Posts by East_Clintwood

    Wunderbare Bilder, die ich noch gar nicht kenne! Die Qualität ist mehr als beeindruckend, feine Kontraste (was bei S/W-Bildern leider rar ist) und wahnsinnige Schärfe. Gehe ich recht in der Annahme, dass fast alle am Ku’damm entstanden? Beim KaDeWe und Gedächtniskirche ist es klar, aber wie sieht es mit dem Straßenzug (letztes Bild deines ersten Beitrags) und den Nachtaufnahmen aus?

    Danke für die sehr schönen Aufnahmen! Ich weiß nicht, aber irgendwie werde ich mit manchen Gebäuden einfach nicht recht warm. Vor allem auf Abbildung 14 das dritte Gebäude: so ein miserabler Bau, der den Gesamteindruck mehr als nur empfindlich stört, hätte gar keine Genehmigung erhalten dürfen.

    Brüderstraße 8


    Fischerstraße 34


    Fischerstraße 17


    Alle obigen drei Aufnahmen sind zwischen 1945 und 1950 entstanden. Der Erhaltungszustand vieler Bereiche der Berliner Altstadt ist bzw. war m.E. sehr beachtlich..


    Schloss und Nationaldenkmal bei Nacht


    Die Berolina auf dem Alexanderplatz


    U-Bahnhof „Kaiserhof“, um 1910

    Mal wieder einige Kolorierungen, die sich in letzter Zeit ansammelten :-)


    Eingangsportal des Schlosses Monbijou, schätzungsweise 1920er Jahre


    Budapester Straße mit Blick auf die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, 1939


    Theater am Schiffbauerdamm, Vorkriegszustand


    Das Hotel Adlon vor dem Krieg (müsste laut einem Kommentator anlässlich der 700-Jahr-Feier aus dem Jahr 1937 sein, erkennbar an der Beflaggung)


    Denkmal des Heiligen Georg, hier noch im Eosanderhof des Berliner Schlosses aufgestellt.


    Schinkelplatz mit dem Denkmal Schinkels, eingerahmt von Nationaldenkmal und Bauakademie.


    Diese zwei postete ich schon einmal, habe sie aber etwas überarbeitet:


    Eingang zum Krögel vom Molkenmarkt aus, 1934


    Elefantentor (Haupteingang zum Zoologischen Garten Berlin), um 1930. Auf diesem Bild erkennt man durch einen Vergleich sehr schön, dass die heutigen Elefanten (sehr gelungene) Neuinterpretationen sind.

    Die NZZ denkt womöglich, dass die Expansionsbestrebungen hin zum großen Nachbarn eines neuen inhaltlichen „Tonfalls“ bedürfen. Es fällt seit einiger Zeit ohnehin auf, dass die kritische Haltung, die die NZZ auszeichnete, bei deutschen Themen zunehmend Kompromisse eingeht und sich dem deutschen Mainstream annähert (um nicht zu sagen: anbiedert). Bestenfalls kann man in diesem Fall unterstellen, dass der republikanische Geist der Schweiz Schlössern grundsätzlich kritisch gegenübersteht. Aber es ist wohl eher die Angst vor den eigenen Ambitionen, tatsächlich zu einer publizistischen Alternative in Deutschland zu werden.

    Ich hab nun auch einige Bilder der Innenräume koloriert. Danke an Sir Moc für das Bildmaterial in guter Auflösung!


    Treppenaufgang


    Schmalwand im Vorsaal des Bundesrates


    Kaminzimmer



    Südvorhalle mit dem Eingang zum Vorsaal des Bundesrats


    Hier bin ich mir unsicher, wo genau das ist, aber sieht aus wie eine Vorhalle


    Zwar nicht Teil des Interieurs, aber dennoch ein schönes Detail: Die nach dem Krieg entfernte Germania


    Dazu noch zwei Bilder des Gebäudes:



    Blick von der Siegessäule auf das Reichstagsgebäude, vor 1938 (Fotograf: Johannes Mühler)


    Der Hauptunterschied, der das Gebäude heute äußerlich meines Erachtens zu einem gänzlich anderen macht, ist, dass es früher einerseits durch die Kuppel andererseits durch die Schmuckelemente in die Höhe strebte und die Breite des Baus harmonisch ausglich, während es heute wurstig eine reine Horizontale bildet. Das stört den Eindruck leider empfindlich, es hat keinerlei Dynamik mehr und wirkt unproportional.

