler mit Türmen und Erkern usw. Danke für die Eindrücke. Hätte ich - mal wieder - echt nicht erwartet. Und diese Mietpreise sind ja wohl ein Witz!


    Was stellt denn diese "Säule" beim Übergang zum Rosenthal? Ist das ein Meilenstein oder so...?

  • @ benni: die säule am rosenthal dient nur dazu, den parkeingang kenntlich zu machen. eigentlich quatsch, könnte man meinen. doch als sie nach der wende für einige zeit (wegen sanierung) verschwand, fehlte schon etwas. (übrigens kann man 200m hinter ihr im vom park aus über einen wassergraben hinüber zur afrika-savanne des zoos mit seinen giraffen, zebras etc. blicken. 1a entspannend.)


    @prokovjew: die grk holding ist eine leipziger firma, die sich darauf spezialisiert hat, marode altbauten zu kaufen, denkmalgerecht zu sanieren und sie dann weiter zu veräussern. also fast wie damals bei dr. jürgen schneider. aber da sie sich auf wohngebäude in gefragten lagen spezialisiert hat und nicht alle ihre projekte gleichzeitig entwickelt, scheint es bei ihr finanziell solider zuzugehen.


    @stiffler: danke für die bilder. das ringmessehaus wurde in der tat als "langfristige anlage" erworben. man kann sich kaum vorstellen, was aus diesem horizontalen hochhaus einmal werden soll. allein die gänge des komplexes sind ca 4 km lang. wenn ich mal eine prognose wagen darf: wahrscheinlich werden die kopfbauten und deren dachzonen irgendwann mal denkmalgerecht saniert und der im blockinneren gelegene über 100 m lange verbindungsbau abgerissen.
    die gebäude am rosenthal stammen übrigens wirklich aus den 20ern. selbst diese haben wohnungen mit kamin. und dennoch: ganz so üppig wie in den bildern ist die durchschnittliche ausstattung leipziger altbauwohnungen denn doch nicht.
    du hast mit deiner künftigen wohnung schon eine gute wahl getroffen...


    ... zumal, wenn in ein paar jahren nach dem ausbaggern des alten flussbettes der weissen elster das gesamte waldstrassenviertel wieder zu einer insel geworden sein wird.

  • Tolle Fotoreportage! Muß ich unbedingt mal wieder hin. Ist mittlerweile bestimmt schon 6 Jahre her. Tut gut zu sehen, wie die alten verfallenen Häuser wieder aufblühen. Kann deshalb auch nicht verstehen, warum es immer wieder Genehmigungen zu Abrissen an anderen Stellen gibt.

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • Bei Leibnizstraße 13 halte ich es aber für arg unwahrscheinlich, dass das jetzt zu sehende die originale Farbfassung ist. Wirkt m. E. viel zu geleckt.

  • Ihr wart ja fix! Die Gerüste sind kaum gefallen und schon gibt’s hier aktuelle Fotos. Habe am Samstag ebenfalls die freigelegte Fassade von Jahnallee 34 und Leibnizstr. 11 angeschaut, die Fotos habe ich allerdings noch nicht von der Kamera runtergeladen.
    Ob die neue Farbfassung von Leibnizstraße 11 (nicht 13, wie oben steht) einem Befund entspricht, kann man ohne genaue Detailkenntnisse nicht sagen. Eine Neufassung ist es sicher (daher der „geleckte“ Eindruck), das „Rot“ der Gliederungselemente könnte durchaus zu einer historischen Fassung gehören. Bei dem Weiß mit Gelbanteilen der Putzflächen habe ich schon eher Bedenken.


    Noch mal zu einigen oben schon gezeigten Objekten im Waldstraßenviertel:
    Sanierungsobjekt Jahnallee/Tschaikowskistr. (bestehend aus Jahnallee 42-44 und Tschaikowskistr. 1,3, 5, 7)


    Tschaikowskistr. 1 / Ecke Jahnallee, laut Bildinex um 1895 erbaut


    Zustand Februar 2007



    Tschaikoswkistr. 3 nach Bildindex, war im Februar als ich da war, schon hinterem Gerüst verschwunden:



    Jahnallee 42-44, um 1911 von Emil Franz Hänsel, Februar 2007



    Gustav-Adolf-Str. 19a, um 1900, nun auch eingerüstet (wie oben gezeigt)
    An dem Tag als ich die Fotos machte, hat es in Strömen geregnet, bitte verzeiht mir die Regentropfen auf meinem Objektiv.
    Das Haus steht auch auf einer der offiziellen Listen der unbedingt „zu rettenden“ Gebäude...






