Posts by Bentele

    Kannst Du mir Deine eigene Quelle für Deine Angabe „"Das angebotene Jahresgehalt war das höchste, das ihm jemals geboten wurde." nennen?

    Lieber Ernst Anestis Mögel,

    es ist schon lange her, dass ich die Wohnstätten Hölderlins hier veröffentlicht habe. Aber soweit ich mich erinnere, wird es wohl aus Hölderlin von Safranski sein. Er war meine wichtigste Quelle.

    An einen Peter Müller aus Lauffen kann ich mich nicht erinnern. Der Name Bentele ist nicht selten: Ich habe einen Doppelgänger Günter Bentele, der sogar am selben Tag wie ich Geburtstag hat. Ich heiße Günther.

    Berlin hat seine städtebauliche Mitte wieder, Berlin hat sein bedeutendstes Kunstdenkmal wieder, Berlin dokumentiert wieder, was es jahrhundertelang war: Residenzstadt.

    Aber das nun fertige Berliner Schloss fand bisher in den lautesten öffentlichen Darstellungen nur wenig Anerkennung. Da erscheint gerade im fünfundsiebzigsten Jahr seiner Vernichtung ein geistig fast monumental zu nennendes Werk:


    Peter Stephan

    Friedrich I. Die Erfindung Preußens. Verlag C.H. Beck München


    Eigentlich eine Biografie des Erbauers des Berliner Schlosses Friedrich I. König in Preußen, vor 1701 Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg. Aber es ist nicht die bloße Darstellung des Lebens dieses Königs. Es ist der Nachweis seiner starken Persönlichkeit im uns nun wieder zugänglichen Geist seiner Bauten - ein ungewöhnliches Verfahren! Gleichzeitig Ist es damit auch eine große Darstellung von Andreas Schlüter, dem prägenden Baumeister des Schlosses. Und dahinter anderer Größen, welche den Geist der Zeit Friedrichs prägten, vor allem Gottfried Wilhelm Leibniz, das große Universalgenie seiner Zeit.

    Es ist zuerst Schlüters Denkmal des Großen Kurfürsten, das Stephan bespricht - des Vaters dieses ersten Königs in Preußen. Es steht heute vor dem Charlottenburger Schloss, müsste aber nach der Fertigstellung des Schlosses auf die Lange Brücke beim Schloss zurückkehren, für die es geschaffen worden ist. Stephan zeigt unter Anderem das Pathos des Denkmals als gleichzeitigen Fürstenspiegel, ganz im Sinne von Leibniz: Nur der kann herrschen, der sich selbst beherrscht.

    Schlüters Sterbende Krieger im Zeughaus zeigen in ihrem Leiden das Suum Cuique, Jedem das Seine: Es war für Cicero und Leibniz die Definition der Gerechtigkeit an sich. Für Friedrich I. ist es Leitspruch seines Schwarzen Adlerordens, den er der Neugründung des Königreichs Preußen zugrunde legte.

    Schließlich ist es das Schloss selbst, das die Grundzüge des neuen Staats versinnbildlicht. Es ist eine großartige und überzeugende Zusammenfassung aller geistigen Werte, die am Schloss verwirklicht wurden, in der Zusammenschau der damaligen philosophischen, ethischen und politischen Bestrebungen, die Preußen zum Frieden verpflichtete und aus Berlin das berühmte Spree-Athen machten. Vor unseren Augen entsteht ein breites und bedeutendes Abbild einer doch für die meisten von uns schwer zugänglichen Zeit.

    Ein Werk, das dem vom Enkel Friedrich dem Großen geschmähten „Krummen Fritz“, so nannten ihn die Berliner, seine Würde und seine Einmaligkeit unter den preußischen Königen wieder gibt.
    Viele, auch farbige Bilder.

    Unbedingt lesen!

    Peter Stephan, den man oft im Berliner Extrablatt findet, ist Professor für Kunstgeschichte und Architekturtheorie in Potsdam. Er gilt als einer der führenden Experten für die Epoche des Berliner Barock.

    lieber Konstantindegeer, vielen Dank!

    Ich habe aber leider vergessen hinzuschreiben, dass ich das Schloss nach seiner ÄUSSERLICHEN VOLLENDUNG meine, also mit den Balustradenfiguren!

    Vielleicht kannst Du oder sonst jemand diese drei Aufnahmen mal machen: Das fertige Schloss einmal mit Löwenjäger, einmal mit der Amazone und einmal nur den Lustgarten und das Schloss als Abschluss.

    Könnte mal jemand einige Aufnahmen von der Lustgartenseite des Schlosses machen und zwar von der Treppe zum Alten Museum aus: jeweils eines mit der Amazone und eines mit dem Löwenkämpfer samt Lustgarten und Schloss und eines ohne die beiden Statuen, ebenfalls mit dem Lustgarten und,Schloss.

