Posts by East_Clintwood

    Teil 4


    Die gegenüberliegende Seite des Unschlittplatzes



    Der Sebalder Pfarrhof



    Das Sebalduschörlein



    Innenhof des Sebalder Pfarrhofs (das Café hier ist sehr zu empfehlen)



    Die pittoreske Fachwerkbebauung im Innenhof zwischen Pfeifergasse und Schottengasse



    Von der Straße aus gesehen sieht es so aus



    Die Füll mit gleich fünf Chörlein



    Fachwerkgewirr vom Ölberg aus gesehen



    Das Dürerhaus


    Letzte Woche war ich in Nürnberg, hier mal der erste Teil der Fotos:


    Beim Tiergärtnertor




    Heiliggeist-Spital



    Fleischbrücke



    Weinstadel



    Innenhof des Heiliggeist-Spitals




    Unschlittplatz



    Obere Krämersgasse



    Pellerhof


    Da hast du natürlich recht. Ich kenne auch zu viele Deutsche, die es genau so sehen, um das auf das ganze Volk zu beziehen. Aber -abgesehen von den federführenden Ideologen- lässt m.E. ein beträchtlicher Teil durch unpolitische Passivität und Angst (die ich nachvollziehen kann) zu vieles mit sich machen. Und ja, bzgl. der Paulskirche sind die Motive m.E. völlig klar und von Heimdall sehr gut beschrieben worden. Es geht letztlich um die Sichtbarkeit der historischen Schuld und die Angst vor der Erinnerung an „vordemokratische“ Epochen, die die Erzählung der BRD als unhinterfragbarer Anfangs- und Endpunkt der deutschen Geschichte gefährden könnten. All die vorgeschobenen Erklärungen sind m.E. Augenwischerei, um die eigentlichen Motive zu verbergen.

    Die gänzliche Leugnung nationaler Mentalitäten, Unterschiede und Eigenheiten ist leider sehr deutsch und findet sich in Deutschland ungleich gehäufter als in anderen Ländern. Einerseits sicherlich, weil man volkstypische Charakteristika ablegen möchte (Stichwort: „wir sind doch alle ausschließlich Europäer“- ein Kniff, um die eigene kontaminierte Vergangenheit zu überwinden. Man findet tatsächlich nirgendwo sonst so viele „überzeugte Europäer“ wie in Deutschland). Andererseits, weil damit Unterschiede zwischen Völkern signalisiert werden und man Angst vor gewissen Vorwürfen und Unterstellungen hat, weil Unterschiede zwangsläufig zu Bewertungen führen. Und natürlich, weil der Begriff „Volk“ (noch schlimmer „deutsches Volk“) ohnehin negativ konnotiert ist- so negativ, dass man in Deutschland gerne dessen Existenz leugnet. Alle diese Punkte sind- was wohl? Sehr deutsch. Insofern bestätigst du unfreiwillig die Richtigkeit meiner Aussage. Als Nichtdeutscher fällt es mir womöglich auch etwas leichter, Vergleiche anzustellen. Du wirst in meinem Land wenige Menschen finden, die das Verhältnis der Deutschen zu ihrem Vaterland als „gesund“ bezeichnen würden.

    Heimdall Ich überlege mir immer mal wieder, wie sich diese völkerpsychologische Eigenart auf einen einzelnen Menschen auswirken würde. Wenn ein Psychiater sagen würde: „Machen Sie Ihr Trauma zum Zentrum Ihres Denkens und Handelns. Verdrängen Sie alles, was vor diesem Trauma geschah, alle positiven Erlebnisse müssen ausgeblendet werden. Machen Sie sich Ihre eigene Verantwortung für Ihr Trauma permanent bewusst. Denken Sie immer an Ihre alten Fehler und vergleichen Sie Ihr heutiges Handeln mit diesen Fehlern.“


    Ein solcher Arzt würde seine Zulassung verlieren und den Patienten fände man heute in der Selbstmordstatistik.

    Königsbau Nachträglich in Adobe Lightroom, sind halt immer Mehrfachbelichtungen, die zwangsläufig noch bearbeitet werden müssen.


    Ja, wobei ich zusätzlich meist auch eine leichte Blauebene anwende um es farblich gleichmäßiger zu halten. Was ich auch gern mache, ist, die Weiß- und Schwarzwerte gleichmäßig zu reduzieren. Dann hast du kaum über- oder unterbelichtete Bereiche und die Bilder sind für mich harmonischer. Aber das ist alles halt sehr individuell.

    Teil 2


    Das Schaezlerpalais





    Das Stadtpalais der Familie Fugger



    Damenhof im Stadtpalais



    Blick auf St. Afra



    Eingang der Fuggerei mit dem prächtigen Erker eines einstigen Bürgerhauses, der wohl nach dem Krieg hier angebracht wurde




    Augsburger Impressionen von letzter Woche, Teil 1. Eine eindrückliche Stadt mit außergewöhnlich schönen Ecken. Ich kann nur jedem empfehlen, die Stadt selbst zu besuchen, sie scheint mir ein touristischer Underdog zu sein.


