Posts by zeitlos

    …und das Farbkonzept für den das Stadtbild mitbestimmenden Fachwerkgiebel ist - anhand des Bildmaterials - ernüchternd: graues (?) Fachwerk und ein zu kühler Gelbton passen in Kombination nicht zu diesem Haus und dem Umfeld.

    Ob die Spa-Suchenden und Badenden im „Infinity-Pool“ mit direktem Blick vom Giebel auf den Kirchturm von St. Georg inspiriert werden sollen, auch einen Blick in das Innere der Kirche zu werfen?

    Kleinteiligkeit ist ein Faktor, der nicht ausreicht für einen besseren Städtebau. Wir haben das hier eigentlich auch schon sehr häufig im Forum dargelegt. Die Aussage zur Kleinteiligkeit könnte als Originalzitat so auch aus Professorenmund des Hochschulbetriebs stammen. Sie wird aber nicht richtiger, wenn man sie ohne die entscheidende Ergänzung übernimmt oder so stehen lässt.

    Erst die Details in der Architektur machen im Ensemble auf der Grundlage der Körnung, sprich der Parzellierung, den besseren Städtebau.

    Das zuletzt gezeigte Investorenobjekt veranschaulicht diesen Umstand auf traurige wie treffende Weise. Und ein Städtebau mit kleinteiligen modernistischen Kisten ist (!) davon abgesehen auch alles andere als ein „besserer Städtebau“. Planer übersehen den entscheidenden Faktor der Architektur in der Stadtplanung bis heute. Die Trennung von Architektur und Städtebau führt dann zu den bekannten, unbefriedigenden Ergebnissen.

    Die Feuerwache wurde im Krieg zerstört und bis auf das erhaltene Erdgeschoss vereinfacht wiederaufgebaut.

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    https://www.schwarzwaelder-bot…c8-b119-594a0a64b6e0.html


    Quote

    Gebäude wohl über 200 Jahre alt


    Die Arbeiten wurden mit dem Denkmalamt abgestimmt. Bereits auf Karten aus dem Jahr 1836 waren die drei Häuser verzeichnet, sagt Lübke. Das genaue Alter lasse sich allerdings nicht bestimmen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts erfolgten jedoch mehrere Umbaumaßnahmen, weshalb vom historischen Originalbau nicht viel übrig war.


    Umbauten - der ewige Freibrief für Abrisse moderner Denkmalpflege !

    Konstanzer Altstadt darf weihnachtlich leuchten


    https://www.suedkurier.de/regi…JLqKsU#Echobox=1668181370


    Erfreulich, dass Rationalität und Vernunft statt geheuchelter Moral und Symbolpolitik sich zumindest auf diesem kleinen Gebiet durchsetzen konnten. Möge bei der Mehrheit in der Konstanzer Bevölkerung mit der vorweihnachtlichen Beleuchtung im Advent nun bitte auch die Erleuchtung (an-) kommen, welchen Bärendienst sie dem Klima und vor allem ihrem Stadtbild erweisen würden, so sie es zulassen, dass ihre Altstadtdächer aus bloßer politischer Indoktrination mit Photovoltaik eingedeckt werden. ?

    Bezeichnend wie erschreckend, was für sonderbare und unserem Anliegen für harmonische Stadtbilder zuwiderlaufenden Erklärungsversuche für manche Foristen doch ausreichen, um derlei „nicht einsehbaren“, deshalb aber nicht minder unnötigen modernistischen Zutaten an einer „verkommenen Villa“ zu begründen.

    Für diese funktionale Hässlichkeit mit Betongrün, ganz im Sinne des langweiligen wie mantrahaften Modernismus und insbesondere in Stuttgart mit seiner Werkbundsiedlung einer Monstranz gleich angebetet, wird die Feuerwache 1 aus den 1880er Jahren in der Stadtmitte abgerissen. Abgesehen von der üblichen Profillosigkeit, die anstelle des Altbaus entsteht, wird auch hier ersichtlich, dass die politisch geforderte Nachhaltigkeit nichts als ein grüngewaschenes, scheinheiliges Lippenbekenntnis ist und bleibt.


    Quelle: https://www.stuttgarter-zeitun…nI7Z9yadD88FtawOxeBOf9DPE

    Von Untergang des Abendlandes ist hier nicht die Rede. Dein Verklärungsversuch mit Verweis auf eine geschichtliche Kontinuität hat jetzt auch nichts mit der aktuellen Thematik zu tun. Deine Meinung dazu haben wir vernommen.

    Nichts für ungut, umgekehrt wird ein Schuh daraus: Es bricht sich keiner der Teilnehmer und vor allem im Auswärtigen Amt eine Zacke aus seiner Krone, wenn er diesen Saal mit Kreuz betritt.

    Mitarbeiter des Außenministeriums drängten die Stadt Münster zur Beseitigung des fast 500 Jahre alten Holzkreuzes im Friedenssaal des Rathaus aus Anlass des G7-Gipfels mit der „Begründung“ auf die religiösen Befindlichkeiten der Teilnehmer Rücksicht zu nehmen. „Das Protokoll des Auswärtigen Amtes habe gleichwohl klargemacht, dass das Kreuz nicht an dieser Stelle bleiben könne.“


    Quelle: https://oskurier.de/2022/11/ob…HZrqj6ifoyP3bmDwusdSvS_Qq

    Das Beispiel des modernistischen Kirchturms hat keine Relevanz für unser Anliegen. Und ob sich an diesem Turm eine Solaranlage integrieren lässt, führt nicht zur Schlussfolgerung, es könne auch an einem traditionellen Gebäude funktionieren. Ganz im Gegenteil, die gezeigte Maßnahme der energetischen Ertüchtigung des Altbaus zeigt augenscheinlich ein nicht zufriedenstellendes Ergebnis für sein Erscheinungsbild. Ich empfehle, ganz ernsthaft, unsere Sehschule. Die Unterstützung solcher Lösungen schaden jedenfalls unserem Anliegen.