    Ich komme wahrscheinlich nicht mehr hin und würde mich sehr freuen!

    Ganz großartig im neuen Extrablatt auch der Artikel von Peter Stephan: „Suum Cuique - Jedem das Seine!“ Preußen und die Menschenrechte.

    Ein Artikel, der nicht nur die Menschenrechte in ihren philosophischen und historischen Zusammenhang von der Antike an stellt, sondern diesen über den Wahlspruch von König Friedrich I. „Suum Cuique“ auch an wesentlichen Elementen des Berliner Schlosses zeigt: den thematischen Zusammenhängen von Architektur und Bauplastik, sowie der Ausstattung des Großen Treppenhauses und der Paradezimmer. Er zeigt über die Einsetzung des Schwarzen Adlerordens die Unterschiede des preußischen und französischen Absolutismus des „Sonnenkönigs“, interpretiert dabei überzeugend die Grundformen der Fassaden, Schlüters Denkmal des Großen Kurfürsten, verschiedene Bauplastiken, auch die Kette von Adlern über den Schlossfassaden, und zeigt in seinem grandiosen Aufsatz die Verwirklichung der Gedanken der preußischen Philosophie von Pufendorf bis Leibniz am und im Schloss selbst.

    Eine wunderbare Antwort auf die Schlossgegner und -Aneigner. Schade, dass die Herren Wissenschaftler und großen Demokraten das wohl nicht lesen werden.

    Das Schloss steht nicht für die Kolonialpolitik und nicht für den Holocaust, dafür war und ist es - auch in der Kopie - zu alt. Aber es steht - neben den vielen Friedenssymbolen in den Fassaden - auch für Zigtausende von Zuwanderern.

    Vor allem aus Frankreich: Die kamen als Flüchtlinge, waren Ursache des wachsenden Wohlstands der Stadt und Preußens: Es gab neben der religiös geprägten Menschlichkeit des Kurfürsten und der Berliner eben auch Bedarf an überaus spezialisierten mittelständischen Handwerkerbetrieben. Nach der Zeit des Großen Kurfürsten - und da wuchs der Wohlstand der Stadt - war jeder fünfte Berliner Franzose! Weltoffenheit!

    Auch aus den Niederlanden kamen Zuwanderer, baulich zu sehen in Potsdam: Sie sorgten für die Schifffahrt und die Pflege der Seen und die Regulierung der Gewässer und wohnten bis hinauf nach Ostpreußen - man brauchte Fachleute, wie heute wieder.

    Als Folge der Weltoffenheit folgte als erstem Land in Europa die Aufhebung aller religiösen Schranken und Verbote: Der Alte Fritz wollte ursprünglich die Hedwigskathedrale als EINE Kirche für alle Konfessionen anlegen - die aber machten nicht mit.

    Die Abschaffung der Folter zählte ebenfalls zu den frühesten in Europa. Ebenfalls die Pressefreiheit, freilich noch unvollständig und schwankend vollzogen.

    Wollte man heute wirklich die Weltoffenheit zur Zeit der Bewohner zeigen, dann sollte man z.B. die Rossebändiger wieder aufstellen oder die Oranierfürsten und das Standbild eines Vorfahren des Großen Kurfürsten: Gaspard de Coligny vor Portal V zur Erinnerung an die französischen Zuwanderer.

    Was waren denn damals die größten Hürden bei der Rettung der Altstadt?

    In aller Kürze:

    Der erste Akt des Abbruchs der Altstadt war die Festlegung eines Südrings um die Altstadt. Mit der Hilfe eines neugewählten OB Manfred List anlässlich der Einheit von Bietigheim mit dem benachbarten Bissingen gelang es als erstes, den Südring, der auf 16 m hohen Stelzen die herrliche Südfront der Altstadt zerstört hätte, auf den Boden herunterzubringen, wo er später den Ersatz für die neugeschaffene Fußgängerzone bildete.

    Mein Ziel für eine funktionierende Altstadt waren drei Punkte: Wirtschaftliche und verkehrsgerechte Qualität müssen in eins gehen mit der historischen Aussage der Stadt!

    Hausbesetzungen waren nach 1968 üblich. Ich habe vom ersten Tag an gesagt: Ohne mich! Denn jede unbürgerliche Vorgehensweise wäre der sofortige Tod der Altstadt gewesen! Die Altstadt war verkommen, zugebaut und von Verkehr überfrachtet - der Abbruch war von den meisten Bürgern anfänglich tatsächlich so gewollt.

    Mein Anliegen bestand von Anfang an darin, den Bürgern den jetzt noch verborgenen Wert der Altstadt zu zeigen. Vorträge, regelmäßige Zeitungsartikel, Interviews im Rundfunk und schließlich Führungen durch die herabgekommene Altstadt waren die Grundlage ihrer Rettung. Dazu war harte Archivarbeit notwenig. Dem ersten Hinweis auf eine Führung durch die Altstadt folgten zu meinem großen Erstaunen an einem Sonntagmorgen fast hundert Menschen.

    Unser zweites Anliegen war, als Beispiel für die ganze Altstadt, die Rettung des völlig verkommenen Hornmoldhauses. Hornmold war als erster Direktor des Kirchenrates der wichtigste Mann der Reformation in Württemberg. Der große Durchbruch gelang mir mit der Entdeckung der umfangreichen Malereien im Hornmoldhaus - meist aus der Renaissance. Sie waren ausnahmslos unter abgehängten Decken, Tapeten, Ölschichten, Lochmalereien und spärlichen Übermalungen erhalten geblieben.

    Mit der Rettung und der Erneuerung des Hornmoldhauses war die Schlacht um die Altstadt gewonnen. Überall wurde entkernt, ausgeräumt, Fachwerkfassaden freigelegt, und Bietigheim hat heute über das Hornmoldhaus hinaus eine sehenswerte Altstadt.

    Die Altstadt in Bietigheim ist wegen vieler Brände in den letzten Jahrhunderten nur noch abschnittsweise erhalten. Dennoch fügen sich die Gebäude aus mehreren Jahrhunderten recht gefällig zusammen. Nach dem Abbruchbeschluss für die gesamte Altstadt der frühen Siebzigerjahre des letzten Jhdts. hat eine Bürgerinitiative vor 50 Jahren unter meiner Leitung die Altstadt gerettet: Eine damalige Flächensanierung geschah mit Blick auf die umgebenden Gebäude recht einfühlsam. Eine Gesamtanlagenschutzverordnung schützt sie weitgehend. Abbrüche und unpassende Einbauten sind bis auf kleinere Maßnahmen vorläufig nicht zu erwarten. Baubehörden achten unter kritischem Blick der Öffentlichkeit auf die Bausubstanz insgesamt. Hoffentlich bleibt es so.

    Wir sollten natürlich auf dem Niveau des "geschätzten Kollegen" Jürgen Zimmerer diskutieren, der den Kolonialismus mit dem Holocaust auf eine qualitative Ebene stellt (siehe Kritik von Andreas Kilb) und dem antifaähnlicher Aktivismus wichtiger als differenzierte, ideologieferne Sichtweisen.

    Die deutschen Hochschule haben im Laufe der letzten hundert Jahre so manches fanatische Irrlicht über sich ergehen lassen müssen, je illiberaler der Zeitgeist, desto mehr gab es von solchen Leuten auf den Professorenstühlen.

    Ein kluger Mensch hat nach dem Ende des Faschismus in Italien und des Dritten Reichs sinngemäß vorausgesagt:

    DER FASCHISMUS WIRD WIEDERKOMMEN ALS ANTIFASCHISMUS

    Ich weiß nicht, wo ich das gelesen habe und wer es gesagt hat, möglicherweise war es sogar eine hellsichtige italienische Linke - ich weiß es nicht mehr. Aber ich erlebe es jeden Tag!

    In der FAZ berichtet der folgende Artikel davon, wie der Palast der Republik wirklich beurteilt werden muss - und fällt damit das Urteil über die Ausstellung HIN UND WEG, die in der das Portal IV verhunzenden Plakatierung beworben wird. Hin und weg sollen wir sein vom Palast der Republik? Wir erfahren, warum er hin ist und warum wir möglichst von der Erinnerung an ihn weg bleiben sollen.

    Als der Volkswille den Parkplatz wählte

    Ich würde mich sehr freuen, wenn die wunderschöne Stade-Galerie noch mit Innenaufnahmen der Kirchen St. Cosmae-Nicolai und St. Wilhadi ergänzt würden. In einer ist eine Arp-Schnitger-Orgel! Auch davon eine Aufnahme? Auch von außen könnte man noch weitere solcher sehr schönen Aufnahmen der Kirchen ertragen.

    Zu dem roten Mobiliar um das Schloss:

    Beabsichtigt oder nicht, über 40 000 Spender, welche die kostbaren Fassaden den Berlinern und der Welt geschenkt haben, trifft man ins Mark wie mit der ganzen dissonant abweisenden Gestaltung der Umgebung.

    Aber die meisten waren ja Monarchisten oder Nazis! Wie Henry Kissinger, der das alles nicht mehr erleben muss.

    Schon mal gesagt - aber immer wichtig, dass man sich daran erinnert:

    Bei der Debatte um die Rekonstruktion des Goethehauses in Frankfurt nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg waren die beiden GRÖßTEN GEGNER - beide hatten dort wichtige stadtplanerische Funktionen - zwei Nazis, enge Mitarbeiter von Albert Speer!

