Posts by East_Clintwood

    Das Problem ist, dass es dabei nicht nur um das Ergebnis (eine schöne Rekonstruktion) gehen darf, sondern auch um den Weg dahin. Dass also das ohnehin bereits aussterbende Handwerk ebenso gepflegt wird wie der Wille nach Rekonstruktionen. Es bringt ja nichts, wenn ein Bildhauer nach dem anderen Konkurs geht und gutes Bauen keine Lebensgrundlage und Zukunft mehr hat, weil es niemand mehr kann und man am Ende alles in Nintendo-Manier am Computer zusammenbastelt. Von Menschen, die eben keine Bildhauer sind und deren Werk niemals die Qualität hat und Staunen über die handwerkliche Finesse hervorrufen kann, sofern man den Herstellungsprozess kennt. Ich hörte auch von einem Bildhauer des Berliner Schlosses, dass er die Skulpturen sehr gerne in Gänze von Hand gemeißelt hätte. Aber es aufgrund des engmaschigen Zeitplans nicht möglich war. Insofern: in meinen Augen wäre es keine gute Entwicklung und ich gebe Arstempano recht.

    Weiter geht’s vom Münsterplatz in Richtung der pittoresken alten Münsterbauhütte


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    Die Konviktstraße, die zum größten Teil eine (m.E. äußerst gelungene) Nachkriegsschöpfung ist


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    Das Schwabentor


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    Das Palais Sickingen in der Salzstraße, erbaut 1769-73


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    Gleich gegenüber sehen wir die Kommende des deutschen Ordens. Man glaubt es kaum, aber das ganze Gebäude ist eine Rekonstruktion aus den 1980er Jahren.


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    Das Klein-Venedig Freiburgs zwischen Gerber- und Fischerau


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    Eine Jugendstilperle an der Löwenstraße, erbaut 1908


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    Das Martinstor, mit dem Zeichen der direkten Zugehörigkeit zum Reich

    Ein kleines Stück linkerseits des Basler Hofs, finden wir das Siegesdenkmal, das an den deutschen Sieg über Frankreich 1871 erinnert. Seit 2017 wieder an alter Stelle auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz (seit 2018 Europaplatz) vor der Karlskaserne.


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    Telegramm Kaiser Wilhelms I. an die Freiburger




    Nun kommen wir zum Münsterplatz:


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    Hier fällt vor allem das historische Kaufhaus auf, im Kern bis 1531 erbaut


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    Skulpturen römisch-deutscher Kaiser


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    Detail eines der beiden Erker


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    Das Haus zum Ritter, erbaut von dem Basler Architekten Johann Jacob Fechter


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    Die gegenüberliegende Seite des Platzes mit dem Kornhaus, um 1500 erbaut und 1970 rekonstruiert


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    Ansicht des Münsterturms. Das Münster hab ich etwas vernachlässigt und reiche es nach meinem nächsten Ausflug ggf. noch nach


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    Die Alte Wache, 1733 erbaut


    ———

    Fortsetzung folgt

    Weiter geht’s zum bis 1518 erbauten Haus zum Walfisch, dem beeindruckendsten Bürgerhaus Freiburgs


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    Die nicht minder beeindruckende Rückseite des Gebäudes


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    Der spätgotische „Basler Hof“, einst Stürtzelsches Palais. Den Namen Basler Hof erhielt das Gebäude, weil es dem Basler Bischof und dessen Entourage während der Reformation Exil war. Auch dieses Gebäude ist zu großen Teilen eine Rekonstruktion. Freiburg hat einfach sehr sehr vieles richtig gemacht.


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    Die Bistumspatrone Basels


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    Das Hauptportal mit Basler Wappen im Zentrum

    Diesen Sonntag war ich für einen Tagesausflug in Freiburg und hab einiges fotografiert. Ich versuche, eine lose Reihenfolge beizubehalten, aber mitunter wird es womöglich den ein oder anderen Sprung geben. Sorry im Voraus :)


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    Den Anfang mache ich mit dem Colombischlössle (1859-1861), das vom Bahnhof aus gleich zu Beginn des Rundgangs steht.


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    Weiter auf dem Weg ins Zentrum kommen wir zum Traditionslokal Kleiner Meyerhof in der Rathausgasse, das ich mir extra vorgemerkt habe :) Leider in einem sehr schlechten Zustand, da derzeit ohne Pächter. Mit breitestem Pinsel wurde über die schöne Bemalung geschmiert…


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    Das Neue Rathaus, 1896-1901 als Rathaus erbaut unter Verwendung zweier bestehender Gebäude


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    Rechts daneben das Alte Rathaus von 1557


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    Einstige Tordurchfahrt, heute der Haupteingang


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    Das Renaissanceportal -der historische Haupteingang- von 1558, mit dem Wappen Österreichs und Freiburgs


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    Der Giebel mit Doppeladler, flankiert von Wappen der Stadtgeschichte (u.a. der Zähringer)


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    Die Konventskirche St. Martin, ebenfalls auf dem Rathausplatz. Das Langhaus wurde 1318 errichtet. Neu geweiht wurde sie von Bischof Tillmann aus Basel 1518.


