Prima, Rastrelli, fein gemacht. Setzen. Da man hier nun wiederholt im Forum erleben kann, wie fingerschnipsend neunmalklug mit Halbwahrheiten und Fremdwissen gepunktet werden soll, muß ich noch einmal betonen, daß es bei Stadtbild Deutschland eigentlich darum geht, möglichst adäquat städtebauliche Leistungen bewußt zu machen und durch Kriege und Diktaturen verlorene Kulturwerte sich wieder anzueignen.
Aber da nun Rastrelli wünscht, sich auf die Ludwig-Erhard-Straße berufen zu müssen, wo doch die Stadt Leipzig heutzutage Bennungen nach Frauen favorisiert und Ludwig Erhard und Leipzig eigentlich fremd sind, habe ich mich auf meine alten Tage zu diesem Ort wiederum begeben, um ihm den Gefallen zu machen (alle aktuellen Fotos vom 9. November 2024).

Ausgehend von der Dresdner Straße sieht man, daß bei dieser städtebaulichen Glanztat nicht nur die Dresdner Straße 27, sondern die ganze rechte Seite der ehemaligen Grenzstraße weggesenst wurde.

Hier zur Bestätigung das Straßenschild mit weiteren Straßenverlauf Richtung Eisenbahnstraße.

Sehr anheimelnd sind damit auch die Querstraßen verbunden.

Und natürlich gab es für diese Verkehrsführung auch ausreichend Fördergelder für breite Wege für Radfahrer und Fußgänger. Letztere nutzen diese Strecke allerdings kaum, nicht nur wegen dem Lärm und Feinstaub. Zum Prominieren eignet sich dieser Weg garantiert nicht.
Früher sah dieser Stadtteil noch etwas anders aus. Wir hatten dies bereits bei der Umgebung der Eisenbahnstraße abgehandelt, aber bitteschön. Hier ist die Ranftsche Gasse 14.

Und hier ist die nunmehr gespaltete Ranftsche Gasse heute.

Dazu ein historischer Vergleich:

Die Ranftsche Gasse 4 im Jahre 1908
Und wir hatten als nächste Querstraße die Kreuzstraße Ecke Grenzstraße

vermutlich auch im Jahre 1908 (Stempel unleserlich)

Vergleich 17. April 2018

Vergleich 9. November 2024. Man sieht deutlich den Kulturfortschritt.
Freundlicherweise hat LEonline schon zum weiteren Verlauf an der Dresdner Straße diplomatisch formuliert, daß dort etwas weiter "verdichtet" wird.
Denn es besteht immer die Gefahr, daß man etwas Schlechtes schönredet. Das kann aber zweifellos entkräftet werden. Denn diese anonymen Kisten bzw. auswechselbaren Wohnschließfächer stellen verglichen mit der dort ehemals vorhandenen Baukultur keine qualitative Bereicherung für Reudnitz dar. Das einzig Sehenswerte auf der Internetseite ist Stentzlers Hof selbst. Aber da ist ja nicht von diesem Büro.
Vor dem Hintergrund von KI, wo sich eigentlich die gesamte Palette architektonischer Gestaltungsvielfalten grundlegend anpassen und menschenfreundlicher entwickeln kann, ist hier absolut nichts zu spüren.
Früher war das noch anders.

Da gab es noch die Ausbildung zum Baumeister und zum Architekten.
Und das Ganze ohne Computer ...