    Dann ein Sprung in die innere Südvorstadt (auch Petersvorstadt, einige Straßen waren hier seit dem 16. Jahrhundert bebaut, sind jedoch in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. weitgehend neu bebaut worden):


    Härtelstraße 23, 1905 von Paul Möbius, toller Jugendstil, die Gerüste sind Anfang des Jahres gefallen, nachdem das Haus fast das ganze Jahr 2006 eingerüstet war.
    In dem Haus befand sich um 1910 ein Autoladen, dem der (letzte) sächsiche König anlässlich der 1. Leipziger Automobilmesse einen Besuch abstattete...





    Bildindex


    Die Härtelstraße wurden zwischen Ernst-Scheller-Str. und Peterssteinweg erst nach Abbruch des „Römischen Hauses“, einer über Leipzig hinaus wichtigen klassizistischen Villa (Architekt Woldemar Hermann) um 1903/04 in der heutigen Form dicht bebaut. Der Verlust des Römischen Hauses ist zu bedauern, ich finde, mit der Qualität kann das (auch sehr gute) Jugendstilhaus nicht mithalten, guckt selbst die Bildindex-Bilder an (ich habe sie nicht eingebunden, da sie inhaltlich hier nicht ganz passen):


    http://www.bildindex.de/bilder/MI12379b14b.jpg\r
    http://www.bildindex.de/bilder/MI12379b14b.jpg
    http://www.bildindex.de/bilder/MI06833f06b.jpg\r
    http://www.bildindex.de/bilder/MI06833f06b.jpg
    http://www.bildindex.de/bilder/MI06833f07b.jpg\r
    http://www.bildindex.de/bilder/MI06833f07b.jpg
    http://www.bildindex.de/bilder/MI12379c01b.jpg\r
    http://www.bildindex.de/bilder/MI12379c01b.jpg
    http://www.bildindex.de/bilder/MI06833f08b.jpg\r
    http://www.bildindex.de/bilder/MI06833f08b.jpg


    Irgendwelche Fresken aus dem Haus von Fr. Preller (ich glaube aus der offenen Loggia) sind beim Abbruch in die Universitätsbibliothek Beethovenstr. in das Treppenhaus übertragen worden, aber heute zerstört.



    Dimitroffstr. 24, 1885, hatte ich schon mal mit Gerüst gezeigt.
    Im Inneren ist es leider relativ tiefgreifend umgebaut worden, natürlich unter Erhalt des Treppenhauses u.a., ansonsten aber überwiegend in kleine Wohnungen (1-2 Zimmer) aufgeteilt. Hintergrund ist natürlich die erhöhte Nachfrage nach kleinen Wohnungen.
    In einigen straßenseitigen Räumen sind in den größeren Wohnungen wohl noch Stuckdecken verblieben, immerhin.








    Karl-Tauchnitz-Str. 6, Teil des Villenrings am Musikviertel, bildet zusammen mit Nr. 4 ein Doppelhaus (Architekt Max Pommer?). Es wird seit Ende 2006 nun auch saniert (Architekturbüro Weiss + Volkmann aus Leipzig, eher bekannt für moderne Lösungen – hoffentlich fliegt nicht allzu viel von der alten Substanz in die Mulde („bestes“ bzw. eigentlich besser „schlechtestes“) Beispiel in dieser Beziehung ist die Sanierung der fast gegenüber gelegenen Herfurtschen Villa in der Karl-Tauchnitz-Str. 11 durch das Architekturbüro Kulka aus Dresden, Mitte der 90er Jahre.





    Münzgasse 24-26, ehemaliges Waisenhaus der Stadt Leipzig, erbaut um 1869.
    Leider wurde das bereits im Krieg zur Hälfte zerstörte Gebäude im Februar 2007 abgebrochen. Beim Abbruch war es erschreckend zu sehen, dass die Ziegelmauern aufgrund der Vermörtelung mit sandigem Kalkmörtel dem Bagger kaum Widerstand leisteten.
    Durch seine Lage im Hinterhof ohne jeden Bezug zur Straße war es als eines der ältesten Gebäude der Straße zu erkennen. Auch wenn das Gebäude sehr einfach, offenbar entstuckt und ohne Dach war, finde ich doch seinen Verlust vor allem vor seiner historischen Bedeutung als ehemaliges Waisenhaus zu bedauern. Mieter hätte man bei der guten Lage mit Sicherheit für das sanierte Haus gefunden.



