Posts by zeitlos

    Kochel: Abriss des Verstärkeramts


    Quote

    Für ihn sei das ein Willkür-Urteil. „Diese Machenschaften gleichen einem Ping-Pong-Spiel zwischen der Denkmalpflege und dem Kochler Bürgermeister“...


    ...Wesentliche Schuld hat seiner Meinung nach Mathias Pfeil als Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. „Er hat das Verstärkeramt bewusst nicht auf die Denkmalliste gesetzt“...


    ... „Hier scheint erheblicher politischer Druck im Spiel gewesen zu sein.“ ...

    Quelle: https://www.merkur.de/lokales/…HE_HQuP0W8VAFE8XRl3339fW0

    Die Madonna ist bei genauer Betrachtung an der Hausecke wie ein Fremdkörper zu erkennen:

    https://www.schwarzwaelder-bot…999221ca.original1024.jpg

    Die Wahl der Mittel leider modernistisch, das Ergebnis folglich nicht überzeugend.


    Beim Gesamtgebäude sehe ich keinen Versuch sich einzupassen, sondern die üblichen, schädlichen Brüchen, architektonisch wie städtebaulich, zum Leidwesen für das Stadtbild.

    Trotz des neuen formalen Rückgriffs auf das bisherige Bankgebäude, war der vorherige Entwurf in einigen wenigen Details überzeugender als das jetzige Produkt. Ich würde daher von einer weiteren Verschlechterung sprechen.

    Von den drei aussichtsreichsten Bewerbern um das Amt des Oberbürgermeisters hätte man doch von Architekt Rockenbauch eine deutlichere Aussage oder gar Stellungnahme zu den Themen Stuttgarter Städtebau und Architektur erwarten können. Sein Slogan „Das gute Leben für alle“ klingt für mich nebenbei ein bisschen wie das „... in dem wir gut und gerne leben.“

    Ich habe die neuen Giebelhäuser in Möhringen noch nicht gesehen, mag in der formalen Anknüpfung jedoch auch nicht automatisch einen historische Korrektur erahnen, sondern vielmehr einen Trend, den wir von vergleichbaren modernistischen, nicht überzeugenden Interpretationen an Giebelhäusern mittlerweile kennen.

    Kurprinz


    Ich habe nicht behauptet, dass die staatliche Denkmalpflege das Anliegen der Stadtbildpflege aus ihrem Selbstverständnis fördern könnte, das Gegenteil ist allerdings der Fall - sie torpediert es geradezu! Zum Problem wird die Behörde, wo sie sich außerhalb ihres Aufgabenbereichs aus ideologischen Gründen willkürlich einmischt und offensichtlich als Handlangerin des modernistisch bestimmten Architekturbetriebs verkommen ist. Aus diesem Grund wurde dieser Themenstrang seinerzeit doch überhaupt erst erstellt...


    Aus langjähriger Erfahrung wissen wir inzwischen, dass dem Personal in den Behörden häufig kein Mittel zu billig ist, um in willkürlicher Auslegung Rekonstruktionen zu verhindern oder selbige durch akademisch aufgeladenen Architektensprech mindestens madig zu machen. In dieser gefährlichen Konstellation wirkt die staatliche Denkmalpflege bewusst mit an der Beschädigung und Zerstörung der Stadtbilder, wo sie sich nicht für deren Heilung aussprechen möchte.


    Im Falle des Schauspielhauses wird nun in üblicher Manier versucht, mittels des bekannten Substanzfetischmus den Unterstützern einer Rekonstruktion beizukommen. Nach durchschaubarem Muster soll erneut vor dem Hintergrund der vermeintlichen Einzelfallbehandlung das Scheinargument zum Schutz baugeschichtlich jüngerer, sprich modernistischer Schichten gelten. Die Denkmalpflege kennt in ihrer Abwägung zur Beurteilung des Denkmalschutzes die Frage nach den „höherwertigen Interessen“. Was also macht die bloße Hülle des überspitzt gesagt „Nachkriegsschrotts“ objektiv wertvoller als die Relikte des historischen Schauspielhauses? Nichts! Und in genau solchen Gretchenfragen fallen die Masken, zeigen die Behörden welcher Doktrin sie verfallen und welch Geistes Kind sie sind.

    Ökonomische Fragen und das Mantra der Substanz spielen in dieser ideologischen Auslegung auffällig keine oder allenfalls eine untergeordnete Rolle.


    Es geht hier offensichtlich um die Verhinderung von Rekonstruktion des Schauspielhauses und Reparatur des Frankfurter Stadtbildes.

    Heute, 21:05Uhr auf ORF 2 eine interessante Dokumentation:


    "Betongold der Alpen": ORF-"Schauplatz" über umstrittene Immobilienprojekte für Reiche


    ORF-Reporterin Nora Zoglauer berichtet über den Ausverkauf der Heimat, über Widerstand und Einschüchterungen.

    Besonders erschütternd und erschreckend daran: Wie konservative Einheimische, die offen Kritik äußern, mit negativen Konsequenzen konfrontiert sind.

    Diese "Giebelhäuser" scheinen jetzt hier der letzte Schrei zu sein, auch in Möhringen wurde an der Sigmaringer Straße gleich südlich der Kirche eine ganze Häuserzeile mit einheitlich gestalteten Giebelhäusern bebaut. Nur wirklich überzeugend wirkt das nicht, das sieht aus wie die üblichen Blöcke, nur mit lauter künstlich wirkenden aufgesetzten Mini-Dächern. Ob das wirklich schon als Fortschritt zu bewerten ist, weiß ich nicht.

