Posts by zeitlos

    Sicher überzeugt man im Diskurs dann schon eher mit Argumenten wie diesem:

    Der Nachkriegsbau ist zwar aus den Fünfziger Jahren und der Architekt auch vor 1960 geboren. Aber egal, Hauptsache mal was kritisiert.

    Andreas, Deine Reaktion ist doch ein Beispiel für „Hauptsache mal etwas kritisiert“, sonst hättest Du Klassikers Aussage und meinen Beitrag nicht nach deinem Belieben unsachlich verknüpft. Scharfe Kritik in der Sache ist hingegen gefordert an Frau Enss Haltung (und ihresgleichen), die vermutlich auch erst NACH 1960 geboren ist. Das ideologische Gedankengerüst der Älteren trägt sie offensichtlich und leider dennoch in sich.

    Zu viele Menschen im Denkmalbetrieb wie Frau Enss mit ihrer Haltung statt wissenschaftlicher Expertise sind das Problem, nicht etwa die scharfe Kritik an diesen Personen und ihrer Motivation. Dieser entscheidende Punkt in der Kritik an der staatlichen Denkmalpflege wird in der Debatte hier im Forum aber leider auch immer wieder relativiert und negiert mit dem Ergebnis, dass sich nichts ändern kann, solange solche Köpfe tonangebend sind und Gehör finden.

    Bedingt durch die Pandemie wurde der Olberbrunnen mit der Figur eines Schwertletänzer aus Bronze unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit am Schmutzigen Donnerstag (11.02.2021) aufgestellt. Die Figur reiht sich harmonisch-traditionell in das Gesamtbild der Brunnenfiguren und in das Ensemble der Altstadt ein. Hier erscheint mir sogar eine Aufwertung des bisherigen Zustandes erreicht worden zu sein. Und es grenzt an ein Wunder, dass vor Ort keine ideologisch motivierten Gemeinderätinnen und Modernistinnen zum Sturm gegen das Projekt geblasen oder durch aufgeblasene, teure Gutachten oder sonstigen Verzögerungstaktiken das schöne Ergebnis vereitelt haben - Glück gehabt, Überlingen!


    Olberbrunnen vorher:

    https://static6.suedkurier.de/…-1200x0_1s-Duy_BrVOvW.jpg


    Olberbrunnen / Schwertletänzerbrunnen jetzt:

    https://static6.suedkurier.de/…-1200x0_1w9j_R_9oJdoA.jpg

    https://static6.suedkurier.de/…t-644x0_1w9j_3_XJ1MMZ.jpg

    https://static6.suedkurier.de/…t-644x0_1w9jZM_Rxfnd5.jpg

    Richtig ist hingegen, dass Vorarlberg traditionell natürlich zum alemannischen Sprach- und Kulturraum gehört.

    Die modernistische Vorarlberger "Baukunst" hat nichts mit schwäbisch-alemannischer Baukultur zu tun. Sie steht für eine minimalistische Bauform von Holzbaukisten und monolithischen Sichtbetonklötzen, die sich in der Landschaft gegenüber der traditionellen Bauweise letztlich auch als Fremdkörper und Brüche erweisen. Besonders problematisch sind diese Kisten vor allem für das Landschaftsbild. Wer die Seiten von Stadtbild Deutschland auf Facebook verfolgt, weiß, dass dort solche modernistischen Brüche von anderen Orten aber gleichen Geistes gelegentlich auch als "Baukunst" verkauft werden.

    Das Espantor wird hier aber von der "stadtinneren" Seite, also der Stadt zugewandten Seite (Stadtseite) gezeigt, im Gegensatz zum Wassertor mit seiner Feldseite.


    Hier die "stadtäußere" bzw. Feldseite des Espantors: https://de.wikipedia.org/wiki/…-_Espantor_ab_13._Jh..JPG


    Desweiteren die Stadtseite des Wassertors in zwei älteren Ansichten mit Bemalung:

    https://www.ansichtskarten-cen…4565/AK_52714511_gr_1.jpg

    https://img.oldthing.net/8867/…i-Kat-Isny-im-Allgaeu.jpg

    In Neubaugebieten wird meines Wissens nach das anfallende Regenwasser nur noch auf den Grundstücken zum versickern gebracht. Nur das Brauchwasser fließt über die Kanalisation ab.


