• Noblesse soll das Bauwerk ausstrahlen?


    Für meine Begriffe ist der Entwurf einfach bloß primitiv und einfallslos. Wenn jemand von uns im Alter von 10 oder 15 Jahren im Kunstunterricht so etwas als Haus oder Gebäude gezeichnet hätte, hätte ihn der Lehrer zum Gespött der Klasse gemacht. Er wäre an die Decke gesprungen und vor Entsetzen darüber, dass sein Unterricht solche Früchte trägt, nicht so schnell wieder runtergekommen.

  • Tatsächlich malen Kinder solche hässlichen Bauwerke wie den neuen Rathausentwurf gar nicht! Auf den Kunstwerken von Kindern sieht man oftmals noch anständige Häuser mit richtigen Ziegeldächern (oft mit rauchenden Schornsteinen), bunten Fenstern und Türen, Blumen auf den Fensterbänken etc.


    Nee, also Noblesse strahlt dieser monotone Kasten nun wirklich nicht aus. Ich find ihn eher zum Davonlaufen. Absolut schade um das hübsche bisherige Rathaus und der nebenstehenden Häuser... Der Neubau wird, wenn er leider doch gebaut werden sollte, das ganze Flair zerstören. Zum Weinen. :weinen:

  • Sind die narrisch?
    Oder Teilnehmer am Wettbewerb "Unser Dorf(en) muss hässlich werden"?

    Ich bin sicher kein Verfechter der "Traditionelle um jeden Preis", aber ich bin gegen die "Trostlosigkeit und Langeweile im zeitgenössischen Bauen". dto.

  • 7,9 Millionen € wollen sie ausgeben in Dorfen. Wohl frei nach dem Maas'schen Dumpfbacken-Motto: Niemandem wird etwas weggenommen.

    Selbst SPD-Stadtrat Heiner Müller-Ermann machte deutlich, „dass Kostensteigerung der falsche Begriff ist“. Die fünf Millionen Euro Baukosten seien die Summe, die der Architektenwettbewerb für den Neubau ergeben habe. Das aber habe nichts mit den Gesamtkosten zu tun. Denn ein Wettbewerb für einen Neubau könne nie Ausgaben etwa für einen Abbruch des bestehenden Gebäudes enthalten. Müller-Ermann warnte davor, den Rathausneubau als „Prunkpalast“ zu sehen. „Das wird ein Rathaus für die Bürger der Stadt. Dieses Rathaus wird kein Luxusbau, sondern ein angemessenes Gebäude.“


    Die Leiterin der Finanzverwaltung, Maria Bauer, begründete die Höhe der Kosten auch mit dem „städtebaulichen Mehraufwand“, den der Bau des Verwaltungsgebäudes im historischen Stadtkern verursache. Ein Zweckbau auf der „grünen Wiese“ wäre sicher billiger gekommen. Für den Mehraufwand könne die Stadt aber mit bis zu 60 Prozent Zuschuss rechnen, sagte Bauer. Zur von Simone Jell (SPD) gestellten Frage zur Finanzierung des neuen Rathauses machte Bauer klar, dass eine Kreditaufnahme unumgänglich sei.

    eye:)

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Farbige Planansicht des neuen Rathauses:


    meine-anzeigenzeitung.de/lokal…urer-gedacht-6547099.html

    Was...??? Das soll ein repräsentatives, dem historischen Stadtbild entsprechendes Rathausgebäude sein...? Diese merkwürdigen Proportionen - wie ein oben abgesägter Schuhkarton, sind dem Vorgänger gar nicht würdig. Dazu dieser ominöse Eingangsbereich, der überhaupt nicht einladend wirkt... ?(
    In einer historischen Umgebung sollte man, dem Vorgänger entsprechend, doch lieber historisierend bauen, alles andere ist ne Fehlentscheidung, ist Käse. Früher oder später ist die Reue groß über diesen modernen Kasten - aber dann ist es zu spät!

  • Wenn es keinen Denkmalschutz (mehr) gibt, bräuchte es vielleicht für Gebäude wie das Alte Rathaus einen staatlichen Stadtbildschutz... Für das Alte Rathaus käme dieser selbstverständlich zu spät.


    Ich bin nach wie vor erschrocken darüber, dass dieses Gebäude ohne nennenswerten Protest (?) abgerissen wurden, zumal im Wissen um diesen peinlich plumpen Ersatz!

  • Da passt ja wirklich nichts. Es nimmt überhaupt keinen Bezug zum Umfeld auf und ist von außen vollkommen schmucklos. Muss ein Rathaus nicht auch eine Gemeinde repräsentieren? Man kann ja über die 60 und 70 er Jahre Klötze sagen was man will, aber es waren insofern häufig "Gute Bausünden", dass man sich an der Architektur reiben konnte und sie einem nicht egal sein konnten. Häufig gab es auch Kunst am Bau. Dieses Gebäude ist vollkommen belanglos und funktionell. Ich hoffe, dass dies nicht das ist, was die Gemeinde Dorfen auszeichnet.

  • Die Gemeindevertreter haben ihrer Stadt einen Bärendienst erwiesen. Sie haben ein gut eingepasstes Gebäude abgerissen, das man bei Platzbedarf sicher zur Seite des kleineren Nebengebäudes hätte erweitern können. Und für teures Geld haben sie es durch einen überdimensionierten, grobschlächtigen Klotz ersetzt, der die ganze Straßenfront negativ dominiert. Unfassbar. Solche Leute gehören abgewählt.

  • Die Kommentare, der Leute unter dem Artikel link von oben, Sprächen bände... Voralem wenn man weis was da mal Stand ein schlag ins Gesicht!

  • Das Beispiel Dorfen zeigt einmal mehr, dass die eigentlichen Hotspots der Stadtbildzerstörung in Deutschland heute eher die wenig prominenten Kleinstädte mit weitgehend intaktem historischen Zentrum sind, von denen es noch hunderte in Deutschland gibt.

    Das Problem besteht hier anscheinend darin, dass wenige entschlossene Lokalpolitiker, die bezüglich eines Abrisses einer Meinung sind, hier in den meisten Fällen mit ihren Plänen durchkommen - zum Schaden des teils jahrhundertealten Stadtbilds und der nachfolgenden Generationen. Diese können den Verlust kaum noch rückgängig machen können, weil die "Schöpfungshöhe" des abgerissenen Altbaus für eine Rekonstruktion kaum vorhanden war, da dieser eher im Ensemble wirkte.

    Diese kleinmaßstäblichen, aber teilweise gravierenden Verluste werden meist nur in der Lokalpresse thematisiert und bleiben in aller Regel unter dem Radarschirm der überörtlichen Öffentlichkeit. So vollzieht sich Jahr für Jahr ein irreversibler Verlust historisch gewachsener Stadtbilder in diesem Land. Ich finde, dass der Verein Stadtbild Deutschland erwägen sollte, wie er seine Einflussmöglichkeiten für das Ziel eines besseren Schutzes für die historischen Stadtbilder hierzulande geltend machen könnte. Ich habe es bereits im Vereinsforum thematisiert.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir