Posts by Dr.Mises

    Im Jahre 2008 gaben unter dem Titel "Vernichtet, vertrieben - aber nicht ausgelöscht ..." Prof. Rüdiger Lux und Prof. Martin Petzoldt eine Publikation nach einem Kolloquium der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig zum Gedenken an die Sprengung der Universitätskirche St. Pauli am 29. Mai 2008 (im Alten Rathaus Leipzig) heraus. Redebeiträge wurden mitgeschnitten. Da mein Hausverbot an der Universität Leipzig hier nicht galt und ich (ohne Wissen eines Mitschnittes) in der Diskussion einiges sagen konnte, kam es zur Veröffentlichung . Daraus zitiere ich einen Satz:

    "Das, was gegenwärtig am Platz entsteht, um das abschließend zu sagen, ist ein so genanntes "Betonklo", d.h. es entspricht nicht den Grundflächen der Paulinerkirche und ist auch in anderen Dingen überhaupt nicht tragbar. (S.93)

    Um mich nicht zu wiederholen, verweise ich auf die jeweiligen Sachstände ab 1999, die ausführlich das Thema behandeln und bereits dokumentiert sind:

    Zum 600. Gründungsjahr der alma mater lipsiensis im Jahre 2009

    und einige Beiträge insbesondere bis 2012.

    Es ist natürlich einfach, etwas zu sperren oder jemand als Troll zu verunglimpfen, wenn man etwas nicht versteht oder nicht verstehen will.

    Aber bevor man überhaupt diskutiert, möge man die Möglichkeit nutzen, sich mit den Sachgrundlagen vertraut zu machen,

    Wenn man an billiges Wohnen in Leipzig denkt, so sind u.v.a. im Unterschied zur Eisenbahnstraße 117 die Meyerschen Häuser Maßstab!

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    Hofer Straße 48 im Jahre 1914

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    gleiches am 1. August 2025 (aufgrund der straßenseitig gegenüberliegenden Bebauung etwas schräg aufgenommen)

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    Hofer Straße 40 - bereits begrünter Innenhofbereich im Jahre 1914

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    gleiches am 1. August 2025 mit den inzwischen hochgewachsenen Bäumen

    Natürlich gäbe es auch wieder zahlreiche Sanierungsbeispiele zu dokumentieren wie in Lindenau:

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    ehemalige Kaiserstraße 69

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    jetzt als Endersstraße 69 oder in Reudnitz-Thonberg

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    Nostitzstraße 49 im Jahre 1925

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    frisch saniert, Vergleich am 29. Juli 2025 und bereits wieder mit Grafitischmierereien ...

    Aber es gibt auch andere Beispiele:

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    Sidonienstraße 8 um 1920 und als

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    Paul-Gruner-Straße 8 am 31. Juli 2025

    oder die Universitätsstraße Ecke Schillerstraße

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    um 1900 und am 29. Juli 2025

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    Durch die "Mensa am Park" mit der Rückversetzung ehemaliger Gebäudestrukturen zu verlorenen Totflächen leidet die Attraktivität der Innenstadt ...

    Weiteres zu den Vergleichen

    Es sei wieder etwas nachgetragen aus dem Stadtbild Leipzigs:

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    Die Torgauer Straße 26 im Jahre 1912, wie sie auch schon in "Der Leipziger" von 1908 etwa erschien und heutzutage:

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    Direkt in der Eisenbahnstraße gab es auch Veränderungen.

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    Die Melchiorstraße gibt es nicht mehr. Vermutlich wich das Gebäude aus dem Jahre 1905 einer weiteren Bebauung.

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    Im Jahre 2025 gibt es aber zahlreiche Parkmöglichkeiten für Autos zwischen den Bäumen. Nachzutragen ist auch ein Neubau!

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    Die Eisenbahnstraße 117 war kriegszerstört und folglich Baulücke. Aber nun ist im 21. Jahrhundert unter OBM Burkhard Jung endlich die Lückenschließung gelungen.

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    Vergleich vom 29. Juli 2025 (weiteres siehe xy)

    Nachdem bereits Ulla Heise mit dem Klassiker "Zu Gast im alten Leipzig" grundlegende Bücher zu Kaffee und Kaffeehäusern nebst ihrer Kulturgeschichte verfaßte, erschien nun ganz aktuell von Bernd-Lutz Lange, ebenfalls als langjähriger Gast u.a. des Café Corso, mit "Café Continental" eine weiteres Werk zu den Schmelztiegeln geistiger Auseinandersetzung und Kommunikation. Da wir an dieser Stelle bereits einige Beispiele der Leipziger Baukultur vorgestellt haben, seien zwei Beispiele jener Innenräume gezeigt.

    Zuerst der erste Stock des Kaffeehaus Bauer, wo ein Damenkränzchen (daher das x) ihrer Freundin in Fürth/Bayern im Jahre 1916 die Ansichtskarte schickte:

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    Natürlich war das Erdgeschoß noch etwas prunkvoller, wenngleich die Karte, die im Jahre 1906 versandt wurde, etwas gehübscht wurde.

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    Und gleich daneben befand sich das ebenso geschichtsträchtige Hotel de Prusse, das auch Richard Wagner gern besuchte, weshalb ich den Artikel aus "Der Leipziger" von 1908 noch erklärend einfügen möchte.

    Leipzig ist von allen Städten, die sich mit Vorliebe Wagnerstadt nennen, die, die dazu am meisten Berechtigung hat. Ist doch Wagner hier (Brühl 3) geboren und hat er doch einen Teil seiner Jugend in Leipzig verlebt. Und doch fehlt in Leipzig - es ist geradezu beschämend - ein Wagnerdenkmal. Wenn wir hier nur wenigstens ein Wagnermuseum, und wäre es noch so klein, hätten. Manche kostbare Reliquie könnte da aufbewahrt werden. So kommt in einigen Tagen wiederum eine solche in Berlin zur Versteigerung, die gerade für Leipzig ein großes Interesse haben würde. Dem armen Wagner geht es wie Heine. Man will in seiner Vaterstadt nichts von ihm wissen. Unter „man“ sind hier die Herren am Stadtruder zu verstehen. Es ist immer ein heikles Ding, dem Revolutionär ein Denkmal zu errichten. Seine Opern hört man ja ganz gern, aber öffentliche Ehrungen könnten irgendwo Anstoß erregen, wo man es vermeiden will. Und so wird das Wort Wagners wohl noch lange gelten: In meiner lieben Vaterstadt, Was hab' ich dort vom Magistrat?

    Wir bringen jetzt einiges über die neueste Wagnerreliquie. Man schreibt uns:

    Ein interessantes Notenmanuskript Richard Wagners befindet sich in der Sammlung Zeune-Spitta, die zahlreiche wichtige Briefe und Urkunden von Fürsten, Staats- und Kriegsmännern, Dichtern, Gelehrten und Künstlern enthält und vom 23. bis 25. Novbr. durch die Firma J. A. Stargardt in Berlin versteigert wird. Dieses originelle Manuskript ist eine scherzhafte Widmungskomposition für den Leipziger Hotelier Kraft, in dessen „Hotel de Prusse“ Wagner zu wohnen pflegte, wenn er seine Vaterstadt besuchte. Es trägt die Überschrift: „Seinem freundlichen Wirth Herrn Louis Kraft“ und ist unterzeichnet: „Hotel de Prusse, Leipzig. 22. April 1871. Richard Wagner.“ Der Meister befand sich damals auf der Reise von Bayreuth nach Berlin, wo er die Gründung von Patronatsvereinen zur finanziellen Sicherung der Festspiele herbeizuführen suchte.

    Die achttaktige Melodie ist überschrieben: „Mit dankbarer Lebhaftigkeit“ und einstimmig notiert; sie hat festlich-marschartigen Charakter und folgende drei Strophen Text:

    1. Der Worte viele sind gemacht,
    doch selten wird die That vollbracht:
    was ein Hotel zum Eden schafft,
    das sind nicht Worte, sondern Kraft.

    2. In meiner lieben Vaterstadt,
    was hab' ich dort vom Magistrat?
    Der mir hier Wohn' und Wonne schafft,
    das ist der edle Wirth, Herr Kraft.

    3. Von ihm, der mich so schön empfing,
    fortan mein rühmend Lied erkling':
    Des Königthums, der Künstlerschaft
    sinnreicher Wirth, es lebe Kraft!

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    Zum heutigen Feiertag des Buß- und Bettages in Sachsen muß mit zeitlichem Abstand doch einiges gesagt werden.

    Das Thema ist wie auch andere im Forum von Stadtbild Deutschland dafür gedacht, bisher kaum Bekanntes oder bisher nicht bekannte Dokumente zum Thema zugänglich zu machen. Es ist nicht das Thema, aus zweiter oder dritter Hand mit Wikis oder externen Inhalten zu brillieren. Da kann ma gleich z.B. auf die entsprechenden Denkmalseiten blicken.

    Wenn man also glaubt, es hätte niemand bezüglich der Markuskirche recherchiert, so kann man erst einmal bei der zuständigen Gemeinde anfragen und sich die Zusammenhänge erklären lassen.

    Und leider kommt es mir auch sehr bekannt vor, wenn jemand anderen vorschreiben will, was wichtig und gut ist. Wenn HerrK. wirklich im Sinne von Bertolt Brecht agiert, hätte er längst 50 konkrete Beispiele von Gründerzeit und Plattenbauten dokumentieren können.

    Schließlich sind diese dann auch wie die Bilddokumente Meinungsäußerungen!, ohne daß, auch wenn manches nur angedeutet ist, alles ausformuliert werden kann (z.B. die Gesamtdokumentation zur Ludwig-Erhard-Straße).

    Und wenn mal etwas falsch ist bzw. man nicht explizit nachgeschaut hat (meine Rubrik Felerlos - leblohs) kann man schnell und problemlos einfach nachschlagen. Da muß man nicht erst den Professor für sozialistischen Städtebau bemühen ...

    Zur Rückbenennung der Straße der Befreiung zur Dresdner Straße:

    Datum des Beschlusses: 19.11.1991 Datum des Inkrafttretens: 01.01.1992

    siehe Lexikon Leipziger Straßennamen 1995 Verlag im Wissenschaftszentrum Leipzig, das unter Leitung von Gina Klank (Stadtarchiv Leipzig) sowie Sylvia Jarmuzewski und Ursula Weißflog sowie vielen anderen engagierten Mitstreitern herausgegeben wurde.

    Zur Publikation, die auch dem genialischen Korrekturlesen von Gernot Griebsch zu verdanken ist, noch eine kleine Anekdote. Er verwies auf die bezeichnende Unterstützung durch die Leitung der Leipziger Stadtverwaltung auf der Seite 6. Während im entsprechenden Münchner Lexikon sich der Oberbürgermeister es sich nicht nehmen ließ, mit einem Grußwort die Veröffentlichung, die dann in mehreren Auflagen erscheinen konnte, zu unterstützen, blieb in Leipzig die Seite trotz Nachfragen leer ...

    Zurück zu Reudnitz und dem heutigen Verlegerviertel:

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    Reudnitz 04315 - Leipzig, jetzige Reclamstraße u.a. 15 (13.11.2024) , ehemals Rathausstraße um 1910

    Und hierzu muß ergänzt werden, daß Fördergelder aus dem Konjunkturpaket 2 nach dem ausdrücklichen Willen von Herrn Burkhard Jung dafür verschwendet wurden, daß die Bürger auf den Trümmerteilen u.a. der Markuskirche in der Etzoldschen Sandgrube spazierengehen sollen. Das wurde schon im Jahre 2009 von den Medien explizit gerügt.

    Es muß daher nochmals betont werden, man bezüglich der Quellen bei Halbwahrheiten, egal ob in der Verwendung von Wikipedia oder wem auch immer, vorsichtig sein sollte. Das muß jeder für sich selbst herausfinden.

    Bezüglich des linksseitigen Verlaufes der Ludwig-Erhard-Straße ist es leider auch nicht günstiger, weshalb ich es den Nutzern eigentlich ersparen wollte. Aber bitteschön:

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    beide Aufnahmen 9.11.2024

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    Im übrigen sind mehrere "Baustellen" vermutlich wie diese in Leipzig tot.

    Abschließend möchte ich aber noch einen Plan für die Allgemeinheit bereitstellen, damit eine bessere Zuordnung erfolgen kann für weitere Aufnahmen, die wir bereits im Forum gesehen haben oder für die Sammler, die dies noch tun möchten. Wie aufmerksame Leser sicherlich bemerkt haben, hatte ich weiter oben bei der Ranftschen Gasse 8 versehentlich eine falsche Zahl eingetippt. Und auch den Vergleich zur Ranftschen Gasse 14 würde ich heute anders fotografieren.

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    aus dem Leipziger Stadtplan nachgetragen bis Ende Juni 1914 Maßstab 1:10000

    Prima, Rastrelli, fein gemacht. Setzen. Da man hier nun wiederholt im Forum erleben kann, wie fingerschnipsend neunmalklug mit Halbwahrheiten und Fremdwissen gepunktet werden soll, muß ich noch einmal betonen, daß es bei Stadtbild Deutschland eigentlich darum geht, möglichst adäquat städtebauliche Leistungen bewußt zu machen und durch Kriege und Diktaturen verlorene Kulturwerte sich wieder anzueignen.

    Aber da nun Rastrelli wünscht, sich auf die Ludwig-Erhard-Straße berufen zu müssen, wo doch die Stadt Leipzig heutzutage Bennungen nach Frauen favorisiert und Ludwig Erhard und Leipzig eigentlich fremd sind, habe ich mich auf meine alten Tage zu diesem Ort wiederum begeben, um ihm den Gefallen zu machen (alle aktuellen Fotos vom 9. November 2024).

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    Ausgehend von der Dresdner Straße sieht man, daß bei dieser städtebaulichen Glanztat nicht nur die Dresdner Straße 27, sondern die ganze rechte Seite der ehemaligen Grenzstraße weggesenst wurde.

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    Hier zur Bestätigung das Straßenschild mit weiteren Straßenverlauf Richtung Eisenbahnstraße.

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    Sehr anheimelnd sind damit auch die Querstraßen verbunden.

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    Und natürlich gab es für diese Verkehrsführung auch ausreichend Fördergelder für breite Wege für Radfahrer und Fußgänger. Letztere nutzen diese Strecke allerdings kaum, nicht nur wegen dem Lärm und Feinstaub. Zum Prominieren eignet sich dieser Weg garantiert nicht.

    Früher sah dieser Stadtteil noch etwas anders aus. Wir hatten dies bereits bei der Umgebung der Eisenbahnstraße abgehandelt, aber bitteschön. Hier ist die Ranftsche Gasse 14.

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    Und hier ist die nunmehr gespaltete Ranftsche Gasse heute.

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    Dazu ein historischer Vergleich:

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    Die Ranftsche Gasse 4 im Jahre 1908

    Und wir hatten als nächste Querstraße die Kreuzstraße Ecke Grenzstraße

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    vermutlich auch im Jahre 1908 (Stempel unleserlich)

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    Vergleich 17. April 2018

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    Vergleich 9. November 2024. Man sieht deutlich den Kulturfortschritt.

    Freundlicherweise hat LEonline schon zum weiteren Verlauf an der Dresdner Straße diplomatisch formuliert, daß dort etwas weiter "verdichtet" wird.

    Denn es besteht immer die Gefahr, daß man etwas Schlechtes schönredet. Das kann aber zweifellos entkräftet werden. Denn diese anonymen Kisten bzw. auswechselbaren Wohnschließfächer stellen verglichen mit der dort ehemals vorhandenen Baukultur keine qualitative Bereicherung für Reudnitz dar. Das einzig Sehenswerte auf der Internetseite ist Stentzlers Hof selbst. Aber da ist ja nicht von diesem Büro.

    Vor dem Hintergrund von KI, wo sich eigentlich die gesamte Palette architektonischer Gestaltungsvielfalten grundlegend anpassen und menschenfreundlicher entwickeln kann, ist hier absolut nichts zu spüren.

    Früher war das noch anders.

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    Da gab es noch die Ausbildung zum Baumeister und zum Architekten.

    Und das Ganze ohne Computer ...

    Auch wenn dieses Thema längere Zeit nicht erweitert wurde, ist doch Einzelnes (xy und andere Stichworte) weiter in Bilddokumenten bedacht worden. Zudem sind zwei Links zu erneuern, da die Universität Leipzig ohne Rücksprache dies von ihren Servern nahm. Dies betrifft u.a. das Umfeld Inselstraße und die ehemalige Blumengasse im Jahre 1990 sowie das Fechner-Haus selbst.

    Das Atmosphärische dieses Hauses betraf auch weitere Gebäude der Dresdner Straße.

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    Wenn also eine Karte in die Sammlung aufgenommen werden kann, so ist erst einmal die genauere Verortung angesagt.

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    Das heißt, wir haben im weiteren Verlauf der Dresdner Straße eine beschauliche Szenerie auch mit Gartenlokal.

    Wenn man nun nach dem Kulturfortschritt in unserer Zeit fragt, muß man wissen, daß sofort nach der "Wende" der Ruf nach einer autogerechten Stadt mit der Forderung für ein "Tangentenviereck" erschallte und kaum nach einem städtebaulich integriertem oder gar ökologisch ausgerichtetem Verkehrskonzept (vermutlich wurde nur so weit gedacht, wie die Bestechungsgelder reichten). So wurde die Grenzstraße zur anonymen Durchfahrtspiste. Es genügt daher ein Foto, um die heutige Attraktivität der Stadt Leipzig an jener Stelle zu fixieren:

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    Dresdner Straße Ecke ehemalige Grenzstraße (aufgenommen am 6.11.2024)

    Wer sich im Sinne von Gustav Theodor und Clara Fechner engagieren möchte, kann dies gern tun.

    Leider kann ich im Unterschied zu LEonline ja in dieser Rubrik nur vorstellen, was sich so überhaupt mal anfindet bzw. was einem wie beim Sonntagsspaziergang über den Weg läuft:

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    04299 Leipzig Papiermühlstraße 8 (Stötteritz) 22.09.2024 und um 1910

    Und was schon immer bei xy stand, aber fast gleich um die Ecke bisher nicht zugeordnet war:

    schoenb5920241930.jpg

    04299 Leipzig Schönbachstraße 50 (Stötteritz) 22.09.2024 und um 1920

    Die Einschätzung ist korrekt. Es ist eben nicht alles schön und gut!

    Dennoch möchte ich anhand eines klitzekleinen Beispieles zeigen, daß die temporären Differenzierungen eine wichtige Rolle spielen.

    Die Kronprinzstraße und jetzige Kurt-Eisner-Straße 43 war bereits auf Seite 1 im Bild.

    Heute zeigt sich die Szenerie so:

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    Die Haustür (nicht im Bild) wurde grade frisch gestrichen. Zwei Schilder zeigen das gegenwärtig an (22.09.2024).

    Sogar eine kurzzeitige abendliche Kabarettsendung vom Ersten wurde hier nach der "Wende" gedreht.

    Zu DDR-Zeiten kamen u.a. zahlreiche Schichtarbeiter nach ihrer Ablösung über den Connewitzer Bahnhof von Böhlen und Espenhain hierher. Allerdings war im Jahre 1987 damit Schluß, nachdem der Kneiper das Zeitliche segnete.

