Posts by VonSalza

    Nach langer Zeit geht es mal wieder mit den Fensterläden weiter. Wie bereits angekündigt in der Admiral-Hipperstraße, die mach dem in Weilheim geborenen Admiral der kaiserlichen Flotte Franz Ritter von Hipper benannt worden ist und zuvor Herrengasse hieß, da sch hier das erste Rathaus und der Pfarrhof befanden bzw. befinden. Verlässt man also den Marienplatz nach Osten am Stadtmuseum links vorbei, so bat sich einem wohl um 1910/20 dieses Bild:

    Heute sieht es dort so aus:


    Bis auf ein Haus stehen die die Häuser also noch, dafür verfügt aber nur noch das Haus Admiral-Hipperstraße 5 über Fensterläden (ich würde es als mittelalterlich einschätzen, es ist aber kein Einzeldenkmal, da das Denkmalschutzamt hier wohl ausgewürfelt hat was unter Schutz gestellt wird).


    Über die von mir schon mal vorgestellte Bausünde brauchen wir gar nicht reden, aber auch um die beiden Giebelbauten rechts ist es sehr schade, denn ohne Sprossen und Schmuck wirken sie leer und abweisend, wie ein entstuckter Gründerzeitler.


    Wenn wir bis an die Stelle an der die Straße breiter wird gehen, sehen wir das Hipper oder Neuchingerhaus Admiral-Hipperstraße 11 (Einzeldenkmal), an dessen Stelle das erste Weilheimer Rathaus stand. Das wurde aber 1867 bis auf das Erdgeschoss abgebrochen und in den 80ern dann auch noch weiter zu einer Passage verunstaltet, wobei auch das mittelalterliche Gewölbe entfernt wurde! Die Fensterläden im Erdgeschoss sind ebenfalls verschwunden.


    1935


    Und 2021


    Direkt daneben befindet sich das Pfarrhaus Admiral-Hipperstraße 13 (19. Jahrhundert, Einzeldenkmal), das sich seine Fensterläden erhalten hat, aber trotzdem etwas vereinfacht wurde.


    1935


    Und immer noch schön im Jahr 2020


    Für einen besseren Überblick gehen wir jetzt bis an das Ende der Straße und drehen uns um. 1912 sah es hier so aus:


    Auf der linken Seite befindet sich das Haus Admiral-Hipperstraße 18 (Alter kann ich nicht einschätzen) mit dem Restaurant Torrito, der frühere Schildbürger und davor Luckerbräu. Hier findet man noch heute, also 2021, Fensterläden im Erdgeschoss.


    Sein rechtes Nachbarhaus Admiral-Hipperstraße 16 (1612 und 1862, Einzeldenkmal) hat seine Fensterläden im Erdgeschoss wiederum völlig verloren.


    Zu dem Haus in der Bildmitte komme ich gleich noch.

    Mit dem heutigen Denkmal des Prinzregenten Luitpold endet die Galerie. Leider, denn das ist wohl das einfachste von allen vorgestellten. Luitpold wurde am 8. März 1821 in Würzburg als 3. Sohn Luwigs I. geboren und verstarb am 12. Dezember 1912 an Bronchitis. Seine Brüder Maximilian und Otto waren Könige in Bayern und in Griechenland. Luitpold kam nach dem Tod seines Neffen Ludwig II. als Prinzregent an die Macht, da Ludwigs Bruder Otto aufgrund diverser Geisteskrankheiten als zum regieren ungeeignet angesehen wurde. Die Zeit seiner Regierung wird als „goldene Zeit“ angesehen, denn Bayern und insbesondere München blühten damals auf. Luitpold selbst war aber eher passiv und ließ seine Minister recht selbstständig handeln und die Interessen Bayerns hinter die Preußens allmählich zurückfallen. Nach seinem Tod wurde sein Sohn Ludwig III. Prinzregent, doch er wurde, noch zu Lebzeiten Ottos, zum König gekrönt, Otto starb aber bereits wenige Zeit später, als Bayerns unbekanntester König. Ludwig III. führte Bayern an der Seite Preußens in den I. Weltkrieg und damit zum Ende der 738 Jahre währenden Herrschaft der Wittelsbacher in Bayern am 7. November 1918.


    Luitpolds Denkmal ist ein Reiterstandbild, wie schon das seines Vaters. Es wurde von Adolf von Hildebrand und Theodor Georgii geschaffen und 1913 in der Luitpoldstraße vor dem Bayerischen Nationalmuseum aufgestellt. Luitpold selbst wollte, dass ein Denkmal ihm zu Ehren erst nach seinem Tod aufgestellt wird, da er dort dann nicht mehr vorbei laufen könnte. Die Stadt München war der Stifter des Denkmals.


