Posts by East_Clintwood

    Ein „Demokratiezentrum“, das den Souverän von der Entscheidungsfindung ausschließt und damit das wesentlichste Prinzip der Demokratie missachtet, ist kein Demokratiezentrum. Volker Kauder und sein „Expertenteam“ können dieses Mahnmal (etwas anderes wird es wohl kaum werden) ja gerne bauen, aber mit gelebter Demokratie hat das in etwa so viel zu tun, wie die Neue Reichskanzlei oder der Palast der Republik. Nur waren die letzteren beiden ehrlicher.

    Es geht hier um ein Demokratiezentrum, das undemokratisch und -wie eh und je- durch obrigkeitliche Beschlüsse zustande kommen wird. Daher sagte ich, dass es ein schönes Abbild der ‚Demokratie‘ deutscher Prägung sein wird. Vielleicht würde die Alte Börse vom Volk abgelehnt. Vielleicht auch nicht. Aber dazu müsste man es erst vor die Wahl stellen.

    Jugendkammer… Eigentlich sollte die mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres vom Tisch sein. Zumal der Raub der Goldmünze, an dem zwei von ihnen bereits beteiligt waren, über vier Jahre her ist. Waren sie damals etwa 14? Naja, ich tippe auf die üblichen zwei bis maximal drei Jahre, je nachdem wie der/die/das „Jugend“-Psycholog*in sich von den Tätern hat einnehmen lassen. Wenn überhaupt.

    Diese Entscheidung ist bedauerlich, aber wir sollten nun nicht den Fehler begehen, den Verantwortlichen eine Verantwortung zuzusprechen. Das Schlimmste wäre, die Bürokraten in der Dresdner Stadtverwaltung verbal anzugehen und Gefahr zu laufen, sie zu verärgern, da es ein schlechtes und womöglich sogar rechtspopulistisches Licht auf uns wirft. Konstruktiv ist jetzt also, den Mund zu halten. Die wissen nämlich besser, was sie tun, als irgendwelche selbsternannten Experten hier. Wichtig ist jetzt vor allem, den Entscheid der Obrigkeit -wie auch beim Narrenhäusel- zu akzeptieren und sich an den gelungenen Projekten zu ergötzen.


    Ich hoffe, dass dieser Kommentar Andreas gefällt und wir nun wieder Hausfrieden haben.

    Eine sehr gute Nachricht für Berlin. Diese Frau brachte nur Unglück über die Stadt. Soll sie nun in ihrer Heimat für Schaden sorgen. Aber ich vermute, dass der Posten einem städtebaulich ähnlich unbedarften Früchtchen aus dem Modernistenlager übergeben wird.

    Ein wenig mehr Härte und Abschreckung (in Form von höheren Haftstrafen und in diesem Fall nachfolgender Abschiebung) und weniger sozialromantische „Resozialisierungs“-Absichten dürfte sehr wohl die Kriminalitätsrate senken- zumindest würde es dafür sorgen, dass der prozentuale Anteil von Bandenmitgliedern auf den Straßen logischerweise abnimmt und ein Täter es sich angesichts der Folgen dreimal überlegt, in ein staatliches Gebäude einzudringen (ich erinnere hier nur an Giulianis „Zero Tolerance“-Politik, die die Kriminalitätsrate New Yorks auf ein Allzeittief brachte). Ich persönlich plädiere auch in solchen Fällen für einen etwas „lockereren“ Gebrauch der Schusswaffe à la USA bei flüchtigen Tätern, ebenfalls zur Abschreckung von „Nachahmern“. Was die amerikanische Tradition der privatisieren Gefängnisse betrifft: ich sehe darin nichts Negatives. Das ist erstens nur ein kleiner Prozentsatz aller Gefängnisse und zweitens zu einem eigenen Wirtschaftszweig geworden, der die staatlichen Gefängnisse entlastet und dafür sorgt, dass immer genügend Platz vorhanden ist. Natürlich ist mir auch bewusst, dass sich das alles hier nicht umsetzen lässt.

    In der Regel leugnen nur jene die Cancel Culture, die davon nicht betroffen sind. Sei es, weil sie sich politisch einfach nicht interessieren oder ihre Gedanken so auf Linie mit dem Zeitgeist stehen, dass sie noch nie dessen repressiven Methoden ausgesetzt waren oder sie auch nur wahrnahmen (und falls doch, werden sie oft genug sogar gutgeheißen). Da bringt es dann auch nichts, darüber zu streiten. Bei solchen Themen prallen wortwörtlich „Welten“ aufeinander.


