Berliner Schloss


  • Denkmal.

    Wenn ich hier schon Gesagtes wiederholen sollte, tut es mir leid. Ich habe nicht die ganze Diskussion im Blick.


    Eine Rekonstruktion bringt nicht nur ein Kunstwerk zurück und heilt nicht nur eine Stadt - sie ist immer auch die Wiederkehr eines Denkmals der Zeit, in der das rekonstruierte Gebäude entstanden war. Hier ist es die Zeit Friedrich Wilhelms IV., der uns in mancherlei Hinsicht suspekt sein kann: Das militärische Vorgehen gegen die Demonstranten am 18. März 1848 mit den anschließenden Barrikadenkämpfen, die Ablehnung der deutschen Kaiserkrone, die ihm vom Volk angeboten worden war, legitim vertreten durch die Frankfurter Paulskirche. Die geistigen Hintergründe dieser antidemokratischen Haltung des Königs seien an der Schlosskuppel wieder sichtbar geworden. Der Mann hätte den Deutschen und der ganzen Welt vielleicht einen Hitler ersparen können, was freilich Spekulation ist, wenn auch eine einleuchtend begründbare.


    Hält man diese Deutungen der Inschrift um das Oktogon und das sich darüber erhebende Kreuz für die allein richtigen, dann wäre immer noch die Frage, ob man auf eines der unmittelbarsten Zeugnisse eines so gravierenden Geschehens in der deutschen Geschichte verzichten könnte. Ich meine nein!


    Ich deute das Kreuz und die Inschrift freilich noch anders. Das pedantische Pflichtbewusstsein des Soldatenkönigs wie das geniale Friedrichs des Großen wurzeln in der reformierten Tradition des Staates seit dem 16. Jhdt. . Für Friedrich Wilhelm IV. war es eine aus Frömmigkeit folgende Pflicht, am Gottesgnadentum festzuhalten, davon bin ich überzeugt, nicht Machtinstinkt: Die Ablehnung einer Kaiserkrone über das ganze damalige Deutschland, so katastrophal diese Ablehnung auch in der deutschen Geschichte zu verorten ist, spricht gegen jede Machtgier des Königs, wie sie in den meisten Deutungen der Presse dem König unterlegt wird. Man kann diese Haltung Friedrich Wilhelms mit Recht verschroben, aus der Zeit gefallen, unfruchtbar, unklug, schädlich nennen. Doch selbst wenn man der Inschrift Weltherrschaft unterlegt, wie es manche tun, so wäre es kein Größenwahn des Königs, sondern gemeint ist in der Inschrift die Herrschaft Christi, an der die Könige nach der Denkungsart Friedrich Wilhelms teilhaben. Friedrich Wilhelm IV. war ja auch nicht nur der Reaktionär, als der er meist bloß gesehen wird: Er hat z.B. das Alte Museum gebaut, er, der Antidemokrat hat für die Bildung des Bürgertums mehr getan als viele, viele andere. Und er hat dem Schloss mit der Kuppel die Krone, die Vollendung und die neue Ausrichtung auf die Stadt geschenkt und dafür unseren größten Dank verdient!


    Weitere Gedanken will ich am Dreikönigsschrein im Kölner Dom festmachen. Zunächst ist er ein Ergebnis der Machtpolitik des Stauferkaisers Friedrich Barbarossa, der Mailand erobert und dem Erdboden gleich gemacht hat; dabei wurden die Gebeine der Heiligen Drei Könige geraubt und nach Köln gebracht. Dort hat man sie in einem wunderbaren Schrein aus Gold und Edelsteinen beigesetzt, heute noch Höhepunkt des Kölner Doms, ja ein nicht mehr wegzudenkendes Objekt der Identifikation der Stadt. Gleichzeitig aber ist der Dreikönigsschrein ein Denkmal von Krieg, Vernichtung, Raub, Machtpolitik und legt für diese geschichtlichen Tatsachen Zeugnis ab - ist also ein eher unangenehmes Denkmal, und daran ist in keiner Weise zu rütteln, wenn auch die Grundlagen der staufischen Machtpolitik nicht ohne Weiteres mit heutigen Maßstäben bewertet werden können.

    Doch niemand denkt mehr daran: Anderes ist in den Vordergrund getreten. Die Heiligen Drei Könige selbst lenkten den Blick längst ab von den Grausamkeiten, von denen sie nach Köln gebracht worden sind. Sie sind seit Jahrhunderten Ziel von Wallfahrten und Sehnsüchten, ohne sie gäbe es den gotischen Dom nicht, der heute Köln krönt. Für den Geschichtskundigen sind sie immer noch Zeugnis von Schrecken, aber gleichzeitig weiß er auch um die Wandlungen, die Bilder der Geschichte betreffen, von den Wandlungen der Gewichte, die einzelnen historischen Elementen beigelegt werden.


    Kreuz und Inschrift vertragen sich sehr gut mit dem Humboldt-Forum: Längst hat niemand vor der Zerstörung mehr die Vorgänge und Hintergründe der Niederlage der Paulskirche gesehen - fast krampfhaft werden diese Dinge ans Tageslicht gezerrt; aber selbst wenn man sektiererisch den Blick nur darauf richtete, wäre ihre Verleugnung nicht gerechtfertigt. Für die breite Öffentlichkeit aber waren sie längst nur noch Teil der Schlosskapelle geworden und hatten höchstens noch ganz weit im Hintergrund die Frömmigkeit dieses seltsamen Königs bezeugt, der sogar eine Kaiserkrone abgelehnt hat.


    Von der Vollkommenheit der Rekonstruktion, die ohne Kreuz und Inschrift Torso wäre, haben Andere schon das nötige gesagt.

    Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,

    Daß er, kräftig genährt, danken für Alles lern‘,

    Und verstehe die Freiheit,


    Aufzubrechen, wohin er will.


    Hölderlin

  • Ich möchte die Diskussion um Deutschlandfahne und christliche Symbole nicht der "Neuen Rechten" überlassen, ich würde mich einfach mal freuen wenn manche Menschen sich einfach mal freuen würden über das Erreichte. Auch wenn Deutschland ein Einwanderungsland ist, sind wir immer noch ein Land mit christlicher Vergangenheit und jüdischen Wurzeln. Genau deswegen sehe ich das Kreuz an der Spitze der Kuppel.


    Wenn man in der Türkei eine Moschee baut, kommt auch die Halbsichel an die Spitze des Turms und keiner führt Diskussionen aber wir Deutschen, wir führen endlange Diskussionen, statt zu unserer Vergangenheit zu stehen.

    Wer ist "manche Leute"? Und warum sollen die sich "einfach mal freuen", wenn sie sich offenbar nicht darüber freuen wollen?...

    Toll auch diese Formulierung: "Auch wenn Deutschland ein Einwanderungsland ist, sind wir immer noch ein Land mit christlicher Vergangenheit und jüdischen Wurzeln." Das heißt anders ausgedrückt: "Dieses Land ist ein Einwanderungsland und es war mal christlich. (=Vergangenheit)" Weshalb soll man dann aber ein Kreuz errichten? Das Land hat auch eine nationalsozialistische und eine DDR-Vergangenheit. Rechtfertigt das, nun Kuppeln mit Hakenkreuzen oder Hammer und Zirkel zu zieren? Das Land hat auch eine heidnische Vergangenheit. Und wäre es dann ebenso gut, sich über eine Irminsul auf der Kuppel zu freuen? Ich würde es tun, aber auch "Meister Lampe"?

    Ich bin, damit das richtig verstanden wird, nicht gegen, sondern für das Kreuz. Aber mit solchen "Argumenten" wird das nichts.

    Und außerdem hat dieses Land keine "jüdischen Wurzeln", sondern germanische. Da möchte ich mich dann doch mal gegen solchen Humbug verwahren. Das Jesus als Jude geboren wurde und mit diesem Glauben gebrochen hat, hat nichts mit den Wurzeln dieses Landes zu tun.

    Wenn die Monarchen in unserem Land human und pazifistisch gewesen wären

    Man nenne mir mal ein Land, dessen Monarchen "human und pazifistisch" gewesen sind. Was immer man auch als "human" verstehen möchte. Frankreichs Sonnenkönig? Oder Napoleon? Oder Russlands Iwan der Schreckliche? Die persischen Schahs? Der afrikanische König Shaka Zulu? usw.usf. Und selbst wenn man einzelne Monarchen findet, die durch glückliche Umstände nie Kriege führen mussten, kann der Zeitgeistjünger weitere Charakterfehler finden. Sie haben dann eben keine bedinungslose Entwicklungshilfe für andere Kontinente geleistet. Sie waren nicht vegan, sondern haben Tiere eventuell bei Jagden selbst getötet. Sie trugen Pelzmäntel. Und wenn als das doch nicht der Fall war, weil sie zufällig eine Fleisch- oder Pelzallergie hatten, haben sie zumindest keine transsexuellen Eheschließungen zugelassen. Irgendwas findet man immer, wenn man finden will.


    Also für mich geht es bei dieser Kreuz-Debatte um Vorzeichen einer weiteren Dekonstruktion der abendländischen Identität. Wenn nämlich - was im Grunde so angedeutet wird - das Christentum im politischen Kern der Historie verbrecherisch war, so dass man sich für ein Kreuz schämen muss, dann war nicht nur die deutsche Geschichte von 1933-45 ein Verbrechen, nicht nur die Geschichte von 1871-1945, sondern die gesamte Geschichte seit der 962 erfolgten Kaiserkrönung Ottos des Großen, der sich als politischer Vertreter der Christenheit interpretierte. Erst die Alliierten brachten uns demnach, dank ihrer pazifistisch-human-monarchischen Vergangenheit, jene Befreiung von den Fesseln der Vergangenheit, die nun konsequent durch die Entkreuzlichung und Globalisierung weitergeführt werden sollte.


    Bin ich der Spinner, das ich das so erkenne? Vielleicht. Aber ich bin der Überzeugung, dass es genau so gemeint ist. Und ich hätte nicht gedacht, dass ich mal ein Kreuz verteidigen würde, wo ich nicht mal Kirchenmitglied bin und von Karl dem Großen überhaupt nichts halte. Ach hätte nur Widukind gewonnen damals. :zwinkern:

  • Hallo Bentele,

    die Ablehnung der Kaiserkrone erscheint aus heutiger Sicht mehr als fragwürdig, wenn man Preußen und FW IV isoliert betrachtet. Ob der Kaisertitel für ihn einen Machtzuwachs bedeutet hätte, ist eher unwahrscheinlich, denn das wäre mit der Annahme einer deutschen Verfassung und eines deutschen Parlamentes verbunden.

    Die "Krone aus der Gosse" hat er nicht annehmen wollen, weil für ihn ein Kaisertitel nur "von Gottes Gnaden" in Frage kam. In diesem Stil hat sich Wilhelm Zwo noch Anfang des 20. Jh. geäußert, als so etwas inzwischen völlig veraltet war.

    Mit der Annahme des Kaisertitels 1848 hätte sich FW IV bei seinen Fürstenkollegen unmöglich gemacht. Das sähe heute etwa so aus, als würde ein Staatschef in Europa, ein Bundeskanzler oder ein französischer Präsident, sich an die Spitze eines anarchistischen Umsturzes setzen und mit dieser Legitimation die Herrschaft über ganz Europa beanspruchen.

  • Was ich bei vielen Debattenbeiträgen in der Presse, etwa bei Bisky, Bernau und Kilb vermisse, und was auf diesem Forum vorbildlich praktiziert wird, ist die Bereitschaft, Geschichte nicht binär, sondern dialektisch zu denken: Monumente in ihrem Kontext zu verstehen und darauf angemessen und souverän zu antworten.


    Dies gilt gerade auch für das Gottesgnadentum Friedrich Wilhelms IV. Natürlich steht es in diametralem Gegensatz zu den demokratischen Bestrebungen um 1848. Aber bei näherer Betrachtung ist es doch auch weitaus mehr als nur eine reaktionäre Frömmelei. Von einer mittelalterlichen Herrschaftsethik geprägt, begriff FW IV sein Königtum nicht als ein durch Geburt verliehenes Privileg, wie es z. B. Ludwigs XIV., und auch nicht als ein Amt, auf das man durch Verdienst einen Anspruch erwerben könne, wie Friedrich I., der sich im Triumphbogen von Portal III in die Nachfolge römischer Imperatoren stellte. Vielmehr betrachtete FW IV seine Königswürde als ein Mandat, durch das er gegenüber Christus in besonderer Weise rechenschaftspflichtig war. In diesem Kontext besagt die Kuppelinschrift, in Christus allein sei das Heil sei und alle Knie hätten vor ihm zu beugen, auch, dass das Heil nicht beim König oder einer staatlichen Institution liege und auch der König sich Gott zu unterwerfen habe. Und die Untertanen beugen ihre Knie nicht mehr vor dem König, sondern Volk und König beugen sie gemeinsam vor Gott.


    Noch deutlicher wird dieser Demuts-Gedanke in Karl Gottfried Pfannschmidts Apsismosaik des Charlottenburger Mausoleums (1849, Foto unten), auf dem Friedrich Wilhelm seine Eltern verewigte, dergestalt, dass sie nach ihrem Tod Christus die ihnen verliehenen bzw. geliehenen Königskronen zurückgeben.


    Ich sehe darin eine klare Abgrenzung gegenüber dem Cäsarenwahn Napoleons, der sich nach seiner Selbstkrönung als Heilsbringer feiern ließ und für die Umsetzung seiner Welterlösungspläne Millionen Menschenleben opferte - wie auch die vermeintlichen politischen Heilsbringer des 20. Jh. Und nicht zuletzt muss man Friedrich Wilhelms persönliche traumatische Erfahrungen mit der napoleonischen Besatzung berücksichtigen (Zusammenbruch Preußens, Tod der geliebten Mutter Luise im Exil).


    Fazit: Die Kuppelinschrift ist einerseits zwar antidemokratrisch, aber auch antitotalitär und darüber hinaus ein sehr wichtiges zeitgeschichtliches Zeugnis. Und als solches muss es sichtbar bleiben, ganz gleich, wie man zu seiner Aussage steht. Denn ein konstruktiver Umgang mit unserer Vergangenheit bedeutet nicht, Geschichte im Nachhinein ideologisch zu bereinigen und zu zensieren, sondern sie zu Wort kommen zu lassen und ihr alternative Gedanken entgegenzusetzen.


    Solch eine gedankliche Alternative lässt sich durch die Nutzung des Humboldt Forums als eines Ortes der Weltkulturen formulieren, aber auch durch das neue Einheitsdenkmal.


    Das Konzept des Humboldt-Forums - und selbst die dürftige Millna-Wippe - werden durch die Kuppelsymbolik nicht konterkariert, sondern erhalten zusammen mit dem Triumphbogenportel Eosanders einen Widerpart, mit dem sie sich auseinandersetzen können. Die Kuppel würgt den Dialog der Kulturen nicht ab, sie ist ein Teil von ihm!


    Statt Geschichte verstummen zu lassen oder pseudohistorische Phantome auf der Grundlage inkorrekter Textinterpretationen zu errichten, sollten wir Geschichte, wie sie war, zu Wort kommen lassen und selbstbewusst auf sie antworten!