    Hitler selbst wollte die Frankfurter Altstadt zerstört liegen lassen: Sie sollte auf Jahrhunderte Hass säen gegen die Alliierten. Letztlich war er dankbar für die Bombardierungen der verwinkelten Zentren der deutschen Großstädte: Er wollte erklärtermaßen die autogerechte Stadt, wie sie dann einer seiner feurigen Anhänger als Stadtplaner in Hannover mit barbarischer Planung verwirklicht hat.

    Als erstes soll jetzt geprüft werden, was die Statik zu den möglichen Veränderungen an der Fassade sagt. Ist alles in Ordnung, kann man erst an die Gestaltung der Rekonstruktionen gehen - das wird dann spannend!

    Der Architekt der Restaurierung des Hauses ist schon sehr betagt, hat aber seine Mitarbeit zugesagt: Er kennt die damaligen Befunde wohl am besten und hat viele Restaurierungen durchgeführt, z.B. das Kachelsche Haus in der Schieringerstraße.

    Die Dokumentation der Befunde am Hornmoldhaus, die er damals vorgenommen hat, befindet sich im Bietigheimer Stadtarchiv.

    So weit ich weiß, wurden im 2. Weltkrieg die geschnitzten Relieftafeln des Salzhauses am Römerberg abgenommen und bis heute eingelagert. So überstanden sie die Zerstörung der Innenstadt. Erhalten und in den modernen Wiederaufbau des Hauses mit einbezogen blieb das steinerne Erdgeschoss aus der Zeit der Renaissance.

    Das Haus galt vor der Zerstörung als eines der wertvollsten bürgerlichen Gebäude der Renaissance in Deutschland.

    Seine Rekonstruktion könnte auf die wichtigsten Teile der Fassaden im Original zurückgreifen.

    Ein Bietigheimer Galerist, der immer wieder Projekte durch Bilder-Auktionen fördert, wird eine solche im kommenden Jahr 2024 zur Rekonstruktion der Fenstererker machen! Er denkt dabei an eine Anschubfianzierung und wird die Auktion so bestücken, dass sie ca 50 000 € bringen wird, eine Summe, die ausschließlich für die Fenstererker verwendet wird. Er hat auch bereits davon gesprochen, dass weitere Auktionen folgen können.

    Als Auktionator hat bereits der Bietigheimer OB zugesagt, er steht damit voll auf der Seite des Projekts!!! Die Anschubfinanzierung soll vor allem den Bietigheimer Gemeinderat überzeugen. Der Galerist will auch eine Projektion an der Fassade des Hornmoldhauses zur Veranschaulichung der Erker für die Öffentlichkeit finanzieren.

    Weiß jemand im Forum Bescheid über derartige Projektionen? Riegel?

    Von Waldemar Otto steht in meiner Heimatstadt Bietigheim die Bronzefigur Adam isst die Frucht. Als ausdrucks- und ausstrahlungsstarke Plastik behauptete sie sich jahrzehntelang sehr selbstbewusst in unmittelbarer Nachbarschaft von Rathaus und Hornmoldhaus und bereicherte die Altstadt. Aus äußeren Gründen hat man sie vor einiger Zeit in einen Park versetzt, wo sie für mich etwas verloren wirkt.

    Ich halte Waldemar Otto für einen bedeutenden Künstler. Freilich finde ich in dem Bremer Brunnen, den ich aber nur von den Bildern hier kenne, sehr wenig von der Erlebniskraft des Bietigheimer Adams.

    Nicht vergessen darf man bei den rekonstruierten Fassaden deren Schmuck: über dreitausend figürliche Bildhauerarbeiten von höchster künstlerischer Qualität sowie größter handwerklicher Meisterschaft! Sie weisen weit über eine bloß äußerliche Rekonstruktion der Fassaden hinaus und machen den Eindruck der Gesamtrekonstruktion eigentlich erst authentisch. Der Gesamteindruck des heutigen Bauwerks ist in allerhöchstem Maße derselbe wie der des Originalschlosses, von dessen Alterserscheinungen abgesehen, so dass wie bei der Frauenkirche in Dresden von der „Frauenkirche“ hier vom „Berliner Schloss“ gesprochen werden muss.

    Gestern war eine Begehung der Stadt mit dem Denkmalamt und mir zu dem Povisorium in der Sommerstube; vor allem aber zum Hauptthema, der Frage der Rekonstruktion der zur Diskussion stehenden umlaufenden Fenstererker des 1. und 2. OG. an der Nordostecke des Hauses. Das Ergebnis ist höchst erfreulich: Wenn die Stadt die Rekonstruktion beabsichtig, wird das Denkmalamt zustimmen!

    Die Sache wird sehr teuer: Herr, schick Sponsoren!