Posts by zeitlos

    Danke, dass Du uns auf den neuesten Stand bringst. Die Frontalansicht zeigt allerdings auch, dass es toll gewesen wäre, wenn das Nachbarhaus rechts des Regimentshauses (aus Sicht des Betrachters) nicht aus der Reihe tanzen würde. Dieser unnötige stilistische Bruch, vor allem der Knick im Dach und die Dachhaut, verhunzt das Gesamtbild aus diesem Blickwinkel erheblich.

    Schade, dieses plumpe Konstrukt ist eine optische Beleidigung gegenüber der Qualität eines Regimentshauses.

    Während weltweit in diesen Tagen Denkmäler vom Sockel geräumt werden, wurde in Gelsenkirchen von der MLPD vor wenigen Tagen ein Lenin-Denkmal auf den Sockel gehievt. Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, sei kein einfacher Revolutionär, sondern ein Diktator, Mörder und Rassist gewesen, so die Oberbürgermeisterkandidatin Susanne Cichos.


    Gelsenkirchen: MLPD enthüllt umstrittene Lenin-Statue

    https://www.ruhrnachrichten.de…lenin-statue-1531388.html

    Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Wiederaufbaupläne deutscher Großstädte nach dem Krieg bisweilen strukturell an den Plänen der Nationalsozialisten orientierten, wo sie nicht sogar übernommen wurden. Dies zeigt auch, welch Geistes Kind die Nachkriegsmodernisten in sich trugen und wo es der eigenen Ideologie von nutzen war, übernahm man wie in diesen Fällen die Ideen der Nazis, von deren Gedankengut man sich doch radikal befreien wollte...

    frank1204

    Handelt es sich bei dem Pflaster in der Hüxstraße tatsächlich um geschnittenes (= gesägtes?) Steinpflaster?

    Es wirkt oberflächlich in der Perspektive teilweise leicht gewölbt wie befahrenes altes Großpflaster. Gibt es zur Neugestaltung der beiden genannten Straßen weitere Informationen?

    Im Zuge der gewaltsamen Beseitigung von Denkmälern, werden nun auch Stadtwappen - als Symbole der Identifikation eines Ortes nicht unbedeutend - versucht umzugestalten oder wie diese Petition aus dem Stuttgarter Stadtteil Möhringen zeigt, gänzlich infrage zu stellen, da hier ein überholtes Bild dunkelhäutiger Menschen von Schwarzen* abgebildet werde. Ob im Zuge dessen auch Wirtshausschilder „Zum Mohren“ oder Skulpturen gleichnamiger Apotheken (erneut) zur Disposition stehen oder dem Sturm standhalten?


    Quelle: https://www.stuttgarter-nachri…aC0UKI#Echobox=1591980531

    Das dürfte ja auch bewusst so gewollt sein.

    Meine Aussage bezog sich auf das inszeniert spielende Kind und die Person auf der Sitzgelegenheit und nicht etwa auf bewusst ungewollte Aufmärsche oder dergleichen.

    Der Eingriff in die Substanz ist beachtlich. Und die Begeisterung seitens der Denkmalbehörde alles andere als sachlich. Die Beseitigung der Rundbogenfester finde ich nicht nachvollziehbar. Und ob diese neuen Doppelfenster SO kommen, bezweifle ich. Das wäre aus modernistischer Sicht ein Anachronismus. Fassaden mit Giebel sind zwar nicht untypisch für die Braunauer Altstadt, doch ob die angedachte Idee hier eine vorherige Situation zitiert oder rekonstruiert ist ebenso fraglich. Wo sind diese Pläne und historischen Zeichnungen zu sehen, auf die sich das Bundesdenkmalamt beruft? Der modische Entwurf der Rückseite und der Anbau wirken abstoßend und bilden keine Aufenthaltsqualität wie die Visualisierung zu suggerieren versucht. Er zeigt auch, dass "die Moderne" im städtebauliches Kontext einer alten Stadt immer wieder kläglich scheitert und ihre Verfechter/innen in dieser Beziehung lernresistent, verbohrt und ignorant sind.

    Quote

    Was das Siegerprojekt angeht, ist dieses "in der Erscheinung sehr reduziert", wie der Juryvorsitzende Robert Wimmer ausführte: "Die Einfachheit an dem Projekt war es, das uns alle in der Jury überzeugt hat." Die Innere Struktur des Objekts mit zwei Häusern wird auch beibehalten: "Der Denkmalschutz war begeistert." Vorgesorgt wird architektonisch, dass sich beim Gebäude keine Versammlungen von Neonazis abspielen können.

    Quelle: https://www.news.at/a/hitler-geburtshaus-zukunft-11498193

    ... Aktuell weiß ich jedoch noch nicht wie man z.B. eine Fassade proportioniert und gliedert huh:). ...