    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Werte Gemeinde,


    wie bereits erwähnt besitze ich nicht die beste Fototechnik.

    Dennoch ein paar Aufnahmen vom gestrigen Tag.

    Zu schön!



    Gruß aus Berlin.

  • Interessant, dass Paulick das Kulissendepot (1952-1954) und den Übergang noch so eindeutig auf das Schloss bezogen hat, wobei die Pläne wahrscheinlich vor dem Schlossabriss entstanden sind. Überhaupt ist es wunderbar zu sehen, wie neue, alte Blickachsen im Stadtbild entstehen, so perfekt, als könne es gar nicht anders sein:

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    Bild von Spree-Athener


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    Bild von Spree-Athener

  • Stellt euch vor die KWGK wird auch wieder rekonstruiert, mit Innenräumen und Mosaiken.....In Berlin gibt es heute nur noch ganz wenige Ruinen. Neben die KWGK gibt es noch die ein teil des Anhalterbahnhofs, Klosterkirche, St Michael, Auferstehungskirche und ein Teil der Synagoge.

  • Die Aufwertung des Stadtbildes ist auf diesen Bildern tatsächlich nicht zu übersehen. Aber es macht halt einen Unterschied, ob in einer Mitte ein starkes Herz oder gar nichts ist.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Die Aufwertung des Stadtbildes ist auf diesen Bildern tatsächlich nicht zu übersehen. Aber es macht halt einen Unterschied, ob in einer Mitte ein starkes Herz oder gar nichts ist.

    Vollkommen richtig.

    Die ursprüngliche Stadtgestaltung, das Schloss als Zentrum, die Straßenachsen laufen auf das Schloss zu, ist für jeden ersichtlich wieder hergerichtet.


    Einfach schön der Gedanke, dass wir wieder etwas haben, dass schon Berliner Größen wie Schauspieler und Sänger einst sahen.

  • Vielen Dank für die Ausführung!

    Sie ist schlüssig und das ist ja auch mein Punkt, dass es auch um Aufklärung und kritische Reflexion geht. Geschichte ist ja auch ein Prozess.


    Dazu gehört aber auch, dass der Kolonialismus totalitär war. Das sollte eingegliedert sein, egal wie man das Spruchband nun wertet. Die Wippe passt ja auch bei der von dir abgelegten Interpretationsweise zum Spruchband, da die Demokratie, die Herrschaft des Volkes, gesiegt hat und über allem steht.

  • Vollkommen richtig.

    Die ursprüngliche Stadtgestaltung, das Schloss als Zentrum, die Straßenachsen laufen auf das Schloss zu, ist für jeden ersichtlich wieder hergerichtet.

    Und genau deshalb hielte ich es für wünschenswert, nach Lösungen zu suchen, wie man die Brüderstraße wieder bis zur Schlossfreiheit verlängern könnte.


    Mir ist klar, dass das ein schwieriges Thema ist, und auch für mich ist das ehemalige Staatsratsgebäude kein dringender Abrisskandidat.


    Aber die Brüderstraße schreit nach Wiedererrichtung des Schlosses geradezu nach ihrem historischen Verlauf - nicht nur der dann wiedergewonnenen Blickachse wegen, sondern auch, um den südlich des Schlosses gelegenen Stadtraum einzubinden.

    Denn dafür reicht die Breite Straße nicht aus.



    Gruß aus Berlin.

  • Spree-Athener


    Da hast Du Recht!


    Habe ich das richtig verstanden, dass die Gegend verkehrberuhigt wird?

    Das käme dem ja entgegen!


    Gibt es schon Initiativen hinsichtlich der Brüderstraße?


    Grüße zurück!

  • Das man eine Verbindung zwischen Stadtschloss und Bruderstraße schafft halte ich für sehr schwierig. Das ehemalige Staatsratsgebäude steht unter Denkmalschutz und wurde von der ESMT European School of Management saniert. Ich glaube diese Frage wird sich in naher Zukunft nicht stellen.