    Ich habe mir mal erlaubt, drei der hier geposteten Bilder des alten Reichstags zu kolorieren. Die Figuren im Plenarsaal schienen bemalt gewesen zu sein, da auf den S/W-Bildern ein starker Helligkeitsunterschied erkennbar ist (Farbbilder scheinen nicht zu existieren). Ich habe aber versucht, es möglichst dezent zu halten.




    Und die südliche Halle, die offensichtlich nach dem Krieg noch weitestgehend erhalten war…



    *edit:


    Plenarsaal mit Blick auf die Kaiserloge und die Sitzreihen der Fraktionen

    Offensichtlich ist die „volle Härte des deutschen Rechtsstaats“ eine Drohkulisse, die von manchen Kreisen nicht sonderlich ernst genommen wird. Ich befürchte, dass man damit erneut an die Grenzen kam. Was wird wohl die Höchststrafe sein? 3 Jahre? 5 Jahre? Der Lamborghini, die Nutten und das Koks werden für die Zeit nach der Haftentlassung (falls es zu einer Haftstrafe kommt) oder das Dichthalten von der eigenen Community spendiert.

    Das mag nach dem Krieg so gewesen sein. Heute ist die Situation eine andere. Schauspielhaus und Karstadt: Nazi. Hotel Stadt Rom: „wir brauchen kein x-tes Hotel“. Das Pellerhaus? Hier wird gar nicht mehr so getan, als ginge es um ästhetische Fragen- der Nachkriegsbau darf einfach nicht verschwinden. Warum? Weil es ein Nachkriegsbau ist. Eine „Debatte“ um den Langen Franz (wir sprechen hier lediglich von einem historisch korrekten Turmaufsatz!) zieht sich über Jahrzehnte hin. Das Salzhaus harrt immer noch einer Rekonstruktion, obwohl zahlreiche Fassadenelemente erhalten sind. Wie endlos lange zogen sich die Diskussionen um den umgestülpten Zuckerhut hin? Hier geht es nicht mehr um den Zerstörungsgrad, sondern um reine Ideologie. Die leidige Debatte um die „rechten Räume“ sind letztlich nur die Spitze des Eisbergs. Aber auch unmittelbar nach dem Krieg, du nanntest ja Köln: der Abriss des Hauptbahnhofs, der ein bedeutender Teil des Ensembles Domplatz war, geschah ebenfalls aus ideologischen Gründen. Von den selbst im Sowjet-Block beispiellosen Abrissen in der DDR ganz zu schweigen (zur Erinnerung: zeitgleich baute Polen Warschau und Danzig auf). Der Vergleich hinkt auch in anderer Hinsicht: Frankreich und die Niederlande hatten noch zahlreiche erhaltene Städte und konnten sich bei Rotterdam und Calais einen Neuaufbau erlauben. London ging den Wiener Weg und ist im Kerngebiet heute weitestgehend intakt. Coventry wollen wir nun architekturhistorisch wohl kaum mit Dresden oder Frankfurt vergleichen… Am Ende des Tages sind es rein politische Gründe, dass Jahre vergehen, das „Für und Wider“ des Pfeilerhauses in Hildesheim zu „debattieren“, während in Polen ein Adelspalais nach dem anderen aus dem Boden sprießt. Das eine Land ist mit seiner Geschichte im Reinen. Das andere Land arbeitet städtebaulich immer noch die historische Schuld ab, auch wenn es sich das nicht eingestehen möchte. Alles, was nicht diesen empfindlichen Punkt zum Ursprung des (gewollten!) städtebaulichen Versagens nimmt, endet meiner Meinung nach in Scheindebatten.

    In Deutschland ist die Verschandelung der Städte eine Form der Buße. Es geht nicht darum, was besser oder sogar schöner ist, sondern welches politische Signal damit ausgesandt wird. Das Signal ist in den Augen der Gegner „Geschichtsklitterung“. Jedes rekonstruierte Haus erinnert ihrer kranken Lesart nach an vordemokratische Zeiten, die vordemokratische Zustände erzeugen. Und natürlich sollen damit -ihrer Lesart nach- die Verbrechen ungeschehen gemacht und die Strafe, die sich in der Zerstörung der Städte bis heute ausdrückt, rückwirkend gemildert werden. Was echte Demokraten unter keinen Umständen dulden dürfen. Und jedes repräsentative Gebäude zeugt natürlich von Nazi-Geist, wie der Frankfurter Bürgermeister es ganz klar hinsichtlich des Schauspielhauses konstatierte: das ist ein Nazibauwerk (O-Ton). Ähnliche Töne kamen bereits zum geplanten Karstadt-Warenhaus. Darauf beschränkt sich ihre gesamte Kritik. Die Machbarkeit spielt hierbei keinerlei Rolle, wenn es um den Erhalt zerstörter und miserabel neuaufgebauten Städte als großangelegte Mahnmale geht, die einem 24/7 „Gegen das Vergessen!“ zurufen sollen. Jeder von ihnen weiß, was schöner und besser wäre. Genau deswegen sind sie auch so dagegen: die Frankfurter Altstadt oder das Berliner Schloss sprechen für sich selbst und übertönen jegliches ideologisch aufgeladene Gegenargument. Und das bereitet ihnen Sorgen. Das ist in Polen gänzlich anders.


    Hinzu kommt noch, dass das „Ringen“ um jedes Fachwerkhaus in den Augen der Gegner von demokratischer Streitlust und demokratischen Kompromissen zeugen soll (man könnte natürlich direktdemokratisch über Bauprojekte abstimmen lassen, aber dafür sind die deutschen Politiker eben doch zu autoritär veranlagt). Im heutigen Deutschland gilt es als Zeichen politischer Reife, wenn man Jahre um einen Giebel und Sprossenfenster ringt und sich im Klein/Klein administrativer Belanglosigkeiten verliert. Mit pausbäckigem Ernst wird ein „demokratischer Prozess“ simuliert, der von Beginn an keiner war. Um nach unzähligen „abwägenden“ Scheindebatten ein ideologisch motiviertes Ziel, das von Beginn an feststand, „demokratisch“ zu ummanteln. Natürlich nur bei „umstrittenen“ Projekten, wie einem Fachwerkhaus. Bei Industriebauten moderner Architekten von der Größe eines Fußballfelds inmitten von ehemaligen Altstädten geht es dagegen relativ zügig vonstatten. Auch dieses Spielchen ist in Polen so nicht vorhanden.


    Der dritte Punkt wären natürlich moderne Architekten, die schlichtweg handwerklich nicht in der Lage sind, etwas qualitativ Vergleichbares zu erschaffen. Deswegen lehnen sie Rekos so vehement ab. Ihre Büros sind letztlich von politisch motivierten Rekogegnern in den Parlamenten und von der Öffentlichkeit abgeschirmten Wettbewerben abhängig. Eine Volksbefragung wäre ihr Untergang und jede Rekonstruktion nagt an ihnen, sowohl aus ökonomischen Gründen, als auch aus Gründen der Scham. Schinkel braucht keine fünf A4-Seiten, die die Harmonie preisen, die „interessanten“ Materialien erläutern oder von „die schlichten kubischen Formen zitieren die Formensprache der umgebenden Gebäude, während die Glasfassade demokratische Transparenz andeuten soll, an deren Oberfläche die Abendsonne verspielte Brechungen des Lichts erzeugt, die an mittelalterliche Glasmalerei erinnern soll“ faseln. Sein Gebäude spricht für sich selbst und hat solche pöbelhaften Taschenspielertricks nicht nötig.


    Meiner Ansicht nach sind es diese drei Punkte, die es so schwierig machen, in Deutschland ordentliche baupolitische Entscheidungen zu treffen.

    Sieht aus wie die Filmkulisse eines Sci-Fi-Films, wenn unten z.B. eingeblendet wird: „New Jersey 2060“. Ich persönlich finde es furchtbar, steril und menschenfeindlich. Meistens ist das auch in solchen Filmen die Intention.

    Die Rittergasse Richtung Münster...

    ...und Richtung Kunstmuseum. Links sehen wir die Deutschritterkapelle aus dem 13 JH. 1844 von Berri klassizistisch erweitert, wurde in den 1980er Jahren wieder der ursprüngliche Zustand hergestellt. Daneben das Stadtpalais der Familie Vischer. Wilhelm Vischer-Bilfinger, der hier wohnte, war maßgeblich dafür verantwortlich, dass Nietzsche die Professur in Basel bekam.


    Im Hintergrund sieht man den neuen Erweiterungsbau des Kunstmuseums. Vielleicht bin ich durch die Gewöhnung korrumpiert, aber ich finde, es korrespondiert ziemlich harmonisch mit der geometrischen Strenge der historischen Bebauung.


    Der Ritterhof von 1743.




    Das Haus Zum Delphin, Zur hohen Sonne und das heutige Standesamt bilden ein wunderbares und fein aufeinander abgestimmtes Barockensemble. Meines Wissens sogar das einzige in der Stadt.


    Beim Standesamt biegen wir rechts ab und kommen zum Hohenfirstenhof (1579).


    Wir nähern uns dem Kreuzgang des Münsters...

    ...und biegen zuvor kurz rechts ein und kommen zum Eingang des Bischofshofs. Wie der Name sagt, residierten in diesem Gebäude bzw. Palast aus dem 15. JH die Basler Bischöfe.


    Unmittelbar neben dem Bischofshof kommen wir zum gotischen Kreuzgang des Basler Münsters.


    Wir gehen nun Richtung St. Alban Tor, das 1230 zum ersten Mal erwähnt wurde und eines von drei erhaltenen Stadttoren ist.



    Links biegen wir ins „Dalbeloch“ ab, ein verwinkeltes Fachwerkidyll.


    Hier finden wir den Rest der Stadtmauer, die ich bereits zeigte, aber hier noch eine Nahaufnahme nachliefere.


    Das Haus „Zer Eiche“ am Mühlenberg. Heute gehört das Gebäude der reformierten Kirche.


    Vom Mühlenberg gehts wieder in die St. Alban Vorstadt (Richtung Münster), bevor wir die Rittergasse, den Münsterplatz und die Augustinergasse besuchen.


    Übrigens finden wir auch hier einen alten Berri-Briefkasten mit der Brieftaube.


    Links von diesem Stadtpalais, das stilistisch wohl eines der „Schweizerischsten“ in Basel ist und so in Bern stehen könnte, biegen wir in die Rittergasse ein.


    Fortsetzung folgt.

    Mal ein erster Streifzug durch die St. Alban Vorstadt (Augustinergasse, Nadelberg und Spalenvorstadt werden folgen).


    Blick in die St. Alban Vorstadt in Richtung St. Alban Tor. Links sieht man das Haus zum Sausenberg, in dem u.a. Hermann Hesse einige Zeit lebte. Rechts der modernistische Neubau des Kunstmuseums und dahinter (hinter dem Verkehrsschild) das „Braune Haus“.


    Das Haus zum Seilen ist ein typisches Basler Handwerkerhaus. Ursprünglich lebte und arbeitete hier der Seilmacher. An dieser Stelle der Vorstadt sieht man einige sehr schöne und gut erhaltene hölzerne Ladenfronten, wohl aus dem 18. Jahrhundert(?).


    Das klassizistische Haus Zur Fortuna von 1810. Ein Haus, das mich stilistisch -warum auch immer- an manche Ecken Alt-Frankfurts erinnert.


    Der spätbarocke Wildensteiner Hof. Das interessante an der St. Alban Vorstadt finde ich, dass man hier mittelalterliche Relikte, barocke Palais und klassizistische Villenarchitektur harmonisch miteinander vereint sieht. Etwas, das in Basel -auch in den restlichen Teilen der Altstadt- leider sehr rar ist.


    Das „Dalbeneck“, Ecke Vorstadt und Malzgasse. Ein Bau ursprünglich von 1260, der im 16. Jahrhundert abbrannte und wiederaufgebaut wurde, nachdem ein Blitzschlag ein Depot mit Pulverfässern traf und die Bebauung der gesamten Malzgasse zerstörte.


    Ein weiteres barockes Stadtpalais: Das Haus zum goldenen Löwen.


    Hier noch einmal der goldene Löwe vom Mühlenberg aus gesehen. Ganz rechts erkennt man den Wildensteiner Hof.


    Alt und ‚neu‘, noch ganz ohne ‚Brüche‘.


    Das auffällige Haus zum hohen Dolder. Benannt ist das Haus nach Johannes Tolden, der dieses Gebäude vermutlich im 14. Jahrhundert vom Kloster St. Alban „mietete“. Im Laufe der Jahrhunderte diente es mehreren Zwecken: vom Treffpunkt von Müllergesellschaften zum Kornlager bis hin zum Kinderhort. Innen sind Wandgemälde aus dem 16. Jahrhundert erhalten, die u.a. Tells Apfelschuss und den Rütlischwur darstellen. Letzte größere Renovationen fanden im Jahr 1935 statt.


    Gegenüber der Elisabethenkirche sehen wir das Haus zum Kirschgarten. Es ist das wichtigste Stadtpalais Basels und wurde von 1775-1780 für Johann Rudolf Burckhardt erbaut (daher könnte man es auf Basel bezogen beinahe als ein „Adelspalais“ bezeichnen). Bedeutend ist es auch, weil es das einzige „Logenhaus“ aus dem 18. Jahrhundert in der Schweiz ist. Der bekannteste Bewohner war Johann Ludwig Burckhardt, besser bekannt als „Scheich Ibrahim“.