    Fotomaterial oder Visualisierungen der Möhringer Giebelhäuser eventuell vorhanden?

    Oberbürgermeisterwahl Stuttgart


    Welcher der verbliebenen Kandidaten und Kandidatinnen haben sich hinsichtlich des Themas Stadtbild, abgesehen von Sicherheit und Sauberkeit, in unserem Sinne (überhaupt) geäußert?


    Königsbau stickpoke:)

    Denkbar ist vieles, auch eine Rekonstruktion, aber realistisch, vielleicht auch so beabsichtigt, ist angesichts des Zerstörungsgrades und der vermutlichen Wasserschäden eher die komplette Beseitigung der Brandruine, damit für viel Geld eine weitere modernistische Scheußlichkeit entstehen kann.

    Singen am Hohentwiel: Denkmalgeschützte Scheffelhalle abgebrannt - Heiße Sanierung?


    In den Morgenstunden ist die rund 100-jährige, denkmalgeschützte Scheffelhalle in Singen am Hohentwiel (https://static6.suedkurier.de/…966x593_1sde6I_Y8vBBB.jpg, https://static4.suedkurier.de/…966x593_1uSC8__9uLx8i.jpg, https://www.wochenblatt.net/fi…14ca02.m800.xb0b08f7b.JPG) nach einer vernehmbaren Explosion abgebrannt. Der Förderverein Freunde der Scheffelhalle mahnt seit Jahren den Substanzverlust an und setzt sich für ihren Erhalt sowie deren Sanierung in einem ansonsten arm an traditionell-historischen, denkmalgeschützten Gebäuden und vernachlässigten Ortsbild ein.


    Das Pikante: Vor wenigen Tagen wurde der Öffentlichkeit die Summe von ca. 5 Millionen Euro mitgeteilt, die ein Architekt für die Sanierung der Halle veranschlagt hatte. Bei der Ermittlung der Brandursache, des für die lokale Geschichte bedeutenden, öffentlichen Hauses, wird zu untersuchen sein, ob es reiner Zufall war, dass die Halle wenige Tage nach Bekanntwerden der Sanierungskosten, für die laut Stadtverwaltung und Gemeinderat kein Geld zur Verfügung stünde, explodierte und niederbrannte...




    Quellen:


    https://www.suedkurier.de/regi…lhalle;art372458,10668159


    https://www.swr.de/swraktuell/…sbrand-in-singen-100.html


    https://www.stuttgarter-nachri…b8-9d9d-ac1d28f0a4e8.html




    Wochenblatt vom 13.11.2020 (!) zum Stand der Sanierungsfrage und deren Kosten:

    https://www.wochenblatt.net/he…-vor-der-schicksalsfrage/


    Älterer Artikel:

    https://www.wochenblatt.net/he…-scheffelhalle-vonnoeten/




    Förderverein Freunde der Scheffelhalle e.V.

    https://scheffelhalle.com/blog/

    Kurprinz


    Nicht die Fluchttreppe an sich, sondern die Form ihrer modernistischen Gestaltung ist "die Pest".

    Die Notwendigkeit der Maßnahmen wird nicht infrage gestellt, so das Museum denn zwingend im Tor erhalten bleiben muss...

    Der Architekt bemüht sich allerdings nicht um eine ästhetische Lösung, im Gegenteil, er möchte den schlichten Wehrgang als spätere Zutat durch eine gewollt modernistische Lösung wie mit dem inakzeptabel gestalteten Treppenanbau bewusst verschandeln.

    Und solange die Denkmalpflege solche Entwürfe unterstützt statt ihnen entgegen zutreten, ist sie für ihre Mitwirkung an der Verunstaltung selbstredend in gleichem Maße zu kritisieren wie der Architekt.


    Dass Sie sich keine ästhetische Lösung für die Aufgabe vorstellen können oder eine solche generell in Abrede stellen, ist im übrigen kein Freibrief dem Modernismus an diesem Bauwerk freien Lauf zu lassen.

    Bitte nicht auch noch hier mit der üblichen relativierenden und haltlosen Alternativlosigkeit äußerer Zwänge (Fluchtwege, Brandschutz) an der Thematik vorbei argumentieren, die eine bestimmte Gestaltung vermeintlich vorgibt.

    Der hier entwerfende Architekt zeigt mit seinem modernistischen Lösungsangebot für das Stadttor offensichtlich, dass er mit der Aufgabe überfordert ist. Auch hier gilt einmal mehr: Wer will, der findet Wege, wer nicht will, der findet Gründe.

    Die Denkmalbehörden vertreten häufig die Auffassung, dass neue Bauelemente der modernistischen Formsprache entsprechen müssen - dem üblichen Architektensprech folgend, dass das Neue sich durch einen ablesbaren Bruch darzustellen hat!

    Hier wird es also vor allem auf den massiven Widerstand der Menschen vor Ort ankommen. Eine andere Sprache verstehen die Zerstörer traditioneller Baukultur leider nicht.

    Die Facebookseite „Hamburger Architektur“ schreibt heute mit einem Verweis auf den Denkmalverein Hamburg, dass sich „Grüne“ Politik noch selten für Denkmalschutz und Baukultur interessiert habe und das, obwohl es in puncto Graue Energie „viel zu holen“ gäbe. Insofern verwundere es auch nicht, dass ein „Grüner“ Senator einen kleinen Kiez plattmachen ließe, wohlgemerkt für „schöne breite Auto-Straßen“.


    Quelle: https://m.facebook.com/story.p…925&anchor_composer=false