    Naja nicht schön, im Ergebnis aber weniger zerstörerisch als das was mit dem sich die drei Generationen davor ihre Zeit so vertrieben haben. Insoweit: Eher Fortschritt als der hier gerne prophezeite Untergang des Abendlandes.


    Das kommt davon, wenn man immer nur das Ergebnis und nicht die Ursache beleuchtet. Die Ursache hier ist eine offensichtliche Geringschätzung für kulturelle Erzeugnisse, deren Meisterschaft man gar nicht mehr versteht, weil die Urteilskraft aufgrund eines tief verinnerlichten „egalitären Prinzips“ gar nicht mehr unterscheiden und gewichten kann. Es fehlt jegliches ästhetische Sensorium, sie sich geistig anzueignen. Man weiß damit nichts mehr anzufangen, außer sie -gleich Kleinkindern- bunt anzumalen. Man findet keinen Bezug mehr zu seiner eigenen Vergangenheit und gibt sie deswegen der Lächerlichkeit preis- ohne natürlich selbst zu erkennen (wie auch?), wie barbarisch man dadurch eigentlich handelt. Die bewusste Zerstörung in vergangenen Zeiten ging hingegen immerhin noch davon aus, dass es jemanden gibt, der sie bedauern und um die Tragweite des Verlustes wissen würde. Insofern finde ich die heutigen Bilderstürmer, wenn man sich auf ihre unbewussten „Motive“ (Motive, die m.E. langfristig gesehen um einiges zerstörerischer sind als Bomben) und nicht auf den Zerstörungsgrad fokussiert, um einiges schlimmer, weil sie -ohne es zu merken- einen historischen und ‚kulturellen‘ Endpunkt markieren. Den sie mitunter tatsächlich mit „Fortschritt“ verwechseln.

    Es wäre schon viel damit gewonnen, wenn diese Computerarchitekten (besser: „Statiker mit ästhetischem Anspruch“) sich Hilfe bei klassischen Bildhauern suchen. Der Berufszweig stirbt aus, weil sie nur noch bei Rekonstruktionen gefragt sind. Ich telefonierte neulich mit einem der Bildhauer des Berliner Schlosses: es sieht wirklich düster aus.


    Wären die Architekten tatsächlich noch Baukünstler und hätten tatsächlich noch ein Restgespür für Ästhetik (was offenkundig nicht der Fall ist) und einen Restsinn für Kunst, würden sie mit bildenden Künstlern kooperieren und sie nicht aussterben lassen.


    Aber sie können nichts. Ich suchte zum Beispiel das ganze Internet nach einer(!) Handskizze von Herzog/De Meuron ab. Nichts. Es wäre Irrsinn, von solchen Dilettanten (zugegeben: mit ausgeprägten Softwarekenntnissen und einem gewissen Gespür für rechte Winkel und geschwungene Linien, wie man es auch bei Vierjährigen findet) auch nur etwas Annäherndes von Jugendstil zu erwarten. Selbst der Verweis auf NS-Architektur wäre hier handwerklich eine Adelung.


    Sorry, aber ich bin da einfach sehr pessimistisch geworden. Solange Architektur von der Bildhauerei abgegrenzt wird und keine Übergänge mehr möglich sind, wird es mit jener Architektur, für die dieses Forum kämpft, nichts. Aber gar nichts.

    Das wusste ich nicht, ich kenne natürlich auch den damaligen Kontext nicht. Aber unter den jetzigen Voraussetzungen (explizite Quellenangabe inkl. Link, lobende Worte für das Bild), kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass da etwas Bedrohliches auf den Verein hätte zukommen können. Aber verstehe nach dieser unschönen Erfahrung natürlich die Bedenken. Wie gesagt, das war mir nicht bekannt.

    In der Tat! War mir so gar nicht bewusst, da ich nur ein altes koloriertes Bild fand und mir unsicher war (bei alten Kolorierungen weicht es drum oft ab, den Turm des Königsberger Schlosses findest du z.B. mal in Grün und mal in Rot). Danke dir. Eben, werde es noch korrigieren.