    Ich habe mal eine andere Frage, die mich schon lange interessiert. Wie sah das Stadtschloss eigentlich bis zum seinem Abriss 1950 aus? War das Schloss ein grauer Kasten oder hatte es auch schon so eine helle, freundliche Farbe? Leider finde ich meistens nur Bilder aus schwarz/weiß oder Bilder die gemalt worden sind.

  • Letztlich passiert nun genau das, was die DDR-Nostalgiker von Anfang an befürchtet und die geschichtsbewussten Berlin-Erneuerer gehofft haben: dass mit dem Bau des Schlosses sich auch die gesamte städtebauliche Logik und die gesamten Bezugssysteme ändern. Dass die Stadtarchitektur wieder vom Kopf auf die Füße gestellt wird.


    Als ich gestern um das Schloss lief, stellte ich fest, wie sehr schon jetzt die Schlossfreiheit und auch der südlich gelegene Schlossplatz aufgewertet worden sind, wie immer mehr Leute auch über die Rathausbrücke gehen. Die fertige Kuppel ist zum Magneten geworden, dessen Wirkung sich weiter verstärken wird, wenn das Eosanderportal abgerüstet sein wird. Und wenn dann auch noch die von Stella geschaffene Passage eröffnet sein wird, stellt sich auch die Frage nach der Anbindung der Breiten Straße, die derzeit ja völlig unattraktiv und in Teilen recht hässlich ist.


    Dann geht es darum, wie diese vormalige Hauptstraße von Cölln aufgewertet werden kann. Der Verlust des Cöllner Rathauses am Anfang der Breiten Straße, aber auch der Petrikirche am Beginn der Brüderstraße werden immer augenfälliger werden. Immer offensichtlicher wird werden, wie sehr die Nachkriegsplanung den Stadtkörper verkrüppelt hat.

    Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann noch anderes als eine große Räuberbande? (Augustinus von Hippo)

  • Mir sind keine Initiativen hinsichtlich der Brüderstraße bekannt.

    Aber der Bau des House of One spräche auch für eine Verlängerung der Brüderstraße hin zur Schlossfreiheit.


    Das wäre bestimmt eine begrüßenswerte direkte Verbindung zwischen dem inhaltlichen Anspruch des Humboldt-Forums im Berliner Schloss und dem interreligiösen Bethaus.


    Von den geplanten und zum Teil schon begonnenen Umbauten im Bereich Grunerstraße, Spittel - und Molkenmarkt ist mir von einer geplanten Verkehrsberuhigung nichts bekannt.

    Inwieweit sich die Umbauten auf das Verkehrsaufkommen auswirken werden bleibt abzuwarten.



    Gruß aus Berlin.

  • Das man eine Verbindung zwischen Stadtschloss und Bruderstraße schafft halte ich für sehr schwierig. Das ehemalige Staatsratsgebäude steht unter Denkmalschutz und wurde von der ESMT European School of Management saniert. Ich glaube diese Frage wird sich in naher Zukunft nicht stellen.


    Ich habe mal eine andere Frage, die mich schon lange interessiert. Wie sah das Stadtschloss eigentlich bis zum seinem Abriss 1950 aus? War das Schloss ein grauer Kasten oder hatte es auch schon so eine helle, freundliche Farbe? Leider finde ich meistens nur Bilder aus schwarz/weiß oder Bilder die gemalt worden sind.

    Er war grau und ist durch den Ruß in der Luft schwarz geworden.

  • Neußer

    Ist das eigentlich machbar?


    Das vereinfachte Dach des gesamten Gebäudes ist ja kühl.

    Wenn man sich alte Fotografien anschaut, auf denen man viele kleine Schornsteine, Verwinkelungen, Höhenunterschiede, etc. sieht, fällt das wieder sehr ins Gewicht.

    Wäre schön, wenn es da insgesamt Modifikationen gäbe.