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    Doch kaum jemand weiß, daß dieses Kneipenleben schon in den frühen 1930er Jahren begann:

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    Es ist folglich auch eine teils über hundertjährige Zeitspanne in diesem Viertel zu verzeichnen.

    Daß dabei der II. Weltkrieg unersetzbare Lücken riß, ist ein Teil der Geschichte. Aber ein anderer Teil ist, wie man damit umgeht, diese wieder zu füllen und die mangelhafte Baukultur zu DDR-Zeiten wieder zu ersetzen. So ist man in der jetzigen Kurt-Eisner-Straße bemüht, den Straßenzug wieder herzustellen. Nur was ist, wenn ein Eigentümer nach alten Abbildungen und Vorlagen bauen will, dies sogar öffentlich bekanntgibt, aber die Stadt Leipzig, die zu SED- und Stasi-Zeiten diese vermutlich vernichtete und auch weiter kein Interesse hat, dies aufzuklären, damit praktisch an SED- und Stasi-Verbrechen nur anknüpft?

    Hier tritt das ein, was Klassiker zu Recht beanstandet.

    Die gegenwärtigen Neubauten können nicht das Eigenleben der Kronprinzstraße erreichen. Vielleicht wird man in zwanzig Jahren wieder so weit sein, daß es neben Architekten auch Baumeister gibt ...

    An weiteren Beispielen kann man das ersehen.

    Die Problemlage bringt es leider mit sich, daß noch nicht alle Kapitel ausformuliert sind.

    Kontext

    Besten Dank für den Hinweis!

    Das Problem im Forum ist, daß es jeweils Momentaufnahmen sind. weil ich den Beitrag nicht nachträglich korrigieren kann.

    In diesem Fall hatte ich bei Übernahme der Karte nicht genau verglichen und die falschen Information blöderweise übernommen. Natürlich darf das eigentlich (wie bei xy) nicht passieren, weil nur eine 100-prozentige Übereinstimmung gilt. Aber so ist das nun mal ...

    Aber da es hier um die Flußlandschaft geht, noch mal etwas ausführlicher den Werdegang.

    Im Jahre 1867 war diese bei Rommel noch so ausgeprägt:

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    Und noch im Jahre 1900 gab es die Gondelstation am Schleussiger Weg:

    gondel1899.jpg

    Die Überschwemmungen im Jahre 1909 (die man heutzutage genüßlich als Klimakatastrophe ausschlachten würde) bewog dann die Stadt recht schnell, u.a. die Uferbefestigungen (s.o.) massiv zu verbessern.

    Auf dem Plan von 1912 kann man leicht entschlüsseln, welche Gebäude dabei zu sehen sind. Spezielle Fragen, die das Musikviertel betreffen, kann bestimmt Frau Hella Gormsen beantworten.

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    Auf jeden Fall ist mittig 1910 die III. Realschule zu sehen, die später den Namen von Wilhelm Wundt trug.

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    Foto vor den Bombardierungen 1943/1944 (Fotograf unbekannt)

    Zunächst eine kleine Korrektur: Natürlich ist die Heimatskunde von E r n s t August Rommel. Und man kann die 1. und die 2. Auflage auch in der SLUB online nachlesen. Allerdings sind die individuellen Einzeichnungen wie von Fleischhauer sonst nirgends erfahrbar. Und für einen Eisenbahnfan und Heimatforscher und eventuell einige andere Leipzig-Interessierte möchte den mit enthaltenen Plan von H. Volbeding anfügen - trotz Schadstellen und der fehlenden unteren Beschriftung & Optimierung, aber wegen der erklärenden Einzeichnungen (u.a. andere Zufahrt für den kommenden Eilenburger Bahnhof). Besser wäre es natürlich, wenn irgendwo die Originalvorlagen von H. Volbeding auftauchen würden.