    Da Luitpold nie König war, ist er auch nicht mit Krone, Zepter oder Königsmantel dargestellt, sondern einfach nur in einen gewöhnlichen Mantel gehüllt. Seine rechte Hand zeigt zum Boden und seine linke hält die Zügel seines Pferdes, während sein Blick Richtung Luitpoldstraße zu gehen scheint.


    Die Inschrift auf der linken Seite


    Und auf der rechten


    Und zum Abschluss noch eine Ansicht von schräg hinten mit Blick zum wunderschönen Bayerischen Nationalmuseum, das ursprünglich von seine Bruder Maximilian II. gegründet worden war, das heutige Museum Fünf Kontinente. Unter Luitpolds Herrschaft baute Gabriel von Seidl diesen fantastischen Bau, der stets einen Besuch wert ist. Wenn die Museen mal wieder auf sind, werde ich es auch mit großer Freude besuchen.


    Das ist nun das Ende meiner Galerie. Ich hoffe sie hat euch gefallen und Anmerkungen sidn wie immer willkommen. Wenn ich noch einmal zu, Max Monument komme, schieße ich die fehlenden Bilder nach.

    Kann jemand einschätzen wie alt das Gebäude ist anhand des einen Fotos? Ich hätte jetzt auf Ende 19. Jahrhundert oder so getippt. Ich finde es auch sehr hart, dass der Besitzer überhaupt nicht an seinem Geburtshaus hängt. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

    Mit der "es geht nicht" Mentalität endet man mit leeren Händen. Die Translozierung ist der notwendige Befreiungsschlag aus der sklavischen Abhängigkeit des Denkmalschutzes. Direkt neben dem Pellerhaus ist eine Freifläche, wobei man die Renaissance-Fassade Richtung Egidienplatz oder Tetzelgasse ausrichten kann. Den Innenhof kann man dann verbinden. Wenn beides nicht klappt, sucht man sich einen bessern Bauplatz und versetzt den Innenhof, wenn Geld da ist. Vielleicht kann man dazu ein Haus an der Westseite des Egidienplatzes erwerben und umbauen. Beide Häuser am selben Stadtplatz können tatsächlich einen "spannenden Kontrast" ergeben.


    Die Translozierung des 50 Jahre Baus (der Innenausbau ist ja angeblich auch schützenswert) hätte den Nachteil, dass man dann gleich zwei mal neu bauen muss und immer noch unter dem Daumen des Denkmalschutzes steht.


    An der Westseite des Maxplatzes (oder hier) gibt es noch eine gute Freifläche. Dort kann man eine "Kunst-Installation" aufstellen mit den ersten Stockwerken der Renaissance-Fassade des Pellerhauses (ähnlich wie der Lange Stall in Potsdam), um Akzeptanz und Spenden für ein vollständiges Projekt zu sammeln.

    Man könnte auch ähnlich der Stadtschlossaktion von Boddiens die Fassade des alten Pellerhauses auf Planen drucken oder malen und diese dann im öffentlichen Raum ausstellen, mit Gerüst oder einfach vor das jetzige Pellerhaus hängen, auch wenn eine Aufstellung z. B. auf dem schon vorgeschlagenen Hauptmarkt wohl zielführender wäre. Aber dafür bräuchte man jemand wie von Boddien und so jemand ist ja bekanntlich eine Seltenheit.

    Also das ist eher ein Gegenargument. Dagegen ließe sich vorbringen, dass es überall noch üblere und tristere Gegenden gäbe, die man nur "aufwerten" könne, angefangen mit Autobahnrastplätzen. Es geht doch eher darum, eine "Gegend mit Potential" "aufzuwerten".

    Und vor allem geht es ums Pellerhaus, das, wie es aussieht, in situ verunmöglicht wird.

    Der Egidienplatz hat finde ich genug Potential. Um den Rest drumherum brauchen wir nicht reden aber der Platz selber könnte schön werden, er ist es derzeit nicht, aber nirgendwo in diesem Bereich ist das Potential größer, dank Egidienkirche und ihrem barocken Nachbarhaus, der klassizistischen Fassade gegenüber, dem durchaus interessanten Nachkriegs Wohnturm und den anderen ganz akzeptablen Bauten. Nur die Seite des Pellerhauses ist schrecklich.

    Darunter sitzen 4 Allegorien auf die Tugenden Maximilians II. Joseph.

    Direkt vor ihm sitzt ein junger Mann mit Feder und Füllhorn die die Friedensliebe symbolisiert.

    Danach folgen im Uhrzeigersinn


    Die Weisheit als Frau mit Fackel


    Die Stärke als Mann mit Löwe, Helm und etwas verstecktem Schwert


    Und die Gerechtigkeit mit Buch und Schwert die ich wohl auch vergessen habe zu fotografieren.

    https://www.hoehenrausch.de/we…ng/maxmonument/#gallery-2

    Das Bild ist das beste auffindbare, lässt sich aber nicht als geoßes Bild hier abbilden, deswegen nur der Link.