    Altstadtgasse:



    Die Wasserwerke




    Blick auf das Rote Tor



    Das prächtige Rathaus



    Der noch prächtigere Goldene Saal



    Bürgerhäuser an der Maximilianstraße



    Noch ein Altstadtwinkel :-)



    Der Fuggerplatz mit seinem eindrücklichen Ensemble


    Ich war die Woche in Ulm und hab bei der Gelegenheit einige Fotos gemacht :-)


    Einige Impressionen aus dem Gerberviertel:




    Schönes Haus (links) und Schifferzunfthaus (rechts)



    Das Schiefe Haus



    Der Metzgerturm



    Am idyllischen Kanal



    Das imposante Rathaus:



    Das Münster darf natürlich nicht fehlen :-)



    Detail des Portals mit der Schöpfungsgeschichte



    Blick von der Rabengasse in Richtung Münster



    Demnächst ggf mehr, muss noch den Ordner durchstöbern :-)

    Dieser Fetisch um historische „Authentizität“, die sich vorrangig auf Zerstörungswerke aus Diktaturen bezieht, ist auch einmalig in der Welt. Lieber setzt man minderwertigen Nachkriegs-Müll auf die Denkmalschutzliste, als auch nur einen Giebel zu rekonstruieren. Natürlich kann man die Zerstörung rückgängig machen. Es ist auch erstaunlich, wie milde die Barbarei der linken Diktatur beurteilt wird. Als handle es sich um eine Naturgewalt, die man einfach hinzunehmen hat. Während beim rechten Pendant der 1930er Jahre jeder Rülpser der Protagonisten kopfschüttelnd verurteilt wird.


    Wovor hat man eigentlich Angst? Ist es die Angst um die Deutungshoheit der linken Modernisten? Oder die Angst davor, dass die historische Schuld nicht mehr an jeder Ecke sichtbar ist? Glaubt man an die Wiederholung der Geschichte, wenn man den öffentlichen Raum in einen historischen Zustand versetzt? Oder hat man Angst, dass die BRD (und hier die DDR) von der Vergangenheit ästhetisch widerlegt werden?


    Hier spielen viel Angst und unverarbeitete Traumata mit, die eine rationale Auseinandersetzung unmöglich machen. Es werden vorgeschobene Rechtfertigungen ins Feld geführt, die Rationalität vorspiegeln sollen. Mal ist es „Denkmalschutz“ (Pfeilerhaus, Pellerhaus, Salzhaus), mal ist es „Nazi“ (Schauspielhaus Frankfurt), mal ist es „Authentizität“ (Kulturpalast, Palais Oppenheim), mal sind es Stieleichen (Hotel Stadt Rom), mal ist es das Klima, mal sind es „rechte Räume“, mal sind es „falsche Spender“. All diese „Gründe“ verdecken die eigentlichen Motive, nämlich das gestörte Verhältnis der Deutschen zu ihrer eigenen Vergangenheit und die Angst davor, dass dem Bürger in den Sinn kommen könnte, dass die Bundesrepublik im Bereich Ästhetik und Architektur auf ganzer Linie versagt hat.

    Ich glaube, hier sind starke Emotionen im Spiel. Ich hatte im Zug mal eine Ostberlinerin, die wehmütig vom Palast der Republik erzählte und unzählige Erinnerungen daran hatte. Sie schmerzte der Verlust. Ähnliches hörte ich bzgl Kulturpalast seitens eines befreundeten Dresdner Germanisten (Jahrgang 1980), der ihn als einziges Gebäude am Neumarkt gelten lässt (weil „authentisch“ und Teil seiner Kindheit). Es war mit ihm nicht möglich, den Neumarkt in Ruhe zu besichtigen, er beharrte darauf, im Kulturpalast zu essen. Vielleicht braucht es noch eine Generation, bis dieses Ungetüm KP abgerissen wird. Die biografischen Bezugspunkte werden vermutlich immer weniger.

    Ich habe das Gefühl, dass Rekoprojekte ganz allgemein zunehmend in Misskredit geraten. Das Berliner Schloss, die Garnisonkirche: es wird von der linken Journaille alles dafür getan, diese Projekte zu diskreditieren. „Unverfänglichere“ Projekte werden von Bürgermeistern kurzerhand als „Naziarchitektur“ bezeichnet, wie z.B. das Schauspielhaus in Frankfurt. Gegenstimmen werden kaum zugelassen. Ganz im Gegenteil zum Gros der Bevölkerung, die diese Bauwerke durchaus zu goutieren scheint. Für die Bauakademie sehe ich auch schwarz. Diese kleine Clique aus gescheiterten Architekten, linken Journalisten und Politikern und sadistischen Kunsthistorikern, die in jedem historischen Bauwerk eine „rechtspopulistische“ Machtergreifung sehen, und die zunehmend eine geschlossene Einheit bilden, ist einfach zu stark. Der Kampf gegen Rekonstruktionen ist für mich derzeit die auf die Architektur bezogene Zweigstelle des „Kampfes gegen Rechts“, auch wenn -wie sich ja auch hier im Forum zeigt- diese Gleichsetzung ein Trugschluss ist.

    Ja natürlich, damit hast natürlich vollkommen recht und mir tut das auch weh. Seit 2005 habe ich die Stadt aber regelmäßig besucht und widerspreche dahingehend, dass Dresden -verglichen mit meinem ersten Besuch, als noch nicht mal das Hotel Stadt Berlin stand- keine Innenstadt hätte. Im Gegenteil erkennt man seither das Stadtzentrum kaum wieder. Und nein, ich rede nichts schön, sondern bezog mich auf den Film und wollte auch gar keinen Streit anfangen.

    Bei aller Wehmut kann man aber auch festhalten, dass so ziemlich alles, was in dem Film gezeigt wird, heute wieder genau so aussieht und der Film auch jetzt noch (oder besser: wieder) fast genau so gedreht werden könnte. Trotz der Tragik des Geschehenen ist das doch auch eine „positive“ Feststellung nach diesem Film.

    Vor allem für Grand Budapest Hotel wurde einiges in Dresden (hauptsächlich aber Görlitz) gedreht (u.a. Pfunds Molkerei, Fürstenzug und Zwinger). Ein nostalgisch-skurriler Film, den ich sehr empfehlen kann.