    Interessante und kaum störende Lösungen zur Installation von Solaranlagen aus einer neuen Broschüre der Landeshauptstadt Dresden Energiewende im Stadtbild – Leitfaden für gestalterische Lösungen:

    Kaum störend? Interessant?

    Aus ästhetischen Gesichtspunkten und im Sinne der Ziele, die wir verfolgen, sind solche Lösungen geradezu abzulehnen, weil sie das Erscheinungsbild des Gebäudes qualitativ negativ beeinflussen und in der Summe das Stadtbild (mit) verhunzen.

    Wenn dann im selben Zug noch die Fassade wie hier ersichtlich „behandelt“ wird und unpassende Fenster eingesetzt werden, wird einem Angst und Bange um den unangetasteten Häuserbestand der Landeshauptstadt. Dieses Objekt im Leitfaden kann nur als abschreckendes Beispiel dienen wie eine energetische Ertüchtigung bitte nicht zu erfolgen hat.

    Ja, solche Universitätsstädte, in denen die historischen (!) Hochschulgebäude an oder in der „Altstadt“ liegen, sie gibt es. Freiburg im Breisgau fiele mir naheliegend hierzu, jedoch in einem komplexeren Kontext, als vorbildlich, weil (noch) funktionierend ein.

    Die Frequenz, von der Du schreibst, sie existiert jedoch aktuell oder insbesondere vor der Krise, auf Grund jenem überkommenen Modell dieser Innenstädte, von dem wir uns gerade dabei sind (un-) gewollt, weil überholt, zu verabschieden. Die drohenden Leerstände von Kaufhäusern in einem sich völlig verändernden Umfeld ( im übrigen auch ohne jene Kaufhäuser ) mit universitären Einrichtungen zu bespielen, wäre daher zu kurzsichtig.

    Gibt es auch modernistische Bauten, deren Reko ihr lohnenswert fändet? Im Krieg ging da ja auch einiges verloren.



    Ein mE werthaltiges Beispiel ist das Kaufhaus Schocken in Stuttgart von Erich Mendelsohn, das leider noch in den 1960ern nach einigen Kriegsschäden abgerissen wurde für einen ollen Eiermann-Bau (Kaufhof/Horten, typischer Kachelbau - inzwischen wiederum abgerissen, sehr nachhaltige Bauweise):

    1272px-Kaufhaus_Schocken%2C_Stuttgart_1.jpg

    https://de.wikipedia.org/wiki/…Schocken,_Stuttgart_1.jpg

    Spannender und in unserem Interesse ist die Frage, was für den Schocken-Bau weichen musste… !? Zur Heilung des Stadtbildes trüge die Rekonstruktion dieses Haus als modernistischer Bruch so wenig bei wie der banale Eiermann-Nachfolger. Wir sollten bitte nicht auch noch den Fehler begehen, den Modernisten mit solchen Ideen das Wort zu reden. Letztlich war und ist „das Schocken“ auch nur das blendende Vorzeichen für die zerstörerischen modernistischen Kräfte, auf deren Grundlage vom Wiederaufbau bis heute unsere Stadtbilder zu diesen Unorten geworden sind, die wir in diesem Forum beklagen. Es ist zu kurz gegriffen, die Architektur solcher Gebäude als Ikone der Moderne isoliert zu betrachten wie es vor allem Modernisten und ihre Gefolgschaft ohnehin tut. Diese Art von Architektur ist ganzheitlich auch im Kontext ihres Umfeldes und ihrer langfristigen Auswirkungen für das Stadtbild zu betrachten. Und da fällt das Urteil entsprechend bescheiden aus. Daher bitte keine Präferenz für die Rekonstruktion von modernistischen Bauwerken.

    Im übrigen widerspricht die Moderne aus ihrer doktrinären Vorstellung von Architektur heraus dem Rekonstruktionsgedanke, weshalb ein Wiederaufbau verlorener Modernismen, wie sie durchaus geschehen, eine Doppelmoral nicht von der Hand weisen können.

    Es gibt doch (leider) mehr als genug traditionelle Gebäude, deren Wiederaufbau in unserem Fokus stehen könnten. Richten wir unseren Blick daher lieber auf diese, statt ihn solchen Gebäuden zu widmen, mit denen das Elend für die Stadtbilder erst begann.

    Aussagekräftig und charakteristisch für das Nürnberger Stadtbild sind die Stadtmauer mit ihren Türmen und Toren sowie deren Krönung "im Zeichen der Burg". Kraftvoll und Halt gebend ist jedoch auch die bereits genannte Pflästerung und zwar jene in Reihe, mit großem Kopfsteinen und nicht etwa jene modische, unruhige Form mit Kunststein, welche auffällig in den besonders hässlichen Abschnitten des Wiederaufbaus vertreten ist. Auch die traditionellen Straßenlaternen haben einen abmildernden Effekt. Man möchte es eigentlich gar nicht thematisieren, doch es grenzt ja fast ein Wunder, dass die üblichen Lobbyverbände diesem wunderschönen Straßenpflaster nicht unlängst den Kampf angesagt haben.