• Die niederrheinische Ortschaft Kempen und ist eine mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Viersen im Regierungsbezirk Düsseldorf und hat knapp 36.000 Einwohner.
    Eine kleine Bilderreihe über Kempen befindet sich in der Galerie.


    Auf den Gelände des abzureißenden ehemaligen Kreishauses, welches ein typisch unansehnlicher wohl 60er-Jahre Verwaltungsbau ist, beginnt bald das größte Projekt in der Kempener Altstadt seit Jahren. Errichtet wird ein Gebäudeensemble mit dem Namen "Klosterhof." Und das Erfreuliche an diesem Projekt ist, dass es - nicht zuletzt aufgrund der traditionellen Gestaltung des Entwurfs - städtebaulich m. E. eine eklatante Verbesserung für Kempen bewirken wird. Architekten sind Joachim Hein und Ulrich Brock vom Büro RKW in Düsseldorf.


    Zum ehemaligen Kreishaus:
    Am Aschermittwoch ist fürs Kreishaus alles vorbei - Kempen - Kreis Viersen - Lokales - Westdeutsche Zeitung


    Berichte zum Projekt "Klosterhof".
    Stadt Kempen: Klosterhof verführt zum Schwärmen | RP ONLINE
    Stadt Kempen: Zeitplan für Abriss und Neubau | RP ONLINE


    Kartenübersicht des Baufeldes:
    http://bc01.rp-online.de/polop…norama_786/2526345452.jpg


    Noch vor drei Jahren sollte offenbar noch diese Planung für das "Orsaycenter" umgesetzt werden.
    Stadt Kempen: Orsaycenter in der Diskussion | RP ONLINE


    Was haltet Ihr davon?


    EDIT (weitere bebilderte Berichte von der stätischen Internetseite):
    Stadt Kempen | Neubau Klosterhof
    Stadt Kempen | Investorenprojekt 'Klosterhof'

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Gemessen am Vorgänger eine deutliche Verbesserung


    Auch gemessen an der Vorplanung.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Der Bau gehört sicherlich zu den besseren Neubauten. Und er besticht durch klassische Eleganz in der Fassadengestaltung. Allerdings würde er mir zum einen besser gefallen, wenn er auch ein richtiges steiles Dach aufweisen würde und nicht nur ein Flachdach, das so tut. Zum anderen passt der Bau stilistisch eher in ein Seebad (zum Beispiel auf Rügen oder Usedom) als in die Altstadt von Kempen. Insofern ist mein Urteil gespalten. Ein große Verbesserung gegenüber dem Vorzustand ist es aber allemal.

  • Hier mal ein neuerer Bericht zum Projekt Klosterhof anlässlich des Richtfestes.

    Quote

    Stadt Kempen - Nicht jedem gefällt der neue Klosterhof
    Seitdem der Rohbau des neuen Wohn- und Geschäftshauskomplexes in der Kempener Innenstadt steht, mehren sich kritische Stimmen. Kempens Prestige-Bauobjekt ist vielen zu wuchtig. Die Orsaystraße wirkt manchen zu schmal. [...]

    http://www.rp-online.de/nieder…neue-klosterhof-1.3362849


    Die scheinen da Probleme zu haben... huh:)
    Wenn ich mir diese modellierten Darstellungen des gesamten Baukörpers anschaue, passt das m. E. ziemlich gut.
    Modell - Perspektive 1
    Modell - Perspektive 2
    Wenn dann allerdings im gleichen Atemzug gemeckert wird, dass 'H & M' nicht wie vorgesehen einziehen wird, weiß man die Stimmen wohl zu relativieren.
    Andernorts wäre man wohl froh, wenn 'H & M' mal nicht unter den sog. Ankermietern wäre. :zwinkern:


    Ich finde das Projekt jedenfalls wunderschön.
    http://www.klosterhof-kempen.de/

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.


    "Unser täglich H&M gib uns heute!"


    Ich finde den Komplex erstaunlich wohlproportioniert. Das ist auch bei klassischen Neubauprojekten nicht oft der Fall. Insofern kann man Kempen für diesen Entwickler mit seinen Architekten nur gratulieren.

  • Die Kritik einiger Bürger kann ich also, ebenfalls, überhaupt nicht nachvollziehen. Der Komplex passt wie angegossen. Die Behauptung, das Haus sei um mindestens eine Etage zu hoch, finde ich ziemlich blödsinnig. Die Häuser in der Nachbarschaft haben ebenso diese Höhe. Wieso sollte die Klosterhof-Bebauung dann niedriger sein? :gehtsnoch:


    Ein ganz tolles Bauprojekt ist das. Bitte mehr davon! :daumenoben:

  • Mir gefallen ehrlich gesagt die typischen Kastengauben nicht, aber ich will hier nicht auf höchstem Niveau jammern. Ansonsten: Schönes Projekt!