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    Und hier das älteste Rathaus der Stadt, die Gerichtslaube aus dem 14. Jahrhundert. 1944 beinahe restlos zerstört, ist sie eine der vielen gelungenen Rekonstruktionen der Stadt. Behutsam auch die Neugestaltung der hinteren Umgebung.


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    Detail der Gerichtslaube, man beachte die schönen illusionistischen Fresken

    Diese UNESCO-Liste ist nicht mehr ausschlaggebend für mich. Vieles wird nie darauf vertreten sein, was für mich unbedingt hineingehört. Man denke an das Rathaus von Münster, den Dresdner Neumarkt mit Frauenkirche, den Zwinger, den Goldenen Saal in Augsburg, die Kaiserburg in Nürnberg inkl. Stadtmauer beispielsweise. Oder die europaweit sehr einmalige und herausragende Bebauung des Marktplatzes von Hildesheim, die ein hervorragendes Beispiel niedersächsischer Fachwerkkunst darstellt. Es sind Rekonstruktionen oder Teilrekonstruktionen und kommen deswegen wohl nicht in Frage. Sollen die Verantwortlichen doch ihre „puristische“ Suppe kochen und irgendeinem hundertsten abgelegenen Bergwerk oder einem abgestandenen Bauernhof, der bahnbrechend für den Ackerbau der Ostbretonen zwischen 1650 und 1655 war, ihren Status verleihen. Kümmert mich schon lange nicht mehr.

    Es geht bei solchen Forderungen in erster Linie darum, die Grenzen zu verschieben. Sobald sie ausgesprochen ist, ist sie Teil des sagbaren Diskurses. In diesem Schritt befinden wir uns jetzt. Zuerst gibt es Empörung und Unverständnis. Im nächsten Schritt Gewöhnung an diese Forderung. Dann wird sie wiederholt, aus mehreren Richtungen. Im letzten Schritt wird die Forderung eine legitime Haltung, ja ein moralischer Imperativ. Die Bürger und Politiker haben sich dann nicht nur daran gewöhnt, sondern haben sogar Angst, dieser Forderung zu widersprechen. So läuft dieses perfide Spielchen. Ich vermute ganz pessimistisch, dass in 10-15 Jahren beides, sowohl Nofretete als auch Pergamonaltar, sich nicht mehr (oder allenfalls als generöse Leihgabe) auf der Museumsinsel befinden.

    Versuch einer möglichst dezenten Kolorierung des Weißen Saals in der Fassung, die ab 1844 unter Friedrich Wilhelm IV. umgesetzt wurde. Leider fand ich keinerlei Farbbeschreibung im Mammutwerk Albert Geyers, ABER ein Gemälde von Anton von Werner, das die Farbgebung immerhin bis zum Beginn der oberen Bögen zeigt. Die Aufnahme ist aus dem Jahr 1892, vor bzw. bereits während der Zerstörung des Saals und dessen Neugestaltung.


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    Anbei zum Vergleich nochmal das Bild der letzten Fassung (hier war die Farbgebung aufgrund der reichen Quellenlage einfacher)


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    Sogar bereits mit Großer Wappenkartusche.


    Hier kann man sich die ganze Strecke anschauen:


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    Ach ja, die gute alte „Scharnierfunktion“, die in jedem Bericht zum Thema „Rechtsextremismus“ von (...) Soziologen bemüht wird, um kritische Medien, Verlage, Journalisten, Künstler und Politiker in den Ruch nationalsozialistischer Agitation zu bringen, damit man sich ihnen argumentativ nicht mehr stellen muss und deren Fürsprecher vorsorglich einschüchtern kann (denn wer möchte schon mit einem derartigen Scharnier in Verbindung gebracht werden). Solche Plattitüden, die dort einen eigenen Gedanken simulieren sollen, wo man bloß von anderen selbsternannten Nazijägern abgeschrieben hat, nehme ich schon längst nicht mehr ernst. Ärgerlich nur, dass es von sehr vielen vermutlich sehr ernst genommen wird, weil damit ganz bewusst die niedersten Reflexe der Leserschaft aktiviert werden sollen.


    „Fun Fact“: Ich hab mal kurz gezählt- in dem ganzen Interview kommt das Wort „Rechts“ ganze 17x vor. Diese Obsession und der vollkommen ironiebefreite Furor ist doch nicht mehr gesund.

    Andreas Es wird ja von den Initiatoren bewusst ein Gegensatz zwischen Grundgesetz und Christentum konstruiert. Das ist ja der Sinn dieser Aktion. Dass das Grundgesetz eine säkularisierte Übertragung christlicher Werte ist, steht auch für mich außer Frage. Aber diese Botschaft ist ja gerade nicht beabsichtigt.