    Und zuletzt noch eine Ansicht von hinten. Wenigsten das habe ich nicht vergessen.

    Images

    • 77CA4C1B-9E73-4E13-957F-48FA2C34388F.jpeg

    Ich entschuldige mich schon mal für die komischen fotografischen Fehler die mir bei diesem Denkmal unterlaufen sind, weshalb ich auch ein wenig aufs Internet zurückgreifen muss.


    Weiter geht es mit Ludwigs Sohn, der den Namen Maximilian II. Jospeh trug. Geboren am 28. November 1811 in München und am 10. März 1864 in München wohl an einer Rotlauferkrankung auf der Brust verstorben, übergab ihm sein Vater 1848 vorzeitig das Königreich. In die Zeit seiner Herrschaft fallen die zunehmende Liberalisierung des Königreichs, wie durch die Bauernbefreiung sowie eine stärkere Zunahme der ministerialen Macht. Er gilt auch als großer Förderer der Wissenschaft und der Volkskultur, war aber trotzdem beim Volk nie sehr beliebt und diesem gegenüber sehr misstrauisch.


    Maximilians Denkmal befindet sich in der von ihm beauftragten Prachtstraße, der Maximiliansstraßße, gut 150m vor der Isar. Auch Maxmonument genannt, wurde es 1869 bis 1875, also unter seinem wohl bekannten Sohn Ludwig II. von Kaspar von Zumbusch entworfen und von Ferdinand von Miller gegossen. Der Sockel und die Wahl des Standortes stammen von Leo von Klenze. Am 12. Oktober 1875 wurde das Denkmal schließlich feierlich enthüllt.


    Maximilian steht aufrecht und teägt einen mit Pflanzenformen geschmückten Mantel. Er stützt sich mit der linken Hand auf ein in einer Schwerscheide verborgenes Schwert, das hier wohl als Symbol der Judikative gilt, da es sich nicht um das Schwert des Königs handelt. In seiner rechten Hand hält er wiederum eine Schriftrolle die das bayerische Siegel mit Rauten und Löwen zeigt, wohl ein Symbol der Legislative. Direkt unter ihm befinden sich 4 Putten mit den Wappen der vier bayerischen Landesteile.

    Ich hatte tatsächlich vergessene eine Frontalaufnahme des gesamten Denkmals zu machem...

    https://de.wikipedia.org/wiki/…nchen_Maxmonumet_1900.jpg



    Von ihm links gesehen befindet sich die Pfalz (beim fotografieren habe ich mich etwas dumm angestellt) und darauf folgen im Uhrzeigersinn


    Altbayern


    Franken


    Und Schwaben


    Auf gleicher Höhe finden sich auch diese beiden Inschriften:


    Das habe ich leider nicht extra fotografiert, deswegen ist es so schräg.

    Das Berliner Schloss wird von der Politik sowieso mit maximalem Liebesentzug bestraft. Das wird beim seinem direkten Umfeld sichtbar, in dem es möglichst wie ein Fremdkörper wirken soll - wenn man seinen Wiederaufbau schon nicht verhindern konnte.

    Der Bundestag wollte ja den Wiederaufbau. Da ist es eher die Lokalpolitik die das Bauwerk behandelt wie eine ungeliebte Schwiegermutter. Aber in Nürnberg ist jetzt wohl nicht nur die Stadtregierung sondern auch zusätzlich der Bund, die das Pellerhaus so schrecklich erhalten wollen.

    Man sieht sogar ein wie bekannt der Vorgänger war und trotzdem saniert man diesen Bau. Dieser Bau wird nie die Bekanntheit des Vorgängers haben und auf Postkarten wird er auch nicht landen. Ich hoffe, dass das die Freunde der Rekonstruktion großflächig hervorbringt und diese dann genug Druck ausüben können um eine Rekonstruktion zu erringen. Denn wie man in Berlin am Mosaik sieht, können Denkmäler ja auch trotz dem Plan zur Erhaltung ganz plötzlich verschwinden. Vielleicht passiert das beim Pellerhaus auch. Und selbst wenn es saniert wird bleibt Nürnberg für mich trotzdem eine tolle Stadt.

    Beim Haus in der Kormannstraße hat sich seit dem letzten Mal zumindest an der großen Gaube einiges getan. Am Ortgang? und an den Balken wurden Verzierungen angebracht und man hat begonnen sie rot anzustreichen. Der Rest wurde mit Spahnholzplatten verkleidet und wartet jetzt auf die Fertigstellung. Ich glaube, das hier etwas sehr schönes entsteht, denn es gibt soweit ich weiß in Weilheim kein Haus bei dem die Dachbalken so interessant farbig gestaltet sind.