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    Schulstoff zum Lernen

    Da heute bei schönem sommerlichen Wetter hunderte große bunte Zuckertüten samt Familien zur Einschulung in Leipzig unterwegs waren, möchte ich noch etwas ergänzen. Auch wenn der vorwitzige Schüler A. Fleischhauer mit seiner Feder die vermutich bereits die nicht mehr existierende Verbindungsbahn durchgestrichen hat, hoffe ich, daß mit der Vergrößerung von der jetzigen Liebig- über die Stephanstraße bis zum Täubchenweg und der Johannisalle alles bestens herleitbar ist - also nicht nur sämtliche Straßen, sondern auch die Standorte von Gellerts Grab, dem Armenhaus bis zum Alten isrealitischen Friedhof und dem Denkmal des Königs Anton.

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    So kann man einiges lernen! - aus der "Heimatskunde von Leipzig" des Lehrers Carl August Rommel 1867

    Natürlich war ich gestern nicht nur in der Eisenbahnstraße 30.

    Zuerst führte mich eine Postkarte, gelaufen am 3.5.1908 von Lindenau aus an Herrn Paul Fritzsche in Wäldgen, in die Nähe des Lindenauer Marktes:

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    04177 Leipzig, Roßmarktstraße 12 Altlindenau 1908 und 2024

    Eigentlich wollte ich dann eine weitere Aufnahme in der Demmeringstraße vornehmen, aber da das einfache Kriterium ist, daß der Standort 100-prozentig stimmen muß, bin ich wieder davon abgekommen. Glücklicherweise gibt es in Lindenau einen Stadtteilverein, der nicht nur das digitalisierte Material gern nutzen, sondern vielleicht selbst ungeklärte Standorte ggf. falsifizieren kann.

    Jedenfalls veranlaßte mich dies zur Vereinfachung der xy-Seite (Leipzig, Umland und Nicht Leipzig), so daß in den kommenden Wochen auch Auswärtige herausfinden können, was vielleicht andere Städte betrifft. Also es ist vielleicht am einfachsten, gelegentlich dort mal wieder vorbeizuschauen, bis die Bildvermerke zu den hochaufgelösten Scanns eingearbeitet sind.

    Viel einfacher ist es natürlich, wenn man nur die Hauptstraße 37 sucht, wo die Pelz-Konfektions-Artikel aller Art von Willy Parthaune beheimatet waren (rückseitig unbeschriftet).

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    04179 Leipzig, Georg-Schwarz-Straße 120 Leutzsch um 1910 und 24. Juli 2024

    Da die Leipziger Eisenbahnstraße in den Schlagzeilen bleibt, möchte ich gemäß Jahreszeit eine sommerlich besinnliche Note einfügen. Leider gab es auch hier einige Kriegs- und DDR-Verluste. SED und Stasi kümmerten sich wenig um Sanierung. Ihnen ging es z.B. in der DDR-Spätphase darum, mittels Fotoauswertung der damals fußläufig stark frequentierten Ernst-Thälmann-Straße herauszubekommen, wieviele Leute (allerdings nicht aus ökologischen Gründen) mit staatlich verpönten Westtüten, also Plastiktüten die Straßen säumten. Aber lassen wir das. Leider existiert die Eisenbahnstraße 28 nicht mehr, wo "Mama" als Verkäuferin im Hutladen von Eduard Forwerk tätig war.

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    Eisenbahnstraße 28 um 1910 (Photograph. Kunstanstalt A. Mittelmann, Leipzig, Peterssteinweg 15)

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    Vergleich vom 15. April 2022

    Allerdings steht noch die markante und vielen sicherlich bekannte Eisenbahnstraße 30.

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    Während hier um 1910 die Gastwirtin Emma Degenmeier das Regime führte, war es um die Ecke in der Konstantinstraße 23 im Erdgeschoß und in der 1. Etage ihr Kollege Richard Wolf, wobei sich auch die Außenfassaden architektonisch vermutlich glichen (rückseitig unbeschriftet).

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