Posts by Naumburg

    Bei dem Brunnen sind eben die alten Bauverfahren gerade nicht dauerhafter. Eine wasser- und bruchsichere Wanne bekommt man so am sichersten hin. Nicht ausgeschlossen ist, dass die alte Konstruktion auch schon Beton mit Naturstein verkleidet war.

    Zerniert von den üblichen auswärtigen Profiteuren müsste es wohl heissen. Sie haben jetzt die Bresche geschossen. Wenn man das mal in diese altmodische Militärsprache bringt. Halb so gross, ohne den Zaun und drei Bäume davor hätten auch gut ausgesehen.

    Solche Architekturbüros gibt es viele. Das Geschmalze bei "Philosophie" auf iherer Webseite haben sie wohl auch nur irgendwo abgeschrieben. Die arbeiten hart am minimal Geforderten und Denkmal ist keine Kategorie für sie.

    Für Geld würden sie auch dem Teufel eine Hütte bauen.

    Herrnhut ist wie ein Bau von Schulze-Naumburg. Das schlichte barocke Haus war sein Ideal. Genau dieses nichts wagen, war auch der Vorwurf gegen ihn. Irgendetwas komisches war bei seinen Versionen aber auch immer dabei. Ich finde den Neubau trotzdem gut. Den Burgplatz lasse ich im neuen Jahr mal auf mich wirken, wenn ich wieder im Büro bin.

    Das Naumburger Bürgergartenviertel ist ein zusammenhängesdes Denkmalschutz- und Sanierungsgebiet mit Villen ab den 1870iger Jahren. klein, aber sehr fein und vorbildlich restauriert. Am Rande geht es in die Bebauung der 20iger und 30iger und schlussendlich DDR Einfamilienhäuser über.

    Es ist alles nur eine Interpretation. Man kann hier nicht die Masstäbe des klassischen Bauens ansetzen - war sinngemäss die Argumentation zu der Blobel Gedächtnisfassade in Dresden. Dafür gerät hier die Argumentation etwas feinstreifig.

    Immersive Kultur ist eine Neuinterpretation, man muss hier nicht so auf exakte überkommene Formen und Werte achten. Es ist ein Versuch Menschen in die historische Architektur eintauchen/ immersieren zu lassen... Blobel lässt grüßen...

    Gut, dass hier einer auf den anderen zugeht und einfach sagt: Du hast recht - das wird es nicht geben. Eher fahren viereckige Räder. Ich kann nur die Empfehlung geben, nicht dem Herrn Blobel wegen seiner so bewundernswerten Allüren auf den Leim zu gehen und gleichsam in zerfliessender endloser Toleranz sich zu entmaterialisieren. Im übrigen bin ich der Meinung, dass es zeitlose Regeln gibt und dabei bleibe ich.


    Baukunst ist eine exakte Wissenschaft und die für sie entwickelten Hilfsmittel wie das Lot und der Winkel sind nachgerade die Prototypen aller späteren Messinstrumente. Und so wie es Menschen mit gutem Gehör gibt, gibt es welche, die den rechten Winkel erkennen und den goldenen Schnitt verinnerlicht haben. Man nennt das wohl Augenmass.


    Die rustizierten Eckpilaster sind unter einem Lastgesichtspunkt die eigentlich tragenden Säulen. Sie müssen gemäss der Säulenordnung den Architrav tragen. Die übrigen säulenartigen Strukturen haben gleichsam wie im Thermenfenster nur unterstützenden Charakter. Um den Eckpilastern nicht den Rang abzunehmen müssen sie damit zurücktreten im wahrsten Sinne.


    Ich habe niemals eine Lehrveranstaltung in Architektur oder Kunstgeschichte besucht. Ich habe nur zwei Augen, lasse jetzt aber von diesem Thema ab.

    Und was nützt das. Anliegen einer Diskussion ist es ein Ziel zu erreichen. Um aber Mindeststandards zu erreichen hat man DIN - Normen eingeführt, über die nicht diskutiert wird. Und sogar ein Rastrelli kann einschätzen, ob das guter oder schlechter Barock ist, warum wohl? Sicher nicht durch den Teil seiner Persönlichkeit, der mit Herzblut auch 89Grad als rechten Winkel ansieht und im Namen der Vielfalt verteidigt.

    Wenn diese Kritiken nicht mehr erwünscht sind, graben wir uns mehr oder weniger unseren eigenen Anspruch ab. Sorry, seit Vitruv gibt es für die klassische Säulenordnung eine stansardisierte Vorgehensweise. Ich baue auch keine Autos mit viereckigen Rädern, weil ich es kritisch interpretiere. Wer sich an den quasi Stand der Technik bei Säulen nicht hält, ist in meinen Augen ein Dilettant. Mein Kommentar zu den nicht vorhanden Rücksprüngen beruht nämlich, da bin ich mir zu 99% sicher, auf einem Messfehler beim Ansatz der Voluten darüber. Da diese aber am schwersten zu ändern waren, hat man einfach die Ordnung darunter zerstört. Es wäre aber nur mit einer veränderten Lage der Balkonträger oder eben neuen richtig geworden. Die Profile ansich sind alle richtig. Sie sind aber nicht vor Ort von Hand gezogen, sondern baukastenmässig zusammengesetzt. So kann man ohne Fachleute billige Arbeiter vor Ort alles zusammensetzen lassen. Das Schlimme an solchen Sachen ist, dass es 90% sowieso nicht mehr auffällt, und einige in der Manier, man soll ungelenke Kinderzeichnungen nicht kritisieren, zur Milde aufrufen.

    Ein kleines Detail stimmt bei den Figuren auch nicht. Der Architrav darüber sitzt hinter der Vorderkante der Rückenplatte der Figuren. Er müsste aber genau auf, oder leicht davor sitzen. Seine Lage wir durch die Pilaster vorgegeben. im Verhältnis zu diesen und nur diesen, muss er leicht zurückspringen. Das heisst die Figuren sind zu weit heraus angebracht worden. Deshalb gibt es auch keinen Rücksprung neben den äusseren Pilastern im Bereich der Rückenplatten, sondern sie schliessen glatt an. Was immer unschön und nach einfach zugeputzen Rillen aussieht. Vielleicht ist es lässlich, vielleicht findet Rastrelli auch einen gleichlautenden Vorredner - mich stört es.

    Durch die Verblechung "verschwinden"die Pilasterfüsse etwas, was wohl den Eindruck hervorruft/verstärkt, hier würde etwas fehlen. Die mächtigen, (diesmal gut proportionierten Kapitelle - hatten wir das schon?) wirken etwas erschlagend auf den Rest der Säule. Vielleicht hätte der sächsische Barock zugelassen, wenigsten die Füsse noch mit einem Karnisprofil / Stab o.ä. nach oben zu verlängern, um das oben besprochene zu mildern.