Stadtplanung Dresden

  • Termin vormerken: 02./03.09.2017 - Messe Bauen Kaufen Wohnen.


    Samstag und Sonntag 11:00 - FORUM moderne Architektur: Forum-Frühstücksgespräch: Architektur und Stadtidentität


    Fachübergreifendes offenes Gespräch mit Laien, Bürgern, Investoren


    "Nein, wir haben nicht verlernt schön zu bauen, wir müssen das nur dürfen. Moderne Architektur ist nicht gleich Kiste!"


    Zur Rolle, die Baukultur und moderner Architektur innerhalb der Bewerbung Dresdens um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 spielen könnte. Impulsvortrag/Moderation: Ruairí O'Brien, Freier Architekt, Initiator FORUM moderne ARCHITEKTUR, Dresden


    Das KÖNNTE bei reger Teilnahme ein sehr intressantes Gespräch geben.

  • Ich weiss nicht, warum hier die "Zeitgenossen" und das ZfBK so verteufelt werden?
    Das Manifest "http://zeitgenossen-dresden.de/manifest-2/" auf deren Seite liest sich doch ganz vernünftig? Unter anderem heisst es dort ja u.a.:
    "Klären der Ursachen von Unzufriedenheit erheblicher Teile der Stadtbevölkerung mit manchen neueren Gebäuden und Stadträumen"....
    Es wäre doch jetzt ganz einfach, an das ZfBK heranzutreten und sich dort für seine Sache einzusetzen? Ist das schon geschehen?


    Worin besteht das Unbehagen mit der "modernen Architektur"? Ich denke es ist der destruktive Impuls der Vergangenheit bei der Planung von Stadträumen. Dies ist mehr eine Sache von Stadtplanung. Wenn man genau umrissene kleinteilige Parzellen hat und Vielfalt zulässt, sich um Wertigkeit bemüht, dann kann eigentlich nichts schlechtes herauskommen. Es ist ja nicht immer das "historische" besser. Es muss aber sich damit messen. Das historisch ist über Jahrhunderte organisch gewachsen und verbessert worden. Wie kann also Architektur wieder organisch wachsen im Stadtraum?


    Wenn wir Architektur kritisieren, dann zumeist in der äußeren Anmutung, dem öffentlichen Gesicht. Über Raumaufteilung und Innenraumbemessung streiten wir weniger. Ich wäre für ein Experiment. Ein Areal mit kleinteiligen Parzellen, in denen sich verschiedene Architekten austoben können und kein Gebäude aussieht wie das Nachbarhaus. Und nicht so steril wie die Hafencities.

  • Dieses "Experiment" ist doch bereits mehrmals vollzogen worden. Das prominenteste Beispiel stellt in diesem Zusammenhang sicherlich die Bebauung des Friedrichswerder in Berlin dar. Und das Ergebnis?
    Städtebaulich (Nutzungsmischung) wie ästethisch (Architektur) halte ich es für einen Missgriff. Letzteres liegt meiner Ansicht nach darin begründet, dass den Gebäuden die große Gemeinsamkeit fehlt, die etwa in den Proportionen oder der Materialwahl liegen und somit zu einem Mindestmaß an Harmonie beitragen könnte. Letztlich ist ein solches "Experiment" ohne Restriktionen, die bestimmte Aspekte vorschreiben, also zum Scheitern verurteilt.

  • Es kommt eben nicht nur auf die Kleinteiligkeit an, sondern auch auf die verwendete Architektursprache. Wie würdet ihr denn , wenn ihr eine Satzung erlassen müsstest, definieren, welche Eigenschaften die verwendete Architektur haben und NICHT haben dürfte?

  • Die schiefe Optik der Dresdner Stadtplanung und ihres grünen Baubürgermeisters mit seinen beiden linken Händen...aber lest selber die Pressemitteilung der GHND:


    Schatten über der Bürgerbeteiligung zum Wettbewerb Königsufer


    Es scheint zumindest, dass dem Stadtrat mittlerweile klar geworden ist, was für ein linkes Spiel hier leider wieder getrieben wird!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Da ich die Vielzahl der Dresdner Themen nur von außen sehe, bringe ich meine Information an dieser Stelle an, weil ich auch manchmal seitens der Stadtplanung (allerdings der Leipziger) gefragt wurde. Im Forum zu Leipzig gibt es ein Thema "xy - ungelöst , gelöst", wo einige bisher nicht zuordenbare Gebäude zu sehen sind und man selbst erproben kann, ob man sich in einer Stadt wirklich auskennt.


    Denn vieles ist noch ungeklärt und da sich mittlerweile abzeichnet, daß einige Leipziger Photographen in Dresden
    ihre Aufträge hatten, ist das Rätseln überregional. Wie dem auch sei, bei zahlreichen Aufnahmen lohnte sich inzwischen der Blick in die digitalisierten Adreßbücher. Und vielleicht interessiert daher einige Sammler der folgende Link:


    http://www.technologienpsychol…atik/geloest/dresden.html

  • Der aktuelle Artikel mit dem gerade wieder ausgezeichneten Herrn Kulke der GHND, DER eigentlichen moralischen und bürgerlichen Stadtplanung in DD, passt hier sehr gut hinein:




    "...