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Das Projekt 'Klosterhof' ist so gut wie fertig.


    Klosterhof: Wie gefällt’s Ihnen denn? - Westdeutsche Zeitung
    Mir gefällt es sehr gut. :daumenoben:
    Ob der Einwand vor Ort, dass es zu groß geraten sei, zutrifft, kann man allein aus Aufnahmen wohl nicht beurteilen. Gestaltet finde ich den Bau jedoch hervorragend.


    Projektseite: Klosterhof Kempen
    Stadt Kempen - Investorenprojekt Klosterhof

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  • Das Gebäude ist wirklich schön geworden. Mein einziger Kritikpunkt ist, warum das Gebäude denn so französisch aussehen muss. Ein rheinischer Bezug mit einer Backsteinfassade und Wellen oder Treppengiebeln wäre mir lieber gewesen. Aber was soll´s. Der Bau scheint auf jeden Fall sehr hochwertig ausgefallen zu sein. Bin mal evtl. auf Detailbilder gespannt.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Ein bemerkenswert altstadtgerechte Neubebauung kündigt sich an der Peterstraße gegenüber dem Kolpinghaus zwischen Umstraße und dem Donkwall an der alten Stadtmauer an.
    Die von der Planung umfasste Bestandsbebauung Peterstraße 21-19 (von rechts) links der Stadtmauer
    Die ursprünglichen Planungen (desselben Projekteurs wie beim Klosterhof) sahen die im folgenden Artikel dargestellte Neubebauung vor.
    Schmitz-Pläne bereiten Probleme - Westdeutsche Zeitung


    Nach der Kritik (u. a. der örtlichen CDU) erfolgte eine Beauftragung eines anderen Architekten und eine Überarbeitung der Pläne; dabei soll die Fassade des nur zweiachsigen Gebäudes Peterstraße 20 erhalten und in die sehr ansprechende und sich m. E. super einfügende Neubebauung integriert werden.
    Denkmalfassade wird in Neubau integriert - Rheinische Post


    Seltene Einmütigkeit in Sachen Peterstraße - Rheinische Post
    Ein Bild aus der Gegenrichtung (stadtauswärts) befindet sich links des Artikels.


    Den befassten Architekten, Sebastian Treese aus Berlin, sollte man sich merken.
    Vielleicht stellt mal jemand im Netz zu findende Entwürfe/Projekte im entsprechenden Strang vor?

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  • Die Denkmalschutzbehörde im Landschaftsverband Rheinland versucht bei der Neubebauung in der Peterstraße eine historisierende Bebauung zu verhindern. Nach alter Manier wird behauptet, dass etwas vorgespiegelt werde, dass nie bestanden habe. Im Umkehrschluss dürfte dann wohl disharmonische Kontrastbebauung neben einer denkmalgeschützten Fassade wohlwollend abgenickt werden, da diese nicht einen solchen damaligen Zustand suggeriert. :wie:


    Mit diesen dogmatisierten Leuten, welche oftmals den Abriss denkmalwürdiger Gebäude zulassen, aber zugleich bei Neubebauungen den Haarspalter geben, ist eine gedeihliche städtebauliche Entwicklung offenbar nicht machbar. Ich finde die Entwürfe - erst recht mit der Integration der Fassade Peterstraße N°20 - sehr passend und sich wunderbar einfügend und hoffe, dass der Rat der Stadt Kempen, welcher der gleichen Auffassung ist,sich in dieser Sache durchsetzt.


    Quote

    Während die neuen Entwürfe in Kempen selbst Wohlwollen finden, werden sie von den LVR-Denkmalexperten abgelehnt. Wie die zuständige Mitarbeiterin des Rheinischen Denkmalamtes, Diplom-Ingenieurin Julia Kollosche-Baumann, in ihrer jetzigen Stellungnahme an die Stadt mitteilt, begrüßt das LVR-Amt zwar, dass die Fassade des Baudenkmals Peterstraße 20 nun erhalten bleibt. Als "höchst problematisch" sieht das Fachamt jedoch "das projektierte historisierende Umfeld, in das die Fassade nun eingebettet wird," an. Diese neu geschaffene Architektursprache, "die etwas Historisches vorgaukelt", suggeriere hier an dieser Stelle eine Architektur, "die so nie vorhanden war". Vor allem die Aufstockung des Hauses Peterstraße 20 mit einem Mansardendach und "historisierenden großformatigen Gauben führt im Zusammenspiel mit dem Abriss der Nachbarbebauung zu einem Verlust der kleinteiligen städtebaulichen Strukturen an dieser Stelle der Peterstraße", so LVR-Expertin Julia Kollosche-Baumann.[...]