    Von der Elisabethenstraße biegen wir nun ab in Richtung Steinenvorstadt. Wie man sieht, hat sich hier (am Klosterberg) noch ein kleiner Rest der Altstadtbebauung erhalten.


    In der Steinenvorstadt ist leider fast gar nichts mehr von der ursprünglichen Bebauung vorhanden, bis auf den Webernbrunnen von 1672 (wobei sich das Original seit 1925 im Historischen Museum befindet)


    Das interessanteste Gebäude in dieser Straße ist das Küchlin Varieté Theater von 1912, gegründet vom Lörracher Karl Küchlin, das heute das einzige Jugendstil-Varieté in der Schweiz ist.


    Am Barfüsserplatz finden wir das historistische Traditionslokal „Zum Braunen Mutz“ (Mutz=Bär), 1915 erbaut.


    Wenn wir den Blick in die andere Richtung zur Barfüsserkirche wenden, sehen wir rechts den neuen und sehr gelungenen Anbau des Casinos, der von Herzog/DeMeuron als Alternative zu dem vom Stimmvolk abgelehnten Entwurf von Zaha Hadid gestaltet wurde. Leider das einzige Beispiel einer architektonischen „Rückbesinnung“ in Basel.

    Weiter geht‘s :-)



    Biegt man vom Sankt-Alban-Graben in den Steinenberg ab, begegnet einem gleich dieses Gebäude: Die Kunsthalle. Das Gebäude wurde bis 1872 erbaut und ist die älteste Kunsthalle der Schweiz.


    Sie bildete zusammen mit dem Casino und dem alten Theater, das nach einer Abstimmung(!) in den 1960er Jahren einem modernistischen Beton-Ungetüm weichen musste, eines der schönsten (wenn nicht DAS schönste) historistischen Ensembles der Stadt. Seit diesem schmerzlichen Verlust ist die Straße unvollkommen.


    Das war das alte Theater (im Hintergrund erkennt man die Kunsthalle)...


    ...und hier das neue. Im Vordergrund sieht man ein begehbares „Kunstwerk“, das von den Baslern als Toilette benutzt wird. Also bitte nur nähern, wenn man wirklich „muss“.


    Auf der anderen Straßenseite befindet sich das Casino, ebenfalls im Jahr 1872 erbaut. In diesem Gebäude fand 1897 der zionistische Weltkongress statt, der als die Geburtsstunde eines eigenen jüdischen Staats gilt.


    Die Bildnisse Beethovens, Mozarts und Haydns verweisen darauf, dass dieser Gebäudeteil der Musik vorbehalten ist. Der Musiksaal ist für seine hervorragende Akustik berühmt und muss bei sämtlichen baulichen Eingriffen unangetastet bleiben.


    Der Tinguely-Brunnen befindet sich an der Stelle des alten Theaters und wurde als „Ersatz“ gebaut. Tinguely selbst war übrigens gegen einen Abriss....

    ...und hat als Hommage den Abguss eines Musenkopfes der alten Theaterfassade in seinen Brunnen integriert.



    Vom Theater gelangt man zur bedeutendsten neugotischen Kirche der Schweiz, der Elisabethenkirche von 1864. Im Ranking von Jakob Burckhardt sogar die schönste neogotische Kirche der Welt (darüber darf hier gerne gestritten werden!). Für mich persönlich eine der gelungeneren und handwerklich hochwertigeren Neo-Kirchen. Leider verfällt sie zunehmend und die Stadt zögert die Sanierung hinaus. Mancher Basler macht sich deswegen berechtigte Sorgen.... Innen befindet sich eine linke ökumenische „Offene Kirche“ und eine Bar.

    Musste selbst kurz recherchieren, aber ja: die Buntsandsteine stammen aus Degerfelden, wobei dieser Steinbruch nahe Rheinfelden wortwörtlich einen Steinwurf von Basel entfernt ist. Johann Parler, der Baumeister des heutigen Münsters (es wurde ja beim Beben 1356 ebenfalls zerstört und hatte ursprünglich fünf Türme) zeichnete sich übrigens auch für den Bau des Freiburger Münsters verantwortlich und stammte aus Schwäbisch Gmünd. Der Georgsturm wurde vom Baumeister des Strassburger Münsters (bzw. dessen Turm) geschaffen, der dadurch auch die Vorlage des später gebauten Martinsturms gab. Man könnte es alles in allem also als „triregionales“ Kulturprojekt bezeichnen :-)