    ... Über weitere Hinweise und Anregungen freue ich mich!
    Besten Dank und viele Grüße

    Martin89

    Ich möchte Dir zu deinem Bedarf und deiner Wunschbücherliste folgendes Werk nennen, das Dich hoffentlich bei deinen Fragen voranbringt:


    Hans Issel:

    Das Entwerfen der Fassaden (1.Ausgabe 1906, 2.Auflage 1923)


    Der Nachdruck hier von 2003 beinhaltet letztere Auflage und steht gegenüber dem Erstdruck zwar noch unter dem Eindruck des Historismus, behandelt jedoch in der Zeit nach dem 1.Weltkrieg vor allem die Reformarchitektur, eine konservative Ausrichtung, die im Gegensatz zum Historismus auf direkte Zitate früherer Bauepochen verzichtet und verstärkt traditionelle wie regionale Bautypen weiterentwickelte.



    >>> https://www.amazon.de/Das-Entw…-Hans-Issel/dp/3826209001

    Das gut Erhaltene und Sanierte war dem Investor im Weg - deshalb „musste“ es weg.


    Es sind die kleine Skandale, die sich der Salamitaktik gleich addieren.

    Und dann eben auch die traurigen Nachrichten, wenngleich bereits 2016, mit wenig Sinn für Schönes beweist die Stadt im Umgang mit ihrer historischen Bausubstanz, wo sie gleichgültigen Investoren unmittelbar an der Peripherie zur Altstadt (Mühlenstraße 5) bereitwillig Abrissgenehmigungen erteilt. Hier zeigen die verantwortlichen Entscheidungsträger ihr hässliches Gesicht:

    Nachdem die Landesgartenschau in diesem Jahr leider ausfallen wird, soll an dieser Stelle dennoch an das diesjährige Jubiläum „1250 Jahre Überlingen“ erinnert werden. Überlingen, eine der schönen Städte am Bodensee mit eindrucksvoller Bau- und Stadtgeschichte, Tradition und Bräuchen 😍


    Blick in die Villinger Rietstraße am vergangenen Wochenende:

    https://static4.suedkurier.de/…966x593_1uK05f_5PSW6i.jpg

    Die Umgestaltung der Fußgängerzone mit den modernistischen Straßenlaternen ist damit von vier Hauptstraßen des Zähringer Straßenkreuzes nach weitgehend selbem Muster (allerdings ohne Stadtbächle) zwischenzeitlich beendet. Man erkennt zweifellos wie störend dieser Leuchtentyp im historischen Straßenraum der alten Stadt gegenüber den Vorgängermodellen wirkt:

    https://www2.landesarchiv-bw.d…78720/labw-5-299318-1.jpg

    https://iiif.deutsche-digitale…ll/!800,600/0/default.jpg


    Ergänzend dieser Blick auf die Rietstraße vom Osianderhaus am Riettor, der zudem die neue, unambitionierte Flächengestaltung der Pflasterungen als Flickenteppich ohne ein Gespür für Gliederungen im mittleren und hinteren Teil der Ansicht verdeutlicht: https://images.webcamgalore.co…-Schwenningen-2138-08.jpg

    Dazu im Vergleich die historische Gliederung des Straßenraums mit passenden Straßenlaternen auf einer frühen Ansicht des 20.Jhs.:

    https://img.oldthing.net/8867/…rzwald-Baar-Kreis-LKR.jpg Hier zudem die frühere, gelungene Einbindung der Gassen mit abgerundeten Bordsteinen und die Pflasterungen mit Absenkungen vor größeren Eingangstoren der Bürgerhäuser zu sehen, von den kleinkronigen Kugelbäumen einmal ganz abgesehen: https://img.oldthing.net/8867/…rzwald-Baar-Kreis-LKR.jpg


    Der selbe modernistische Leuchtentyp fand später auch auf dem Platz hinter dem Stuttgarter Kunstmuseum Verwendung, dem sogenannten kleinen Schlossplatz - offensichtlich als Ware von der Stange, die an jedem Ort ohne Bezug zur städtebaulichen Situation eingesetzt wird:

    https://www.stuttgarter-zeitun…e1a826d7.original1024.jpg

    https://www.stuttgarter-nachri…90888dac.original1024.jpg

    Zu Sargans kann ich nichts weiter sagen, jedoch dürfte das „alemannische Ischl“ (Feldkirch) mit seiner Marktgasse zu den schönsten Altstädten des Vorarlbergs gehören. Dagegen kann die kleinere Altstadt des „alemannischen Gmunds“ (Bregenz) im Vergleich wie zur gänzlich anders gelagerten Inselstadt im Bodensee (Lindau) von ihrer Größe her zwar nicht konkurrieren, jedoch besitzt die kompakte Oberstadt von Bregenz mit ihrem Wahrzeichen des Martinsturms, dem wohl ersten barocken Bauwerk am Bodensee mitsamt seiner Kuppel als größter Turmzwiebel Mitteleuropas, ihre eigenen Höhepunkte und braucht sich nicht zu verstecken.