    Beethovenstr. 17, 1898, Musikviertel,


    damals...


    ... und heute (Sanierung 2006)




    Beethovenstr. 19




    ...und jetzt noch ein „durchschnittliches“ Haus aus Lindenau/Plagwitz,
    Endersstr. Ecke Henriettenstr., wohl um 1900/1910


    Zustand 20. August 2006


    Zustand 03. März 2007



    Vorenthalten habe ich euch noch die Gottschedstr. 23. Die Gerüste wurden gestern abgebaut, zum Vorschein kam eine partiell fein stuckierte, wohl restaurierte „italienische“ Renaissance-Fassade. Selbst die „normalen“ unwissenden Leute blieben wirklich auf den Gehweg stehen und schauten.
    Im Inneren sind nun zwei Wohnungen je Etage, die eine davon im Grundriss erheblich modernisiert, alte Türen, auch zweiflügelige, sind in großem Umfang erhalten, Stuck habe ich nicht mehr gesehen.


    Auf dem Bildindex-Bild sieht das Haus vergleichsweise unspektakulär aus:


    Ein weiteres Foto vor der Sanierung, freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Spacecowboy (an dieser Stelle: ein herzliches Dankeschön!) - bei der Perspektivkorretur merkte man dann, dass links ein bißchen zu wenig Nachbarschaft mit fotografiert wurde... trotzdem schön


    Während der Sanierung...




    und nun die aktuellen Fotos von -ich glaube- gestern,




    Und dann gehts noch weiter:
    Tieckstraße 4 in der Südvorstadt ist nun auch äußerlich fast fertig... das dortige Areal Fockestraße/Tieckstraße wurde erst relativ spät um 1900/1910 bebaut (bis dahin Überschwemmungsgebiet der nahe gelegenen Elster(?)). Die Projektierung erfolgte kurz vor dem 1. Weltkrieg, die Bauauschführung der Villen Tieckstraße 3, 4 und der Eckvilla zur Fockestr. (Nr. 8c?) erfolgte erst in den 20er Jahren, ganz im konservativen Stil der Vorkriegszeit. Tieckstr. 4 entstand um 1923-24 im Auftrag einer Firma. Architekt in allen drei Fällen ein Friedrich Lutz.


    Die stilisch ähnlichen Villen Tieckstr. 1 und 2 (sog. "Mietvillen" mit riesigen Wohnungen) sind kurz vor dem 1. Weltkrieg gebaut.





    Und nun eine wirkliche Rekonstruktion (leider nur eine Rekonstruktion, kein konverviertes Original, wie ich finde - nach meiner Einschätzung war die vorgefundene Substanz jedoch durchaus marode)
    Hohe Straße 48, Ecke Karl-Liebknecht-Str. erbaut Mitte 19. Jh. wurde 2006 bis auf die Fassade (EG und 1. OG) der Straßenfront abgebrochen (siehe oben, Bild mit Baugerüst).
    Die Rekonstruktion von Front und rechter Schmalseite entspricht weitgehend dem Vorzustand, das Erdgeschoss wurde nicht originalgetreu rekonstruiert (hatte Fenster wie das OG, jedoch als Rundbogenfenster, an der jetzt verbauten Rückseite waren wenige Beispiele bis letztes Jahr erhalten). Die Rückseite ist zugunsten einer Erweiterung aufgegeben.


    Das Haus links daneben, Karl-Liebknecht-Str. 13, wurde 1844 erbaut und um 2003/04 partiell rekonstruiert (EG, Balkon, Stuck an der Fassade, Rückbau asymmetrische Dachgauben der 30er Jahre).




    Rückseite vor dem Abbruch 2006

  • Also die Gottschedstraße 23 muss noch einmal richtig gezeigt werden:


    Zustand vor der Sanierung (März 2006, wenige Tage bevor die Gerüste drankamen)



    und gestern (schöne Farbgebung, aber die Gauben...naja)



    Schräg gegenüber diese Situation: hochwertige Fassaden, mäßig gelungene Dachgestaltung. Ich glaube, da wurde viel entkernt.



