Posts by Agon

    Besonders smart sind die Hohenzollern nicht. Offenkundig ging es bei uns ja um den Staatsvertrag aus den zwanziger Jahren. Den hat das Haus meines Wissens nicht mal veröffentlicht. Statt dessen dreht sich die öffentliche Diskussion um ein Gesetz über DDR-Enteignungen, das sowieso nicht mehr anwendbar ist, und dessen Ausnahmeklauseln bei politischen Enteignungen durch die Besatzer in der Nachkriegszeit. Es ist ja nicht mal gesichert, dass die entsprechenden Werte der Hohenzollern überhaupt formell enteignet wurden. Dazu die unsachliche Agitation gegen das Kaiserreich und Anrufung der Herero Rachegötter. Zwischen schlechter Öffentlichkeitsarbeit der Hohenzollern und dümmlichen Anwürfen von Kritikern in den Medien, gibt es ja auch noch den juristischen Fall, wie das zu bewerten ist.

    Es ist zwar sehr konservativ aber passt nicht in den Ort. Wir haben den (leicht abgefackelten) Fachwerkkern und die typischen abgerockten Ladenfassaden an der Durchgangsstrasse.

    Zitat:

    Disput um Hamburgs neue Hauptsynagoge

    Kritiker äußern Bedenken hinsichtlich »historisierender Rekonstruktion« des Gotteshauses

    https://www.neues-deutschland.…s-neue-hauptsynagoge.html

    Harter Tobak:

    "An der »historisierenden Rekonstruktion der Bornplatz-Synagoge ist auf besondere Weise problematisch, dass dadurch das Resultat verbrecherischer Handlungen unsichtbar gemacht und die Erinnerung an diese Verbrechen erschwert wird«, heißt es.
    "


    Ich würde mir an der Stelle wünschen, dass es stichhaltigere Argumente gegen den Rekonstruktionsansatz gibt. Quasi, eine Runde Disneyland, bitte. Ich denke, die engagierte Gemeinde kommt sich ein bisschen komisch vor, wenn so etwas ins Feld geführt wird. Also polemisch überspitzt, wenn das jüdische Leben im heute weg wäre, würden wir unsre Juden mehr vermissen, die Lebendigkeit jüdischen Lebens und religiöser Praxis störe die Erinnerungskultur...

    Nun hatten wir das gleiche in Dresden ja auch, mit der Frauenkirchenruine als Luftkriegsdenkmal. Dort habe ich den Eindruck, dass die Kirche im guten Sinne die Stadt geheilt hat, und so denke ich auch, dass eine rekonstruierte Synagoge gut für Hamburg tun würde. Vor allen Dingen ja auch die Selbstverständlichkeit eines in der Stadt verwurzelten jüdischen Lebens dokumentieren.

    Ich möchte hier noch darauf hinweisen, dass es eine genuin jüdische Diskussion um Rekonstruktionen gibt, nämlich konkret bezgl. des Wiederaufbau des Salomonischen Tempels.

    Ich finde es heute einfach angemessen, dass wir die äußeren Formen jüdischen Lebens widerherstellen und dazu gehört auch die Rekonstruktion zerstörter Synagogen.

    Das ist so nur halb richtig. Der Senat verwendet für das Terrain die hohle Phrase "Ort der Demokratie", um den Status quo soweit wie möglich erhalten zu können, und natürlich, um jeglichen Gedanken an eine (Teil-)Wiederbebauung schon im Keim ersticken zu können.

    Dass es zynisch ist die Staatskunst des DDR Regimes in seiner geriatrischen Phase, Marx und Engels stammen von 86, als Ort der Demokratie aufleben zu lassen, sollte doch jedenfalls aufmerken lassen.

    Es wird einfach zu oft vergessen, wie viele vermeintliche Originale Rekonstruktionen nach Kriegszerstörungen sind, ausgebrannte Gemäuer eben. Das macht ja auch gar nicht. Es ist auch normal, dass Barockgärten Rekonstruktionen sind. Rekonstruktionen und Nicht-Rekonstruktionen verschwimmen.

    Den schönsten Satz in dem Zusammenhang war der Hinweis eines Freundes, dass ins Braunschweiger Schloss ja sogar ein Supermarkt hineingebaut worden sei.

    Der Punkt ist natürlich, dass eine bereits laufende Spendenmaschine auch weiter sammeln kann. Dafür muss aber was da sein, das man finanzieren kann, und die Mission etwas flexibler gefasst sein. Rossebändiger und Neptunbrunnen haben politische Widerstände, keine finanziellen. Die Rossebändiger sind wegen ihrer traurigen Lokalität als erstes zu knacken. Da wäre vielleicht die bessere Frage, was Schönes in den Kleistpark soll, wenn die Rossebändiger als Tristesse von dort verschwinden.


    Freitag soll die U5 in Betrieb gehen.

    Wenn es Clan-Kriminelle sind, dann spricht alles dafür, dass der Schatz noch existiert. Dann geht es um eine Machtdemonstration und ein Faustpfand. Dafür brauchen sie die sächsischen Staatsklunker.


    Was dann hilft ist eigentlich nur Härte. Es geht um den sächsischen Staatsschatz. Wenn keine Härte gezeigt wird, erhält man auch keinen Respekt in diesen Kreisen.