    In ökologischer Hinsicht sind Neubaugebiete den Bestandsgebäuden oftmals überlegen.

    Moment mal... die Neubauten auf diesen Gebieten müssen erstmal errichtet werden. Da dürfte sich der vermeintliche ökologische Aspekt gegenüber Bestandsgebäude mit ihrer grauen Energie relativ schnell erledigt haben. Eine Nachrüstung von Umfeld und Erschließung des Bestandes scheint mir aus Umweltschutzgründen auch sinnvoller, solange sie mit Augenmaß und Vernunft geschieht.

    Die Insel Mainau bei Konstanz im Bodensee, eher bekannt durch ihr südlich mildes, sommers mediterranes Klima und teilweise tropischer Flora, zeigte sich im Winter 2021 mittlerweile fast schon in einem bizarren Kleid:


    Vorstadt 1826, Lithografie von Samuel Prout :

    https://www.bilder-upload.eu/upload/a7ebd0-1611939156.jpg


    Bereits in seiner Jugend begeisterte Prout sich für die Landschaftsmalerei. Auf mehreren Reisen durch Europa ab 1818 fand er zahlreiche Motive, die er in Aquarellen festhielt, und später erfolgreich als Lithografien verkaufte. Besonders Motive aus historischen Städten in England, Deutschland, Italien, Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden finden sich häufig in seinem Werk.

    Der Semmelturm von Wels aus dem Jahr 1733 (https://www.ansichtskarten-cen…0079/AK_10038353_gr_1.jpg) wurde von den verantwortlichen Entscheidungsträgern 1958/59 (!) einem Hochhaus im Modernisierungswahn der Nachkriegszeit geopfert.



    Verlorenes Erbe (OÖ): Semmelturm in Wels

    Quelle: https://www.initiative-denkmal…rjucLG3Fld8-KDE9fV4Y_5Yxg



    Abbruch des Turms in Bildern:

    http://www.lentia.at/forschung…29a0690a2f2bc1cb18703c5a3



    Eine Initiative setzt sich mit einem "Ja zum Semmelturm" für dessen Wiederaufbau ein:
    https://www.facebook.com/semmelturm



    Der Welser Semmelturm

    Quelle:


    Genereller Denkanstoß aus dem Interview:

    Quote

    Migranten, die sich eigentlich gerne als Österreicher bezeichnen würden, sagen: "Die Österreicher haben ein Problem mit Identität und Tradition"


    Dr. D. W. Schmidt, Ehemaliger des Instituts für Architekturgeschichte an der Universität Stuttgart, hatte diese Nachlässigkeit der Entscheidungsträger in Bezug auf die fehlende Rekonstruktion der Turmspitze auch stets bemängelt.

    Sollte es inzwischen im neuen Stadtmuseum aufgestellt sein, dieses wunderbare Modell, das jedoch nicht die ummauerten Vorstädte mit einbezieht, und nicht aus „Platzgründen“ weiter nur mit Ausnahmeregelung im Depot zu besichtigen sein, könnte man den Verantwortlichen bei der Stadt tatsächlich abnehmen, dass sie sich ernsthaft, zumindest um die öffentliche Diskussion der Baugeschichte bemühen. So obliegt es glücklicherweise alleine einem privaten Engagement auf Facebook, dass dem „Historischen Stuttgart“ ein angemessenes Podium geboten wird - wozu selbstredend auch die bauliche Entwicklung Stuttgarts des späten 19.Jahrhunderts des Historismus gehört, welcher vor allem in Stuttgart-West und -Süd mit seinen bedeutenden Anteil an Gründerzeitgebäuden erhalten blieb. Das Zentrum, der mittelalterliche Kern, ist architektonisch bedingt durch den Krieg und die bekannten Fehlentscheidungen beim Wiederaufbau der Nachkriegszeit zum Großteil ausradiert.