    Peterstraße: Amt bleibt bei seinen Bedenken - Rheinische Post

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  • Wie mir diese selbstherrlichen Leute auf den Keks gehen. Es wird eine historische Bebauung "vorgegaukelt", die so nie existiert hat. So ein Schwachsinn. Ist somit also die komplette klassische Architektur- und Formensprache verboten und darf in Deutschland nie wieder Verwendung finden? Nur weil einige Passanten einen Neubau für alt halten könnten. Eine dämlichere Begründung gibt es kaum.


    Der Denkmalschutz hätte am liebsten einzelne historische Häuser zwischen Glas-, Stahl-, und Betonkisten stehen. Na danke! Das sind ganz tolle Aussichten.

  • Der Denkmalschutz schafft sich ab. Keine Begründung gegen ortsbildverträgliches Bauen schein inzwischen blöd genug zu sein. Der Denkmalschutz ist immer noch zu sehr in Dehio'schem Denken aus dem vorletzten Jahrhundert verhaftet. Was damals durchaus seine Berechtigung hatte, die Forderung nach Authentizität als oberste Maxime, sollte heute und erst recht auf 70 Jahre nach dem Krieg, kritisch hinterfragt werden.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Wer sich von einem Neubau wie diesem mit Mansardendach vorgaukeln lässt, das Haus wäre 200 Jahre alt, hat sich dieses Getäuscht-Werden selbst zuzuschreiben. Wenn Herr Müller einen ähnlichen Hut trägt wie Herr Maier und darum mit diesem verwechselt wird, ist nicht Herr Müller an der Verwechslung schuld. Weder Herr Müller will etwas vorgaukeln noch der Architekt des modernen Mansardenhauses in Kempen. Von einem Denkmalpfleger sollte man eigentlich erwarten, dass er genaues Hinsehen gelernt hat. Zu allen Zeiten haben sich Architekten bei ihren Neuschöpfungen auf den vorhandenen Kontext bezogen und Neuartiges mit Traditionellem verknüpft. Keinem verständigen Betrachter wäre der Vorwurf in den Sinn gekommen, der Erbauer hätte der Öffentlichkeit etwas vorgaukeln wollen. In dem Kempener Fall wird die unzulängliche eigene Unterscheidungsfähigkeit verallgemeinert und zugleich mit einem Authentizitäts-Fanatismus und einem geschrumpften Modernitätsbegriff verrührt.

  • Was soll überhaupt vorgaukeln heißen? Sind die Herren Denkmalpfleger tatsächlich so abgehoben in ihrem Elfenbeinoberstübchen, dass sie sämtliche Nicht-Denkmalpfleger für derart künstlerisch und intellektuell minderbemittelt halten, dass man sie vor solchen "Vorgaukeleien" schützen muss? Würden sie ansonsten psychischen Schaden erleiden? Müßte man dann folgerichtig traditionelle Bauen und, Gott bewahre, Rekos wie in Frankfurt oder Dresden gar verbieten? Dürfte man dann überhaupt noch restaurieren, denn nach ein paar hundert Jahren, wird ja selbst der Kölner Dom nur noch eine Kopie sein. Was für ein Schwachsinn!

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Ist der "vorgaukelnde" Historismus also in seiner Gänze sittenwidrig und dem intellektuell verarmten Bürger nicht zuzumuten? Der Denkmalschutz wird immer lächerlicher. Eine ähnliche Begründung hat in meinem schönen Bansin auf Usedom schon dazu geführt, dass statt toller neuer Bäderarchitektur ein gesichtsloser Hotelklotz gebaut wird. Und nebenan lässt man alte denkmalgeschützte Villen willfährig abreißen... mad:) Überall das Gleiche, der Denkmalschutz gehört gründlich reformiert, hinaus mit den Betonköpfen!

  • Eigentlich eine Frechheit. Durch derlei Bemerkungen fühle ich mich persönlich angegriffen und gegängelt.
    "modern" = intellektuell/gegenwärtig
    traditionell/Reko = dumm, im Zweifel rechts

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  • Eure "Denkmalschutz" ist wirklich schon völlig durchgeknallt. Eine so schöne Stadt wie Kempen (neben Xanten und Kalkar die wohl schönste am Niederrhein) verdient einfach gute Neubauten im Zentrum, und kein Schrott.