    Weitere Impressionen von der Gottschedstraße in Richtung Innenstadt (alle Aufnahmen von März 2006):



    Schauspielhaus, Neoklassizismus der DDR-Fünfziger

    http://img502.imageshack.us/img502/2922/p3180701qs6.jpg



    Harter Kontrast: Neubauten aus den Endachtzigern, davor zitieren Stuhlreihen die zerstörte Synagoge, die sich dort bis 1938 befand



    Das Restaurant SOL Y MAR sieht nicht nur von außen schick aus, auch das Ambiente innen ist so stilvoll, wie ich es bislang selten gesehen habe

  • Quote

    Das Restaurant SOL Y MAR sieht nicht nur von außen schick aus, auch das Ambiente innen ist so stilvoll, wie ich es bislang selten gesehen habe


    Das kann ich nur bestätigen. Das ist ein absolutes Muss für jeden Leipzigbesucher! :D

  • Abriss Georg-Schwarz-Straße 129: Diesmal hat die Arthos gepennt


    spacecowboy/stiffler: Ein eigenes Thema für den Altbauzustand wäre wohl in der Tat nicht schlecht. Was wollt ihr denn da alles drin haben, dann würde ich es mal abtrennen?

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Die Bilder sind sehr beeindrückend!!!


    Leipzig macht grosse Anstrengungen um die marode Stadtlandschaft zu beiseitigen und die vielen verfallen fassaden in alter Glanz erstrahlen zu lassen.


    In Berlin wird dies leider wenig unternommen um die verblieben und in vielen Fällen abgestückte Fassaden auch wieder in alter Glanz zurückzubringen.


    Warum dieses grossen Unterschied zwischen Leipzig und Berlin?
    In Berlin besteht grosser Bedürfnis zur Rekonstruktion und Reparartion. Die vielen moderne Lösungen die nach dem Krieg fast überall gewählt wurden UND die Vereinfachung an Gründerzeitfassaden sind doch Grund um das Verbliebene (Prenzlauerberg, Charlottenburg, Kreuzberg-süd/ost, Neuköln und Friedenau) doch eigentlich zu behandlen wie das heute in Leipzig vorgeht.


    Warum leistet Berlin hier so wenig Arbeit??? Wer weiss das???

  • gute frage.


    das meiste sind ja privathäuser - und bei denen ist nicht entscheidend, ob sie in leipzig oder berlin stehen, sondern wem sie gehören und was die eigentümer aus ihnen machen. und vor allem: was von ihnen noch vorhanden ist und wie die umgebung aussieht.


    in leipzig gammelten die allermeisten altbauten bis zur wende vor sich hin. so waren sie alle gleichmässig grau und kaputt, aber unter dem dreck war der stuck noch dran. folglich muss das jetzt alles bei sanierungen auch wieder hergerichtet werden - schon wegen der besseren vermietbarkeit, denn die nachbarhäuser erstahlen ja auch im neuen alten glanz.
    in berlin waren viele altbauten schon vor der wende modernisiert und entstuckt worden. und was erst mal weg ist, ist weg. zumal, wenn die nachbarhäuser auch nicht besser aussehen und sich eh genügend mieter finden lassen.


    aber was sich für berlin, leipzig und andernorts wohl gleichermassen feststellen lässt: qualitativ hochwertige sanierungen haben höhere vermarktungschancen. und das bedeutet, dass die qualität der sanierungen sicher weiter steigen wird. wer will schon kunststofffenster, wenn er auch bleiglasfenster haben kann?

  • Quote

    Ein eigenes Thema für den Altbauzustand wäre wohl in der Tat nicht schlecht. Was wollt ihr denn da alles drin haben, dann würde ich es mal abtrennen?


    Ich würde nun vorschlagen, ein neues Thema namens "Leipziger Bau- und Sanierungsprojekte" aufzumachen, und alle Themen, beginnend mit Stifflers Fotoserie vom 29. März bis einschließlich meinem jetzigen dorthin zu verschieben. Das soll alles erst einmal vorläufig sein, denn die gegenwärtige Aufteilung der Leipzig-Stränge sind - gelinde gesagt - haarsträubend unübersichtlich. Rakete und mir schweben nun radikale Änderungen diesbezüglich vor, die wir dir, Antiquitus, wenn sie ausgereift sind, per PN erläutern werden. Der Übersicht halber aber bitte erst einmal diesen neuen Strang.


    _____________________________________________________________________________________


    Passt gut zum Thema, mal ein Vergleich eines Geschäftshauses in der Ritterstraße, das letztes Jahr saniert wurde. Das neue Dach sieht zwar etwas befremdlich aus, aber die Fenster hat man wieder in die Originalgröße zurückversetzt. Immerhin, Resultat okay.