    Dennoch kann man von Wahrscheinlichkeiten ausgehen. Ist es wahrscheinlich, dass visitberlin.de das Verwenden eines Bildes in einem Architekturforum, das explizit auf die Seite verweist und eine Fotografie lobt (ohne die geringsten gewerblichen Absichten), juristisch unterbinden möchte? Ich würde mal behaupten: Nein. Und wenn, dann käme zuerst eine Nachricht mit der Bitte, das Foto zu entfernen. Und erst im nächsten Schritt eine juristische Abmahnung. Bitte die Kirche mal im Dorf lassen und etwas weniger obrigkeitshörig irgendwelche juristischen Drohkulissen aufbauen (auch wenn die Ausführungen auf deiner Seite informativ sind)…

    Es war ein subjektiver Eindruck, der zulässig sein muss. Es ist doch absurd, die Politik bei einem Bauprojekt, das in vielerlei Hinsicht politischer nicht sein könnte, und einer Ausstellung, die „Haltung“ in den Vordergrund stellt, gänzlich auszublenden. Mir wäre es wie dir auch viel lieber, wir könnten relativ unpolitisch über ein rekonstruiertes Schloss schreiben. Aber es ist im Inneren eben zu einem groß angelegten Statement für „Weltoffenheit und Vielfalt“ und damit politischer Polarisierung verformt worden. Seien es die Ausstellungen, die Eröffnungszeremonie, die Diskussion über Raubkunst, Kolonialismus und Rassismus, die Debatte über den Palast der Republik, die Wut über das Kuppelkreuz oder eine historische Ausstellung, die Haltung vor Fakten stellt. Wir können nun einfach über Stilfragen diskutieren und hundertmal sagen, wie schön das Schloss äußerlich geworden ist und jegliche Politik ausblenden, um ja niemandem auf die Füße zu treten. Aber das verkennt die Dimensionen leider gänzlich. Was alle diese Diskussionen übrigens gemeinsam haben, ist, dass sie von linksgrüner Seite lanciert wurden. Über die man hier -warum auch immer- offenbar nicht kritisch diskutieren darf. Ich vermute mal, aus Angst vor ihrem Einfluss. Was wiederum Hessen-Darmstädter bestätigen würde.

    Nach allem, was ich bisher über die Berliner „Haltungs“-Ausstellung las, vermute ich darin genau das, was Hessen-Darmstädter schrieb: eine weitere rotgrüne Schnapsidee in der langen Geschichte rotgrüner Schnapsideen. Das ist noch nicht einmal „polemisch“ gemeint, ich persönlich halte den Einfluss von Rotgrün auf die Kultur- und Bildungspolitik tatsächlich für verheerend. Leider muss man heutzutage Zugeständnisse an diese -zugegeben- medial sehr geschickt agierende Splittergruppe machen, wie das gesamte Projekt Humboldt Forum m.E. ja hinlänglich belegt. Immerhin konnte man trotz des medialen Trommelfeuers das „diskriminierende“ Kuppelkreuz noch anbringen, das aufgrund des grünen Gejaules bereits auf der Kippe stand und nun als phänomenaler Sieg über den „Zeitgeist“ gelten muss. In gespielter Naivität so zu tun, als wäre das nicht der Fall und man könne bei Ausstellungskonzepten noch frei von den politisch-moralischen Forderungen dieser Klientel agieren, verkennt in meinen Augen die Realität. Das darf man auch durchaus so schreiben, wenn es auf einen diesen -sagen wir mal „subjektiven“- Eindruck macht.

    Ganz ehrlich: je weniger Dritte Welt-Kunst sich im Schloss befindet, desto eher steigen die Chancen auf eine Umnutzung einzelner Räume, die sogar ohne staatliche Subventionen und alleine durch bezahlte Eintritte überleben könnten. Das muss keine Rekonstruktion sein, ein Einzug der Gemäldegalerie oder Bildern aus den Depots aus staatlichen Museen wäre bereits ein enormer Gewinn.

    „[…] 82 Prozent der

    Beteiligten für die Rekonstruktion quartierprägender Leitbauten ausgesprochen haben?“


    Antwort:


    „Die Beteiligungsprozesse der letzten Jahre haben gegensätzliche Erwartungen an die
    Gestaltung des Quartiers deutlich gemacht, eine klare Präferenz für die Rekonstruktion
    von Leitbauten lässt sich jedoch nicht belegen.“


    Gezeichnet im Namen von Madame Lüscher.


    Nach dieser offenkundigen Missachtung des Bürgerwillens der Berliner seitens einer architektonisch heimatlosen linkslastigen Baslerin (da muss man sich nichts vormachen, andere Basler gibt es kaum), schäme ich mich dafür, Basler zu sein. Was ihresgleichen aus meiner Stadt macht, darf sich nicht auf Berlin übertragen, zumal die städtebaulichen Voraussetzungen gänzlich andere sind und jeder Verlust (und die Verweigerung von Rekonstruktionen kommt in Berlin Verlusten gleich) ganz andere Auswirkungen auf das Stadtbild hat als in Basel (obwohl auch hier die Lüschers insgeheim noch den letzten Rest der Altstadt abreißen wollen, um ihren „urbanen“ Albtraum leben zu können). Unsäglich.