    Dass der Neumarkt so aussieht wie heute war von Anfang an nicht klar?


    Nein. überhaupt nicht. Das erste wiederaufgebaute Gebäude war der Funktionsanbau an das Coselpalais, das sogenannte Neue Palais. Wäre es nach dem Willen einiger Fachleute aus der Denkmalpflege und Architektenschaft gegangen, gäbe es heute nur 15 Leitbauten mit historischer Fassade, die restlichen 115 Parzellen wären mit modernen Bauten bestückt worden. Dann gäbe es heute das neue Gewandhaus als maßstabslosen Großbau im Herzen dieses Areals. Heftige Bürgerproteste verhinderten diesen Bau zum Glück.


    Wird der Award hier auch etwas bewirken?


    Ich hoffe, dass unser Engagement für die Stadtrekonstruktion, das von sehr vielen Bürgern mitgetragen wird, weiter über die Grenzen Dresdens wirkt. Andere Städte wie Frankfurt/Main schauen sehr genau auf uns. Und ich hoffe auf einen Brückenschlag vom Neumarkt zum Neustädter Markt. Ein guter Anfang wäre das rekonstruierte Narrenhäusel am Königsufer.


    ..."


    Ganzer Artikel:


    http://www.wochenkurier.info/s…f-aus-griechenland-41628/



    Man kann es leider nicht genug oft betonen: Wenn die GHND und die Dresdner Kulturbürger nicht gewesen wären, dann würde der Neumarktbereich wirklich mit seinen nur 15 Rekos (sic!) ganz schön trostlos aussehen! Der Erfolg des Neumarkts kann und muss seine bauliche Weiterführung am Neustädter Markt und Ufer finden!


    Danke Herr Kulke und allen Mitgliedern der GHND! Auf an neue (Neustädter) Ufer!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • xy - diverses noch nicht gelöst ...


    Da sich s.o. bisher keine Rückmeldung ergab, frage ich einmal anders herum. Könnte es z.B. sein, daß der folgende Postkartenausschnitt, der 100% Leipzig sein soll, m.E. aber es nicht ist, in Dresden verortet werden kann? Die Hausnummer 14, erbaut 1899, erinnert mich in der Formsprache an die Könneritzstraße ...


  • Die Könneritzstraße hat wegen dem Bahndamm nur ungerade Hausnummern.

    Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

  • Das ging aber schnell. Recht herzlichen Dank!


    Da füge ich gleich noch einen weiteren Ausschnitt an, wo die Karte ebenso wieder zurück in die sächsische Hauptstadt gehen könnte. Es trägt die Hausnummer 39 und wurde von G. Gramsch, Dresden-N. Böhmische Straße 37, aufgenommen:


  • Dennoch muss man sagen, dass es langsam wieder bergauf zu gehen scheint. Denn zumindest zeigen die angekündigten Bauvorhaben der letzten Monate durchaus eine Tendenz nach oben. Innerhalb der Stadtpolitik hat man nicht zuletzte eingesehen, dass es so nicht mehr weiter gehen konnte. Die Einrichtung der Gestaltungskommission war die Folge. Sie scheint sich insgesamt positiv auszuwirken und auf Niveau sowie stadtbildverträglicheres Bauen zu drängen. Leider lassen sich aber nicht alle Investoren überzeugen, da es leider bisher an Zwangsmaßnahmen mangelt.

  • Allerdings bedarf es weiterhin "Druck von unten" und via Stadtrat, damit die Verselbstständigung in den Dresdner Amtsstuben, die sich vor allem unter Marx etbaliert hat, weiter zurückgedrängt wird. Das Thema Baukultur und Rückkehr zur Regionaltypik ist längst kein spezifisch Dresdner Thema mehr.

  • Oh Bilderbuch, so wenig Hintergrundwissen und doch sooooo naiv. Und vor allem kommen die Lorbeeren den Falschen zu Gute. Und sich jetzt auf den einen Schritt nach vorn, wo es nebenbei schon wieder zwei zurück geht (Lennèplatz etwa), auszuruhen und mit Lobpreisungen anzufangen, ist eine denkbar schlechte Strategie gegen den verkrusteten und klüngelhaften Filz endgültig vorzugehen. Noch liegen keine handfesten Handlungsmaximen oder belastbare Dokumente vor, die diesen baukulturellen Knick nach oben auf längere Zeit darstellen und durchsetzungsfähig machen lassen.


    Unterschätze niemals die Doppelgesichtigkeit der Modernisten.

  • @RobBerg


    Dann zeig doch mal den "verkrusteten und klüngelhaften Filz" konkret auf, anstatt nur zu schwadronieren. Eine solche investigative Veröffentlichung wäre doch sicher denkbar gutes Futter für die Presse und würde nicht zuletzt den "Richtigen" in die Hände spielen.